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tint WBiwr««u*Ra&TTrc&TkmOTintG von dem Höchstpreis vor- «schen. Ebenso fallen bei Gerst« und Daser Verkäufe an Klrin» hindlrr und Verbraucher nicht unter die Höchstpreise, wenn sie drei Tonnen nicht übersteigen. Die sogenannten Ravoris werden bei Weizen und Roggen aufrecht erhalten, bei Hafer werden sic gestrichen, dafür indessen die Hascrpreisc mit dem 24. Tezctnbjcr ldl4um 2 Mark für die Tonne erhöht. Für Kleie ist neben dem Mühlenpreis von 13 Mark noch ein Großhandelspreis von 15 Mk und endlich ein Kleinhandelspreis (für Verkäufe von 10 Doppel­zentner und weniger) von 15,50 Mark festgesetzt. Futtermehle. Bollmehle und GrießNeie und ähnliche Hintcrmehle gehören zur Kleie. Endlich ist ein Verbot erlassen worden, Kleie, die mit anderen Gegenständen vermischt ist, in den Verkehr zu bringen. Me Straf­bestimmungen für Verstöße uird Umgehungen der Höchstprcisvcr- ordnung sind wesentlich verschärft worden.

Halle a. S., 12. Dez. (Priv.-Tel.) Der Magistrat hat be­schlossen, der Stadtverordneten-Versammlung vvrzuschlagen, als H i n d e n b u r g - S p e n d c" für das Oslheer 50 000 Mark aus dem Kriegsfonds zu bewilligen und dem Gencralseldmarschall zur Verfügung zu überlassen.

Kirche und Schule.

Köln, 21. Dez. Der kirchliche Anzeiger der Erzdiözese Köln veröffentlicht ein Hirtenschrciben der Erzbischöse und Bischöfe des Deutschen Reiches, nach welchem am Sonntag, den 10. Januar, ein allgemeiner Bußtag stattsin- den soll.

Au» Stadt und Land.

Gießen, 21. Dezember 1914. Tie Lage des ArbeitsmarktcS in Hessen, Hcsscn-Rassa» und Waldcck im November.

