itn Bosjwrus itnt der Flotke Zusammentreffen
sollten, würden sie riskieren, in den Grund gebohrt zu werden, welche Flagge sie aud/ führen möchten. Die Bewegungen des russisckzen Geschwaders gegen den Bosporus seien auf die Tatsache znrüc^uführen, daß die „Goeben" und die „Breslau" außerhalb der türkischen Gewässer signalisiert worden seien.
(Mittlerweile hat sich die Lage ja gründlich geändert! Die Red.)
Die Türken am Suczkanal.
Wien, 30. Oft. Nach einer Meldung aus Krakau sind in dem Golf von Akaba starke türkische Kavallerieabteilungen eiilgetroffen. Türkische Kontrollschiffe mit drahtlosen Stationen such bis in dem Eingang des Golfes von Luez gesichtet worden.
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Die Kämpfe an der bclgisch-kranzöfischen Küste.
G e n f, 30. Okt. Die Franzosen suchen die Erfolglosigkeit des gestrigen Eingreifens von 16 größeren und kleineren englischen Kriegsschisfcn damit zu erklären, daß die deutsche Erkundung ganz außerordentlich sorgfältig sei. Weichwvhl habe sich die Landung kleinerer lchteilungen von Hinlmtruppen, die sich in dem neuen Gelände schon vollkommen zurechtsinden und eine erhöhte Aufmerksamkeit der deutschen Borposten erfordern, nicht verhindern lassen. Weder aus den amtlichen noch aus den privaten Depeschen geht hervor, daß die französischen Verstärkungen bei Zpcrn oder bei Dixmuiden irgendwelche Fortschritte erlvirkt haben. Tie im Westen von Lille errungenen Vorteile veranlagten die offizielle Erklärung, daß Armen- tiires immer noch in französischem Besitz sei.
Die Deutschen besetzten Turnhout.
London, 30. Okt. Wie die „Times" mitteilcn, wurde Turnhout gestern von den deutschen Soldaten besetzt, die in Bürgerquartieren einlogiert wurden und in der Umgegend der Stadt patrouillieren.
Stockholm, 30. Okt. Die englischen Blätter berichten über den Kampf um Dixmuiden und am Bserkanal: Sckzon am Mittwoch griffen die Deutschen mit aller Gewalt Dixmuiden au. .hier kamen die schweren Mörser jum ersten Biate Mir (Anwendung. Tie Deutschen schossen die Stadt in Brand. Am Donnerstag rückten die Deutschen vor nnd die zerstörte Stadt wurde der Schauplatz eines crbitterteir Kamptcs. Nach Westen zu raste der Kamps noch wilder, hier hatten die DcMschcn schon seck Freitag die erbittertsten Versuche gemacht, über den Bserkanal zu dringen. Auf der langen Front bei Nicnport fanden Nahgesechte statt. Oft lagen die feindlichen Kräfte in den Schützengräben mrr wenige hundert Meter voneinander enfjcntl; dann nieder kärnvite man im Nahkamvt mit dem Bajonett. Dre Deutschen kämpften wie rasend. Um jeden Preis wollten sic die Nacht noch über dem Kanal. Em furchtbarer Kanrpi spuckte sich bei Bpern ab. Bei Drxmuideu uird Nieuport käMt'ften die Deutschen gegen di« Franzosen und Belgier, während sie bei Bpern hauptsächlich die Engländer als tbegncr hatten. Tie schwere Artillerie der Deutschen, die aus Antwerpen herbeigcschastt loar, nahm die englischen -Lchützen- graber unter Feuer, imd gegen die englischen Truppen wurden gewaltige Jiffauterieniassen onsgcsaudi. Der Mmpf wogte hrn und her. Schließlich wurde die Lage für d i e Engländer kritisch. Unter dem Schutz der TD neu rückten die Deutschen mir 'Sonntag morgen längs der Küste gegen Nienport vor. llmnittelbar vor der Stadt legten sie Schützengräben an.
Die Erschöpfung im französischen Heer.
