B>. 282
Der Sietzener Anzeiger
erscheint täglich, anxcr Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich SithenerHamiiiciiblLtler, zweimal wöchentl.Kreik- dlattsürdenllrei-Gietzeu (Dienstag und Freitag): zweimal moiiatl Land' wirlschastllche Zeirfragcn Fernjvrech - Anschlüsse: iürdie SchristleiluiiglI2 Verlag,Geschältsstelleöl Adresse lür Trahtnach- richten: Anzeiger Kietzen. 2Innadme i»«n Anzeigen lür die TageSnumiiier bis vormittags 9 llhr.
Erster Blatt
^4- Jahrgang
Dienstag. Dezember H9W
UW
Rotetionsdrixk unt Verlag der Brühk'schen Univ. Buch- und Slcinörudcrei R. Lange. Schristlcitung, Seschästrjtellc u. Druckerei: Schulstr. 7.
,-,c-.»qS!> reis: liionatl. 75 Ps., viertel» jälirl. Mk. 2.20; durch Abhole- ».Zweigstellen nionatl. 65 Pf.; durch üieVosl Mk.2.—oiertel- jährl. ausschl. Beslellg. Zeilenpreis: lokalI5P>„ ausiv, 20 Pi. — Haupt- schriitleiter: 2lng. Goetz. Verantwortlich sür den oolit. Teil: Aug. Goch; für „Feuilleton", „Vermischtes" und„Gerichts- saal": Karl Neurath; nie „Stadt und Land": Otto Braun;- sür den Anzeigenteil: H. Beck.
Reue Srsslge gegenüber kn Hüffen. Auszeichnungen yinLenöMgs und Ludenöorßs durch Kaffer Km-z Zofe?.
Großes H a u p t q u a r t i c r , 30, Nov,, vormittags. (W.B.
Amtlich.) Von der W c st front nichts zu melden.
An der oft preußischen Grenze mißglückte ein U e bc r- l sallversuch stärkerer russischer Kräfte ans deutsche Besestignngcn | östlich Darkehmcn unter schweren B c r l u st e n. Ter , Nest der Angreifer, einige Offiziere und (iOO M a n n, wurde von ° uns gefangen genommen.
Südlich der Weichsel führten die gestern mitgetcrltcn Gegen- j angrisse zu nennenswerten Erfolgen, Achtzehn Geschütze k und mehr als 4500 Gefangene waren unsere Beute.
In Süd Polen ist nichts Besonderes vorgefallcn.
Ober st e .Heeresleitung.
Der inorgigen Reichstagssitzung, in der der Reichskanzler das Wort «rgrcisc» w.ird, ficht man mit der allergrößten Spannung entgegen, nicht, iveil es etiva irgendwie zweifelhaft wäre, daß der Reichstag die geforderten Mittel ohne Zögern bewilligen werde. W<ir haben die Gewißheit, daß die Volks- Vertreter init derselben Einmütigkeit ihre selbstverständliche Schuldigkeit tun wie in der erften „KriegSsitznng". Aber man erwartet sich ans des Reichskanzlers Munde eine Klä- ruug über mancherlei Fragen, die das Bolksgefühl bewegen, und wenn es auch keinerlei Uebcrrafchitngen geben kann, so barrl doch alles des Augenblicks, ivo rin befreiendes Wort der allgemeinen Losung, die in jedes deutschen Brust lebt, neuen Schwung und Freudigkeit verleiht.
