Ausgabe 
21.11.1914
 
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3t 214 Drittes Blatt 164. Jahrgang

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f*e«£«« 5fl«iH*nW4tter werden dem viermal wöchentlich beigelegt, das «reirblatt für den Kreis Sietzen" zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen 3eit

sraoen" erscheinen monallich zweimal.

Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Samstag. 21. November 1914

Rotationsdruck und Verlag der Brählfchen Unioerstläts - Buch- und Eteindruckerri.

R. Lauge, Gießen.

Schrcktleckung,Geschäftsstelle u.Druckerei: Schul straße?. Geschäitsstelle u.Verlagts^öl, Schrift- leitung: Adresse für Drahtnachrichten:

Anzeiger Gießen.

Lnegsbnefe aus dem Westes.

Von mfferm Kriegsberichterstatter.

Mnberrchttgtrr Nachdruck, «ich auszugsweise, dcrintOL)

Die Erlegung des Bauernjchrecks.

.Großes Hauptquartier, den 14. Mo. 1914.

Bon Mund zu Mund pflanzt sich durch dic vielen Meilen atierer Schützengräben an der westlichen Kainpfesfront die rohe Kunde fort: Der Bauernschreck ist gefallen! Ter Bau- wuschreck, um den es sich handelt, war ein kleines Flugzeug ,on ganz besonders leichter und beweglicher Bauart. Man agte, daß es von einem berühmten Sportsmann gelentr verde, und man nannte die Namen verschiedener französischer Flieger, die sich mit Auszeichnung auch auf den deutschen Zlugplätzeu gezeigt hatten, wenn es galt, den Kamps um nnen Weltrekord auszufechten Aber Genaues konnte nie- nand sagen, auch die französischen Gefangenen, welche ver­lört wurden, wußten nichts über den Insassen dieses Fahr-- ,euges anzugeben, welches doch offenbar und mit Recht der Stolz der Franzosen war.

Der Bauernschreck, durch seine Gestalt und durch den Eon seines Motors weithin erkennbar, tauchte mit unbeding-- ex Pünktlichkeit jeden Abend gegen fünf Uhr über den deut- chen Schützengräben eines bestimmten Gebietes südlich von Keims auf, warf eine Bombe ab und verschwand dann wie- )er, durch das Feuer unserer Truppen wenig behelligt. Es wöge hier in Anmerkung gesagt werden, daß das Lerab»- wlen eines Fliegers sehr schlickerig ist. Die Löhe, von der ins die Flieger bei klarem Wetter durchschnittlich ihre Be- ibachlungen machen, ist für Jnfanterieseuer kaum erreich- ,ar; auch ist cs erstaunlich, welche Verletzungen die Trag­ischen, das Rahmenwerk, die Drähte und selbst der Motor wleiden können, ohne daß man des Fliegers habhaft wird. Zn einer ganzen Reihe von Fällen ist es Fliegern, sowohl xutschen wie französischen, nachdem der Motor durch eine Kugel außer Gang gesetzt worden war, gelungen, im Gleiv- ftug niederzugehen und innerhalb der eigenen Linien zu anden. Kugellöcher in den Tragflächen hat wohl jedes Flug- ieug aufzuweisen, wenn es erst einige Male die feindliche Stellung überflogen hat. Diese Löcher werden dann mit Pflaster verklebt und mit dem Datum versehen, und der Flie-- jer ist umtfo stolzer auf sein Fahrzeug, je mehr dieser ehren- lollen Schmisse er aufweisen kann.

