Ausgabe 
27.10.1914
 
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Kämpfe zur See.

Berlin, Ai (DW. (Ctr. Wn.) DemSidsvenska Dag- bladet" wird aus Bordeaux gemeldet: Ein offizieller Bericht des Marincdcpartements berichtet über di« letzten Opera­tionen der verbündeten Flotten,: Es wird hier mitgeteilt, daß der franKösische KreuzerBruix" und das französische KanonenbootSurprise" während der Zeit vom 11- bis 14. Oktober Jvic deutschen Posten in Kanten tun, Campo undKribibombardiert haben, nach­dem die Aufforderung, sich zu ergeben, nicht befolgt wurde. Weiter wird aus Christiania gemeldet: In einem Bericht des französischen Marincmtnisteriums vom 24. Oktober, aus Bordeaux datiert, ioerden die letzten Operationen der ver­bündeten Motten besprochen. .Es heißt darin: Ein öster­reichisch-ungarisches Unterseeboot habe am 18. Oktober ohne Resultat den französischen KreuzerWal- deck-Rousscau" vor Cattaro angegriffen.

DieOpfer der Emden".

Eine klare Ucbersicht über die Verluste, die der Kreuzer Emden" bisher der britischen Handelsmarine zugefügt hat, gewinnt man aus der Tabelle, welche dieTimes" unter der UeberschriitDie Opfer dem Emden" gibt:

Schisse

Touuen-

oelinlt

Deuiuotzr......

4806

versenkt.

Buresk «Kohle) ....

43', 0

geköpert.

Cliilfnna......

5140

versenkt.

Citii ol Winchester . .

6800

Clo» Grnut.....

3948

Clou Matheson....

4775

Tiolo not......

7615

9

Erlord «Kohle) ....

4542

geköpert.

JudiiS.......

4871

versenkt.

Knrbina......

465?

geknoert und sreigegeben.

Jüdin.......

3541

versenkt.

King Lud......

36:0

w

Lovat.......

6102

Ponrabbel.....

473

Poutopores (Kohle) . .

4049

geköpert «später von einem brit.

Kriegsschiff ar,sgenoi»n,e»l.

Riberlu......

4147

versenkt.

Et. Egbert.....

5595

geköpert und mit Fahrgästen

und Bemannung nach Cochi»

gebracht.

Trabboch ......

4014

versenkt.

Traft öS......

7562

Tymeric ......

3314

91955

Die Schanghais Versicherungsagentur Aangtsekiang gibt bekannt, daß der große japanische Dampfer K a m a s a t a lotu, der von stöbe nach Singapore unterwegs war, vom KreuzerEmden" versenkt worden ist. Die Gesellschaft er­klärt, für Fahrten über Singapvre keine Versicherungen an- zunchmcn. (Ctr. Bin.)

Die Neutralität Schwedens.

Rom, 26. Okt. Aus London wird berichtet, daß man dort mit der eventuellen Aufgabe der Neutralität Schwe­dens rechnet. Die englische Admiralität habe bereits einen DeildercnglischenFlotte nach den schwedischen Gewässern entsandt.

Amerikanische Borwürfe gegen England.

London, 26. Okt. iWDB. Nichtamtlich.) Der Korrespon­dent derJtorninv Post" in Washington meldet: Die englisckze Politik chinsichtlich der Kvntrebande könne die herzlichen Bezie­hungen mit Amerika gefährden, wcim die durch die Beschlagnahme amerikanischer Schiffe verursachte Erregung nicht bald beseitigt werde. Die britische Regierung handle weder offen, noch folge­richtig. Es erwecke den Eindruck, daß sie keine bestimmte Politik liabe. Die Amerikaner nähmen übel, was sie für eine ungerecht- sertigtc Einmischung hielten. Viele Kreise glaubten bestimmt, England tue dies alles, um den Ausbau der amerikanischen Handelsflotte zu stören. Tie Erregung würde schvinden, wenn die englisch« Regierung eine Erklärung über ihre Poli- t i k abgebc, so daß die amerikanischen Produzenten und Expor­teure die Lage genau übersehen könnten. Fe länger der gegen­wärtige, höchst unbefriedigende Zustand andauere, desto mehr werde er in der Presse erörtert und die Erregung gesteigett.

