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Seaflß bekannt. Acht ist cs dem italienischen Gelehrten gelungen, ein neues echtes Meisterwerk der Irivchischen fltanft scstziistellcn. Es handelt sich um eine prächtige Statue dllexanders des Großen, dir in diesen Tilgen aus Stücken, die an denselben Orten in Kyrenc iure dir andern drei Statuen gefunden wurden, zusammengesetzt worden ist. Die Statue in sehr gut erhaltenem panschen Marmor ist 2,30 Meter [jodt. Alexander ist aufrecht stehend dargrstrM, vollständig nackt, prachtvoll in seiner kraitvollen Schön­heit, mit einenr Gesicht von masestätischer Würde, Ter eindrucks­vollen Figur fehlen mir die Arme: wal>rscheintich hielt er in der rineii Hand das Szepter, in der andern Hand eine Lanze. Aber auch in seiner unvollständigen Erhaltung ist das Werk von höch­stem Werte und übertrifft noch die berühnrte Venus, Während diese mit einem Preise von 250 000 Lire angesetzt wurde, ist die Statue Alexanders des Großen mit 400000 Lire im Inventar oerzoichwet.

vüchertisch.

Speinanns Kalender. SpemannS Alpen» Kalender 1915 (2 Mk., Verlag Spemann, Stuttgart) erschien soeben in bekannt vorzüglicher Ausstattung, Das Bilderniaterial ist mit großer Sorgsalt nnsgewäblt. Textlich enthält der schöne »ud empfehlenswerte Kalender nützliche Hinweise »nd Ratschläge iür jeden Berqireund. Speinanns Kunst-Kalender, der sich in kunstliebenden Kreisen srenndlichste Sympathien erworben hat, erschien soeben iür 1915 im 18. Jahrgang. (Preis ebenlalls 2 Mk.) Neben den allen Meistern dringt der mit gutein Geschmack und Sorgsalt redigierte Kalender zahlreiche Reproduktioiien hervor­ragender lebender Künstler, Der Kalender verdient seine große Verbreitung,

Cingcfandt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung,)

Auszahlung von Quartirrgeld und Weihnachtsfest,

Die maßgeblichen Stellen würden sich sicherlich den Dank weiter Kreise erwerben, wenn sie veranlassen loollten, daß die Einguartierungsgelder für die Zeit vom 1, November bis wenigstens 15, November noch vor Weihnachten ausbezahlt werden.

Es sind doch sehr viele Leute, die auf das Geld rechnen und ihre Mittel, mit denen sie ihren Lieben eine Weihnachtssrcude machen wollten, für Verpflegung der Einquartierung ausgewandt habe». ^

Lumdamühlen und Mahllohn.

Ich mochte die Oeffentlichkeit aufmerksam machen aus einen Mißstand, der bei einem Teil der Luindamühlen ausgekommen ist, das sogen.Molkern". Das Möllern ist eine Vezahlungs- art des Landwirts an den Müller für das Herstellen von Mahl­gut aus Getreide, d. h. der Müller dohäjlt sür sich einen Deik von dem ihm zur Vermahlung übergevenen Getreide als seinen Lohn. Diese Art Zahlungsweise, überkommen ans der Zeit der Naturalienwirtschast, paßt in unsere Zeit der reinen Geldwirt- schast nicht mehr hinein und sollte von den reellen Müllern sowohl als deren Kundschaft als überlebt abgeschasst werden. Der Müller hat für seine Arbeit Anspruch aus einen bestimmten Lohn, welcher nnc bei allen übrigen Handwerkern in Geld zu bestehen hat. Der Landwirt hat Anspruch daraus, daß er weiß, welchen Lohn er iür die Vermahlung eines bcstinrmtrn Quantums Getreide zu bezahlen hat. Schon im Interesse einer geordneten Buchführung beim Müller sowohl als beim Landwirt ist dieses dringend geboten. Seit längeren Jahren sind deshalb auch allmählich viele Bäcker und Landwirte zur Barzahlung anstatt des MolternS überge- gangeu 'Der Mahlpreis pro 100 Kilogramm Korn betrug für den Bäcker, der geioöhnlich ein größeres Quantum vermahlen ließ, 1,50 Mk., für den Landwirt bei gewöhnlich nur einem Sack 2 Mk. Dieser Preis entsprach ungefähr einem Moltcr von 24

