Ausgabe 
13.10.1914
 
Einzelbild herunterladen

I? Verleihung erfolgt alljährlich an Weihnachten. 2. Die Jtntl e }iit Verleihung sind von der gewerblichen Korpvratton. »e» - Arbeitgeber angehört, bei der Handwerkskammer zu Darm-

is spätestens I November I, I. einzurerchcn, 3. Den An- träc* ist ein ausführlicher Lebenslauf des zur Auszeichnung i^ori chlagencn. sonne ein von dem Betriebsinhaber ausgestelltes, erts« izcilich l>eglai,Ingres Arbeitszeugnis, das gleichzeitig den n act-te der 2d;übrigen ununterbrochene» Dienstrett in ein nni»t inselben Betriebe enthaletn muh, somi« ein von der Polizei brch-ö misgcskelltes Leumundszeugnis beizuschsteßen

Das llnion-Theater, Srlbersweg, bringt in seinem , «U'i Programm den DreiakterUm Mitternacht". ein Schauspiel * llten, sowie das neurskr o»m Bäkkerkrie,, 15)14. Heute und , rom i sind 2 AuSnahoirrage Wir verweisen aut das heutige Zpffl t.

Polin a chrich» Es ,',nd ne» festgestrlll worden die U ch nu n gs ve r l, äl t n isse für Postanweisungen nach < o ti der Franken Währung (Italien. Schwei,sw > aut . 87Mk, nach Rumänien mit lOOLei 87 Mck.ach . ederlandei, und den niederländischen Kolonien aut 100 Gut- hM,l86Mk. »ach Dänemark, Schweden und Nvrivegen aut <0 r>ncn 114 Mk. nach den Vereinigten Staaten von Ame- Lg ad nach Cuba »ui 100 Dollars -- 440 Mk Landkreis «Hinze«.

Lollar, 12 . Okt. Unter grober Beteiligung der We­tz -i wurde bruie der Mi seiner Verwundung gestorbene 26,adrige L'j m Riedel, Rrieroitt im (Inf Regt Nr 116, zu ßtabf (fine tzlbordiuinq dicies Regimentes nud der hiesig« ä rverrin mrt Muirk und um'Iortcr Falwe waren erschienen.

" erstorbene hatte bis zu dem Tage seiner Verwundung 13khe- I und Schlachten glücklich überstanden.

Mainzlar, 11. Okt. Leute brachte man aus unserer

- eide 72 Toeinenkuckg-». irisches »nd gedörrtes Obst, ltzemüie, 3 rmgemad t« diurkeil. Sveisekürbiffe ustv nackGießenals

esgaben. wo dieselben in den verschiedenen Lazaretten t wurden Außerdem ivurden bei der Zammelstrlle Aster- 20 Hemden und 43 Paar Strümpfe abgeliesert. An «Held M n in unserem Orte sür das Rote Kreuz dis jetzt 950 Mark im vielt. Demnächst soll von hier ei» größerer Transport j (gaben abgehen.

I Weitershain, 12. Off. Fleißig regen sich hier die I zur Anfertigung von Liebesgaben eür unsere Feld- I ,i An fertige,i Sachen wurden gesammelt und abqeschickt > emdrn, 46 Paar Strümpfe. 64 Bettücher. 96 Handtücher.

1 ttdnken An Geld sind 1264 Mark für das Rote Kreuz ein- n,en Den Heldentod sind bisher 5 Söbne unseres Ortes

- >en.

KrriS Lonkerbach.

l Nieder MooS.1l.Okt Bäckermeister Paul H e i tz e n< r vor hier, der als Bizeseldwebel der Reserve zu dem In» ic-Regimeiit Kaiser Wilhelm Nr. 116 einberufen wurde und e seiner Verwundung durch Baionettstich eine-) Franzosen

S S - einige Tage zur Erholung hier weilte, hat das Eiserne Kreuz !S en. Auf einem Patrouillengang, den er mit drei Kameraden .1 ?, tauchte plötzlich im Dolde ein weit überlegener Feind vor H aus. Um »>chi gefangen zu loerden. ging die Patrouille wikschlossen zu einem verzweifelten Angriff über. Nachdem

B «leibe von Franzosen kampstinfähig geworden war, entiloben 'deren Bei dein Handgemenge hatte Heitzcnrödcr einen Stich r Oberschenkel bekommen.

^ Stärkend» rg und Rstrinhessen.