DieNew York World" schreibt: Es befinden sich nicht viele dentsckie Kriegsschiffe auf dem Ozean. Die Zahl der ameri­kanischen Handelsschiffe ist nicht groß: aber wir hören n'vcht's davon, daß britische Kreuzer deutsche einsangm, während fast täglich Schiffe mit amerikanischer Flagge beschlagnahmt und fciraftfudit Iverden.

DieWashington Dimes" meiM: Die Besorgnis der britischem Regierung vor einem deutschen Angriff cuif England scheine so mnikartig geworden zu sein, daN Dvwnmgstreet lieber die Feindschaft k«r Vereinigten Staaten riskiere, als amerikanisch« Verschiffungen dulde, dir die Misführung der deutschen Pläne fördern könnten. DieWashingwn Times" schreibt ferner, die Zeit sei geeignet für die Erneuerung komplizierter Magen des Freihandels nnd der Schiffahrtsrcchte, die den Krieg von 1812 veranlaßt haben. Weder Amerika noch England wünschten, daß diese Fragen nach« einem Jahrhundert der Ruh« durch einen andern europäischen Krieg zu einer Krisis führten. Aber ein solches Ergebnis werde sicher emtreten, wenn noch viel mehr Beschtlaguahmeu einttätcn.

Der englische Gencralstabschcf s-.

Berlin, 26. Okt. (Priv.-Del.) DerBert. Lok.-Anzr" meldet aus Kopenhagen: Aus London wird amtlich gemeldet: Der Ehef des Gcnerabstabs für das britische Reich, General SirCstwrbes Don glas, fft im Mer von 64Jahren gestorben. Er war auch das höchste militärische Mitglied des Armcerats.

Meutereien der Indier.

Berlin, 26. Okt. (Ctr. Bln.) Aus Konstantinovcl wird gemeldet: DerTanin" meldet aus Alexandrien: Zwi­schen durchziehenden indischen Truppen und der englischen Garnison haben blutige Zusammenstöße stattgefunden Die Inder weigerten sich, nach Marseille und in den Krieg zu gehen. Das Kriegsgericht sprach 80 Todesurteile fg c g e n I n d e r aus. Bei der Einschiffung kam es zu einem blutigen Handgemenge, wobei einige englische Soldaten ge­tötet wurden.

Der Ausstand des Obersten Maritz.

Prätoria, 25. Okt. (WDB. Nichtamtlich.) Amtliche Reutermeldnng. Bei Ke imn s am Oranjefluß griff Oberst Maritz mit seiner gesamten Streitmacht und vier Ma­schinengewehren sowie acht Geschütze» die Eirgländer Mi, die zehn Verwundete hatten. Eine Schätzung der Verluste des Feindes ist unmöglich, da er seine Verwundeten mit- nahm.

Ter Burenoberst Salvmvn March, der sich aus die Seite der

Deutschen in den jetzigen Käinpßn in Sndwestaftika gestellt bat, wird von der englischen Presse als Verräter mit leidenschaftlichem Haß- angegriffen. Trotzdem müssen auch die Engländer seiner 1 üchtigkelt Anerkcnmmg zollen, >vie dies ans eincni Leb.nsbild des Obersten hcroorgeht, das derDailn Chronicle" ivitteilt. Wrr erfahren hier Interessantes über die Lausbahn dieses Buren­

