Köln a, Rh abgegebenen Zeugenaussage (im Verfahren zur Feststellung belgischer Gewalttätigkeiten gegen Deutsche) teilen wir folgendes mit:
Am 31. Jvli und am 1. August sah ich von der französischen Grenze bei Maubeugc — Grenzort Jeunront — bis Namur rmr einen belgischen Husaren. Tugegen war um diese Zeit die velgnwe Grenze nach Tcutschland von Namur bis Be r vier s dicht mit belgischen Tnippen aller Wassengattungen besetzt. In Ehar- I e r o i war die Mobilmachung in vollem Gange; schon um 4>'j Uhr morgens alles in Tätigkeit. Am 3l. Juli abends riet mir ein Belgier, die Nacht durchzufahren, denn bei Lüttich sei alles mit Truvven besetzt. Tie belgische Grenze gegen Frankreich stand also Ende Juli ganz offen, gegen Teutichland tvar sie dagegen dicht besetzt."
Ferner teilt die „Nordd. Allg. Ztg." ans einer Zeugenaussage vor den, Amtsgericht iil Papenburg solgcndes mir: Ich wohne feit Januar 1907 iniolge eines kontraktlichen Engagements als Jngenienr-Tirekteur lechniguc des Usines de Nickel de la Nethe in Tuifcl, Provinz Antiverpen. srüher in Havans, Fanderies de Nickel de la Nethc. Meine Wohnung befand sich in einem gemieteten Hause, dessen Besitzerin das Kloster der Norbertincr- lchwcslern in Tufs.st ist. Dieses Haus liegt in Tusfel Place de I'eglise. Am Tonnerstag oder Freitag vor der deutick-en Mobilmachung wurden bereits bei uns drei oder vier Jahresklassen einberuscn und in der Nacht vom 31 Juli am de» 1. August ds. Js. zehn ipeitcrc Jahresklassen. Ich weist dies von unjeren Arbeitern, von denen ein groster Teil eintretcn mußte, tind zwar bemnden sich diese bereits ani Samstag morgen, als iic die Löhnung cntgegcnnehtnen ivollten, in Uniform. Am >. August mittags tvar bereits ein kolossales Leben bei uns in Tussel infolge der cinrückcnden Fortbesatzung und anderen Truppen.
Rotterdam, Ist. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Der „stcieuwe Nottcrdamsche Courant" meldet aus O oft bürg : Nachdem ein deutscher Wachtposten in Zeebrügg" beschossen ivorden ist, wurden in Maldeghem vierzig der angesehensten Einwoh ner verhaftet. Sie sollen als Geiseln dienen, bis die Täter entdeckt sind. Cs heißt, daß ein oder zwei Mann von dem deutschen Wachtposten vermißt loerde».
Tic Einwechselung deutscher Note» in der Schweiz.
Bern. 17. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Ter Berner „Bund" stimmt Stellung zu der Notiz des Pariser „Teinps" vom 12. November, daß sich die Schweizer National- bank seit dein Ist. November weigere, deutsche Banknoten zu wechseln. - Tas Blatt bemerkt, daß diese Nachricht unrichtig sei. Der Umstand, daß der Kurs niedrig sei, erkläre sich daraus, daß der Export Deutschlands nach der Schweiz zurzeit gering sei und die Berschuldunig der Schweiz an Deutschland sich entsprechend herabgemindcrt habe. In dem niedrigen Kurs drücke sich, wie seinerzeit auch in dem Verhältnis zwischen der französischen und der italienischen Valuta, lediglich der Stand der gegenwärtigen kommerziellen Beziehungen aus. Tie Nationalbank Hobe keinen Anlaß, die Einwechselung der deutschen Note» zu verweigern.
Tic Behandlung der Engländer in Ocsterrcich-ttngarn.
Wien, 18. Nov. lWTB. Nichtamtlich.) Tas K. K. storr- Bur. teilt mit, dast mit Rücksicht aus die traurige Lage, in der sich unsere Staatsangehörigen, namentlich in England, beftndrn sollen, in der letzten .seit die Maßnahmen bei uns, besonders gegen die Engländer, verschärft wurden, indem anher weiteren Internierungen insbesondere auch verfügt wurde, das; englische Staatsangehörige phtre Unterschied des Alters und (N- tchlechtes von 8 Uhr abends bis 6 Uhr früh ihre Wohnung nicht verlassen, össentlichc Lokale aber überhaupt nicht besuchen dürfen. Tie Verschärfungen bleiben solange ausrecht, als nicht die Gewißheit besteht, dast auch unseren Staatsangehörigen in England eine andere Behandlung zuteil wird. Die internierten Ausländer tverden bei uns überall gut behandelt, da hier nicht der Ehrgeiz besteht, barbarische Sitten nachzuahmen.
