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I eihnachtSzeit besonders herzlich nnd tatkräftig ist. Ueberau i deutschen Vaterlande regt sich mit Rücksich! auf die kom- -i 1 enden Weihnachtstage die sorgende Liebe für unsere Sol- ' iten, die gleicherweise den im Felde Stehenden und den rwundet in der Heimat Weilenden zugute tommen soll, uch in Gießen hat man sich der guten Sackse in kräftiger leise angeuommcn und ein in der vorliegenden Nummer ,m Oberbürgermeister, dem Alice-Frauen- e r e i n und dem Zweigverein des Roten Kreuzes ge- , ichneter Aufruf bittet die Bürgerschaft, das Ihrige in um- ,'sender Art dazu beitragen zu wollen, daß unseren Taps^- n die Trennung von der Heimat möglichst erleichtert wird.

. ftr empfehlen den Aufruf der weitherzigen Berücksichtigung x Oessentlichkeit.

** Die ersten Träger des Eisernen Kreuzes Iin Res.-In f.-Re gt.Bischweiler" sind: Gefreiter ildebrandt aus Fichtelberg, Äriegsfr. Bohr aus Sien St. Wendel und Ers.-Res. Kraft aus Höchst a. M. Ihre uszeichnung erhielten sie für Ueberbringung einer sehr aten Meldung über die feindlichen Stellungen an unsere rtillerie.

** Von den Gießen er Freiwilligen. Den riesen eines Offiziers desB i s ch w e i l e r" R e g i in e n t s rtnehmen wir folgende Aeußerungen über die Haltung der ruppen vor dem Feinde:Heute war ich vorne beim ersten I ataillon, und es hat mir wieder unendlich viel

I reudegemacht.zu sehen, wie die Leute ivillignnd nüt umor alle Anstrengungen ertragen; denn Tag und Nacht caußen in der Erde vor dem Feinde zu liegen, das zieht in ie Knochen. Diese stolze, ruhige S e l b st v e r st ä n d- ichkeit unserer Leute, die in den^Trilmmern hausen nnd ie tägliche Todesgefahr als ein L-tück ihrer Pflicht und )chuldigkeit ansehen, über die man weiter keine Worte ocr- ert, die ist erhebend undgroßartig. Born in den efeingegrabeneu Schützenlinien sieht es sehr nett aus. I nserc Le utesind herrlich, begreifen den Ernst der I age und arbeiten sich in der Erde unentwegt heran an den I cmb trotz aller Belästigungen. Bon drüben pfeifen die I ügeln fortwährend, und drrnnen in den Erdgängen stehen I in paar Soldaten als Beobachter; andere arbeiten eifrig mit I Schaufel und .Hacke, und wieder andere sitzen in ihren Erd- I schein, schreiben Briefe, lesen Briefe und Zeitungen und I un, als ob sie da zu Hause wären. In der Stacht 11 dann die Hauptarbeit." Dieser anschaulichen Schilde- I ung können die Eltern und Freunde der Gießener Kriegs- I ceiwilligcn entnehmen, wie es unfern lieben Jungen gegen- I iärtig geht. Besonders aber wird sie alle das hohe Lob I rfteuen, das das Bataillon von so sachkundiger Seite erhält. I )ie Anerkennung, die gerade unsere jungen Regimenter be- I eits in so reichem Maße von Freund und Feind erhalten' I oben, wird also auch unfern Gießenern zuteil: und das I oben wir auch gar nicht anders erwartet.

