, können den Lieferanten aus hinlänglich hegriardeten Antrag rauch Vorschüsse gewährt werden, um ihnen Mittel zur § Deckung der Kosten für die Herstellung der Waren in die i Hand zu geben. Derartige Borschustanträge sind stets an die »Dienststellen zu richten, welche die Bestellung aufgegeben haben. Hierbei nftrd noch darauf hingewiesen, daß Angebote auf Lieferung von Armee--Beklcidungs- und Ausrüstungs-- tz stücken, sowie Gesuche von Schneidern, Schuhmachern, Satt- f lern usw. um Beschäftigung nicht an die Intendanturen, »sondern an die Bekleidungsämter zu richten sind. Da zurzeit für das 18. Armeekorps noch kein Bekleiduuqs- amt eingerichtet ist, kommen als nächstgelegene die Aemter Kassel, Koblenz, Karlsruhe und Straßburg i. E. in Betracht.
** Im Zahlungsverkehr wird, wie man uns schreibt, « vieliach darüber geklagt, daß die landwirtschaftlichen A b - 1 nehmerkreise mit den Zablungen sehr zurückhalten und selbst 8 ältere Licferungsposten soivie Handwerlerrechnungen nid» bcgler- I chen, weil viele der Ansicht sind, daß man während des Krieges § keine Schulden zu bezahlen brauche. Diesem Irrtum muß mü 8 aller Entschiedenheit entgegcngetretcn werden; alle Verpflichtungen I bleiben bestehen. Durch die unberechtigte Zurückhaltung kommen » aber Handwerker, Gewerbetreibende und Kaufleute vielfach in eine » sehr mißliche Lage, weil sie selbst bedrängt werden von ihren Lie- I feranten, die wiederum ihren Betrieb nur ausrcchterhalten, also ihre I Arbeiter beschäftigen und bezahlen können, wenn ihnen Barmittel I zufließen. Es bängt eben einer vom andern ab, und diese sehr I ernsten Zeilen können nur überwunden werden, wenn sich alle ge- I genseitig unterstützen und ihren Pflichten noch pünktlicher als sonst I Nachkommen. Mit Recht führt die Landwittschastskammcr für das I Herzogtum Braunschweig in einein Aufruf aus: Um einigermaßen » die schweren wirtichastlichen Schädigungen in Handel, Industrie, ff Landwirtschast uich Handwerk zu verhüten, ist es gerade jetzt u n - j abweislichc Pflicht, alle gekauften Waren, ausgeiührien I Arbeiten usw. sofort bar zu bezahlen, damit die Kaufleute und die | mit Aufträgen bedachten Personen, die selbst nur gegen bare Zah- i lung von ihren Lieferanten Waren beziehen können, in der Lage sind, ihre Geschäfte überhaupt weitcrzuführen. Bon jeher haben wir auf möglichste Barzahlung hinzuwirken versucht. Tic jetzige
> schwere Zeit gebietet es aber, nunmehr dem kaufenden Publikum
: energisch »„zürnten: „Barzahlung ist heute für den, der es irgend
kann, einfach eine patriotische Pflicht."
** Konzert auf der Liebigshöhe. Das morgen f auf der Liebigshöhe stattfindende Konzert wird, >vvs - Auswahl des Programms anlangt, seinen Vorgänger noch
> Übertreffen. Zugleich mit dem Bewußtsein, sein Scherflein '. zur Linderung dringender Not der armen Ostpreußen und I Elsaß-Lothringer, die ihr Hab und Gut für das übrige I Vaterland ohne Murren geopfert haben, bcigctva-gcn zu | haben, wird jeder Besucher des Kopiertes die angenehme I Eriinicrtiug an einen künstlerischen Genus; mit nach Hause
tragen. Wir verweisen auf die Notiz im Anzeigenteil dev 1 heutigen Nummer.
