Einzelbild herunterladen

einer 'A-rLcben-Sbrnrcfimst cmgcregt imbe Olime irgCrtbWrttöe:t Bv- tua» dafür mcsühoen su Braten, ortldrt CbersilS, der Briet müsse die Arbeit deutscher Spione (!) sein. DerTemps" weist auf die in Italien auftauäx.-nden .Fricdensgerüchtc lfiu und sagt, die Goamsthsit der fraikzösrschen Nation bleibe von solchen Treibe- ra«cn unberührt Das Entmnsigungswerk der Pessimisten scheitere in Par cs wie in London und Petersburg.

Ter Kaiser.

Berlin, 12. Tez. (WTB Amtlich.) Das Befinden des Kaisers hat sich weiterhin erheblich gebessert. Der Katarrh ist fast ganz beseitigt: die Temperatur ist normal.

Berlin, 12. Dez. (WTB. Nichtaintlich.) Zu der heu­tigen A b e n d t a s e l beim Kaiser waren der Reichs­kanzler »nd Generaloberst v. Kessel geladen.

Berlin, 12. Tcz. (WTB. Amtlich.) Tic aus der spanischen Presse in deutsche Blätter übergcgangene Nachricht, dass S. M. der Kaiser anlässlich des .Heldentodes des Prinzen Leopold v o n B a t t e n b c r g ein Beileidstelegramm an die Königin von Spanien, die Schwester des Prinzen, gerichtet hat. wird be­stätigt. An den König von England ist selbstverständlich ent­gegen der in der ausländischen Presse verbreiteten Annahme kein Telegramm Kaiser Wilhelms ergangen.

Abschiedsworte des Frhrn. v. d. Goltz.

Berlin, 14. Dez. In einem Abschiedsbefehl des Frei­herrn von der Goltz von Belgien vor seiner Wreise nach Konstantinopel heißt es. daß cs gelungen ist, in einem von uns besetzten frenrden Lande selbst in den erregtesten Ta­gen Ruhe und Ordnung ohne Blutvergießen aufrecht zu erhalten. Wörtlich heißt cs dann, laut ^.Berliner Lokal- an jetger":

Ruhmvoll hat ein erheblicher Teil der GouvcrnementstruvVen an der weite der Kameraden von der Feldarmee vor Antwerpen an der Schelde imd an der Bier gefachten und gezeigt, daß der Geist der Väter in ihnen lebt, der znm Siege führen ivird. Un- erfihüttert taten die übrigen den schtveren und oft gefahrvollen Dienst hinter der Armee. Sie haben sich damit ein großes Ver­dienst um das schwer bedrohte Vaterland erworben.

Fuhr. v. d. Goltz in Konstantinopel.

Ko n st a n t inovc l, 13. Tez. (WTB. Nichtamtlich.) Tic Ankunst des Generalseldmarschalls Freihcrrn v. d. Goltz, in dessen Begleitung sich die deutschen Militüratta- chss in Bnarest und Sofia, letzterer ein Sohn des Feld- marschalls, befanden, erfolgte gestern abend 11 Uhr. Aus dem reich mit türkischen und deutschen Fahnen geschmückten Bahnsteig hatten sich hohe Hof-, Militär- und Zivilbehörden eingesunken, u. a. ein besonderer Vertreter des Sultans, ein Vertreter des Thronfolgers, General Liman von Zanders an der Spitze der Militärmission, der österreichische Militär- altachö, ein Vertreter de« Kriegsmiiiisirrs und der Minister des Innern. Außerdem hatten ein Ehrenbataillon und eine Abteilung des StalionsschissesLoreley" mit klingendem Spiel Aufstellung genommen. Namens des deutschen Bot­schafters Freiherrn v. Wangenheim begrüßte Militärattachs v. Laffert den Ankommenden mit Worten herzlichen Will­kommens an der Stätte seines früheren erfolgreichen Wir­kens. Als Vertreter des Flottenchefs sprach Korvettenkapitän Humann. Bei der Einfahrt des Zuges spielte die Kapelle die deutsche und sodann die türkische Nationalhymne. Freiherr v. d. Goltz, der zu seiner großen Freude viele alte Freunde be­grüßen konnte, äußerte, daß es heute gerade neunzehn Jahre seien, daß er den türkischen Dienst verlassen habe. Vom Auto- nwbil kehrte er nochinals zurück, uin^ die Soldaten zu de« grüßen, die ihm lebhaft zujubeltcn. Schließlich erfolgte die Abfahrt durch die freudig erregte Menge.