Oft hat man sich bei Beginn der gcivalligen Stürme ain 1. August gefragt, wer es vor allen anderen gewesen sein niochle, der mit eiserner Entschlosscnheil den Machenschaften der Feinde begegnete und man lovllte es nicht recht glauben, daß der Reichskanzler selbst, den inan oft als Unentschlossenen und als Zauderer biugeilellt halte, das Haupt der neuen großen vaterländischen Bewegung sein könnte. Jnzivischen haben wir cs aber deutlich zu erkennen vermocht, >oie leiden- fchaftlich und nranrchajt der Nachsolger Bismarcks des Reiches Schutz zu wehren entschlossen war, Ter Hall seiner Worte im Reichstag hatte etlvas Ehernes, und die Wahrhaftigkeit ^seines Verhaltens nmrde als stolz und deutsch empfunden. '.Hielten >vir daneben noch die von beinahe schamhaften, Geiste «geborenen Berichte des englischen Botschafters in Berlin, der, nach seinen eigenen Worten zn urteilen, den Anklagen des Reichskanzlers nicht viel zu entgegnen wußte, so festigte sich allmählich die Ucberzeugung, daß in der Tat kein anderer als .Herr v. Bethmann.Hollweg selbst in der eirtscheidenden Stunde das erlösende Wort gesunden hat. Jetzt hat cs der Kaiser ausdrücklich bestätigt. Ter Kanzler nimmt unter den entschlossenen Führer» des Reiches den e r st e n Platz ein. Dieses Kaiscrlvort verschafft ihm in der morgigen Reichstagssitzung weithin über alle Welt Gehör und Autorität. Ein vom vollsten Vertrauen des Kaisers begleiteter Mann wird dem deutschen Fühlen und Denken die Richtung gebeii. Wenn er schon in den Vorverhandlungen mit den Parteien die Notwendigkeit ausgesprochen hat, daß angesichts der für uns günstigen Kriegslage nur ein dauernder Friede mit Entschädigungen für Gut und Blut in Frage kommen köunc, so festigt und stählt dies alle .Herzen
Es .gibt kernen Kleinmut auch bei unseren Bundesgenossen Wen beglückt es nicht, daß Graf Tisza vor seinem ungarischen Volke dem Zusammenhalten mit dem deutschen Reich so anfeuernde Worte gewidmet hat. und iver tönnte atme Bewegung die Worte des greisen Kaisers Franz Josef Hören, mit denen er Deutschlands Stolz, unseren General- sekdiwarschall v, Hindenbnrg und seinen Generalstabschef «rusqezeichnet hat? Sprach ans der secle des tapferen Greises nicht der Mut und die lleberzengung, die schließlich -zum Siege führen müssen? Wir fürchten weder die Engländer noch die Russen, die auch nach der neuesten Meldung -aus dem deutschen Hauptquartier wieder Schläge und Verluste erlitten haben. Dem Reichstag wünschen wir, daß -er morgen der Welt ein treues Spiegelbild der unerschöpflichen Kräfte unseres Volkes sei!
* . *
Der Reichskanzler über die Lage.
Berlin, 30, ')c»v, (Ctr. Blnl lieber die bisherigen Beil» echungen zwischen dem Reichskanzler und den Parteiführern erfährt der „Bert. Lokatanz,", daß die Aöcktetlnngen des leitenden Staatsmannes über die Geiamtlagc durchaus zuversichtlich klingen, sowohl,. über die im Westen, wv es nach linieren gegenwärtigen Stellungen misgeschlvssen erscheint, daß der Krieg von dort her je in unser Vaterland getragen werden könnte, als^ auch . über die durchaus günstige Lage im -Osten. Unter solchen Umständen besteht eine 1l ebereinst immun g zwischen der Regierung und den Bvlksvcrrretern darin, daß nur ein Friede geschlossen werden darf, der absolute Dauer verspricht und der uns sür alle dargebrachten Opfer an Gut und Blut entschädigt.
Der Kaiser an General v. Mackensen.
D a n z i g , 30. Nov. (WTB, Nichtamtlich.) Der Kaiser hat an General v. Mackensen folgendes Telegramm gesandt:
„Die 9. Armee hat unter Ihrer bewährten sicheren Führung in schwerer!, aber von Erfolg gekrönten Kämpfen sich von neuem unübertrefflich geschlagen, Ihre Leistungen in den verflossenen Tagen werden als leuchtende Beispiele für Mut, Ausdauer i»u,ö Tapferkeit der Geschichte ev- halteu bleiben. Sprechen Sic das Ihren vortrefflichen Truv-
pcu mit Meinem kaiserlichen Danke aus, de» Ich dadurch zu betätigen wünsche, daß Ich Ihnen den Orden Pour le Merite verleihe, dessen Insignien Ich Ihnen zugehen lasse. Gokt sei ferner mit Ihnen und unseren Fahnen. Wilhelm I, 8."
General v. Mackensen hat dieses Telegramm in einem Armeebefehl betannlgegeben und hinzugefügl: „Ich freue mich, meinen heldenmütigen Truppen eine solche Anerkennung zur Kenntnis bringen zu können. Das Berdienstkreuz gilt der ganzen 9. Armee."
Kaiser Franz Foses a» GeneralscldmarschaN v. Hindenburg.