Rom, 30. Okt. Der Korrespondent der ,,Trib una" in Dünkirchen berichtet:
Der französische Soldat ist völlig erschöpft und völlig zitscrnunengehrochen. tzttir der Terrrtorialsoldat ist noch einigerrnaßl'i, munter. Der Liniensoldat und der Reservist
Ä sen schlafen kaum mehr. Seit Anfang des .Krieges sie keine Zeit, an Körperhhoiene zu denken. Sie miessen alle 3—4 Tage endlose Märsche zurückleaen, kämpfend und dann weiter marschierend. Der französische Soldat ist an sich robust, aber er karrn nicht miehr, er kann einfach nicht mehr. Das den Deutschen crbgelernte Graben von Schützengräben, das er früher verlachte, bringt ihn vollends herunter. Die Entbehrungen sonne der Mängel an Reinlichkeit setzen ihn Krankheiten aus. Die Kolonialtrnp- p e n, die noch so große Dienste leisten könnten und sollten, sind vor Kälte erstarrt und werden binnen kurzem samt und sonders nach Sildfrankrcich gebracht werden müssen, um nicht zu erfrieren. Etwas besser sckzeinen die Hindus die Kälte ertragen zu können. Sie sind auch wärmer gekleidet als die nur'mit kurzen leichten Tuniken angetanen Afrikaner, die zudem im Freien schlafen müssen. Besonders leiden die Sudanesen, die immer eiskalte Hände habe». Am beneidenswertesten sind die E n g l ä n d e r dran, die sich gewissermaßen als Touristen fühlen, an nichts Mängel leiden und eine Art von Aristokratie im bunten Heere der Verbündeten bilden.
Der amtliche französische Bericht.
Paris, 30. Okt. (WTD. Nichtamtlich ) Anrtllch wird am 29. Oktober 1.1 Uhr abends gemeldet: Nach den letztst Berichten sind keinerlei Nachrichten von Bedeutung zu melden.
Lob der Deutschen in England.
London, 30. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Ein Telegramm der „Central News" aus Nordfrankreich zollt der Kamps tüchtigkeit der Deutschen hohe Anerken- mmg. Trotz der großen Verluste, die die Deutschen iu der letzten Woche erlittni hätten, hätten sie dock) noch gewaltige Streitkrastc zier Versützulvg und kämpften mit der größten Todesverachtung. Die englischen Soldaten sagten: „Wem, wir einen ^Deutschen niederschießen, ist es, als ob a ch t a ndere an seine Stelle sprängen." Die Truppen der Verbüudctsi nütztsi die vielen Bor leihe, die ihnen die Eigentümlichkeiten des Terrains gewährten, aus das äußerste aus. Verschiedene Hindernisse, wie Seen wird Bäche, »lachten das Borrücken der Deutschen schtoierig, aber über viele Flüsse hüttsi die Teutschen .Holzbrüchen gebaut.
London, 29. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Die „Morning Post" schreibt über die Kriegslage:
Deutschland ist einig und entschlossen, auszu- harren. Es wirft alle seine Hilfsquellen, die gewaltig und wohl- orgaiüsiert sind, in den Kampf. Seine Truppen sind diszipliniert, gut ausgebildet und gut bewaffnet. Ihre Tapferkeit ist wunderbar, Oiegen eine Nation, die augenscheinlich bereit ist, einen bohen Preis für den Slieg zu zahlen, für die Herrschaft in Land. Meer >md Luft, werden die Verbündeten schwer sür den Erfolg zablen müsse». Wenn Teutschland die Linien der Verbündeten zwischen der Schweiz und dem Meere nicht durchbrechen nnd die russischen Heere nicht erschöpfen kann, unterliegt es. Für die Verbündeten sind Geduld und Ausharrung die Losung, für England unermüdliche Anstrengung, um die Vermehrung seiner Streitkrüite vorzuberecken. Aber die Regierung kann die Männer nicht in schnellerem Tempo aufrusen. als so organisiert, ausgebildet und ausgerüstet werden können. Wir sind augenblicklich kaum in der Lage, die Anregung in denl am Montag verössentlichjen vortrefflichen Brief eines Franzosen anzunehnien. Tie Zeck mag kommen, wo ein allgemeiner Ausruf zu den Waffen nolwcndig wäre.
aber auch eine solche Maßregel muß vorbereitet werden, wozu bisher keine Zeit >var, obwohl wir darauf vertrauen, daß sie erwvgen und geplant lvird. Tie augenblickliche Ausgabe ist die Ausrüstung und Ausbildung einer großen Zahl von Männern, die jetzt organisiert und gedrillt werden.
