Ausgabe 
2.12.1914
 
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Deckbett- und Ktssenbezügc, 9 Taschentücher, Scharpie, Watte und Zeitschriften. Außerdem wurde das Lazarett in Hun­gen reichlich mit Nahrungsmitteln, wie «Leer, Wurst, Schin­ken, Obst, Bienenhonig, tzlelee usw. versehen. Am 18. No­vember ging an die in Not geratene Grenzbevölkerurrg Elsaß-Lothringens ein Daqgon mit Kartoffeln und <venru.se aus hiesiger Gemeinde ab.

Kreis Alsfeld.

X Alsfeld, 1. Tez. In Anwesenheit von Bettretern der cbersten Kirchen- und Baubehörden, zahlreicher geladener Gäste und der evangelischen Krrchenqemeinde iand in dem Bdveirtgotlesüicnst am Sonntag, wie schon kurz mitgtteilt, die seierliche Weihe des iriederbergestellten G o t t e s h a u s e s statt. Es ist durch den Gros;« herzoglichen Regicrungsbaumeister F. Kuhlmannzu Gießen in lünftlettsch vollendtter Weise ttnovictt worden und bildet nun­mehr eine Zierde der Stadt Alsseld. Ter Weihcgotlesdicnst wurde von dem GesangvereinLiederkranz" mit dem GesangHör uns, Gott, Herr der Wett" erösintt. Tie Kerberede hielt der Supettnten- dent der Provinz Oberhessen Geh. Obcrkvnsistorialrat D. Peter- s e n aus Tarmstadl über Osscnbarung Johannes l, 8. Nach der Weihe des neuen schönen Gotteshauses wurde die von der Firma Förster und Nikolaus in Lick neuerbaute große Orgel *35 Register) zum erstenmal im Gottesdienst gespielt. Sie ist eine Stiftung des Alsfeld« KirchenbauvercinS. In längerem Spiel, Ehoralvattationen über das ThemaO Gott, du frommer Gott" von Johann Sebastian Bach, zeigte der Organist Rcallchrer T o t t e r die Schönheiten des nericn Orgelwerkes. Nach dem Ge- sange des Vereins ,Liederkranz" kam die Gemeinde mit dem Choral Lobe den Hettcn, o meine Seele" zu Wott. Die Frstpttdigt hielt Tekan Saucrwein über Psalm 26:Sxrt ich habe lieb die

Stäkte deines Hauses und den Ott da deine Ehtt ivohnet." Ter evangelische Kircheiigesangvncin unrcr Leitung von Lehrer Becker trug nach der Predigt den Bachschcn ChoralsatzDir, dir, Jehova, lüiit ich singen" vor. Gebet und Vaterunser wurden von dem 2. Geistlichen, Psarrverwalter Steiner, gesprochen. Die Ge­meinde sang daran anschließend den ChoralNun danket alle Gott". Nach dem Segen, den Superindcntcnh D. Petersen sprach, schloß die volle Orgel mit der Bachschen Choralbcarbcitung zuUnfern 'Ausgang segne Gott" die eindrucksvolle Feier ab. Im Anschluß an den Gottesdienst wurde die Kirche von der Gemeinde besichtigt. Tic einzelnen Arbeiten sind mit Verständnis und Fleiß ausgcsührt. Tie Ausmalung ver Kirche wurde von Künstlerhänden stilgerecht und schön qeschasfen. Eine besondere Zierde des Gotteshauses ist das alle Altarbild aus der Zeit um 1435. Es befand sich bisher im Schlosse zu Darmstadt. An Stelle der alten, schönen Kanzel vom Jahre 1618, die bekanntlich verbrannt ist, tritt vorerst eine Not- kanzel. In dem Abendgottesdienst hatte man auch Gelegenheit, die wirkungsvolle neue Kircbenbeleuchtung kennen zu lernen. Dampf­heizung besitzt dos Gotteshaus schon seit längerer Zeit. Mit Rück­sicht auf den Ernst der Zeit hatte man von jeder weltlichen Nachfeier abgesehen. Die Stadt Alsseld besitzt mit dem ncuhergestellten Gotteshaus ein Bamverk, auf das sie voll Stolz blicken kann. Die schön wiederhergrstellte Kirche macht ihrem Baumeister Kühl mann alle Ehre.

