Ausgabe 
18.12.1914
 
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p»s allmählich bei der Verteilung von Licht und Schatten immer günstiger abschneidrt.

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i ** Unsere Waffe ne rfolWe in Polen brachten den hiesigen Schulen als wirksame Würdigung ihrer Be- Üdentung einen freien Tag. Ms Kuriosum sei erwähnt, daß wieder einmal d,c>. tollsten Gerüchte in der Stadt und der Umgegend die Runde machten und geglaubt wurden, unter denen das von Gefangennahme des ganzen russisch,en (iieneralftabs das zahmste war. Wenn man sich doch wenig­stens davor hüten wollte auch das wird wieder aus ver­schiedenen Orten berichtet> aus Grund solcher Erzählungen gleich die Glocken zu läuten.

. Unsere .Kriegsfreiwillige Kapelle" wird am -weiten Wrihnachtsseiertage nachmittags vier Uhr uns wieder mit ihren Darbietungen erfreuen. Der Besuch darf besonders empfohlen iverden wegen des wiederum echt vaterländischen Zweckes, den, die Mitglieder der Kapelle unentgeltlich und selbstlos Zeit, Mühe und ihren Feiertag widmen. Der gesamte Reinerlös soll nämlich dicsesmal durch Vermittlung des Oberbürgermeisters ver­wände werden zur Unterstützung hilfsbedürftiger Witwen und Waisen, deren Gatten und Väter aus unseren Kriegsschisscn ihr Leben für das Vaterland gelassen haben.

** Das Weihnachtsgeschäft im Dezember hat, trotzdem unsere Geschäftsleute in Anbetracht der Verhält- ttiffc recht bescheidene Erwartungen hegten, selbst diese nicht erfüllt. Die Umsätze in der Bekleidungsbranche und in den Manufakturwarcngcschästen sind, selbst an den Hcuipt- gcschäftstagen, als Weihnachtsgeschäft nicht zu bezeichnen, und der Ausfall an Einnahme ist sehr bedeutend. Auch die Spielwarengeschäfte und die Händler mit Süßigkeiten be­schweren sich über einen mehr als flauen Gang ihres Han­dels im Dezember. Bei manchen Geschäften hot allerdings der Verkauf von Liebesgaben für unsere Soldaten im Felde Anfang des Monats manchen Ausfall an Einnahme wieder ausgeglichen. Am stärksten klagen die Geschäfte für Luxus­artikel, die sonst zu Weihnachten volle Kassen erzielen. In dieser Branche stocken die Umsätze so gut wie ganz. Ein recht gutes Geschäft während der Zeit des Krieges machen die Zigarrcnhändlcr, deren Kundschaft zwar in Feindes­land ist, deren Verlangen nach Tabaifabrikaten sich aber erheblich gesteigert [jat, und deren Verwandte und Freunde täglich dafür sorgen, daß mittels der Feldpost der Bedarf zum Rauchen nachgesandt wird. Der vor einigen Tagen eröffnete W e i h n a ch t s in a r kt, der sonst einigen Dutzend Händlern in Gießen Gelegenheit gibt, ihre Buden auf Oswalds (harten und aus dem Kirchcnplatz aufzustellen, um ihre Ware an den Mann zu bringen, scheint heuer auch nickt zu ziehen, denn seit dem 'Krämermarkt am Mittwoch sind die Plätze säst leer geblieben. Der Handel mit E h r i st u m e n ist auch nicht so flott wie in sonstigen Jahren und zeigt, daß ein Tleil der Leute, die sonst mit Tcuinenbämnen aus den Plätzen der Stadt Handel trieb, in diesem Jahre sich nicht viel von dem Geschäft verspricht. Im ganzen zeigt sich also ein ivenig erfreuliches Bild, und es lväre nicht nur vom Gefühlsstandpunlte, sondern auch aus sozialen Erwägungen heraus zu begrüßen, wenn jeder, dem die Verhältnisse es gestalten, im Sinne des vor einigen Tagen an dieser Stelle erschienenen Artikels das Seinige dazu beitragen wollte, das wirtschaftliche Leben iveuiger unter den Unterschieden zwischen jetzt und früher leiden zu lafsen.

