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ater Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
Dienstag. 20. Oktober M?
'8 e \ it q «l» r e. ■. monatl 75 Vl„ Dtfrtcl« jährl. Mk. 2.20; durch Abhole- ». Zweigstellen monatl 65 M-l durch diePost Mk.S.— vicrtel- jährl. ausschl. Bestellg. Zellenpreis: lokallbPs., auSw. 20 Vl. — Haupt- ichriitleiter: Aug. Goctz. Verantwortlich für den volit. Teil: Aug. Goetz; für .Feuilleton", .Vermischtes" und.Kcrichts- saal": Karl Äteurath; lür .Stadl und Land":
bis Barmoa^TuM- li«taft»»rtzn«k md verlsg -er SrÄhsisch«» Uttiv.-Vuch- „n- SteinÄruderei R. £ang«. Zchristtcitllng. Seschäftrftelle u. Druckerei: Schulftr. 7. Anzememell:^ v? Beck!
Ein englisches Unterseeboot vernichtet. Kampfe westlich und nordwestlich von Lille nlit starken Verlusten für die Gegner.
»crft«, lJ.Dft flSECB. «mMch.) Das englische
ll»1erse«boot „E3" ist am 18.Oktober, vormittags, in ^r deutschen Bucht der Nordsee vernichtet worden.
Der stellvertretende Chef des «Ämiralftabes. v. Behacke.
Grwßes Hanptgnartier, 19. Oft., vorm. /WTB Amt- Nch.) AngriffsversuchedesFeindesinder Gegend west- Lch und nordwestlich von Lille tomchen von unseren Trnvven unter starken Verlusten für den Gegner abgewiesen.
Aus den, östlichen Kriegsschauplatz ist dic Lage unverändert.
De« Gnqvkndern tst nur eine kurz« Freude Wer ihren Erfolg an der holländischen Küste beschert gewesen: sie er- hdüten die Hiobspost, daß am 18. Oktober eines ihrer Unter- seeboote in der deutschen Bucht der Nordsee vernichtet worden ist. Der Thef des deutschen Admiralstabs der Marine hat «oeisellos seine guten Gründe, über diesen neuen Vorgang tatr die kurze Tatsache zu verbreiten und alles zu verschweigen, was den Engländern Rückschtzüffc Wer die Vorbereitungen in den deutschen Gewässern gestalten könnte. Mögen die englischen Unterseeboote — es sind ihrer insgesamt 81 — nur weiterhin zu uns kommen! Es ist arrzunehmen, daß von der Mannschaft ihres 8 3 nien-crud zurückkehren wird, um zu berichten, wie der Kampf sich entwickelt hat.
Zu Laude, in Belgien und Frankreichs steht es auch
r t beileibe nicht so, daß die Briten sich getröstet füh- vunten (SS lxißt zwar in einem Londoner Bericht Um» 18. d. M.: „Die Engländer inachten gute Fortschritte ln den Kämpfen der letzten Tage; in Nordftankreich warfen sie den Feind um 48 Kilometer zurück"; allein was das auf sich hat» können wir uns denken. Unser Kriegsberichterstatter im Westen bestätigt uns in seine« letzten Briefe aus dem Hauptquartier die Tatsache, daß die Engländer aus Antwerpen im schlechtesten Simre des Wortes davon gelaufen sind, und auch aus England werden jetzt Einzelheiten darWer bekannt, wie Werous windig es mit den englischen Rüstungen aus-gesehen hat. Ueberau? komisch mutet es an, was letzter Tage die „Times" der horchenden Welt aufttschte: „Es waren erst Dortruppen, die wir hinaus- gcschickt haben, im Frühling folgen weitere Vortruppeu, und die englische Hauptarmee kommt Ende des nächsten Jahres ins Feld. Wir haben keine Eile. Selbst wenn der letzte Haus- knecht ans Dordeanr hinmisbefördert worden ist, steht es noch gut für uns, denn dann werden wir zur See erreichen, ivas zu verrichten zu Lande uns nicht nröglich war."
