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Die Verlust i te der cuglischen Flotte.

London. 26- »Rov. (WTB. Nichtamtlich.) Die Ad­miralität veröffentlichte gestern abend die »Ber lustliste der englischen Flot'e seit dem Beginn des Krieges. Tie Liste führt 220 Offiziere als tot. 3i als verwundet und öl als vermißt oder interniert auf, ferner an Mannschaften 4107 als tot. 436 als verwundet und 2492 als vermißt oder interniert.

vom Burenkrieg.

Berlin, 26. Nov. Meldungen der Tageszeitungen aus 'S n p ft q b t zufolge sollen starke Abteilungen von Buren nördlich von Hoc> vstadl ausgetaucht sein. Aus Kapstadt seien mit der Bahn Verstärkungen nach Blömsontcin gesandt worden.

Tie Kämpfe in Ostasrika.

London, 26. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Die Blätter berichten über die Kämpfe in Ostaftika folgendes! Zu dem Angriff auf einen wichtigen deutschen Bahnhof wurden IVs Bataillone englischer Streitkräste am 2. November zwei englische Meilen von dem Bahnhof gelandet, die sofort vor rückten. Diese kleine Streittraft sah sich noch außerhalb der Stadt in ein heftiges Gefecht verwickelt, mußte jedoch vor dem überlegenen Feinde zurückgehen und Verstärkungen ab- warten. Am 4. November früh wurde der Angriff erneuert. Auf 800 ihards vom Feinde entfernt gerieten die englischen Truppen in ein heftiges Feuer. Trotz starker Verluste dran­gen jedoch die Soldaten des Grenadier-Regiments 101 am linken Flügel der Aufsteilung in die Stadt ein und griffen den Feind mit dem Bajonett an. Auf deni rechten Flügel -rangen das North-Lancashirc-Regiment und die Kaschmir- Risles vor und erreichten ebenfalls die Stadt. Sie sahen sich jedoch einem heftigen lbewehrseuer aus den Häusern aus- gesetzt und wurden gezwungen, 500 »Jards zurückzugehen. Die Verluste der britischen Truppen waren so schwer, daß man es als zwecklos aiisehe» mußte, den An­griff zu erneuern. Die »Abteilung schiffte sich daher lrvieder ein uird kehrte zu ihrem Ausgangspunkt zurück. Ihre Ge- famtverluste betrage» 795 Mann an Offi­zieren und Mannschaften, unter ihnen 141 Engländer.

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Reichsbeihilfe für Wöcherinnen.

Berlin, 26. Nov. (WTB. Nichtaintlich.) Die ,,Nordd. Allg. Ztg." schreibt über Reichsbeihilfe für 'Wöchnerinnen:

Der Bund es rar Hot in seiner heutigen Sitzung aus Grund der ihm durch das Reichsgesetz vom 4. August d. Js. erteilten Ermächtigung, eine wirtschaftliche Maßregel beschlossen, die als ein «hervorragender Akt sozialer Fürsorge in weitesten Kreisen mit Ge- Mugtuung begrüßt werden wird. Danach soll allen denjenigen «Frauen im Falle der Entbindung sowie für die Zeit nach der Nieder­kunft aus Müteln des Reiches eine außerordentliche Unterstützung «gewährt werden, deren Ehemänner während des gegenwärtigen Krieges dem Reiche Kriegs-, SanitStS» oder ähnliche, also nicht «etwa zu Erwerbszwecken bestimmte Dienste, leisten, soweit die Männer zum Kreise der gegen Krankheit versicherten Personen ge­lhören. Die Unterstützung besteht i» Hälse durch Hebamme oder «Arzt sowohl vor der Entbindung, als auch schon vorher bei et Üvaigen SchwangcrschaftSbeschwerdcn. ferner im Wochen- und Still Held. Das Wochengeld wird für 8 Woä>«n gezahlt in Höhe von feiner Mark pro Tag. Das Stillgeld voti 50 Pfennig täglich er­matten Wöchnerinnen, solange sie ihre Säuglinge selbst stillen, bis «irr Tauer von 12 Wochen nach der Niederkunst. Die Krankenkassen «ermitteln diese Leistungen und erhalten Ersatz dafür aus der kReicbskassc. Für die Behandlung nach der Entbindung werden in Hebern Einzelfalle 25 Mark, ftir diejenige von Schloangerschafts- Ibeschwerden bis 10 Mark gewährt. Tie Beihilfe wird auch danu «gewährt, wenn der Ehemann bei seinem Eintritt in den Kriegs­dienst von seinen! Rechte freiwilliger Weiterversicherung keinen Ge­brauch gemacht hat. Ferner soll die Krankenkasse eine gleiche Hilfe mich den für die eigene Person versicherten weiblichen Personen leisten, bei denen eine Kriegsteilnahme des Ehemanns nicht in Frage steht. In diesem Falle haben aber die Kassen die Kosten selbst zu tragen.