Türkisch-russischer Sectamps im Schwarzen Meere.
Petersburg, 18. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Ein Bericht des Lldnüialstabss besagt: Gestern morgen erschien ein d e u t s ch c s Geschwader, bestehend aus zwei Kreuzern, mehreren Damp- jern und Ist Torpedobooten, vor Li bau. Die Deutschen beschossen die Stadt und 1>cn Hafen von Libau von iicuevi, wodurch mehrere Brände hervorgeruien wurden. An, gleichen Tage näherte sich frühmorgens die russische Schwarze -Meer-Flotte kein türkschcn Fori von Trave- z u n t und bcschost Fort und Kaserne, was an der Küste eine hejtige Feuersbrunst vcrrirsachtc. OSmanischc Schisse wurden aus der Reede nicht entdeckt.
Der erste Teil dieser Meldung bestätigt, was uns vom deutschen "Adniiralsrab mitaeteilt worden ist: der letzte Satz verschweigt einen für die Russen nachteiligetl Seekampf, der von der Türkei wie folgt mitgetcilt wird:
lWTB.) Konstaiitinopel, 19. Rov. lNichtanrtlich.) Das türkische Hauptquartier meldet: Unsere Flotte, die ausgelaufen war, uni nach der russischen Schwarze-Meer-Flotte, welche Trapezunt beschossen hatte, zu suchen, tras diese auf der Höhe von Sebastopol. Die scindlichc Flotte bestand aus z>vei Schlachtschiffen und Hiliskreuzeni. In dem Kanipfc. der sich entwickelte, tmirdc ein russisches Schl acht jchift ernstlich beschädigt. Die übrigen russischen Scknfse ergriffen, von unseren Kriegsschiffen verfolgt, die Flucht iu der Richtung am Sebastopol.
K a P e n h a g e n , 20. Nov. Eine Petersburger amtliche Meldung bestätigt, dast gestern im Schwarzen Meer ein Gefecht zwischen dem türkischen Schiss- „Sultan eoelim" und cinenr überlegenen russischen Geschwader stattgesundcn hat. Tas russische Admiralschiff „Svawn Jesstavi" wurde beschädigt. "Aus russischer Seite wurden 1 Ossiziere und 29 Matrosen getötet, ein Offizier und 19 Mann schwer und 5 Matrosen leicht verletzt. Ter Kampf dauerte eine Viertelstunde. Der „Sultan Selim" wurde nur unwesentlich beschädigt
B c r l in, Ist. Nov. iPriv.-Tel.) Das „Bcrl. Tagcbl." meldet aus Konstantinopel: In T r ap e z u n t zerstörten die Russen mit ihrem Bombardement das russische Konsulat und verwundeten de» noch anwesenden Konsul schwer am Bein. Der Koilsulärssekretär und ein Kawaß lvurdcn gleichfalls verwunde!.
Bericht aus dem türkischen .Hauptquartier.
K o n st a »t i n o v el, 19. Nov. ZW TB. Nichtamtlich.) "Amtlicher Bericht des Hauvtauartiers. Seit zwei Tagen greift unser Heer mit Macht das russische Heer an, das seine Stellung in der Linie Azab-Zazak-Khahab in der Richtung der Grenze eingenommen Hai. Mit der Hilic Gottes eroberte unser Heer durch einen Ba- joncttangriss die Höben in der Umgebung von Azab, die der Feind austerordentlich stark befestigt halle. Ter Kamps, der heftig ist, nimmt iür uns einen lehr günstigen Verlaut.