Pfund aus 200 Pfund Korn bei einem Durchschnittspreis von 7 bis 8 Psg. pro Pfund. Diese Bezahlung von 2 Mk. pro 100 Kilogramm (200 Pfund) für Vermahlung wird gewiß von keinem Fachmann als schlecht bezeichnet werden können. Seitdem nun durch den Krieg die Kornpreise in die Höhe gegangen sind, haben die Müller der hiesigen Gegend beschlossen, wie ich von einem Müller zu meinem Schaden erfuhr, daß keine Barzahlung für das Mahlen mehr angenommen, sondern nur noch gemöllert wird. Der Hergang der Sache, durch welchen ich von dein Be­schlüsse der Müller Kenntnis erhielt, ist folgender: Ich übergab dem Knecht des betreffenden Müllers 100 Kilogramm sehr gut gereinigtes Korn (Roggen) init deni Bemerken, daß ich nicht ge­molken haben, sondern bar bezahlen wolle. Als ich nach einigen! Tagen das Mahlgut zurück erhielt, trug ich nach dem Mahllohn. Der Uebcrbringcr teilte mir mit, daß durch Beschluß der Müller nicht mehr in bar bezahlt werden könne. Ich wog alsdann das mir noch verbliebene Mahlgut nach. Es waren 120 Pfund Mehl und 48 Pfund Kleie. Es! waren somit gemöllert 20 Pfund Mehl 5 17 Psg. 3.40 Mk. und 12 Pfund Kleie ä 8 Psg. 96 Pfennig, zns. 4,36 Mk. Der Müller halte sich also 16 Prozent des Mahlgutes einbehalten. In früheren Jahren betrug der Mal­ter nur 12 Prozent bei einem Kornprcis von 14 Mk. und darun­ter, jetzt 16 Prozent bei einem Kornpreis von über 24 Mk. pro 100 Kilogramm. Es wäre sehr zu wünschen, daß unsere Regie­rung eine Bezahlungsart für das Vermahlen von Getreide sest- fctzte, welche beiden Teilen gerecht würde. Sollte aber in dieser Hinsicht von der Regierung nichts unternommen werden, so ver­bliebe nur der weit schwierigere Weg des genossenschaftlichen Zusammenschlusses der interessierten Landwirte zum Zweck der Abschassung der Mölleret und der Festsetzung eines ent­sprechend gerechtfertigten Mahllohnrs.

Ein Landwirt.

Amtlicher Wetterbericht.

Oeffcntlicher Wetterdien st, Gießen. Wetteraussichtcn in Hessen am Donnerstag, den 10. Dez. 1911 :

Bedeckt, zeilweise Niederschläge, südliche Winde, mild.

Letzte Nachrichten.

Aus dem Westen.

Berlin, 9. Dez. Wie demBerliner Lokalanzeiger" aus Rotterdam gemeldet wird, warf ein deutscher Flieger am Sonntag Bomben aus H a z e b r o u ck ; 16 Personen wurden ge­tötet oder verwundet. Der französische Kriegsminister Mille­rand erließ, um dem empfindlichen Mangel an Offizieren abzuhelscn. einen Befehl, demzufolge gut veranlagte Soldaten der jüngsten Jahrgänge nach ganz kurzem Dienst als Unteroffiziere zu Offizieren ernannt werden könnten.

Der Küstenkampf.

Magdeburg, 8. Dez. DieMagd. Ztg." schreibt: Es kann nicht bezweifelt werden, daß die deutschen Geschütze der englischen Kriegsflotte im Kanal schwere Verluste zugefügt haben. Dies beweist die fortwährende Anschwemmung zahlreicher englischer Leichen an der hollän­disch-belgischen Küste. Bisher sind in Belgien allein über hundert Leichen geborgen worden. Täglich werden neue gelandet. Man schließt daraus, daß die deutschen Geschütze große Verheerungen auf den englischen Kriegsschiffen ange­richtet haben.

Milde Witterung in Ostpreußen.