Die Arbeitsmarktlagc im November stand unter dem Zeichen der Kriegslicserungen und brachte für den Arbeitsmarkt ungeivöhnlichc Verhältnisse. In allen Zweigen der Industrie, die mit Militärausträgcn versehen waren, insbesondere in der Metallindustrie, seiner in der Automobilindustrie, Werkzeugina- schincnbranche, Lcdcrverarbeitung, bestand ein solcher Bedarf an Arbcitskrästen, daß er nur teilweise gedeckt werden konnte. Bc- .sonders stark war der Mangel an Drehern, Bohrern, Fräsern, Schmieden, Wagnern, Sattlern, Tapezierern, Schneidern und Schuhmachern. In ziemlich bedeutendem Umsange wurde ein Heber- gaug in andere Berufe beobachtet. Schreiner machen Wagncr- arbcitcn, Tapezierer Sattlerarbeiten, ebenso Hutmacknw. Da zu­dem im vorigen Monat zahlreiche Einberufungen erfolgten, flieg die Geschäftstätigkeit der Arbeilsnachiveise ganz außerordentlich. So wurden bspw. in der männlichen Abteilung des Arbeitsamtes Frankfurt a. M. 2711 Stclllen vermittelt, gegen 1550 im Vor­jahre, in Easscl 802 (509),- in Wiesbaden 781 (499), in Mainz 757 (353), in Tarmstadt 594 (117t, in Offenbach a. M. 438 (286), in Gießen 54 (68), in Worms a, Rh. 200 (223). Auch die elektrische Industrie war gut beschäftigt, soweit sie mit Militärausträgen versehen war. Ungünstig tvaren die Beschästigungsverhältnisse noch immer für die Gold-, Silber- und Gelbmetallarbeiter. Die in den einzelnen Berufen noch vorhandenen Arbeitslosen sind zum größten Teil ältere und erwerbsbcschränkte Personen, die auch in normalen Zeilen den Arbeitsmarkt belasten. Verhältnismäßig am stärksten war die Arbeitslosigkeit im graphischen Getvcrbe, hat aber auch hier erheblich abgenommen, da viele Brrchdrucker und Schriftsetzer zu anderen Getverben übergingen. Auch für das Baugewerbe war die Lage verhältnismäßig günstig, mit Aus­nahme der Maler und Weißbinder. An tüchtigen Bauarbeitern, Maurern, Zimnierleuten, ferner Betonarbcitern und Erdarbeitern war teilweise empfindlicher Mangel, so daß von den Arbeitsnach­weisen von der Annonce im größten Umsange Gebrauch gemacht wurde. Zur Deckung des Arbeitsbedarss hat der Mitteldeutsche Arbeitsnachweisvcrband in großem Umsange mit den Bürgermei­stern in kleineren Orten, in denen erfahrungsgemäß Bauarbeiter vorhanden sind, verhandelt. Der Erfolg ist jedoch gegenüber ver­hältnismäßig günstigen Resultaten in, Oktober im November ver­hältnismäßig gering gewesen. Airs dem gleichen Grunde konirtcn auch Aufträge nach weiteren Entsernimgen, speziell auch in Gru­ben ^Lothringen usw ) nicht erledigt werden, da im Verbandsgcbict reichlich Arbeitsgelegenheit vorhanden war. Die von den Städten eingerichteten Notstandsarbeiten wurden, so­weit hier bekannt ist, in verhältnismäßig gering e'-m Um­fange in Anspruch genommen. Im Gastwirtsgewerbe war die Vermittlungstätigkeit für sestc Stellen infolge der vielen Einbe­rufungen in, letzten Monat nicht ungünstiger als im Vorjahre. Dagegen war für Aushilsskcllncr keine Nachfrage; in der Land­wirtschaft war die Vcrmittlungstätigkeit im letzten Monat noch verhältnismäßig rege; es scheint jedoch, als ob im nächsten Früh­jahr sich ein starker Mangel an Knechten bemerkbar machen werde Aus dem weiblichen Arbeitsmarkt haben sich ebenfalls die Verhältnisse günstiger gestaltet, insbesondere haben die von einer Reihe von Städten erngcrichteten Nähstuben und Not- standsarbeiten für Frauen sich eines außerordentlichen Zuspruches zu erfreuen. Bei der Vergebung von Militärausträgen beteilig­ten sich viele Arbetisnachweisc direkt oder sic nahmen gemein­nützige Nähsruben hierfür in Anspruch. Das neu errichtete Armce- Beklcidungsamt Mainz-Kastcl hat bercfts einen großen Teil von Aufträgen in dieser Weise vergeben. Die Einrichtung eines Aus- bildungskursus ftir Strohhutnäherinnen zum Ersatz der belgischen Arbeiter wurde in Frankfurt a. M. in die Wege geleitet. Aus dem Dienstbotenmarkt sind die Verhältnisse ähnlich wie auch in frühe­ren Jahren.

Kein goldener Sonntag. Das regnerische Wetter hat gestern die Erwartungen, die man in Geschäfts­kreisen noch auf den letzten Sonnlag vor Weihnachten gesetzt hatte, fast ganz zu Wasser werden lassen. Der Zustrom von draußen war nicht der Rede wert, und auch die Kauflust in der einheiniischcn Bevölkerung ließ nicht erkennen, daß man sich rüstet, in einigen Tagen Weihnachten zu begehen. Astes Interesse und alle Sorge gelten eben in diesem Jahre unseren Kriegern, und gar mancher hat auf eigene Wünsche und die Freude am Schenken Verzicht geleistet, um in den Weih, nachtstagen Licht und Frohsinn in die Reihen unserer Kämpfer tragen helfen zu können.