Das sind in kurzen Sätzen die Gedanken dieses Kaupt- organs der englischen Kriegshetzer! Wir dürfen darüber Herz- lich lachen und es unseren braven Soldaten Werlassen, vorläufig so dreinzuschlagen, daß mich der letzte englische Stiefel- pu^er sich aus seine besseren Zeiten besrmren wird. Di« letzte amtliche Meldung aus dem deutschen Hauptquartier gibt uns die Bestättgung, daß unsere Truppen jetzt schon tüchtig den eisernen Besen führen, um den Kriegsschauplatz im Norden und an der Küste völlig vom Fernoe zu säubern.
Heute ist uns die Kampfschrift Ern st Daeckels „Englands Blutschuld am Weltkriege" (Verlag von Oskar Kayscr, Eisenach) zugegangen, und es spricht aus diesen 13 Seiten das ganze heiße Temperament dieses achtzigjährigen Kämpfers. Seit mehr als 60 Ihren gehörte Hacckel zu den Gelehrten, die der englischen Kulturarbeit die höchste Anerkennung zollten. Deute ist auch ihm das „kitzelnde Ziel des britischen Umversal-Jmperiums" kein Geheimnis mehr. Noch mehr Aufschlüsse aber als diese kurze Kampfschrift gibt uns eine kleine Broschüre des Leipziger Gcschichtsprosessors Tr. Felix S a l o m o n (Verlag von K. F. Kochler, Leipzig), der außerordentlich interessante und nützliche Rückblicke in das Werde» des britischen Weltreiches wirft und so am Ende auch auf die Ursachen stößt, die England diese Wege des Weltkrieges beschreiten ließ. „WieEngland unserFeind wurde", ist das Büchelchen betitelt, dem wir die weiteste Verbreitung wünsche». Tic großen Zusammenhänge der geschichtlichen Ereignisse seit 100 Jahren werden hier meisterhaft ausgedeckt.. Ter preußisch-englische Wafsenbund von 1815 hatte die Freundschaft der verwandten Böller gefestigt. Wir bewuni- dertcn das Ursprungsland der politischen Freiheit, der modernen Selbstverwaltung, der wirtschaftlichen Wunder, der kolonialen Organisation.
England war von 1815 — 70 das reichste Land geworden, das blühend sie, es halle die Vorherrschaft in Handel und Industrie, cs war aus der Sec Alleinherrscher. Es blickte auf dem Kontingent aus eine Machtstellung, wie sie seinen Interessen im wesentlichen entsprach: der viele hundert Jahre alte Gegner Frankreich war ein- aedämmt. Die äußeren Besitzungen entwickelten sich in sorgloser Ruhe: nur Jndi en bereitete S chwierigkeit en. Ungehemmte Zufuhr zur See, ungehemmter Freihandel, ungehemmte Kolonisation waren Sicherheitsventile im Hinblick auf das Wachstum der Bevölkerung, die zunehmende Jndustriealisierung, den Rückgang der Landwirtschast. Diese glücklichen Voraussetzungen ruhigen Gedeihens und fttedlicher, ungestörter Weiterentwicklung schwanden, weil andere eine Konkurrenz anmeldeten, und weil es noch Völker und Menschen gab, die nicht einverstanden waren, daß die ganze Welt englisch werden sollte.
Die Sicherung des ererbten Besitzstandes wurde die englische Parole, Zuscnnmenschluß und Verteidigung gegen Konkurrenz waren d-ie Triebfeder des Imperialismus.
„An die Stelle bisheriger kolonialer Expansion durch private. Initiative ttat ein planmäßiges, systenratisches Ausgreifcn unter den Augen des Staates. Die Betteilung von Hoheitsrnhten an Inhaber von Freibriefen ivar mir eine Maskierung des staatlichen Machtstrebens. Wenn sieben Herren von der Britisch-Süd- aftikanischen Chartergefellschast die Verfügung über ein Gebiet von 750 000 englischen Quadratmeücn erhielten, so war es vorausbestimmt, daß sie für das Imperium arbeiteten. Als Motiv wurde angegeben: Ansprüche für die Zukunst dar z utu n."
