Ausgabe 
13.10.1914
 
Einzelbild herunterladen

ii<a*r S?tet yi /u o 1) it u ng en beitfejt bftrfat. Air dar Berkauf eines Danses wird letzt kaum leurand denken und auch die Zahl neuer Daus Halle wird jetzt erheblich geringer sein als in Friedens­zellen: es erscheint babi allerdings geraten, von Neubauten letzt a b z u s e h e n. Aber diese Erwägungen passen doch nicht für die allgemeine Beurteilung, und die Bautätigkeit wird vor allein nach einem glücklichen Kriege kräftig auflehen. Für die Bauvereine heißt cs freilich, in diesen Fragen außerordentlich vorsichtig vorzngchen. Soweit sic finanziell stark genug sind und das Bedürfnis am Orte auch jetzt noch dringend ist. können die Banvereine vielleicht selbständig Vorgehen und das Risiko auf ihre eigenen Schultern nehmen. Im übrigen sollten aber die Bau- vereine au derartige Pläne nur gehen, wenn ihnen die Gemein­den das Risiko ganz oder wenigstens zum größten Teil ab- nehmen: es könnte dabei auch veranlaßt tverden, daß die Ge­meinden Opfer bringen für kinderreiche Familien.

Neben der Bekämpfung des äußeren Feindes muß auch dafür gesorgt werden, daß die Verhältnisse im Innern möglichst gut blechen. Das erreichen wir aber nicht durch Unterstützungen, son­dern nur dadurch, daß nur möglichst für Arbeitsgelegen­heit sorgen. Mit dieser werden die Unterstützungen, die wir ja bei Arbeitsmangel unter allen Umständen auchringen muffen, in wirtschaftliche Werte umgewandelt. Tie Frage, wie smd die Verhältnisse im nächsten Frühjahr für unsere vielen Bau- Handwerker und Gewerbetreibendeil gestalten werden, ist so dringlich, daß sich die Regierungen zu großen Aktionen werden entschließen müssen. Man wird hier namentlich an die innere Koloni­sation denken müssen. Man könnte jetzt ja kaum noch Bauten in Angrifs nehmen: aber es liehen sich Pläne fertigstellen, und auch die Auswahl geeigneter Grundstücke und die Verhandlungen mit den Gemeinden wäre eine vorbereu ende Ausgabe für die Gegenwart Es sei hinzugefügt, daß sich unsere nie versagende Landesversicherungsanstalt bereit erklärt hat, auch in 'Zukunft den Bauvereinen mit ihren Geldmitteln beizusteheir Eine weitere wichtige Aufgabe erwächst den Bauvereinen in der zweckmäßi­gen Bewirtschaftung der Kleingärten. Sie sollen sowohl den Gartenbesitzern bei den Gcnossenschaftsgärtrn, wie auch anderen Besitzern von Kleingärten mit Rat und Anregung zur Dand gehen. Die Vorstände sollten dabei besonders auf den darüber vor zwei Jahren auf dem Binger Verbandstag gehaltenen Bortrag des Kreisobstbaurnspektors Mazarin und dessen Broschüre: Ter zweckmäßige Kleingarten" Hinweisen. Eine schöne Sache wäre es gzich, wenn die Bauvereine aus ihre« Mitteln die ins Feld gezogenen Mitglieder tzr die Kriogsversicherungskassen eiukaufen lvürden. In dieser Zeit müssen alle zusammenstehen und an ihrem Platze Mitwirken, um das Vaterland zu schützen und vor Schaden zu bewahren. Wir Taheimgebliebcnen müssen durch Taten be­weisen, daß wir alles daransetzen, um uns unserer Armee draußen würdig zu zeigen und dem Vaterland zu dienen!

Provützial-Ausschub der Provinz Obcrhesscn.

fi%. Gieße n, den 10. Oktober.

Anwesend: Proprnzialdirektvr Geheimerat Dr. Usin ger als Vorsitzender und 4 Mitglieder. Beginn 10 Uhr, Ende gegen 1 Uhr.