Kreis Büdingen.

d Büdingen, I, Dez. Die Bäcker-ZwangSinnniig lür den Kreis Büdingen beschloß, nur »och das sogenannte Kriegs­brot, aus Rogqenmrhl u»d Kartofselmehlzusatz bestehend, zu hacken. Das Pierpftmddrot wird z»in Einheitspreise von 60 Piq. vcrkauit. I», Alter von Sb Jahren starb hier der Großh Kreisarzt Mcdizinalrat Dr. O. Wi ebner.

- * - Hessen-Nassau.

h. Frankfurt a. AI., i. Dez. In der heute abgehaltenen Stadtoerordnetenversammliing ividmet« JustizratDr. Friedlcben dem gefallene» Stadtverordneten Fritz v. L a s a u l x nne» Nachruf, in dem er ihn als vorzüglichen Kollege» und Mensche», der keine Feinde besaß, schilderte. Dann bewilligte inan für die Erweiterung Ve8 städtische» Krankenhauses 2 5 0000 ijl ark. Ter Ban der großen Fortbildungsschule in Bockcuheini, sür den etwa 800000 Mark onfgewendcl werden solle», wurde vorläufig znrückgestellt. ?Iuf eine 'Anträge über die Beteiligung der Lehrkräite am Kttcge teilte Schulrat Ziehe» mit, daß von.180 höheren Lehrern 108, von 213 'Mittclschnllehrern 82, von 738 Bolksschullchrcr» 288 »nd von 88 Fachlehrern 20 im Felde >Iehe». Zum Ersatz für diele sind 178 Privallehrrr, penstoniertc Lehrer, ehemalige Lehrerinnen und Ib Flüchtlinge heraiigezogc» morden. Ei,«gegen dem Verlange» der Lehrberren wurde ans Wunsch der Eltern ivieder mit den, Unterricht an den Fortbildungsschule» be gönnen. Ti« Faniilie Holzhause» stiftete für die Versorgung von arnie» Kindern, deren Väter int Felde siehe», 20000 Mark.

h. Frankfurt a. M., 30. Nov. Aus eine Eingabe des Deut­schen Vereins sür Wohnungsrcsorm in Frankfurt (M.) an den Minister des Innern um Bereitstellung von fiskalischem Gelände und Bewilligung von Geldmitteln zur planmäßigen För­derung des Kleingarten wescns während der Kriegs- z c i t bat der pirußiichc E i s e n b a h n m i n i st e r die Eiscnbahn- dircktionen angewiesen, die Angelegenheit im weitesten llmiangr zu sördern. Mit dilsc der Dienst Vorsteher und Elsenbahnvereine solle» sosort die zum Kleingartenbau geeigneten Ländereien als Garicnbauland verwendet werden Außerdem ist der Kleintier­zucht, besonders der Hühnerzucht, größte Sorgsalt zu ividmen. Ten Staatsriscnbahnverciiien und Arbeiterauslchüsstt, ist bei diesen Bestrebungen durch die Eiscnbahnverwaltungen jcdlvede Förderung zuteil werden zu lassen. Der Minister sordett von jeder Eisttlbahii- dircktion bis zum 1. Avril 1015 einen Bericht darüber ein, in­wieweit seinen Anregungen entsprochen wurde.

u. Usingen, I. Tez. Der Kutscher der KreiSabdcckerei Miihelm Pari ly aus Wilhelmsdorf stürzte während einer

ächllichen Fahrt von seinem Wagen. Er genet dabei unter die Räder, die ihn z» Tod« schleittc». Seine Leiche fand inan am anderen Morgen au! der Landstraße.

r. Rettert, 1. Tez Unter großer Beleilignng wurde der irüher« Bürgernrcister und Gastivirt Lorenz G emmer zu .'trabe getragen, Ter Verstorbene gchötte dem Krcisansschuß des Ilnterlahnkrcises feit langen Jahren an.

llniDcrfitäU'üacbri^ten.

