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Der Gietzener Anzeiger
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Erstes Blatt
164. Jahrgang
Mittwoch, 18. November 1914
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ISezu gsr> rei 5: monatl. 75 Vs., viertel» sährl. V!k. 2^0: durch ilbhole- n. Ziveigstellen monatl 65 Ps.: durch dieVost Mt.2.— viertel» jälirl. ausschl. Beilellg. Zeilenpreis: lokal 15V!-, ausm. 20 Vi. — Haupl- schriitleiter: Aug. Goetz. Vcranlwortiich lür bei» volit. Teil: Äug. Goetz; für „Feuilleton", „Vermischtes" und.GerichtS- saal": Start Ülcuraih; für „Stadt und Land" :
Notations-ruck und Verlag der vruhl'schen Univ.-Vuch- und Zteinüruckerei N. Lange. Schristleitung, Seschaftsstelle u. Druckerei: Zchulftr. 7. An^i^nteü:' H? Beck!
Der Gouverneur von Warschau mit ssKem Stabe gefangen.
GrotzeS Hauptquartier, 17. Nov., vorm. (Amtlich.) Auch der gestrige Tag verlies aus dem westlichen Kriegsschauplatz im allgemeinen ruhig. Südlich Verdun und nordöstlich C i r e y griffen die Franzosen erfolglos an.
Die Operationen auf dem p ft 1 i d) e n Kriegsschauplatz nahmen
weiter einen g ü n st i g c n Fortgang. Nähere Nachrichten liegen
noch nicht vor. Oberste Heeresleitung.
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Berlin, 17. Nov. (SB. B. Nichtamtlich.) Unter den in der Schlacht bei K u t n o Gefangenen befindet sich der G o u v e r - neutDon Warschau, v. Korff, mit seinem Stabe.
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Von den deutschen Siegen über die Russen haben wir gestern und heute nur spärliche Einzelheiten vernommen. Das ist ganz natürlich, da die iveiteren deutschen Absichten natürlich verschwiegen bleiben müssen und neue Unternehmungen gegen den hcrangezogencn Feind erforderlich sind. Daß des Gouverneur von Warschau mit seinem Stabe in Gefangenschaft gcratcit ist, bedeutet, auch für sich allein genommen, einen schönen Erfolg. Die Hanptfcstung in Rusiisch-Polen entbehrt nunmehr ihrer sachverständigen Leitung, und dies wird sich nichts nur bei einer etwaigen Verteidigung gegen deutsche Angriffe geltend machen, sondern auch schon früher, bei der Unterstützung der russischen Truvpen im Felde.
Der russische Generalstab hat am 17. d.Mts. einen amtlichen Bericht verbreitet, der zwar schon von der deutschen Offensive zwischen Weichsel und Warthe spricht, aber die Siege Hindenburgs verschweigt. Zwischen den Zeilen kann inan "bie Erklärung dafür lesen, warum es dem russischen Deere bei seinem Vormarsch so schlecht ergangen ist. Es wirkt erheiternd, wie in diesem furchtbarsten aller großen Kriege die elementarsten soldatischen Regeln mitunter vor den Zeitungslesern behandelt werden. Der wohlgemeint« Freudcnrus eines Wiener Blattes, es sei das Bezeichnende, daß Hindenburg sich nicht da schlage, wo es der Feind wolle, sondern wo er selbst es für gut halte, trifft selbstverständlich den Nagel aus den Kops. Ist diese Feststellung aber ihrem Inhalt nach nicht etwas höchst Sclbst- verständliches, das noch immer, im Kriege wie imFricden, auch im Kopse des harmlosesten Musketiers, seine Geltung hatte? Freilich, die Russen sind wieder, schon zum vierten Male dem Meister Hindenburg in die Falle gegangen. War dies unbesonnen und naiv, so ist es der amtliche Petersburger Bericht nicht weniger. Es halt so ganz und gar nichts Aus- hetzerrdes, weder für die Neutralen noch irgend jemand sonst in der Welt, wenn die Russen hier im Tone des Vorwurfs alles das aufzählen, was die klugen Deutschen auf ihrem Rüchug vernichtet und zerstört haben. Und unser Gewissen ist doch ein anderes als das kvsakische! Selbstverständlich mußte alles beseitigt werden, was dem Heere des Zaren den raschen Vormarsch hätte erleichtern oder ermöglichen können. Brücken, Bahnen, Straßen, Telegraphcn- leitungen mußten zerstört werden. Wer wir haben keine friedlichen Einwohner massakriert, wie die Eindringlinge in Ostpreußen. Und der Erfolg des deutschen Vorgehens war ganz kriegsmäßig und zweckentsprechend: alles dies hielt, so sagt der russische Generalstab, unsere Verfolgung, ernstlich aus.