Der König von Sachsen in Brüssel.
Dresden, 30. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Der König von Sachsen ist ttoogeitern abenv in Brüssel ciuge- troffen und hat das dortige General-Gouvernement besucht. Gestern begab sich der König nach. Mecheln und Antwerpen. Cr l/atte aus dem stLoge Gelegenheit, ein sächsisches Lantz- wehrbataillon zu sehen und ließ sich im Gelände über die Eroberung Antwerpens Vortrag erstatten. Er überzeugte sich in Lier von der vernichtendsi Wirkung der deutschen schweren 42-Zentimeter-Gc schütze.
Freiwillige werden in England zuriickgewicsen.
London, 30. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Ein Ausschuß unter Lord Desb-orough organisiert Freiwillige, die nicht in die reguläre oder Territorial-Armee ausgenommen werden, um sich in den Waffen zu üben. Das K r i e g s- a m t drückte seine Sympathie für diese Bewegung aus, versagte ihr aber vorläufig die amtliche Anerkennung, da es mit der Bewaffnung und Bekleidung der neuen Armee Kitcheners vollauf beschäftigt ist.
Prinz Ludwig von Battenberg!
London, 30. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Prinz Ludwig von Battenberg ist von seinein Posten als Erster Seelord zurückgctreten.
Aus Paris.
(WTB.) P a r i s , 30. Okt. ^Nichtamtlich. Agence Havas.) Präsident P o i n c a r e und die Minister Ri b o t und Sembat sind hier cingetroffen.
Reims während der Beschießung.
L o n d o n, 30. Okt. Die „Times" melden aus Epcrnay: Bei dem Bombardement von Reims wurden ungefähr 600 bis 700 Beivohncr von Graitaten getroffen, 300 Häuser sind durch die deutsche Artillerie in Brand geschossen worden. Tagelang lebten ganze Familien in den Kellern und hatten nur Weißbrot zu essen. Viele erkrankten infolge der Entbehrungen.
Deutsche Bestimmungen über Belgiens Ein- und Ausfuhr.
R o t t e r d a m , 30. Okt. Das deutsche Generalgouvernement in Belchen ließ die Einfuhr sämtlicher Waren »rit Ausnahme von Sprengstoff zu. Zur Ausfuhr sind zugelasscn: Lebei.de Pflanzen, Teppiche, Papier. Streichhölzer, Farbe, Nägel, Maschinen, Ool, Gebäck, Zucker, Zement, chemische Düngerstoffe, Kaninchenhaar und Kaniucheuhäulc, sowie Gips.
Holländisches Buttcr--l«sfnhrvcrbot.
Rotterdam, 30. Okt. An dem heutigen Tage hat die Niederländische Regierung ein Verbot der Aussuhr von Butter erlassen.
Bericht des österreichischen Generalstabs.
(WDB.) Uten, 30. Okt. (Nichtamtlich.) Amtlich nnrd ver- laulbart: 30. Oktober, mittags: In Russisch-Polen wurde auch gestern nicht gekämpft. Am unteren San nmrden stärkere, südlich Nisko über den Fluß gegangene feindliche Truppen nach heftigen Gefechten zurückgeworsen. Bei Stary Sanckwr sprengte unser Geschützseuer ein russisches Munrtionsdepoc rn die Luft. Me feindlichen Angriffe ans die höhen westlich dieses Ortes wurden abgeschlagen. Zm Raume nordöstlich von Turka gewannen unsere angreifenden Truppen mehrere wichtige hohenstrllungen, die der Feind fiuckstartig räumen mußte. Unser Landsturm niachtc in diesen Känipfen viele Gesungene. Die Gesamtzahl der in der Monarchie iitternierten Krregsgesangenen betrug am 38. ds. 649 Offiziere und 73 179 Mann, nicht eingerechnet die ans beiden Kriegssstauplätzen sehr zahlreichen, noch nicht abgeschobcnen Gefangenen aus den Kämpsen der letzten Wochen.