** Der Oberhesstsche Verein für innere Mission, der sonst regelmäßig Anfang November seine Jahvesvee- sammlung in Gießen abzuhrlteii pflegte, Hai beschlossen, in diesem Jahre von jeder derartigen Tagung ab zu sehen. Dagegen will er dem unfraglich vorhandenen Bedürfnis weiter Kreise nach ciner Beleuchtung mancher durch den Krieg entstanden« ernster Fragen von religiösen Gesichtspunkten her Rechnung ttagcn, indem er eine Anzahl von Borträgen veranstaltet, die für jedermann frei zugänglich sein sollen. Bisher find die folgenden festgelegt. Am 1. November wird Prof. tt. Schi an das Thema behände!»: Bedeutet der gegenwärtige Krieg den Bankerott der Ehrlstenheif? Am 78. 'November spricht Geh. Klrchenrat Prof. )J. Eck über das Thema: Der Krieg als Erzieher »um persönlichen Ehristmttim: am *29. November Direktor des Prediger- jem'inars 7n Frichberg Prof u cho « kI über: "Der ^krieg als Erzikher znm vraklischcn Christen rum. Weitere Potträg« sind I Vorbehalten. DaS Nähere über Ott und Stunde wird in nächster Zeit bekannt gegeben werden. Der Verein hat sich nn übrigen für die Kriegszeit besonders die Versorgung der Lazarette in ganz Oberhessen mit gutem Lesestoff zur Aufgabe gemacht, wobei selbstverständlich auch der religiöse Lesestoff berücksichtigt werden soll. Er braucht dafür wie für seine lausend« anderen Ausgaben, die auch jetzt nicht völlig ruhen lönneit, natürlich auch die regelmäßigen Jahresbeiträge, die im November von den Mitgliedern erbeten werden sollen. Besondere Spenden sür den obengenannten Kriegszweck werden von dem gegenwärtigen Vorsitzenden Prot. Schian dankbar entgegcngenommen werden.
** Opfer. Die unter diesem Titel erschienene Predigt, gehalten am 13. Sept. d. I. von Herrn Geh. Kirchenrat Prof, v. E ck, ist in der v. Münchvwschen Hofdruckerei (Otto Kindt) im Druck erschienen. Der Ertrag (3VPfg. für das Exemplar) ist für die Gießener Volksküche bestimmt.
** 40 Verwundete, 84Belgier und 6Fnmzosen, trafen vorgestern nacht hier ein und wurden durch die I Straßenbahn zur Stadt befördert. Ztvolf Maun kamen in das Reservelazarett I (Garnisonla^arett) und der Rest, der leichter verletzt war, in die Kaserne der Maschinengewehr- Abteilung. Die Leute, welche schon 14 Tage in Lüttich sn Lazarettbehandlung waren, sind Männer im Alter z»vi- schen 80 und 40 Jahren, ihr Aeußeres sowohl wie ,hre Uniform waren in besserer Verfassung, als dies bei ihren Landsleuten, die direkt von den Verbandplätzen des Schlachd- seldes zu uns geschafft werden, der Fall ist. Unter den Franzosen befand sich ein Mann, der sich selber als Elsasses Gezeichnete und sehr gut deutsch sprach. Unter den Belgiern sprachen verschiedene fließend deutsch, u. a ein Professor, der früher in Heidelberg und Göttingen studiert hat. Unter den belgischen Soldaten fand auch ein junger Gießen« Akademiker, der am Bahnhof beim Koten Kreuz freiwillige Krankenttägcrdienste tut, einen ehemaligen Kommilitoneu aus Darmstadt Wied«, der sich aufrichtig freute, in der Gefangenschaft zufällig einen guten Bekannten zu treffen D« Belgier weinte gerührt wegen des zufälligen Zusammentreffens. So führt d« Krieg die Menschen wiederLusammcn.