Hk. Münster i. Westi 1. Dez. Der bekannte Physiker »nd Entdecker der KathodenStrablen, Keheiinrat Exzellenz Prosestor Tr. Wilhelm H i t! o r i in Münster i.W ist in, Alter von 90 Jahren gestorben. Zu Bonn geboren, promoviert« er 1818 und wurde bald darauf Prioaldozent an der Akodeiuie ijetzigen Universttä» Münster. 18S2 eriolgte ferne Ernennung zmn Proicffor der Physik und Chemie dalelbst. Hitlorf ivar ein Schüler JulinS Plücker« in Bonn. Plücker war einer der ersten, der stch mit den elektrrichen Lichterfcheninngen bcfchästigte. Von ihin hat Hittori die Anregungen ,»i>, dciondcrc» Studium der Beobachtungen an Geißler scheu Röhren erhalte». Er arbeitete über die Slüotrocrc des Selens und Phosphors und stellt« im Jahre 1365 gemeinsam mit Plücker lest, daß di« gleiche» Stoße bisrveilen verschiedene Spektra a»t- Ivciie» können. 1363 »nterinchtc Hittorf den Durchgang der Elek­trizität durch sehr stark verdünnt« Gafe und land viele jener merk­würdigen Erscheinungen, di« 1878 durch Erooke« unter der Be- zeichnnug »Strahlende Materie' bekannt gemacht ivnrden. Bon seinen ivißcnschaltliche» Arbeiten sind a» erster Stelle seine Unter­suchungen über die Elektrolyse z» nenne», insbefondere di« Unter- siichung über die fundamentalen Erscheinungen der »Uebersührnng oder Jonenmanderimg' »nd über »Eleklttzitälsleitung der Gase'. Der Gelehrte ist u. a. Mitglied der Akademien der Wiffenfchcnten in Berlin, 'München, Rom, Paris, Ehrendoktor der medizinischen Faknltät der Universität Leipzig, ^>er maihenratrsch-naturwißenschafl» lichen Fakultät der Universität Straßburg usw.

Lingesaudt.

Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Beranlwottung.)

Gießen. 2. Dez.

X Backhaus-Konzert. Wäre es Nicht möglich, daß vcr verehrliche Konzertverein dos .BackhauS-rkvnzett schon chm

4 Uhr beginnen ließe'? Bei den schlechten Zugverbmdungen nach vielen Seiten, vor allem auf den Nebenbahnen, wäre es dann auch vielen Landbewohnern möglich, sich an den Melodien unseres Betthoven zu erbauen, und dem griten Zweck tvürde manches Scherstein mehr zusließen.

Tee Gießen« Musikliebhaber würden ioirklich vielen Land-- bttvvknttn damit ein Werk dtt Liebe ttweisen und könnten für den Tank dieser einmal den unbequemen frühen Konzettanfang aus sich nehmen, Medicus musicus.

In der gestrigen Nummer Ihres geschätzten Blattes wird in dem Artikel überBeleuchtung" ausgesühtt. daß die liescrn- den Gesellschaften mit dem Preis nicht ausgeschlagen seien und daß nur 1 bis Vs des srüheren Quantums geliefert würde: dieses ist richtig. Der rührige Geschäftsmann aber, der für Ersatz sorgt, damit seine Abnehmer nicht Not leiben» muß Petroleum aus anderen Quellen beziehen: da dieses teurer, muß er eben auch auffchlagen. Denn zum Zusetzen ist die gegenwärtige Zeit leider nicht geeignet. M. K.

Märkte.

le. Frankfurt a. M., 2. Dez. (Orig.-Telegr. desGieß. Anz»'s Amtliche Noiicrunqen der heutigen Fruchtmarktpreile. Weizen (hiesigerf Mk. 27.5000.00, Knrhesnscher Mk. 27.5000.00, Wetrerau« Mk. 00.00 - 00.00. Roggen (hiesigerf Mk. 23.50-00.00. Gerste <Wett«rauer) Mk. 00.00 -00.00, Gerste, Franke», Pfälzer, Ries Mk. 00.0000.00, Gerste für Brauzwecke Mk. 00,0000,00, Hafer Mk. 22.00- 22.10, Mai? Mk. 00.00 - 00.00, Weizenmehl 0 Mk. 00.00 00.00. Weizenmehl I Mk. 00.00 -00.00, Weizen- mehl III Mk. 00 00 - 00.00, Rogqenmehl 0 Mk. 00.0000.00, Roggenmehl 0/1 Mk. 00.0000,00, Rogqenmehl I Mk. 00.0000.9ch Weizenkleie Mk. 0.000.00, Weizenschalen 'Mk. 0.000.00, Roggen» tleie Mk. 00.0000.00, Rialzkcinre Mk. 00.0000.00, Biertreber 00.00 - 00.00, Fulterg-rst- Mk. 00.00 - 00.00. Alles per 100 kg ab hier.

