Ausgabe 
17.12.1914
 
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, 2. Die l ?Tmt3t*rioi>e der derzeitigen Mitglieder des Bezirks» eisen da hnrats Frankfurt-Main erlischt am 31. De- »emder d. Js.; es war deshalb die Neuwahl eines Vertreters der Kammer und eines Ersatzmannes erforderlich. Es wurden ein- stlimUrig Herr Geheimer Kommerzienrat Heichelheim als Vertreter und Herr Kommerzienrat Klingspor als Stellvertreter für die Wahlperiode 18151919 wicdergewählt.

3. Nach) Artikel 31 des Handelskammergesetzes sind die Han­delskammern verpflichtet, alljährlich dem Großh, Mini- sterium des Innern über ihre Tätigkeit, sowie über die Lage und die Bedürfnisse des Handels und der Industrie zu berichten. Mit Rücksicht auf die Kriegslage sind die Handelskammern für dieses Jahr von dieser Verpflichtung entbunden worden. Hingegen sollen die Handelskammern nach Beendigung des Krieges eine ge- sanrtc Darstellung des wirtschaftlichen Lebens ivährend des Krieges geben. Die Angabe des Zeitpunktes für diesen Bericht hat sich das Ministerium Vorbehalten.

4. Nach Anhörung der beteiligten Kreise und auf Grund eigener Beobachtungen hat die Handelskammer dem Großh, Ministerium des Innern einen sehr eingehenden Bericht über die Wirkungen des Gesetzes betr. die Höchstpreise erstattet.

5. Eisenbahnangelegenheiten' a) Da von den An­liegern der Strecke GießenMarburg es als überaus nachteilig empfunden wird, daß in der Zeit von 8.07 N. bis 1.53 N. kem Vcrsonenzug verkehrt, hat die Kammer die Einlegung eines solchen Zuges in Anregung gebracht.

d) Geäußerten Wünschen der beteiligte» Verlehrskreise ent­sprechend hat die Kammer bei der Eisenbahnabteilung des Großh. Ministeriums der Finanzen die Einlegung eines Frühzuges auf der Strecke LichGrünberg befürwortet.

c) Dem Anträge der Handelskammer aus Wiederherstellung des Anschlusses zwischen dem ? 527 der Strecke GießenFulda und dem I) 85 der Strecke Franksnrt/MainBerlin ist seitens der Eisen- bahnvcnvaltnng entsprochen worden.

e) Der von der Kammer beantragten Durchführung des ?521 der Strecke GießenAlsfeld bis Fulda konnte die Eisenbahnver­waltung aus betriebstechnischen Gründen nicht Folge gebe»

f) Die Anwendung des bestehenden Ausnahmetariss für Kar­toffelstärkemehl ist an die Bedingung ciebunden, daß im Fracht­briefe als Empfängerin die Trockenkartosfel-Vertvertungsgcsellschasi angegeben ist. Im Interesse der beteiligten Handelskreise hat die Kammer die Eisenbahnabteilung des Großh. Ministeriums der Fi­nanzen gebeten, ihrerseits daraus hinzuwirken, daß diese ein­schränkende Bestimmung aufgehoben wird.

ff) Der Königlichen Eiscnbahndirektion Frankfurt /Main ist ein Gutachten Wer den Antrag, Hülscnfrüchte in den bestehenden Aus- nahmetarif für Weizen und Roggen einzubeziehcn, erstattet worden.

i) Nach einer Mitteilung der Kgl. Eisenbahndirektton Frank­furt ist der Ausnahmctarif für die Beförderung von Steinkohlen nsw. vom Ruhrbezirk zum Betriebe von Eiscnerzbergwerken usw. vom 1. November 1911 vorläufig um 1 Jahr bis einschließlich 14. Januar 1916 verlängert worden.

k) Infolge des durch die Mobilmachung unterbrockienen Eisen­bahnverkehrs sind viele für das Ausland bestimmte Güter liegen geblieben und ihrem Bestimmungsort nicht zugeführt worden: zum Teil inußten sogar diese liegen gebliebenen Güter deni Ver­sender wieder zngestellt werden. Dadurch sind diesen große Ver­luste durch doppelte Frachtkosten entstanden. Auf Anregung der Kammer ist die Handelskammer Mainz namens des hessischen Handelskammertags bei der Großh. Regierung dahin vorstellig geworden, daß eine teilweise Rückvergütung der Frachten statt- sindet.

