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5. Juli 1911 energifd) demmttert Worben sei und f>a§ das PS e -

rücht keinen ernsten Hintergrund geliabt^ habe. Das Terram sei von Gilbert ui seiner Eigenschaft als Sekretär des belgischen Finanzmannes Baron Empam gekauft ivvrdcn und xirar mit Unterstützung französischer Banken. Wenn also ein Unterbau für scknvcrc Artillerie dort gebaut worden sei, so seien französische Bankdirektvren an dem Verrat mitschuldig. Dann fährt das ge­nannte Blatt fort: Deshalb rufen wir dieser reaktio­nären Lügenpresse, von derAction francaise" beginnend über dieLibertä" hrnwcg bis zum Matin" zu: Verschont uns mit solchen sensatio­nellen Meldungen, da die meisten doch eben so erlogen sind, wie die erwähnte. Wir haben es endlich satt. Denn unsere Arbeiterfamilien leiden schon zu sehr darunter, daß sie ohne Nachricht von ihren Angehörigen bleiben. Wir wollen nicht zu ihren Aengstcn noch andere hinzu­fügen, die sie verrückt machen und in schlimmste Haßab- gründe und Rachsucht stürzen. Jetzt wo unsere Kameraden für die Verteidigung des Vaterlandes in den Tod gehen, habt doch wenigstens so viel Scham, nicht so unverschämt zu lügen, indem ihr noch Erzählungen von Verrat erfindet.

Wilde Zeitungsschreiber" auch in England.

Zürich, 7. Okt. Der LondonerEconomist" warnt vor den Uebertreibungen der englischen Presse. Er erinnert «n diie Kreuel der Engländer während des Burenkrieges, an die russischen Progrome, an die Daten der englischen Gnnrmipslanzer in Peru und an die belgischen Kongogreuel. Die Erzählungen über deutsche Greuel seien übertrieben. England müsse sich hüten, die britischen Waffen aus Mitleid mit Belgien mit häßlichen Verbrechen zu beflecken, wie sie wilde Zeitungsschreiber von den englischen Truppen fordern. Fast alle Nachrichten be­wiesen, daß die Verwundeten und Gefangenen von den Deutschen gut behandelt würden.

Englische Lleußerungen^

London, 7. Cft.Daily Mail" veröffentlicht Einzel­heiten über die Kämpfe auf dem linken französi­schen Flügel. Tie französischen Truppen legten öfter Tagesmärsche von 40 bis 50 Kilometer zurück. Ten Deut­schen ist es bisher immer geglückt, ihre Front mit der der Verbündeten auf gleicher Höhe zu halten. Am Samstag wäre der deutschen Armee bei­nahe ein Durchbruchsversuch bei Albert geglückt. Die Nacht vom Samstag zum Sonntag war das schwerste eines gewaltigen Artilleriekampfes. Das Dunkel der Nacht war fast einer Tageshelle gewichen, die hervorge­rufen war durch das Explodieren der aufschlagenden Ge­schosse. Auch am Dienstag setzten die Deutschen ihre Angriffsversuche weiter fort. Während des Gefechts wurde dil kleine Stadt Albert vollkommen durch! Artilleriefeuer zerstört. Die Bewohner haben in Amiens Schutz gesucht. Die Chaussee war bedeckt mit Flüchtlingen. Das in Flammen geratene Städtchen bildete am Abend ein einziges Feuermeer, von dem sich die Kirche mit ihrem hohen Turm, die gänzlich unbeschädigt geblieben ist, wie eine dunkle Silhouette scharf abhob.

London, 7. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) TieT i - ui e s" meldet aus Paris: Obwohl der Feind hier und da Glück hatte, ist die moralische Haltung der französischen Truppen unerschüttert. DerDaily Telegraph" schreibt: Die Kämpfe in Frankreich werden zweifel­los Woche für Woche heftiger. Falls es glückt, die Deutschen über die Grenze zurückzutreiben, wird es nicht mehr möglich sein, eine umgehende Bewegung zu machen. Man wird einen Nahkampf erleben, der an Belagerungs­operationen .mit Parallelgräben und Fortifikationen er­innert, die nur zwanzig Meter voneinander liegen. Es wird unzweifelhaft der größte und furchtbarste Ab­schnitt des großen Krieges werden.