Untere in der Richtung Saturn vorrückenden Truppen brachten dem Feinde eine weitere groste Niederlage bei und besetzten die Stellungen von Zavotlar und Koura. Sic eroberten bei avotlar eine russische Fahne, machten 6 Ofsizicre, darunter einen berstlentnant und einen Hauvtmann von den Kosaken, sowie mehr als 100 Soldaten zu Gefangene». Tie eroberten 4 Kanonen, l Automobil, eine Menge Pferde und viel Lebensmittel. Tie russischen Verluste sind groß. Der Rest rettete sich in ordnungsloscr Flucht in der Richtung Batum.
Unsere Truppen, die in Äserbcidschan vorrückten, hatten am 16. November ein Gefecht mit einer starken russischen Abteilung in der Nähe von Salmas. Tie Russen wurden geschlagen und verloren an Toten 2 Offiziere und 100 ManiZ
Die Häupter der persischen Stämme, die bis jetzt; udenRussengehaltenhaben, habe »sich samt ihren Stämmen mit unseren Truppen vereinigt.
Konstantinopel, 19. Nov. (WTB. Nichtamtlich., Mitteilung des Hauvtauartiers. — In den Kämpfen bei Kövriköi nahmen die türkischen Truppen den geschlagenen Russen außer den bereits gemeldeten noch fünf Maschinengewehre ab.
Schlechte Lage der Engländer in Aegypten.
Konstantinopel, 19. Nov. (WTB. Mchtamtlich.) Aus zuverlässiger Quelle erfährt der Privatkvrrespondcnt des Wolfsschen Bureaus, daß infolge des Vordringens der Beduinen in Aegypten die Zivilbehörden von Suez, Port Said und Jsmcnlieh eiligst nach Zagaziz verlegt worden sind. Die Verwaltung des «uezkanals hat das Militär übernommen. Tie Regierungsschulen in Zagazig sind geschlossen, die Schüler entlassen nnd die Gebäude in Militärhospitäler nmgcwandelt worden. Ein englischer Versuch, eine Spaltung unter den ägyptischen N o r a b c t n und der Familie des Vizctönigs h crb c izu- führen, ist mißlungen. Hussein Kimnil ist von dem Polizeikommandanten Mainura nach Kairo gebeten worden, wo ihm der Zivilgonverneur C h e e t h a m den höchsten Posten anbot. Ter Prinz lehnte entschieden ab. Tiefe Ablehnung rust in ganz Aegypten große Genugtuung hervor. Es bestätigt sich, daß die männlicher! Mitglieder der deutschen nnd der österreichischen Botschaft in der zweiten No- vemberwoche rücksichtslos in Eisenbahnwagen gepsercht, nach Alexandrien geschafft und dann nach Malta verschifft wurden.
Tic englische Kriegsanleihe.
London, 19. Nov. sWTB. Nichtamtlich.) Einer Meldung des Reuterschen Bureaus uiiolge ist die Unterbringung der Kriegsanleihe von 350 Millionen Pfund Sterling bereits gesichert. Eine große Anzahl von Zeichnern habe den ganzen Tag über Voranmeldungen bei der Bank von England cingereicht.
Deutsch-freundlicher Schritt eines italienischen Beamte».
Rom, 19. Nov. „Tribuna" meldet aus Neavcl: Gestern abend ist, von Buenos "Aires kommend, der italienische Tamvicr „Ravenna" mit 631 "Auswanderern eingetrofsen. Ter Tamvicr war von den Engländern vor Gibralrar angchaüen und in den Hafen geschleppt worden, da sich an Bord 50 deutsche Reservisten befanden, die sich zu jener Zeit eingeschisik hatten, als das Dekret von London il.nen die Pa'sagc gestatlete. Jetzt verlangten die Ortsbehördcn ihre Ausschiffung als Kriegsgefangene. Tieicm Ansuchen wi d ersetzte sich der an Bord befindliche königliche italienische Kommissar, der dem Gouverneur von Gibraltar ausernandcr- ictztc, dast die deutschen Soldaten nicht als KriegSgef.mgene betrachtet werden könnten, weit sie zur Zeit der Wirksamkeit des englischen Tekrcts nach Europa abgcrcist seien. Die guten Gründe des Kommissars wurden anerkannt uiü> „Ravenna"" konnte die Fahrt nach Neapel sortsetzen.
Petersburg, 19. Nov. (WTB. Nichlanrlkich.) Ter Kaiser liat eine Verordnung über die Einschränkung des Svirituosen- vertauss für Finland für die Tauer des Krieges bestätigt.