** Der Krieg im' deutschen Epos. Den Beziehungen I wischen dem Kriege und der deutschen epischen Dichtung ging in | mein fesselnden Vortrage gestern abend in der Aula der Uni- I-ersität Geh. Hoftat Prof. Tr. Behaghel nach. Du alt- eutsch« Dichtung hat, so sagte der Vortragende, ihre höchste I Vollendung um die Wendung des 12. und 13. Jahrhunderts ge- unden. Es war die Zeit, wo Geistrsbildwig, höfisches Wesen, I Uttertum und Frauendienst ihr« schönsten Blüten zeitigten. Es > mc aber auch die Zeit der schwersten .Kreuzzüge und des Kampfes I wisckjen Stauffen und Welsen, als die größten Dichter des Mittel- R tters ihre Harfen erklingen ließen. Wenn in den Liedern eines I Birtmann von Aue, eines Wolfram von Eschenbach, eines Gvtt- I ried von Straßburg, dft Fraucnminne, ritterliche Aben- > euer oder die Gewalt der allslegenden sündigen Leiden- I chaft besingen, der Krieg erwähnt wird, dann ge- I chieht cs nicht um seiner selbst willen, sondern vor- I rehmlich, um einen Hintergrund zu schaffen, von dem sich das I wählende Bild des Helden um so deutlicher und kraftvoller abheben > :änn. Der Krieg ist den mittelalterlichen Dichtern meistens also > in Mittel zum Zwecke. So sind die Kämpfe der Nibelungen nichts > rnderes als der Abschluß einer Familicntragödie, die Heerzüge m n der Gudrunsage dienen der Absicht des Brautraubes, die Fahrten H ind Kämpfe des Königs Rotder nach Konstantinopcl einem ätm- > lichen Zwecke. Das Alexanderlied des Piaffen Lamvrecht und das H liolandslied des Pfaffen Kvnrab sind die Verherrlichungen ciirzeliicr I Helden, und was in ibnen von Schlachten und Kämpfen gemeldet H wird, wird nicht um seiner ftlbst willen berichlet, sondern dient > dem Ruhme des Helden. Genauere Angaben über einzelne Schlach- > len enthalten eigentlich nur das Rolandslied mit seiner Beschreibung H net Schlacht bei Ronceval, das Lied von der Rabenschlacht und I nie Beschreibung des Kampfes zwischen den Paladinen Karls des > Großen.

Wenn man also auch sagen muß, daß die Beschreibung des W Krieges den mittelallerlichen Dichtern niemals im Vordergründe W ihres gestaltenden Interesses gelegen hat, so gennnnen wir doch > ein überaus anschauliches Büd von allen Erscheinungsformen des > Kriegs, weil sich eben das ganze Deuten und Füllten des Millel- W alters viel mehr, als es heule der Fall ist, auf den Kampf als > solchen einzustellen hatte. Wir hören aus den Epen der deutschen > Dichtung von den Ursachen des Krieges, von der Kriegserklärung, W von den Vorbereitungen, der Mobilmachung der Streitkräste, I der Anzahl der Heere, ihrem Aussehen, dem Marsche, dev Be- m waffnung, von der Belagerung der feindlichen Stabte, den tech- I nischcn Maßnahmen zul Neberwindung der Hindernisse, der Vcr- lvundetenpslege, von der Tätigkeit der Fekdkapläne, mir hören, I wie die Nachrichten aus dem Feld in die .hcima, kommen, wir I sehen, wie die Spiellcute, die in den allen Zeiten die Presse ver- I traten, die Neuigkeiten weiterverbreiteten, ivie selbst das Lügen, I das unsere bcutigen Gegner so ausgezeichnet verstehen, auch da- I mals schon angewandt wurde merkwürdigerweise lügt immer I die Partei, auf deren Seite die Sympathie des Dichters nicht ist wir finden weiter Angaben über die Zahl der Berlnste und der I Gefangenen, über die Art der strategischen Gliederung und der I Gefcchisverbändc, über die Auiklärungs- nnd Kundichasterdienste, I über die angewandten Kriegslisten wie .Hinlerhalt, Verkleidung, I Immlichc Ucbersälle, wir lesen die Beschreibungen der Flucht, I des Begräbnisses der Toten, der Behandlung der Gefangenen und I Belegten und erleben die Art nnd das Zustandekommen des Zric- I deusschlusses. lieber die eigentliche schlackt erfahren wir wenig. > Bor dem newaltigen Bilde des Kampfes großer Massen machen die I Dichter des Mittelalters gerade so .Halt, ^wie die Dichter der I Neuzeit. Sie lösen die Beschreibung der Schlacht vielmehr in I viele Einzelbilder aui, die der anschaulichen Beschreibung I natu.gemäß leichter zugänglich sind.