Der stellvertretende Chef des Generalstabs: i v. Höf er, Gcneralmryor.
Rußland „rusfifiziert".
(WDB.) Petersburg, 30. Okt. (Nichtamtlich.) Der Minister des Innern hat einen Gesetzentwurf ousgrarbritet, der Maßnahmen vorsieht zum Zwecke einer Reduktion des deutschen Grundbesitzes in Rußland. Ter tzsesetzentwurf wird der Prüfung durch einen «peziolausschuß mrter dem Vorsitz des Juso zm Misters nnter- brecket lverdcn.
Die Gesinnung der Tschechen.
(WTB.) Prag, 30. Okt. (Nichtamtlich.) Zu der Mitteilung des „Utro Rossij", daß die Moskauer Slawophilen erklären, ckn Interesse des (Tschechen tu ms s« es notwendig, daß das Königreich Böhmen nckt Rußland vereckrrgt werde, schreibt „hlas Narodna", die russische Ocsfentliäckeit und Politik könnte doch endlich von der völlig falschen Beurteikimg unserer nationalen Bestrebungen abstehen, di: uns toohl häufig in RtecnungsVerschiedenheiten mit unseren Regierungen und Landsleuten anderer Nationalität gebracht haben, niemals jedoch gegen den Staat oder das Reich gerichtet waren. Die guten Leute rn Moskau sollten sich endlich sagen lassen, daß die Interessen des tsctdcchischen Volkes nach der einmütüwn Ansclmuung aller ernsten tschechischen Politiker und politisch«! Parteien eng mit unserem Reiche verbunden sind nick» daß sie am besten und einzig in dessen Rahmen geivahrt und verwirklicht werden können. Wer die Bl- strcbungen des kschechiickwn Volkes nach der Siäwrung einer besseren Zukunft anders beurteilt, sühnt sich absichtlich in einen Jrr- twn und wird sich die unangenehmen Folgen ernes solchen Trugbildes und die bittere Enttäuschung selbst xnschreiben müssen, die seiner sicherlich harrt.
Bulgarisch-griechisches Grcnzscharmützcl.
Sofia, 30. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) (Agence Bulgare.) Ain 25. Oktober kam es zwischen den b ulg arischen iind griechischen Greuzposteu von Söoleschowo zu einem Ge Wehrs euer, das sieben St>rndeu währte. Veranläßt wurde der Zwischenfall durch derr Bersirch der Griechen, in der neutralen Zone Laufgräben zu errichten. Ans bulgarischer Seite imirde ein Mann verwundet, auf griechischer Seite ein Mann getötet und zwei vcrwlindet. Die Bukowina von den Russen geräumt.
L o n dv n, 80. Okt. Die „Dimes" melden: Die Russen haben fast vollständig! die Bukowina geräumt Es sind neue österreichische Beainte in den wichtigsten Städten eingesetzt worden.
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Die Minen an der irischen Küste.
m st e r d a m, 30. Okt. Reuter meldet aus London: Die Besatzung eines in Fleetwood angekommenen Schiffes berichtet, daß einandercsDampsschiffander Nordküste von Irland auf der Höhe von Halin Hcad auf ein« M ine ge sto ß en ist..
Vergebliche englische Lügsnkünste.