führers, der so plötzlich in den Vordergrund unserer Teklnai-me gerückt ist. Maritz trat zuerst als ein tüchtiger Soldat und ein­flussreicher Mann in den letzten Stadien des BurenkraegeZ hervor. Cr organisierte damals einen neuen Feldzug im Nordosten des Landes. Die Vertreibung der Generale Herzog und De Wer aus dicseni Gebiet im Februar 1901 hatte nur eine vorübergehende Ruhe hervorbringen können. Es gärte noch immer in dein Land«, und so gelang es denn einem damals völlig unbekannten jungen Korporal, Saloiiw» Maritz, im Kenhart-Gebiet neue Truvven zusammen zu bringen, die er gegen die Engländer führte. Durch seine Energie und Tavierkeft, sowie durch seine kraftvolle Persönlichkeit schwang sich Maritz rasch zum Beiehlshaber dieser Truppen empor. > Während des ganzen Frühlings nnd Sominers 1901 war er der unbestrittene Gebieter dr Gegenden von Ken hart und Calvinia. Als dann Sinuts im Okt. 1901 nach dem Calvinia-Gebiet kam, hatte Maritz gegen 600 woylbcwafsncte nnd trefflich disziplinierte Buren unter sich. In den nun folgenden Känipfen wurde er schwer verwundet und musste sich vor der immer größeren Uebermacht während des Winters zuletzt bis nach Namwnaland zurückziehen. Nach dem Kckiege besaß Oberst Maritz, der aus Transval stammt, eine an­gesehene Stellung und erhielt im deutschen Herero-Fcld- z u g ein Kommando in Damaraland. Damals kain er mit den deutschen Befehlshaberir in enge Berührung und empfing einen tiefen Eindruck von deutscher Disziplin und deutscher militärisästr Tüchtigkeit. Auch km Hottentotten-Krieg kämpfte er aus der Seile der Deutschen. Tein energischer Charakter, seine große Kriegseriahrung, die er sich in den verschiedenartigsten Kämpfen und unter den schwierigsten Verhältnissen erworben hatte, machten ihn zu einer Persönlichkeit. die die englischen Behörden gern sür ihre Dienste gewinnen ivolltm. So wurde er denn in den Polizei­dienst der Union-Regierung ausgenommen, und nian vettrantc ihm schlie ßlich den nichigten Posten eines Befehlshabers im Nordwcsten der Kap-Provinz an. In dieser Stellung Ivirkte er höchst erfolgreich, bis ihn nunmehr die Haltung Bothas in einen Gewissenskonflikt brachste, den er durch den festen Entschluß löste, nicht gegen, sondern aus Seiten seiner deutschen Waffenbrüder zu fechten.

* . *

Erfolgreiche Kämpfe gegen die Serben und Montenegriner.

(WTB.) Wien, 26. Okt. Amtlich wird bekannt gegeben: Seit dem 23. d. Mts. werden Erfolge unserer Truppen zwischen Rakro nnd Rvgtika gemeldet. Tie Operationen zur Säuberung des b o s - nischcn Gebiets machten weiter erfreuliche Fottschritte. Der auf Vcliko-Drod und Bracevica westlich von Visegrad eingcholte und gestellte Gegner wurde am 24. abends angegriffen und nach Vise­grad zurückgcworfen. Unsere verfolgenden Truppen erreichten ge­stern die Drina bei Visegrad und Ancgjeva, Gorazda und westlich davon, nahnicn die östlichen Positionen bis zur Drina. Bei dieser Aktion erbeuteten wir zwei Geschütze und eine große Menge In­fanterie- und Attillerie-Munitton. Die montencgrischen Ab­teilungen trennten sich von den Serben und ziehen sich süd­westlich zurück. Gleichzeüig fanden auch im Sawe- nnd Drina- Gebict (Matschwa) für uns erfolgreiche Kämpfe statt. Bei Ravnja und Adenkovic gelang es unseren Truppen nach entsprechender Ar­tillerievorbereitung trotz starker Drahthindernisse zwei hinterein­ander gelegene feindliche Positionen zu erobern, wobei dierWa­sch i n en g ewe h re und 600 Gewehre erbeutet, sowie zahlreiche Gefangene gemacht wurden. Heftige Gegen­angriffe der Serben brachen blutig zusammen.

Der Zar und feine Flotte. Petersburg, 27. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Der M a r i n e m i n i st e r hat dem Kommandanten der B a l t i - scheu Flotte folgendes mitgcteilt:

Der Kaiser hat mich beauftragt, Ihnen und der Marine die Anerkennung für die ansttengcnde Tätigkeit ivährend der Herbst- zeit unter Gefahren von Torpedobooten und Unterseebooten aus­zudrücken. Dank Ihrer Geschicklichkeit und Ausdauer führte die Marine die Verteidigung der Küste nnd der Hauptstadt erfolgreich und unterstützte die Landarnree. Trotz seiner zahlenmäßigen lieber lcgcnheit hat der kühne Feind keine ivirklichen Ergebnisse erzielt. Der Kaiser glaubt, daß Gott die Anstrengimgcn der russischen Marine, die zum Ruhme des teuren Vaterlandes kämpft, durch den schließlichen Triumpf segnen wird.

Airs Ucffctt.