Zur Begrüßung des Generalseldmarschalls schreibt der Tanin" an leitender Stelle:

Wir sind stolz, den alten Kommandanten der osmanischen Arniee wieder zu enipiangen. Ter ehrwürdige Marschall der tür­kischen und deutschen Armee kehrt unter die alten Wasfengenosseni zurück, die sich zur Rache des alten Unglücks erhoben haben. Dies macht sowohl ihn, als uns glücklich, umlsomehr, als die seinerzeit aus ihn und seine Mitarbeiter sich begrgnzenbe Waffenbrüderschaft nunmehr die Form einer Gemeinschaft angenomlmen Hai, die die Schicksale beider Nationen vereinl.

Batum in Brand geschossen.

Ko n st a ii t i n o P e l, 12. Tcz. lWTB. Nichtamtlich.) Vom türkischen Haupiguarlier wird genicldet, daß der große Kreuzer Sultan I a w ii s S c l i m", der nach russischen Meldungen schwer beschädigt sein sollte, am 10. Dezember Batum in Brand geschossen hat Tie russischen Landbatierien haben ohne Erfolg das Feuer erwidert.

Die englische Spioncnsurcht in Aegypten.

Ko n stau tin o ve l, 14. Tez. WTB. Nichtamtlich.)Ta- ttiit" erfährt, daß die Engländer in Aegypten vor dem Türken eine derartige Angst haben, daß sic überall Spione sehen. In der letzten Zeit wurden zwei türkische Kauftente aus Kreta eingekerkcrt, Entbehrungen ansgesctzt und schließlich ausge­wiesen, da sic für Spione gehalten wurden. IN ihrem Türkcn- lias, gehen die Engländer so weit, in ganz ArgNPicn ein Jügisi- sitronsregime zur Anwendung zu bringen.

Ein Aufstand der Mohammedaner im Kaukasus.

Berlin, 14. Tez. Wie derBerliner Lokalanzeiger" aus Konstantinopel erfährt, hat im Kaukasus ein großerMohammedaner- auistand begonnen. Etwa 5 0 0 0 0 bewaffnete russische Mohammedaner sind zu den Türken übergetreten, um gegen die Bussen zu kämpsen.

Türkische Wcihuachtsgaben.

K o n st a u t i u o v el, 14. Tel. (WTB. Nichtamtlich.) Auch das Komitee der nationalen Verteidigung plant zurzeit des Weih- uachisscstcs Zigaretten an das deutsche und das österreichisch- ungarische Heer zu schicken.

Aus der italienische» Kammer.

^ Rom, 12. Tez. <W. B. Nichtamtlich.) Kammer Gegen Schluß der «Sitzung beautworteic der Minister des Aeußern Sonnino die Anträge wegen eines Zwischenfalles in H o d c i d a , wo der eng­lische Konsul in da» ilalienische Konsulat geflüchtet und dort von türkischen Gendarmen scstgenommen war. Er setzte die Tatsachen oussi-iandcr und erklärte hierzu, daß der in das italienische Konsulat geflüchtete und dort gefangen genommene englische Konsul in der gleichen Nacht mit dem iranzösisäien Konsul iu Arabien in- ternieri wurde. Der italienische Konsul Cecckii erhob bei dem Mali von Jemen Einspruch, mußte jedoch im Konsulat bleiben, wo er von einem bcwanneicn^Poslen bewacht wurde, ohne mit jemandem verkehren zu können. Sobald Sonnino am 20. November d-avon erfuhr, befahl er, dem italienischen SchiffGiuliana" telegraphisch, non Massaua nach Hodcida zu fahren, und sandte unverzüglich ein Telegramm nach Ko n sta n ti nop el, in dem er verlangte, daß der englische Konsul in Freiheit gesetzt und eine össentliche Genugtuung geleistet werde Unterdessen wurde am l. Dezember dem in China sich auihaltenden PanzerkreuzerMarco Paulo" der Befehl gegeben, hcimzukehren und in Massaua anzuholten. um den Umständen ent­sprechend zu handeln.Giuliana" kani am 3. Dezember in Ho- deida an, wo der italienische Konsul sich einschisfte: er erhielt telegraphisch Beseht, alle ihm möglichen Nachrichlen zu geben. Sern Berscht traf am 0. Dezember ei».Taraus," fügte Sonnino lünzu,habe ich sofort »ach Üonstantinovel telegraphiert, indem ich die erfahrenen Einzellieiten aiisührtc und auf einer exemplarischen. Gcnugtmmg bestand. Dir türkische Regierung antwortete