Solcher Schrammen und Ankratzer wird der Bauern- chreck sicherlich eine ganze Anzahl gehabt haben, denn jeden Abend, wenn er sich zeigte, wuchc er selbstverständlich aus unseren Schützengräben heraus sehr energisch beschossen. Aber, als ginge ihn das nichts an, näherte er sich seipeftr Ziele, warf die Bombe ab und hatte fast immer einige töd­liche Erfolge zu verzeichnen. Im allgemeinen treffen die französischen Flieger mit chren an sich ja sehr wirksamen Bomben schlecht, viel schlechter als unsere deutschen Flieger; der Bauernschreck war also auch in dieser Hinsicht eine Klasse für sich. Nachgerade wurde die verhängnisvolle Pünktlich­keit, mit der er arbeitete, unheimlich Er begann bei den Be­wohnern der Schützengräben eine gespenstische Berühmtheit zu gewinnen, wie der fliegende Lolländer und der Klabautev- mann bei unseren Seeleuten. Mehrfach waren unsere Flie­ger rechtzeitig ausgcstiegen, um den behenden Unhold zum Kampf in den Lüften zu stellen. Und dabei entfaltete er eine neue unheimliche Eigenschaft: unsere Flieger begegneten einem mörderischen Schnellfeuer, welches zeigte, daß der Bauernschreck mit einem Maschinengewehr oder einem auto­matischen Gewehr ausgerüstet sein mußte. Bei einer dieser Verfolgungen, denen sich das französische Flugzeug stets mit

bewundernswerter Gewandtheit zu entziehen wußte, des merkte der als Beobachter ausgestiegene Fliegeroffizier, daß sein Fahrer, ein Nnterosfizier, der eben noch frisch und schneidig am Steuer gesessen hatte, plötzlich wie vor Kälte fröstelnd langsam in sich zusammensank. Er ermunterte ihn dürft, Zuruf und durch ein paar freundliche Rippenstöße, weil er glaubte, den starken Mann habe ein plötzlicher Ohn­machtsanfall gepackt. Mer der Fahrer schüttelte nur schwach abivehrcnd mit dem Laicht und hiell mit immer starrer und wächsener werdenden Fingern krampfhaft das Lenkrad fest. So landete das Flugzeug auf einem Gleitfluge von über vier­zehn Kilometer Länge sicher auf dem Felde der deutschen Fliegcrstalion. Hier entdeckten die herbeieilenden Kameraden, daß ein Sterbender, ein fast Toter, das Flugzeug sicher und geistesgegenwärtig gesteuert hatte. Er lag, von einer Flintenkugel quer durch beide .Hüften getroffen, in den letzten Zügen, als man ihn aus eine Krankenbahre bettete. Mer er erkannte noch alle Umstehenden und fragte seinen Haupd- mann mit verlöschender Stimme, aber mit in hohem Stolz aufleuchtenden Augen: ,Labe ich das nicht gut gemacht ?" Und noch einmal verklärte sich sein Antlitz, als ein Oberst herbeieilte und dem Sterbenden das Eiserne Kreuz 1.Klasse auf die Brust heftete. Daun ging der Held hinüber.