te. Frankfurt a. M 2. Dez. (Oriq.-Telegr. des »Gießeirer Anzeigers".) Kariolselmarkt. Man notierte: Kartoffeln

in Waggons Mk. 7,00 - 8,00, nn Kleinhandel Alk. 8,00,900 für je 100 kg. Fest, ohne Angebot.

ke. Frankfurt a. M. Schweinemarktberi-hi vom 2. Dez. Auigetrikben waren 1582 Schweine. Doll fleischige Schweins von 80 bis 100 kg Lebendgeivicht 54.0057.00 'Mk., Schlachtgewicht

69.00 71.00 Mk., vollftcifchige Schweins unter 80 kg Lebendgewicht

54.00 56.00 Mk, Schlachtgewicht 63.00 70.00 'Mk,: vollsteischige Schweine von 100120 kg Lebendgewicht 54.0057.00 IHt, Schlachtgewicht 69.0071 Mk.: vollfleischige Schweine von 120 bis 150 kg Lebendgewicht 00 . 00 00.00 Mk, Schlachtgewicht 00 09,00 Mk. Geschäft mittelmäßig, bleibt lieberstand.

cli. Rieder - Ingelheim, 1. Tez. Obstmarkt. Birnen 618 Mk, Aepiel 816 'Mk. der Zentner.

Tie Marktpreise für Bieh und Frucht und die Gicßcner Fleisch- und Brotpreise

an« 3N. November 1914.

Schlachtviehpreise in Franks urt a. M.

Fleischpreis« in Gieße »

Ochsen

Kälber

Sckvei»e

50 Kg. Schlachtgewicht

85'05 Alk.

'1, Kg, Schlachtgw. 7185 Pf. V, . . 63-71 .

7, Kg. 86-96 Pf>

V, , 80- 84 . '/. . 80-96 .

Getreidepreise ln Mannheim

Brotpreise in Gießen:

Weizen Ivo Kg. 00.0000.00 Alk. Roggen 100 Kg. 00.00-00.00 Alk.

Weißbrol 2 Kg. 68 P,,. Schwarzbrot 2 Kg. 60 Big.

vüchertisch.

Der Verkehr mit der Feldpost. Handbuch nach ainllichcm Material mit Persendungs-Porschristen, Tarisen und Formnlarmusier» »ebst Llnhang: Vorschrift lür Weihnachtspalete ins Feld. o. Münchow'sche Hof- und Universitäts-Druckerei (Otto Kindt), Gießen. Preis 15 Pfq. Direkt oder durch jede Buch­handlung zu beziehen. Ein Büchlein, das wirklich einmaleinem Bedürfnisse' enlsvttcht. Tie Formalitäten im Verkehr mit der Feldpost sind vielfach noch gänzlich imbekannt und doch für jedes HauS von Interest«. Die anitlichen Vorfchrriten sind von An­leitungen und Hinweisen für die Praxis begleitet. Formulare, zur Probe ausgefüllt, sind bcigeiügt.

Wetteraus sichten in Hessen am Donnerstag, de» 3. Tez. 1911; Abnahme der Bewölkung, meist trocken, keine Teniperalurändcrung, westliche Winde.

kehle Nachrichten.

(WTB.) Großes Hauptquartier, 2. Dez. vormittags. (Amtlich.) Im Westen wurden kleinere Vorstöße des Fein­des abgewiescn.

Im Argonner Walde wurde vom württembergischen In­fanterieregiment Nr. 120, dem Regiment Seiner Majestät des Kaisers, ein starker Stützpunkt genommen. Dabei wurden zwei Offiziere und annähernd 300 Mann zu Gefangenen gemacht.

Aus Ostpreußen nichts Neues.

In Nordpvlen nehmen die Küntpfe ihren normalen Fortgang.

Zn Südvolen wurden feindliche Angriffe zurück­geschlagen. Oberste Heeresleitung.

(WTB.) Großes Hauptguartirr. 2. Dez. vormittags. (Amtlich.) Dir in der ausländischen Presse verbreitete Nach­richt. daß in der von uns gemeldeten Zahl von 40 (HK) russi­schen Gefangenen die bei Kutno gemachten 23000 mitent- haltrn seien, ist unrichtig. Die Oftarmee hat in den Sümpfen bei Wloclawrc, Kutno, Lodz und Lowicz vom 11. November bis 1. Dezember über 80 000 nnverwundrtc Russen gefangen genommen. Oberste Heeresleitung.

Hollands Rüstungen.