** Eisernes und RotcS Kreuz. DasZentral­blatt für das Gastwirtsgewerbc" macht folgenden Vorschlag: In einem Erfurter Gasthaus ist auf einem Tisch ein großes eisernes Kreuz ausgezeichnet worden,.dessen Linien mit Nägeln ausgesüllt werden sollen. Wer einen Nagel -inschlägt, bezahlt 50 Psg die zum Besten der Krieger oder deren Angehörige verwendet werden. Wenn die Platte auSgcsüllt ist, wird sie gegen 7000 Mark erbracht haben. Dieses Beispiel, so bemerkt dar Blatt, verdient Nachahmung. Jeder Stammgast werde sich auf diesem Tischeverewigen" wollen, und dem Lokal werde der Tisch später ein sehens­wertes Andenken sein an die gegenwärtige Zeit. Der ein» zuzahlcnde Geldbetrag könne je nach der Art des Lokals Höher oder niedriger bemessen werden. Geeignete flache Nägel verkaufe jeder Eisenhändler. Bei einem großen Kreuz könne man die Konturen ein- oder zweimal nachziehcn, ein kleiner Kreuz könne nian ganz ausnageln. Werde das Kreuz später mit Schmirgel blank gerieben, so gereiche cs dem Tisch zur Zierde.

** Ritter des Eisernen Kreuzes: Oberst Wei­mer, Kommandeur des Landsturmbataillons Fricdbcrg, erhielt das Eiserne Kreuz l. Klasse; das Eiserne Kreuz 2. Klaffe erwarb sich Oberst Weimer schon im Kriege 1870/71. Tos Eiserne Kreuz 2. Klasse erhielten: Forstwartaspirant Fritz Eifert aus Strebcndorf, Uffz. beim 2. Bat>cr. Armee-

lorps. Gerichtsdiener Rufs in Weilburg, Vizefeldtv. im

Württemb. Gren.-Regt. 119. Oberveterinär Kreistierarzt Dr. Morgenstern aus Marienberg. Fcldm.-Leutn. Fi cd- l e r, Assistent am Landratsamt in Usingen. Leutn. Alsred Kamp aus Höhr, im Fußart.-Reat. 14. Offizierstellver­treter Türk beim Friedberger Rej -Feldbat. 72. Postass. Wilhelm Drechsler, Gesr. d. R. im 10. Jäger-Bat., aus Ober-Rosbach. Leutn. im 1. Garde-Res.-Regt. Oberlehrer Schneider und Oberjäger bei der Maschinengew.-Komp. des Jäger-Bats. 11 Kurt Schmelz, beide aus Marburg. Sergt. Georg Grieb, Jns.-Regt. 116, aus Gambach. Ufsz. d. Landtv. Otto Müll, Jns.-Regt. 116, aus Gambach.

* Das Backhaus-Konzert hat nicht nur einen vollen künstlerischen Erfolg gehabt, auch der materielle ist günstig gewesen. Die Konzcrtlcitung konnte der Obcrbürger- nicistcrei einen Reingewinn von Mk. 500. zum Besten der Hinterbliebenen gefallener Gicßener überweisen. Den Besuchern ist mit der Freude feinsinnig verbrachter Stunden auch die Genugtuung geworden, in erheblicher Weise zu einem wohltätigen Zweck beigelragen zu haben. Uebrigens bedeutete das Konzert nur ein Glied in der Kette von Wohltätigkeits- aufführungen des Herrn Backhaus, die, wie er uns schreibt, bis jetzt über 4000 Mk. zum Nutzen des Roten Kreuzes und der Hinterbliebenensürsorge ergaben.

** Unterhalt!, ng für die Verwundeten. Nach­dem Frl. Cilly Weil, Herr Karl Höcker und Herr Willn Wer­ner G ö t t i g am vergangenen Sonntag den in der Heil- und Pslcgeanstalt untergebrachten Verwundeten einen wohlgelungencn Vortragsmittag gegeben hatten, wiederholten sie denselben am Samstag (19. Mz.) im Hörsaal der psychiatrischen Klinik. HerrGeh. Med.-Rat Prof. Tr. Sommer hatte sämtliche in den Universitäts­kliniken untergcbrachten Verwundeten ciugcladen, die sich bei der abwechslungsreichen Vortragsfolgc aus das Beste unterhielten. Herr Karl Höcker rezitierte Christuslegenden von Selma Lager­lös und moderne Balladen und verstand es, seine Zuhörer stark zu fesseln. Mit gutem Empfinden brachte Frl. Cilly Weil vater­ländische Zeitgedichte und fand damit starken Beifall. Herr Willy Werner Gültig löste mit seinen heiteren Borträgen, und zwar besonders mit seiner Kinoszene alsVerkäufer in einem wenig be­suchten Manusakturwarcngeschäst" wahre Lachsalven aus. Sams­tag mittag veranstalteten die Genannten im Katholischen Vercinshaus ihre Vorträge. In den letzten Tagen des Jah­res will man einen Vortragsabend zum Besten des neugegründeten S o l d a t c n h e i m r s" veranstalten, zu welchem die Oefscntlich- keit Zutritt haben soll.