Ms man dem Bauernschreck mft den progran,mäßigen Mitteln gar nicht beikam, beschloß ein Reserve-Urtillerie-- hauptmann wieder einmal ein Erenrpel auf das erdig neue Ei des Columbus §n machen!. Er baute über Tags mit seinen Leuten einen Kanonensband sehr abwegiger Art für eine Feld Haubitze, bei dem die Räder auf eine tonnengrtige Ruridung zu stehen kamen. Dieses Kunstwerk fand zunächst sehr geteilten Beifall. Es sollen ziemlich spöttische Bemer­kungen über die erfindungsreichen .Köpfe der Herren von der Reserve gefallen sein, und jemand soll sogar gefragt haben, ob dies überstelle Steilfenergeschütz etwa zur Be­schießung des Mondes dienen solle. Aber unser Hauptmann ließ die Ueberklugen lachen und wartete, bis der gefährliche Bogel wieder seinen Raub'flug am Abendhinrmel an trat. Tie Uhr ging auf fünf, gleich mußte er kommen, und schon hörte man das Schnurren des Motors, schon erkannte man deut­lich die Umrisse des Bmiernschrecks. Nun haben wir ihn da, wo wir chn kriegen können. Ter wunderliche Unterbau er­weist sich als ein glänzender Zielbehelf, und schon kracht der erste Schuß. Er ging zu ttef, aber in dem Bewußtsein, was es gilt, haben die Kanoniere bereits wieder geladen, der zweite Schuß kracht, der Bauernschreck überschlägt sich, eine Feuergarbe flammt am Wendhimmel aus, und eine rußige Rauchsäule nach sich ziehend, stürzt das brennende Flug­zeug zur Erde. Von allen Sellen strömen unsere Leute zu­sammen. Das Flugzeug ist durch einen Volltreffer sehr zerstört, doch läßt sich die Konstruktion noch in allen wissens­werten Einzelheiten feststellen. Tie beiden Insassen sind bis zur Unkenntlichkeit verkohlt. Kaum kann man noch an eini­gen Ueberresten wahrnehmen, daß der eine ein Offizier und der andere ein Zivilist war, was natürlich nichts besagt. Sie wurden beide mit allen soldatischen Ehren, die einem tapferen Feinde znstehen, in ein gemeinsames Grab bestattet. Wie ein Lauffeuer aber ging es von Mund zu Mund, so well vorher der gefährliche Ruf des geheimnisvollen Flugzeuges gedrungen war: Der Bauernschreck ist erlegt! Und merk­würdig, wie eigenartig die ständige Gefahr uns Mäuschen erzieht: dieser Ruf war für den, der genau hinhörte, nicht ganz reine Befriedigung; sondern in die Freude, in das Auf­atmen der Befreiung, war ein leises Bedauern gemischt, und die unbedingte Verehrung vor der Heldenhaftigkeit, die im steten Angesichte des Todes der Menschen wahrer Adel ist, die den Groll auslöscht gegenüber dem ritterlich gefallenen Feinde. W. Scheuermann, Kriegsberichterstatter.

Feldpostbrief eines hessischen Geistlichen.

Unterm 1. d. Mts. sandte Herr Pfarrer Lic. Flöel nachstehenden Feldpostbrief aus Feindesland, de» wrr dem Allg. Anz. für Langen und Umg." Nachdrucken:

Gott zum Gruß meine liebe Langencr Gemeinde!