,. Aus R h e i n l, c s s c n , 9. Oll. Die Ditterunq war nd der letzten Woche, von einigen Ausnahmen abgesehen, für eise der Trauben recht günüig. Die Reise konnte gute chritte machen, so dis, vereinzelt mit der Lese der Spatrottrau» gqonnen wurde. (Im allgemeinen wird noch mit der Lese der n Trauben gewartet werden, was den Winzern auch nur cmp- werden kann Vorlesen werden sedoch vielfach vorgenommen » iiiüssen, da sich die Saueriäule der Beeren stark bemerkbar Der Früliburgiinder und der Portiigieserberbst sind fast ll zu Ende. Das Ergebnis war der Menge nach durchweg ng, dieGüte war dagegen überall recht zufriedenstel- Aehnlich wird auch das Ergebnis des Weißherbstes werden, Ausnahme einiger Gemarkungen, in denen mit einer gröberen ,e gerechnet werden kann, wird das Mengrergebnis durchweg g sei». Bor allen Dingen ist dies auf die ungünstige Witterung -nd der Blütezeit z»rückz»sübren Dann aber hat auch der rwiirm gröberen Schaden angerichtet, der vermieden werden c. wenn es nicht infolge des Krieges an Arbeitskräften zur »sübrung der Nikotinbekämpsung dieses Schädlings gemangelt Geschäftlich ist es durchweg still. Ter Traiibenverkauf Mäh­der Lese läßt manches zu ivünschen übrig. Es mangelt an ge rder Nachfrage Tie kür die Tranlien angelegten Preise können rt meisten (fällen als gut bezeichnet werden. In vielen Gemar- n hat sich aber rin fester herbstpreis noch nicht bilden können.

Hessen Nassau.

I Marburg, 12. Okt. Dem Professor der Rechte, Hanpt« »: der Reserve Franz Leonhard, der zurzeit als Berwun- » hier nnilt, wurde das Eiserne Kreuz verliehen.

1 -m. Kirchhain, II. Okt. Tie militärilche Bor itnng der Jugend ist nun im ganzen Kreise Kirchbam näßig organisiert »nd überall haben sich Ireiwillige Heller ,» (D ii vaterländischen Werke gesunden. Tie Gemeinden sind bezirks ziilamniengklegl und nsierorts sind di« Ilcbilngen von der rd irisch und begeistert aiisgenommen ivorden.

,. Bad hombnrg v. d. h.. 12. Okt. Prinz Oskar von ii sie», der sich seil 14 Tagen krankheitshalber hier zur aushielt, ist wieder vollständig bergestellt und hat sich dem 1 r zur Dienstleistung im Heere zur Verfügung gestellt.

J r Limburg, 12 Okt Tie fortgesetzte Steigerung der »I toffclpreise hat die Verwaltung des hiesigen Gekan 4 ilagers veranlaßt, von heimischen Händlern keine Kartoffeln

W rufen, sondern den gesamten großen Bedarf für die gefangenen ger zu wesentlich niedr,gcren Preisen aus Mitteldeutschland J ecken

Jf> Weißkirchcn i T., 12. Okt. De,- zwölfjährige Scdüler 2 eich Härtling machlc seinem Leben heute früh durch Er jeßcn ein Ende. Was den Jungen in den Tod getrieben hat, rl tc noch nickt iestgestellt werden.

I FE. h ochhei m a. M., 13. Okt. Der weit imd breit bv ^ te und stark besuchteHochheimer M a r k t" wird dieses ' infolge der Kriegslnirren ein reiner Pferde-, Rindvieh- Kronrviarll sein Alle Lustbarkeiten sind unter t Ter Markt findet am 9. und 10. November statt.

WTB. 31? ke« hoben, 12. Cft Die L a n d e ' v e r s i ch 0 5 qm ft oft Hessen - Nassau svendete 10000 lvlark II. und IG000 Mk. dem 18. Armeekorps zur Beschaffung von lachen lür die im sielde stehenden Truppen, sowie 10 000 Mk. (! Ostpreußen zur Bckämvluna dort au«tretender Seuchen. ^Ten W iten Kassel >uch Wiesbaden ivurden je ^00000 Mk der Stadt Zn» »nd dem Ederkreis 100 000 Mk. Darlehen zur Ermöglichung NotstandSarbeiteu gewäbrt.

Universitäts-Nachrs^ten.

klk. I r a n k > » r , <i. M 12. Okt. Zum II n i o » r s i t ä t S. 1 1 t e r a» der siranklurter Unipersität wurde der OberlaudeS- t chtSrat Artbur K a d g t e » vom dortigen Oberlandesgericht i uiamtlich ernannt.