Der Beschluß des Bundesratcs, dessen Durchsübrung allein kfür das Reich einen durchichnittlichen Kostenauswand von »etwa 2 Millionen Mark für jeden Monat erfordert, lgeht vornehmlich von zwei Gesichtspunkten aus: Einmal hat der 'ffiut zu den Fahnen, also die Wahrung der höchsten Pflicht, gegen das Äaterlanv, den Mi dein Kriege teilnehmenden Ehemännern die Möglichkeit genommen, hier selbst mit der nötigen Hilft für die Ihren einzutreten. Da ist es denn nur billig, wenn dftsen Männern die Sorge um Wohl und Beistand ihrer Famüirn durch die löe- jwißheit erleichtert wird, daß ihre Frauen in deren läiwerstcr Stunde vor äußerster Not geschützt und der Sorgen um das Leben Der Neugeborenen entzogen sind. Indessen aber machen die ge­waltigen Opfer an Menschenleben, die der Krieg fordert, es zu einer unabiveisbaren Pflicht des Vaterlandes, vorsorglich auf die Erhaltung und Kräftigung der kommenden Ge­neration schon bei ihrem Eintrüt ins Leben Bedacht zu nehmen. Die Beschlüsse des Bundesrats sollen sofort in Kraft treten, sobald der Reichstag in seiner bevorstehenden Tagung die erforderlichen Mittel bewilligt haben ivird. An seiner Bereitwilligkeit hierzu dürste kaum zu zweiftln sein.

Die österreichischen Finanzen.

Wien , 26. Nvv. <WTB. Nichtamtlich.) TieNeueFr. Preise»' «schreibt: Wir verzeichnen mit Vergnügen die Meldung, daß die österreichische und die ungarische Finanzverwaltung nach dem ?lb- schluß der in Berlin gciührten VcrhMidlungen sich ein G u t h a b e n «von 300 Millionen Reichsmark verschaffen konnten. «Diese Meldung ist volittsch von Bedeutung, da sic die Einigkeit «der Verbündeten auf allen mit dem Kriege zusammenhängenden «Gebieten zeigt. Aber die Meldung hm auch eine wesentliche öko­nomische Bedeutung.

Aur dem Reiche.

Berlin. 26. Nov. (WTB. Amtlich.) In der heutigen Sitzung des Bnndesrats gelangten zur Annahme: Der Entwurf der Bekanntmachung betr. die Anrechnung militä- rischer Dienstleistungen in der Arbeiterversicher,mg,'der Ent­wurf der Bekanntmachung betr. die Erhaltung von Antoart- schaften aus der Krankenversicherung, der Entwurf der Be» kann tnrach trug betr. die Wochenhilsc während des Krieges und der Entwnrs der Bekamitmochung betr. die zwangsweise Verwaltung französischer Unternehmungen: ferner eine Vor> läge betr. die Verarbertunq von Rüben, Rübensäften und Topinanchurs in Brennereien sowie ein Antrag betr. die Aenderung des WeingefetzeS.

Berlin, 27. Nov. Daß der Monat Oktober eine über Erwarten starke En t 1 astu n g des deutschen und ins­besondere auch des Großberliner Arbeits­marktes gebracht habe, wird im ,Svrmärts" hervorge­hoben.

Hamburg, 26. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Die Er­satzwahl für den verstorbenen Reichstagsabgeordneten Metzger i st aus Freitag, 29. Januar 1915^sestgesetzt worden.