Me in Ostasien die Fäden gesponnen ivurden, wie Chinas Niederlage und seine Weschützung gegen die Ansprüche des siegreichen Japan durch Deutschland zusammen mit Frankreich und Rußland (1894) England vor neue Ausgaben stellten, wie in Südafrika der Hunger der Imperialisten erwachte und das Emporkommen Deutschlands die englische Jagd nach Macht und Besitz noch mehr <rnstachelte.n, dies alles sich kurz und gründlich zu vergegenwärtigen, ifc heute nützlich. Es darf auch daran erinnert werden, daß Thanchcr- lains Plan, England, Deutschland und die Bereinigten Staaten zusammenzufassen, bei uns Deutschen keine Gegenliebe fand, weil uns die Bürgschaften nicht gegeben wurden und wir uns nicht in Feindschaft mit Rußland hineinstür^en konnten. England verbündete sich mit Japan, und so ging die giftige Saat auf. Ein russisch-englischer Vertrag bestätigte die Tendenzen Englands nach der Weltherrschaft. 1808 hatte man das deutsch-österreichische Bündnis zu lockern versucht, und nun sollte aus dem Ballern das Werk gekrönt werden: Deutschland sollte als Weltmacht verschwinden und als Konkurrent beseitigt werden.
Wir wissen; was dieser Riesenkampf für uns gilt. Wir werden und wir müssen siegen!
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Das Seegefecht an der holländischen Küste.
Amsterdam» 19. Oft. (WDB. Nickst amtlich.) Die Blätter melden aus Dmuiden vom 18. Oktober: Der gestern abend erngetroffene Personendampfer „Ee inst roo m" und die heute nacht angenommenen Fischdampfcr Nelly, Gesina und Eatherina waren Zeugen des gestrigen Seekampfes. Sie melden, sie hatten ein deutsches Torpedoboot siirken und eines flüchten sehen.
London, 19. Okt. (WDB.) Die Admiralität meldet: Die englischen Verluste bei dem gestrigen Seegefecht betrugen: ©ui Offizier und vier Matrosen verwundet. 31 Deutsche wurden zu.Kriegsgefangenen gemacht. Die Beschädigungen der englischen Schiffe sind unbedeutend.
Die Deutschen vor Dünkirchen.
Rotterdam, 19. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Der Kriegskorrespondent des „Nieuwe Rotterdamsche Courant"" meldet: Das deutscheHeer, das Antwerpen belagert hat, marschiert auf verschiedenen Straßen in der Richtung nach Dünkirchen, das von den Franzosen besetzt und befestigt ist. Südlich von Dünkirchen befindet sich eine belgische Armee, deren Ueberbleibsel am Donnerstag angekommen waren. Der Abzug glich einer Flucht; sic war ohne jede Verbindung mit dem Teile der Armee, der vorderBesetz- ung Antwerpens nach Ostende entkommen und nachBoulogneverschisft worden ist. Dieser sollte dort reorganisiert werden, um an den Kämpfen auf dem französischen linken Flügel teilzunehmen. Dixmuyden, wo sich fratv- zösische Seesoldaten zur Deckung des belgischen Abzuges befanden, ist wahrscheinlich gestern geräumt worden. Südlich von Dünkirchen und Boulogne stehen sehr starke französische Truppenabteiluugen.
Wie es mit der englischen Seebrigade bestellt war.