1. Klag« dies Jakob Görnert II. zu Ettings­hausen gegen Großh. Kreisamt Gießen wegen Aushebungeines Polizeibefehls. Der Kläger hat dem iu einem Gemeindehaus wohnenden Sehäser Otto Weber vor einem Fenster eine Bretterwand errichtet. Das Kreisamt Gießen erließ gegen den Kläger unterm 2. Mai l>. I. einen Pottteibefehl, in dem dem I. Görnert aufgegeben wurde, dis Wand zu entfernen. Hiergegen hat Gvrnert Klage an den Protnnzialausfchuß der Provinz Oberhessen verfolgt und be­antragt, den Polizeibefehl aufzuheben. Der Prvvmzialäus- schuß hat der Klage sharttgegeben und den PotrzeibefehK cmf- gch-äwn.

2. Klag«der Heinrich R. gegen Großh. Kreis­amt Friedberg wegen Bersagungdes Wander- gewerbescheins für 1914. Auf mehrfachen Antrag auf Erteilung eines Wandergewerbescheins für 1914 wurde dem Antragsteller, der öfters vorbestrafttit, vom Kreisamt Frredberg ablehnender Bescheid zuteil. Hiergegen hat R. Klage an den Provinziajlausschuß gewichtet. Dieser entschied, daß dem R. der Wandergewerbeschein zn versagen sei.

3. Klage des Johannes Roth VI. zu Berstadt gegen die Gemeinde daselbst wegen Nichtge- ivährung von Allmendnutzen. Kläger hat nach dem Tode seiner Stiefmutter Anttag auf Gewährung des All­mendnutzens bis zum Ende des Kalenderjahres gestellt. Dieser Allmendgenuß wurde dem I. Roth VI. von der Ge­meinde versagt, well er nach den Ortssatzungen der Ge­meinde Berstadt nicht leiblicher Abkomme der verstorbenen Witwe sei. Roth beantragte Entscheidung des Kreisaus­schusses, die dieser im gleichen Sinne traf In der Beru­fungsinstanz entschied der Provrnzialausschuß ebenfalls zu­ungunsten des Klägers.

4. Antrag auf Entziehung des dem Geo­meter 2. Kl. D. zu Friedberg erteilten Pa­tentes. Der Genannte wurde wegen Sittlichkellsver­brechens von der Sttafkammer Großh. Landgerichts G. im vorigen Jahre zu einer Gesängnissttase verurteilt. Das Großh. Kveisamt F. beantragte daraus, das erteille Gev- nreterpatent zu entziehen. Der Provinzialausschuß entschied in nichtöffentlicher Sitzung dementsprechend.

5. KlagederW. SchäferWtwe. zuRodenbach gegendieFürsorgekassefürGemeindebeamte wegen Nichtgewährung von Witwen- und Waisengeld. Die Witwe Schäfer Halle beim Berwal- tungsrat der Fürsorgekass« nach dem Tode ihres Mannes Anttag auf Gewährung von Witwen- und Waisengeld ge­stellt. Dieses Ansuchen war vom Verwaltungsrar ablehnend beschieden worden, da der Verstorbene nur eine anrechnungs- sähige Dienstzeit von nicht ganz fünf Jahren erreicht hatte. Auch die INöglichkeit, daß gemäß Art. 6 des Mrsorgekaffe- gesetzes der Tod des Schäfer die Folge einer Krankheit, Berwuiidung oder sonsttgen Beschädigirng war, die der Ver­storbene in Ausübung seines Dienstes sich zugezogen hätte. >var iricht gegeben, wie die eingeholten klinischen Gutachten unzweifelhaft ergaben. Der Provinzialausschuß hat sich den Ausführungen des Berwaltnngsrats der Fürsorgekasse an­geschlossen und ablehnend erkannt.

Au» Stadt und Laut».

Gießen, 13. Oktober 1914. Verlustliste des Leib-Dragoner-RegtS. Nr. 24. Darmstadt. Gefechte ün Westen vom 3. bis tb. 9. 14 iBouconville, Tharmont, Varremirs, Reviguy und Grandpre).

2. Eskadron. Untervff. d. R. Philipp Gaubatz, Grvß- Biebcrau, Kr. Dieburg, vm. Gefr. Nik. Eckert, Psisslighttm, Kr. Worms, om. Gefr. Friedrich Euler, Kassel, vm. Dragoner Friedrich Zimmer II., Zoderswerer, Kr. Zadau, vm. Dragoner Ludwig Kraft, Nieder-Modau, Kr. Dieburg, vm. 4. Eska­dron. Dragoner Httnttch Sezairnr, Rannhttm, Kr. Groß-Gerau, vm. 5. Eskadron. Dragoner Ludwig Grosse, Darmstadt, om. Dragoner Heinrich ©triftet, Nieder Ingelheim, Kr. Bingen, om. Dragoner Peter Gackrnheuner, Ofsenbach, vm.

