Ausgabe 
29.10.1914
 
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"M Trais-Lorloff, 28. Cft. Ter bi er wvbndaNc. aus «Izheim gebüttiqe Mjähr Weißbindermeifter und Musiker Jalol 5 am es, der als Landtvehrmanu eingezogen war und in einem )rt in Rheinheiien als Unteroffizier an der AuSbildimg nuae- ienter Mannschaften teilnahor, mußte aui eigentümliche Weise ein Leben lassen. Einem mrt dem Entladen französischer »ewehrr beschäftigten Mann war eS trotz vieler Mähe nicht mög uh, einen Schuß aus einein Gewehre zu bringen. Be, weiteren Per rchen entlud sich plötzlich die Nasse und die Kugel drang dein abeistehenden S. in den Leib. An der erhaltenen schweren Per chung ist der Bedauernswerte, der Familienvater ist und sich llgemrincr Beliebtheit erfreute, bald daraus gestorben.

O Steinheim b. Lungen, 27. Olt. Die Sammlung lir das Rote Kreuz ergab in unserem One: 84 Lemden. 0 Bettücher. 31) Landtücher und 13 mit Daunen gestillte Krisen kußcrden, wurden »ach Gießen adgclieserl: 560 Stfirf Er er. , Zentner weiße Bohnen, 30 Pfand gedörrte Bobnrn. I Zcntner örrvblt und an Speck und Wurst 25, Pftind Auch wurde in der ergangenen Woche ein Wagen voll Kartoffeln an das Lazarett , Lungen gespendet. An barem Geld gingen bis letzt ein 511,53 7ark, wovon ein Teil an den Kreisausickuiß, fürs Rote Kreuz und ricgSHilfe abgcliefert wurde. Zwei Söhne unserer itzemrinde at das LEucrland als Opfer gefordert. Am 17. September narb fzeseldwebel d Res. Losman» den Leldentod fürs Vaterland, nd am 9. Okwber ftel der Gefreite NicklaS vom Jägerbal. Il uf dem Felde der Elrre.

Kreis Büdingen.

O) Büdingen, 27. Okt. In der llmgegend, ivelche noch ine elektrilche Lichtanlage beült, lehlt leit ci.nqe» Tage» auch i» Petraleuni last gänzlich und inan greift jur Nerze und cm schon längst Itileile gestellten Otlidit. Die Neberlandzentrale at gegenwärtig da« Arbeitererional erheblich vermehrt: d» ?ln- >ng Dezember d.I. soll die elektrische Lichtanlage hier ii, Büdingen -rtigaeiiellt lein.

O Selter», 22 Oft. Zwei Eisenbahn ivaaen mit iebesgaben wurden in den Gemeinden Selters, Ortenberg, Siopenbach. Bellinutb, Boden Hausen I, Eckartsborn, Ltbbera, ielnhagr, Usenborn und Bergheini gelanimell und noch de», Etsaß bzelandt. Eine Seiidnng Kleiduiigsilückc kgin nach Ostpreußen.

Echzell, 2). Okt. A»! dem Felde der Ebrc liel der ins. Freiiv. Unteroffizier in, Ini.-Reg 87 Gottfried Krämer, 'er tbeiallcne ivirkte eine Zeitlang als Lehrer an hiesiger Volks- kliil».

Kreis Schotten.

Ober-Seibertenrod, 28. Okt. Run bat der irieg auch in unserer Gemeinde das erste Opier gefordert. )en Leldentod für*» Bciterland starb der 32jährige Wehr- >ann Leinrich Korell beim Landwehr-Jnsmtterie-Reqi- rent 116 Er war Angestellter in einer Fabrik in Zeilsheim. )er Gefallene lnnterläßt Frau und Kind.

£ Kölzenhain, 28. Cft. Ten Leldentod für Bater- and starb hier der bei Schülern und Ortseinwahnern be- iebtc Lehrer L e h r. Rur einige Jahre hat er hier segensreich icroirrt. Er hinterläßt Frau und Kind.

Kreis Frievbcrg.

