Ausgabe 
24.11.1914
 
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-PostdienffanSrotzherzogS GeVnrtstag. Am 25. Nov. findet eine zweimalige Briefbestel-- luug sowie eine einmalige Geld- und Paketbestellnng statt. Die Postschalter sind von 89 vorm, und von 11 vorm, bis iVo nachm, geöffnet

** Die Geschäftsräume des Haupt st eueramts bleiben am 25. November wegen der Feier des Geburtstages des Grotzherzogs geschlossen.

** D i e Weihnachtssendungen. Die Reichs-Pvstvcr- waltung richtet auch in diesem Jahr an das Publikum das Er­suchen, mit den Weihnachtssendungen bald zu be­ginnen, damit die Paketmasscn sich nicht in den letzten Tagen vor dein Feste zu sehr zusammendrängen. Bei dem antzerordent- lichen Anichwellen des Verkehrs ist es nicht tunlich, die gewöhn­lichen Besörderungsfristcn einznhalten und namentlich auf weite Entfernungen eine Gewähr für rechtzeitige Zustellung vor dem W eihnach tss este zu übernehmen, wenn die Pa­kete erst am 2 2. Dezember oder noch später cinge- liefert werdeir. Die Pakete sind dauerhaft zu vervacken. Etioaige aus dem Verpackungssioss vorl>andene ältere Aufschriften und Beklebezettel müssen beseitigt oder unkenntlich gemacht werden. Tic Benutzung von dünnen Pappkasten, schwachen Schachteln, Zi­garrenkisten usw. ist im eigenen Interesse der Absender zu vermei­den. Tie Aufschrift der Pakete muh deutlich, v o l l st ä n - big und haltbar hergestcllt sein. Kann die Aufschrift nicht in deutlicher Weise auf das Paket selbst gesetzt werden, so empfiehlt sich die Verwendung eines Blattes weihen Papiers, das der ganzen Fläche nach fest aufgeklebt werden muh. Am zweckmäßigsten sind gedruckte A n s s ch r i f t e li aus weißem Pa­pier, dagegen sind Vordrucke zu Paketkarten ungeeignet sür Palei- ausschristen. Bei in Leinewand verpackten Sendungen mit Fleisch und airüeren Gegenständen, die Feuchtigkeit, Fett, Blut usw. ab- seyen, darf die Aufschrift nicht aus die Umhüllung geklebt werden. Der Name des Bestimmungsorts muh recht groh und kräftig gedruckt oder geschrieben sein. Tie Paket­aufschrift muh sämtliche Angaben der Paketkarte ent­halten, also auch den Frankovermerk, bei Paketen mit Postnachnahmc den Betrag der Nachnahme sowie den Namen und die Wohnung des Absenders, bei Eilpakctcn den Vermerkdurch Eilboten" usw., damit im Falle des Verlustes der Paketkarte das Paket doch dem Empfänger in gewünschter Weise ausgehändigt werden kann. Auf Paketen nach großen Orten ist die Wohnung des Empfängers, auf Paketen nach Berlin auch der Postbczirk (C, W, SO usw.) anzugeben. Emvsehlenswert ist die Anbringung einer zweiten Aufschrift innerhalb der Verpackung. Zur Be­schleunigung des Betriebs trägt es wesentlich bei, loenn die Pakete s r a n k i e r t a u f g e l i e s e r t, d. h. die zur Frankierung erforderlichen Marken schon vom Absender ans die Paketkart- geklebt werden. Die Versendung mehrerer Pakete mit einer Paketkarte ist für dieZcit vom 12. bis ein­schließlich 2 4. Dezember weder im inneren deut­schen Verkehr noch im Verkehr mit dem Ausland gestattet. Gemeinschaftliche Einlieferungsbcscheinigungen über meh­rere gewöhnliche Pakete werden in der bezeichneten Zeit nicht ausgestellt.

** Das Kranken-Automobil, das bekanntlich einer Spende des Geh. Kommerzienrat H e i ch e l h e i nt sein Dasein verdankt, hat für den Transport der Verwundeten sich glänzend bewahrt. Es wurde bisher damit in 496 Fahr­ten eine Wegstrecke von 1600 Kilometern zurückgelegt, und 1115 Verwundete wurden befördert. Von der Heranziehung der Privatautos zum Verwundeteittransport hat mau in letzter Zeit nur im äußersten Notsall Gebrauch gemacht, doch muß dankbar anerkennt werden, daß Privatbesitzer ihre Wagen gern und willig in den Dienst der Nächstenliebe stellen, lvenn dieselben darum gebeten irrenden.