Verluste des Feld.-Art.-Regts. Nr. 61. I.Abt. Darmstadt.

Reims am 20. 9. 14.

2. Batterie. Lt. Hahn, schvw. Kanonier Ludwig Jung, Münzenberg, Kr. Friedberg, schvw. 3. Batterie. Jautonier Heinrich wenn, Wehen, Kr. Uiuertamrus, schvw. Kanonier Michael ©ftnt, Brrllenbrmm, Kr. Erbach i. O., ltch.

Feld-Artillerie-Regiment Nr. 25. DarmstaLt.

La Thapelle-Mauruvt und Tuilerie am 8., 9., 14.

2. Batterie: Sergeant Kinzel, Grobnig, lvw. Sergeant Schütz, MbsHausen, lvw. 3. 'Batterie: Kanonier Johannes Walther, Heubach, Kreis Dieburg, lvw. Kanonier Anton Back, Lorsbach, Kreis Höchst, schwvw. Kanonier Gimbel, Arhttlgen, Krtts Dcwmstadt, schwvw. Kanonier Krebs, lvw. Kanonier Ziayka, schwvw. Kanonier Ernst Röhl, Kyritz, Ostpttgnitz, lvw. Stab: Major Kurt v. der Sode, lvw. Leutnant u. Adjutant Hilmar Baron v. der Recke, schwvw. 5. Batterie: Hauptmann v. Tümpling, schwvw. Leutnant der Res. Petersen, schwvw. Kanonier Heinttch Fleckenstein, Ludwigshajen, schwvw.

Kanonier Jakob David Müller I, Neustadt a. Haardt, schwvw.

Kanonier Georg Ziergöbel, Zeilhardt, Kreis Dieburg, schwvw.

Kanonier Jakob Strub, lvw. Gefreiter Heinttch Albach, Hattenrod, Kreis Gießen, schwvw. Kanonier Wilhelm Eber­lein I, Groß Hausen, Kreis Benshttm, schwvw. Kanonier Lud- Iwig Kirschner I, Darmstadt, schwvw. Kanonier Karl Bürger, Rohrbach, Kreis Dieburg, schwvw. Kanonier Silben Müller II, Bocken heim, Kreis Frankfurt a. M., tot. Kanonier Leonhard ©eeger, Affhöllersbach, Kreis Erbach, tot. Unteroffz. Georg Dietrich, Flomborn, Kreis Alzey, schwvw. Vizewachtmeister Franz Riesling, Sasbachtted, Krtts Acheru, lvw. Trompeter Göttlich Hermann Cattns, Dammitsch, Krtts Tvrgau, lvw.

6. Batterie: Oberleutnant d. Res. v. der Malsburg, tot. Unteroffz. Friedttch Hugo Scharffc, Salza, Kreis Hohenstein btt Erfutt, tot. Gefreiter Nikolaus Hvsmann, Vierieheim, Krtts Hepoenhttm, tot. Gefreiter Johannes Henkel, Ofsenbach, tot.

Kanonier Balthasar Schwebet, Obernhansen, Kreis Dieburg, tot. Kanonier Ferd. Anton Witth, Dünschede, Kress Olpe, tot.