Zur Frage des Zusammentritts des Landtages.

rb. D a r m st a d t, 27, Okt. Das Staatsministerium hat. wie man uns telegraphisch meldet, den Präsidien der beiden Stände- kainmcrn und den Mitgliedern der Finanzausschüsse der l«iden Kammern eine Einladung auf Domierstag nachmittag 3Uhr zu einer gemeinsamen Besprechung zugehen lassen, um über die Frage zu entscheiden, ob noch vor Weihnacht«,, eine kurze Tagung der beiden Kammern stattsinden soll«. ©3 handelt sich vor allein darum, eine Beschlußfassung der gesetz­gebenden Körperschaften über etwaige Notstandsarbcrteit herbeiznfükwcn. Da eine Anberaumung von Neuwahlen sür die Zweite Kammer infolge des Krieges einstweilen nicht stattfindet, so werden die bisherigen Mitglieder der Zweiten Kammer cmst- weilen ihr Mandat weiterführen. Auch während der 28. Landtagsperiode ist gelegentlich der Beratung dringender Nvt- standsarbeiten in diesem Sinne verfahren worden.

Aus dem Reiche.

Höchstpreis« für Weizen, Roggen. Gerste und Kleie. Der Bundesrat wird am Mittwoch Höchstpreise für Weizen, Roggen, Gerste und Kleie sestsetzen: ausgenommen ist jedoch Brangerste. Der Roggenpreis dürste, so meint dasB. T.", etwas niedriger als 225 Mk. pro Tonne, der Weizenpreis etwas höher Äs der beantragte Preis von 250 Mk. werden. Der Preis der Gerste wird niedriger werden als der Roggen­preis. Der gesetzliche Höchstpreis bezieht sich ans den Bezirk Berlin. Für die übrigen Bezirke des Deutschen Reiches werden Zuschläge bezw. Absclchäge festgesetzt, das heißt, je iveiter im Westen, um so höher ist der Preis, je weiter im Osten, um so niedriger. Für spätere Monate werden Re­ports bewilligt, die zur Deckung der Zinsen, Spesen usw. dienen sollen. GleickMitig mit bet Borschrist der gesetzlich,en Höchstpreise gelangen einige Besttmmungcu über die Ver­mischung des Brotes mit Kartoffelmehl, eine intensivere Ausmahlung von Weizen und Roggen zu Mehl, sowie ein Verbot des Verfütterns von Brotge- treidezur Veröffentlichung. Der Staffeltarif für Getreide und Kartoffeln bleibt bestehen. (Wie dem Wolf-Burean hierzu mitgeteilt wird, sind die Angaben im allgemeinen richtig, nur dürsten die Zahlen vielleicht nicht ganz zw- treffen.)

Reichstagsabgeordnetrr Fürst Radziwill. Nach Berichten desNieuwe Rottcrdamsche Comant" aus Petersburg ivnrde gegen den Fürsten Radzüvill, Mitglied des Deutschen Reichs- tags, der in Rußland gefangen ist, eine Verfolgung wegen Spio­nage eingelritet. Die ursprüngliche erhobene Anllage wegen Hoch­verrats ist zurückgezogen worden.

M a n n h e i m , 26. Okt. Unter Anwesen Heck von mehreren Ministern und eines Vertteters des Generalkommandos in Karls­ruhe hat heute in einer imposanten Versammlung die von allen Gesellschaftsklassen besucht war, die G r ü » d » n g der ersten badischen Jugrndwehr stattgcfunden.

Breslau, 26. Okt. (W. B. Nichtamtlich.) Die Kaiserin ist heute mit ihrer Uingebung tm Sonderzug nach Posen abgereist.

Ans Stadt nnd LanS.

Gießen, 27. Oktober 1914.

Auf dem Felde der Ehre gefallen.

sAvS Hessen und den Nachbargebietcn.)

Uffz. d. Res. Willi Finger, Jnf.-Rgt. 116, aus Lauter­bach. Musk. Albert Magcl, Jnf.-Rgt. 116. aus Oberodmen

Res. Louis Bast, Jns.-Rgt. 116, aus Solms-JlSdors. Aküsk Karl Sartorius, Jns.-Rgt. 116, ans Merlau. Gesr. b. Res Otto Langsdorf, Jnf.-Rgt. 168, aus Pohlgöns, Res Frickr. Heinr. Hanb, Ins. Rgt. 116, aus Hausen b. Butzbach