** Weihnachtstransporte ins Feld. Trotz oller Arbcitsüberhüiisung haben die Paketdepots und die an­deren sich mit der Liebesgabenbesördcrung befassenden amt­lichen Stellen ihren Humor noch nicht verloren, >oie aus folgender ergötzlichen, ersichtlich von der Notwehr eingegebe-- nen Bekanntmachung erhellt:Wegen der ausgedehn­ten Transporte von Liebesgaben und Weihnachtspaketen ist es leider nicht angängig, auch noch Weihnachtsbäume in das Etappen- und Operationsgebiet vorzuführen."

** Verzicht auf englische Wohltaten. Der lrühere Be­sitzer des Braunsteinbergwerkes, der Engländer C, W. B. Ferni«, hat auch, nachdem das Bergwerk i» andere Hände übergeganqen war, durch seinen Generalbevollmächtigten, Herrn Sam. Pascoe, und nach dessen Tode durch den Sohn, Herrn Anglist Pascoe, die von ihm irüher an wohltätige Vereine und Anstalten acsveadeten Unterstützungen in nicht »»beträchtlicher Höhe zu Weihnachten anSzablcn lassen. In diesem Jahre ivurde das selbstverständlich nicht erivartet. Z» nicht geringem Erstaunen .wurden dennoch die alten Beträge durch Vermittlung der Mittel­deutschen Kreditbank zur Auszahlung angeboten. Herr Psarrer v. Schlosser hat die Annahme im Namen der von ihin ver­tretenen Vereine und Anstalten dankend abgrlehnt, da es nnler den geaenwärtigen Umständen sür einen Deutschen ausge­schlossen sei, Wohltaten von eine», Engländer zu empsanqen.

"VvmGesangenenlager. Tie Baracken aus dem Trieb beginnen sich allmählich zu füllcn mit Gefangenen, die jetzt fast täglich aus dem Westen in kleineren Trupps einlresfcn. Bisher ist allerdings erst ein Viertel des verfügbaren Raumes mit etwa 2500 Franzosen und Belgiern belegt, zu denen noch 300 bis 400 Verwun­dete ko-nimen. Engländer, Russen und erotische Truppen scheinen in Gießen nur vorübergehend Quartier zu erhalten, da man die Ge­fangenen dieser Völker bisher stets von hier wieder abschob.

'"Für Jäger. Da immer wieder Jäger aus andere» Kreisen i» den Kreisen des Festunqsbereichs Mainz an- qetroffen werden, die de» »ach Ziffer 4 der Bestiininnngen des Gouvernements notwendigen Waffenschein nicht besitzen, iverden die Interessenten auf die B e k a n n t m a ch u n g e n im heutigen Kreisblatt besonders hingewielen.

Personalnachrichten. Tie Großherzogin hat dem Ober-Posisekretär Rechnnngsrot Colin i» Darmsladt di« Er­laubnis zur Annahme und zmn Tragen des ihnt vom Kaiser ver­liehenen Roten Adler-Ordens 4. Klasse mit der Zahl ,80» erteilt, den Hauswärter tni nördlichen Kollegicngebäude zu Tarinsiadt Ludwig Jäger zum Kretsdiener bei dem Krcisamt Eroü-Gera», de» Finanzassessor Philipp Best aus Assenhcini und den Revisions­kontrolleur bei dem Hauptsteneramt Worms Heinnch Bieqer zu WormS zu Obersteuerkontrolleuren ernannt. Tie Reierendare Henrich zu Darmstadt, Dr. K a y i e r zu Worms und Kellner ,,, Darinstadt wurden zu RegicrungSaffeisoren ertlannt.

Landkreis Gießen.

r. R ü d d i n g S h a u s« », 16. Dez. Mzeleldwebel Mar­got! von hier, von der 8. Komp, des Jns.-RglS. Kaiser Wilhelm 116, Inhaber der Hessischen TapserkettS-Medaille und des Eisernen Kreuzes, ist am 8. Dezember zum Offizier-Stellvertreter besörderl ivorden.