Als vor eiwa sechs Wochen unser hessisches Oberftmsiiwrnmr den Pfarrei- Hessens dic Erlaubnis gab, als akttve Soldaten in der Front an dein gewaltig« Ringen teiltzunehm«, in dem es ccm Deutschlands höchste Güter geht, da erlebte mancher innge Pfarrer im Hessenlandc eine Befreiung von sckyverem innerem Drucke. Millionen Mämcer, die Blüte unseres Volkes, standen draußen, um ihr Höchstes, das Leben, ecktMsetzen für das Vater- land. Aber wir Pfarrer inußten, imrrd das Gesetz gebmcden. zurückstehm. Wir Pfarrer, die wir rmmer gepredigt hatten vom Opfer, wir sollten irun zu Hause bleiben, wo die anderen alles auf das Spiel setzen, Gesundheit und Lebensglück. Das big schwer aus vielen von ims. Wir bloße Mtmdheldeii, wie Wort­brüchige kamen wir uns vor gegenüber dem Evangelium der Liebe, das wir verkündet, der Liebe, dir alles tellt mir den Brüdern, die alles wt für sie. Jene Erlaubnis aber machte uns das .Herz wieder frei. Run durften ja auch wir zur Fahne, nun durften auch tvir das Schwersch mit unseren Brüdern tragen, das Schwenke' Gewiß, zu Hause gibt es in dieser KriegMeit aueli Schweres zu tragen. Ülber, ick weiß es nun aus Erfahrung, das Sätwerere liegt auf denen, die draußen stehen. Was man erlebt, wenn man in den Kugelregen lMeinmarfchiert, ivcnu man vier 'Tage lang, wie unser junges iftegimeitt in der letzten Woche, in kleinen .Erdlüchern sitzend das .Höllenkonzen der Granaten und Schrapnells und Surren der ctzewehrkugeln ion_ sich hat, wenn einen der Tod jede Minntc umlaueN und wenn selbst beim Ansruhen in der Reserve die Granate jeden Augenblick baö schützende Dach durchschlagen kann, unter dem man für 1 2 Tage einmal Ruhe und Schutz gegen die Unbilden der Witterung 'findet, das alles vermag ich in Worten nicht auszudrucken. Es ist etwas Schweres, aber es ist auch etwas so wunderbar Großes und Herrliches, ivic ich es mir vorher nicht vorzustellen vermochte. Da erlebt der veligiüse Mensch in tiefster Seele die vollständige Rlchtigkeit seiner persönlichen Existenz, und das Bewußtsein der restlosen Whängigkeit von Gott gebt ihm auf, zunächst vielleicht zerschmetternd, dann aber um so beseligender und wunderbarer. Und da bekonnnt man scküießlich auch tat Schützengraben oder beim Borstürmen einen ftöhlichen Mut, daß mau gegen Abend in seinem Graben, mi die lehmige Wand geschmiegt, sanfi und ruhig schläft loie ein Kind und beim Vorgehen durev den Kugel regen denkt: .Fa, pfeift ihr nur, auch ihr seid Werkzeuge in meines Vaters Hand, und was er mir durch euch schickt, mutz alles mir zum Besten dienen. Und die das alles gemeinsam miteinander erleben, die werden wirllich Brüder. Ta gibt es keinen Unterschied Mehr zwischen Arbeitern und L-tudierten. Und danach, habe ich mich gesehnt von Grund meines Herzens, als Bruder anerkannt zu werden von den Gerrngern meines Volkes. Sollte die Hoffnung trügerffch sein, daß ims alles so bleiben wird, wenn wir, willls Gott, einst mteber beringe kehrt sind? Ich kann es nicht glauben. Wenn wir aber nicht wiederkehrcn, dann soll unser Tod ein nm so festeres Band werden fiir die innere Einheit unseres Volkes. Wehe denen, die sie stören wollen. Es sind die Sünder wider den heiligen Geist, von denen Jesnck sagt, daß ihnen allein kerne Vergebung zutell werden kann.

Doch hoffen wir auf ein frohes Wiedersehn! Bis jetzt haben wir vier Langener in unserer 2. Kompagnie Strapiyen und Feuer alle gut überstanden. Die junge Mannschaft hat sich cnisnoknns- los sehr wacker gehalten und verdient für ihre Tapferkeit alle Bewunderung. Gebe Gott, daß es auch weiter so sein möge.

Tie. Flöel, Pfarrer, z. <3. Untao fr, d L. tat Res.-Jcks.-Regt. 2B,

wenn die Taube über Warschau erscheint.

Warschau hat in den letzten Wochen aufgeregte Tags gesehen, und besonders waren es die häufigen Besuche denbt scherTauben", die die Bevöllerung in einen furchtbaren Schrecken versetzten. Das Bild einer solchen Panik in

Der Schlachtenlob im Spiegel der Dichtung.

Zum Totensonntag.

Bon Paul Pasig.