**DasRegierungsblatt enthält in seiner letzten Ausgabe u. a. eine Verordnung, betreffend die Abänderung der Verfassung der Lan des un i»er f i tat Gießen.

** In dem Bericht über das Stiftungsfest des Man nerturn Vereins ist der Name des 1. Vorsitzenden irrttimlich mit Carl Lenz statt Carl Lang angegeben.

Landkreis Gießen.

.. L i ch. 24. Nov. Auf Anregung unseres Bürgermeisters T ärmer wurden hier und in einer größeren Anzahl benach­barter Dörfer Sammlungen sür die schwer geschädigten Be­wohner der oft preußischen Grenzmarken veranstaltet. Diese Anregung siel bei der opferbereiten Bevölkerung aus den günstigstcu Boden. In großen Mengen wurden zur hiesigen Hauplsanmielstellc, deren Leitung Hemptlehrer Roth übcruom- mtn hatte, gebracht: Kleidungsstücke und Wäsche für Männer, Frauen und Kinder, Strümpfe, Stiesel, Schuhe, Mützen, Hüte, Möbel, Betten, Küchengeräte, Kinderwagen, Porzellan und viele andere im Haushalte nötigen Gegenstände. Außerdem lieferten manche Gemeinden der Umgegend ganze Wagen voll Kartosseln, dazu Kraut, Wirsing, Kohlrahen, dörre Bohnen, Linsen, Reis, Dörrobst usw. Drei schtvrrbeladrne ErjenbaAuoagen nnt diesen Liebesgaben gingen im Zeiträume von 14 Lagen an den Vor­sitzenden des Hilisausschusses, Oberbürgermeister Tr. Körte in Königsberg i. Ostpr., von hiesiger Station ab. Auch Geldspenden gingen reichlich ein, und es ist erstaunlich, zu scheu, welche ver­hältnismäßig hohen Beträge besonders gering l>emittette Leute sür diesen schönen Zweck opferten. Allen gütigen Gebern wird hierdurch Iwrzlicher Tank ausgesprochen, lieber das Endergeb­nis der Geldsammlung, die noch nn Gange ist, werden wir später berichten.

<?) L a g - © ö n 6, 23. Nov. Hier wurde ein« reichliche Weihnachts-Liebesgabe sür das Jnlanterie - Regiment .BischweileiK von hiesige,> Einwohnern gesoendel und an das Komitee in Gießen zur Milbelörderung abgelandt. Bei dein Regi­ment dient eine Anzahl Krtegslreiwilllger ans unserer Genieinde.

i. Ettingshausen, 24. Nov. Den in dieser Woche abgehenden Weihnachtspaketen an unsere Soldaten werden auch die Liebesgaben beigepackt, die von den Frauen und Mädchen der hiesigeit evangelischen Gemeinde hergestellt wurden. Dieselben bestehen aus allerlei Wollsachen und Weihnachtsgebäck. Daß auch sonst allerlei nützliche und er- fteuliche Dinge wie Stearinlichle, Zigarren und Tabak nicht fehlen, ist selbstverständlich.

Kreis Schotten.

O Herchenhain, 23. Nov. Bon den siebe» Reservisten, die zujanime» am 4. Modilinachungstage unseren Ort verließen und auch zusammen der 6. Kompagnie des Reserve-Jnsanlerie- Rcgiments Nr. 116 zngeteilt wurden, ist znrzeil keiner mehr bei der siomvagnie zu sinden. Am 28. August verloren sie bei Mouzon schon einen Kameraden durch de» Tod. In weitere» Ge- iechlen wurde» drei vertvundet. Am si. Oktober, bei eurem Ltnrm- augriss gegen Li: Engländer, wurde einer von den Tapleren ver­wundet, die beiden letzte» sind de» Heldentod sür da« Vaterland gestorben und sollen nach Aussage des Verwundeten in einem Grabe bestattet morden sein. Do» den weiteren Kriegern ans unserem Orte verunglückt« ein Landwehrmann bei den Pferden, von einem anderen Ländwchrmanne >«HIt schon seit dem. Sev- leutbcc >«de Nachricht. Drei von den altwen Soldaten wurde» schwer verwundet. Im ganzen sind von den 30 ins Feld a»s- gerückle» Dnterlandsverleidigekn acht verivnndet, drei gesallen und einer gilt als vernitßt.