uns am I I Dezember, daß die Verbindungen zwischen Konstanti- nopcl und Hodcida gestört seren. (Unruhe.) Daher könne inan nur schwierig Nachrichten erhallen. Indessen habe man versucht, die ausführlichsten Nachrichten zu bekommen und daraus hingewirki. Ich habe es für richtig gehalten, gestern erneut zu telegraphieren, und heute hat unser Botschafter in Konstantinvpel seine kate­gorische Forderung nach einer sofortigen Gc - nugtuung erneuert. (Sehr gut! Bravo!) Ich iüge dem nichts hinzu, um den schmerzlichen Zwisckiensall nicht zu verschlim­mern, da ich keinen Grund habe zu glauben, daß die türkische >ste- gierung sich mit den Ucbergrissen und Tätlichkeiten der örtlichen Behörden solidarisch erklären will, und ich luabt glaube, daß sie uns gegenüber dieser klar zutage liegenden VerleMng der Kapitulations- rechtc keine Genugtuung geben will." (Lebhafte Zustimmung.)

Cappa dankte Somuiro und sagte:Es ist sicher, daß die Regierung die schuldige Genugtuung fordern wird. Tie Kamnier muß laut belräftigen, daß Italien auf keinen Fall geneigt ser, Demütigungen hinzunchmen, und daß es bestimmt wünscht, daß unter den gegenwärtigen Umständen seine Ehre mti> seine Würde hochgehalten werden." (Lebhafter Beifall.) Gallenga erllärte, cs sei sicher, daß. die Regierung von der Pforte die schuldigen! Erklärungen verlangen werbe. «Lebhafter Beifall.) Rainers wünschte den Männern, die in diesen so schwierigen Augenblicken mit so großer Gerablpir und so hohem Veranttvortmrgsgesühl das Land regierten, daß die Ereignisse ihrem' Handeln zum Glück und zur Größe des Landes günstig scfti möchten. (Lebhafte Zustim­mung. Er schloß, mit den Worten:Es ist unser aller sehnlichster Wunsch, daß der Haß unter den kriegführenden Völkern bald er­löschen und Italiens unverjährbarc Bestimmungen ihre Aner­kennung finden möchten (Sehr lebhafte Zustimmung und Bestall) und das Parlament beruhigt seine Arbeiten wieder aufnehnreii! und sich den Werken der Zivilisation und des Friedens tvidmen kann." (Langauhaltender Beifall.)

Präsident M a r c o r a schloß sich den Wünschen Raineris an, besonders dem, daaß Italien auch ein Friedenswort mit Würde sagen könne (Sehr lebhafte Zustimmung) und drückte die Hossnuitg aus, daß das Land sich immer der jetzigen Opfer und Schwierigkeiten erinnern möge, die es jederzeit ht vollkom­mener Eintracht wieder aus sich jat nehmen bereit sei. Es lebe J'talicu! (Sehr lebhafter Beifall. Die Abgeordneten erheben sich mit dem Ruse: Es lebe Italien!)

Ministerpräsident Salandra ergriff daraus das Wort, dankte Raineri und Marcora für die wohlwollende Würdigung der Tätigkeit und der Absichten der Regierung und fuhr dann fort: ,Z.ch nehme von ganzem Herzen den soeben ausgesprochenen Wunsch an. ivcit es ein Wunsch nicht fiir die Regierung, sondern für Pas Vaterland ist, (Sehr gut! «Bravo!). Damit # sich der Wunsch Mülle, ist die nationale Eintracht, die immer die Herzen der Abgeordneten hewegt, notwendig. 'Ter nationale Geist Jia- latiens ist einmütig, und weil er das ist, wiederhole ich im Namen des Landes den Ruf: Es lebe Italien!" (Sehr lebhafter, anhal­tender Beifall, wiederholter Ruf: Es lebe Italien!) Tie Kammer vertagt sich daraus bis zmn 18. Februar.

Eine rumänische Mission in Rom und Paris.

Genf, 13. Dez. Nach einer Pariser Meldung soll eine rirmünische Mission, bestehend- aus bedeutenden Politikern, darunter dem Prinzen Bibesco und dem Oberst Bideano, vom Kriegsministerium, von Rumänien nach Rom und Paris abgereist sein. , ,

Aus Portugal.