Landkreis Gießen.

** Sitfi, 20. Dez. Konnte in Nr. 276 bs. Bl. bekannt ge­geben werden, daß hier und in verschiedenen Nachbarorten dtreij Eisenbahnwagen, voll von Kleidern, Wäsche, Stieielu, Schuhen, Hausgeräte, Nahrungsmitteln usw., für die geschädigten Ost­preußen gesammelt und abgeschickt wurden, so kann heute berich­tet werden, daß auch die Geldsammlung .dank der Opser- willigkcit der Bevölkerung, überaus .reichlich ausfiel. Es kamen im ganzen 1315,50 Mark ein, die bei der Gewerbebank Gießen zur Ucberwcisung an die Stadthauptkasse in Königsberg i. Ostpr. ein- gezahlt wurden. AU dieser stattlichen Summe waren folgende Nach­bargemeinden beteiligt: Oberhörgern mit 135 Mk., Harbach mit 126 Mk., Meder-Bcssiugen mit 85 Mk., Langsdorf mit 26 Mk., Albach mit 23 Mk. Der Rest von 920,50 Mk. wurde von den' hiesigen Einwohnern gegeben. Auch hier konstituierte sich auf Einladung der Großh. Bürgermeisterei ein Ortsausschuß für die Leitung der schon vor einigen Wochen ins Leben gerufenen I u g e n d w c h r. In diesem Ortsausschuß sind vertreten die Geistlichen, die Lehrer, die sämtlichen Vereine, die staatlichen und fürstlichen Beamten und die Bürgerschaft. Ten Vorsitz übernahm Forstrat Dr. Diefsenbach, als sein Vertreter wurde Forst­meister Heimburg gewähil. Schriftführer ist Seminarlehrer L o r e n tz. An den Ucbungen, die an zlvei Abenden in der Woche in der Turnhalle und allsonntäglich im Gelände stattfinden, be­teiligten sich bisher etwa 60 junge Leute im Alter von 16 bis 19 bezw. 20 Jahren. Als Instruktoren widmen sich dieser für unsere Wehrkraft außerordentlich wichtigen Einrichtung die Herren Wacht­meister Weber, Tapezier Reinhard Zimmer und andere. Tie Oberleitung liegt in der Haiü> des Herrn Forstmeisters Heim­burg. Tie Aufgabe der Herren des Ausschusses dürste vor allem darin bestehen, durch ihren Einfluß in ihnen näher stehenden Fa­milien dahin zu wirken, daß auch die Säumigen, die bisher den Uebungen noch fern blieben, den großen Wart derselben für ihde spätere militärische Ausbildung erkennen und ebenfalls pünktlich und gern zu den Ucbungen erscheinen. Nur bin allgemeiner Bio- teiliaüng kann der Zweck, der durch diese Einrichtung erreicht wer­den soll, die Stärkung unserer Wehrmacht, wirflich erreicht werden. Gestern veranstaltete das Pflegamt des Waisenhauses zu Frankfurt a. M. für die Pfleglinge seiner hiesigen Station seine alljährlich sich wiederholende C h r i st b e s ch e r u n g in Steins Saalbau. Nach Liedervorträgen der Kinder und Weih­nachtsansprache des ersten Geistlichen erfolgte unter strahlendem Weihnachtsbaum die Gäbenverteilung. FürFleiß und Wohl- Verhalten" wurden an 18 Kinder sogenanntePrämien" verteilt. Jede Prämie beträgt 7 Mark, die dem betreffenden Kinde aus einer Sparkasse in Frankfurt verzinslich angelegt und später, wenn das Kind volljährig geworden ist, mit Zinsen ausbezahlt werden. Nach einem Schlußgesang der Kinder wurden sie mit Kaffee und Kuchen bewirtet. Zu dieser Feier fanden sich auch fast alle Pslegeeltcrn ein. Der 11 Jahre alte Sohn des hiesigen Lehrers Sauer machte sich in Abwesenheit seiner Eltern mit einer Jagdpatrone zu schaffen, die sich plötzlich entzündete und dem Jungen 3 Finger der linken Hand so schwer ver­letzte, daß sie voraussichtlich amputiert werden müssen. Der Junge wurde sofort in die Gießener Klinik gebracht.