Wenn wir jetzt noch in der Zeit unterhaltsamer, papier- uer Polemik lebten, so würden wir den russischen Generalstab fragen: Seid Ihr erstaunt und erbost darüber, daß Hindenburg nicht tapfer sich Euch gerade gegenübcrstellte, daß er vielmehr mit einem Teil der Seinen unter Benutzung des „ausgedehnten Eisenbahnnetzes" nordwärts ausbog und >weder einmal Euren rechten Flügel zusammenhieb? Tann habt Ihr aus der kurzen Geschichte der deutschen Feldzüge dieses Krieges immer noch nichts gelernt. Hindenburg wird es Euch nicht übelnehmen; er ist ein unermüdlicher Lehr- weister. Es darf Euch darum nicht kränken, wenn der Kaiser ihm, seinem Ludendorf und all den Treuen, die, bis zum einfachen Wehrmann herunter, mitgeholsen haben, jetzt schon Dank und Anerkennung ausgesprochen hat.
Auch der österreichische Gencralstab hat sich unterm 17. November geäußert und festgestellt, daß der deutsche Sieg bei Kutno berests seine Wirkungen auf die Gesamtlagc geäußert habe. Die Oesterreicher, die sich noch ihrer entscheidenden Siege über die Serben erfreuen, haben sich jetzt auch wieder in Galizien aufgerafst und, aus ihrem Standort bet Krakau vordringend, die vorderen Besestiguugslinieu der Russen „nördlich der Reichsgrenze" eingenommen. Das bedeutet, daß die Russen Verstärkungen nach Norden abgc- schoben haben. Einige Gefahr bliebe demnach für West- preußcn und Schlesien bestehen — wenn die deutsche .Heeresleitung im Osten nicht eben Vorbereitungen getroffen hätte. Hindenburg beherrscht mehr als die Elemente der Kriegskunst ; die Theorie ist nichts ohne die Ausfübrung. Wir sind iiberzeugt, daß der russische Gencralstab über die Gründlichkeit des deutschen Unterrichts sich auch weiterhin nicht zu beklägen haben wird!
Im englischen Unterhaus sind die Mittel für eine zweite Million Solvaten bewilligt ivorden. Wo steckt die erste Million, das ist für uns die nächste Frage. Tr. Karl Peters, der ja bekanntlich bis vor kurzem drüben geivcsen ist, schildert im „Tag" die Art, >vie Lord Kttchener seine Ar- incc von l 000 000 Mainz, die er gegen Ende August gefordert
hatte, znsanrmenzubringen versucht habe. Nämlich noch nack dem Rekrutierungssystem aus dem 18. Jahrhundert. Jt. seinem Aufruf, der überall angeschlagen worden ist, sinder sich folgende charakteristische Satze: „Tie Deutschen kämci. immer näher und würden bald jetzt auch England bedrohen. Penn ihr kämpfen würdet, weim die Deutschen in euren, Lande stehen, warum wellt ihr in das Heer nicht schon jetzt eintreten? Sonst könnt ihr gewärtigen, Deutsche werden zu müssen. Ihr werdet gexlvungen werden, unter oer deutschen Fuchtel zu leben, man wird euch nur die deutsche Sprache erlauben, eure Kinder werden in den Schulen nur Deutsch lernen, und eure Sohne werden gezwungen iverden, Soldaten des Landes zu werden, das wir nun bekämpfen. Dour King and your Fatherland want you now. (Euer König und euer Vaterland brauchen euch j ctz t.) Dieser letzte Satz wurde überall wiederholt und bildete den eigentlichen Sttinulus für die Werbungen.