Zür'ch, 19 . New. (WTB. Nichtamtlich.! Nach einer Meldung der „Neuen Zürcher Zeitung?" aus Mailand beschloß der Zentralvorstond des starken, über ganz Italien verbreiteten Landarbcitcrverbandes mit dem sitze in Bologna der Propaganda für eine Beteiligung am Kriege eine energische Aktion zugunsten der absoluten Neutralität Italiens entgcgenzusetzen.
Tie tapferen Kroaten.
Agram, 19. Nov. lieber die letzten Kämpfe in Serbien, die mit einer vollständigen Niederlage der serbischen Armee endeten, wird gemeldet: "Alle Höhen waren bereits in den Händen der österreichisch-ungarischen Truppen. Rur die höchste Spitze der Ern i v r h . die die ganze Umgebung gegen das Innere Serbiens beherrscht, wurde noch von drei serbischen Bataillonen Zaml "Artillerie verteidigt. Zur Erstürmung wurden Freiwillige ausgerusen. Es meldeten sich 700 Mann Da aber die Geländeverhältnisse die Entwicklung einer so großen Simmmacht nicht zulictzen, wählte der Hauvtmann nur 280 M a n n aus, mit denen er den Ansturm unternahm. Mit Todesverachtung erkletterten die Oesterceicher, die aus lauter Kroaten bestanden, die steile Höhe und nahmen sic nach einem furchtbaren Bajonetlkampfe. 370 Serben sielen ihnen als Gciangene in die Hände. "Als die Höhe erobert war, erklang die ganze Kampffront entlang die kroatische Hymne und dann die Volishymne, tvorauf begeisterte Hochrufe auf Kaiser Franz Josef erschollen.
Tie Bulgaren kehre» ans Rußland in ihre Heim t zurück
B u k a r e sk, 20. Nov. In der letzten Zeit, in den letzten Tagen allein 2000, haben die in Rußland lebenden Bub- garen in großer Zahl Rußland verlassen, um in ihre Heimat zurückzukehren.
Stimme aus Bulgarien.
Sofia, 19.Nov. (WTB. Nichtamtlich.) In einem, dem früheren Minister Chcnadiew zugeschriebenen Artikel der offiziösen „Volia" heißt es: \
Ter Kanonendonner, der von Valjewo her vernehmbar ist, kündigt an, dast der Vertrag von Bukarest wirkungslos geblieben ist. Andererseits erkennt man setzt in der Pvessse der Länder- die am meisten iverteiiern, Rumänien, Serbien »nd Griechenland zu begünstigen und Bulgarien zu berauben, die große Ungerechtigkeit und noch viel größere Torheit an, die inan badurch beging, daß man den Bnkarester Vertrag unterschrieb. Was Deutschland und Oesterreich anlangt, so liegen dort die Snmvothien der öffentlichen Meinitng für unsere Sache oiiensick,Ilich zutage und datieren aus viel früheren Zeiten. Ales dies beweist, dast die Zeit herangckommcn ist, wo die Frage einer Revision des Bnkarester Vertrages aufgeworfen werden must. Welche Form hierfür gewählt wird, müssen nicht Wisscnschast oder internationale Gebräuche, sondern die Erfordernisse des Augenblicks enlscheiden.
Tic amerikanische Presic und die englische Zensur.
London, 19. "Nov. (WTB. Nichtaintl,) Tie „Times" berichten aus New Bork: Tie amerikanischen Blätter be- sassen sich nrit der englischen Zensur der Kriegsnachrichten, die weiter gehe, als durch die Umstände gerechtfertigt wäre.
„Sun"" erklärt, daß alle unparteiischen -Beobachter der ossi- zietlen Verschwiegenheit den ersten Preis den englischen Zensoren zucrlcnncn müßten, Tas Blair bezeichnet die Haltung der Zen- sorcn als einen ernstlichen Irrtum und die schlimmste Sch m ä- hung, die dem englischen Volke angetan werden könne nnd schrecht, die Zensurbeamten tun Uw bestes, um ihr Land zu verwirren, entmutigen und zu verärgern und anstelle von Vertrauen in die Führung der öjfcntlichcn Geschäfte Mißtrau e n zu schassen. JohnBullincinen Vogel Strauß verwandelt zu sehen, ist eine der sonderbarsten Schauspiele der Geschichle.