Amtlicher Wetterbericht.

Oeffentlichcr Wetterdienst, Gießen. Wetteranssichten in Hessen am Mittwoch, de» 1«. Okt. 1014: di eckt, zeitweise Niederschläge, mild, südwestliche Wind«.

Letzte Nachrichten.

in vnssischer Panzerkreuzer vernichtet

(WTB.) Berlin. 13. Okt. (Amtlich.) Ein russischer ,, nzerkreuzer der Kajan-Flolte itz am 11. Ollober vor dem

finnischen Meerbusen durch einen deutschen Torvedoschutz zum Sinken gebracht.

Der strllvertretcnde Cbes des AdmirMabcs. gr z. B e b n i t.

(AM) Berlin, 13. Okt. (Nichtarutiich. Nack) den uns vorlirgendeni T>1eUram«en verbreitet kne russische AmKickze Telessraphenaorntur Lu Vene amtlich gemeldeten UrrtergruiH des russiichien Pan^erkrenser? solgende N«chr,ckzii Rin 11. Ok- tvder, 2 Uhr ii-chmgtdeKo s>mch russischer (teu), ggnssen jcint»- liche Unkerserbi>»re »#u iieiion ans«re ^»,«>!)|aal66a, di« in der Osts«« «ns Aorp-ssten nmrcu, ««. ^ Obgleich dre Kreu- fftr sofort ein starlee Lrtrllerreseuer eroffueteu, gelang cs gleick'wohl etire»! Untrrfeebrwd-Torpedcv gegen die Bazan zu jchreßen Aus dieser entstand erire Erplojim, und der Kreu­zer sank i>»t seiner ganzen Besechrmg sesekrocht in de« T»eje.

Dir Saiierin in Homburg.

Berlin, 12. Okt. (WTBc Ntchramtlrch.) Tie Kai­serin hat sich heute abend zum Bc'such des Prinzen Oskar und einiger Lazarette nach Schloß Homburg vor der hohe begeben. Die raiserin iraj, n»,e uns soeben geineldet wird, heute morgen 8 Uhr in Hvinbur^ ein.

Dir Lagr auf drm nordiorftllchen KrieOsschanptah.

Amsterdam, 13. Lkt. (WTB Nichtamtlich.) ,,Tele- graas" meidet aus Sos van Aent: Ein Zeppelin ist am Sonntag über Oudenaarde bemerkt worden. Er kani von Depze her. flirun Ulanen erschienen in Renaix, durch­suchtem den Bahnhof und ritten auf Kvrtrmt weiter. 500 Deutsche haben die Nacht in Sotteqem zngebrackst und zwei Ba-Hnbrsteten in die Luft gesprengt.

Dir Staatshilfc für Arbritc-lofc.

(VTB.f Berlin. 13.Okt. DieNordd. Allg. Zig" schreibt in einem Artikel über diestaatliche A rb c i t s- losensürsor ge" u. a.:

Bereits heute ist irsvusteilen, daß gegenüber »der Zeit z» Anfang des Krieges die ZaA der Arbribslosen fick; vernrgndcrt Hot. Unter voller Anerkennung der verbeenfslüven Mivrnrkung von Konrnrnnr» »nd Privaten kann gesagt werden, daß die letzt schon MSbare Berinr»der>««i der Arbeitslositzklüt auch zum nicht geringen Teil den iorrkfainen Mafmahmen der Reiche- und Staats- bebörden »u danken ist. Unbedingt mufft- mich muß der körund- satz fcstgebalten werden, daß, soweit irgend möglich, den Arbeits­losen nicht durch unmittelbar« Unterstützungen, sondern durch Arbeitsgelegenheit geholfen werden muß. Wird sich »referKkrundjatz auch nicht überall und sitrbieganze Kriegsdoucr in idealer Weife durcknühreu lasten, so wird ihm doch bis pir Grenze des Er-reichbaren gcholgt werden »Äsen. Osegenüber dein anjängl>chen Bestvebeu, »ie Eiiibtingung der Ernte der Setnifjugend aiMiweisen, brachte die im Reichsamte des In­nern unkergebrarhte Reichszcutral« für Arbeitsnack>- weise 12000 Industriearbeiter in der Londeinrt- schast unter. Den Militär- und Marinewcrkstättcn

wurden Arbeitskräitc verniittelt, ebenso in den Betrieben, die mit der Lieferung von Kriegsmaterial beauftragt waren. Die Arbeits­losen der Kalibergwerke ivurden in den oberschlesifchcn Hütten unter­gebracht. Ten landnnrtfchasllichen Betrieben sind technische Ar­beiter aus der Industrie überwiesen worden

Aus dem eroberten Antwerpen.