Es ist schwer, festzustellcn, so erklärt Karl Peters dazu, wie viele neue Solvaten Lord Kitchener ans diese Weise bekam. Die natürliche Verlogenheit der enqliichen Presse wirkt stets in die Kalkulationen verwirrend hinein. Zuerst prahlte man von einer Million, dann plötzlich waren es 100 OOü Mann. Lord Kitchener gab im Loid- Mayors-Baniett 1250000 ausgebildetc Soldaten an: Mr.Aläuith nannte im Parlament l 086 000. Jedenfalls waren die Recruiling- Ossices in den ersten Tagen ziemlich umstanden, dann wurden sie leer. An der Londoner Zivilbevölkerung merkte man überhaupt keine Abnahme; das militärische Element blieb stets im Hintergrund. Das Kriegsministerium bewilligte den neuen Rekruten zunächst eine Anzahlung von 5 Psd. St., also etwa 100 Mark. Dies wird viele Arbeitslose und Landstreicher angelockt haben. - Aber auch bessere Elemente meldeten sich, Handwerker und Arbeiter, selbst höhere Klassen. Wßerdem erhielten sie natürlich volle Ausrüstung und ihre Verpflegung. Das britische Kriegsministerium bildete sich ein, daß es auf diese Weise eine Armee aus der Erde stampfen könnte, während das Wesentliche doch stets die Führung und die Durchbildung des Offizierkorps bleibt.
Die neue „Armee" war großenteils in den Londoner Parken untergebracht, und ihre Angehörige durften in hunderten von Zeitungen darüber klagen, wie schlecht sie bezahlt würden, wie peinlich die Anwesenheit von Unreinlichkeit und Insekten wäre, und viele zogen es darum vor, ganz unter freiem Himmel zu schlafen. „Ich habe", so erzählb Peters, „aus den unteren Klassen manche Aeußcrung über Lord Kttchener gehört, die nicht gerade schmeichelhaft für ihn war. Jedenfalls dürfte die neue Armee Kitcheners erst fertig sein, wenn die Entscheidung ans dem Kriegsschauplätze längst gefallen sein wird."
Wie der Gouverneur von Warschau gefangen wurde.
Berlin, 17. Nov. (Priv.-Tel.) Das „Bcrl. Tagebl." meldet aus Gnesen: Der Gouverneur von Warschau, v. Korff, fuhr gestern mit seinem Adjutanten in einem Privatauto in der Richtung auf Kutnö ab. Bei Tarj- now stieß er auf die Kavalleriespitze der Deutschen. Dragoner holten das Auto ein und nahmen die Insassen fest. Abends kam er unter Begleitung eines Leutnants und eines Dra, onergcsrei en in Gnesen an, wo er in einem Hotel untergebracy. wurde. Der Krastwagenführer, ein Pole, erzählte. daß in Warschau große Angst vor den Deutschen, zumal vor Luftbomben, herrsche.
Ein Bericht des russischen großen Gencralstabs.
