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Nr. 299

Der fiiffctner Anzeiger

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Erster Blatt |64. Zahrgang

Montag, 2t. Dezember

Giehener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberheffen

Kotationr-ruck und Verlag -er vrffhl'schen Univ.-Vuch- und Steindruckerei K. Lange. Schriftleitung. Seschästrftelle u. Druckerei: Schulstr. 7.

tu \ u a 4 » rci »: monatl. 75 Vs., viertel-

jährl. Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl 85 Pf.: durch dieVost Mk.2. viertel- jochrl. ausirhl. Bestell^ Zcilenpreis- lokal 15Pi., answ. 20 Pi. Haupt- schristlciter: Aug. Goey. Verantwortlich für Bei» polit. Teil: Aug. Goetz; sür .Feuilleton", .Ver­mischtes' und.Gerichts- saal": Karl dleurath: sür .Stadt und Land" : Otto Braun; sür de» Aiizeigenteil: H. Beck.

Rückzugsgefechte der Russen. Kleinere Rümpfe im Westen.

(©£33.) Großes Hauptquartier, den 19. Dez. vorm. (Amtlich). Im Wcsten erfolgten gestern eine Reihe von feindlichen Angriffen.

Bei Nicuporft Bixschote und nördlich La Bassec wird noch gekämpsl. Westlich Len», östlich Lllbcrt und westlich Nohon wurden die Angriffe abgeschlagen.

An der ostprcußischcn Grenze wurde ein russischer Kavallcric- angriff westlich Pillkallcn zuriickgcwicscn. I» Polen wurde die 33crsolgung sortgcschl.

Oberste Heeresleitung.

Großes Hauptquartier. 2V. Dez. vorm. (Amt­lich.) Im Westen stellte der Gegner seine erfolglosen An­griffe bei Nieuport und Bischotc ein.

Die Angriffe in der Gegend La Baisse, die sowohl von Franzosen als Engländern geführt wurden, sind mit großen Verlusten für den Feind abgcwicscn worden. 200 G e - f a n g e n e (farbige und Engländer» fielen in unsere Hände. Rund 600 toteEngländer liegen vor unserer Front.

Bei Äkotredame de Loreil südöstlich Bethunc wurde ein deutscherSchützengrabcnvon60NletcrLänge anden Gegnerverloren. Verluste sind bei uns gering.

In den Ar gönnen machten wir kleinere Fortschritte und erbeuteten drei Maschinengewehre.

Von der ost- und wcstprrutzischcn Grenze nichts Neues.

In Polen machten die russischen Armeen den Ver­such. sich in einer neuen vorbereiteten Stellung am Rawka und Nida zu halten. Sie wurden überall angegriffen.

Oberste Heeresleitung.

Wenn örn Millionenheer geschlagen ist, so ist damit noch nicht gesagt, daß es vollständig in die Luft geblasen ist. Napoleon ist in der Völkerschlacht bei Leipzig gewiß ent­scheidend geschlagen worden, aber dennoch haben seine Truppen auch nach den drei Schlachttaaen noch einigen Ge- scchtswert gehabt. So ist es nicht überraschend, daß die riesige Russenwalze, die von unseren Truppen und denen der Verbündeten verfolgt wird, noch einmal stehen ge­blieben ist, um einen geordneten Rückzug zu ermög­lichen. Wie weit sie dies vermag, müssen wir noch immer abwarten. Der in der heutigen amtlichen deutschen Meldung genannte Fluß Rawka mündet etwa 10 Kilo­meter östlich von Lowicz in die Bzura, wo die Russen von Hindenburg bekanntlich entscheidend geschlagen worden sind. Es ist anzunehmen, daß der Feind nach südlicher Richtung gedrängt worden ist, so daß er jetzt an dem erwähnten Flüßchen einen Berteidigungsstand einnimmt, der vielleicht den Rüchzug größerer Massen decken soll. Tue Nida durch­fließt Südpolen von Norden nach Süden und mündet in den Oberlauf der Weichsel.