Berlin, 30. Okt. (WTB. Nichtanttlich.) Das Pressebureau der englischen Regierung ließ den lieu- traleu eine Mitteilung über die finanzielle Lage Deutschlands zugehen, in der behauptet wird, die deut- fl sehe Kriegsanleihe sei nur durch die Sparkassen gedeckt worben, die gezwungen worden seien, 25 Pror. ihrer Depositen dem Regierungsfonds zu übertragen. Diese Behauptung zeigt, welchen Neid in England der Erfolg fl der Zeichntlngen auf die deutsche Kriegsankeihe erregt und wie infolgedessen die englische Regierung sich dazu verleiten läßt, die Wahrheit auf gen Kopf zu stellen. Ntck>t der geringste Zwang, sich für eigene Rechirung oder Rechnung der Einleger an der Zeichnung der Kriegsanleihe zu beteiligen, fl ist aus die Sparkassen des Reiches ausgeübt worden. TaZ fl einzige, was geschehen ist, war, oaß den Sparkassen nahegelegt wurde, solck>en Einlegern gegenüber, die die Kriegsanleihe zeichnen wollten, nicht auf der Jnnchaltung der » stündignngssiist für die Spargelder zu bestehen. Die | Summe, die durch die Sparkässcn deren Einleger auf die | Kriegsanleihe gezeichnet haben, war groß, sie beläuft sich I aber nicht entfernt auf 2b Prozent der (Anlagen bei den > Sparkassen. Nach dem Statistischen Jahrbuch für das Deut- I schc Reich betrugen Ende 1912 die Gcsamtgiethaben der I Einleger bei den deutschen Sparkassen 18679 937 000 3D£t.; I der Äetrag dürfte bis Mitte 1914 auf rund 20 Milliarden I angcschwollen sein. Da die Sparkassen und ihre Einleger, I wie wir hören, zusammen 88 4 M i l l i o n e n auf die Kriegs- I anleihe gezeichnet haben, sind — selbst wenn, was aber nutzt I der Fall ist, der ganze Betrag, aws die Einleger entfallen I lvürde — noch nicht einmal 4 l / s Proz. bet Einlagen zur Zeich- I nung auf die Kriegsanleihe verwandt worden. Vergleicht mai diese Feststellung mit der Behauptung des englischen Pressebureaus, so wird jedermann leicht erkennen, wa? er von den Mitteilungen der britischen Üiegieruitg über Deutschlands finanzielle Lage zu halten hat.
Die Opfer der „Karlsruhe".
Die „Times" veröffentlicht nun auch die Liste der von dem kleinen Kreuzer „Karlsruhe" im Atlantischen Ozean versenkten oder gekaperten 13 Scksifse. Fünf von diesen Schiffen waren bereits vor dem Bckanntwerden von Lloyds als nicht mehr versichcrungsfähig bezeichnet ioorden. Der Wert der Schiffe wird auf mehr als 30 Millionen Mark an- gegeben. Die Schiffe sind folgende: _,
Name
Tonnenzahl
Ladung
Strabbroy.....
4336
Kable
Hinple Brauch ....
4338
Allgemein
vigistand Hope ....
5150
Ballast
Indra»»......
570 ;
kkoble
Cormlh City.....
3816
Koble
Rio Jguassa.....
3317
Hoble
starn.......
4393
llohle
Niccto de Larrinaqe . .
5018
Getreide
Cervantes......
4365
Kaffee, Mineralien usw.
Pruth.......
4408
Nitro te und Getreide
Lnnrowa».....
3384
tSelreide
Maria.......
4018
Condor .......
3053
Allgemein
Au» Cjcff«*».
RB. Darmstadt, 30. Okt. Ter Finanzausschuß der ! Zlvciten Kammer hielt gestern und heute vormittag unter Vorsitz des ?lbg. Dr. Osann kurze Besprechungen ab über die allgc- uicinc Finanzlage im Großherzogtum und namentlich über diejenigen Punkte, die in der gestrigen geincinsamen Sitzung der Fi- >, nanzansschüsse in der Ständekammer mit der Regierung einer vcr- ttanlichen Beratung uMcrzogcn wurden. Im Anschluß an die heutige Sitzung beschäftigte die Ausschußmitglieder das große Ge- sattgcnenlager auf dc'm Griesheimer Triwvenübungsplatz. Der neue Kommandeur des Lagers, Herr Gcneraknlaior C o sa ck, hatte per- j sönlich die Führung übernommen und gewährte den Herren einen hochinteressanten Einblick in die ausgedehnten Anlagen und die ganzen Verhältnisse des Lagerlebens.