Au» Stadt und Land.

Gießen, 27. November 6814. Der Gießener Landsturm in Feindesland.

Bunbam-biurbain-bnnbam! Der Ton der Schelle ist der näm- nan schrille, ob sie die Wache zum »Befehlsempfang oder aus einer andern tnenstsichen Veranlassung zufommenruft. Aber nicht schwer­

fällig und bruminenü wce ,ojr verlassen die Männer ihre Schlupf­winkel, in die sie sich vor der Kälte und dem schneidenden Winter­wind geflüchtet hatten. Die Ursache des wohlbekannten Klanges zu ungeivohntcr Stunde hat sich rasch herumgesprochcn, und leichl- iüßig wie Burschen, die Fiedel und Brummbaß zurKerb" locken kommen sie herbei, die Landstürmer, denn dem Zauber des Wortes P o st aus der H e i ni a t" kann sich keiner entziehen. Wie lauscht alles, wenn der Wachhabende aus dem großen Postbeutel einen Brief nach dem andern zieht und die Antichristen verliest! Wie freudig tönt dasHier!" des Glücklichen, den ein Gruß der Lieben erreicht, und es tut der Freude gewiß keinen Abbruch, wenn der Gruß mit einem Päckchen Tabak oder Zigarren oder anderen Gottcsgaben beschwert ist! Mag auch der Himmel noch so grämlich dreinschauen und den ersten Schnee aus die hartgeftorene Erde schütteln: im Wachtlokal könnte man an Frühlingsanfang glauben; munter stiegt die Rede hin und her, früher einander völlig Fremde freundschaftlich verknüpftnd.

Der Fernstehende kann sich eben gar kein Bild davon machen, wieviel für den im Felde Stehenden jede Mitleüung aus vertrautem Kreise bedeutet. Im Becher stolzer Freude, zum Schutze des Vater­landes den Dienst mit der Masse versehen zu dürfen, ist dem Sol­daten auch das ein Wermulstropfen, daß er von aller Zwiesprach mit dem Leben im ganzen so ziemlich abgcschnitten ist. Wie geht es der Frau, was machen die Kinder, die Freunde, die Genossen froher Stunden, die auch mit draußen wer weiß wo den großen Kamps kämpfen? Und nun gar erst die Vorgänge auf dem Kttegstheater! Wer berichtet den Soldaten darüber? Wohl sieht er Dranspottzug mff Transportzng die Schienen entlang rollen, wohl treffen täglich lange Züge mit Verwundeten ein, und Kraffialn-cnge tragen Botschaften und Material aller Art ovn den Kommando- und Lagerftellen in den Bereich platzender !Kra naten und kehren schließlich wie der Vogel ins Nest zunr Ängel- Punkt der kriegerischen Bewegungen heim. Aber die Nachrichten die aus diese Weise von Mund zu Mund wandern, sind w e n r g verläßlich, und der »Mensch unseresaufgeklärten" Jahr­hunderts lernt cs so begrciftn, «bis in welche alles irdische Matz übersteigende Höhen die Berichterstattung kindlicherer Zeiten Hel­den und Heldentaten hffmufschraubte. Es dürfte ein ergenes recht ansprechendes Kapitel abgeben, die sog.Schusterparole" der Soldatenwitz kemit einen noch kernigeren Ansdruck int »Ver hältnis zu dem wirklichen Verlauf der Kraegsereignisft ziu be leuchten.

Das modernste und allgemeinste Bildangsmittel, die Zei­tung, ist Heuer arg ins Hintertreffen egraten. Die gewohnte und als Selbstvmtändlichkeü betrachtete Pünktlichkeit des Er­scheinens tvard zur Sage. Wie einen kostbaren Schatz hüjet der Landstairinmaiin seinen Gießener Anzeiger sei er auch aclft Tage und mehr alt vor dem Heißhunger derLandser" und lieft mit inniger Antestnahme und Rührung die Meldung von Geschehnissen, die auch ihn angehen: von des Reiches Krieg und Sieg, von stiller »Arbeit für den häuslichen Herd rmd seine Streiter, von den schmerzlichen Opfern, die mich das stillst« Dörfchen in der Wetterau oder im Vogelsberg für das geliebte Vaterland bringen muß. So bedeutet jede Ninnmer des Gießener »Anzeigers, die in die Hände unserer Lccirdstürmer gelangt und von Zimmer zu Zimmer reist, ein ehrliches Stück Heimatgefühl. Ter Mensch lebt wahrlich näht vom Brote allem..