Amsterdam, 1. Dez. Holland rüstet Wester, um für alle Möglichkeiten vorbereittt zu sein, und beruft die Rekrutenklaffe 1915 die erst im Herbst des gleichen Jahres einrücken sollte, schon auf den 15. Tezembtt dieses Jahres ein. Man rechntt, daß die niedttländischc Arm« dadurch um rund 40 000 Mann verstärkt werden wird.

Portugiesisch« Truppentransporte.

Paris, 2. Tez. 12000 pottugiesische Soldaten sollen in mehreren Schiften die Straße von Gibraltar ostwärts passiert haben.

In einer andern Meldung hieß es, die Portugiesen sollen den Engländern in Aegypten helfen.

Der amtliche französische Kriegsbericht.

(WTB.) Paris, 1.Dez. (Nichtamtlich.) Der amtliche Kriegsbericht von 3 Uhr nachmittags besagt: In Bel­gien fand gestern eine heftige Kanonade statt, doch wird kein deutscher Jnfanterieangrirs gemeldet. Nördlich Ar ras zeigte der Feind fortgesetzt ziemlick» große Tätigkeit. Im Gebiet der Äisne fanden zeitweilig aussctzende Kanonaden aus der ganzen Front statt. In den Argvnnen dauern die Kämpfe an, ohne jedoch die Lage zn verändern. Im Boevre und in den Vogesen ist nichts vorgefallen.

Ein fmnzöftfthes ltzewbnch.

Genf, 1. Dez. Bon den 160 Schriststmken des soeben erschienenen französischen Gelbbttchs erregen gerade jene, deren Herkunft höchst problematisch ist, das lebhafteste Inter­esse der Pariser Bevölferuirg. Die Skrupellosigkeit der un­genannt bleibenden Lieferanten von Geheimberichten wird im Gelbbuch grell beleuchtet. Den mit Belohnungen nicht kargenden Auftraggebern war auch die unwahrscheinlichste Kombinatton willkommen, wenn sie dazu beiträgt, dic Pariser These zu bekräftigen: Berlin will den Krieg uni jeden Preis.

Serbien vor dem Ende,

Wien, 1. Tezember. Ter i» Petersburg lveilende Vertrauensmann des serbischen Ministerpräsidenten, Zemo- witsch, sckyreibl in derNoivvje Wremja": Tas Vertnschcn hilft nichts mehr. Tie Serben haben bisher mindestens 1000 00 Soldaten fast ein Drittel ihrer Armee verloren. Das, was Serbien droht, ist hundertmal schlim­mer als das Schicksal Belgiens. Serbien steht vor der Ge­fahr der völligen Vernichtung.

Türkische Beschlagnahme englischer Krirgskouirrbandc.

'Athen, 1. Tez. Der Befehlshaber von Smyrna beschlag­nahmte auf der Elsenbahnstrecke nach A i d i n 9 L o k o m o t i v c u 300 Eisenbahnwagen » nd 15 000 Säcke Hafer der englisckfcn Firma Bittet.

Der Aufstand der Somali.

Konstantinopel, 1. Tez. Tic jüngst gemeldete Erhe­bung der woniali bestätigt sich An ihrer spitze sieht der Nahib TeS Seid Ahtvc'd cl Tetach der aus der berühmten nwhoi»- medanischen llniversiiät El Ashar in Kairo studiert Kat. Er sor dcrt in einem Ausruf zum Kriege in allen französische,« »nd englischen Kolonien Afrikas ans. Auch der ein­flußreiche Scheikh der Muntesikaraber Inn südlichen Mesopotamien', Saadim Pascha, hat sich zur Teilnahnre an denr Kampfe eick­schlossen. Er wird mit 40000 Mann gegen die Englän­der bei B a s sorg h ziehen und stellt außerdem der türkischen Regierung bedeutende tzielreidevorräte zur Verfügung.

Aufruf an dir Nlohammrdaner Albaniens.

Wien, l. Tez. In Skutari hat eine große Verianinl- lung albanischer Mohcnmnctxm« stattgefmiden, an der Ifla Bol» jetinaz und Prenk Bibdoda teilnahmen. Boljttinaz sordette die Versammlung auf, bem Ruse des Kalifen zu jolgeu uns cmiu Aufruf ait die Mohamim'daner Albaniens zu «lassen, in dem an die Mißhandlungen de» Alboni« durch die Sttben und Acun- tencgttner erinnttt und die Moharnmedan« Albamens zn den Wafteu gerufen werden, damit sic Schulter an Schult« mit den Verbündtten des Kalifen kämpften.