Amsterdam, 12. Oktober (WDBl ,^)andelsbl<rd"

meldet aus Anttverpen vom 10. Oktober, Die Straßen sowvhl der ärmeren als auch der wohlhabenden Viertel, den Kais entlang und am Hafen sind allesamt leer und einsam. Sehr wenige Menschen wagen sich hererus; sie schleichen vorsichtig an den Hausern entlang und kehren möglichst rasch heim Nur im Zentrum der Stadt, mrf dem StadthaiSPIatz, lassen sich einige Bürger sehen, die aus Neiegier den Mut finden, den Deutschen unter die illugen zu treten^ aber sic sind zu zählen. Die Straßen sind so ver­ödet, daß die deutschen Automobile sie ohne Huperrsiginalo durchflieyen. Alk« Läden sind geschlossen außer wenigen kleinen Kaffeehäusern am Stalkthmis- platz. Eine große A^hl von Bränden, die durch die Be­schießung entstanden sind, nahm durch die Abwesenlieit der Bewohner einen größeren Umsang an, da niemand zum Lüsckien da >rmr, ein Grund mehr, die unnötige Auswande­rung .zu IwHage». Sie ist aber erklärlich, da versichert wor den war. daß die Sbadt bis zum letzten Stein verteidigt werden solle. Aber davon war keine Rede. Freitag früh ging der Bürgermeister De Vos mit einer weißen Flagg« in das deutsche Lager, um zu hchitulieren. Es war eigen­artig, daß gleichzeitig eine deutsche Mordnunig mit iveißer Flagge nach der Stadt zu ging. Beide kreuzten einander. Erst nachmittags 3 Uhr wurde ein Ergebnis erreicht. Gleich darauf zogen die Deutschen in die menschenleere Stadt ein. Sic beschädigten nichts in der Stadt. Die Polizeibeamteir dürfen bewasfnet einl)ergehe». Deutsche Soldaten halsen beim Löschen des Brandes.

Englands sauersüße Mene.

(WTB.) London, 12. Oki. Nichtarntlich Der Korrefpon dcnt derMvrning Post" in Antwerpen erzählt! Die Belgier iaben schon am 2. Okwber die Ilcbcrgabe der Stadt sür imvcrmcid- lüh an. faßten aber neuen Mut, als am Morgen des 3. Okwbcr die Mitteilung kam, daß englische Hilfe unterwegs sei. Die englischen Marineioldaten, die am 4. Oktober ankamen. nachdein sie die ganze Nacht lnndurch gereist waren, bezogen sofort auf dem am stärksten gefährdeten Punkc de, L i e r Stellung. Zufanimen mit später angekvmmenen Verstärkungen widerstanden sie den schlimm­sten Angriffen, n>ährend sie einem siirchtbarcn Artillericfeuer: ausgesktzt waren. Die Deutschen täuschten die Belgier durch eine Li st und waren dadurch iiiistandc, die Stellung bei Lier zu umgehen, wodurch der Rückzug dieser Stellung unver­meidlich wurde.

Die Besetzung »an Antwerpen hat in «Higland einen großen Ein­druck gemacht.Times" schreiben! Der Fall Anttverpens wurde in London als unvermeidlich bedauert, die Nachricht davon aber mit Fassung ausgenommen Ter moralische Eindruck des Ereignistes ist bedeutend, besonders iveil die Regierung vorher den furchtbaren Cbarakter der deulschen Angriffe verschwiegen batte. Ter Besitz Anttverpens erhöbt für die Deutschen die Möglichkeit, wenn sie aus Frankreich verkriebki« werden, den Krieg in Belgien anstatt in Teittichland fortzuletze» Antwerpens enogültigcs Schicksal bäug, von den, Glück der britischen Truppen im Felde ab.

Dos Befinden di San Giulianos.

(WDB.) Rom, 13. Okt. Di San Giuliano emvämg gestern nachmittag die Sterbesakramente. Danack» brjchä)- ttqie er sich mit Dienstangelegenheiten und verlangte Zeitungen zu lesen.

Der Zusammenbruch des russischen Angriffs.