X Sichenhausen, 23. Nov. Gelreiter der Relerve Hein­rich B e u l e r hier, der beim Jnlanterie-Regiment Kaiser Wilhelm Nr. NS am 22 August bei Anloy verwundet wurde, ist nun, nachdem er völlig genesen, am vorigen Samstag gegen die R s s e ii aujgezogen.

Kreis Friedberg.

ck, Bad-Nauheim, 33.Nov. Bis zuni 31.Oktober 1914 betrug die Person«nfrequenz 26 982 Kurgäste und die Bäderabgabe 344491.

Starkenburg und Rheinhesse».

Ä Darmstadt, 22.Nov. DerGroßherzog und die Grobherzogin haben sich Sonntag vormittag ün Auto­mobil nach Frankfurt zum Besuch des verwundeten Prin­zen Friedrich Karl von 5)essen begeben, von wo sie am Abend wieder nach Darmstadt zurückkchrten. Tie für Sonntag festgesetzt gewesene Wiederabsahrt des Großherzogs zu den Truppen im Felde erfolgte daher erst Montag. Bon den ca. 5000 jungen Schleiiern, die anfangs voriger Woche nach Darmstadt gebracht und hier zumeist in Massenquarticren einlogiert worden waren, sind am Sonntag in den Abendstunden etwa 3200 Mann in drei Sonderzügen wieder nach ihrer schlesiscksen Heimat zu rück­st esch afft worden. Es ist das jedenfalls eilt sehr erfreu­liches Zeichen dafür, daß sich nach den neuerlichen großen Erfolgen der deutschen Waffen an der Ostgrenze die ganze Situation daselbst wieder wesentlich günstiger gestellt lgat.

m. O s s e n b a ch a. M., 24. Nov. Die neuerrichteteA rbeits- w e r k st ä t le für arbeitslose Frauen und Mädchen ist nunmehr in Betrieb genommen worden. Es werden dort bereits mehrere hundert Frauen und Mädchen beschäftigt. In der Haupt­sache werden Mililärsachen, wie Hemden, Wollsachen und üergl. angefertigt, dir von den eingestellten Arbeiterinnen, die in Ojsen- bach ansässig und bereits das 16. Lebensjahr überschritten haben müssen, nach kurzer Anlernung zu Hause angefertigt werden. Die Akkordlöhne sind so bemessen, daß unter Festlegung eines Höchst­satzes die Äctrefjendcn ihren Lebensunterhalt bestreiten können. Tie Maßnahme der Festsetzung des Höchstoerdienstes wurde des­wegen getrosten, damit möglichst viele Beschäftigung erhalten können. Zur Beschaffung der erforderlichen Materialien wurden tädtischerseits 10 000 Mark einstweilen zur Verfügung gestellt. Die Zahl der arbeitslosen weiblichen Arbeiterinnen beträgt zur­zeit 3000.

O Affolterbach, 22. Nov. Am letzten Mittwoch fand in der Kirche für den gefallenen Krieger Nikolaus Kr äin er eine Gedenkfeier statt. Der Gefallene ist das dritte Ovser, das der Krieg in unserer Gemeinde gefordert hat. Daß unsere deut­schen Soldaten nicht dieBarbaren" such, als welche sie von unseren Feinden verschrien werden, geht auch aus einem Feldpostbrief eines hiesigen Kriegers hervor. Es heißt darin u. a.:Seit 15. d. Mts. sind wir das erstemal unter Obdach. Einige Familien sind hier wieder angekomme», oft koinmen deren Kinder zum Essen; wir haben sie in der Ndittq, und sie essen kräftig mit, manchmal geben wir ihnen auch nock> mit nach Hause/'

A Wald-Michelbach, 22. Nov. Unter dem Vorsitz des Geheimrals von H a h n - Hepvenheim fand am vorigen Freitag nachmittag eine gemeinschastliche Sitzung der Vereine vom R o t e n K r e u z des Bezirkes Hevvenheim im nahen Weinheim statt. Erschienen waren Vertreter der Gemeinden Wald-Michelbach, Fürth, Birkenau, Affolterbach, Lampertbeim und .Hirschhorn. Den Hauvtgegenstand der Tagesordnung bildete die Versendung von Wcihnachtspaketen sür unsere Truppen im Feld.

