, 2. Die l ?Tmt3t*rioi>e der derzeitigen Mitglieder des Bezirks» eisen da hnrats Frankfurt-Main erlischt am 31. De- »emder d. Js.; es war deshalb die Neuwahl eines Vertreters der Kammer und eines Ersatzmannes erforderlich. Es wurden ein- stlimUrig Herr Geheimer Kommerzienrat Heichelheim als Vertreter und Herr Kommerzienrat Klingspor als Stellvertreter für die Wahlperiode 1815—1919 wicdergewählt.
3. Nach) Artikel 31 des Handelskammergesetzes sind die Handelskammern verpflichtet, alljährlich dem Großh, Mini- sterium des Innern über ihre Tätigkeit, sowie über die Lage und die Bedürfnisse des Handels und der Industrie zu berichten. Mit Rücksicht auf die Kriegslage sind die Handelskammern für dieses Jahr von dieser Verpflichtung entbunden worden. Hingegen sollen die Handelskammern nach Beendigung des Krieges eine ge- sanrtc Darstellung des wirtschaftlichen Lebens ivährend des Krieges geben. Die Angabe des Zeitpunktes für diesen Bericht hat sich das Ministerium Vorbehalten.
4. Nach Anhörung der beteiligten Kreise und auf Grund eigener Beobachtungen hat die Handelskammer dem Großh, Ministerium des Innern einen sehr eingehenden Bericht über die Wirkungen des Gesetzes betr. die Höchstpreise erstattet.
5. Eisenbahnangelegenheiten' a) Da von den Anliegern der Strecke Gießen—Marburg es als überaus nachteilig empfunden wird, daß in der Zeit von 8.07 N. bis 1.53 N. kem Vcrsonenzug verkehrt, hat die Kammer die Einlegung eines solchen Zuges in Anregung gebracht.
d) Geäußerten Wünschen der beteiligte» Verlehrskreise entsprechend hat die Kammer bei der Eisenbahnabteilung des Großh. Ministeriums der Finanzen die Einlegung eines Frühzuges auf der Strecke Lich—Grünberg befürwortet.
c) Dem Anträge der Handelskammer aus Wiederherstellung des Anschlusses zwischen dem ? 527 der Strecke Gießen—Fulda und dem I) 85 der Strecke Franksnrt/Main—Berlin ist seitens der Eisen- bahnvcnvaltnng entsprochen worden.
e) Der von der Kammer beantragten Durchführung des ?521 der Strecke Gießen—Alsfeld bis Fulda konnte die Eisenbahnverwaltung aus betriebstechnischen Gründen nicht Folge gebe»
f) Die Anwendung des bestehenden Ausnahmetariss für Kartoffelstärkemehl ist an die Bedingung ciebunden, daß im Frachtbriefe als Empfängerin die Trockenkartosfel-Vertvertungsgcsellschasi angegeben ist. Im Interesse der beteiligten Handelskreise hat die Kammer die Eisenbahnabteilung des Großh. Ministeriums der Finanzen gebeten, ihrerseits daraus hinzuwirken, daß diese einschränkende Bestimmung aufgehoben wird.
ff) Der Königlichen Eiscnbahndirektion Frankfurt /Main ist ein Gutachten Wer den Antrag, Hülscnfrüchte in den bestehenden Aus- nahmetarif für Weizen und Roggen einzubeziehcn, erstattet worden.
i) Nach einer Mitteilung der Kgl. Eisenbahndirektton Frankfurt ist der Ausnahmctarif für die Beförderung von Steinkohlen nsw. vom Ruhrbezirk zum Betriebe von Eiscnerzbergwerken usw. vom 1. November 1911 vorläufig um 1 Jahr bis einschließlich 14. Januar 1916 verlängert worden.
k) Infolge des durch die Mobilmachung unterbrockienen Eisenbahnverkehrs sind viele für das Ausland bestimmte Güter liegen geblieben und ihrem Bestimmungsort nicht zugeführt worden: zum Teil inußten sogar diese liegen gebliebenen Güter deni Versender wieder zngestellt werden. Dadurch sind diesen große Verluste durch doppelte Frachtkosten entstanden. Auf Anregung der Kammer ist die Handelskammer Mainz namens des hessischen Handelskammertags bei der Großh. Regierung dahin vorstellig geworden, daß eine teilweise Rückvergütung der Frachten statt- sindet.