Landwehrm. u. Briefträger in Großen-Linden Karl Winn aus 2!onnenrotl). Fcldw. Heinr. Hüttenberger, Landw.^ Jns.-Rgt. 116, aus Gießen. Res. Fritz Engel, Jnf.-Rgt. 116 ans Gießen. Musk. Ph. Becker. Jnf.-Rgt. 117, ans Kriegs­heim. Landwehrm. Heinr. Ph. Schäfer, Rcs.-Jns.-Rgt. 118 ans Hosheim. Musk. Willi Beckmann, Jnf.-Rgt. 168, aus Echzell. Vizcfelbw. Otto Schmidt, 4. Garde-Regt., ans Eichelsdors. Res. Karl Hermann Ben n er, Res.-Jns.-Rgt. 99 aus Reddighausen. Gardist Jakob Fritz, 3. Garde-Rgt., aus Brvmsffrchen. Gesr. d. Res. Gg. Künkel, Jnf.-Rgt. 87 aus Breidenöach. Res. Fritz Schneider, Jnf.-Rgt. 83, aus B: eidenbach. Gesr. Johs. S ch in i d t, Jnf.-Rgt. 168, aus Sand­lofs. Gefr. d. Landw. Johs. Hofmann, Landw.-Rgt. 116, aiis Sandlofs. Gefr. Heinr. Steinacke aus Hemmen. Uff}. Georg Bauer, Feldart.-Rgt. 25, aus Dalsheim. Res. Hcinr. Kraus, Jns.-Rgt. 116, aus Aßlar. Res. Karl Zimmermaun, Jäger-Bat. 11, aus HcheiffolmS. Res. Jak. Christ, Jns.-Rgt. 116, aus Obbcrndorf. Gesr. d. Res. Her­mann S p a m e r, Jnf.-Rgt. 115, aus Darmstadt. Sergt. Hcinr. Krell, Lehr-Jnf.-Bat., aus Niedernhausen. Res. Friedrich Stenger, Jnf.-Rgt. 115, aus Bieber b. Ofsenbach. Res. Ta­iwan Mehner, Jnf.-Rgt. 168, anä Ofsenbach a. M. Uffz. b. Re). Adolf Nassauer, Res.-Jnf.-Rgt. 81, aus Herborn.

Reserve-Feldartillcrie-Regiment Nr, 25, Dnrmstadt.

Ser von vom 21. bis 26. 9. 1914.

I. A b t e i l u n g. 2. Batterie: Kan. Karl Schästr, Stcinberz,

Kr. Gießen, low.

II. Llbtcilung. Stab: Gefr. Karl Wenz, Mombach, Kreis Mainz, gefallen. 4. Batterie: Bizewachtm. d. R. Osf.-Dienstt. Gust. Friedr. Will,. Beck,,Ofsenbach a. M low., verbleibt bei der Truvpe. San.-Untcrvsf. Johann Emig, Beerfelden, Kr. Erbach, lviv. Gesr. d. R. Martin Kisscl, Wies-Ovvenbeim, Kr. Worms, gefallen. 5. Batterie: Kan. Georg Stahl, WormS-Neuhauscn, schwer verimindet.

**EineSitzungderStadtverordneten fin­det am D o n n e r s t a g, den 29. Okt. 1914, nachmittags 4 Uhr statt. Ans der T a g e s o r d n u n g stehen Mitteilungen, Baugesuche des Hubert Heinz zur Errichtung eines Aw- baues Steinstraße 57, des Hubert H e i n z für die Ederstraße, des Heinrich Launspach sür Liebigstraße 80 und der Firnia I. B. Noll für die Wiescnstraße: ferner die Anlage eines Ehren friedhofs sür in Gießen verstorbene Krieger, Schlachtgcbühren für Kälber, Unterstützung für das diirch den Krieg heimgcsuchte Rcichsland Elsaß-Lothringen. Fürsorge für die Familien der einbernfenen städtischen Beamten, Bediensteten und Arbeiter, Freiwillige Weitev- vcrsichcrung städtischer Bediensteten nnd Arbeiter nach ihrer Einberufung zum Kriegsdienst bei der Allgemeinen Orts- Krankenkasse und Polizeiverordnung, betr. das Betreten des Kriegsgefangenenlagers.

** Als Lazarett sür die Kriegsgefangenen soll ein Teil derKasernederMaschinengewehrkompag- n i e eingerichtet werden. Für diesen Zweck werden auch auß dem Hof der Kaserne zwei Baracken errichtet. Das Lazarett' soll dazu dienen, Kriegsgefangene, die rm Lager erkranken, aufzunehmcn, um das Garnisonlazarett sür verwundete Kriegsgefangene frei zu halten.