l) Im Interesse der Versorgung der deutschen Bedarssstellen mit Rohjute ist mit Gültigkeit vom 7. Dezember ein besonderer Ausnahmctarif für rohe Jute des Spezialtariss II eingeführt worden. Er gilt für Wagenladungen von mindestens 10 t auf Wwerruf, längstens für dir Dauer des Krieges. Die Fracht wird nach den Sätzen des Spezialtariss III berechnet.

m) Der aus Anlaß des Krieges eingeführte Ausnahmetarif für Johannisbrot ist mit Gültigkeit vom 8. Dezember auf Manioka- oder Maniok-Knollen, getrocknet, Rückstände der Stärkegewinnung

aus Maniokaknolle», auch in Scheiben geschnitten oder gemahlen, zu Futtcrzwecken ausgedehnt worden.

6. Postangelegenheiten: a) Ein von der Handels­kammer unterstützter Antrag auf Einführung von 750 gr-Feldpost- briefen ist von dem Reichspostamt mit Rücksicht auf die überaus große Belastung der Feldpost abgelehnt worden:

b) Die Handelskammer hatte die Oesfnung des zweiten Paket­schalters bei dem hiesigen Postanit 2 in Zeiten starken Verkehrs an­geregt: die Postverwaltung hat trotz des großen Beamtenmangels eine Betticksichtigung dieses Wunsches zugesagt.

7. Aus Anlaß des Krieges hat die Handelskammer fortgesetzt eine rege Tätigkeit entfaltet; die behandelten Gegenstände betrafen Eisenbahnangelegenheiten, Fernsprechwesen, Erhebung von Vor­räten gewisser Artikel, Ausstellung von Zeugnissen für Heeres­lieserungen, Fragen des Geld- und Zahlungsverkehrs, Erleichterung der Ein- und Ausfuhr, Ueberwachung ausländischer Unternehmun­gen usw.

Die Handelskammer macht die beteiligten Kreise darauf auf­merksam, daß für die Dauer des Krieges in Berlin, Budapester Straße Nr. 132, ein Bekleidungsbeschaffungsamt er­richtet worden ist, welches den vom I. Februar 1915 ab eintretenden Bedarf an nachstehenden Gegenständen deckt: 1. Tuchen, 2. Leine» und Baumwollstoffen, 3. Heimen, Tschakos, Tsckwpkas, Tornistern, Trageriemen, Patronentaschen, Pistolentaschen, Leibriemen, Säbel- koppcln, Ueberschnallkoppeln, Mantel- und Kochgeschirriemen, Kara­binerhalterriemen, 4. Feldflaschen, Labeslaschcn, Trinkbeck>ern, Koch geschirren, 5. Tressen, Fransen, Portepees, 6. Trikot- und Köper­hemden, Trikotunterhosen, 7. Brotbeuteln, Zeltausrüstungen (mit Zubehör), Zeltzubehörbeuteln, 8. Signalinstrumenten mit Zubehör, 9. Pelzen, Filzschuhen, Fußschutzkapven, 10. warmer Unterkleidung, 11. Packtasche», Kochgeschirrfuttcralen und Reitzeug für Neufor­mationen der Kavallerie. Angebote auf vorangesührte Gegenstände nehmen daher fortan nicht mehr das Kriegsministerium, Beklei­dungsabteilung oder die einzelnen KriegsbeUeidunqsämter an, sondern nur noch das eingangs bezeichnetc Beklechungsbeschaffungs- amt. Die Angebote sind an die zuständige Handels- bezw. Hand­werkskammer zu richten, welche die Weitergabe vermittelt.

Die Handelskammer weist ferner die beteiligten Kreise darauf hin, daß es, um den sehr knappen inlmrdischen Vorrat an I u t e - f ä ck e n im Lande festzuhalten, dringend erwünscht ist, bei Sen­dungen in das Ausland an Stelle der Sackocrpackung eine andere Verpackungsart, z. B. Fässer, Kisten, Körbe u. a. zu wählen. Es kann nicht damit gerechnet werden, daß die Ausfuhr von Jutesäckcn, selbst wenn sie als Umschließung von Waren dienen, weiterhin gestattet wird.