l) Im Interesse der Versorgung der deutschen Bedarssstellen mit Rohjute ist mit Gültigkeit vom 7. Dezember ein besonderer Ausnahmctarif für rohe Jute des Spezialtariss II eingeführt worden. Er gilt für Wagenladungen von mindestens 10 t auf Wwerruf, längstens für dir Dauer des Krieges. Die Fracht wird nach den Sätzen des Spezialtariss III berechnet.
m) Der aus Anlaß des Krieges eingeführte Ausnahmetarif für Johannisbrot ist mit Gültigkeit vom 8. Dezember auf Manioka- oder Maniok-Knollen, getrocknet, Rückstände der Stärkegewinnung
aus Maniokaknolle», auch in Scheiben geschnitten oder gemahlen, zu Futtcrzwecken ausgedehnt worden.
6. Postangelegenheiten: a) Ein von der Handelskammer unterstützter Antrag auf Einführung von 750 gr-Feldpost- briefen ist von dem Reichspostamt mit Rücksicht auf die überaus große Belastung der Feldpost abgelehnt worden:
b) Die Handelskammer hatte die Oesfnung des zweiten Paketschalters bei dem hiesigen Postanit 2 in Zeiten starken Verkehrs angeregt: die Postverwaltung hat trotz des großen Beamtenmangels eine Betticksichtigung dieses Wunsches zugesagt.
7. Aus Anlaß des Krieges hat die Handelskammer fortgesetzt eine rege Tätigkeit entfaltet; die behandelten Gegenstände betrafen Eisenbahnangelegenheiten, Fernsprechwesen, Erhebung von Vorräten gewisser Artikel, Ausstellung von Zeugnissen für Heereslieserungen, Fragen des Geld- und Zahlungsverkehrs, Erleichterung der Ein- und Ausfuhr, Ueberwachung ausländischer Unternehmungen usw.
Die Handelskammer macht die beteiligten Kreise darauf aufmerksam, daß für die Dauer des Krieges in Berlin, Budapester Straße Nr. 132, ein Bekleidungsbeschaffungsamt errichtet worden ist, welches den vom I. Februar 1915 ab eintretenden Bedarf an nachstehenden Gegenständen deckt: 1. Tuchen, 2. Leine» und Baumwollstoffen, 3. Heimen, Tschakos, Tsckwpkas, Tornistern, Trageriemen, Patronentaschen, Pistolentaschen, Leibriemen, Säbel- koppcln, Ueberschnallkoppeln, Mantel- und Kochgeschirriemen, Karabinerhalterriemen, 4. Feldflaschen, Labeslaschcn, Trinkbeck>ern, Koch geschirren, 5. Tressen, Fransen, Portepees, 6. Trikot- und Köperhemden, Trikotunterhosen, 7. Brotbeuteln, Zeltausrüstungen (mit Zubehör), Zeltzubehörbeuteln, 8. Signalinstrumenten mit Zubehör, 9. Pelzen, Filzschuhen, Fußschutzkapven, 10. warmer Unterkleidung, 11. Packtasche», Kochgeschirrfuttcralen und Reitzeug für Neuformationen der Kavallerie. Angebote auf vorangesührte Gegenstände nehmen daher fortan nicht mehr das Kriegsministerium, Bekleidungsabteilung oder die einzelnen KriegsbeUeidunqsämter an, sondern nur noch das eingangs bezeichnetc Beklechungsbeschaffungs- amt. Die Angebote sind an die zuständige Handels- bezw. Handwerkskammer zu richten, welche die Weitergabe vermittelt.
Die Handelskammer weist ferner die beteiligten Kreise darauf hin, daß es, um den sehr knappen inlmrdischen Vorrat an I u t e - f ä ck e n im Lande festzuhalten, dringend erwünscht ist, bei Sendungen in das Ausland an Stelle der Sackocrpackung eine andere Verpackungsart, z. B. Fässer, Kisten, Körbe u. a. zu wählen. Es kann nicht damit gerechnet werden, daß die Ausfuhr von Jutesäckcn, selbst wenn sie als Umschließung von Waren dienen, weiterhin gestattet wird.