(WTB.) Wien, 18. Okt. (Nichtamtlich.! Für den Zilsammen- bruch der russischen Osseniioe gibt der Krieqsberfchterstattcr der Neuen Freren Presie" folgende-? an: 1. das schlechte Wetter, das in der vorigen Worbe die Tlüste zu uniiberwuiblichen Hinder­nissen und die Straßen ,u Kottümvfen machte: 2. die C yolera, die bei den Russen furchtbar wütet; 3. die kolossalen Schweertg« k e i t e n b-"» Munitronsersatz und dem Nachschub Die rnsiische Armeeleitimo hatte fest daraus gerechnet, die österreichisch? Arme« beim ersen tzsnsturm zu vernichten und hatte daher alle »""bggbene Munition gesetzt. Der Nachschub wurde aber jetzt '»»»»glich

Alle Muvttn»nsdevots sollen erschöpft >e,n Dir Scktaasien ch Ostsaliztcn brachten den RÄsen schwere EnttöNschimge» Ihr

.Kriegsplan ist dadurch vollständig Wer den Hirnen gewvrtkrr

werden.

Für die Kriegslage an der ostpreußischen Grenze ist bemrrtens- wert, daß die Russen die Tatsa che zu geb-en, daß die Deutschen ihre Positionen halten und daß die Lage miveräudert fei. Das bedcuiet mir oem Hinweis auf dir Ver w e udm ig der deutschen Kseubahnen, daß der neue russische Einfall in Ostpreußen ab­gewiesen wurde.

Das siegreiche Vorgehen der Oestrrreicher.

(DTB.) Wien. 12. Okt Mittags. Nkchtcmttsich.! Amtlich wird »erlautbart: llnferc OErnsive erreichte imter viesfaclum, für unsere Trupven durchweg siegreichen Kümpfen den Sau. Der Entsatz der Festung Przcmpsl ist vollzogen Nord- lichund südlich der Festung werden die Reste der feindlichen Einschlie­ßungsarmeen Migegriffen. Iarosiaw und Lazaysk sind i n nn se r m Be si tz. Von Sienicm» geht rm starker Feind zurück. OcBich iw» Piwrow ichrritrt unser Angriff gleichfglls vorwärts. Zn Rnssisch-Palen wurden alle Berlucku starker russischei Kräfte die Weichsel ans and südlich JLvangorod zu überschreiten abgewiejen.

Der stellvertretende Chef des Generasstaks: v. H ö f e r, «tzeneralmagor.

Amtlicher Teil.

Betr.: Verwerfung von Walderzeugirisicn zur Eryalttmg der Brehdestände

An die Grvßh. Bürgermeistereien der L«mdgrmeinden des Kreises.

Ter gegenwärtige Krieg stellt an die LeistungSsäkngkeit der Landivirtsck-ast gnßerordentlich große Archocheningen. Es gilt setzt, alle Kräfte anzuspennen. um die Ernährung von Heer und Bell ans eigenen Rütteln sichrzustellen. Wem, anck; die Ernte bo< friedigend ausgefallen ist und zurzeit Futter sür die Viehbestände reut,lick, um Bersiigung stebt. so ist es doch ein siKIw! der Vor­sicht, nicht nur mit dem Vorhandenen iorgsäs-tig ltziiisznholten, sondern auch Mttel und Wege achzuiuchen und zu gebrauchen, die geeignet sind, genügend große Futtzervvrräde süv künstigenl Bednri aiiszickpeichern und alle ßandbauerzcugnisse, die firv die menschliche Ernffhrnng geeignet sind, dreier ziiMsühren. Auch für Kmftsitttepmittel, dir scrkhcr vom Auslände bezogen wurden, muß geeigneter Ersatz beschafft werden.

?lls solck-e Ersatz- und Ergäiizungssnttrrnrittrl kommen gewiss« Woldrrzeugnissr und in diesem Fuhr« besonders die in einzelnen sisegende» widfirl! cmiollenden Eicheln in Betracht. Es ist des­halb wichtig, daß in den sisemarknugen. in denen Eichenbestände vorhanden sind, geeignete Maßnahmen »rm Sammeln der Eicheln und zu ihrer Verwendung als Futtermittel getroffen werden.

Soweit Toinanialwaldimgen in Betracht kommen, hat OKoßh. Ministerruiir der Financen, ksisteiliing für Forst- und Kanreral- verNMiltniig die Großh Oberiörstereien angeiinesen, gegenüber den Wünschen der Viehhalter, besonders auch der Besitzer mm Klein­vieh. weitgehend eiirgegenzukonrmrn. Hmsichtlich der Gemernde- waldungen wollen Sie baldigst entsprechende BesMüsse nach Bc- nehuien mit den lffroßh. Oberförstereien veranlassen. Wo standes- beri-schgistliche Waldungen sür das Sammeln von Eicheln in Be- trackst kommen, wollen Sie geeignete Schritte bei diesen Verwal­tungen alsbald nmernehmen.