Alle diese Anaaoen belegte der Vortragende mit einer über- I reichen Fülle von Beispielen ans der epischen Dichtung unserer Li- > teratur, die einzeln anzusübren naturgemäß zu weil gehen I nnirde. Er führte damit den Beweis, daß in irühercn Zeiten das I menschliche Tinnen und Trachte», soweit es sich mit Kampf und I Krieg besaßt, fast dieselben For>nen hatte, wie wir es heute erleben.

** S t a d t t h c a t e r. Aus tcm Theaterbnrea» schreibt mnn I uns: Um den Besuch der Vorstellnna z» Großherzogs Gebiirtstay I an, nächsten Mit,,noch ivelteren Kreisen genehm zu machen, in te- I tanntlich ei» ernstes Stück ,W a l l e n 1t e i n s Tod" mit Herrn I Oskar Bohnäe vom Kasseler Hostheatct alsWallenstein" ge. I wählt worden. Tie Darstellung wird unter der Regie von Direktor I Steinqoettcr anls lorgtältigste vorbereitet »nd gelangt im Abonnc» » ment » i cd t zur Wiederholung, lim den Erlolg dieser Dorstelluiig I deren Reinertrag b-kanntlich eine», vaterländischen Zwecke z- I stießt nicht z» beeinträchftae», findet am kommenden Dienstag I keine Vorstellung statt. Tie Preise sind die gewöhnlichen» die aber I lür dieses Jahr ermäßigt worden sind.

** D i c dankbaren Schlesier. Ein großer Teil I der in den letzten Tagen in Gießen untergebrachten schlesischen I Landsleute hat Gießen wieder verlassen, um Quartiere iw

neu umliegenden Sanbfreiieit zu beziehen. Tie ineistensollest im Kreise Schotten unlergebracht werden. Für die noch hier Gebliebenen bemüht sich die Stadtverwaltung um Arbeits­gelegenheit. Die andern, die Gießen wieder verlassen haben, bitten uns, nachstehende D a n k e s w o r t e zur Kenntnis der Bürgerschaft zu bringen:

Für die uns anläßlich deS Kricgsquarliers in Gießen erwiesene liebevolle Ausnahme und Verpslegung sagen >oir der Stadtverwaltung, dem Einquartierungskomitee und vor allem unfern Quartierwirten herzlichen Dank. Wir werden der Stadt Gießen ein dankbares Andenken bewahren. Ein donnerndesGlück auf" der Stadl Gießen."

Kreis Büdingen.

= Sitten ftnbt, 19. Nov. Tie am letzten Samstag crwlgle' plötzliche Lerhastnng des Lehrers W. im nahen Engellal hat in der hiesigen (Legend zu allerlei saljchen Gerüchlen und Der- nintunqen geiiibrl. Tie DerhasNmg hat aber mit der gegenwärtige» Kriegslage durchaus nichts zu tun. Schon seit längerer Zeit ichweble gegen den Derhasiete» ein G e r i ch l s v e r > a h r e n wegen Verdachts eines Meine,des. Tamil ist die Perhasiung >» Z»sain»,enhang zu bringen.

C Nidda, 18. Nov. Hier hat sich ein Ortsausschuß gebildet, um die vom Laiidcsausiclsiiß vom Roten Kreuz in Tainnsladt beschlossene Kreuz -Pkennig-Sammlung,cin- zusührcil. Es sollen Rote-Kreuz Marken zu l, ö und 10 Pf. in größerer Zahl durch die Mitglieder des hiesigen Zweigvereins vertrieben werden. Tic meisten Beamten, Lehrer, Rechner und Gcschäjtsleute haben ihre Mitwirkung zugesagt. Anstatt der in vielen Geschälten bisher ausgegebcnen Rabattmarken werden die Geschäftsinhaber ftinslig Sammelmarken im Werte von 2 Proz. des Käusspreises der Lieferung den Kunden verabreichen. 'Auch bei Belämpsung der Fremdwörter, bei Vergleichen uitd Sühne­versuchen, bei Strafgeldern in Vereinen, Nachlässen an Rech­nungen und dergleichen können die Marken recht zweckmäßige Verwendung sinden. Von den eingehenden Beträgen bleiben nur Vio den« hiesigen Zweigvcrcm; die übrigen Teile werden mit -Uo und mit s /io dem Landesausschuß in Trlrmstadt, die übrigen Teile dem Hauptverein in Berlin übermittelt.