Der „R e w y o r k Hcrald" widmet diesem ltzegenstand einen Leitartikel, in dem es heißt: Niemand versteht besser als die englisch sprechenden Völker, dast der Krieg ein Spiel ist, das nick» von einer Scüc allein gespielt werden kann. Großbritannien hat diesen Kamps begonnen, indem cs sich als den Verfechter sehr hoher Ideale bekannte: es wird aber nicht die Menschen und das Geld anftreibcn, die es braucht, wenn cs nicht mit dem eigenen Volke gerecht verfährt. Es wird sein "Ansehen iin Auslände nicht
gewinnen und erhalten, wenn cs nickst dürck- inn Wort^ber 34.
beweist, daß es nicht vor der Wahrheit zurückschreckt
so demütigend diese auch mitunter lein mögc.^
Die „Glasgow" in Valparaiso angekommen.
Berlin, 19. Nov. (Priv.-Tel.) Die „Voss. Ztg."' meldet aus dem Haag: Einem Bericht der „Eentral News" aus Rio de Janeiro ist die „Glasgow" am Dienstag in Valparaiso ange kommen mit christlichen Spuren des jüngst überstandenen Kampfes, aber ohne ernstere Beschädigungen.
Tic Opfer der „Emden".
London, 20. Nov. Eine vfsiziellc Statistik von Lloyds sehr den Verlust, den die Engländer durch die „Emden" erlüten haben aus 83 Millionen Mark fest.
Ter Burenfeldzug.
Rotterdam, 20. Nov. Meldungen aus Durbar zufolge sind am Samstag etwa. 3 00 0 Buren bei Blvem- fontein erschienen und man befürchtet, daß sie auf die Stadt einen Angriff unternehmen werden. In Bloemsontein stehen nur etwa 500 Mann Regierungstrnppen mit einigen Maschinengewehren. — Tic Meldung, daß General deWet verwundet ivorden sei, bestätigt sich nicht, ebenso ist cs um richtig, daß die Zahl seiner Anhänger schwände. Dieses Gerücht ist vielleicht dadurch entstanden, daß die Schare» dcWces sich nach der bekannten Taktik in inehrerc Abteilungen aufgelöst haben, um getrennt zu operieren.
Aus Kiautschau.
Berlin, 19. Nov. (Priv -Tel.) Die „B. Z. am Mittag"" meldet aus Köln: Nach einer Meldung ans London be richtet der Korrespondent der „Köln. Ztg.'" von der holländischen Grenze, daß die japanische Regierung den General Kamio zum Gouverneur von Tsingtau und de- Kricgsgebiets von Kiautschau ernannt habe.
Au§ dem Reiche.
Frachtermäßigung für Kartoffeln. "Der aus Anlaß des Krieges Ende August eilige führte Ausnahmetaris für Kartoffeln, frisch, gedörrt oder getrocknet, in Wagenladungen von mindestens 10000 Kilogramm, ist neuerdings ans Kartoffeln bei Aufgabe als Stückgut und aus .Kartoffel stärkemehl, zur Brotbereitung bestimmt, ausgedehnt worden. Bei Ausgabe als Stückgut wird die Fracht für das halbe wirtliche Gewicht, mindestens für 20 Kilogramm, nach den Sätzen des Spezialtarifs für bestiminte Stückgüter berechnet. Die "Anwendung des Ausnahinctariss auf Kartstffelstärke- mehl ist an die Bedingung gebunden, daß als Empfängerin im Frachtbriefe die Trockenrartoffel Berwertungsgesclljchaft m. b. H. angegeben ist.
Berlin, 19.Nov. (WTB. Nichtamtl.) Die Kaiserin empfing heute nachinittag eine Abordnung des Vereins deutscher Lokomotivführer behufs Ueberreichung einer von diesem Verein gesammelten Kriegs spende von 120 000 Mark. Die Kaiserin unterhielt sich eingehend mit jedem Einzelnen und bekundete hohe Freude über (die reiche itzabc, die in der Hauptsache dene Zentralkomitee vom Roten Kreuz zur weiteren "Ausgestaltung der Lazarettzüge überwiesen werden, zum kleineren Teile aber nach einem besonderen Wunsch der Geber den durch den Krieg besonders betroffenen Landesteilen von Ostpreußen nnd Elsaß zufließen soll. (
Berlin, 19. Nov. (WTB. Amtlich.) In der heutigen Bundesratssitzung gelaugten zur Annahme: bei Entwurf einer Bekanntmachung über das Verbot de-: Handels mit in England abgestcmpelte» Wertpapieren, der Entwurf einer Verordnung bcti" Tagegelder und Fuhrkosten für Sachverständige des nach dem Gesetze über die Kriegsleistungcn vom 13. Juni 1873 W bildenden Schätzungsausschusses, ferner die Vorlage betr. Aenderung der Bestinimwngcii zur Ausführung des Wcin- gesetzes.