Drr Heilige Krieg in Marokko.

Mailand, 1. Dez. Mailänder Zeitungen melden aus Taug«, daß Tanger außer Gefahr sei. Tic gegen Tang« vor­rückende Kohorte habe den Vormarsch eingestellt und sich gegen d,e Stadt Fez geivandt, wohin auch andere aufttändische Askaristämme marschierten. Fez selbst sei bttcits seit Mitte September von jeder Vnbindung mit Tanger abgeschmttcu.

Japan und Französifch-Hmterindie».

Berlin, l. Dez. DieB. Z. am Mittag" meldet aus Peking: TieOsaka Taily News" vom 23. Srpleinb« bringen aus ami- lich« Quelle die interessante Nachricht, Japan habe Frank­reich den Vorschlag gemacht, lapanische Truppen nach Frau- zösisch-Jndochina zu senden,damit Frankreich in Ruhe alle seine dortigen Truvven nach Europa sendcn könne". Frankreich habe diesessreundschaftliche 'An«bitten" (!) abgelehnt. ltntex den Einwohn«» im sranzösischen Schutzgebiet von Anam (im süd­lichen China- soll eS nach derPeking Pik Poo" vom 4. Nov, übrigens bereits zu einem Auss and gekommen sein.

Eine gute Acußrrung desPorwürts".

Berlin, 2. Dez. In einem Artikel über den Zusauimen- tritt deS Reichstages konrnit derVorwärts" ans die Fest­setzung der Höchstpreise, den weiteren Ausbau der Ilnterstützuugs- einrichtungen, die Deckungsfrage und die Fvajge der Freiheit der Presse zu sprechen und sagt zum Schluß: Auch bei uns könn­ten ausflihrliche parlamentattschr Debatten niemals den Eindruä abschwächcn, daß das deutsche Volk entschlossen sei, in diesem Kriegs mit gesammelter Kraft und restloser Energie alle seine Kräfte aufzu' bieten, um seine Gegntt von seinen Greirzen zurückzn«ckflggen mti sich einen gerechten und dauernden Fttcdcn zu sichern.

Sie erweisen unseren tapseren Soldaten im Selbe

eine Wohltat,

wenn Sie bei tiebergabensendungen 12 Schachteln Zaqr ächte 5obener Mineral - Pastillen beifügen. Dadurch beugen Sie mancher schweren Lrkram kung der Lust- und Atemwege vor und unterdrücken bereits entstandenen husten. Heiserkeit und Verschleimung im Ueime.

Amtlicher Teil.

Bekanntmachung.

Sämftichc sich in d« Heimat aufhaltcnden Unteroffiziere »nd Dcannschaften d« Reserve, der Land- und Seewchr l und II, der Ersatz-Reserve und des Landsturms II. Aufgebote haben sich in der Zeit vom 1. bis 5. Dezember 1914 beim Hauptmcldeamt in Gießen Zimmer 13 perfönlich unter Vorzeigung ihres Militärpaftes zu melden.

Es sind auch diejenigen Leute einbegriffen, welche berefts bei einem Truppenteil eingestellt waren und als dienstuntauglich wieder entlassen worden sind. Bon d« Meldung befreit sind diejenige,,, welche als unabkömmlich anerlannt oder vom Httresüienst zurück- gestellt worden sind.

Die Unterlassung der Meldung wird nach den Kriegsgcsetzcn be­straft.

Gießen, den 27. November 1914.

Großh«zoglichcs Bezirkskommando.

Naumann, Obetttleurnant und Bezirkskommandnir.

Bekanntmachung.

Betr.: Feldbereinigung Ebttstadt: hier Grmarkimgsgrenzrcgu- li«nng mit Bttgheim.

In d« Zeit vom 1. bis emfchl. 8. g^zencker 1914 liegt aus Großh. Bürgettncist«c'i Holzheim .

das PachlentschSdigungsonzrichnls pro Ernte,ahr 1914 zur Einsicht d« Btteiligicn offen.

Einwendungen hiergegen sind ber Meldung des Ausschlusses während d« oben sestgcfetztcn Ossenlegungszcit schttftlichnd mir Gttinden vettehen bei Großh. Bürgermeisterei Holzhcim cinz». reichen.

Friedberg, den 25. November 1914.

Der Äroßherzogliche Feldbereinigungskommistar. Schnittspahn, Regiernng^oat.