^ Hessen-Nassau.

)( Marburg, 18. Nov. Nachdem am ö. stloveniber der Höchstpreis für Kartoffeln aus 3 bezw. 3,50 Mk. für den Zenwcr srstgrscßt worden war, erklären jetzt die Kartosscl- händler, daß sie den Kärtosfelvcrkauf e i n st e l l e n müssen, weil es ahnen nicht möglich sei, Kartosseln zu diesen! Preise einzu- lausen. Weiter gibt der Magistrat bekannt, daß er Mittel und Wege sinden würde, die Bürger mit Kartoffeln zu versorgen. Zugleich wird aber auch von anderer Seite mitgeteilt, daß durch Vermittlung des Landrats aus hiesiger Gegend Kartosseln bezogen werden können.

h. Frank f r t a. M.. 19. Nov. Auf eine ganz schamlose Weise suchte sich die Ehefrau des Kaufmanns Z. im Vorort B o - namcs in den Besitz einer großen Geldsumme zu setzen. Die Frau schrieb einer Witwe in Bonamcs, deren Mann im Felde ge­fallen ist, einen Brief, in dein sie mitteilte, daß der Gatte nicht tot sei, sondern in der Gefangenschaft schmachte. Aus dieser könne er aber gegen eine Summe von 1215 000 Mark durch Vermittlung besreit werden. Tie Witwe übergab den Brief sofort der Polizei, die der Frau riet, scheinbar aus die Sache cinzugchen. Es wurde mit der im Briefe vorgeschlagenen Mittelsperson eine Zusammenkunft verabredet. 2lm Bahnhof traf n>an sich; die Witwe übergab der tief verhüllten Vermittlerin das Geldpaket, während mehrere Kriminalbeamte von ferne den Vorgang beobachteten. Tie glückliche Gcldeinpsüngerin eilte mit ihrem Gelbe nach der Innen­stadt, wo sie verhaftet wurde uub als die Kausmannssrau Z. sich entpuppte. Tic gewissenlose Betrügerin wollte sich auf diese Weise in den Besitz ihrer Mitgift setzen, von der sie ihrem Manne immer erzählt hatte, die sie aber niemals besessen hat. Die Frau ist erst seit einigen Wochen verheiratet.

> Hessen-Nassau.

h Frankfurt a. M., 19.9!ov. Don dem A u s w e i I u n q s» b eseh l werden in Franksurt etwa 2300 Personen betroffen. Eine kleine Anzahl Ausländer konnte Bürgen stellen und dar! vorläufig in der Stadt verbleiben. Die Unbemittetten werden dein Gießener Gelange neu lager zugekührt.

li B o m M a i», 19. 9ioo. Bei Retzbach überfiel der Holz­arbeiter Kövlert den Fuhrmann Gaul und verletzte ihn i» lebensgelährlicher Weise. Ter Täter, der den Gaul berauben wollte, erbielt bei den, Ringen j e 1 fa ft schwere Verletzungen und mußte dem nächsten Kraukeuhause zuqesübrt werde»

b. B a d H o in b n r g v. d. H 19. Nov. Die Stadt- v e r o r d n e l e n-V e r s a m ,»l u » g bewilligte lür die Verpflegung eines kriegsstarken Bataillons, das hier einquartierl wird, monatlich 6090 Mark. Die Eingnarlierung ist für drei A! o a l e vorgeseben.

Vermischte».