** Der bildnerisch« Schmuck an der Vorderfront des alten Schlosses, über dessen Inangriffnahme wir bereits berichteten, wird sich dem Stile des Bauwerks hervorragend anpassen. An der Bekrönung des mit reich« Bildbauer- arbeit geschmückten Eingangstores wird eine int«effante Erinnerung an die ehcinaligc Landgrafenzeit Gießens angebracht. Im Mitlelseld des oberen Türabschlusses wird ein Ritter,, der Landgraf zu Pferde, wie ihn das zwtttälteste Siegel unser« Stadt als Wappenbild zeigte, h«gestellt. Die Rittersigur im Panzer und mit geschlossenem Dcsi« ttägt den Scknld, den d« hessische Löwe ziert. An d« Schabracke, welche das Pferd bedeckt, sind ebenfalls zwei Wappentiere sichtbar,
** Rehwild in der Wachstube. Von dem Bahnwach- dienst unserer Landsturmleutc tverd« ans d« erftax Zeit bei Mobilmachung, wo die Mannschaft noch im bürgerlichen Rock mit der Binde am Arm Dienst getan hat, recht hrimottstische Geschichten bekannt. Standen da an der Eisenbohnüberführung d« Straße bei Klein-Linden zwei Landstürnwi aus Gießen in dunkl« Nacht Posten. Vom Dorfe her kam in schnellem Temoo die abschüssige Straße herunter eine Autodroschke, die von dem Posten gestellt wurde. Ter Chauffeur wurde veranlaßt, im Innern des Wagens Licht zu machen. Die Landstürmcr sahen statt des Fahrgastes ein Reh in dem Wagen, von dem der Fahrer behauptete. er habe dasselbe versehentlich üb«fahrcn und wolle ane Tage sich nach dem Jagdb«echttgten Umsehen, um das Stück Wild an denselben abzuliefcrn. Tie Mann« unter dem Gttvthr ab« schmunzelten und erklärten das Wild für beschlagnahmst, die Ablieferung würden sie selber bfforgen. Tpr Chauffeur müßte daS Tier zu d« nahen, in ein« Wirtschaft untergebrachten Wach 1- st n b e fahren, wo die Mannschaft es in Empfang nahm. Am
and«en Tage wurde dem JagdvScht«. einem Gießener Zigarren- sabrikanten, Mitteilung von dem Fang gemacht und dieser gebeten, das Red abholen zu lassen- Telephonisch crio lalle bcr Bt scheid, die Lanostürmer möchten sich das Wild selbst gut schmecken laffen. Nun gab eS die halbe Woche zu jeher Mahlzeit Reh in allen Formen in dem Wachlokal des Landsturms, wozu der Wirt daS nötige Bier verzapfte. Seitdem würde — leider vergttlich — noch manches Nachts durchsahrende Auto vom Landsturm nach Rehwild untersucht.
Landkreis Gießen.
kl. Ruttershausen. 1«. Oft. Unterolffzier Schreiner in der 11. Kompagnie des Infanterie-Regiments Nr. 116 von hier hat das Eiserne Kreuz erhalte».
kl. Mainzlar, 18. Okt. Der nach der letzten amtliche» Verlustliste als schwerverwundet aemeldete Kanonier Karl B o g « l der 8. Batterie des Feldartillerie-Reqinients Nr. 25 von hier ist schwerverwundet in französische G e s a n g e n f di n f t gerate». Er hat nun von Elermont, wo er sich i» einem Spital bestndet, seinen Elter» Nachricht zukomine» lasse», daß es ihm gut ginge. — Der ebenfalls in Frankreich gefangen gehaltene Landwehrmann Schlavv tm Lgnd>vehr-Jn!ant«ie-Negiment Nr. 118 vo» hier bat auch seine» Ungehörigen mitgeteilt, daß er dort gut behandelt würde.
Kreis Lauterbach.
§ Re« ters, 15. Okt. Gestern siel «ine Frau von hier so iinglncklich in der Scheune, daß sie nach einiger Zeit verstarb. Ihre drei Söhne ilehe» int Felde. — (Befallen von hier ist der Musketier Ernst Zinn.
Kreis Schotte».
X Schotten, 17. Okt. Amtsrichter Dr. Brill von hier, Hauptmann der Res. im Feld-Art.-Rgt Nr. 61, hat die Hessische Tapferkeitsmedaille «hallen.
Starkenburg und Rhrinhcssen.
X Darmstadt, 16. Okt. Bei einem Uebungsflug stürzte hier der Flieger Schar ff aus 60 Met« Höhe ab und war sofort 'tot.