Italienische Kritik der Kämpfe in Frankreich.

Rom, 7. Oft. (WTB. Nichtamtlich.) DieTribuna" schreibt zu dem heutigen Situationsbericht:

Das französische und das deutsche Communiaue stimmen dies­mal überein und sie werden auch durch zuverlässige Privatnachrich­ten gestützt. Danach scheint es, als ob der Plan der F r a n - z o s e n, die deutsche rechte Flanke zu überflügeln, vollkommen ge­scheitert und in das Gegenteil verkehrt worden ist, denn jetzt scheinen die Deutschen die französische linke Flanke milder Umgehung zu bedrohen. Das; die Deutschen den Plan Joffres sofort ahnten, als sie die Bedrohung durch das Pa­riser Heer bemerkten und in der gewohnten Promptheit Fürsorge trafen, indem sie starke Streitkräfte dorthin warfen und damit den Umfassungsplan unmöglich machten, weiß man. Man kann aber nicht ohne eine gewisse Ueberraschung die letzten Nachrichten lesen, das; sich die Deutschen ihrerseits anschicken, den den Franzosen miß- lückten Plan selbst zu versuchen. Woher konnten sie, die mit immer ärkeren Kräften Front gegen die russische Drohung im Osten ma­chen müssen, noch so viele Truppen stellen, sogar Kaval­lerie, eine Waffe, die so viel Platz beim Transport wegnimmt? Wir können nur noch einmal diese Frage stellen, die wir schon früher erhoben haben. Warum gelang es nicht den Franzosen, die nur zwei Drittel oder drei Viertel des deut­schen Heeres vor sich haben konnten und alle Vorteile hatten, die der Kampf im eigene» Lande, die Unterstützung durch Festungen, mächtige Befestigungen und der Besitz eines ausgedehn­ten Verbindungsnetzes im eigenen Rücken mit sich bringt, die letzten Kräfte gegen dm Feind zu sammeln in einem selbständigen Heere von nicht mehr als 150 000 bis 200000 Mann, was das Gleich­gewicht Herstellen mußte? Erst nach dem Ende des Krieges wird man vielleicht eine Antwort auf diese ernste Frage erhalten.

Deutsch in Lothringen!

Saarburg, 7. Ott. Die hiesige Etappenkomman- bantur erläßt folgende Bekanntmachung: Binnen

48 Stunden müssen sämtliche französische In­schriften an Häusern, Geschäften und Schulhäusern ent­fernt sein. Die Etappenkommandantur Saarburg verbietet von heute ab die Verwendung von Briefumschlägen. Rech- nnngs- und Briefvordruckcn mit französischer Aufschrift, sowie überhaupt jede fernere Benutzung irgendwelcher For­mulare in französischer Sprache. Zuwiderhandlungen werden mit Schließung des Geschäftes und Beschlagnahme der ver­botenen Vordrucke geahndet. Es muß auch von dein fran­zösisch sprechenden Teil der Landeseinwohner unbedingt erwartet werden, daß sie inzwischen so viel Deutsch ge­lernt haben, um Vordrucke in dieser Sprache zu verstehen.

Prinz Eitel Friedrich mit dem Pferde gestürzt.

Berlin, 7. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Prinz Eitel Friedrich ist im Gefecht mit dem Pferde gestürzt und hat sich eine Verletzung des Knies zugezogen. Prinz Joachim erwartet die Erlaubnis des Kaisers, sich zur Truppe im Felde zurückbegeben zu dürfen.

Der Kaiser.

Berlin. 7. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Auf das vom Verein zur Förderung des Gewerbefleißes in der Sitzung am 5.Oktober an den Kaiser gerichtete Huldigungstelegramm ist bei dem Vorsitzenden des Vereins, Wirklichen Geh. Rat Richter folgende Erwiderung eingegangen:

3r. Majestät freuten sich über die patriotische Begrüßung des Vereins zur Förderung des Gewerbefleißes in der ersten Sitzung

nach Beginn des Krieges und lassen Ew. Exzellenz ersuchen, dem Verein Allerhöchst ihren besten Dank und würinste Wünsche sür eine glückliche Zukunft des Deutschen Gewerbes auszusprechen. Das Ausland und die Kriegsanleihe.