Reißt mühin der Faden, der den deutschen Vatettandsver leidiger rirtt dem Einst verbindet, dank der eifrigen, wenn auch nicht immer glücklichen Täsigkeit der Feldpost niemals ganz ab. so wird die Zivilbevölkerung Frankreichs, die ihre männ­lichen »Angehörigen zu Zchntausenden ins ungewisse Los der ttze- sangenschaft wanden, sieht, noch ganz anders von Abschieüs- schmcrz und Trennungsweh heimgesucht. Die deutsche Heeres­verwaltung gestattet zwar auch hier einen offenen Brieffvechsel, aber nattirgemäh rrmfaßt dcc Spanne zwischen »Absendung eines ölchcn Schreibens ilnd dem Empfang der »Antwort aus einem >er Gefangenenlager manche Woche mtb manchen Monat. Haufen- iveise kommen daher oft französische Frauen und Mädchen zu deutschen Posten gelaufen und bestürmen sie mit Fragen, ob ihr Brief vom soundsovieltcn wohl in die rechten Hände gelangt, ob, wann und >vo »Antwort zu erwarten sei. «Oer mitfühlende Land- stnrmmann «hat mithin seine liebe Not, die Aufgeregten zu be­ruhigen und den »Vorschriften gemäß abzuweisen.

Vergleichshalbcr möge hier ein »Brief (in fteier Übersetzung) folgen, der dem Feldpvstamt B. zur Beförderung an einen in Maubeuge gefangenen iranzöffschen Landwehrmann ansgegeben wurde:H., 16. OK. 1914. Lieber Heinrich, ich schreibe Dir ein paar Worte, um Dir mitzuteilen. daß ich wohlauf bin. ebenso unsere Kleinen. Ich hoffe, von Dir so bald wie möglich Nachricku zu empfangen Die ganze Familie schließt sich meinen Grüßen ür Dich an. Ich schließe meinen Bries, indem ich Dich im Geiste umarme Fürs ganze Leben Deine Frau Angeliea Joly." Man sieht, die Sprache der Liebe ist interuational.

Hier ist nichts vv» jener »Phrasenhaftigkeft zu mlcrken, di« in amtlichen sranzösischen Schriftstücke» höchste Triumphe feiert, die beispielsweise bei »Ausbruch des Krieges in der Botschaft des Präsidenten der Republik an den Senat und die Kamimer der Ab­geordneten zum Vorschein kam und noch heute hie und da in »Bruchstücken an den Sttaßenecken zu lesen ist:Seit mehr als 40 Jahren haben die Franzosen in aufrichtiger FriedeuSl ebe alle Wünsche nach vollgülttger Genugtuung (des reparattons legitimes) in die Tiesc des Herzens verbairnt. «Sie haben der Welt das Bei­spiel eines großen Volkes gegeben, das aus seiner Niederlage durch »Willenskrast, Geduld und Arbeit entscheidend erstanden seine wiedererwachte und verffingte Stärke nur zum Nutzen des Fortschritts und zum Wohle der Menschheit verwandt hat." Sollten dem von der Kriegsgeißel so schiver getroffenen Volke nicht eiinnal die Augen darüber ausgeheu, zu wessen Vorteil es jetzt unermeßliche Werte hoftuungslos verschleudern muß? R. G.

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** Der Herzog won Braun schweig fft gestern abend in zwei »Automobile« nrit Gefolge und Dienerschaft hier eingetrofßen rrrrd hat rm Hotel,/ff-roßh erzog twn Hessen" »Wohnung genommen Heute morgeu um 9 Uhr trat der Herzog die Weiterfahrt nach Bra»rschwieig an.