Znm Sammeln der Eickukn können in erster Linie 'Jchiilkmder unter Aufficht von Lehrern venm-nbet iorrden. Es dürfte sich ober auch, falls für die gesammelten Eicheln eme angemessene, nach den örtlickwn Verhältnissen fcstzusetzende Vergütung gewälwt ivird, die Möglickzkoit zu mäßigem Arbeitsverdienst für Bedürftige ergeben.

lieber die Behandlung imd Verwendung »er Eicheln als Futterinittel ist das Wichtigste hiernnter zusammengestellt

Wir empfehlen Ihnen, das hiernach Erforderltckw alsbald zu veranlassen und die Bevölkerung auf vorstehendes nachdrücklich hinzuwrisen.

Brhandlunsi und Verwendung der Eicheln als Futtermittel.

Die Eicheln sind, wenn sie nicht nnmittesbar verfüttert wer­den, nach dem Sammeln entweder im Freien oder in eineni trock-enen luftigen Raume ^«Schuppen, Temie. Speicher) Nach aus- zuschütten und abwelken zu lassen. Für längere Aufbewah­rung muffen sie alsdann getrocknet iverdcn. Ties geschieht entweder in Backöfen oder Darren oder divrch dünnes Auobreiten auf lustigen Böden und öfteres Wenden.

Ain einfackßten und vorteilhostesten hissen sich die Eicheln diwch Eintrieb der Schweine in die Waldungen zurzeit des Abfalls der Eicheln als Futter nenverten. Die Schweine verzehren hierbei auch anderes (jufutler. Es branckst deshalb vor dem Austrieb und nach der Rückkehr mir Noch wenig Futter verab­reicht zu werden.

Für die Stallfütterung werden die Eicheln am besten getrocknet und durch Schlagen von den Schalen besteit 'enthülst. Tie Schalen enthalten viel Holzfaser. Deshalb ergeben die ent­hülsten Eicheln bessere Futterwirkiingen. Die Eicheln sind ecweis»- ärmer als die Körner der tzfetrridearten. Deshalb ist namentlich bei Stallfütterung auf eine enstprochende Zufuhr an Eiweiß im übrigen Futter zu achten. Durch frische (abgcwelkte Eicheln kann etwa ein Viertel des sonst zu verabreichende» Gesamttutters ersetzt nierdrn. Bei Einstellung von Echekn in die Fütterung der Zuchffckiweine ist die Zugabe von guter Kleie cmp- sthlenSwctt, die auch die stopfende Wirkung der Eicheln aus- igleicht. Die gedörrten und enthülsten Eicheln verabreicht man am besten in Schrotivrm,nd zwar rm «tzeinenge mit ande­rem Futter in dick breiiger Zubereitung Bon ttockenen Eicheln rechnet man etwa l1> - Pfund auf das Tier täglich, zu weicher Menge aber mir allmählich angestiegcn werden darf.

Gießen, den 8. Okwber 1914.

Grobherzogliches Kreisamt Gießen. l)r. U s i n g e r.

Dir Großh. Kreisschulkommission Gießen an dir Tchulvorstündr der Landnrmrindrn des Kreises.

Großh. Ministerstmi des Innern hat durch Verfügung vom 1. ds. Mts. genehmigt, daß zum sammeln der Eicheln Schul­kinder unter Aufsicht von Lehrern verwendet werden dürfen. Si< wlloen das hiernach Erforderliche vcranlasjen.

Gießen, den 8. Ostobcr 1914.

Großherzoaliches Kreisamt Gießen.

6r. U s i n g e r.

Bekanntmachung.

Die Kaffe ist für die Folge nur Dienstag, Donnerstag und Samstag vormittags von 9 bis 12 Uhr geöffnet. Am letzten eines jeden Monats bleibt die Kaffe geschloffen. i0602i>

Großh. UnwersttSlS-Rentomt.

I. B.: Seysferth.

r Konkurrenzlos

ulebl !» Preis, «ender» !» B»«haüeahel! tri

- - 10187

, Sani tas Nußbutter

(TegalaMla BUrgirU»)

1 Pfd. 88 Pf«., '/. Pfd. 45 Pf K .

Reformhaus

Ä