L o n d o n, 19. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Die „Times"" veröffentlicht ein Schreiben eines Misters Hulke an die Äldresse „Admirality house (House deal)"" über die nach Antwerpen gesandte Se e b r ig ad e: Als zuerst das Gerücht umlief, daß diese undurchgebildeten Rekruten an die Front gehen sollten, wurde es als lächerlich verspottet. Viele Offiziere des Heeres und der Flotte haben einstimmig die Aussendung der Brigade in dem gegenwärtigen Zustande alsnbcrleg- ten Mord bezeichnet. Die Offiziere, Unteroffiziere und Soldaten lachten über die Idee, im Kamps verwendet zu werden. Als bald nach ihrer Abreise zuverlässig bekannt wurde, daß sie tatsächlich nach Antwerpen gesandt waren, herrschte im ganzen Bezirk starke Entrüstung und Bestürzung. Ein großer Teil der Leute war nicht ordentlich ausgerüstet und nahezu unansgebildet. Die Offiziere lernten erst die Anfänge des Jnfantericdienstes und konnten die Kommandos noch nicht auswendig. Außerdem herrschte großer Mangel an Osfiziercn. Der ersten Brigade fehlten 16 Offiziere; von den mitgehenden 14 kannten nur vier den Jnfanteriedienst. Den Mannschaften fehlten Patronentaschen und die vor- getchriebene Patronenzahl. Sie hatten nur Schießübungen mir'kleinem Gewehr auf 30 Schritt Entfernung gehabt und haben ihr Dienstgewehr erst ein bis zwei Tage vor ihrer Abreise erhalten. Ter Marineunter- osfizier traf im Lager am Tage der Abreise oder am Tage zuvor ein, um wenigstens möglichst vielen zu zeigen, wie man das Bajonett aufpflanzt.
Wir haben keine Eile.
Der militärische Mitarbeiter der „Times" schreibt:
Für uns hat der Krieg kaum begonnen. Wir haben erst die Kerntruppen nach Frankreich gesandt, um den Feind durch Vorpostengefechte seslzuhcckten. Der Rest der Bortruppcn
folgt im Frühling uitd die Hauptarmec gegen Ende des nächsten Jahres. Wir haben keine Eile. Wir bedauern natürlich für die Verbündetenl. daß mir noch langsames als Rußland unser Geivichl in die Wagschalc werfen können. Wenn der Feind in der Zwischenzeit Ersolge erringt, umso bessert sür ihn. Dieser Umstand kann die ständig wachsende Zahl unserer Soldaten iiicht aufhallen. Tie Kosten kommen weniger in Betracht, da Deutschland zuletzt mit Land und Geld zahlen muß. Selbst wenn man das Schlimmste annimmt, nämlich daß der letzte Kosak am Ural steht und der letzte sianzösische Hausknecht aus Bordeaux vertrieben ist, dann werden 'wir den Secktteg gegen Deutschland beginnen, wie seinerzeit gegeit Napoleon, als ganz Europa ihm zu Füßen lag. 9loch sind wir aber nicht so weit, denn wenn Deutschland nicht sehr viel besser abschneidet, wie bisher, werden die Verbündeten bas Feld behauvten und sottsahrrnl, den gleichen andauernden Druck zu Lande arif Dentschlaird ans- zuüben wie wir ihn zur See bereits ausüben.
Dev letzte Bericht der Franzosen.
Paris, 18. Okt. (Ctr. Frkft.) Das Kriegsministe- rium hat heute um 3,20 Uhr nachmittags folgenden Bericht veröffentlicht: Ans unserem linken Flügel nördlich des Kanals von Bassöc haben die Verbündeten die Front Givenchy-Jllies-Fromelles besetzt. Wir haben Arnientitzres zurückgcnvmmen. Nördlich von Arras war der gestrige Tag charakterisiert durch ein merkliches Borrücken unsercr-- seits. In der Gegend von Arras bis zur Oise sind ivir an gewissen Punkten vorgeschritten. Im Zentrum und ans dem rechten Flügel ist die Lage unverändert. Die Delaiftfjc Armee hat mehrere Angriffe der Deutsck)en gegen nrehrere Uebergangspunfte über die Jsere znrückgeschlagen.
Um 11 Uhr abends wurde bekaniitaeaeben: Während der letzten Nacht wurden nördlich und östlich von St. D i ö von den Deutschen Ävei heftige Angriffe versucht; sie wurden nttt großen Verlusten flir den Feino zurückgeschlagen. Ueber die Operationen ist noch leine andere wichtige^ Nachricht eingegaugen.
Schlechte Behandlung der italienischen Freiwillige» in Frankreich.