D Darmstadt, 16. Okt. In der verflossenen Nacht wurden nahezu 2000 neue Kriegsgefangene nach Darmstadt verbracht. Zuerst traf ein Truvv von ca. 15>0 französischen Frauen und Kind«n hi« ein, die aus der Gegend von Verdun stammen und von den Deutschen in Schutzhast genommen werden mußten. In zwei spät«en Sond«zügen wurden dann über 1800 französische Gefangene hi«h« gebracht und nach dem großen Gefangenenlager auf dem Griesheim« Truvveirübungsvlatz übcrgetührt Der weitaus größte Teeil dies« Gefangenen bestand aus Rekruten, die noch ihre Zivilkleid« tnigen, wohl zumeist Belgier, die in Frankreich ihre Ausbildung «halten sollten und bei der Besetzung von Lille sestgenommen wurden. Diese Leute zeigten im allgemeinen keine ungünstige Haltung, während die französischen Soldaten in ihren zum Teil sehr derangiettm "Uniformen und von langer Entbehrung zeugenden Gesichtern — neben 15jährigen schwachen Burschen fehlten auch die ältesten Jahrgänge nicht — fast durchweg einen sehr wenig erfreulichen Eindriick machten.
Kreis Wetzlar.
— Krotdori, 18. Oft. Ter aus der Höhe unserer Haltestelle erbaute freundliche W a r t e r a » in konnte feiner Bestimmniia »be» aeben werden. Do» ibm bat man «inen herrlichen AiiSblick nach der Stadt Gieße», dem Gleiberg und dein nabe» Krofdorl. Das alte Dretterhäiische» entsprach schon lange nicht mehr dem gesteigerten Verkehr.
X Waldgirmes, 18. Okt. An Krieg rsp enden lind durch unsere Ortsgrupve 600 Mk. an das Kreiskomitee abgeführt worden.
i. Don der Dill, 16. Okt. Mit dem Eisernen Kreuz wurden aiisaezeichnet Lehrer K r a s t - Blcken und Sergeant Ad. Becker- Sin». ,
Hessen-Nassau.
m. Allendors (Kr Kirchhain), 16. Okt. Aus 5wöchig« Gefangenschaft in Frankreich traf ein Sohn uns«es Dorfes, Herr stud. med A. Görgc, wohlbehalten hi« ein. Herr Görge gettet als Scmiiätsuirtrrosfizwr beim Rückzug >ms«es rechten Flügels vor Paris in Meaux (30 Kilomet« von Patts) mit einem Lazarett, das nicht mehr zurückgcnvmmen werden formte, in Gefangenschaft. Von seinen Erlebnissen sei nur erwähnt die fast kindliche Jagd selbst höher stehender P«sonen auf Helme, Achselstücke und Knöpfe unserer Truppen, die als Souvenirs hochbewertet werden. Die Behandlung, die /tzörge erfuhr, war sehr verschieden. Er fand gute Leute, die hilfreich beistarchm, neben solchen, die ihren Haß gegen die Deutschen, soweit sie nur konnten, freien Laus ließen.
vermischte«.
'Neunkirchen, 18. Okt. AI» der Lokomotivführer Bach gestern nachmittag tn einem Sckiuvven seines Hauses gemeinsan, mit seinem Sohn«, denr Heizer Willy Bach, an einem Iran- zösischen Artillericgeschoß herivnhantlerten, das ste aus- e>na»deine!imen wollten, um den Mechanisniiis zu studiere», explodierte dieser. Beide erlitten lurchtbare Derlegimge» D« Söhn ist tot. Da« Dacki des Schuppens und di« Inneneiiirtchtung wurde» völlig zerstört, die Feilster der gegenüberliegeiiden Häuser durch den Luftdruck zertrümmert.
* Panama, 16. Okt. Ein erheblich« Erdrutsch bei Tu lebra hat den ganzen Verkehr im Kanal unterbrochen. Einigen Schiffen ist es unmöglich, die Durchfahrt zu vollenden.
Amtlicher Wetterbericht.
Oefsentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetterausstchten in Heilen am Sonntag, de» 14. Okt. 1814 Trüb und wolkig, doch meist trocken, östlich« Winde.
Letzte Nachrichten.
Ein englischer Ureuzer zum Zinken gebracht
(WTB.) Berlin, 17. Okt. Aus London wird unterm 16. Okt. amtlich gemeldet: Am 15. Okt. nachmittags wurde der englische Kreuzer „Hawke" in der ndrdlichen Nordsee durch den Torpedoschuß eines Unterseebootes znm Sinke« gebracht. Sin Offizier und 49 Mann wurden gerettet und nach Aberdeen gebracht. Etwa 85« Mann werden vermißt. Zu gleicher Zeit wurde der Kreuzer „TheseuS" angegriffen, aber ohne Erfolg.