Kreis Lautcrbach.

O Lauterbach, 20. Dez. Das in der hiesigen Turnhalle mit 44 Betten eingerichtete D e r e i» s l a z a r e t t ist sertiggeltellt und soll in den ersten Tagen mit Verwundeten belegt werden. Für di« militärische Aufsicht ist ein älterer Sergeant der Landwehr kommandiert, mährend für die Verwundelcnpsiege zwei Schwestern aus dem Alice-Hospital in Tarmstadt etngetrossen sind, denen hie­sige ausgebildete Heilerinnen zur Seite stehen. Ter bell« und ge­räumig« Saal bietet den Verwundeten einen angenehmen Aus­enthalt und macht mit seiner mit allen Beguemlichkeiten eingerichteten 'Ausstattung einen wohlmenden Eindruck.

O Berinutshaln, 19. Dez. Di« vier Söhn« des Maurermeisters Jakob Lind von hier sind in den ktämpsen der Wesliront alle vier verwundet worden. Zwei von ihnen befinden sich noch in den Lazaretten, die anderen beiden sind bis zu ihrer völligen Genesung in ihr« beiniat beurlaubt worden.

Kreis Schotten.

O Herchenhain, 19. De,. Plärrer Römer hat an jeden der im Felde stehenden Krieger unseres Kirchspiels ein Schreiben abgesandl und i» ein jedes dieser Schreiben zwei Bilder unserer Kirche eingelegt. Ta« eine zeigt die Kirche von innen, das andere von außen. Gerade zu Weihnachten mag wohl manchem harten Krieger diese Erinnerung an di« Heimat willkomnien sein.

Starkenburg und Rhcinhessen.

m. O f f e n b a ch, 20. Dez. (Drahtbericht.) Der Kreisrcrt des Kreises Offenbach, Geh. Reg.-Rat Lochmann, ist heute nacht 2 Ul/r im Alter von 53 Jahren einemS chl aganfall erlegen. Geh. Reg.-Rat Lochmann kam vor 8 Jahren an­stelle des jetzigen Ministers von Homberg! als Kveisrat nach Ofsenbach. Er war vorher in gleicher Ergenschast im Kreise Dieburg tätig. >

Kreis Wetzlar.

X Hohensolms. 20. Dez. Tie Gerichtstag« in Hoheuiolms werden i»i Geichättsjahre 1915 abgehnlten am: 18. Januar, 15. Februar. 15. März. 19. April, 17. Mai, 14. Juni, 12. Juli. 20. September, 18. Oktober, 1b. November und 20. Dezember.

- - Hessen-Nässau.

m Kirchhain, 20. Dez. Aus unserem etwa 2500 Einwohner zählenden Städtchen sind bisher 257 Mannschaften zu den Waffen gerusen worden. 1l Krieger sind bi» jetzt Ritter des Eisernen Kreuzes geworden. Für die hessische Kriegsversicherung sind bei der hiesigen Sparkasse bisher 13t Anteilscheine eingelöst worden. - Am 2?. Dezember soll auch hier ei» Vaterländischer Abend veranstalt: iverden. Neben Deklamationen der Schulkinder ist ein größerer Vortrag vorgejehen, sür den einbewährter auswär­tiger Redner gewonnen ist.

m Amöneburg b. Kirchhain, 20. Dez, Als erster aus hiesiger Stadt starb den Heldentod fürs Vaterland der Freiwillige Ludwig Gerlach. Bis jetzt stehe» 40 Alaun aus unserer Stadt unter den Jabnen.