©Iffi fffts und ehrenvoll, sür's Vaterland zu sterben." So fang schon vor fast 20000 Jahren der römische Dichter Horattus. Demi die alten Römer, die Herren säst der ganzen damals bekannten Well, waren ein kricgstüchtigrs und kriegslreudiges Voll, das müitärische Tugend wohl zu würdigen wußte. Nicht minder gllt das vom Griechenvolke, dem Ptadarvs und Tyttäos ihre Schlachtgcsängc sangen und in ergreifenden Liedern den Heldentod fürs Vaterland priesen Auch das Volk Israel, dem wir doch in erster Linie sein zähes Festhalten an den religiösen IIOberlieferungen aus der Väter Zeit nachrühmen! war ein überaus kricgstüchttges Volk. Das beweist vor allem seine mit schweren Opfern erkaufte Eroberung des gelobten Landes, sonne die Richter- und Wuchs zeit, die reich an blnttgen Wurps«, aber auch an glorreichen Siegen waren Ein echter Kriegsheld nach dem Herzen Gottes war Wnch David, der zugleich die beneidrms-- wettc Gabe besaß, zur Harfe zu singen und zu sagen, was sein Herz bewegte. Er war es auch, dem wir das vielleicht älteste Klagelied aus den Tod der Helden verdanken >md der einen allgemeinen Toten- und Todesgedenktag zu Ehren der Gesallcnen. eine Art Totenfest, in Israel einfühtte. Als auf dem Berge Cilboa die Blüte der israelttischen Jugend im Kamp,e wider dic Heiden gefallen war und Wnig Saul, der dic Schmach der Niederlage nicht überleben mochte, sich in sein Schwert ge­stürzt hatte, da sang David jenes ergreifende Klagelied ans den Tod der Gesallcnen, das besonders deshalb vorbildlich zu nennen ist. weil cs selbst dem toten Feinde, dem Wnig Soul, den Zoll herzlichster Anteilnahme nicht versagt.Wiesind die Helden ges allen!" so beginnt die Totcullage, die einer im,erer besten Dichter in die Wate kleidet:

-Israels Edle Lieg« erschlagen.

Laßt euch beklage».

HeÜ>en im Streit!

Hoch ans den Bergen Seid ihr gefallen.

Fernhin erschallen Jammer und Leid. .."

Dirn» ßhlldack daS Drd dic hervorragenden K rir ge r t u g enden der beiden dem Sänger am nächsten stehenden Helden, deLKönigs Soul nud deffen Sohnes Jonathan, mit dem ihn tanigste^frcund-

ichoft nepbaud:

Jonathans Bogen Hat nutzt gcirict.

Wo er gefchwirret,

Sandt' er den Tod, Mähte das Schlachtschwen Saul's durch die Glieder, KehrP es mir wieder Mutig und rot.

Herrlich durch's Leben Stürmten sie beide,

Löwen der Heide,

Adler der Luft!

Sind auch im Tode Nimmer geschieden,

Teilen im Frieden Jetzo die Gruft..."

Der große Gleichmachcr Tod kennt keine Unterschiede, am wenig­sten auf dem Felde der Ehre . . . Aber der Tod des gefallenen Busenfreundes Jonathan geht dem Dichter doch am meisten zu Herzen:

Aber mein Bruder,

Dich will ich llagen.

Leid um dich tragen, - Jonathan traut!

Siche, dein Lieb«

Deuchte mir süße.

Süßer denn süße,

Liebe der Braut.

So reißt der unbarmherzige Tod Freundesherzen voneinander, wie er den Bräuttgam von der Braut, den Gatten von der Gattin, den Vater von den Kindern reißt. Unser Klagelied führte, well Jonathans siegreicher Bogen darin vorkommt, die UeberschriftDer Bogen", und David vervrdnetc (2. Sam. 1, 18), daß dies Klage- lich in den Schulen gelernt roerbe, bantit es am Todesgedenktage zu Ehren der gefallenen Helden erllinge.

Auch in deutschen Lichern hat der heilige Schlachtentod scms Weihe erhalten:

Der dem Tod ins Angesicht schauen kann.

Der Soldat allein ist der ftcce Mann," so preist Schiller in seinemReitersich" den Heldentod des Reftermannes, und Wilhelm Hauff fie^ darin die Fügung Gottes, der der Mensch sich beugen muß:

Darum still

Füg' ich mich, wie Gott es will.

Nun so will ich wacker strecken.

Und sollt' ich den Tod erleiden.