10. Lollar, 17. Dez. Wieder hat ein Soh» unserer Ge- mcinde da» Eiserne Kren, erbalte» und zwar der Wacht­meister Otto Klippel im Feld-Artillerie-Regimcnt Nr. 26, Tarm- stadt. Es ist dies der drille ans tinsercnr Orte, der diese Aus­zeichnung erhielt. Auch manche Tranerbotschast trisft ein. Schwer geprütt wurde jo die Familie Ä r ü n. Erst vor cinlge» Wochen traf die Nachricht «m, daß der eine Sohn, Musketier im Jni.» Reat. Sir. >68. i» den «ämolen ans dein westlichen Kriegsschauplatz aciallen ist. Nun mußte heute dir Familie Grün auch die Trauer- knnde von dem Heldenlodc ihres zweiten Sohnes, des Ersatz-Res. im Ersatz-Bai. des Jns.-Rcgts. Nr. 116, erfahren.

Krris Friedbcrg.

r Bad°Nauheim, 17. Dezember. In der heutigen Stadt­verordnetenversammlung ivnrde lvlgendes beschlossen! Ter verstorben« Hermann Rosenthal hat der Stadt vor 2 Jahren 2000 Mark gestiltet. Bet seinem vor einiger Zeit eisolgten Ab­leben hat er diesen Betrag um 800 Mark erhöht. Die Versamm­lung nimmt dankend davon Kenntnis, - Ter Verkehrskomm is- sion werden ,ur Bestreitung notwendiger Ausgaben 2000 Mark

bewilligt. Die Versammlung ist damit cinvcr,landen, daß unler« Apotheken in den Wintcrnronatrn nur von 8 Uhr irüh bis 8 llhr abends Tagesdienst tun, doch darf in der Stunde von 89 Uhr

abends keine Nachttare erhoben werden. Es wird ferner zuge» stiinint, daß die Apotheken im Winter Sonn- und Feiertags nur abwechselnd geöffnet find. Die Wirtschasisrechnungen sür zwei Wagenschuppen i» Höhe von 8180 Mk. und 4473 Mk. werden ge­nehmigt. Für die Anlage des Regen- und Schmngwaffer- KanalS in der Landgraienstraße werden 10800 Alk. bewilligt. D,e Stadt hatte für das lausende Wirtschastssahr größere Holzsällungen im Hochwald vorgesehen und da» Holz zunl Vertust niikges hrieben. Ta nur eia Angebot von der Firma HimmelSbach cnaeqanaen war, und der geboten« Pre S zu nieviig erscheint, l «schließt die Versammlung das Holz zur öffentlichen Versteigerung zu bringen.

Di« VeieineFrobiinn und Bitdungsverein veranstalteten am Sonntag eine» Vaterländischen Abend mit glänzendem Erfolg. Den Mittelpunkt der künsilerlschen Darbietungen bildeten die Vorträge der Damen Wehrheim (Gesang) BechtolSheimer und Klcinsteuber (Klavier) und des Gesangvereins Frohsinn unter Leitung von Wilhelm Bechtolsheim er. Dr. Strecker ivrach in» Lause des Abends unter stürmischem Beisall über Deutschlands Flotte.

Kreis Wetzlar.

w. Wetzlar, 17. Dez. Tie hauvtversammlung des land­wirtschaftlichen Vereins war von den Landwirten gut besucht. Wmtelschiildirektor Tr. Koch sprach über .Landwirt­schaftliche Kriegsmaßnahinen', Es wurde u. a. beschlossen, von dem Vermögen des Vereins sür das Rote Kreuz und den Vater» ländilchen Frauenverein je 200 Mk. zu bewilligen.

d. Hochelheim, 17. Dez. An Kriegssvenden wurden hierielbst 291,79 Alk. und in D o r n h o l z h a u s e n 180,41 Mk. durch die Piarret der SannnelsteUe Wetzlar überwiesen.

<2 Krosdori, 17. Dez. Lehrer Fleckenslein, welcher seit 1. August an unserer Schule wirkte, wurde nach Ulm (Bürger­meisterei Grestenstein) bcrnsen.

vüchertisch.