Wie uns amtlich mitgeteilt wird, liegt eine Bestätigung dieser Nachricht deutscherseits noch nicht vor.
„Hawke" hatte eine «aflerverdrängung von 7 82« t, eine Geschwindigkeit von 19,5 Seemeilen und eine Besatzung von 55« Mann.
Der rechte deutsche Flügel an der Arbeit.
WTB.) Berlin. 17. Okt. (Nichtamtlich.) D« Kriegs« korrespondent des „Nieuwe Rvtterdamsche Courant", ber soeben aus Nordfrankreich kommt, meldet von der Grenze svlgendes: Die Ueherrette der belgischen Armee von 2ntw«pcn und aus der Umgegend von Ostende haben sich vergebens zu konzentrieret versucht. Sie sind völlig desorganisiert abgezogen und zwischen Dipnmiden und Rrmlers durch die französischen Mattnerrupven und einige Kavallerie unterstützt worden. Die Franzosen w«sen dort Befestigungen aus. Gestern nachmittag um 2 Uhr wurden diese Befestigung« von bedeutenden deutschen Streit- krästen aller Waffengattungen angegriffen. Es ist anznnebmeu, daß diese Streitkräste die Franzosen znrückgemorsen haben
und die Deutschen dürsten jetzt in der Gegend von Dünkirchen sein, das von den Verbündeten perstärkt ist. Der große Verbindungo- >veg von Brügge üb« Ostende nach Nietcwpoort ist in d« Gewalt der Deutschen. Es sind tu der Gegend von Dünkirchen und Bou- logne bald größere Kämpfe zu erwarten.
Die Aussichten der englischen Flotte.
(WTBll Zürich, 16. Oft. (Nichtamtlick).) Die „Neue Zür. Zeitung" bespricht tu ihrem heutigen Leitartikel die Aussichten Englands für eine Nied«zwingung der deutschen Flotte in sehr pessimistischem Sinne. Ausgezttchnete Bedingungen für das Nordscegeickuvad«, die iast undenkbare Erzwingung des Einganges in die Ostsee, die Furcht vor der unheimlichen Tüchtigkeit der deutschen Tauch- und Torpedoboote machen es den eng-! lischen Admiralen nnnröglich, die deutsche Flotte zum Kampf zu zwingen. Die Ausschiffung von Land-' truppen an der deutschen Nockgeeküste, die bei der geringen! Wasscttiesc ausgebooitt nxwden müßten, «scheint ebenso un- durchsührbar wie die Besetzung von Amsterdam. Mithin sind die Aussichten für die Engländ« selir, sehr gering. Dazu kommt neck, die Uebrrlegenheit d« deuisck>en Mantelring-Geschütze, die 220 Schitß abgeben können, tvährend dir englischen Draht- rohrgeschützc bereits nach 60 Schüssen Ausbrennungen erleidet,- sowie ihrcn W«t infolge eingebüßt« Trefssicherhttt völlig verlieren. Ter englischen Industrie war die ÜKnstellung von Mantel- ring-Gcschützen nicht möglich, weil sie außerstandr war, genügeird große Stahlblöcke in der erforderlichen Güte l)«justellen. Mio auch hierin zeigt sich Deutschlands unbedingte Ucber- legcnheit, woditrch die an sich ungleiche Partie zu seinen Gunsten berinffußt wird.
Wo ist Belgien?
(WTB? Berlin, 17. Okt (Nichtanttlnh? In einem Be- rickft des ,,B«lincr Tageblatts" aus dem Grwßen Hauptqmrrtiec wird gesagt: lJn d« ictzigen Lage ist ^Belgien nur noch cm geographrschrr Begriff. England soll ab« sür Belgien ein neues Tttritorium gesäiassen und d« belgischen Regierung die Insel G u e n s e y ftlr die Dou« des Ktteges abqetrtten haben. D« König selber soll nach London geflohen sein.
Dir Atzsnhten Vorttigals.
(WTB.) Wien, 16. Okt. (Nichtamtlich. Meldung de? Sftirr*' Bureaus.) Aus Lissabon wird gemeldtt: Dem Vernehmen nach soll im Lause d« nächsten Woche ein Kongreß ttnberusen w«den, im sich üb« die Frage d« Entsendung etnes Expeditionskorps nach Frankreich schlüssig zu Norden. Es heißt, daß nur die republikanische Patter dafür, di« Bcvölk«nng aber dagegen sei.