O Mainz, 23. Nov. Der Eilgüterzug 6031 Richtung Bischofs heimKaiserbrückeMainz überfuhr

heute vormittag 12 Uhr 47 das in Haltestellung befindliche Signal F bei Kaiserbrücke-Ost rechtes User und fuhr dem aus der Richtung Biebrich-Ost kommenden Güterzug 7 306 in die Flanke. Der Personenzug 1607 aus Rich­tung Mainz nach Biebrich-Ost wurde durch in das Profil ragende entgleiste Wagen leicht gestreift, zwei Schaffner des Güterzuges und eiu gleisender des Personenzuges wur­den durch Glassplitter leicht verletzt. Entgleist sind 13 Güterwagen, darunter einige stark beschädigt. Alle vier Gleise waren gesperrt, Gleis MainzBiebrich-Ost war 7 Uhr 15 wieder fahrbar, die Sperrung der übrigen Gleise dauerte weitere zivei Stunden. Einige Personenzüge fielen aus. Die Ettzüge 134 und 154 wurden über Mainz-Kastel geleitet. Me Untersuchung des Unfalles ist eingeleitet.

ch. Aus R h ein h e s sen, 23. Nov. Die Zuckerrüben­ernte ist in Rheinhessen in vollem Gange, während in den srüheren Jahren die Ernte recht schnell beendet war. zieht sich das Einbringen der Zuckerrüben diesmal recht in die Länge. Die Zuckerfabriken nehmen in diesem Jahre immer nur die Menge Rüben auf, die sie sofort verladen können. Da aber die ihnen zur Verfügung stehende Wagenzahl nicht allzu groß ist, wird das Geschäft noch einige Zeit dauern. Mit dem Ertrage der dies- jälirigen Ernte können die Pflanzer durchweg zufrieden sein.

Kreis Wetzlar.

O Gleiberg, 23.Nov. Ein weiteres Opfer hat der Krieg aus unserer Gemeinde in dem Briefträger Karl Leib gefordert. Leib war ein knappes Jahr verheiratet.

f. Lützellinden, 23. Nov. Der hiesige Krieger­verein sendet allmonatlich cm seine im Felde stehenden Mitglieder Pakete mit Liebesgaben. Derselbe bewilligte auch die Summe von 100 Mk. zur Unterstützung hilfsbedürf­tiger Familien der ins Feld gezogenen Krieger. Den an­sehnlichen Betrag von 300 Mk. bewilligte die hiesige Ge­meindevertretung, damit jedem im Felde stehenden Gemeindeglied ein Weihnachtspaket übersandt werde. Die Uebungsstunden der hiesigen Fugendwehr- gruppe sind auf Sonntag nachmittag festgelegt. Außerdem findet jeden Freitag, abends 8 Uhr beginnend, eine Justruk- tions- und Vortragsstunde statt.

r Hessen-Nassau.

h Hanau, 23. Nov. Von den polizeilich sestgestellten Kartofjelvorrätcn hat der Landrat sämtliche über­schüssigen Kartosseln beschlagnahmen lassen und stellt sie einer Bekanntmachung zufolge stir Rechnung der Eigentümer zum Verkauf ans. Die Bürgermeister der einzelnen Gemein­den wurden mit deni Verkauf der bedeutenden Bestände beauftragt. Zugleich hob der Landrat das sür den Stadt- und Landkreis er­lassene Kartosselaussuhrverbot ans.

Universitätr-Nachrrchten.

Berlin, 23. Nov. lPriv-Tel.) In den Kämpfen bei V p e r n siel der bisherige Privatdozent an der Universität Leip­zig, seit dem 1. Oktober 1914 außerordentlicher Professor sür deutsche Rechtsgeschichte und deutsches Privattecht an der Universi­tät, Basel, Dr. jnr. Meister.

tßcri ctjtifool»

Berlin, 23. Rov. lPriv-Tel.) DasBcrl. Tageblatt" meldet aus Insterburg: Zahlreiche Plünderer hatten sich vor dem Jnsterburger Kriegsgericht zu verantwotten. Drei russi­sche Untertanen, die Arbeiter Rollkewitz und Kollpack, sowie di« Arbeiterin Lipke, welche bei geflüchteten deutschen Gutsbesitzern in Dienst waren, wurden wegen Plüiiöerunq zu süns bezw. dreizehn Jahren Gefängnis verutteilt, ein Arbeiter Fresdorf aus Sam- lucken bei Schirwindt, welcher eine ganze Wohnungseinrichtung gestohlen hatte, zu sechs Jahren Zuchthaus._

vermischte».