3. Friedberg. 28 0k>. Leute wiirden aus dem nieügeii lelangeneii-Lazarett zwanzia von den üebzia nnweienden Seiangeneit nach Darmstadt verbracht, nachdem ihre Ver- oundungen gekeilt waren. Der Transport bestand aus 15 Fran- osc», zivei Indiern, zwff Eeneaalnegern, fomic einem Tiirko.

D Friedberg, 28. Okt. d-esteni fand unter den, Porsitz »eS Schulrats Süß die diesjährige L e r b st v e r s a m m l u u q >er Lehrer des Kreises Friedberg statt. In seiner Begrüßungsansprache gedachte der Schulrat der schweren Zeit, die iber unser Paterland gekommen. Pon den Lehrern des Kreises ind über l 00 zu den Fahnen gerufen worden, 98 leben im Felde, 51 sind verwundet und zwei haben bereits den geldentod fürs Paterland gefunden Das Andenken der Ge- allenen ehrte' Berimionluag dnrch Erbeben von den Sitzen. >n dem sich anschließenden Vorträge gab Schulrat Süß innen Rückblick über die Ereignisse seit Ausbruch des Krieges. Dann v.acl Lerr Med-Rat Tr Nebel über das TlwniaKrüppel- ürforge unter der Jugend" Den Schluß der Per- jammlung bildeten geschäftliche Mitteilungen.

Starkenbnrg und Nhrinhessen.

s. Ans R de in kessen. 27. Okt. Sowohl im Kreise Bingen als auch in, Kreise Alzey sind Löch st preise für Kartoffeln sestaeietzt worden. Der Preis für beste Speise- kartviieln wurde auf scäiS imd für qeringerr Ware aui fünf Mark iür de» Doppelzentner festgesetzt Beim Verkauf aui den Wockwn- inärkten und bei freier Lieferung in den Aiiibewabriingsranm dcS Käufers darf der Preis um je eine Mark höher fein.

Starkcnburg »nd Rhrinhcffen.

A Tarmstadt, 29 Oft Die Landgränn Karoline don Lessen, geborene.Prinzttsin zu Solms-Lohensolms-Lich. eine Schwester der Großberzogin Eleonore von Leisen, tourdc auf Schloß Lettes Hausen von einer Prinzessin entbunden.

Vessen-Rassnu. b. Laigcr, 28. Okt. Der Babnbau Laiger Gü­stern Hain bat begonnen: die Brückenbauten sind bereits in An­griff genommen worden Dir Bahnhöfe auf der Strecke Laiger Siegen iind beinahe vollendet.

b. Biedenkopf. 28. Okt. Die Zwangsinnung für das S chr ei n c r ba n dwe r k wird mit l. März n. Js. einge­richtet, zumal iich die Mehrdeft der (Kewerbelreibrnden dafür ent­schieden bot. Ausgenommen bleibt der Bezirk Rodbeim a d Bieber.

m. Neustadt, 28. Okt. Auch liniere Statt stellt eine große An ahl Kriegsteilnebmcr, st»d doch von der 2000 Einwohner zählenden Bevölkerung bis jetzt 141 Mann schalten ein- beruien worden. ?IuS mehrere» Familien dienen gleichzeitig drei Söhne. Das Eilerne Kreuz zweiter Klaüe erhielten Musketier Julius Kran, »nd Leinilch Lenimer. Mit der öster­reichische» TavierkeiiSmedaille zweiter Klasse wurde der Unteroifizicr Eugen Z i n ! e r ausgezeichnet.

mstirchhain, 28 Okt. In der Z ii I a m m t n 1 1 q ii n a wird jetzt mit den. Ausnieste» und Perstcinen der Wielenwege und Entwäsierungsgräben begonnen; bierdurcb wird manche tiel- liegende Fläche in unserem Wieiengrmide bester entwästert und gute Futtergräser werden an den Stellen wachlen. Der Zuschuß z» den Kosten der Melioration ist vom Minister von 50 aus 60 Prozent erhöhl worden. Ursvrü 'glich waren der Kosten van dem das MelioralionSvrojekt ouSarbeitenden Regierungs- beamten in Ansücht gestellt worden.