(WTB./P o s e u , 30. Nov. (Nichtamtlich, > Kaiser Franz Josei bat an Generalfeldmarschall v. Hindenburg und dessen Geucralstabschef v. Ludendorfs aus Anlaß ihrer Beförderung Glückwunschtelegrainme gesandt. Das Telegramm an v, .Hin- dcnburg lauket:
__ Lieber Gencralseldmarschall v, .Hindenburg! Innig» erfreut, Sic zu Ihrer Beförderung in die höchste militärische Würde, die Sic der huldvollen Anerkennung Ihrer ruhmvvllcn Führung des unvergleichlich lavsereu Ostheeres seitens Seiner Majestät, Ihres erhabene» Kriegsherrn, verdanken, wärmstens beglückwünschen zu können, ist es mir Bedürfnis, Ihnen zu bekunden, welche vielbe- gründete .Hochschätzung ich und inein Heer Ihnen zollen. Klar, -fest und treu wirkten Sie in schwersten Käinpsen, in steter lkeber- einstimmung mit meinem Heere, und dieses wird stolz sein, sich je enger init Ihnen verbunden zu wissen, Ihren glänzenden Feld- herrnnamcn meiner Wehrmacht zum leuchtenden Sinnbild kriegerischer Höchstleistungen zu erhalten, ernenne ich Sie zum Oberstinhabe r meines Infanterieregiments Nr, 6 9, Möge es der unerschütterlichen Wafsenbrüderschaft meiner und der dentichrn Wehrmacht befchicden sein, der gemeinsamen gerechten Sache in beharrlichem Kampfe den Sieg zn erringen. Franz Joses.
Das Telegramm an v. Ludendorfs lautet:
Lieber Generalleutnant r- Lnbeüoorff! Zu Ihrer Beförderung, durch welche die höchste Anerkennung Ihrer glänzenden Leistungen seitens Seiner Majestät, meinem treuen Freund« und Verbündeten, zu, weithin sichtbarem Ausdruck kommt, beglückwünsche ich Sie auf das herzlichste. Es sei Ihnen vom Allmächtigen vergönnt, mich weiterhin in der gleichen vorbildlichen Weise in bewährtem Einklang mit meinem Generalstab an der Seite Ihres-ruhmreichen Feldkerrn zu wirten, Franz Josef,
Englische Besorgnisse.
Amsterdam, 30, Nov, (WTB. Nichtamtlich.) Das „Händelsblad" meldet ans London unterm 29. November: Tie „Times" läßt sich aus B o u l o gn e berichten, es scheint, daß die Deutschen ihren nächsten Angriff in der Umgebung von Arras unternehmen wollen. Sie sollen dort 700 000 Mann zusammengezogen haben und wollen offenbar einen neuen starten Versuch machen, auf der Linie Arras-Lille die Küste z-u erreichen,
French über den Kamps in Flandern.
Berlin, 30. Nov, (Ctr. Bln.) Der englische Feldmarschall French gibt, wie der Amsterdamer „Telegraaf" meldet, einen ausführlichen Bericht über die verflossenen Kämvie zwischen Ppern und Amentisres, der die deutschen Leistungen iinmerhin gerechter behandelt als die meisten früheren, englischen Mitteilungen über diese Kämvie, Er erklärt: Am 19. Oktober wurde die Lage bei Bvern kritisch. Der Feind stand mit ansehnlichen Krästen an der Los, während vier englische Arineekorvs über eine viel größere Farmt ausgebreitct waren. Außerdem rückten aus dem Weesm bedeutende deutsche Berstärkungen heran. Würde der Widerstand der Belgier gebrochen, tj mußre der rechte Flügel der Verbündeten weichen und der Weg zuiii »anal hätte dein Feinde freigestanden. French betont, daß ihm die Folgen der Besetzung eines Kanat- haiens durch die Deutschen so schwerwiegend schienen, daß er es lieber wagte, die Operationen aus der ausgedehnten Front zn beginnen. Daranf satidle er das l. Arnieekorps nach dein 4iorden von Dvern. ivährend die ül»rigeii Truppen so ausgestellt wurden, daß sie imstande waren, die Pläne des Feindes zu vereiteln. Die Belgier mußten soviel wie möglich dadurch helfen, daß ste sich am Kanal imd an der Mer cingrubcn, eine Maßnahme, die sich bewährte, French sagt weiter, das englische Heer habe seinen Zweck erreicht nach einer viel schwereren Arbeit, als ein englisches Heer je zu leisten gehabt habe. Er weist auf den strategischen Erfolg der Verbündeten hin und bedauert die sehr schweren Verluste, die sie erlitten haben. Tie späteren Gefechte trugen einen verzweifelten Charakter, Tie Verbündeten wurden von «inein übermächtigen Feind angrgriffcm Zum Schluß lagt French: Tic Wichtigkeit dieser westlicher ?kk- tionen kann man erst voll erfabren, wemi man bedenkt, daß es gelang, die Deutschen auf einer Lanfgrabenlinie von 260 Meilen sestznhaken, in dem Moment, als die östlirben Provinzen Deutschlands in Gefahr standen, von den rnsiischen Heerscharen überlaufen zn werden.