Märkte.
FC. Wiesbaden. Viebhol-Marktbericht vom 16. Tez. Austrieb: Rinder 12t (Ochsen 13s Bullen 14, Kühe und Färsen 97),
Kälber 183, Schafe 42, Schweine 420. Preise für 100 Psd.
Geschäft lebhaft, beinahe geräumt. Lebend- Schlacht-
gewicht.
Qchsen. Mk. Mk.
Doll fleischige, anSgemästete, höchste» Schlacht- wertes inr Alter von 4—7 Jahren . . . 51—54 93—100
Junge, fleischige, nicht ausgemästele und ältere
ausgemästele............ 48—50 88— 93
Bulle».
Dollsteischigc, ansqew. höchsten Schlachtiv. . 42—46 75—82
Dollfleischige, jüngere......... 38—42 66—75
Färsen. Kühe.
Vollfleischige, ausgemästele Färsen höchsten
Schlachtwertcs........... 48—52 88—96
Dollfleischige auSgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren .... 36 —44 * 66—84
Wenig gut entwickelte Färsen...... 40—45 74—85
Kälber.
Feinste Mastkälber.......... 58-00 97—00
Mittlere Mast- und beste Saugkälber . . . 48—52 80—87
Geringere Mast- und gute Saugkälber. . . 36—44 60—73
Schafe.
Mastlämmer und Mastkmmmel.... 41,00—00,01 86-00
Schweine.
Vollsteischige Schweine von 80 bis 100 kg
Lebendgewicht...........5T—68 73—74
Vollsteischige Schweine unter 80 hg- Lebendgew. 55—56 71-72
Dollfleischige Schweine von 100 bis 120 kg
Lebendgewicht...........58—59 73—74
Dollfleischige Schweine von 120 bis 150 hg
Lebendgewicht............ 55—56 69—70
wöchentl. Uebersicht der Todesfälle i. d. Stadt Sichen.
49. Woche. Dom 29. Nov. b>; 5. Dez. 1914. Einwohnerzahl: angenoinnien zu 32 9)0 (tuf(. 1600 Mann Militär). Sterblichkeilsziffer: 4f>,9°/„„ noch Abzug von 7 Ortsfremden 33,40°:,,.
Kinder
Es starben an: Zusainmen: Erwachsene: im vom
1. Lebensjahr: 2.—15. Jahr:
Kindbcttsteber
1 (1)
1 (1)
—
—
Lungenentzündung
1
1
—
—
Herzleiden
3
3
—
—
Schlaqansall
1
1
—
—
Krebs
4 (4)
4(4)
—
—
Kriegsverletzungen
16 (1)
16 (1)
—
—
Ledciisschwach«
1
—
1
—
Dlntvergiftiing
KD
1 (1)
—
—
Summa:
28 ,7,
27 (7)
1
—
21 n in.: Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betresscirdeir Krankheit ans von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke komme».
kirchliche Nachrichten.
Israelitische Leligiansgemeiii-e.
Gottesdienst in der Synagoge (Süd-Anlage),
Samstag, den 19. Dezember 1914: Vorabend 4.30 Uhr.
Worgensi 9.00 Uhr. Predigt.
Nachmittags: 3.30 Uhr.
Sabb atau» z an z: 5.20 Uhr.
Israelitische Religionsgesellschast.
Sottesdicnst.
Sabbats eiee am 19. Dezember 1314:
Freitag abend 4.00 Uhr.
Samstag vormittag 8.30 Uhr. Predigt.
Samstag nachmittag 3.30 Uhr.
Sabbat-AuSqang 5.15 Uhr,
WochengotteSdtenst: Morgens 7.10, nachniittags 4.00 Ubr.
Meteorologische Beobachtungen der Ztation Sichen.
Dez.
1914
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16.1 5“
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SW 2
10
Regen
17
1
1 1
•49,8
60
5.7
82
W 2
8
i ii i ii.i ii Höchste Temperatur am 1b. bis 16. Dez. 1914 = 7,3' C.
Niedrigste . . 15. . 16. , 1914 = + 4,7° „
Niederschlag: 6,2 mm.
Verantwortlich für „Feuilleton", „Gerichtssaal" u, „Vermischtes": I. V.: August G o e tz.
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