Kanonier Friedrich Gcrstner, Ofsenbach, tot. Kanonier Hein­rich Faatz. Slssenhttm, Kreis Fttedberg, tot. Kanonier Lauren­tius Müller I, Neewttler, Krtts Wttßenburg, tot. Kanonier Ernst Wtttzcnegger, Züttch, tot. Unteroffz. Karl Louis, Neu­stadt a. Haardt, tot. Kanonier Albert Kühn, Langen, Krtts Ofsenbach, tot. Kanonier Wilhelm Ludwig Rodenheber, Heppen- httm, tot. Kanonier Georg Ludwig Beck, Bürgel, Krtts Offen* bact) a. M., lvw. Kanonier Heinttch Jakob Kohr, Biblis, Kreis Benshttm, schwvw. Kanonier Hermann Wilhelm Hinze, Han- novtt, schwvw. Kanonier Georg Sielaff, Neu-Wttßensee, Kr. Potsdam, lvw. Kanonier Karl Vogel, Mainzlar, Kr. Gießen, schwvw. Kanonier Georg Seidel, Pfungstadt, Kr. Darmstadt, lvw. Trompeter Sergeant Gustav Ernst Max Willi Schäffler, Alt-Teltow, Kr. Potsdam, lvw. Gefreiter Adolf Heinttch Rostan, Langen, Kr. Offenbach, schwvw. Unteroffz. Richard Karl Hofmann, Groß-Oerner, Mansselder Gcbirgskreis, schwvw. Vizewachtmcister Joh. Hcrm. Gustav Häslor, Jakobsdon, Krtts Liegnitz, schwvw. Kanonier Johann Grün, Tiesenthal, Krtts Alzey, schwvw. Kanonier Willi Schmidt I, Bieber, Kr. Geln- hausen, schwvw. Kanonier Ewald Anton Bückenbender, Werthen- bach, Kr. Siegen, schwviv. Kanonier Peter Wilhelm Klein, Proschhausen, Kr. Ofsenbach a. M., lvw. Kanonier Karl Heister, Michelstadl, Kr. Erbach i. O.. schwvw. Gefrttter Philipp Kratz, Dudenhofen, Kr. Ofsenbach a. M., lvw.

Feld-Artillerie-Rrgiment Nr. 61.

La Corrette am 1., Olizy am 2., Billers-le-See am 6 ., Sermaize am 9. und Parny am 10. 9. 14.

Stab, Darmstadt: Ober-Musikmeister Mathias Weber, Cöln a. Rh., lvw. 4. Batterie: Oberleutnant Hans Zaeper- nick, Karlsruhe, schwvw. Leutnant d. Res. Curt Gebhard, Elber­feld, tot. Unteroffz. Philipp Nioolai, Ober-Mörlen, Krtts Friedberg, schwvw. Gefreiter Wilhelm Eisenhuth, Burkards, Kr. Schotten, schwvw. - Kanonier Karl Hansel, Darmstadt, schwvw 5. Batterie: Leutnant d. Rtt. Karl Techmer, Mannheim, tot. Kanonier Franz Trautzer, Mainz, verm. Kanonier Robert Joseph Beltmann, Mannheim, low. Kano­nier Philipp Jhl, Obtt:-Wöllstadt, Krtts Fttedberg, lvw.

6 . Batterie: Kanonier Alfons Gttrhos, Wehttngen, BezirkZ- amt Schwalmrünchen, vw. Leichte Mnuitionskvlonne: Fttedr. Wllh. Jansen, Mainz, schwvw.

*

** Ritter des Eisernen KrenzeS: Augenarzt Dr-Phllipp Schmitt in Darmstadt. Sepgeomt KarlFran k von Langwasser bei Ulrich stein vom 61. Art.-Rogt. Leutn. d. R. im Res.-Jnf.-Megt. 116 Rechtsanwalt Warnke von Marburg. Hauptmann im Leibg.-Juf.-Rgt. 115 ^:hr. von Stein von Darmstadt. Leutn. d. R. im Hess. Gärde-Dragp- Regiment Nr. 23 Ernst Weber. Feldpostmeister des 18. Armeekorps Dr. jur. Redecker. Oberposttnspektor von der Obcrpostdirektion Frankfurt a. M., dem zugleich die hessische Tapserkeitsmedaille verliehen wurde. Oberlt. A S ch neider, Führer des Divisious-Bribken-Drains. Referendar Dr. Dietrich, zurzeit als Ordonnanzoffizier beim Stabe der 2. Abteilung Res.-Feld-Art.-Regts. in Mainz. Leutnant Waller Mülker im Jnf-Regt. 118 von Bod- Nauherm. Major Gudewill in Friedberg- Heinrich Löb, Feldwebel im Jnf.-Regt. 115. OberA. Jufti (1. und 2. Kl.) aus Marburg. Unteroffizier Schupp, Maschinew- gewehrkomp. Jnf-R^t. 116, aus Bellersdorf, v. Dnkff, Komm. General des 8. Armeekorps, früher im Juf.-Rgt. 166 in Hanau. R. Weidenhammer, Hauptmcmn im Jnf.- Regt. 70 (früher 166). Georg Si e b e r t, Leutn. im Kais. Frellv. Autokorps. Einj.-Unterofsizrer D a s ch vom Jnf.- Regt. 88. Richard Krug, Unteroffizier d. R. im Feldart- Regt. 61. Kunstgärtneret-Geschäftssiehrer Adolf Both aus Hanau, Vrzefeldwebel d. R. im Res.-Jnf-Regt. 88. Ilnter- osftzier beim 9. Fnßart.-Rgt. Ernst Pölitz aus Sttnr. Haupt­mann Staubesand vom Jns.-Regt. 118. Leutn. d. R. und Seminaroberlehrer Biskamp ans Ufingen. Hugo S töckler aus dem Missionshaus« in Limburg, Schütze bei der Maschinengenehr-Komp. Jnf.-Mvgt. 87. Hautztm. d. R C. Deidesheim er in Limburg. Oberlt. im reitenden