* General und Feldvrediger. Im achtzehnten Jahr­hundert gab es in der preußischen dlrmee einen General Renzel, der e§ lieble, Scherz^ zu inache» und spaßige Reden z» lnhren. Einst hatte er die Stelle des Tivisionsplarrera in Potsdam z» vergeben. Ein Kandidat Harnisch meldete stch dazu bei den, General. Jienzel aber sagte, des Bewerbecs Namen icherzhask per- wandelnd: ,Tie Stelle kan» er nicht kriegen, inei» lieber Küraß, die ist schon so gut ivie vergeben I"Na." antwortete der Be- iverber jchlag'ertig,dann tut es nichts, General Tornister, dann muß ich mich anderweitig umjehen." ,Er ist ja ei Schwerenöler," antwortete nunmehr Renzel,solch einen brauche ich aber bei meinen Soldaien, der das Manl aus dem rechten Fleck uat. Er soll die Stelle haben." So ivurde Harnisch Tivisions- psarrer »nd der General ivar mit ihm zusrieden.

Büchertisch.

Die Kriegsdep eschen 187 0,7 1 sind soeben in einen, würdig ansgeslatteten Neudruck tut Verlage der Firma Otto Elsner, Berlin 8. 42, erichiene». Fn richtiger Erkenntnis des großen Interesses, das diese Zusamnienslellnng sämtlicher Kund­gebungen der Aruieelcilnnq ans dem deuisch-sranzöstschen Krwge ]>>70/71 gerade in gegenwärtiger Zeit beim ganzen beulsche» Volle finden muß, bat der Verlag den Preis sür das 160 Seite» um- lassende Büchlein auf mir 20 Psg. festgesetzt.

Eingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden tzlrtikcl übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Ein Mahnnwrt an Gießens Fugend!

Tie großen Zeiten von 1813 und 1870 sind übetholi durch die heutige weit größere und säjioerere Zeit. Nicht nur ein Volk, sondern eine ganze Welt von Feinden umgib! unser geliebtes Buterland. Tentt'chlands Macht und Größe soll gestürzt, unsere in lljähriger Friedenszeit geschasjene segensreiche Arbeit mit einem Schlage vernichtet werden. Groß ist die Zabl unserer Feinde; aber groß ist auch unsere Atacht. Millionen deutscher Männer stehen tjeuie im Felde. Bedeutende Erfolge imirden be­reits erniiigen, aber eine schwere Arbeit steht uns noch bevor. Viele Opfer müssen noch gebracht wrrdcn, wem, wir als Sieger aus diesem Vülkerringe,, lwrvorgehen wollen. Und tvir ivollen und iirüssen. Uns Zurückgebliebenen, die wir nicht mit im Felde stely-n können, drängt sich nun cme ernste Frage aus: ..Wie heben wir die Widerstandskmsr unserer^ Jugend, um in Zukunft die Wehrkraft unseres Heeres noch zu steigern?" Da nahen sich die Turnvereine! Tie Deutsche Tnrnersckjaft hat sich schon immer mit großem Eifernb Erfolg dcr^ Jugend angenommen. Tie Datiachen, daß sie vor Ausbruch des ziricaes über eine Million Mitglieder zählte, 600 000 Mann ins Feld schickte und Laß ihr beute 198 000 nock> nick» 17 Jahre alte Jünglinge als Jngend- turner angehören, erbringen den Beweis dafür. Die Turnvereine suchen nicht durch Aeußerlichkeiten ju itnrfen; sie legen vielmehr aus erzieherischen Gründen das grüßte Gewicht auf möglichste Einsachheft und stille, aber eifrige Arbeit. Die Liebe zur Heimat

und zum Vaterlaude, sowie die Prlichttrene sollen gepflegt werden, der noch im Wachstum befindliche Körper soll eritarken, damit er den hohen Anforderungen, die das Leben heute an jeden stellt, gcivachsen ist. Im Kreise srolzer Mtersgenossen schart sich die Jugend um ihren Portunier, der ihnen Freund und Berater zu­gleich ist. Im frohen Turnen an den Geräbew, in anregenden Turnspielen vergehen die Abendstunden ans dem Turnplatz. Au freien Sonntagen wird bei Wanderfahrten di« Teilnahme an der Schönheit der heimatlichen Fluren geweckt. Das sind Einrichitingei' von größter !Bedeutt,ng. die zu gebrauchen, Pflicht jedes jungen Vvrwärtsdenkenden Mannes ist.