Die Oesterreicher greifen aus der Front Zaviczyn« Krosno die fliehenden Russen an; sie sind also etwas über die frühere Kampffront Rajbrot-Biecz hinausgekommen. Auch in Galizien hat der Feind sich zu RüctzugAgefechten gestellt. So können wir uns den Ausführungen der amt­lichenNordd. Allgem. Ztg" anschlietzen, die über die Lage im Osten erklärt:

Das Endergebnis der gewaltigen Schlacht in Polen ist von hier aus noch nicht zu übersehen. Gleichwohl gewähren die amt­lichen Berichte des deutschen Großen Hauptquartiers und des öster­reichisch-ungarischen Gencralstabes einen Ausblick aus die T r a g - weite der kriegerischen Geschehnisse, die sich gegenwärtig im Osten abspielen. Es bedarf keiner ins einzelne gehenden Angaben, um zu ersehen, daß in den weit ausgedehnten Gebieten von Nordpolen bis nach Westgalizien entscheidende Schläge gefallen sind. Die mit soviel Ruhmredigkeit angekündigtc russische Offensive gegen Schlesien und Polen ist nicht nur zusammengebrochen, sondern das russische Millionenheer, das zur Ausführung dieser Offensive an­gesetzt war, ist auf der ganzen Front zum Rückzuge getrieben wor­den. Das Ergebnis der weiteren Operationen kann ruhig abgc- wartel werden.

*

Die letzten österreichischen Berichte.

Wien, 19. Dcz. (W. B. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlantbart, 19. Dezembrr mittags: ttnsere über die Linie Krosno-Zakliczyn vorgerückten Kräfte trascn gestern neuerdings auf starken Widerstand. Auch an dem unteren Dunajcc wird heftig gekämpft. Die russischen Nach­huten, die an dem Westuscr des Fluffcs zähe standhieltcn, sind säst völlig vertrieben.

In Südpolen kam cs zn Vcrfolgungsgcsechten. Der Feind wurde ausnahmslos geworfen. Unsere schon vorgestern abend in Jcdracsow (Andrcjew) cinge- drungcnc Kavallerie erreichte die Ridc. Weiter nordwärts überschritten die verbündeten Truppen diePilica.

In den Karpathen ereignete sich von kleineren für mserc Waffen günstig verlaufenen Gcscchtcn abgesehen nichts.

Die Aussalltruvpen von Przemysl rückten nach der Erfüllung ihrer Ausgabe, von dem Gegner unbclästigt, unter Mitnahme von einigen hundert Gcfangcnrn wieder in die Festung ci».

Der Stellvertreter des Chefs des Gencralstabes: v. H ö f e r, Generalmajor.

W i c n. 20. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlantbart: 20. Dcz. mittaas. In den Karpathrn wur­den gestern die feindlichen Bortruppcn in dem Latorcza-Tal zurnckgeworfen. Nordöstlich dcs Lupko wer Passes entwickeln sich g r ü ff e r e K ä m p f e.

Unser Angriff aus der Front KrosnoZakliczyn ge­wann überall Raum. Im Bialla-Tal drangen unsere Truppen bis T u ch o n vor. Die Kämpfe am unteren Dunajec dauern fort.

Die Russen haben sich somit in Galizien neuerdings gestelll. In Südpolen erreichten wir die Nida.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. Höfcr, Feldmarschallcutnant.

Wien, 19. Dez. (W. B. Nichtamtlich.) Nach Berichten der Kriegskorrespondcnten der Blätter, bic das Schlachtfeld von Limanowa besichtigten, haben die Kämpfe zur vollen Zurückweisung des Feindes ans Westgalizien geführt. Die österreichisch-ungarische Armee niachte 26000 Gefangene und erbeutete eine große Mxnge Kriegsmaterial. Die Verluste der Russen waren ungeheuer. Bei Limanowa allein wurden 1200 Gefallene gezählt. Die Verfol­gung ist überall nachdrücklich im Gange. Die Bevölkerung kehrt in das von den Russen geräumte Gebiet zurück.