O Frankfurt, 28. Okt. Fm Zoologischen Garten ist am S o n n t a a der EinttckttSpreiS bis l Uhr au» 3 0 Big. Kinder 20 Psg.) und für das Aauarium mit den Reptilienbäuiern auf 20 Pig für alle ermäfMk Um 1 Uhr wird der Garten für die Vvrnrittagsbesiicher geschlossen.

A Wiesbaden, 28. Okt. Bei der beute in Wiesbaden er- wlaten Eröffnung der Angebote iür Lieierungen von Kar toffeln. Fleisch nsw. iür die Städtischen Speiseanstalten iür die Zeit von Aniang November d I. bis 3l Mär, 191 ' ergab es iich, daß iür Kartoffeln, von denen 160000 Kilo ausge­schrieben, überhaupt kein Angebot erngttaufcn war.

rinnst «nd Wissenschaft.

Richard Leuberger t. Der bekannte Komponist und Musikichriitsteller Richard Leuberger ist am Mfttivoch in Wien nii i>5. Lebensjahre gestorben. Er niar Prosciwr an der Akademie für Musik und darstellende Kunst und Chvrmeistrr des Wiener Männergrsangoereins.

vermischte».

* Die Schul zen kat dein. Bekanntlich erhielt als erste Frau in diesem Kriege die Krankcnpitegerin Frieda Geifert vom Bethanii-n Verein das Eiserne Kreuz, das ihr der Kronprinz selbst überreichte. Diese seltene Auszeichnung erinnert an ein ähnliches Ereignis auS dem Kriege 1870/71, in dem cbenialls eine nrutige Frmi dekoriert wurde. 2tm 6. August 1870, atS auf dem Schlacht- selde an den Spülzercr Löhe» die Kämpfer und Berwundclen vor

Sitze zu verschmachten drohten, da ging Katharina Weißgerber, die Magd eine; Gutsbesitzers in der Nähe des Schlachtfeldes, mit einer Wafierbüttr auf dem Kopf furchtlos in die Gefelnslinic und labte dir Kämpienden und am Boden liegenden Verwundeten mit cigriickendem Trünke, während der Tod um sie bernm reiän' Ernte hell. In diesem gesahroollen Samaritergeschäfl suchte sie ein ain sic zuiprengender Offizier zu ivarnen:Weib, sehen Sic nicht, wie gefährlich es hier ist? Vlachen Sie ivch fort, hier wird ge 'choiicn!" rief er ihr zu. Die brave Katharina aber, ein Lünen nrid an Gestalt, antwortete ruhig:Das sehe ich wohl. Lerr Leutnant, aber ich bin ia kein Soldat und ichieße auch nicht!" Un l-eirrt sctzlr iie ihre Tätigkeft fort, labte die Verwundeten und trug ne aui starken Armen ans der Fencrllnie Für diese nmtige Tai iuurde das tapierc Mädchen später vom Kriiier Wilhelm init der Medaille iür Nichrkombattanten und dem Ebrenkreu, belobnt. Ebenso nmrde ibr bis zu idrem Ende die allgemeine Llchtung chrer Mitbürger zuteil. Sie verschied, in einem Süihesessel sitzend. .Lch lege mich in kein Belt," sprach sic,die Katharina will sitzend sterben!"

Eingesandt.

Für Forin und Jnball aller unter dieser Rubrik stehenden Artikci übernimmt die Redaltio» dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Krieg nnv Alkohol.

Daß Rußland das Lllkoholverbot eingriührt hat, obwohl es sich dadurch eine .Lauvteinnahniequelie vcn'chließt: daß in Frank­reich äbnliche Maßnahmen durriigeftihrt und »och weitere von den angesehensten Blätter» geiordcrt werden: das beweist, daß unsere Gegner die ungehencre Bedeutung der Alkohol- iragc sür die Kricgsührung klar eriaßt haben. Blei­ben wir nicht hinter ihnen zurück? Zwar hatten un­sere Milftärbehörden während der Mobilmachung anerkennenswerte Perbcte erlassen. Aber sind diese nicht schon bald wieder gemildert ivorden? Feldvoschrieien, gedruckten und ungedruckten, kann man wenigstens entnehmen, daß die reichen Weinvorräte in iranzösische« Ortschaften und Schlössern von Reguisitionrn nicht aiisgeschlossen bleiben. Und spielt nicht auch bei den Liebesgaben der Alkohol eine Rolle?