b. B u r g s l n n, 20. Dez. In planmäßiger Weise ließ die Gemeinde in ihren Waldungen die Eicheln aussammeln und dann als Mastmiltel lür die Schweine verkauseu. Ter Erfolg war so überraschend, daß sie jetzt nach Abzug aller Unkosten der Genieindekasic eine Sondereinnabme von rund 10000 'Mark z,«führen konnte. Nuiimehr soll das Etchelnsainmeln alle Jahr geübt werde». So wirkte auch hier der Krieg als Erzieher.

vermischte».

'* Eine wichtige Person Ilchkeit. Während die übrigen Franzose» mit der Waffe sür ihr Vaterland kämpsen, hält nach eine», Bericht des Figaro M. Lamorlelte die Ehre und den Rns der sranzösischen Küche hoch und zwar mit größtem und nicht z» rmlerschätzendein Ersolge: ist es ihin doch in seiner Eigenschaft als K o ch des Marsch all Fr euch gelungen, Tag iür Tag, so lauge der Krieg bisher dauert, ein »e»es, init allem Ralfilie- nreut der sranzösischen Küche yergestelltes Gericht aus den Tisch des englischen Oberbeschlshabers z» bringe». Am 2. Dezember bis dahin erstreckt sich diese geivichlige Ebronik war er beim 122. Gericht angelangt und empfing das 122. Komplinieut des euglilcheu Heerlübrers. In Friedenszeite» mag das auch mancher andere Koch könne,i, in Kriegsbeilen ist es gewiß eine große Leistling, und dem künftigen Geschichtsschreiber mag es Vorbehalten bleiben, ivie weit cs iür die Strategie des MarichallS French vo» Wichtigkeit war, daß 'M. Lamorlelte sich dermaßen für sein Wohlbefinden und seine gute Laune abmühle.

Büchertisch.

Die .Fliegenden Blätter" (Verlag von Braun & Schneider, München), bie stets ein Spiegel der Zeiten waren und alles, was jeweils im Volke lebte und iveble, mit gesnudeni denlschem Humor schilderten, haben auch die großen Ereignisse der heutigen Tage in den gegenwärtigen Stoff ihrer Spalten aui- genoiniiicn. Dabei kominl naturgemäß nicht nur der Humor allein zur Geltung, sondern es werden auch i» stimmiliigsvotteu patrioti- icheu Beiträgen in gebulidciier und uugebundeiier Form und in Bilder» hervorragender Künstler die Leiden und Freuden dieser gewaltigen Zeit zur Tarslellimg gebracht. An sich überall be­liebt und bekamit, bieten die .Fliegende» Blätter' hiernach gerade jetzt auch sür unsere im Felde sleheudeu wie auch für die von dort yeiingekcyrte» oder sonst im Vaterland« weilenden Sol dalcn eine willkommene Lektüre.

vanvel.

»'Berlin, 19. Dez. In der heutigen Eesellschafts - Ver- samiiilung des Kaiisyndikals teilte der Vorstand mit, daß der Absatz itn Mount November sich aus 8K Millionen Mark bc- tause gegen 18,1 Millionen Mark in, November 1913. Ter Er­neuerung des Geldausqleichs sür die Zeit vom 1. Januar 1915 bis Ende März 1915 ivurde zugeslimint. Angesichts des am 31. De­zember 1914 abtaulendeii Rechtes, den Si>dikalsvertrag z» kün­digen, erklärten säintliche Gesellschasten bis aui zwei, die nicht ver­treten ivare», und drei vertretene Gesellschaften, das Küudiamigs- rccht bis zum 31. März 1915 auszuschiebcu und de» Gcjtlljchasls- verlrag entsvrechend ndzuänderii, vorausgesetzt, daß die erwähutcu fünf Gesellschaften noch bis zun> 31. Tezeuiber 1914 dieser Erklärung beitreten. Für de» andere» Fall ivurde die sormclle Kündiqung zmn 31. Dezember 1915 ausgesprochen, um i» der neuen Gescll- scbaslerversaminlung in der ersten Hälfte des Januar diejenigen Bedingungen der SyndikatSverläugermiq testzustellcn, welche die Wiederausnahnie der Abteuimig neuer Schächte verhuidcr» solle».