Wien, 19. Dcz. (WTB. Nichtamtlich.) Das Armee- verordnungsblatt veröffentlicht die Ernennung des Stell­vertreters des Chefs des Gencralstabes, Generalmajors v. Höfer, zum Feldmarschallcutnant.

Ter Kaiser an die Großhcrzogin Luise von Baden.

Karlsruhe, 19. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Tie Großherzogin Luise hat vom Kaiser folgeirdes Tele­gramm erhalten:

Hindenburg meldet soeben, daß die russische Armee nach erbitterten Kämpfen vor unserer Front im Zurückgehen ist und von uns auf der ganzen Linie verfolgt wird. Wie sichtbar hat der Herr unfern heldenhaften Truppen beigestandcn. Ihm allein sei die Ehre! gez. Wilhelm.

Tapfere Tcutschc in der Schlacht von Limanowa.

Berlin, 21. Dez. Wie demBerliner Tageblatt" gemeldet wird, kam der nach dem wcstgalizischen .^ampsfclde ab - gezwcigte deutsche Truppenteil gleich nach seiner An­kunft in ein Gefecht. Unter der Mannschaft der betreffenden Regi­menter befanden sich bis zu 6 0 P r o z e n t F r e i w i l l i g e. Diese waren, wie der Korrespondent des Tageblattes sagt, nicht zu halten und stürmten in der mehrtägigen Schlacht von Limanowa die von den Russen besetzten Abhänge von Mordarkar mit wahrer Todesverachtung. Die verwundet aus der Front gebrachten Deutschen genossen unterwegs liebevolle Pflege. In Saybusch be­herbergte Erzherzog Karl Stephan die verwundeten deutschen Offi­ziere auf seinem Schloß.

Die Verfolgung der Russen.

Wien, 19. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) DieNeue Freie Presse" meldet nach derGazette Krakowska" vom 17. Dez.: Der Feind wird Tag und Nacht unausgesetzt verfolgt. Unsere Truppen rückten heute in I a s l o ein. Nach Krakau wurden heute größere Abteilungen von Gefangenen gebracht, fast ausschließlich Polen. Sie gehören dem russischen Infan­terieregiment Nr. 70 an. Mit Tränen in den Augen klagten sie über Hunger und brutale Behandlung seitens der russischen Offiziere.

Berlin, 21. Dez. Das Vorrückcn der deutsch-öster­reichisch-ungarischen Truppen in Russisch-Polen vollzieht sich, wie demBerl. Tagebl." von dem galizischenKriegs- schanplatze gemeldet wird, bewundernswert exakt. Die österreichisch-ungarische Armee legte bis zu 50 Kilometer an einem Tage zurück, angesichts der russischen Winterverhält­nisse eine staunenswerte Leistung.

Das russische Geständnis.

Petersburg, 19. Dez. (W. B. Nichtamtlich.) Der Bericht des Großen Generalstabes von gestern lautet: Auf dem linken Weichselufer ist fast aus der ganzen Front an Stelle der Angriffe, die der Feind mehrere Tage hindurch unternommen hatte und die wir alle znrückgewtesen haben, beinahe vollständige Ruhe eingetreten. Ich Zusammenhang mit der Bewegung eines Teiles unserer Truppen in der Richtung ans die Bzura und mit Rücksicht auf die immer noch andauernde Verstärkung der österreichisch-ungarischen Karpathen truppen mußten wir bestimmte Armeen'entspre- chend umstellen. Gestern hinderten wir die Offensive des Feindes in Westgalizien. Ans der Front Sanck-äfisko können lvir erfolgreiche Offensivoperationen feststellen, wobei wir 3000 Gefangene machten und mehrere Kanonen und Schnell­feuergeschütze erbeuteten.

Bewegungen eines Teiles unserer Truppen in der Richtung aus die Bzura", das ist der mildeste (freilich ängst­liche und unwahre) Ausdruck für die entscheidende Nieder­lage des russischen Nordflügels!

Mangel Rußlands an weiteren Reserven.