Berlin, 9. Dez. In ganz Ostpreußen trat gestern laut ,Mrl. Tagebl." «ine ungewöhnlich Milde Witterung ein.

Ein Unfall in Dresden.

Berlin, 9. Dey. In Dresden wurde bei einem Zw- sammenftoß zwischen einem Kraftwagen der Luststhiffevabteilnng

und einem Stvahcnbatznwagen letzterer nebst Anhängewagen aus den Schienen gehoben und mngeworsen. Von den Insassen des Autos wurden Tr. Littmunn von der Wetterstation des Flug­platzes sofort getötet und ein Oberleutnant sehr schwer verletzt.

Dir russischen Verluste.

Wien, 9. Dez. Der Kriegsberichterstatter derNeuen Fr. Presse" rechnet bei Ueberprüsung der Angaben der Offiziers- Verluste, die imRnßkoje Invalid" mitgeteilt sind, aus, daß die Russen bis zum 4. Dezember etwa 60000 Offi­ziere verloren haben. Im Verhältnis dazu müssen die Ge- samtverluste, niedrig gerechnet, 22>> Millionen Mann betragen. Ti« Verhältniszahl der russischen Offiziere zu dn Mannschaft entspricht in dieser iltechnung den Kriegen von 1866 und 1870.

Bulgarische Beschwerden gegen Rumänien.

Sofia, 8. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Die bulgarische Presse protestiert in lebhafter Weite gegen das bureaukratischeÄor- gehcn der rumänischen Behörden, die gegen >edesRecht die Einfuhr für Bulgarien besttmmter Waren durch Rumänien hin­dern. Ta sogar die kriegführenden Mächte den Handel zwischen neutralen Ländern respektieren, kann sich Bulgarien das Verhalten Rumäniens nicht erklären, das ein Beweis bizarrer Auffassung hinsichllich der Beobachttmg internationaler Pslichteir gibt.

Die Finanzlage Bulgariens.

Sofia, 8. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) In der Sobranjc unterbreitete der Finanzminister das Budget und legte die finan­zielle und wirtschaftliche Lage des Landes dar, das unter den Rückwirkungen des europäischen Krieges leide. Infolge des Krieges weise das Budget des laufenden Jahres ein leichtes Defizit auj. Diesem werde durch die Einführung einiger neuer Steuern begegnet werden, unter denen sich insbesondere die Steuer auf die Ausmhr von Zerealien befind«.

HuuLerttauscnd Mann englische Verluste.

A m st e r d a m, 8. Dez. Oberst Repington, der Militärkritiker derTimes", schätzt die englischen Verluste in Flandern an Toten, Verwundeten und Vermißten a u s 100 000 Mann. Dies würde um 20 000 Köpfe höher sein, als die ursprüngliche Stärke des englischen Expeditionskorps betrug.

Amerika und England.

London, 8. Tetz. (MDB. Nichtamtlich.) DieTimes" melden aus Washington: Es sind Anzeichen vorhanden, daß die Kongrcßtagung außerordentlich wichttg sein wird, da ein gcwalttger Angriff aus 'die englische Konterbande-Politik erwartet wird. Auch beabsichtige Wilson rin Gesetz einzubringen, das die amerikanische Regierung ermächtigt, die deutschen Handelsschiffe auszukaufen, die in New Jork liegen. Man erwartet scharfe Debatten, da der Plan als ungesund bezeichnet wird.

Das eroberungssüchtige Japan.

Genf, 9.Dez. Nach einer Privatmeldung aus Tokio erfährt der Schlußsatz der kaiserlichen Botschaft an die Volksvertretung, daß Japan noch Militärische Auf­gaben während dieses Krieges zu erfüllen habe, seitens der höheren Kreise die Deutung, daß Japan seine Hoffnung, Jndochina zu gewinnen, nicht aufgegeben habe. Wäre ein gütliches Abkommen mit Frankreich unmöglich, so würde Japan zu anderen Mitteln greifen.

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Die Universität hat die Veranstaltung des Vortrages übernommen und hofft im Hinblick auf den wohltätigen Zweck auf regen Besuch. Der Rektor: SOMMER.

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morgen Donnerstag, den 10. Dezember, abends 8 Uhr, im Rest.Znm Felsenkeller", Bahnhosstr.

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