7. Feldjäger ko rps und Lehrer an der S£gt. Forstschule in Hachenburg Fvrstaffessor Wallmann. Kgl Forstaufteher Richard Schneider III. vom Jägerbat. 11 aus Dexbach. Leutn. Baron v. d Recke, Adj. tm Großh. Art.-Korps, und Leutn. v. d. Recke, Adjutant im Leibgarde-Jns -Regt. 115. Ingenieur Wilhelm S t o y in Darmstadt. Divisions-Fnterr- dant der 21. Div., 18. Armeekorps, B. Röder. Leutnawt A. M eckel vom Fnßart.-Rgt.3 (Mainz). BizefelLwebel der Reserve W. Witte, Gardcpionierbat., ans Wetzlar. Her­mann Weil, Unteroffizier d. R. im Reserve-Jnanterie- Regiment 116. Lt. d. R Hans Reiber (nicht Reeder) vom Res.-Jns.-Regt. 60 aus Gießen.

Die öffentlichen Arbeiten in unserer Stadt haben jetzt verstärkt eingesetzt und geben zahtveichen Ar- bellern teilweise auch über den Winter Arbell und Brot. An der Erbauung des Gefangenenlagers auf dem Trieb wird mit aller Kraft gearbeitet. Au der Um­gehungsbahn wird an der Main-Wcscrstrecke auch während des Krieges weiter gearbeitet. Das dtttte Los, das Mittelstück der Strecke, ca. 500000 Klm. Evdarbeiten und verschiedene Unterführungen, darunter die große lleber- brückung der Frankfurter Sttaß«, ist jetzt an die Unter-, nehmerfirma Ernst Pack-Lethmate übertragen, für welche die Hoch- und Tiesbangesellsckiaft Winn u. Co. die Mauer­arbeiten aussschrt Die Arbeiten sind bereits in Angriff genommen und sollen bis zum Frühjahr fertiggestellt wer­den. Me Stadt Gießen hat der Firma Äbermann ju. Wing die Herstellung der Kanalisierung für die Ver­längerung des Wetzlarer Wegs übertragen, woran eben­falls bereits geschafft wird.

Landkreis Gießen.

kl. Lollar, 11. Okt. M. med. Karl Nordmann von hier, zurzell Oberarzt im Pionier-Bataillon Nr. 25, hat das

EiserneKreuz erhalten. Den Heldentod fürs Vaterland st a r b e n bis jetzt aus unserer Gemttnde: Ludwig Müller IV., Reservist im Jnf.-Regt. Nr 116, 7. Komp., am 22. August bei Anloy; Httnttch Römer, Gttrttter im Rtt.-Jns.-Rgt. Nr. 116, 6 . Komp., am 24. September und Otto Müller, Jäger im im II. kurhttsischen Jäger-Batalllon, Marburg, 4. Komp., am 17. September.

Kreis Wetzlar.

^ Duleiihoien, II. Okt. Die Ovlerwilligkeit ist in unserer Gemeinde lorigesetzt groß. Bis jetzt wurden 1957 Eier^ 128 Plund Butter, weit über 100 Brote. 11 Körbe Obst, 18 Töpfe Zmetschenbonig, Gelee, Speck, Fett, Dauerwurst u. s. l. an die Lazarette in Wetzlar und Gießen geliesert. Dazu haben fieißige Frauenhände eine Menge wollenes Unterzeug für die Truppen ist Felde ««gefertigt. Erfreulich war die Barsammlung, die 1450 Mk. ergab.