8. Gießener Liebe-gaben fahr t. Von dem :Reserve-Jnfanterie-Regffneut Nr. 116 ging dem Herrn Ober­bürgermeister nunmehr folgendes Dankschreiben für die

erhaltenen Liebesgaben zu:

Euer Hochtvohlgeboren beehre ich mich, im Namen des mir unterstellten Regiments den allerherzlichsten Dank für die vielen Liebesgaben auszusprechen. Sie sind hochwillkom- nien, können vorzüglich gebraucht werden und siend für viele Leute geradezu eine »Wohltat. Indem ich Euer Hochwvhl-- geboren bitte, allen gütigen Spendern den aufrichtigen Dank übermitteln zu wollen, sende ich der verehrten Bürgerschaft der lieben Stadt Gießen des Regiments beste Grüße imdf verbleibe in vorzüglicher Hochachtung

Euer Hochwohlgeboren ergebenster v. Westernhagen,

Oberstleutnant und Regimentskormuorrdenr

** Stadttheater. Es fei auch an dieser Stelle auf die Schülervorstellung am nächsten Samstagnachnttttag 3 1 /, Uhr aufmerksam gemacht, die LessingsMinna von Barnhelm in anerkannt vorzüglicher Darstellung bringt.

** Die Verwendun g der Naturkräste rm Kriege. Eines der intereffantesten Problem« der modernen Kriegftihrung behandelte gestern abend in einem lehrreichen Vor­trage in der Aula der Universität Prof. Dr. König, indem er in fesselnden »kbuSführimg« namentlich die Entwicklung der Schießkunst von ihren Aniängen Mi untersuchte. Der Krieg als technisches Problem betrachtet, könne, so ffihrte der »Vor­tragende aus, keine Begeisterung wecken, deml er sei letzten Endes ein Rech«neremvel. Er spräche mit Zahlen, die dos Ergeb­nis kühler Rechnungen und zäher Versuche seien. »Alle mecha­nisch« »Arbeit bringe materielle Wirkungen hervor. Als man be­gann, diesen Zwecken die .Kräfte der Natur dienstbar zu machen.

trat die Technik zum erstenmal auf. Unser Zeitalter wirdchas

der Technik genannt: es kennzeickmet sich in diesem Sinne durch die »Beherrschung der Nattirkräfte.

»Vergleichen wir den technischen Apparat d-S Krieges mit demjenigen des Friedens, so finden wir, daß der rare das Spie­gel bild des andern fft. In alle Erffndungen des Friedens spielt fast unmittelbar das Interesse des zkttcges hineffi. Der sriedtiche Trannc des »Menschen von der Eroberung der Lust schuj eines der wichtigsten modernen Kriegsmittel. Ohne den starken Ansporn der Interessen der Landesvetteidignng «oäre es zu man­cher Erffnduug nicht gekommen. Die Fragen allerdings, >vie sich unsere technischen Hilfsmittel heule beivähren, nncoiel von ihnen noch vorhanden ist, darauf kann und dark nocl> nicht geantwortet werden. Tiefe Antwort Ivird der Große Generalstub geben, wenn er einst die ungeheure Bilanz dieses Krieges ziehen wird.