* Heber das Edelweiß. Eine Leserin in München schreibt uns: In Ihrem geschätzten Blatt« lese ich soeben den Attikcl:Die Wahrheit über das Edelweiß" und erlaube mit folgendes darüber zu bemerken. Nach einiger Erfahrung besteht meiner Ansicht nach ein großer Unterschied zwüschen dem Edelweiß im Hochgebirge und dem Edelweiß in Gärten gezüchtet, da dieses an Frische und Sck>önheit jenem nicht gleichkommt. Das Edel­weiß, welches ich selbst im Schweizer Hochgebirge über Saas-Fee lKanton Wallis) pflückte, bildete einen großen Kontrast zu der Blüte, die ich in einem Genfer Privatgarten sah, demi hier konntr man die Blume nicht mehr Edelweiß nennen, da ihre Farbe, mit

her Länge der Zeit, zwischen grau und grün schwankte. Dies ist um so begreiflicher, da ich die schönsten Blütensterns im Gebirge nur an feuchten, stets sickernden Stellen angettosfen habe. Und was die Abstammung dieser Blume in den Steppen anbetrifst, so^habe ich eine derartige Blüte dort nie gesellen, obgleich ich einige Jahre in den südrnssischen Steppen zubrachte und dort öfters aus die Such« nack, schönen Feldblumen ging: cs müßte beim sein, daß sie sich in den sibirischen Steppen befindet.

Briefkasten der Redaktion.

(tlttontiRie Ansrngen bleiben unberücksichtigt.)

Dl. G. W. Wir verweisen Sie aus die Notiz unter .Stad und Land* in der heuligen Nummer, die über Ihre Frage Aus fnntt gibt.

kirchliche Nachrichten

Evangelische Gemeinde.

Mittivoch, den 2>. November, abends 8 Uhr: KriegSbetstunde i» der Johanneskirche. Plärrer A u S i e l o.

Amtlicher Wetterbericht.

Oeffentlicher Wetterdien st, Gießen. Wetteianssichlcu in Dessen am Mittwoch, den 25. Nov. 1911:

Wolkig, vereinzelte Niederschläge, Temperatur wenig geändert, nordwestliche Winde.

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Meteorologisch e veobachtungen der Station Giehes.

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Höchst« Temperatur am 22. bis 23. Nov. 191 1 = -f- 0.3 "C. Niedrigste , . 22 , 23. » 1911 = 3,1' ,

Nieüersckilaq: 0,0 mm.

Letzte Nachrichten.

Falsche Friedensgerüchte.

K o p e n h a g e n, 23. Nov. lWTB. Nichtamtlich.)Politiken" schreibt: Ständig gehen Friedensgerüchte um. Seit dein 3. Okto­ber verbreitet SieDaily Chronicle" Nachrichten, wonach die Deutschen Annäherung an einstußreiche Franzosen suchten, um zu erfahren, ob Frankreich stir einen Friedensvorschlag aus der Grundlage der Abtretung von Rletz nnd eines Teiles des Elsaß zugänglich: sei. Vor vier Tagen brachte dieMorning Post' ein Telegramm ans Rom, daß die Deutschen den Frieden mit Ruß­land suchten. Jetzt haben dieDaily News" eine Nleldnng ihres Korrespondenten in Washington wiedergegeben, nach der die Re­gierung der Bereinigten Staaten von Nordamerika von deutscher Seite um ihre Friedensvernsttttnng angegangen worden sei. Da dieDaily News", obgleich Regierungsblatt, während des jetzigen Krieges die verschiedensten Meldungen gebracht haben, d,e auf gleicher Höhe mit denen derTastv Chronicle" und derMor­ning Post" standen, muß diese Nachricht iiber nahe Friedensans- sichten mit großer Vorsicht ausgenommen werden, da sie ostenbar nur dazu bestimmt ist, in Englach eine gute Stimmung zn er­kalten. Es ist augenblicklich gang undenkbar, daß die deutsche Regierung Friedcnsoerhandlnngen wünscht. Der Mindestpreis für den Frieden wird die Aufgabe Belgiens rmd die Zahlung einer Anzahl von Milliarden als Kriegsentschädigimg sein. Mistenden, steht Deutschlands Heer ach feindlichiem Boden, uch seine Flotte ist noch gar nicht in Aktton getteten. Daher würde ein Friedens­vorschlag der denichen Regierung dem Volke als ein Verrat imd als Vergoldung aller bisher gebrachten Opfer erscheinen. Ein Krieg, der um die Wellherrschaft begonnen worden ist, loird nicht nach drei bis vier Monaten aufgegeben.