Wenn es aber schon in der FricdenSzeit vielen nicht möglich ist. Maß zu halten: wie sollten sie es im Kriege können, in den Auf­regungen und Entbehrungen, die er mit sich bringt? Und hat nicht täe Wissenschaft gezeigt, daß auch schon verdältniSmäßia ge- ringe Alkohelmeiigen die Auimerksamkeit. die Ten! und Enffcbluß- iädigkeil und drc WUIensstärlc beeinträchtigen?! Und welche An torderungen stellt gerade der moderne Krieg an Eie ist und Ükerven- si>üem! Welch' seine, präzise Leistungen verlangt er, welch' ge­waltige W>' iärke! Man denke an den Wachtdienst im Felde und aus de., schiffen, an die Bedienung der Geschütze und Ma- schinengcwehre, der Flugzeuge, der Lokomosiven!

Jetzt, b im Eintritt der kälteren Jahreszeit wird man sicher wieder den 2Ukol-ol atS unentbehrlich sür die Erwärnmng bezeiäineii. ?lbcr auch hier ist ,iaä»,ewnesen, daß diese Erwärmung nur eine rasch vorübergehende ist »nd bald schädlicheren Rachwirknngen Platz macht. Tüchtiges Eisen erwärmt nachhaltiger. Statt der teueren Liköre und Weine fügt man denLiebesgaben" weit rich­tiger möglichst viel Thermosflaschen bei, die ja stundenlang Kaffee, Tee. Milch heiß halten. Die LerreSvcrwaltung sollte in großen Massen Tbermosilaschen Herstellen lassen wodurch ihr Preis sich iülier sehr erniedrigte. Sic würden vor allem beim Vorvostendicnst Unschätzbares leisten. Wie sollten nach den An­strengungen k-e? Tages Nachtvosten dem Schlaf widerstehen, wenn sic vorher mit Alkohol sichgeioärmt" liabe«!

In t-ein baNen Kampfe, in dem wir stehen, ist es heilige Pilicht, keine Maßnahme zu unterlassen, die die körperliche und geistige Leistungsiabigkeit unserer Mannschaften erhält und steigert.

Markte.

3. Fricdbcrg, 28. Okt. Der gestrige P le rd ein arkt ließ viel z» ivünsche» übrig, insbesondere waren Arbeitspierde vo» 8 Jahren auswärts sehr rar. aber auch in jüngeren Pierden war ein mangelbaiier dluftrieb iestznslellcn. Es wurden deshalb auch Preise geiordert und bczablt, »nie n>an seit Bestehe» des Marktes loidic »och nicht erlebt hat. Sämtliche Fohlen, besonders die lo beliebten belgischen Foblen, »vurden verkauft. Der heutige Sch w e i » e i» a r k t zeigte einen kolossale» Auitrieb. Auch hier wiirden heilte die höchsten Preile int ganze» Jahr erzielt.

Limburg a. d. Lahn, 28. Okt. Friicb mar". Durch- schnittspreis rro Dlalter. Roter Weizen iNaiiauischcr) 21.00 Mtz. weißer Weizen <a»geha»te Freindlorteni 20,b0 >'Ik, Korn >7 00 v!k, Gerste (Futier) 0,00 Mk.. Braugerste 0,00 Mb, Laler !I,00 Mk., Erbsen 0,00 Mk, Kartoffeln der Zlr. 3,013,20 Mk, Butter das Piund 1.70 Mk., ojer Stück N Via.

Wiesbaden. Die H4 o i-Ma rk tb eri chi vom 28. Okt. Slustrieb: Rinder 01 lOchlen 10, Bullen 9, Kühe und Färsen 38)

Kälber *3, Schare H?, Schweine 378.