Die Entwicklung des Krieges hat sich in erster Linie an die Ueberwindung der Entfernung zwischen den Gegnern durch die geschlenderte Angriffswaffe gelialten. Die einsachste Att dieser Ueberwindung war der »W u r s, der geschleuderte Stein. In dem Bestreben, die Wurfweite zu erhöhen, verlängerte man den werfenden Arm und schul die Schleudern, Katapulte und Ballisten. Zu leichtfaßlichen »Ausführungen untersuckste der »Vottragend« so­dann die physikalische «Seite des »Wurfes, die Gesetze der »Bal-, l i st i k. Unter »Anwendung des in imseren Tabellen gebräuchlichen »Maßes des Metersilogranims, der Kraft, die erforderlich ist, ein Kilogramm einen »Meter hoch zu heben, ergibt sich, daß der M,e n s ch beim Wurfe eine solche von 4050 Meter/Kilogramm leisten könne, mit anderen Worten: Wenn der Diskuswerfer im »Augenblick des Loslassens seiner 2 Kilogramm schweren «Scheibe ein« Geschwindigkeit von 19 Metern in der «Sekunde ertellt, so leistet er eine »Arbeit von etwa 40 Kilogramm/»Metern. Die stärksten Wurf- maschinen der ftüheren Zeiten erreichten eine »Arbeitsleistung von 75 000 Kilograinlii/Metern. Eine vollständige Umwälzung aut Iran Gebiete der »Ballistik hatte die Ersindung des Schießpulvers zur Folge, ovn deni loir mft Stolz sagen können, daß sie einen Deutschen zum Vater hat. ?lls Beweis für die Tatsache führte der Redner Ariofts Raseichen Roland an. Das Kaliber der ftüheren Geschütze hat dasjenige unserer grüßten »Mörser um ein ganz Erhebliches übertroffen. So ichlenderten die Riesengeschütze der damaligen Zeit bei einem höchsten Kaliber von 76 Zentimetern Steinkugeln bis zu 800 »Pfund Gewicht. Ihre Ausgabe aber war bedeutend leichter als etwa die unsererFleißigen »Betta", denn sie schleuderten ihre Geschoffc aus geringer Entfernung. Dir Verbesserungen, die man in der Schießkunst oornahin, beschränken sich in den ersten Jahrhundetten aus die Waffe selbst. Eine wichttge andere Veränderung toar der lieber gang vom Rundgesckwß zum Lanageschoß und die Anbringung von Zügen im »Rohre, um das lleberschlagen der Geschosse zu ve» hindern. Nur die Tr e t b fr a f t- ber Geschoffe hielt sich all die Zeit unveräridert an das alte Schwarzpulver. Dann schenkte »ns die Chemie in der letzten Hälft« des vorigen Jahr­hunderts die Schießbaumwolle. Zunächst gelang es nicht, sie in der »Ballistik zu verwenden. Erst spät gelangte man mit zahl­reichen Versuchen dahin, ihr und den verwandten Zusammen« setzungen die brauchbare Verbrennungsgeschwindig­keit zu geben. Gleichzeitig damit trat die Rauchschwäche des Schusses rin, denn die Gase der heute gebräuchlichen Triebmittel verbrennen fast vollkommen. Tie Arbeit des den Laus verlassen­den Jnfanterirgeschosfts Modell 98 beträgt 387 Klgr. Im Rück­stoß sind ihr Grenzen gezogen. Anders ist etz bei der Arttllerie. Der Rückstoß wird bei ihr mechanisch ausgeglichen. Für ein 38-Zttn.-Schiffsgeschütz init 20Rttr. Rohrlänge ergibt sich eine Wucht, d. h. eine dem Geschoß ertelltc AnsangsgeschwiMiigkett und damit eine »Arbeitsleistung von 3 4 »Millionen Klgr., was

ungefähr der Gewalt zweier mit der Geschwindigkeit von 110 Klm. in der Stunde fahrenden zusammenstoßenden l)-ZÜAe entspricht. Irine lmndertpftrdrge »Maschine müßte anderthalb Sttinden lang

arbeiten, um eine solche »Arbeit zu leisten. Unsere modernen Grvß- geschütze sind »Präzisionsinstrumente, die mit den fernsten mathe- masischen Met«hoden arbeften.

Trotz der ins llngemesftne gesteigerten Wirkungen unserer Ge­schosse, denen man kaum eine Grenze erdenken kann, scheint es aber nicht wahrscheinlich, daß die Naturkräste dft Mttwirking des Men­schen jemals cmmöglich machen können, daß also in Zukunft die Steigerung der Waffenwirkungen einen Krieg ausschließen kann. Irgendwo würden immer Wille und Geist Mitwirken und das Wort: Und setzet Ihr nicht das Leben ein, nie wird Euch das Lebe« gewonnen sein", wird immerdar seine Geltung behalten. Denn der Krieg ist ganz zuletzt ein moralisches Problem

Der Vereinslazarettzug des Hessischen Roten Kreuzes kann Sonntag, den 29. und Montag, de» 30. ds. Mts. während der Zeit von 9 Uhr vormittags bis 4 Uhr nachmittags besichttgt werden. Für die Besichtigung wird zugunsten des Roten Kreuzes ein Eintrittsgeld erhoben, das am Sonntag vormittag (91 Uhr) 1 Mark, am Sonntag nachmittag (von 14 Uhr) 25 Pfennige und am Montag während des yan^n Tages (9 Uhr vormittags bis 4 Uhr nachmittags) 50 Pfmmge be- ttägt. Die eingehenden Beträge werden für den Lazartttzug ver­wendet. Ter Zug steht zur Bejichttgung aui dem Darmstädter Güterbahnhof, Eingang vom Tornheimer Weg, unmittelbar vor der Brücke, der HaltestelleStirnweg" der Sttaßenbahn.