Karlsruhe, 19. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Die Großherzogin Luise von Baden hat den Wunsch ausgesprochen, daß die reichen Blumcngaben und Spenden, mit denen sie seit langen Jahren stets zu ihrem Geburtstag am 3. Dezember bedacht und erfreut lvurde, in diesem Jahre als Liebesgabe zu Weihnachten für die Truppen im Felde gesammelt werden möchten. Die Großherzogin wird diese Förderung der hohen Ziele des Roten Kreuzes mit aufrichtigem Dank anerkennen.
An» Stadt nnd (aitO.
Gießen , 20. November 1914.
'* Personal nachrichte >i. Ter Grobherzog hat am 17. November d. I. dem Postjekretär a. T. Kleib in Tarmstedt die Erlaubnis zur Annahme »nd zum Tragen des idm vom Deutschen Kaiser verliehenen Verdienstkreuzes in Gold erteilt. — In den Ruhestand versetzt wurden lolgende Beamte iu der Hessisch-Preubiiche» Eisenbahugemeinschast vom I. Dezember d. I. an: Schaffner Balthasar Schäler zu Franksurt a. M., Bahnwärter Ludwig Jungk zu Zell.
** Kriegsauskunftsstelle für Arbeiterund Angestelltenversichcrung bei der Lande sv er s i ch e r u nysanstalt Großh. Hessen. Die deutsche soziale Versicherungsgesetzgebung hat in der gegenwärtigen Zeit für die Kriegsteilnehmer, ihre Angehörigen und Hinterbliebenen eine besondere Bedeutung gewönnest, und eS liegt geradezu im nationalen Interesse, dafür zu sorgen, daß im einzelnen Fall die Berechtigten möglichst b a l d in den Genuß der ihnen gesetzlich zustehenden Bezüge gelangen oder diese ihnen doch sichergcstellt werden. Da aber in den einzelnen Fällen nichtimmer Klarheit über die Rechtslage besteht, da sich zudem unter den in Betracht kommenden Personen häufig Frauen befinden, die in Rechtssachen und im Verkehr mit den Behörden unerfahren sind, erscheint es zweckmäßig, auf dem Gebiet der Sozialven'ichc- ruug für die Dauer des Krieges eine besondere öffentliche Rechtsberatung zu schaffen. Der Vorstand der Landesver-- sicherungsanstalt Kvoßh. Hessen hat deshalb in seineni Verwaltungsgebäude in Darmstadl, Wilhelminenstraße34, eine K r i e g s a u s k u n f t s st e l l c für Arbeiter- und Angestelltenversicherung eingerichtet und ist bereit, allen im Großtz Herzogtum Hessen wohnenden Kriegsteilnehniern, sowie deren Angehörigen und Hinterbliebenen kostenlos mündlich und fchristlich Auskunft in Angelegenheiten der Arbeiter- (Kranken-, Unfall-, Invaliden- und .Hintcrbliebenenversichcrung,' und Angestelltenversicherimg zu erteilen. — Wir geben hiermit der Oessentlichkeit von dieser Einrichtun>^.Kenntnis und empfehlen den Interessenten ihre Benutzung. Schriftliche Anfragen wolle man an den Vorstand der Landesversicherungsanstalt Großh. Hessen in Darmstadt, Wilhelmincnstraßc 34, richten.
** Weihnachten im Felde. In näher das We ih - nachts fest lwranrückt, um so lebhafter beschäftigen fick» die Gedanken der Zurückgebliebenen damit, lvie man einen "Abglanz des schönsten Festes des Jahres auch zu unseren kämpscnden Truppen gelangen lassen und luie man ihnen zeigen kann, daß das Geshenken in der Heimat gerade um die
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