Berlin, 19. Dcz. DieB. Z. a. M." meldet ans Sofia: Nach russischen Zeitungsmeldungen sieht sich Ruß­land gezwungen, wegen Mangels weiterer Reserven dentz- nächst den Rekrutenjahrgang 1915 einzubcrusen.

Bulgarien und die russische Niederlage.

Sofia, 20. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Das BlattKam- bana" bespricht die große russische Niederlage, und sagt: Die bloße Möglichkett eines Sieges Rußlands erregte ein Zittern bei allen Neutralen vom Süden bis zum Norden. Glücklicherweise sind die russischen Kerntruppen bereits besiegt. Damit entschwebt diese Gefahr. Besonders wir Bulgaren sind erfreut über die russische Niederlage, weil auch Rußland sich über das Unglück Bulgariens gefteut hat, und weil nunmehr das größere Hindernis sür die Verwirflichung der Ideale des bulga­rischen Volkes beseitigt ivvrden ist. Der Zusammenbruch der russi­schen Armee ist nicht nur ein Segen für die ganze Kultuuwclt, sondern bedeutet auch eine Befreiung des russischen Volkes von den Ketten das Larismus.

Bulgarisch-serbische Grcnzzwischenfällc.

Sofia, 19. Dez. (WTB. Nichtamttich.) Meldung der Dgence Bulgare. Am 16. Dezember nachmittags versuchte eine Gruppe mazedonischer Flüchtlinge, die aus 118 Männern. Frauen und Kindern aus dem Bezirk Jschtiv bestand, die Grenz« im Bezirke Strumitza zu überschreiten, um aus bulgarischenil GcbicteZuilucht zu suchen. Ter serbischcPosten, durch zahlreiche Komitaischis verstärkt, eröffneie nicht allein gegen die Flüchtlinge, die überdies in einen serbischen Hinterhalt sielen, sondern auch gegen den bulgarischen Posten das Feuers Die Serben stießen gegen den bulgarischen Posten wilde Schreie und grobe Beleidigungen aus. Tie bulgarischen Soldaten nahmen Stellung und ließen über den Zwischenfall Bericht er­statten. Sie enthielten sich aber lange Zeit der Erwiderung des Feuers der Serben, die ununterbrochen gegen die bulgarischen Blockhäuser, sowie gegen die Hütten und Weiler feuerten, die längs der Grenze zerstreut liegen. Tie Bewohner dieser Hütten und Weiler ergriffen die Flucht. Das Feucrgefecht for­derte aus beiden Seiten Opfer. Die Flüchtlinge konn­ten sich größtenteils aus bulgarisches Gebiet retten, aber einige von ihnen sielen im Laufe des Feuergescchts. Die bulgarische Re­gierung unternahm unverzüglich die notwendige nt Schritte, um die Aufmerksamkeit der serbischen- R e gierung auf die schwere Verantwortlichkeit zu lenken, die ihr zusalle, wenn aus Hinterhalten aus serbischem Gebiet serbische Soldaten nicht allein auf unglückliche Flüchtlinge, sondern auch auf bulgarische Grenzposten schießen, deren Kalt­blütigkeit .und Geduld durch das häufige Schauspiel der Miß­handlung von wehrlosen Frauen und Kindern genugsam auf die Probe gestellt seien. Das Erscheinen von ser­bischen Banden, welche die Rolle von Grenzwächtern spielen, rusc in nicht minderem Maße Erregung an der Grenze hervor. Es sei zu hoffen, daß die serbische Regierung alle Maßnabmen treffe, um die Wiederkehr ähnlicher Zwischenfälle, insbesondere angesichts des ununterbrochenen Zuströmens mazedonischer Flüchtlinge, zn vermeiden.

Neue russische Dreadnoughts.

Basel, 19. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Wie dieBasler Nachr " aus Paris melden, stehen vier neue russische Dreadnoughts vom Tchp Gangut unmittelbar vor ihrer Ferttgstellung.

Rumänien und Griechenland.