Aus Stadt und Land»
Eießen, 31. Oktober 1914. I ReforniationSfcst.
Als das Landwehr-Jnfanterie-Regiment Nr. 116 die belgische Grenze überschritt, erklang aus seinen Reihen machtvoll das alte Luthcrlicd: Ein feste Burg ist unser Gott. Unter diesen wackeren Wehrmännern ist vielleicht mancher gewesen, ' I der dieses Lied lange nicht mehr gesungen hatte, aber das ist i das Kennzeichen dieser schweren und tränenreichen Zeit, daß die Herzensfrümmigkeit, die viele unserer Volksgenossen schon früher in sich trugen^ die sie aber aus einer gewissen Scheu, die das 5peiligste nicht gern anderen zeigt, nicht bekennen, wollten, nun in das helle Licht des Tages getreten ist. Diese Frömmigkeit, deren Haupteleineut ein schlichtes, deinütiges Gottvertrauen ist, ist ivesenllich ein Erbe der deutschen R«-- formation und eine Errungenschaft, die ivir Martin Luther »erdanken. Zwar hat Luther für die Art des Kampfes, in dem trnr jetzt stehen, noch keinen Blick gehabt, er hat den Krieg! mit den Augen seiner Zeit gesehen. Unverkennbar ist an alkn seinen Aeußerungen über den Krieg, daß er nicht an den Krieg dachte, den jeder Mann aus dem Volke mannhaft zum Austrag zu bringen entschlossen ist, iveil er für seine heiligsten Güter, für Haus und Heimat, für Weib und Kind, für! Kultur und Sitte in das Feld zieht. Der Reformator wußte nur von Landsknechten, die heute für den König von Frank- !I reich, morgen für die Stadt Venedig streiten und die bereit J sind, auch für den Großtürken in das Aid zu ziehen, wenck er ihnen genügend Beute verspricht. Darum schreibt Luther mich nur von dem Gehorsam des Soldaten gegen seinen Herrn, nicht von der Pflicht» des Datcrlandsvertcidiyers.
Trotzdem können nnr sagen: Martin Luther ist jetzt mit in das Feld gezogen und schreitet in den langen Kolonnen der Deutschen einher. Er hat die aufgeschlagene Bibel in der Hand, er stärkt und trösckt seine Volksgenossen. As ist merkwürdig, wie alle die erhebenden Bibelstellen, aus die sich Luthers Glaube wesentlich gründete, iu diesen Tagen neue Bedeutung gewonnen haben und von uns viel tiefer als > früher ersaßt werden. Der 46. Psalm, aus dem Luthers größ-- > tcs Lied hervorgewachsen ist, ist ein Gegenwartslied ohne- I gleichen. Oiegen die Stadt Jerusalem zieht die Hecrcsmacht der Assyrer heran, der Untergang der heiligen Stadt scheint bcvorzustehcn. Dennoch verzagen ihre Bewohner nicht, trotzig erhebt sich ihr Glaube. Wir fürchten uns nicht, so sagen sie, auch wenn es »och viel schlimmer kommt, auch nicht, wenn die Welt cm Erdbeben untergeht; denn wir haben die Gch wißheit, daß Gott mit unserer gerechten Sache ist. Auch die Schrift des Neuen Testamentes, die den jungen Luther aus i hem Dunkel feiner Klosterkümpfc herauszesührt hat, der Brief I des Apostels an die Römer, steht mit ihrem Olcfügc großer » Gedanken und herzerquickender Trost>vorte jetzt vor uns in 1 einem neuen Lichte. Ist Gort für uns, >ver nlag ividcr uns I
sein, so sagen wir iin Hinblick auf diesen Krieg, den wir nicht !
verschuldet haben, sondern der uns aiffgezwungeii worden ist..