** Stadttheater. Bon morgen ab werden die Abonnements im Theaterbureau zwischen 11 und 1 Uhr ausgegeben.

** Knote-Riemann-Abcnd. Die Ortsgruppe Gießen des Alldeutschen Verbandes wird am Sonntag, den 15. stsovember, ein Konzert zum Besten im Feldzug ge­fallener Gießener veranstalten. Kainmcrsänger Heinrich Knote, München, wird Sachen ans Wagneropern, Hof­pianist E. R i e in a n n, Lehrer am Konservatorium in München, Stücke von Bach, Beethoven und Liszt zum Vor­trag bringen.

** I m Union-Theater ^Seltersweg 81) ist morgen von

nackmittags 2 Uhr bis abends 7 Uhr Jngend- und Familienvor- stcllung. Es werden Bilder gezeigt vom Bölkerkrieg 1914. Jedes einzelne Bild wird erklärt. Wir verweisen auf das heutig« Inserat.

** Krieg und Frauenberufe. Man schreibt uns: Mit Rücksicht darauf, daß die Volkswirtschaft mehr denn je in dieser Zeit auf die Mitarbeit der Frauen aus allen Ge­bieten angewiesen sein wird, sollten Mädchen und Frauen« die vor ihnen liegende Zeit zu einer gründlichen Berufsbil­dung benutzen. Durch eine sachliche Schulung erhalten die Frauen nicht nur das Bewußtsein, sür die AllgemcinheiÜ wirken zu können,sondern auch dieMögllchkeit, sich durch eigene Kraft eine Existenz zu schaffcu. Die Nottvendigkeit, sür sich selbst und sür Angehörige zu sorgen, ist schon vielen Frauen in stärkerem Maße als je zuvor auferlegt worden. Deshalb ist im allgemeinen, wie im eigenen Interesse, die berufliche Schulung der Mädchen und Frauen von ganz besonderes Wichtigkeit und der baldige Beginn kann nicht dringend ge­nug angcralcn werden. Ucber die Berufsaussichten sowie sämtliche mit der Berufswahl zusammenhängenden Fragen erteilt zuverlässige Lluskunft die Auskunftsstelle für Frauen^ berufe des Ailgemcinen Deutschen Frauenvereins. Sprech­stunden sind Dienstag nachmittags von V-7 bis Vr8Uhr im allen Rathaus, Marktplatz 14.

** Wanderhandel i nt Etappengebiet. Man schreibt uns: Der Verkauf von Waren aller Art im Umher- ziehen ist innerhalb des Operation»- und Etappengebiets der Armceabteilinig Falkcnhausen verboten. Das in Betracht kommende Gebiet umfaßt säst ganz Elsaß-Lothringen. Es ist zwecklos, das Armcc-Oberkoiiiiiiando, die Etappen-Jnspek- lion oder deren Nachgeordnete Behörden um Erlaubnisschein! anzugehen.

** G c m e i n d c stc u e r - R ück st ä n d e. Unter den heu­tigen amtlichen Bekamitinachungen der Stadt Gießen be­findet sich auch die Mahnung des 3. Zieles der Ge­rn c i n d e st e u c r n n n d K a n a l g e b ü h r e n. Die Zahlung kann noch bis zum 14. November emschließkich bei der Stadt­kasse Gießen oder durch Einzahlung bei der Post oder durch Ucberlveisung im Baut- oder Poslschcckverkehr erfolgen. Nach Ablauf der scstgcsetzten Frist erfolgt die Beitreibung, wobei die vorgeschriebenen Pfändungskosten erhoben werden.

** 6inc ernfte Warn n n g. Verschiedene Wahrneh­mungen der letzten Zeit lassen es, nne amtlich verbreitet wird, als gewiß erscheinen, daß unsere «Gegner auf dem Wege über das neutrale Llusland versuchen, Material und Werk­zeuge zur Anfertigung von Munition und anderem Kriegsmaterial in T c u t s ch k a n d a n z u kau f e n. Es läge die Möglichkeit vorz das: in Deutschland ansässige Firmen versuchen, dies sich zuirutze z.l machen. (Ganz abge­sehen von der nndeutschcn Gesinmung, die solche Geschäfts-