Genaue Angaben über jedes ieindliche und neutrale Kriegs s chits werden in dieser Zeit der auch auf dem Wasser ausgetraaene» Kämpfe vom Publikum besonders schmerzlich vermißt. Läßt sich doch die unaei> hre Tragw ite einzelner Seeac'echie für den Nicht'achmann erst dann ermessen, wenn er sofort einen wirklich leichlverstündlichen Ratgeber zur Veriüqung Hot, aus den> er sich mit einem Blick Auskunit über Schiffstyp, Baujahr, Wafferverdrännung, Länge, Pfcrdekräite, Schnelligkeit, Armierung und Bemannnng der beteiligte» feind­lichen Schiff« holen kann. Eine neue uni vorliegende Schrist wird solchem Wunsch in bester Weise gerecht: Flottentabellcn der Kind­lichen und neutralen Seemächte. Rach dem Stande voni Herbst 1914 zusammcngestellt von Tr. Felix Feldman», Bremen (Verlag des Deutschen Osfizierblattes Gerhard Stalling in Oldenbmg i. Gr. Preis mit mehrlarbiger großer Jlaggentaiel 80 Pig.). Die knavve, üußerst übersichtliche ütnskuiislerleilimg über jedes ireinde Kricqs- lahrzeng von einige», Gciechiswert dürste den, praktischen Büchlein viele Freunde unter den Zeitnngslcsern verschaffen. Der bei- geqebene Textteil bringt kurze, interesiante Erklärungen über das Wesenlliche der einzelnen Schiffstype», über Kriegsbäien und Kriegsweritcn. Eine knappgeiaßte Scekriegsgeschichte der neueren Zeit ist auigcnomme», ebenso ein kurzer Abriß über die Entwick­lung der deutschen Marine.

Sanvel.

"Die Fettviehpreise, ivelcheunsere Metzger jetzt zahlen, stellen sich pro Zentner Schlachtgewicht: Ochsen Mk. 88 - 90, ver­einzelt extra gute Stücke bis Mk. 92; Bulle» A!k. 7074, Rinder Mk. 7880; Kühe, junge, gut ausgen,ästet Mk. 88 bis Mk. 72, altere, gut ausgeniästet Mk. 6870, Wu rstkühe Mk. 8880; Kälber Mk. 8971; Schweine Mk. 88 -68. Der Stand der Ladenpreise in unserer Stadt stellt sich pro Pfund: Für Ochse» sleisch Mk. 0,91-1,00, Rindfleisch Mk. 0.9p, Knhsleisch Mk. 0,«0, Kalbsleisch Mk. 0,80, Schweine- fleisch Mk. 0,800,90 und Dörrfleisch oder Speck Akk. 1,20. x

ILetterauSsichten in Lessen am Samstag, de» 19. Dez. ijU : Zunächst Zunahme der Bewölkung, später Niederschläge, etwas wärmer, südwestliche Winde.

Letzte Nachrichten.

(WTB.) Großes Hauptquartier, 18. Dez. bsrm. (Amt­lich.) Dcr Kampf bei Nicuport steht günstig, ist aber noch nicht beendet. Angriffe der Franzosen zwischen La Bassec und Arras, sowie beiderseits der Somme scheiterten unter schweren Verlusten für den Gegner.

Allein au der Somme verloren die Franzosen 1200 Ge­fangene und mindestens 1800 Tote. Unsere eigenen Verluste beziffern sich dort aus noch nicht 200 Mann.

In den Argonncn trugen uns eigene gut gelungene An­griffe ciwa 750 Gcsangcnc und einiges Kriegsgcrät ein.

Von den übrigen Teilen dcr Westfront sind keine be­sonderen Ereignisse zu melden.

An der oft- und westpreußischcn Grenze ist die Lage unverändert.

Au Polen folgen wir weiter dem weichenden Feinde.

Oberste Heeresleitung.

Der Eindruck des deutschen Flottenunternehmei,s in Rom.

Rom, 18. Dez. Die erneute Beschießung der englischen Küste hat hier ungeheuren E indruck hervorgerufen.Popolo Romano" schreibt: Die Engländer seien jetzt darüber belehrt, daß die deutsche Flotte noch nicht vom Meere verschwunden sei. Laut einer Londoner Depesche desMattino" herrscht in London große Aufregung. Man fürchtet nach diesem ersten Handstreich noch weit Schlimmeres, da der Winternebel die Aktio­nen der Deutschen begünstige. Zweifellos habe das Marineprestige Englands einen neuen schweren Stoß erlitten.