Lissabon, 14. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Das neue Ka- ' 5 i n e 11 wurde folgendermaßen gebildet: Vorsitz und Marine: Coutinhv, Krieg: Veroeira Albuauergue, Inneres: Alexandro Braga, Justiz: Barboza Magelhaes, Finanzen und Aeußeres: Augusts Suarez, Unterrccht: Ferreira Simas, Oefientliche Arbeiten: Luira Bastos, Kolonien: Rodriguez Gaspar. Das Kabinett, welches aus Anhängern Alsonso Castros besteht, wird die Politik des vorigen Kabinettes bezgl, der Jmervention Portugals be­folgen und das Bündnis mit England aufrechterhalten. Das spanische Parlament für strengste Neutralität.

Madrid, 12, Dez, (NLsB. Nichtamtlich.) Während der Parlamentsdebatte über dieLösungder Minister- krisis haben Kammer und- Senat sich einmütig fiir Wah­rung strengster Neutralität ausgesprochen.

Japanische Hilfe bei den Falklandsinseln.

Berlin, 12. Dez. DieBoss. Ztg." meldet aus Amster­dam: Reuter meldet aus London:Der japanische Ma­rineminister hat Churchill die Glückwünsche der japani­schen Flotte zu dem englischen Seesieg telegraphiert, worauf Churchill antwortete:Daß. das britische Geschwader die Deutschen entscheidend schlagen konnte, verdankt es zum großen Teil ider kräftigen und unschätzbaren Hilfe der japanischen Flotte. Die Deutschen sind jetzt aus dem Osten vertrieben. Die Rückkehr soll schwer und gefährlich für sie sein." Churchill dankte auch im Namen der englischen und australischen Flotten für die Hilfe Japans.

Laut amtlicher Reutermeldiung aus London betragen die Verluste der Engländer in der Schlacht bei den Falklands-Jnseln vier Tote und sieben Verwundete ans Mannschaftskreisen. Offiziere sollen weder verwimdet noch getötet worden sein.

Auch englische Schiffe verloren?

Berlin, 12. Dez. Aus dem Haag geht derTäglichen Rundschau" folgender Bericht zu. Nach einer Rantermeldnng herrschte Donnerstag lmittojg im Kriegs Hafen von Dover große Aufregung, da lebhaftes Geschütz- f e u e r ertönte. Die englische Admiralität lehnt es ab, nähere Auskunft zn erteilen. '(S&eni'o will die Admiralität alle Einzelheiten über die Vernichtung der vier deutschen Kreuzer zgirückhal ten. Privat­depeschen zufolge wächst die Befürchtung in England, daß auch die englische Flotte Schiffe in diesem Kampfe ver­loren hat. Zu dieser Befürchtung trägt sehr viel eine Mel­dung derWestminster Gazette" bei, die besagt, daß, die Admiralität voraussichtlich bis znm Ende des Krieges die Namen der englischen Schisse und die Zusammensetzung des Falklandsinsel-Geschwaders nicht veröffentlichen wird.

Der englische Gencralstabschef.

London, 12. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Tie Ernen­nung des Generalleutnants Sir James Wolf Murray znm Generalstabschef wird amtlich mitgeteilt.

Ter Rücktritt des Pizekänigs von Irland.

(Ctr. Bln.) Aus Amsterdam meldet dieB. Z.": Der Vizekönig vo nJrland, der Earl of Aberdeen, hat seinen Rücktritt eingereicht, der angenommen wurde. Er dürste Dublin im Februar verlassen. Sein Rücktritt wird auch bereit? amtlich bestätigt. Nach dieser Darstellung erfolgte er aus privaten Gründen. In Wirklichkeit hängt er selbst­redend mit dem wachsenden Aufruhr in Irland zusammen, dessen der Bizekönig nicht Herr werden komrte.

Amerikas Neutralität.