Geschält »rittel.

Ochsen.

Junge, lleilchige, nicht ausgeinä'tete und ältere

auSgemäftele............

Mäßig genährte junge «nd gut gs-

gcnährte ältere ...........4348

Bullen,

Volllleilchige, ausqew, höchsten Schlachtw.

Bollfletschige, jünger«..........4040

Färsen. Kitze.

Volllleischiqe giisge>näft-t! stütz« höchsten Schlacht,vertes bi» zu 7 Fahren ...

Wenig gut entwickelte Färsen. . . . . . , 4853 Weitere au »gemästete Kütz«nd wenig gut ent

ivickelle jünger- Kühe.........3337

Käl der.

Feinste Mastkälber..... 6064

DilNler« Riast- und beste ^ugkälber . . .

Geringere DIast- und gute Saugkälber . . .

E ch a kr.

Wetdeinastlchai«

Mastlämmer und MasthammK.... 3s,Ol E ch w e i a r. kolllleischtge Schweine von 80100 k? Lebend­gewicht .............. 60 61

Bollllcilchiqe Schweine unter 80 >c? Lebendgewicht rollsteischige Schweine vo>r 100120 >is Lebend­gewicht ..............61 62

Fettschivenle über 150 k? Lebendgewicht . . 67X-58 unreine Sauen und geschnittene Eber . . . 5460

Preile lür 100 Pid. Lebend- Schlacht-

gewübt Mk. Mk. 4852 8396

4348

80-37

4750

40-40

8288

70-82

3846

4853

72-87

8690

33-37

65-75

6064

6862

6357

100107

97-103

88-95

41.00

84(-6

60 61 57-58

75 73 73 74

75-76

72-73

68-70

Amtlicher Wetterbericht.

Oessentlichcr Wetterdienst. Gießen. Wettcrausiichten in Lessen am Freilag, de i 30. Oktober 191t: Fortdancr dc-c begebenden Witterung; trüb und regnerisch, Winde aus öglichen Richtnugen.

tehle Nachrichten.

Vorzeichen für die baldiae Entscheidung des Ringens im Westen.

'DTB.I Berlin, 29. Okt. Nichtamtlich.) In der Bespre­chung der militärischen Lage i» Nordsrankreich gibt selbst der Be­richterstatter dcSDailv Telegraph" lautBert. Lok.-Anz." zu, daß die belgischen Truppen nach Tage und Nächte langen Kämtnen dem überwältigenden Drucke nicht standzuhaltcn vermochten, den dir deutschen Truppen in den letzten Tagen ausübken. Fn oerichiedenen Augenblicken sei die Lage höchst kritisch gcwcien. Die belgisct»: Armer sei noch voll Mut. Die Franzosen seien noch nicht außer Gefahr, aber Optimismus herrsche aus der ganzen Front.

Lannooer, 29. Okt. iWTB Nichtamtlich.) Der Korre­spondent desLann. Couriett' meldet aus dem Haag: Tie deutt'chen Truppen haben nicht nur bei Dixmuiden, iow- dcrn auch weiter südlich in der Richttmg WarnetonArmen-

nereS den ?)serkanal überschritten Bei Dixmuiden sollen bereits mehr als 20 000 Mann deutscher Truppen aus dem linken User des Kanals eine befestigte Stellimg eingenommen haben.

(WDB.l Berlin, 29. Okt (lkichtamtlich.) Der milftärische Sachverständige desBenrer Bund" sagt: Es sei ersiclitlia», daß die Franzosen ihren rechten Flügel in der Rrch- tuug auf Bethunc zurückdrebten. Die Front der Verbündeten beginnt an verschiedenen Stellen zu bröckeln.

-WDB.i Berlin. 29 Okt (Nichtamtlich.) Dem,.Matin"wird lautDeutscher TageSzeilung" gemeldet, daß die Belgier au der Dser enic Schlappe erlitten hätten und sich z u r ü ck z ö g c n.

Dcr Dom zu Reims.