Wie sich die Engländer zu trösten suchen.

i. Köln, 18. Dez. TieKöln. Ztg." meldet von der holländischen Grenze: Tie englische Presse beschäftigt sich vornehmlich damit, in allen Tonarten zu erklären, der Ver­such der Deutschen, durch die Beschießung der englischen Küste Schrecken hervorzurujen, ^LQ.wirkungslos geblieben. So schreibt dieDaily Mail":

Der nächste Grund für da-s Handeln Deutschlands lag in dem Bedürfnisse, ihrem Haß gegen England Lust zu inachen. Sodann sollte unter allen Umständen Rach« für die Vernichtung des Geschwaders des Grafen Spee bei den Falklandsinseln ge­nommen iverden. Drittens war es den Deutschen darum zu tun, den Neutralen zu zeigen, daß die Deutschen trotz allen: in der Nordsee auszutveten vermögen. Als vierter Grund erscheint die «Üe Hossmlng, einen solchen Schrecken zu verbreiten, daß England die Truppen, die es sonst nach dem Festland gesandt hätte, zurückbehielte. Ter sünsie und wichtigste Grund ist die Ab­sicht dcr Deutschen gewesen, die britische Admiralität zu zwingen, größere Streitlräsie in den engen Raum dcr Nordsee zu entsenden, wo sie dann einer ständigen Gefahr durch die deutschen Minen und Unterseeboote ausgesetzt wären. Weder die' britische Wmiralität noch das Volk werden daraus hercinsallcn. Es gab keine Panik und cs wird keine geben, vielmehr wird die ernstliche Sammlung und die Genugtuung darüber Platz greisen, daß das Vorkommnis glücklich zur allgemeinen Kenntnis bringt, daß die Nation sich im Kriege befindet und für den Krieg gerüstet ist. '

Die Tapferkeit hessischer mttfmmn.

Berlin, 18. Dez. Die hessische Gesandtschaft teilte uns gestern durch Fernsprecher die Namen dcr Regimenter mit, denen die Anerkennung des Haupt,' rrtiers im gestrigen Tagesbericht zuteil geworden ist. (Leider steht der Bekannt gäbe dieser Regimentsnunrmern die Anordnung des Gene­ralkommandos im Wege, wonach wir nur mitteilen dürfe«, daß das Reserve-Jnsanterie-Regiment 116 sich unter ihnen bejindet.)

Mißstimmung gegen Rußland in Havre und London.

Breslau, 18. Dez. Aus Brüssel geht derSchles Ztg." folgende Nachricht zu: In Havre, Bordeaux und London herrscht wachsende Mißstimmung gegen Rußland, weil es, anstatt alle militärischen Kräfte aus den geplanten Siegeszug nach Berlin zu konzentrieren, den nutzlosen Zug nach den Karpathen angetreten und so seine wahren pan slawistischen Ziele verraten hat, vor allem Rettung des slawischen Serbiens. An Serbiens Schicksal ist den west­lichen Verbündeten aber gar nichts gelegen, wogegen das Fehlschlagen des schnlichst erwarteten Vorstoßes der Russen gegen Deutschland die West machte in eine verzwei­felte Kriegslage bringt. In den drei genannten Städten hält man jetzt den russischen Kriegsplcm für ver­fehlt und befürchtet davon einen schlimmen Ausgang des Weltkrieges.

Di« türkischen Truppen am Roten Meer.

Rom, 18. Dez. DerMattino" erfährt aut dem Umwege über Syrakus aus Aegypten, daß die türkischen Truppen und die Beduinen 15 Meilen von dem Suezkanal entsernt in der Nähe des Roten Meeres stehen.

So me Gurkhas.

Basel. 17. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Den Baseler Nach- richten zufolge sind in Marseille 50000 Gurkhas einge- lroffcn. Tie Truppen sollen nach den, Norden gebracht werden.

Die Zustände in den französischen Kasernen.

Basel, 18. Dez. TieHumanitö" kritisiert die Zustände in den französischen Kasernen. Die Nahrung sei schlecht, die Disziplin unnöiig hart und schikanös. Das Blatt fragt, in welcher Stimmung die Rekruten nach einigen Monaten zur Front abgcbcn werden, nachdem sie in den Depots überanstrengt' und schlecht behandelt wurden.

Die Schwierigkeiten der russischen Rekrutierung.