Der Lazarettzug, der vom Landesverein vom Roten Sven, und dem während des Krieges mit ihm vereinigten Mice-Fravei»- Verein für .Krankenpflege mit Genehmigung des preußischen Kriegs­ministeriums ausgerüstet wurde, ist am Gebuttstag des Grob­herzogs seiner »Besttmmung übergeben worden. Zu diesem Zweck fand nachmittags 4 Uhr aus dem reservietten Tell des Hauptbahu- hoss eine steine Feierlichkeü in Gegenwatt einer Anzahl geladeu» Gäste statt. Nachdem die Großherzogin de» in voller Ausrüst»i>g ausgestellten Zug, der als sog. planmäßiger SilsslazarettMg die Bezeichmmg .^ereinslazarettzug T. 1" führt, eingehend besichtigt hatte, erfolgte durch de» Vorsitzenden de« Hessische» Landes Vereins, Erz. K o r w a n, die Uebergabe an de» Derritorml- delcgietten der freiwilligen Krankenpflege, Minister de« I n n er n Erz- v. H o m b e r g k, der für dir mustergültige Ausstattung des Zuges dann mit einer steinen »Ansprache dankte. Die Uebergabe des Zuges an tue «Linienkommandantur wird in den nächsten Tage» erfolgen nnd am 1. Dezember wird er zu den Truppen ff» Feld seiner »Bestimmung entgeqengefühtt werden. Der nette Lazarett,ng besteht aus insgesamt 37 Wagen mit 79 Achse» und enthält 33 Krankenwagen mit je 12 sehr praktisch eingerichteten Lagerstätten ftir liegende Verwundete, ferner einen Operattons- und Apotheker- wagen, je einen Wogen für die »Aerzte, den begleitenden Johatmiter Baron v, O t t i n g e r und den Rechnungsführer, zwei Wagen für das männliche und weibliche Kranknipflegepersonal, bestehend aus 41 Pflegern und 4 Pflegettnuen. Küchen- und Borratswaßen, 3 Heizkesselwagen usw. »Der Zug kann neben einer Anzahl L«cht- verwundettt im ganzen 272 «Schwerverwundete ausnehmen, für welche durchweg bequeme und praktisch eingerichtete Lagerstätten vorhanden find. Den ärztlichen Dienst versehen als leitender »Arzt Dr. med. B o g el-Heppenheim, dem zunächst die weiteren Aerzte «Sanitätsrat Dr Merkel-Darmstadt, Dr, Schmitt- Jugenheim a. d. B. und Dr. Bruch-Mainz zur Teste stehen. Zugführer ist Apotheker Oskar Krauß-Babenhausen, Stellver­treter Kauffnann Reidlinger-Mzey. Die mühevolle Vor- bereitung des VereinslazartttzugeS, die am 17. Oktober von der Zentralstelle genehmigt wurde, lag in den Händen des Herrn Ministettalrat Dr. Kratz, des Frttherrn nnd der Frttftau von Lettin gor. Baurat Prof. Knapp und ttner Anzahl Darm­städter Mediziner.

** Das Umrcchniingsverhältnis für Post­anweisungen nach Deutschland ist neu festgesetzt worden in N o r w e g e n aus 89 Kr. 100 Mark, und in S ch w e - den auf 88Kwnen = 100 »Marl.

Landkreis Gießen.

f Ellingshausen, »25. Nov. In der heutigen Kriegsbetstunde, welche nculzunttags 1 Uhr stattfand, gedachte der Geistliche unseres Landes Herrn beim Mar- sienst. «Zeine »Ansprache legte er die «teile 2. Samuelis Kap. 1 VerS 2527 zu Grunde: er hielt dann eine Trauer­andacht für den ani 13. »Noveinber den Heldentod, für d-as