Washington, 13. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Das Auswärtige Amt in Washington hat folgende Erklärung de« Staatssekretärs veröffentlicht: Als das Aus­wärtige Amt Rachrickiit erhielt, daß die Fore River Com­panie den Bau einer Anzahl von Unterseeboten für einen der Verbündeten plane, wurden Nachforschun­gen angestellt, um die Tatsache sestzustellen. Aus Grund dieser Nachforschungen sprach Herr Schwab mit seinem Rechtsbeistaudc in der vorigen Woche im Auswärtigen Amt

vor und setzte dem Amt auseinander, was seine Aeselv- schüft beabsichtige. Er legte dar, daß er vor Uebernahme

des Auftrages sich die Gutachten einer Reihe von Völkcr- rcchtslundigen und RcchtSgelehrten gesickert habe, und sich innerhalb der durch diese abgegrcnzte Erfordernisse der Neutralität halte. Ich teilte ihm mit, daß der Präsident aus Grund bereits erhaltener Insorniationcn die Ausfüh­rung des Auftrages als eine Verletzung d c r N c n t r a - lität ansehe, sagte ihm aber, daß ich seine Darlegungen dem Präsidenten mitteilen und ihm eine endgültige Ant­wort am Freitag geben würde. Ich hatte eine Konferenz mit dem Präsidenten und er beauftragte mich, Herrn Schwab mitzuteilen, daß seine Erklärungen ihn nur in seiner früheren Ansicht bestärkten, daß die Untersee­boote nicht gebaut werden dürften. Wenige Mi­nuten nach meiner Rückkehr aus dem Weißen Hause rief mich Herr Schiwäb von auswärts an und sagte mir, daß er sich der Ansicht des Präsidenten in der Angelegenheit unter­werfe und daß ich bekanntgeben könne, daß seine Firma leine Unterseeboote für irgend einen kriegführenden Staat zur Ablieferung während des Krieges bauen werde. Bryan, Staalssekretär.

Aus dieser Darstellung ist zn ersehen, daß in den Ver­einigten Staaten keine Unterseeboote zur Ablieferung an einen kriegführenden Staat während der Dauer des Krieges gebaut werden. Es ist zu hoffen, daß die Entscheidung in diesem Falle jede weitere Auseinandersetzung über Schiffs­bauten in den Bereinigten Staaten verhindern wird.

Au§ dem Reiche.

Eine Rede des Königs von Bayern.

München, 13. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Heute vor- mittag brachten die von verschiedenen Turnvereinen ge­bildeten Land st urm- Turnerriegen dem König vor dem Wittelsbacher Palais eine Huldigung dar. Nachdem der König die Front der rund 1600 Mann umfassenden vier Kompagnien abgeschritten hatte, richtete der Führer der Landsturinturncr, Oberst z. D. Spindler, eine Ansprache an den König, welche mit begeisterten Hochrufen auf Seine Ma­jestät endete. Nach der von den Turnern unter Musikbeglei­tung gesungenen Königshymne begrüßte Seine Majestät der König die Landsturmturner in einer Ansprache, in welcher er u. a. ausführte:

Der Gedanke, der zur Errichtung von Land sturnrtu rrtemege» geführt hat. gründet sich ans die feste Entschlossenheit des ganzen deutschen Volles, den schwerün Kampf, den unsere Feinde uns ausgczwungen, mit allen Mitteln dnrchzusühren bis M einem!' glücklichen Erfolge. Die Zeit ist schwer und ernst, es ist aber auch eine ruhmreiche Zeit. Tenn wo immer im Osten imd Westen und' aus dem Ozean Deutsche kämpften, haben sie sich mit Ehre und Ruhm bedeckt. Eine ganz besoichcre Freude ist es Mir zu höre«, daß überall sveziell die Bayern den. guten Ruß den sie seft tau­send Jahren haben, aus das glänzendste bewährten. Es ist mög­lich, daß auch Sie noch berufen werden, vor denAeind zu kommen. Es ist daher eine schöne Tai, daß,«Sic, daß «re jetzt noch nick« zum Dienst unter der Masse berufen waren, sich zusammengesunden haben, um sich sreiwilltg vorzubereiten ans die Stünde, in der noch an weitere Kreise der Ruf zu den Fahnen ergehen kann. Es freut mich, daß das alte Turnwesen, daS in schwerer Zdit ge­gründet worden ist, und Ich würfe zu Meinem Bedauert!! sagen, in den letzten Jahren durch dein übertrrcbeuen Sport, der nicht aus Deutschland kommt, immer mehr in den Hintergründ! gedrängt zu werden scheint wieder aufleOt, und daß die Tur­ner, wie sie in der crsteln Zeit der Turnereii und in allen ZefteN ihren Mann gestellt haben, auch jetzt sich bereit finden, mit Freu­den in den Dienst des Vaterlandes zu treten. Es ist ein schwerer Kamps, den wir sühren. Wir sichren ihn nahezu gegen die ganz« Welt. Aber alle deutschen Fürsten und Seche Majestät der Kaiser an der Spitze und das ganze deui-scktt Volk ohne llnteö- schied des Standes, der Religion, der Parteien, von arm und reich, sind aufgestanden und kämpfen sür das Vaterland. Schwer sinh die blusigen Opser, die der gewaltige Kamps dem deutschen Volk«! schon auserlegt hat. Aber sie sollen nicht umsonst dargckiracht sech. Sie festigen unseren Willen, durchzuhalten bis zur Erreichung eines Zieles, das solche Opfer wert ist. Dieses Ziel kann nirr ein Friede sech, der uns ech« sichere dauernde Gewähr dafür ver- schafit, daß das deutsche Volk wieder ungestört von fiemder Miß­gunst wefter arbeiten kann au scmer wirtschaftlichen Erhaltung imd an der Pflege kulsiireller Güter. Damit Gott bewlslen!