Berlin, 7. Okt. (WTB. Amtlich.) Nach vorliegenden Mitteilungen wird anscheinend von englischer oder franzö­sischer Seite in Italien das Gerücht genährt, daß die deutschen Firmen durch die Regierung veranlaßt würden, ausländische Gläubiger mit der Kriegsan­leihe zu bezahlen. Die Ausstreuungen entbehren jeder Begründung. Die Kriegsanleihe ist im Fnlande auf­gebracht. Schon aus diesem Grunde entfällt jedes Inter­esse für die Regierung, das Ausland daran zu beteiligen.

Das Eiserne Kreuz.

Stuttgart, 7. Okt. (WTW. Nichtamtlich.) Oberst von Lotterer, Kommandeur der 5. Feldartillerie-Brigade, der kürzlich das Eiserne Kreuz 2. Klasse erhalten hat, ist für die großen Erfolge seiner Brigade bei Soissons auch mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse ausgezeichnet worden.

* * *

Der KreuzerEmden" im stillen Ozean.

London, 7. Okt. WieMorning Post" aus Cal- kutta meldet, ist durch die Tätigkeit des deutschen Kreu­zersEmden" Birma ganz von der Außenwelt abgeschnitten. Infolge des Verbots, den Hafen von Rangun zu verlassen, ist bereits seit zwei Wochen kein Schiff von dort eingetroffen.

Die Japaner auf de» Marschallinsel«.

Frankfurt a. M., 7. Okt. Zur Besetzung der Insel Jaluit durch die Japaner wird der Korrespondenz Piper" von gut unterrichteter Seite mitgeteilt: Die Be­setzung der Insel durch die Japaner ist vor allen Dingen gegen die Amerikaner gerichtet. Japan faßt dadurch unweit der Insel Honolulu und tu dem pazifischen Ozean Fuß. Der Traum der Japaner, auf dem pazifischen Ozean die Vorherrschaft zu gewinnen, soll dadurch der Erfüllung näher gerückt werden.

Wiener Freude über den Sieg der Tfingtauer Besatzung.

Wien, 7. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Die Blätter ver­zeichnen mit stolzer Genugtuung die Meldung von der helden­mütigen, unter Beistand des KreuzersKaiserin Elisabeth" erfolgten Abwehr des Angriffes der vielfach überlegenen Ja­paner auf Tsingtau und drücken ihre Freude darüber aus, daß auch in Asien die deutsch-österreichische Waffen­brüderschaft sich mit glänzendem Erfolge bewährt hat. Die Reichspost" erinnert an den vor dreißig Jahren erfolgten Abschluß der Ordnung in Europa, die, verstärkt durch den Beitritt Italiens jahrzehntelang eine Friedensbürgschaft der Welt wurde. Das Blatt schließt:

Mit Begeisterung und freudiger Dankbarkeit bücken wir ans unser Bündnis. Die Schicksale beider Reiche sind zusammengesügt, komme, was wolle. In diesen Tagen können wir unseren Bundesgenossen ein Feiergeschenk bringen: es ist die Widerlegung der törichten, jahrzehntelang durch die politische Literatur geschlevvten Lüge, daß sich die habsburgische Monarchie überlebt habe, daß sie ein im ersten Wirbelsturm zerfallenes Reich sei. Jeder unserer Widersacher würde sich heute beglückwünschen, wenn er so viel moralische und physische Kraft fern eigen nennen würde wie Oefterreich-Ungarn sie in dieser Feuerprobe bewiesen hat. Slaven und Maggyarm sangen in diesen Tagen ebenso begeistert dieWacht am Rhein" wie die Deutschen.

Die Kämpfe in Rnsfisch-Polen.

Nyaregvhass, 7.Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Eine amtliche Meldung aus Huszt besagt: Die österreichisch­ungarischen Truppen stehen seit Montag mittag bei T e c f ö mit den Russen in heftigem Kampf. Den Russen wurden ihre Positionen entrissen. Bei Körösfalva hat ebenfalls ein heftiger Kampf stattgcsunden und mit einem vollständigen Siege geendet. Die Russen wurden vernichtet oder gefangen. Hier haben 2000 polnische Legionäre die Vorhut gebildet.