Und Ihr Eltern! Kommt einmal anj unjerr Turnplätze, seht Euch unsere turnende Jugend an, ivie die Angen blitzen im Jugendfeuer, wie die Muskeln sich spannen im Bewußtsein der Kraft, ivie die Jungteute heranwachsen frank und schlank ivie die Edeltannen und kernig «u,ch knorrig wie deutscher Eichen Holz. Wie sie ljeraiiivachsen zu eckjtcn Deutschen, die im wirt­schaftlichen Kampf ihren Mann stellen, die aber auch das Vater­land, den heimischen Herd zu schützen wissen.

Und nun Ihr Jünglinge!, die Ihr kanM der Schule entwachsen seid und dem Turnen noch fern steht, tretet em in unsere Reihen! Sckstägt Euch nach schwerer Arbeft in Fabrik, Werkstatt oder am Schreibtisch die Feierstunde, so sorgt für die Entwickelung Eures Körpers. Tenll, daß alle Kenntnisse und Fertigkeiten in Eurem Berus nutzlos sind, ioenn der Körper ver­sagt; daß Ihr viel frischer und fteudiger beider Arbeit sein werdet, je gesünder nnd kräftiger .Ihr seid. Darum nochmals: Kommt zum Turnen! Ihr seid es Euch und dem:Vaterland schul­dig. In Euch liegt Deutschlands Zukunft.

P. R. R e n g e r,

Mitglied des Turnvereins von 1846.

Märtte.

Ie. Frankjnri a.M. Vi-hhokmarktbericht vom 19.Nov. Austrieb: Rinder 96, Ochsen 4, Ochsen aus Oesterreich 0, Bullen 6, Kühe und Färsen 86, Kälber 460, Schafe 408. Schweine 1449.

Tendenz: Kälber lebhaft, Schafe und Schweine rege, ge- räumt. Preise sür 100 Pkd.

Lebend- Schlacht­gewicht

Käkbee. Mk. Mk.

-einste Mastkälber.......... 52 -66 86-93

Mittlere Mast- und beste SaugkÄber. - - - 52 -56 86 -93

Geringere Mast» »nd gut: Saugkäkdrr . . . 48-51 8186

» ch a' e.

Slallmastschkckr:

Mastlämmer uns jünger: Mastdrmmrt . . 3337 78 - 80

Acltcre Masthammel, mit genährte junge Schafe

und geringere Mastlämmer...... 29 - 32 70 - 85

Mäßig genährte Hammel und Schafe (Mcrz-

id)afe>: ......... 28-29 66-68

Schstv ec «t:.

Vollfleischlq: Schweine von 60116 7r

Lebendaewicht........ 57.006900 72,007401

Vollsteischig; Schwein: unter 60 Lebendgewicht ....... . 56 0057.50 70.0072 00

Lollfleischige Schweine von 100110 'r»

Lebendgewicht ....... 57,0059,ö) 72.0074.00

VollfleijchigeSchwein: oj» 11015 ):;

Lebenügewicht . ....... 57.0059 00 72.00 74.^0

Ie. Wiesbaden, 19. tziov. Heu - und Strohmarkt.

Angelahren waren 26 Wagen mit Heil und Stroh. Man notierte: Heu 3,75-4,00 Alk., Stroh (Richtstroh) 2,800,00 Alk., Krumm- ürob 2,10-2,20 Aik. F rnch tmarkt. Haser 11,00-12,00 Mk., Alles je 50 Kilo.

Wettcraussichten in Hesien am Samstag, den 21. Nov. 1914 ? Ziemttch heller, kalt, nordöstliche Winde.

Letzte Nachrichten.