(WTB.) London, 16. Okt. Nichtamtlich Meldung des Renlerschen Bureaus.) D« frühere Köirig von Pottngal Ma - nuel hat Sir Edward Grey einen Besuch abgttiatttt. In B«bind,mg hiermit ist es von Jnterefle, daß der sttihere pottn- aiesische Gesandte, Marquis Severan, bei dem König tn San- brigham weilt.
Englische Konzessionen.
(WTB.) Berlin, 17. Okt. (Nichtamtlich.) Ter Ko«espon- denl der „Dailv Mail" gibt zu. daß die Verbündelen westlich Gent eine ziemlich schwere Niederlage «litten haben. Schwere deutsche Artillerie hatte sie bei ihrem nächtlichen Rückzug! aus einer Stellung nach der andennr vdrttteben. Eine Brigade- die sich verirrt hatte, weil die Offiziere nicht des WbgeS kundigl warm, hatte beträchtliche Verluste.
Beginn des Kampfes um Belfort.
(WTB.) Berlin, 16. Okt. (Nichtamtlich.) Eine Züricher Depesche der „Köln. Ztg." will versichern könnm, daß gcam di« von den Franzosen östlich Belfort vorgeschobmm Stellung« bereits am Dienstag schwere deutsche Mörser angesetzt wurden. Die Kämpfe waren sehr heftig. Die dattschm Truppew gewannen Bodm, wenn auch nur schrittweise.
Der öflerrrichische Tagesbericht vom 16. Oktober.
(WTB.) Wien, 16.Okt. (Nichtamtlich.) Amtlich wird wr- laiiibart, 16. Oktober mittags: Tie Kämpfe an unser« ganz« Front von Stary-Sambro bis zur Smrmündung dauert« auch gestem an. In der Marinarosgegend nahmm die den Feind ver- foigmden eigmen Abteilungen Raho iu Besitz. Im Tale der sck»warzeii Bystryka ziehen sich die Russen, von unseren Truvpen bei Resailowa geschlagen, gegen Zielone zurück, T« stellverlr. Chef des Gm«alstabes v. H ö f t r , Generalmajor
Serbische Kriegführung.
(WTB., Sofia, 16. Okt. (Nichtamtlich.) Das Organ Go» schows, „Mir", veröffentlicht eine Korrespondenz ans Nisch, wonach die dortigen österreichisck>--ungattschen Gefangenen durchweg Slaven seien. Ein serbischer Offizier habe auf die Frage eines Korrespondenten geanttvottet, die nichtslavischen Gefangenen, Magyaren und Dmtsche, seien aus dem Weg« nach Nisch erschossen worden. Unter den österreichisch-ungatt- schen Verwundelm in Nisch befind« sich zahlreiche Samtäts- soldaten.
Frhr. v. Stein. Ehrendoktor.
(WTB.) Berlin, 16. Okt. (Nichtamtlich.) Dem Berliner Börsencoutter zufolge hat die philosophische Fakultät d« Universität Halle den kommandierenden Gen«al v. Stein, dm früheren Gen«alguartiermeist«, zum Ehrendoktor «nannt.
Die Nachfolge di Sa» Giulianos.
(WTB.) R o m , 17. Okt. (Nichtamtlich.) Wie die Blätter melden, wird Ministerpräsident Salandra interi-- mistischdasMinisteriumderAuswärtigenAn-- gelegcnhei ten übernehmen. _
Verantwortlich für „Feuilleton", „Gerichtssaal" u. „Vermischtes"! I. B.: August G o e ».
Nachruf.
Den Heldentod fllrS Vaterland starben in
Feindesland unsere treuen DangeSbrüd«
Georg Weber
Musketier im Jnsantorir-Realmeut Nr. 1S8
Karl Loh
Reservist im Jnsanterie-Regsment Nr. 31.
Wir werden ihnen stets ein ehrendes Andenken bewahren. 18724
Kestliglitrei« „Liedttkranj", Menhsseil.
Danksagung.
Hedwig Stevrrvagel und Kind Familie 3. Steucrnooel > Familie Harbusch.
Mstchtngen, Daubttagen, den 17. Oktober 1S14.