Petersburg, 17. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Der Große Generalstab verössentlicht folgenden Bericht:
Nach den Kämpfen im Oktoberpus den Straßen nach Warschau und Jwangorod, die durch unsere Siege gekrönt wurden, begann derFeinddenRückzngzu seiner Grenze, wobei er schonungslos die Eisenbahnen und die Chausseen z e r st ö r t e. Längs der Eisenbahnen sprengten die Deutschen die Bahnhöfe und die dazu gehörenden Gebäude in die Lust oder steckten sie in Brand und vernichteten alle Wassertürme und Weichen. An gewissen Kreuzungen sprengte der Feind die Schienen so vollständig, daß für die Wiederherstellung der zerstörten Strecke und das Legen neuer Schienen längere Zeit ettorvcrlich sein wird. Ebenso sprengten die Deutschen alle Brücken und Wasserleitungen, selbst die kleinsten, von Grund aus, um dadurch ihre Wiederherstellung unmöglich und einen Notban notwendig zu machen. Auf den Chausseen wurden sämtliche Brücken zerstört, die Straße selbst schachbrettartig auf der rechten und linken Seite ausgegraben oder gesprengt. Der Feind schlug die Telegraphenstangen um, zertrümmerte die Isolatoren und zerschnitt die Drähte. Alles dies hielt unsere Verfolgung ernstlich aus, wodurch es dem Feinde gelang, auf der linken Weichsel usw. allmählich aus unsereni Aktionsgebiet hcrauszukommen und sich seinem Gebiete zu nähern. Nachdem die Deutschen diese Ausgabe erfüllt hatten, benutzten sie ihr ausgedehntes Eisenbahnnetz, ihre Truppen ans dem schnell st en Wege nach Norden zu schaffen, um gegen unseren linken Flügel starke Streitkräfte zusammenzuzichcn. Mitte November mackste sich die deutsche Offensive in der Gegend zwischen Weichsel und Warthe bemerkbar, die zu Kämpfen fühttc, die sich gegenwärtig auf der Front Plozk—Lentchits—Puncioff entwickeln. In Ostpreußen, in der Gegend von Stalluvönen ynd Posesscrn, versuchte der Feind durch gesonderte Abteilungen unsere Offensive auszul,alten, zog sich aber zurück, nachdem dieser Versuch mißglückte. In der Gegend Soldau — Neiden bürg dauert die Altion an; unsere Ossensive gegen Krakau und die galizische Front wird fortgesetzt. Tic Versuche der Oesterreicher, aus unseren Angrisssstraßen feste Stellungen einzunebnien, blieben ohne Erfolg. In den Kämpfen am 13. November, südlich Lyck, machten wir 10 Osiizicrc und Tausende von Soldaten zu Gefangenen. (Notiz des WTB. Man weiß, mit welcher.Vorsicht die russischen Zahlcnangabcn anfzunchmcn sind.)
Die Oestcrrcicher gehen wieder erfolgreich vor.
Wien, 17. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird ver- iautbart (17. November mittags): Aus dem Bereich von K ra ka i oorbrechend nahmen unsere Truppen gestern die vorderen Besestigungslinien des Feindes nördlich der Reichsgrenze. Im Raume Wolbram—Pilica gelangte« oie Russen zumeist nur in das Bereich unseres ArtillerieseuerS Wo feindliche Jnsantette angrisf, wurde sie abgewicscn. Eines uw (crer Regimenter machte 500 Gefangene und erbeutete zwei Ma- schinengeivehrabteilungen. Ter deutsche Sieg bei Kutno äußert bereits seine Wirkungen auf die Gesamtlag c.
Der Stellvertreter des Chefs des Gencralstabes. v. Höser, Generalmajor.
Ein Armeebefehl Hindeuburgs.
Berlin, 18. Nov. Ein gestern in Thorn ausgegebener Armeebefehl des Generalobersten von Hindenburg besagt laut Berl. Tageblatt:
„Seine Majestät haben auf meine gestrige telegravhische Meldung folgendes Allerhöchst geantwortet: Generaloberst von Din- denburg! Für den schon gestern und heute erreichten schönen E r f o l g der von ihnen .geleiteten Operationen svende ich Ihnen in höchster Freude meinen kaiserlichen Dank. Auch Ihres General st abschefs und Ihrer anderen Mitarbeiter im Stabe gedenke ich mit höchster Anerkennung. Ihren braven, nie versagenden Truvven entbieten Sie ebenfalls meine Grüße und Dank für die unübertrefflichen Leistungen in Marsch und Gefecht. Meine besten Wünsche begleiten Sie für die kommenden Tage. Wilhelm, I. R." Diese Allerhöchste Anerkennung soll uns ein Sporn sein, auch fernerhin unsere Pflicht zu tun. Der Oberbefehlshaber im Osten, v. Hindenburg.
Wiener Stimmen über die neuen Siege Hindenburgs.