Dortmund, 19. Dez. (WTB. Nichtamtlich). Tic heutige Hauplversammlung des Rheinisch -Westiälischeu Zementvcr- band cs beschloß mit Rücksicht an! die Steigerung der Preise für Kohle u»d sonstiges Material, die Zeincnlpreiie für das Jahr 1915 um 30 Mark sür den Toppelwaggon zu erhöhen.

Amtlicher Wetterbericht.

Oefsentlichcr Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichtcn in Hessen am Dienstag, den 22. Dez. I91t« Trüb und regnerisch, mild, südwestliche Winde

Letzte Nachrichten.

Bei Kronprinz Rupprrcht von Bayer» an der Front.

Wien, 21. Dez. Der Korrespondent derNeuen Freien Presse" im Großen Hauptguarticr meldet seinem Blatte: Aus den Schützengräben eines bayerischen Rescrvekorps zurückkehrend wurde ich von dem Kronprinzen Rupprccht zur Tafel geladen. Ter Kronprinz bewohnt ein modernes französisches Schloß, von Ivo aus er iäglicki Fahrten zur Front unternimmt. Krmrprinz Rupprccht sah vorzüglich aus. Seine Bewegungen waren trotz der großen Strapazen des Feldzuges irisch und elastisch. Ter Kronprinz hörte mit großem Interesse, daß ich dyrch einen mehrtägigen kurzen Urlaub nach Hause über die Stimmungen, die Zuversicht und die Verhältnisse in der Monarchie wohl unterrichtet sei. Er sprach mit großer Liebe und Wärme von den Oestcrreichern und auch von den Ungarn, wo ein großer Grundbesitz seiner Familie liegt. Ueber Einzelheiten der Unterhaltung hin ich nicht be­rechtigt, Mitteilungen zu mackien, nur so viel glaube ich bemerken zu dürfen, daß der Kronprinz außerordenilichzu- v « r s i ch i l i ch sowohl über die Gegenwart wie auch über die Zu­kunft denkt. Ter Kronprinz sprach mit warmen Worten von feine:» Truppen, die mit heldenmütiger Bravour seit Ausbruch des Krieges stets siegreich gesochten haben und die sich auch jetzt in den Schützen­gräben allen Strapazen gewachsen zeigen. Aus seinen Worten sprach immer die unbedingte Zuversicht und das feste Vertrauen auf den nach heldenmüttgem Kampfe enffcheidcnden und cndgüjtigen Sieg Deutschlands und der mit ihm verbündeten Monarckiic. Ich hätte ferner Gelegenheit allerlei Rühmeirswcrtes über die Tapferkeit des Prinzen Georg von Bayern zu hören, der sich besonders bei der Einnahme von Lille in bemerkenswertester Weise ausgezeichinst hat und als einer der ersten in die brennende Stadt eindrang.

Der Kampf um die Schützengräben.

Genf, 21. Dez. Für die Schlappe der Verbündeten bei Nen-Kapellen in Flandern, wo die Deutschen große Reihen von Schützengräben nahmen und zahlreiche Gefangene machten, sind nach dem Wortlaut der Note Joffres die Engländer allein verantwortlich. Dagegen gesteht der amtliche Tagesbericht zu, daß nördlich von Mirccourt eine Kompagnie deutscher Sol­daten die Franzosen aus ihren gestern errungenen Stellungen vertrieb und daß der von den Deutschen bei St. Hubert im Argonnerwalde errungene Vorteil an Gelände sich noch verstärkt hat.

Der goldene Sonntag in Berlin.

Berlin. 21. Dez. Der gestrige goldene Sonntag ließ einen Unterschied gegen die anderen Jahre kaum wahrneh­men. In den Lldendstunden wurde das Gedränge beinahe beängstigend.

Verantwortlich fürFeuilleton",Gerichtssaal" u.Vermischtes": ^ , I. August Gortz.