Märkte.

FC. Wiesbaden. Viebhol-Marktbericht vom 16. Tez. Austrieb: Rinder 12t (Ochsen 13s Bullen 14, Kühe und Färsen 97),

Kälber 183, Schafe 42, Schweine 420. Preise für 100 Psd.

Geschäft lebhaft, beinahe geräumt. Lebend- Schlacht-

gewicht.

Qchsen. Mk. Mk.

Doll fleischige, anSgemästete, höchste» Schlacht- wertes inr Alter von 47 Jahren . . . 5154 93100

Junge, fleischige, nicht ausgemästele und ältere

ausgemästele............ 4850 88 93

Bulle».

Dollsteischigc, ansqew. höchsten Schlachtiv. . 4246 7582

Dollfleischige, jüngere......... 3842 6675

Färsen. Kühe.

Vollfleischige, ausgemästele Färsen höchsten

Schlachtwertcs........... 4852 8896

Dollfleischige auSgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren .... 3644 * 6684

Wenig gut entwickelte Färsen...... 4045 7485

Kälber.

Feinste Mastkälber.......... 58-00 9700

Mittlere Mast- und beste Saugkälber . . . 4852 8087

Geringere Mast- und gute Saugkälber. . . 3644 6073

Schafe.

Mastlämmer und Mastkmmmel.... 41,0000,01 86-00

Schweine.

Vollsteischige Schweine von 80 bis 100 kg

Lebendgewicht...........5T68 7374

Vollsteischige Schweine unter 80 hg- Lebendgew. 5556 71-72

Dollfleischige Schweine von 100 bis 120 kg

Lebendgewicht...........5859 7374

Dollfleischige Schweine von 120 bis 150 hg

Lebendgewicht............ 5556 6970

wöchentl. Uebersicht der Todesfälle i. d. Stadt Sichen.

49. Woche. Dom 29. Nov. b>; 5. Dez. 1914. Einwohnerzahl: angenoinnien zu 32 9)0 (tuf(. 1600 Mann Militär). Sterblichkeilsziffer: 4f>,9°/ noch Abzug von 7 Ortsfremden 33,40°:,,.

Kinder

Es starben an: Zusainmen: Erwachsene: im vom

1. Lebensjahr: 2.15. Jahr:

Kindbcttsteber

1 (1)

1 (1)

Lungenentzündung

1

1

Herzleiden

3

3

Schlaqansall

1

1

Krebs

4 (4)

4(4)

Kriegsverletzungen

16 (1)

16 (1)

Ledciisschwach«

1

1

Dlntvergiftiing

KD

1 (1)

Summa:

28 ,7,

27 (7)

1

21 n in.: Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betresscirdeir Krankheit ans von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke komme».

kirchliche Nachrichten.

Israelitische Leligiansgemeiii-e.

Gottesdienst in der Synagoge (Süd-Anlage),

Samstag, den 19. Dezember 1914: Vorabend 4.30 Uhr.

Worgensi 9.00 Uhr. Predigt.

Nachmittags: 3.30 Uhr.

Sabb atau» z an z: 5.20 Uhr.

Israelitische Religionsgesellschast.

Sottesdicnst.

Sabbats eiee am 19. Dezember 1314:

Freitag abend 4.00 Uhr.

Samstag vormittag 8.30 Uhr. Predigt.

Samstag nachmittag 3.30 Uhr.

Sabbat-AuSqang 5.15 Uhr,

WochengotteSdtenst: Morgens 7.10, nachniittags 4.00 Ubr.

Meteorologische Beobachtungen der Ztation Sichen.

Dez.

1914

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Wetter

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SW 2

10

16.1 5

143,6

6 3

6,1

91

SW 2

10

Regen

17

1

1 1

49,8

60

5.7

82

W 2

8

i ii i ii.i ii Höchste Temperatur am 1b. bis 16. Dez. 1914 = 7,3' C.

Niedrigste . . 15. . 16. , 1914 = + 4,7°

Niederschlag: 6,2 mm.

Verantwortlich fürFeuilleton",Gerichtssaal" u,Vermischtes": I. V.: August G o e tz.

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