Stirbt ein braver Reitersmann."

Mn altes Volkslied aber keimt keinenschönerr" Tod als den draußen ans grüner Heide, unter Gottes fteiem Himmel:

.Kein schön'rer Tod ist auf der Welt.

Als wer vorm Feind erschlagen.

Und wer da schläft im grünen Feld,

Der muß sein lassen klagen."

Besonders fiefe und ergreifende Tone auf den Tod der gefallen«! Helden wußte unser jugendlicherSänger und Held" Theodor Körner anzustimmen, der, sein eigenes schönes Los vorahmmd, seinenAufruf" mit der Bitte schloß:

Vergiß die treuen Toten nicht und schmück:

Auch unsre Urne unt dem Eichenkranz!"

In seiucm TrauerliedeAuf dem Schlachtfeld von Afpcrw' vreist

ec Oesterreichs Helden, die im Kampfe wider den korsischen Unter­drücker den heckigen Tod sür's Vaterland starben:

Schlachtfeld, wo der Todesengel würgte.

Wo der Deutsche seine Kraft verbürgte,

Hell'ger Boden, dich grüßt mein Gesang?

Frankreichs stolze Adler sahst du zittern.

Sahst des Wütrichs Eisenkraft zersplittern.

Die sich frech die halbe Weck bezwang.

Euch, ihr Manen der gefall'nen Held«,

Der« Blick im Sregesdonner brach,

Ruf' ich in ben Frühling eurer Welten Meines Hrrz«s ganz« Jubel nach!"

Jv, uwch wck jubeln unser« Held« entgegen, den« das be- neid«swerteste Los, der Tod sür's Vaterland, beschied« ward, und stimm« in unseres Mchtas preisende Worte ein:

Gibt es ein« Preis im Leb«,

Wohman nicht dieser Kampf gereicht?

Gut und Blut für Voll und Freiheit geb«,

Sfemt die Tat,die sich der Tat vergleicht^

Das Hab« gerade wir erfahr«, die wir uns aus den Schlacht- sttdern in d« Jahr« 1813 und 1870/71 Einheit und Freiheit erkämpf« mußt«. Darum mischt sich in die Trauer um die ge­fallen« Helden der heiße Dank des Vaterlandes für die Ovta. die diese auf dem Felde der Ehre gebracht. Darum rief Julius Sturmben trauernd« Müttern" tat Jahre 1870 tröstend ,u Zerfchlag'nes Mntterherz. '

Gott kennet dein« Schmerz Und hött dein Wein« und dem. Klag«;

O gib mck gläub'gem Stau Dich ihm }u eigen hin.

Denn er wlll dich aus Liebesarm« trage».

Das Schwett in tapfrer Hand

Hat für das Vaterland

Dein Sohn als Held sein Bknt vergoss«:

Im Felde liegt sein Grab,

Dort s«ck« ihn hinab

Doll tiefer Trauer seine K amp sgei wss e u ."

Kann es ein schöneres Los geb«? ,Lnm Ovserkod Er die Freiheck und für die Ehre seiner Nation N keiner zu gut, Wohl aber stad viele zu schlecht dazu", so schreibt unser .Körner an sein« Vater. Und das ist's, was d« Heldentod verllärt und ihm seine höchste BKihe gibt. Darm pries ein anderer Di chter ine Veld« af5 Märtyrer, als Mutz«g«:

,,BIutz«q« ftabS, gefällt tat Kampf Vom Tode gleich gewalt'g« Eich«

Ihr Bahrtuch war der Pulverdampf In heißen Schlacht« ohne gleich«.

Kühn setzt« sie ihr Leb« ein

Für d«tsches Recht und deutsche Ehre:

Dann soll« sie gepriesen sein.

Die Märtyrer der iwutsch« Heere."

Und seiner Held« wird und darf das Vaterlandr»e timeff« Der Witwen unb Waisen wird er aüqell grtenfen, und mftd«