Nach dem Vorbeimarsch der Landsturmturner ließ sich S. M. der König durch Leutnant Grafen Moy vom Jnsante- rie-Leib-Regiment die Führer der verschiedenen Turnerriegen vorstellen und unterhielt sich mit jedem in leutseligen Worten.

Berlin, 13. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Ein Kriegs- ausschußsür Konsumenteninteressen ist am 13. De­zember ins Leben getreten und hat seine Gründung dem Reichs­kanzler angezeigt. Tie Gewerffchaften und Arbeitervereine aller Richtungen, die großen Verbände der Konsumvereine und die beiden Privatangestellteirverbände, die größten Beamtcuorganisotionen ha­ben bereits ihren Beitritt erklärt. Es gehören dem iiriegsausschuß außerdem auch an das Bureau für Sozialvolisik, der deutsche Ver­ein fiir Armenvftege und Wohliätigkeft, der deutsche Käusertmut» imd der Bund deutscher Fraueuvereine. Schon heMe stehen hmtrr der Bewegung Verbände mit über 6 Millionen Mitgliederu, die mit ihreo Angehörigen mindestens 15 Millionen KonsumeMen dar- stcllcn. Ms nächste Ausgabe hat sich der Ausschuß gesetzt, eine Sammel- und üluskunstsstelle sür alle Fragen der Volksernährung und des Massenbedarfs zu errichten, die .Konju- sumenten aufzullären und zu einem vernünfttgen Verbrauch aller Vorräte zu veranlassen, den Behörden, Parlamenten und der Oes- feMlichkeit als Sachverständigen-Vertresimg der Konsumenten tätig zu sein und gegen ungerechtfersigie Preistreibereien sowie gegen Kriegswucher in jeder Form aufzutreten. Die vorläufige Adrcffe des Kriegsausschusses sür Konsum«MeniMeresse ist Berlin IV. 30, NoUendorsstraße 29/30, II. Stockwerk.

D i e ferpreise. Wie das Wolff-Burrau von gut unterrichteter Seit« hört, werden die monatlichen Zuschläge zu den Liaserpreisen, die in der Bundesratsverordnung über die Höchstpreise für Hafer festgesetzt worden sind, in Kürze . durch den Bundesrat aufgehoben iverden, weil diese sogenmrn- ' ten Reports sich als unzivcckmäßig erwiesen haben. Die Haferbesitzer werden daher gut tun, ihre Hafcrvorräte mög­lichst bald dem Markte zuzusülsrcn, da sie sonst nur die Zinsen verlieren und für alle Mühe und Kosten keinen Ersatz im Haserpreis erhalten, die sie für die gute Konservierung des Hafers aufwenden müssen.

Ar«» Stadt «ndattb,

Gießen, 14. Dezember 1914.

** Kreiskomitcc für Rotes Kreuz und Kriegshilfe. Nach Mitteilung des Kreiskomitees sind in der Zeit vom 11. November bcs 10. Dezember 1914 aus folgenden Gemeirrden die beistehendcn Beträge an den Kreis- kasserechner abgeliesert und. von diesem «mi den Landcsvercin vom Roten Kreuz in Darmstadi überwiesen worden: Anne­rod 112 Mk., Garbcnteich 50, Hungen 533.50, LangSdors 494.40, Lauter 30, Queckborn 60, Rabertshausen mit Rin­gelshansen 92, lltplse 60, insgesanii 1431.90 Mk. Unter Einrechniing der bisher bereit? abgeliefertcn Gelder ist hier­nach bis jetzt an« den Land g c m c i n d c n d e S K reifes Gießen der Betrag von 39 547.86 Mk. an den Lande«-