Rückzug der Russen aus den Karpathen.

(WTB.) Ofenpest, 7. Okt. Wie die Blätter melden, sind die Russen aus dem von ihnen besetzten Maramaos S z i g e t wieder abgezogen. Die österreichisch-un- garischen Truppen haben die Stadt besetzt.

Die Stimmung in Sofia.

Wien, 7. Okt. (WTB.) DieSüdslawische Korre­spondenz" meldet aus Sofia: Die Meldung über den großen Erfolg der österreichisch-ungarischen Truppen über die Serben hat hier den größten Eindruck hervorge­rufen. Die Blätter besprechen die Lage der kriegführenden Mächtegruppen und sind übereinstimmend der Meinung, daß die militärische Gesamtlage zugunsten der ver­bündeten Zentralmächte neige, die heute auf den Kriegsschauplätzen mit Erfolg operierten. Während der Armeebefehl des Erzherzogs Friedrich den Beginn eines neuen, für die beiden verbündeten Armeen günstigen Ab­schnittes aus dem galizischen Kriegsschauplätze ankündigte, erledige die österreichisch-ungarische Armee den serbischen Widersacher, der nunmehr eine Episode sei. Was die deut­sche n Kriegsschauplätze betreffe, so sei von der über­wältigenden deutschen Armee nur zu erwarten, daß sie chren Triumph vollenden werde. Niemand kann, so sagt Kambana", bei richtiger Einschätzung der Sachlage an dem endgültigen Erfolg der deutschen Waffen zweifeln.

Die Haltung der Türkei.

K o n st a n t i n o p e l, 7. Okt. (WTW. Nichtamtlich.) Ein inspirierter Artikel desJkdam" antwortet auf die von der PetersburgerNowaje Wremja" und dem Moskauer Rus-koje Slowo" gegen die Türkei gerichteten Angriffe: DerJkdam" führt aus, daß die Türkei für niemand Propaganda mache und ihre Neutralität bewahre, jedoch iu meiner Weise, um ihre eigenen Interessen verteidigen zu können. Was die Drohungen anbetreffe, daß England und Frankreich die Hafenstädte Syriens angreifen und be­setzen könnten, so seien diese nicht ernst zu nehmen, da die islamitische Welt gegenwärtig aus ihrem langem Schlafe erwacht und die beiden genannten Mächte großen Schwierigkeiten ausgesetzt wären, wenn sie die Türkei in dieser Weise angreisen wollten.

An» Stavt unv Cottd.

Gießen, 8. Oktober 1914,

** Bon der Landesuniversität. Der Lehr­betrieb unserer Landesunivrrsität im kommenden Winter­semester wird trotz des Krieges am 30. d. Mts. in vollem Umfange wieder ausgenommen. Die Einschreibung aus dem Universitäts-Sekretariat beginnt schon am 19. Oktober. Die Vorlesungen der Dozenten, die im Felde stehen, werden von den hier noch verbleibenden Dozenten mit übernommen.

Nach vorläufiger Feststellung sind zu den Fahnen es, berufen 3 6 D ozenten,32 Assistenten imd 41 amte und Bedienstete Die große Zahl der gj-" dierendeu, die im Heere stehen, läßt sich nocl» nicht übersehy,

** D ic Stadt Königsberg an die Stadt Gießen. Der Oberbürgernieister der Kgl. Haupt- und Reii- denzstadt Königsberg i. Pr. hat an den Oberbürge^ ineister der Stadt Gießen unterm 5. Oktober 1914 foloenL* Schreiben gerichtet: ^

Hochverehrter Herr Kollege!

Für die nsit Ihrem gefälligen Schreiben vom 30. v. Pft» angekündigte schöne Spende von 3000 Mark für die not­leidenden Ostpreußen gestatte ich mir, Ihnen und den Herren Stadtverordneten aufrichtigen und herzlichenDankans- zusprechen.