Wien, 17.Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Die Blätter begrüßen mit Freude den neuerlichen Sieg der deutschen gegen die russischen Truppen. Das „Neue Wiener Tag bl." sagt: Was die oberste deutsche Heeresleitung heute meldet, ist echt Hindenburgsche Taktik. Er schlägt sich nicht jwrt, wo es der Gegner will, sondern er schlägt, wo er cs für angebracht erachtet. — MuH die „Nene Freie Presse^ hebt die strategische Bedeutung des Erfolges der Deutschen hervor und schreibt: Dieser große Erfolg kann die Saat sein für die Hauptentscheidung. Deutschland ist sich bewußt, das ein dauernder Friede nicht bloß in Frankreich und an der Küste der Nordsee, sondern auch in Rust and errungen werden muß, daß es nicht ruhen und nicht rasten könne, ehe dieses Werk vollbracht ist. Die Monarchie hat die gleiche Ueberzeu- gung, deshalb sind alle Siege gemeinsam, wie sich auch das Blut der Soldaten aus den Kampfplätzen vermischt. — Das „Fr e m d e n bla tt" stellt fest, daß die neuerliche russische Offensive gegen Ost- und Westprcußcn sehr rasch wieder Fiasko erlitten habe. Die Sieg: von Baljewo und die deutschen Siege werden nicht ocrfehlen, tiefsten Eindruck zu machen, da dadurch sinnfällig die Ohnmacht Rußlands, seinen Freunden Unterstützung zu gewähren, zutage tritt.
Italien und die Nachricht vom Siege Hindenburgs.
Mailand, 17. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) „Corriere della Sera" verzeichnet in fetter Ueberschrift die siegreiche deutsche Ossensive längs der Weichsel, deren großer Erfolg am besten an der Zahl der Gefangenen und der erbeuteten Geschütze zu messen sei. Im übrigen wird jetzt auch von den italienischen Militärkritikern bestätigt, daß die deutsche Gegenoffensive rechts und links der Weichsel den russischen Aufmarsch vernichtet habe. Demselben Blatte zufolge wer- den die italienischen Freiwilligen in Frankreich nach dem Lager Mailly le Camp gebracht, wo sic noä> ausgcbildet werden, um dann erst Ende des Monats an die Schlack,tfronv geschickt zu werden. Journalisten werden im Lager nicht geduldet; sie mußten es sofort wieder verlassen.
Przemysl und Krakau.
Berlin, 17. Nov. Die „B. Z. a. M." meldet aus Wien: Die Festungen Przemysl und Krakau sind so gut versorgt, daß sie viele Monate, ja ein Fahr dem Feinde trotzen können.
Der Rückzug der Serben.
Wien, 17. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Der Kriegsberichterstatter der „Neuen Freien Presie" meldet, daß sich die Serben Nach dem Fall von V a l j e v o zehn Kilometer weit in der Richtung auf Kragujewatz zurückgezogen haben. Um die neue Stellung tobt ein neuer Kamps.
Tic Beschießung von Belgrad.
O f e n p e st, 17. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Der „Pester Lloyd" meldet: Seit Sonntag dauert die Beschießung der Belgrader Festung wieder an. Unter dem Schutze des Ar- tillerieseuers wurde die Ausbesserung der Eisenbahnbrücke in'Angriff genommen. Die serbischen Geschütze versuchten, diese Arbeit zu stören, aber vergebens. Einige Monitorc, die auf der in der Nähe des serbischen Ufers liegenden Zigeuner» insel Ausstellung genommen hatten, unterstützten unser Ar» tilleriefeuer. Die'serbische ArtiUerie, welche auf dem 206 Meter hohen Bergrücken Benowa, ü Kilometer südwestlich von Belgrad, ausgestellt ist. enmderte das Feuer. Das Ar» tillericduell dauert fort. Andere Truppenteile ziehen von Obrenovac die Save entlang nach Belgrad. Auch an einem anderen Punkte der Save, 0 Kilometer von Semlin bei Surcin, überschritten unsere Truppen ans einer Ponton» brücke den Fluß,