Turin 19. Oft. (WTB. Nichtamtlich.) Die hiesige Zeitung „Moments" bespricht die Meldung vieler römischer Zei- ttmgen, daß Peppino Garibaldi sich ül^r die Behandlung der italienischen Freiwilligen durch Frankreich beklage, obwohl sich die Abgeordneten Chiesa und Com- m a n d i n i persönlich durch Reisen nach Bordeaux und anderswohin um ihre Einstellung bemüht hätten. Sie fügt hinzu, Frankreich scheine sich mehr aus einer Frankreich-fteundlichen Stim- mnng als aus einer tatkräftigen Umcrstützung zu machen. Gewiß spreche inan viel von den italienischen Freiwllligen, aber sie müßten sich viel gefallen lasten. Französische Ossiziere seien ihre Führer, sie marschierten unter französischen Fahnen und müßten sranzösischcn Kommandos gehorchen, kicrz, sie seien keine Garibaldi-Legion, sondern nur ein Teil des französischen Heeres. Das Schlimmste sei aber, daß die Gattbaldianer auch schlecht behandelt werden.
Hierüber veröffentlicht eine Florentiner Zeitung den Brief eines Freiwilligen, in dem es heißt:
„Ich bin außer mir vor Wut. Seit zehn Tagen hause ich unter widerwärtigen Narren. Ihr wißt, mit welcher Bc- geisterimg sich die Italiener für Frankreich amverben ließen, wackere, junge Arbeitslose, aber auch Männer, die Herd und Familie verließen, um für die sianzösische Republik zu sterben. Seit ich hier bin, stecken sie mich und andere mit Arbeitslosen, aus Marseille, den Ausnmchsen der Fremdenlegioir, zusammen. Man behandelt uns als Kanonenfutter. Gewöhnliche Unteroffiziere uitd Sergeanten find unsere Führer. Unsere ma- tericllc Lage und Verpflegung sind schrecklich, so daß man aus die schlimmsten Seuchen gefaßt sein kann. Schon zehn Tage hält man uns fest und instruiert uns mit unglaublicher Nachlässigkeit, denn wir sind nur wertlose Ware für sie.""
Tie Finanznot Frankreichs.
Paris, 18.Okt. lWTB. Nichtamtlich.) „Action fran« yaise" erklärt, die deutschen Blätter spotten nicht ohne Grund über dieFinanznotFrankreichs, das zu einem Moratorium greifen mußte, um nicht vor einer sinanzielken Katastrophe zu stehen. Der Triumph des armen Deutschland über den „Weltbankier"", dessen Ruf in einem Tage des Krieges zerstört worden ist, dürfte niemanden wundern, müsse jedoch Frankreich zu einer ernsten Warnung dienen.
Die Engländer in Deutschland.
Berlin, 19. Oft. (WTB. Nichtamtlich.) Männer britischer Nattonalitüt, die das 55. Lebensjahr vollendet haben, dürfen über Holland ab reisen. Diejenigen, welche in Berlin oder der Mark Brandenburg wopnen und nach England zurnckreisen wollen, werden ersucht, ihre Pässe un- verzüglrch bei der amerikanischen Botschaft, Berlin, Wilhelmsplatz 7, abzugeben. Zur Erledigung der notwendrgcn Formalitäten, einschließlich der Stempelurrg der Pässe, sind gewöhnlich 48 Stunden nöttg.
Das KriegSpreffeguartier in Brzemhsl.
Berlin, 19. Okt. (Priv.-Tel.) Wie die „Doss.. Ztg."' aus Wien zu berichten weiß, geben die Russen sichere« Vernehmen nach ihren Ve r l u >t bei dem sturm mit P rze - m y s l, den sie durch Flatternnnen erlrtten haben, nicht ans 40 000, sondern auf 70 000 Mann cm. Die russischen Zeitungen in Leniberg baden diese Nachricht gebracht. In Lemberg selbst haben die Russen weniger Sck,adcn angerichtct, als man anfänglich angenommen hat.
Wien, 19. Okt. (WTB. Nichtamtlich).) Der Spezial- berrchterstatter des Blattes „Morgen"" meldet: Das