Sofia, 17. Dez. Hiesige Großkauflente haben Nachrichten aus Rußland bekommen, in denen Mitteilungen über die S ch w i e - rigkcitcii enthalten sind, die in Rußland der Einberufung der R.cichswehr begegnen. Etwa die Hälfte der Bauern muß mit Gewalt zur Einkleidung grzwuirgeii werden. Viele sind geflohen. In Lupansk kam es zu einem Aufruhr, und es ersolgteu Ma s s enverha ftungen.

Der Geist dcr russischen Truppen.

i. Köln, 18. Dez. TieKöln. Ztg." meldet aus Stock­holm:Svenstä Tagbladet" schreibt über die Lage in Polen: Tie große Zahl der Gefangenen, die die Deutschen und die mit ihnen verbündeten Oesterreicher jetzt jeden Tag machen, ist ein sprechender Beweis dafür, daß der Geist dcr russischen Truppen unmöglich mehr der beste sein kann. Sie ist ein unverkennbares Zeichen dafür, daß das Vertrauen in die Führer zu wanken beginnt und daß der moralische Geist der Truppen durch Kämpfe und Entbehrungen der letzten Wochen schwer gelitten hat.

Ein russischer General bei Lodz gefallen.

Petersburg, 17. Dez. (WTB. Nichtamtlich) TerNo- woje Wremsa" zusolge ist bei Lodz Eleneral Welischtko, der sich bei Port Arthur auszcichnele, gcsallen.

Das englisch-sranzüsischc Geschwader vor den Dardanellen.

WTB. Basel, 17. Dez. (Nichtamtlich.! Nach einer Mhener Meldung besieht das englisch-französische Gcschwaoer, das die Dar dancllen blockiert, aus sechs Dreadnoughts, nämlich vier eng­lischen und zwei französischen, sowie aus sieben Kreuzern, nämlich vier englischen und drei französischen, ferner aus zwei französischen Minenlegern, acht englischen Zerstörern und Unterseebooten und zahlreichen Transportschiffen. Den Oberbesehl hat ein französische,: Admiral.

Ein Zug mit Lebensmitteln in die Lust geflogen.

Budapest, 18. Dez. DerBester Naplo" meldet, daß ein von Lemberg mit Munition und Lebens mftteln nach den Karpathen abgcqangcner Panzcrzug auf dcr Strecke in die Lust geflogen sei. Tie Ursache ist unbekannt.

Zum Burenaufstand.

Rotterdam, 17. Dez. Mau will trotz dcr Sieges- bcrichte Bothas nicht an die Niederschlagung des Burenaufstandes glauben. Man weist insbesondere auf den Umstand hin, daß in der letzten Woche die Zensur von Briefen aus Südasrita noch verschärft wurde. Alle Stellen in Privatbriefen, die sich auf den Aufstand beziehen, werden ohne Federlesen gestrichen. Eine hiesige Zeitung, die dieser Tage einen Brief aus Johannesburg erhielt, fand, daß in der ohnedies sehr günstig für Botha lautenden Beschreibung dcr Zustände in Südafrika drei Seiten durch den Zensor unleserlich gemacht worden waren. Sehr bezeichnend ist die Tatsache, daß dieSouth Africa News", ein englisches Blatt, welches die Politik Bothas unterstützte, aus Mangel an Lesern und Abnehmern eingegangen ist.

Ein japanischer Effrcndrgen für König Albert.

R o m , 18. Dez. In Frankreich wird eine japanische De­legation erwartet, ivelche König Albert von Belgien einen wundervollen altjapanischcn Ehreusäbcl aus dem Jahre 1577 übcr- bringen wird. Diese japanische Hilse sicht unbedingt anders ans, als die französischen Politiker sie erivartcn.

Dir Führer SerEmden".

i. Köln. 18. Dez. DieKAn. Ztg." ureldet vochder hollän­dischen Grenze: Ter Londoner Berlchterstakter desSlllgemeeu Handclsblad" meldet aus London: Der Kapitän des vcr nichtcten deutschen kleinen KreuzersEmden" von Müller und der Prinz von H o h c n z o l l e r n, der als Lcutnan: aus dem Lchifse Dienst tat, werdeii aus Australien dcnmächst nach London-überführt werden und soviel F r e r h c 1 1 genießen, als es mit der Tatsache, daß sie kriegsgesangen sino, eben vereinbar ist.

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