Dcutschlmw und Irland.

jWLB.l Berlin, 20. Nov. DftNordd. Allg. Ztg." schreibt unter der UebersckwiftDeutschland und Irland": Der bekannteirische Nationalist Sir Roger Casemen, der kürzlich aus den Bereinigten Staaten von Amerika nach Ber­lin gekommen ist, wurde im Auswärtigen Amt emp- ja n ge n. Sft Roger Easemen wies daraus hin, daß ,n Irland anscheinend von der brilischen Regierung autorisierte Darstel­lungen des Inhalts veröfsentlicht ioürdcn, ein deutscher Sieg würde dem irischen Volke großen rvckjaden zusügen,, da sein Land, seine Wohnstätten, seine Kirchen und seine Priester aus Gnade und Ungnade dem Heere der Eiitdringlmge prcisgegeben sein würden, die nur Raub und Eroberungssucht leiteten. Neue Aeußc- rungen des Ministers Redmonds gekegcuilich feiner Rekrulicrungs- reisc durch Irland sowie namhaske Aiislas,ngen der britischen Presse über diesen Gegenstand hätten, so betont Sir Rogcntz eine weitere Verbreilung gesunden und unter den Iren natürlich Be- fürchtungen hcrvorgcrufcn bezüglich der Hallung Teutsckilands gegenüber Irland i», Falle eines deutschen Sieges. Sir Roger bat um die Abgabe einer überzeugenden Erklärung über die Absichten Deutschlands gegenüber, die seine Lands­leute in der ganzen Welt und besonders in Irland und Amerika angesicküs der beunruhigenden, von verantwortlicher brUtscaer Seite stammenden Darstellunqcn zu bnuhigen vermöckjtc. Der Stellvei-- tretcr des Staatssekretärs des Auswärtigen hat daraut im Aufträge des Reichskanzlers folgende amtliche Erklärung abgegeben:

Die Kaiserliche Regierung tvcist die böswilligen Wuchten, dft ihr in den von Sir Roger angeführten Darstellungen unter­schoben werden, aui das entschiedenste zurück und benutzt diese Gelegenheit, um die kategorische Versicherung abzugeben, daß Tentichland nur Wünsche jür die Wohlfahrt des irischen Volkes, sein Land und seine Einrichttingen l-cge. Tie Kaiserliche Re­gierung erklärt in aller Form, daß Deutschland nieniaks mit der Absicht einer Eroberung oder Vernichtung irgend welcher Ein­richtungen in Irland einsallcn würde. Sollte im Verlause dieses. Krieges, den Deutschland nicht gnucht lmt, das Wafscnglück je­mals deutsche Drnvven an die Küste Irlands führen, so würden sie dort landen nicht als eine Armee von Eindringlingen, dft kommen, um zu rauben und zu zerstören, sondern als Streitkräste einer Regierung, die von gutem Willen gegen ein Land und ein Volk beseelt ist, dem Deutschland nur nationale WohlfahN und nationale Freiheit wünscht.

Widerlegung sciiidlichrr Lügen über die Mcchelner Kathedrale.

Berlin, 20. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) 'Tieslivrdd. Allg. Ztg." schreibt: Ter Geh. Regiernwgsrat Professor Dr. v. Falke hat ans Brüssel vom 13. Oktober berichtet: Ws Nachtrag zu ineinem Bericht vom>. O kl ob er 1914 über "die Kanstlverke in Mcchcln ist die freiivillige Kundgebitiig des Dbmhcrrii der Mechelner Kathedrale v. Lcmgendonck von Wichtigkeit. Er hat bei seiner Vernehmung in Brüssel er­klärt, daß die Beschädigungen der Kathedrale in,bedeutend seien und daß das erste Bombardement des Turmes der Kathedrale wie auch ohne Zweifel die folgende» Beschieß,in- ,gen den Zweck gehabt haben, den ans dem Turme postierten belgischen Beobachter zu entfernen. Wenn in der anßerdent- scheil Presse von einer zwecklosen vber barbarischen Beschädi­gung der Mechelner Kathedrale durck, die dnitsche Be ichlcßniig die Rede sein sollte, lau» diese Acußerung des bel­gischen 'Domherrn als Gegenbeweis verwendet werden.

Tie Firma H. Underberg-Albrecht in Rheinberg spendete als Liebesgabe l00l>>0 Fläschchen ihres bekanitten Bitterlikärslinder- berg-Boonekamp". Derselbe hat bereits un Krug- 183' Vorzug licht Dienste geleistet und durtte auch letzt de:: .::: Fr.:c !:ehe»dcit Truppen «mc besonders wüllommcnc Gabe sein.