Indem ich hoffe, daß Ihrem freundlichen Interesse für die Sammlung in der Bürgerschaft ebenfalls ein schöner Er­folg bcschiedcn sein möge, bin ich mit kollegialem Gruß Ihr ergebener

Or. Körte, Oberbürgermeister

** P ers naolnachrichten. Durch Entschließung herzoglichen Ministeriums des Innern wurden die uachstrhe^ genannten Lchramtsrefcrcndare zu Lehramtsassessoren cniajmt- Heinrich Becker zu Worms, Jakob Bert zu Oppenheim, Dr' Anton Büchner zu Gießen, Albert CullMann zu Dr. Anton .Diehl zu Mainz, Freidrich Frank zu Lmchich' Dr. Karl Gatzert zu Büdingen, Paul Gengnagel zu Dnm- stadt, Rudolf Graf zu Laubach, Karl Grundberger zu Mainz, Oto Harttm n n zu Gießern, Karl Heinemannzu GrowGerau, Anton Hernstadt zu Bensheim, Dr. Ludkü, Hoffman» zu Gießen, Valentin Jennewein zu Worms Theodor Jung zu Bad-Nauheim, Joseph Kanz Di Dieburg' Jakob Kraft zu Ofsenbach, Philipp Krämer zu .darnystöt' Ludwig Krickser zu Darmstadt, Waller Krauß zu Mast-' Wilhelm Krauß zu Mainz, Fritz Lauckhard zu Nidda, Dr' Otto Lenz zu Grünberg, Jakob Lind zu Worms, Fritz Linke zu Offenbach, Dr. Karl Listmann zu Darmstadt, Joses Man» zu Mainz, Franz Metzler zu Mainz, Dr. Engelbert Müllkr zu Mainz, Franz Ott zu Offenbach, Wilhelm Otto zu Dar«, stadt, Wilhelm Rüderer zu G-rünberg, Dr. issdam Ruftvel zu Laubach, Dr. Friedrich S a nd e l s zu Alzey, Theodor Schmack zu Offenbach!, Georg Schab zu Butzbach, Dr. Hans Schmidt zu Alefeld, Karl Schmidt zu Darmsstadt, Rudoff Schmitt zu Butzbach, Dr. Robert Schütz zu Gießen, Dr. Otto Steige, zu TarMstadt, Hugo S t e i n h a rd t zu Friedberg, HansStiche; zu Dannstadt, Ludwig Stoppler zu Darmstadt, Peter Tritsch zu Grünberg, Adam Weiß zu Oppenheim, Gifftav Weiß zu Hungen, Dr. Ernst Widmann zu Darmstadt, Karl Wih- m a n n zu Dnrmstadt, Alois Z i l ch zu Heppenheim, Dr. Ferst. nand Zimlich zu Offenbach. In den Ruhestand versetzt wurde am 23. September ds. Js. der Lehrer Otto Heck zu Dudenrod, Kreis Büdingen, aus sein Nachsachen, unter Aner­kennung seiner langjährigen treuen Dienste, mit Wftkung vom 1. November .1914 an. In den Ruhestand versetzt wurde am 3. Oktober ds. Js. der Lehrer Philipp Werner zu ReicheS- heim, Kreis Elbach, ans sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dimste, mit Wirkung vom 1. Okt. 1914 an.

** Ritter des Eisernen Kreuzes: Referendar Dr. Dietrich, zurzeit als Ordonnanzoffizier beim Stabe der 2. Abteilung Res.-Feld-Art.-Regts. in Mainz, im Felde steh>end. Leutnant Walter Müller im Jns.-ReA. 118, von Bad-Nauheim. Stabsveterinär beim Res.-Feld-Art.-Regt. 25, Kreistierarzt Wenzel von Limburg. Major Gudewill in Friedberg. Unteroffizier im Res.-Jnf.-Regt. 81 Lehrer Kraft von Bicken und Gefreiter Adolf Knöbel im Jus- Regt. 88 aus Straßebersbach. Feldwebel des Inf.-Regt- 81 Paul Broghammer von Runkel. Oberst und Komma», deur des Res.-Jnf.-Regts. 87 v. D a v a n s. Stabs-Ehefarzi der Reserve Dr. Braune von Herbornl.