X Kinzenbach, II. Okt. Für die Lazarette der Kreis­stadt Wetzlar sind hier 18 Körbe Birnen und 17 ZenMer gepstückte Aeplel abgejchickt ivorden, letztere durch Vermittelung deS Obst» und Gartenbauvereins.

g Griedelbach, 11 . Oft. Die Sammlung für das Rote Kreuz ergab hier den schönen Betrag von 441,10 Mk.

rv W e i d e u h a u s e n, 11. Okt. Gemeindevorsteher H ö l ß ist als lolcher » e » g e w ä h l t und bestätigt worden.

Märlte.

Gießen, 13. Okt Marktbericht. Aul den, heutigen

Wochemuarkte kostete: Butter das Wund 1,101,20 Mk.: Hühner­eier I Stück 1112 Plg., 2 Stück 00 Pig.: Enteneier 1 SL 0 Pig.,

2 St. 00 Pig.: Gäuseeier 1 St. 0 0 Pig., 2 St. 00 Mg.: Käse

das Stück 1012 Plg., Kasematte 2 Stück 5 6 Ufg.; Tauben das Paar 1,0»1,40 Mk., Hühner das Stück 1,503,00 Mk Hahne« das Stück 1,50 - 3,00 Mk., Enten das Stück 3,804,00 Mk., Gänse das Pld. 75 80 Pig.: Welsche 4 5Mk.: Ochjensleisch dasPld. 689« Psg'. Rindsteisch das Pluud 90 94 Psq., Kuhfleisch 80 Psg., Schweine- Neisch das Wund 70-8696 Wg, Kalbfleisch dasPld. 80-84 Plg, Hammelfleisch das Pjund 7096 Psg.: Kartoffeln das Plund

3 Psg., Weißkraut das Stück 815 Plg.: Zwiebeln der Ztr.

8.00 10,00 Mk.: Milch das Liier 22 Psg.: Aeplel der Zentner

816 Mk.; Birnen das Plund 815 Plg, Nüsse 100 Stück 40;>0 Plq, Zweischen der Ztr. 1012 Mark. Marktzeü vov 8 bis 2 Uhr.

lc. Frankfurt a. M. Schweinemarktbericht vom 12. Okt. Aulgetrieben waren 3020 Schweine. Dollfleischige Schwttne vo« 80 bis 100 äg Lebendgewicht 60.50-62.68 Pik.. Schlachtgewicht 8.8880.00 Alk., vollfleischige Schweine unter 80 Iio Lebendgewicht

60.00 62,00 Mk., Schlachtgewicht 77.00- 79.00 Mk.: vollfleischige Schweine von 100120 kg Lebendgewicht 61.0062.50 Äck, Schlachtgewicht 78.0080 Mk.: vollfleischige Schweine von 120 bis 160 Kg Lebendgewicht 61 J00 62.50 Mk, Schlachtgewicht 7830.00 Mk. Geschäft ziemlich rege, Ueberstand erheblich.

lc. Frankfurt a. M-, 12. Okt. tOrig.-Telegr. desGieß. Anz.-- Slmtliche Notierungen der heutige» Fruchtmarktpreise. Weizen ihiesiqecs Mk. 28.2526.50, Kurhesuscher Mk. 28 50 - 00.00, Wetterauer Mk. 00.00 - 00.00. Roggen lhiesigeej Mk. 23.00 - 23.25, Gerste lWetterauer) Mk. 23.0024.00, Gerste, Franken, Piälzer, Ried Mk. 23.00-24.00. Haler Mk. 22.75-23.00, Dlais Mk. 00.00- 00.00, Weizenmehl 0 Mk. 00,00 -00.00. Weizenmehl I Mk. 00.00 -00.00, Weizenmehl III Mk. 00 00-00.00, Roggenmehl 0 Alk. 00.0000.00, Rogqenmehl 0/1 Mk. 00.00-00.00, Rogqeninehl I Mk. 00.00-00.00, Weizenkleie Mk. 0.00 - 0.00, Weizenjchalen Mk. 0.00 -0.00, Roggen- kleie Mk. 00.00 - 00.00. Malzkeiine Mk. 00.00-00.00, Biertreber 00.00 - 00.00, Futtergerste Mk. 00.00 - 00.00. Alle? per 100 kg ab hier.

Atrchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinde.

Morgeiy Mittwoch, den 14. Oktober, abends 8 Uhr: LttegS- bctstunde in der Johanneskirche. Pfarrer Be cht o l s h e i m er.

Verantwortlich sürFeuilleton",Gcttchtssaal" u.Vermischtes"^ I. B.: August Goetz.

Amtlicher Teil.

Bekanutmachung.

Sämtliche Verwundete und Kranke, die vom Kriegs­schauplatz, aus Heil- und Kuranstalten oder überhaupt vo« auswärts nach hier und dem Landkreis Gießen zurückgekehrt sind oder noch zurückkehren und sich nicht in einem der hie­sigen Lazarette befinden, haben sich sofort bei dem Garnisow- kommando persönlich an-und demnächst wieder abzumclden; nicht marschfähige schriftlich.

Die Meldung muß enthalten: Namen, Truppenteil, Da­tum der An- bezw. Abmeldung, Wohnung und bei Offizieren, ob Bursche mitgebracht. Unterlassung der Meldung wird bestraft.

Die G.arnisonkommandantur.Gießen.

_ gez. Chälons, Oberst.

Bekanntmachung

die lleberwachung der verwundtten und erkrankten Milllärperstm»

bettefsrnd.

Jeder in eine Privatpflegestätte, sei sie groß oder llein, über­wiesene vcrwundtte oder kranke Angehörige des Heeres oder d« Mattne ist von dem Inhaber der Privatpflegestätte (Leiter oder Haushaltungsvorstwid) innerl>aIL 24 stunden bei der OrtS- polizeibehörde unter Angabe des Namens der Millläv- person, des Truppentttles und des Lazarettes, aus dem die Militärperson überwiesen ist, anzmnelden. Eine Abschrift dieser Meldung ist von der Ortspolizeibehörd« umgehend dem zuständigen Bezirkskommandv zu­zustellen.

Die aus Antrag von Angehörigen erbetene Ueberführung Ber- nmndeter oder Kranker in dtt Heimat ist als Ueberführung in eine Pttvatpslegestätte zu bttrachten und naä> den vorstehenden Grundsätzen zu bchandttn. Derartige etwa in der ttgenen Familie untergebrachte Militärpeffonen sind nack» den votttehenden Grund­sätzen ebenfalls bei der Ortspolizttbehörde anzumelden, die in der vorbezttchneten Wttse zu verfahren hat.

Gießen, den 10. Oktober 1914.

Großherzoglickies Kreisamt Gießen.

Dr. Using er._

Bekanntmachung.

Ter Hanseatischen Vetticherungs-Slltien-Gesellschast von 1877 zu Hamburg ist durch Entschttdung des Kaiserlichen Auffichtsamts für Pttvatverffcherung vom 25. Slugust 1914 die Erlaubnis zum Gttchästsbetttebe der Feuer-, Einbruchsdiebstahl- und Wasser- ltttungsschäden-Versicherung im Deutschen Rttche erteilt worden.

Gießen, den 12. Oktober 1914.

Grobherzogliches Kreisamt Gießen. _ Dr. U f in 9 e t. _

Bekanntmachung.

Wiederholt hat das Reichsgettcht die Vervilichtung der Eigen­tümer von Grundstücke» reftfleftellt, die Toreimahrten, Hose, Haus­flure, Gänge und Treppen, sofern und solange dieselben jedermann zugänglich sind, >vährend der Dunkelheit ko auSrttchenü zu beleuch­ten, daß die daselbst verkehrenden Personen der Gefahr der Beschä­digung nicht ausgesetzt sind.

Tie glttchc Verpflichtung liegt namentlich auch den Inhabern von Fabttken, gewerblichen Anstalten und Slrbeitsstätlen, von Ver- gnügungs-, Versammlungs- und Schankstätten (bei letzteren insbe­sondere auch hinsichtlich der Bedürfnisanstalten) ob.

Pilichttvidttge Unterlassung der Beleuchtung würde, falls hier­durch jcmaich in Schaden kommen sollte, die Entschädigungspslicht, sowie die strafrechtliche BeranNvortlicksteil begründen.

Gi en, den 10. Oktober 1914.

Krvßhcrzogliches Polizeimill Gießetz,

S>. e m «j e 1 1> e.