Wien, 19. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) DieReichspost" meldet aus Bukarest: Der neuerncrunte rumänische Ge­sandte in Athen, Filodor, wurde am 15. Dezember von König Konstauttn in feierlicher Audienz empfangen, um sein Beglaubigungsschreiben zu überreichen. Der Ge- sairdte hielt dabei eine Ansprache an den König. Der Vertrag von Bukarest, der die von Griechenland und Ru­mänien im höheren Interesse der Ordnung und Sicherheit der balkanischen Beziehungen unternommene Zusammenarbeit gekrönt habe, habe zwischen beiden Nationen eine endgültige Freundschaft her- gestellt, die auf gleichen Interessen beruhe.

Liebesgaben an Gefangene.

Berlin. 19. Dez. (WTB. Amllich.) Tie ftanzösische Regie­rung hat durch Vermittlung einer neutralen Macht den Wunsch, ausgesprochen, daß den französischen Wohltätigkeitsgesellschaften gestattet werde, Liebesgaben nach Deutschland zur Bev- teilung an in Deutschland befindliche bedürftige französisch!« Kriegsgefangene abzufenden. Nachdem sranzösiscknrseits die Gegenseitigkeit zugesichert worden ist, ist dieseni Antrag deutscherseits entsprochen worden. Die Sendungen genießen Porto-, Fracht- und Zollfreiheit. Damit ist die Möglichkeit gegeben, daß auch deutsche Wohltätigkeits- oder sonstige Vereine an in Frank­reich befindliche deutsche Kriegsgefangene'Liebesgaben-SanrMel-- sendungen ohne nähere Bezeichnung der Enrpfänger gelangen lassen. Solche Seninrngen (oder auch Eleldbeträge dafllr) können dem Zentralkomitee der deutschen Vereine vom Roten Kfteuz, Abteilung für Gesangenenfürforge (Berlin SW. l l. Abgeordnetenhaus) zugc- stellt werden, das die Gaben (auch Geld) schnell und sicher ^nach Frankreich befördert. Es steht aber auch nichts im Wege, die Sen­dungen unmittelbar oder auch an die Botschaft der Vereinigtcnl Staaten von Amerika in Paris oder an die Kommandanturen der verschiedenen Kriegsgefangenenlager in Frankreich mit der Bitta um Verteilung an bedürftige deutsche Kriegsgefangene in Frankreich zn richten. In dem letzteren Falle empfiehlt es sich, dem genannten Zentralkomitee von icder Sendung Kenntnis zn geben, damit die verschiedenen Gefangenenlager tunlichst gleichmäßig bedacht werden.

Die von Belgien zu zahlende Kontribution.

Brüssel, 20. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Die Landtag« der neun belgischen Provinzen haben in ihrer gestrigen Sitzung beschlossen, die der Bevölkerung Belgiens vom Generalgouvernement für die Dauer eines Jahres auferlegte, in Raten zu zahlende Kontribution von 480 Millionen Franks durch die Ausgabe von S ch a tz s ch e i n e n aufzubringen, sür welche die neun Pro­vinzen die Solidarhast übernehmen. Die Schatzscheine wer­den von einem Bankkonsortium, an dessen Spitze die bel­gische Societe generale steht, übernommen und bei dem noch zu schassenden Noteninstitut lombardiert werden. Der 6K- neralgouverneur hat die Erklärung abgegeben, daß bei pünktlicher Zahlung der einzelnen Köntribntionsrateii die Requisitionen bar bezahlt werben und daß die Rohstoffe, welche die Reichsregierung in Antwerpen. Gent und an anderen Plätzen gelaust bat, sobald als möglich bezahlt werden sollen. Ihre Bezahlung wird nach der Buchführung des Transportes der Güter nach Dcutschlaird und nach Schätzung des Preises erfolgen, und zimrr ohne daß eine Geldübertragnng von Deutschland nach Belgien ivährend des Krieges zu geschehen hat.

Die Beschießung von RrincntiLreS.

Berlin, 21. Dez. Aus Boulognc wird telegraphiert, die Deutschen hätten die Beschießung von Armentiöres