Ein Eingreifen Bulgariens?

i. K ö l n, 24. Nov. DieKöln. Zdg." meldet aus Zürich: Die TurinerStampst' hält ein Eingreifen Bulga­riens für unmittelbar bevorstehend. Die offi­ziöseKambana" schreibt nach dem genanTtten italienisckfeir Blatte:

Wir sind vollkommen entschlossen, ganz Mazedonien bis zum Flusse Bistritza zu besetzen. Von der Türkei haben wir nichts zu verlangen und mit Rumänien wollen wir in Frieden leben. Es liegt in unserem Interesse, ein starkes Rumänien zwischen uns und dem russischen Bären zu haben. Unser einziger Zweck ist die Vernichtung Griechenlands und Serbiens.

Eine Schlappe der Franzosen in Marokko?

Madrid, 23. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Nach glaubwürdigen Zeitungsnachrichten lmben französische Truppen bei Kanifra am 13. dieses Bdonats eine schwere Schlappe erlitten. Es sollen mindestens 23 Offi­ziere und 600 Mann gefallen sein. Die Marok­kaner eroberten zwei Batterien.

Englische Truppenlandungen in Palästina?

i. l n, 23. Nov. DieKöln. Zbg." meldet aus Zürich: Nach einer Melduitg derTribuncr" ist in Athen das Ge­rücht verbreitet, daß die Engländer Truppen in Jaffa gelandet haben.

Durchstechereien in England.

i. Köln, 24. Nov. DieKöln. Ztg." meldet von der hol­ländischen Grenze:Daily Chronicltt' führte nach einer Meldung desNieuwe Rotterdamsche Courant" einen Feldzug gegen Durch­stechereien zum Nachteile des Kriegsnttnistettums. Das Blatt ver­sichert, daß innerhalb der englischen Eisenindusttte ein Ring be­stehe, der von der Regierung höhere Preise verlange als von Privaten.

Fluchtversuche dl einem englischen Gefangenenlager.

London, 23. Nov. <WTB. Nichtamttich.) Das Reuter- sche Bureau berichtet: In Douglas aus der Insel Man versam­melten sich im Gefangenenlager am letzten Donnerstag auf ein gegebenes Zeichen im großen Speisesaal 2000 Kricgsgesangcne und überfielen die Wache nnt der Wsicht, zu entkommet,. Diese schoß in die Lust, und als dies irichvs nützte, w-urde eine scharfe Salve abgegeben, durch die 4 Manu getötet oder verletzt und 12 ernstlich verletzt wurden. Die Bcrwuicdeteu witrden ins Spital gebracht. Die übrigen Gefangenen ergaben sich. Ein Mann, der, um zu entrinnen, ans das Dach gevettert war. siel herab und zerjchmettette sich die Schädeldecke. Eine llnlersuchung des Vorfalles ist etngeleitet. ,

ist in Paketen zu 15, 30 und <10 Pfg.

überall zu haben.

Unübertrefflich zur Bereitung von Pudding» u. Mehlspeisen sowie zum Verdicken von Suppen.

Sine segensreiche Erfindung für untere im Felde siebenden Krieger isi die Noisignalpseisc »Hilfe". Jeder c-olda> kann, wenn er oerivlmdci ist und die eigne» Kräiic nicht mcbr reichen,m sich bemerkbar »u machen, durch eine» Lusihauch ein meitbiii ichallrndes Signal abgeben. In vielen Fällen also kann diese Pseise ein IKbenS. retter sein. Siehe Auzeiae.