Berlin, 29. Okt. Unter Vorbehalt sei die Meldung der Mornmgpost" wiedergegeben, daß Reims fori während bom­bardiert zoerde. Der Drnn soll nur nock» eilte Sflüiic jcui.

Die Feststellung der Kriegsrechtsbrüche unserer Feinde.

(WTB.) Berlin, 28. Okt. Amtlich.) Znr Feft- stellung dcr von unsere» Feinden begangene» KriegSreckffS- verlepungcn ist im Krietzsministerium eine be­sondere U n t c r s u ch u n g S st c l l e eingerickftet worden. EL wird gebeten, dieser alle Fälle aber auch nur solche mitzuteilen, in denen ?l u g e n z eu ij e ii dafür benannt tverden können, daß sich fkindtickw Militär- oder Zivilperso­nen unsere» Truppen gegenüber einer Verletzung des Kriegsrechts schuldig gemacht haben. Die Adresse lautet: Kriegsministcrinm (Militär-Untersuckglugss!elie sür Ver­legungen des KriegSreck'tS) Berlin W. 06, Leipziger Str Nr. 5.

England und der neutrale Ereverkehr.

(WDB.i London, 28. Okt. iNick.tcnntlich.) Das Rcuterfckie Bureau meldet miS Washington von gestern: Der britisätr Bolsckpstcr bat dein Staatsdepattrment zwei Noten übcrniittelt, in denen erstatt wird, daß B.mmwollsendungeu nicbt beichlagnahmt werden würbtti. Es sei nicl,t die ?lbsicht der britischen Re­gierung, Baumwolle aus die neue in Vorbereitung bcsind- iidte Konterbande-Liste zu setzen Was Mineralöle »nd andere in der Konterbande-Liste auigeiührtrii Güter betreffe, so werbe England kein« Ladungen besästignahmen, wenn dic Schisss- papccre dttviefen, daß das biffttinnile Land neutral sei. Nur wenn die Güter aus Ordrr konsignictt seien, werde England eine Dnrä» suchung ponichnien. Zugleich wird dtti amrn'kanischen Versrach- tcrn emvirblcu, ihre Sendungen an iienkrale Regierungen oder andere desttnmrte Empfänger zu riä>!eu In der einen Liste Imrd serner dic Aufmerksamkeit aui die nierstickie Zunahme der anieri- la in scheu Llussiihr vou Mineralöle» während dcr letzten Wochen gelenkt und es ivird gesagt, e« sei unnötig, die Beixii- tung der Rkotore und Unleriechorte während diese« Krieges, dic alle Äiiieralöl brauchten, zu betonen.

Zum Aufftandk in Südafrika.

i. Köln, 29. Okt. DieKöln. Ztg." meldet von der bollän dischcn Grenze: Nach einem Telegramm desNieuwc Rotterdanffch: Courani" geben die Londoner Blätter.mehr als allem aiiberen ihrem Bedauern über die Llusbreitnng bcs Aufstandes in Südafrika Ausdruck. Sic zeigen ,ich ochie LluSnahmc peinlich davon berührt. Dic Mehrzahl betont, daß eS sich um einnr Bürgerkrieg und nicht um einen Abfall von Eng­land handle.

In England eingetrosiene Nachrichten über eine bennnilngcnde Ausdehnung des Aufstandes in Südasttka wurden bisher vmr der Zcniur z u r ü ck g e h al t c n. Der Ernst der Lage scheint nunmelw die Veröffentlichung nottvcndig zu machen. Das Berl. Tageblatt erfährt, daß die Unruhen in Südafrika eine größere Dimen­sion airzunehnien beginnen. General Clwisttan De Wct lwt die Fahne der Empörung im Oranje-Staat erhoben und General Beyers hat sich an die Spitze der ?lusnthrbewegnng im west­lichen Transvaal gestellt.

Kundgebungen der Irländer.

i. Köln, 29. Okt. Die Köln. Ztg. meldtt aus Kopttibagrn: In Belfast veranstalltteu die irischen Nationalisten eine vaterländische Kundgebung. Tausende durchzogen in scierliäiein Zuge die Stadt. Neben dcr gttinen irischen Flagge wurde die der Union Jack getragen. Sir John Red m o n d hielt eine An­sprache, in der er ankündigte, daß er der e r st c irische M i - nistcrpräsident werden würde.