Die Einstetlvng der Waffenfähigen in Frankreich.
Lhon. 29, Nov, (WTB, Nichtamtlich ;hrr Beruhigung des in Frankreich herrschenden Unwillens, daß eine «große Anzahl Mobilisierter nicht eingestellt sei, schreibt „Lyon Republtcarn", es halbe sich dabei run lieber- zählige gehandelt, ivelctw in weitaus größerer Zahl ein- trasen, als vorheryesehen war. Es fehlte an Offizieren und es schien daher unnütz, die Staatskosten zu erhöhen und größere Mannschaftsbestände, als für die ersten Kriegsbedürftrisse notwendig waren, untätig in chren Garnisonen liegen zu lassen. Die größten Verluste habe von allen Waffengattungen zweiseilos die Infanterie erlitten, Man sei augenblicklich dabei, die überzählige» Infanteristen einzuberitsen und angesichts der großen Jnsante- rteverlnstc die überzähligen Soldaten anderer Waffengattungen der Infanterie einzuverleiben, um deren Lücken aus-- jüUen zu köirnen.
Bombcnwcrscr über Geut.
Berlin, 30, Nov, (Prival-Tclegr.) Der „Bert, Lakal- Anz," berichtet aus Amsterdam: Ans Sas van Gent wird)' gemeldet: Zwei Flieger, die über latent flogen, warfen zehn Bombe» in das Stadtviertel Molestceds und »er* wuiideten drei Personen, Wahrscheinlich beabsichtigten sie ein im Brügge-Kanal verankertes deutsches Schiff zu vernichten, auf dein sich höhere deutsche Offiziere befanden. Sie erreichten diesen Zweck aber nicht.
Englisches Reginient in Armcntieres.
(WTB.) Paris, 30, 9kov, ('Nichtamtlich,) Tie englischen Militärbehörden, denen Armentieres unterstellt ist, gaben durch Blaucranschlag tu Armentieres und Hazcbrout bekannt, daß ein seder Einwohner von Ar- mentiercs, welcher die Stadt verlassen hat, diese vom 27. November ab bis auf Widerruf nicht mehr betreten könnte. Tie Maßregel ist angesichts des Mangels an Lebensmitteln getroffen worden, welcher trotz des Abzuges von fünf Sechsteln der Einwohnerschast bemerkbar zn werden beginnt,
Ter Ring um Bclsort.
Zürich, 30, Nov, Ter „Züricher Taacsanzcic>er" meldet ans dem elsässischen Grenzgebiel: In den letzten Tagen haben wieder größere lüesechte in der (tzegeud Thann—Tennhcim - Gewenheim stattgefunden. Die Franzosen versuchten sich eine tiefer gelegenes Zufuhrstraße von Bclsort her zu sichern, da die Bogesenpässe durch den Schnee unpassierbar werden. Der sranzösische Vorstoß ist an« allen Stellen zurückgcschlagen worden. Der Ring um Belsort hat; sich bis nach Süden scharf an die äußersten Vorwerke vorgeschoben.
Eine gerechte Vergeltungsmaßnahme gegenüber französischer Völkerrcchtsverletzung.