** Die Hessische Medaille für Tapferkeit hat der Großherzog dem Haupttnann Poly verliehen. Ebenso wurde dem Führer des Infanterie-Regiments Nr. 118 Oberst Münterdie hessische Tapferkeitsmedaille verliehen das Eiserne Kreuz hatte er bereits früher erhalten. Ferner wurde die Großh. Hessische Tapferkeitsmedaille verliehen dew Regierungsassessor Karl Melior aus Darmstadt, Leuts d. Res. im Großh. Artilleriekorps.

" Der zweite ,Eleonor enzug". Der zweit, Sonderzug (Eleonorenzug) mit Liebesgaben für bi, hessischen Truppen im Felde wurde gestern vormittag vor Darmstadt abgclassen. Er bestand aus zwölf Eisenbahnwagen, in denen die voll mit Liebesgaben aller Art, besonder? warmem Unterzeug und Lebensmitteln, beladenen Automobil, untergebracht waren; auch mehrere geschlossene Eisenbahn­wagen waren mit Gaben gefüllt. Bei der Abfahrt de? Zuge? der unter Führung des Rittmeisters ä. la suite Prinz Erbach- Schönberg steht, war auch die Großherzogin zugegen die auch persönlich eingehende Anordnungen getroffen hatte.

** Stiefkinder der Liebesgabenversor-'

g u n g. Wir freuen uns, uns zum Vermittler eines Anlie­gens einer Menge im Felde stehender Landsleute machen zr können, die in dem nachstehend abgedrucktcn, an die Reda» tion desGieß. Anz." gerichteten Schreiben daran er­innern, daß auch sie die Vorzüge von Liebesgabensendunger zu schätzen wissen:

Sehr geehrte Redaktion! In unserer den, Sächs. 12. Reserve Armeekorps zngeteilten Kolonne befinden sich eine großeZab' Gießener, Obcrhessen und Leuteaus der Gegen! von Wetzlar, Dillenburg, Herbvrn ufw. Nun hör» wft, daß an die Sachs. Truppen, und lesen mich heute in Zeitung, daß überall reichlich Liebesgaben vertcüt werdm. Ja I gestatte mir deshalb, im Sinne meiner Landsleute, Sic best» l mit einer Bitte zu belästigen. In Gießen werden so viele ZV » garren und so guter Rauchtabak hcrgestelll, und wir Haber N hier nichts z u rauchen. Selbst für Geld ist nichts haben. Einige findige Köpfe rauchen neuerdings gedörrte Sw Matter, Karwffelblätter ufw. Dieser Kalamiürt abznheffm, getz meine Bitte dahin, in .geeigneter Weise die Aufmcrksanww unserer Landsleute daheim my uns zu lenken. Wie ich p eingangs erwälmte, sind wir mit imsrreu Batterim Fejt.-Nel- Fnh-Art.-Regt. 3 dem 12. Res.-Korps zugereilt und durv» allem Anschein nach Liebesgabm wohl nicht erhalten. Nehn» Sic im lstamen meiner Landslertte einstweilen meinen beltcr Dank entgegen. Hochachtungsvoll I. H., Uuteroff. d. L. ,

Zweifellos wird sich auf diese Bitte hin eine 1,

Stelle bereit finden, als S a m m e l o r t für die gewünschut, ^ Gaben zu dienen. Wir werden hoffentlich bald näheres hier­über Mitteilen können.

** Rekrutentransporte. Gestern in dm Abmdstusdei langten einige Hundert demirächst im Ä a r d c ko rvs, zur CM -j fteuung gelangender Rekruten am dar Durchreise in an. Die iüngm Leute stammtm zim, größtm Teil aus dMJkreü» Frankfurt und Hanau. Da die Transporte, wie drcs irer- der Fall ist, in militärischer Begleitung waren, so war man "! Publikum stellenweise gleich mit der Ansicht bei der Hand, dar es sich um gefangene Zivilisten aus Belgien und Frankreich wu um Franktireurs haMe, und war nattirlich sehr venmmdcrt, o» dieFranktireurs", vielleicht veranlaßt durch die mißtraunw» Gesichter ringsum, dieWacht am Rhein" anstimmtm. _

** Das Eiserne K rcuz erhielt unter glcichzeftig» sördcrung z»m Leutnant Bankbeamter Wolf Mathes ans lcrsheim, Osfizicrvertrctcr im Infanterie Regiment 132,