Die albanische Frage.

London, 29. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reutcrschen Bureaus. Die bei den Eßrostmächten beglaubig­ten griechischen Gesandten teilten vorgestern abend den Re­gierungen die Wsicht der griechischen Regierung mit, E Pi - rus wiederzu besetzen. Dieses sei als eine vorNusige Maßregel zur -Verstellung der Ordunng und Sicherheit ge­dacht, toelche durch wiederholte Einfälle albanischer Banden bedroht seien, wodurch die Zustände an der griochisckien Grenze unhaltbar seien. Griechische Truppen seien nach den betreffenden Gebieten abgesandt worden. Die griechische Re­gierung wiederholte betreffend Val-onas die Italien ge^' bene Versicherung, daß sie Balona als außerhalb ihrer Ein­flußsphäre liegend betrachte.

iWTB.) Wien, 29. Lkt lNichtamtlich.) Wie dieNeue Freie Presse" aus Rom nteldet, verlangte und erhielt Ita­lien von der griechischen Regierung die Erklärung, daß die Besetzung von Argsfroeastro und Premeti proviso­rischen Charakters sei und eine Annexion nicht statt- sinde.

Die Absichten Japans.

(WDB.) B e r l i n , 29. Okt. (Nichtamtlich.) DemBerl. Lokal Anz." hat Botschaftsrat Tr. Rhombcrg von der deutschen Botschaft in Tokio u. a. folgendes mitgeteilt:

Tic Javaner lieben keinen weißen Mann, weder Deutsche noch Engländer, Russen oder Amerikaner. Sie glauben, von dicicn nicht als gleichberechtigte Raffe angesehen zu werden und fühlen sich in ihrer Eitelkeit gekränkt, Miswrdcin durch sie in ihrem Sttebcn nach der Vormachtstellung in Asien behindert. Schon Ende vottgen JahrhundcttS stellten die Japaner den Satz aui: Asien für die Maten. Ihr Ziel ist, Asien unter japanische Bormacht zu stellen. So benutzen sie den Völkerkrieg in Europa zu einem sich gegen die ganze weiße Raffe ttchtenden Raubzug. Ta sic aber Wert darauf legen, das Gesicht zu wahren, das heißt, ihr Borgeben als berechttgt erscheinen zu lasten, so war ihnen das englische Bündnis und Englands Aufforderung, am Kriege teilzunehmen, höchst willkommen und außerdem eine Befttcdigung ihrer maßlosen Eitelkeit. Baron Kalo, Minister des AuSwättigen, brüsttt sich, die Augen der Welt seien auf Japan gettchltt. Von den einflußreichen Staatsmännern sind unierr Freunde Graf Aoki und Fürst Katmra kürzlich gestorben. 'Also hatte die Regierung freie Land. Der Raubzug gegen Tsingtau war der erste Schntt. Um ihn zu rechtiettige». gräbt man die bald vergessene Geschichte von unserer Tellnaftmc an dcr Jnter- vennon von Chimonoseki auS und benutzte sie zu der am 7. August beginnenden Prcßhetzc gegen Teuttchland als cinem alten Erbfeind, durch den man sich auch bei den Verbündeten als acsinnunqstüchtig, , vettrauen-wurdtg und ireitergehcnden politischen Absichten nicht verdächtig zu er­weisen suchte. Besonders milftänsche Krene Japans sehen Rutzland als unvermeidlichen Gegner an. aber ein Vorgehen in dicicr Rlch- tunq hätte jetzt einen Anschlag aui England bedeutet. Ter An­griff aus Tsingtau ist der erste LihrrN zur Erwcuerung dcS j a - vani'chcn Machtbereiches in Ehina. Wohin dcr Krieg dic Japaner sonst noch rühtt, ist unberechenbar. Eie werden jeden­falls keinerlei Rücksicht aus Wünsche und Inter­essen ihrer Verbündeten nehmen.