Berlin, 30, Nov, «WTB, Nichtamtlich.) Die „Norddcntschc, Allgemeine Zeitimg" teil: u. a, mit: Französische Erlasse Habens ganz allgemein die Beschlagnahme und Seauestrativul des gesauiten Vermögens deutscher Unternehmirngen! in Frankreich angeordnct. Von dieser Anordnung nrird in der rüchichtslosesten Weise Gebrauch gemacht: ja vielfach wird das deutsche Vermögen liqmdiert und veifchleudert. Neuerdings trat die französische Regierung in gewissem Sinne den Rückzug an, indem vor den willkürlichen Verschleuderungen des sequestrierten Vermögens gewarnr wurde. Trotzdem stellen sich diese Schritte als so schwere völkerrechtswidrige Eingriffe in deutsche Privatrcchte dar, daß eine empfindliche Vergeltungsmaßnahme notwendig erscheint. Eine vom Bundesrat am 26. November erlassene Verordnung crtlärr nunmehr sür alle ganz oders überwiegend französischen llnternehmungen, für Niederlassungen von Unternehmungen und insbesondere für den gesamten in Deutschland befindlichen Grundbesitz französischer Staatsangehöriger die EinsetzmiA einer zwangsweise staailichen Verwaltung für zulässig. Mit der Einsetzung von staatlichen Verwaltern verliert der sranzösische Inhaber und Unternehmer Besitz- und Ber- fügnngsrecht über das gesamte Vermögen und die Unteniehmungen. Tie Durchführung der Verwaliung bestimmt die Landes-Zentrol- Behördc, Ter Berivälter kann sich, wenn nicht die Aufreckiterhal- tung des Betriebes z. B. mit Rücksicht ans die deutschen ?lrbeitev und Unternehmer im deutschen Interesse liegt, auf die 'Abwicklung der laufenden Geschäfte beschränken, und dann den Betrieb einstweilen stillegen. Er brauchi auch nichi die gesamte Bewirtschaftung selbst auszuüben, sondeim kann den Betrieb verpachten. Was jeweils als bas RicbUge erscheint, wird sich nur nach den Verhäkt- nisien im Einzelfalle entscheiden lassen, Tic Auflösung im ganzen, lediglich zum Zwecke der Beseitigung, ist ausgeschlossen. Nur deni Reichskanzler blecht es Vorbehalten, im Wege der Vergeltung, d, h, falls die französische Regierung ihrerseits die Liquidationen der deutschen Verniögcn guthcißcn oder anordnen sollte, auch die Auslösung der hiesigen französischen Unternehmungen für zulässig zu erklären. Es kann abgewartet werden, ob Frankreich uns zwingcic. will, auch solche Maßnahinen gegen die hiesigen französischen Unter- nehmungc-n, Grundstücke und Warenlager anzwoenden. 'Aber auch in diesem äußersten Falle würde es, tvie bei den übrigen Dvrschrrften der Verordnung, sich nicht um ritte Vermögens-Konfiskation handeln, da die Ergebnisse der Liquidation tvie die der BertoaUnng, sür die Rechnung des Unternehmers bis auf weiteres zu hinterlegen- sind.
Eine Rede des Grafen Tisza.
Budapest, 30, 9iov, (WTB, Nichtanitlich,) Abgeordnetenhaus. Bei der Beratung des Berichts betr. die Verwendung der .Honveds und des Landsturms außerhalb' des Staatsgebietes ergriff Ministerpräsident Graf Tisza das Wort und führte aus:
Man kann jetzt auf Grund der Erfahrungen der letzten Monate sagen, daß der Krieg absolut unvermeidlich war. Einzelne Staaten neideten Deutschlmtd seine große wirtichaitlichc Entwickelung, andererseits wurde unsere Friedensliebe ols Tchwäckc gedeutet und darauf zurüctgcführt, daß die Monarchie untäh-.g und schwach sei, während tatsächlich unsere Politik von der Fc-iedcns- licbc aller leckenden Faktoren der Monarchie und namenllich iwn dem friedliebendsten Monarchen der 'Tüclidiktieri- war. > Zustimmung,) Der Krieg ist heute mehr als jemals uicht nur ein Rrngen der Armeen, sondern der Völker und Nationen, ,«n dieiem Ringen haben die ungarischen Truppen und die ungarische tzlatwNdMlßer- ordentliches geleistet, wie dieses auch der Höchstkoniinandterende, Erzherzog Friedrich, ausdrücklich bezeugt hat,
Der Ministerpräsident sagte öarauk. er ,ei glücklich, ans Grund unmittelbarer Eindrücke sagen zu können, daß auch die leitenden Faktoren der großen deutschen Nation von A„ c r ke n n un g und Ve r t r a n e n für die ungarische Armee crfiillt seien, (Lebbasle Zilstiinmung.) Der jetzige Krieg sei auch der erste unter dem di,.altstischen Regime, Der Dualismus hat nnninchr die Feuerprobe bestanden, und es sei durch die Bsahrheit erhärtet, das, wrx


