Ausgabe 
7.10.1914
 
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©tixfhiuin'n, <fr Uantrrbadt, P». Unter»st. d R. Hermann Weide, Engelbachz Er. Biedenkopf, vw. , Gefr. d. R. Ludw-ig Bindebnra, Annerod, Er. Gießen, vw. VKir. d. R. Plnlivv Schäfer, Anneiod, Er Metzen, vw. Gefr d. R Karl Sckmandt. Wap.mbvrn, Kr. Gietzen, vw. Okfr. d. R. Karl Laß, Gießen, vw. Gefr. Karl Julius Eisele, Sttaßburg i. Elf., vw. Gefr. Ewald Kamowann, Hagen, vw. Gefr. Heinrich Steffi, Weitere 1>ain. Kr. Gietzen, Mo. Gefr. d. R Walter Lauensteiu, Weifeniel- i P.. vw. Gesr. b. R. Heinrich Graummm. Ober» bamer, Kr. Jserbohn, vw. Untervfs. d. R David Katz, Mainz lar. Kr. Gief.en, vw. Musk. Heinrich Berk. Mederrocbach, Kreis Friedbeig. wo. Mirsk. Karl Clcorg Bromm, Ransckzcnberg. Kr. Kirckchain, vw. Tambour Karl Herzberger, Dmiernlreiin. Kreis Büdftigeu. vw. Mnsk. Guft. Wild. Keil, Bcnern, Kr. Gießen, vir. Musk Johann Marttu Kemps, Sulzern, Kr. Kalmar, vw.

Mus! Eduard Sachs, Buchrain, Kr. Regensburg, vw. - - MnSk. Johannes Schinrpf, Hering, Kreis Dieburg, vw. Horn. Wilhelm Schm ei der, Hatzfeld, Kr. Biedenkopf, vw. Mnsk. Hans Johann Striffler, ?lnh, Kr. Kitzingen, vio. Musk. Nikolaus Caspar'. Lavvstein, Kr. Zobern, vw. Musk. Will) Karl F'iedr. Cbristen, Bochum. Hofstüdten, vw. Musk. Joseph Effelberger, Niedcr-Sellers, Kr. Liinhirrg, vw. Musk Peter Eller, Eims­heim, Kr. Opveizhcim, vw. Mnsk. Georg Elsässer I., Hamm, Kr. Wormtz, vw. Musk Andreas En giert. Hcinrichstbal. Kr. Unterfranken, vw.> Mnsk. Jakob Göbel II.. Lanbach. Kreis Schotten, vw. Mnsk Adam Heil, Sellbach, Kr. Oberlahn, vw. Musk. Karl Friede Emil Großmann, Herborn, Dillkreis, verw. Muskester Jakob Heuß. Osistcin, Kreis Worms, vw

Musketier Wilhelm Klingcr. Danzig, verwundet. Musk Lndlv. Joh. Fttedr. Lauser, Offenbach, vw. Musk. Edmund Georg Mever I., Skmßburg, vw. r Musk. Jakob Salonion, Brannfcls, Kr. Wetzlar, vw. Musk August Sattler, Beerfelden, Kr. E hoch, vw. Musk Hermann Gwrg Schiecker, Worms, vw.

- Musk. Wilhelm Schmidt, Bischofsheim. Kr-. Groß-Gerau, vw. Musk. Advlt Schosnig, Trachcnberg, Kr. Militsch, vw. Musk. Ernst Allred Seider, Straßhurg, vw. Musk. Franz Anton Sprenger, Bilstein. Kr. Olpe, »w. Mnsk. Georg Stark. Breiten­stein, Kr. Biedenkopf, VW. Mnsk. Georg Weiß. Dolgesheim, Kr. Oppenheim, vw. Mnsk. Gottlob Wurster, Agcnbach, Kr. Calw, vw. Res. Heinrich Kasemeikad, Klein Danzusken, Kr. Pillkallen, vw. Res. Ernst Hohaqe, Hasten. Kr. klltena. vw.

- Res. Johannes Hikbner, Stockhausen, Kr. Lanterbach, vw. Res. Wilhelm Ebl, Leinsfeld, Kr. Ziegenhain, vw. Res. Joseph Lüvke, Grstminghausen, Kr. Meschede, vw. Res. Karl Johann Hvshernz, Lüdenscheid, Kr. Siegen, vw. Res. Ernst Hermann .Herrmann, Wetzlar, vw. Res. Ernst Heuser, Watzenborn. Kr. Gießen, vw. Res. Karl Eller, Mmchenheim. Kr. Gießen, vw. Res. Otto Mettenheimer. Eichelsachsen, Kr. Schotten, »ID. Res. Wilhelm Schräder, Eichelsachsen, Kr. Schotten, vw. Res. Otto Sckmchard, Eschenrod, Kr. Schotten, vw. Res. Karl Lamv° mann, Wingershausen, Kr. Schotten, vw Res. Louis Würz, Eichelsdorf, Kr. Schotten, vw. Res. Heinrich Heinbach, Ulfa, Kr. Schotten, vw. Res. Karl Burk. Watzenborn. Kr. Gießen, vw. Res. Heinrich Maurer, Obervhmen, Kr. Alsfeld, vw. 3W. August Seipv, Hainbach, Kr. Alsfeld, vw. Res. Peter Reib, Rudingshausen, Kr. Gießen, vw. Gefr. d. R. Heinrich Wagner, Lauter, Kr. Gießen, vw. Res. Otto Dieb, Eichelsdorf. Kr. Schotten, vw. Res. Nikol. Wilbelm Gntermuth, Dahlherda. Kr. Gersseld, vw. Res. Theodor Spieß, Friedbcrg, vw. ©inj.» Freiw. Heinrich Weller, Sprendst'ngen, Kr. Alzey, vw. ©inj.» Freiw. Robert Ludwig Kahn, Selters, Kr Unterwesterwald, vw.

- Res. Rudolf 'Allendörfer, Gießen, vw. Res. Gustav August Herrmann, Nanzenbach. Dillkreis, verwundet. Gefreiter d. Res. Hugo Beckhoff, Dakäerbrnck, Kreis Altena, vermißt Gefr. d. Res. Heinigpeter Keller, Lumda, Kr. Gießen, verm. Mnsk. Adam Hornung, Dieburg, vm. Musk. Wladislaus No« wakowsky, Borken, Kr, Straßhurg, pur. Musk. Heinr. Rudolf, Machtlos, Kr. Rothenburg', vm Musk Johann Friedrich Schnb- mann, Nenhausen, Kr. WornS, vm, Musk. Georg Wiegand, Bürstadt, Kr. Bensheutt, vm. Res. Jakob Dittmaun, Holzhansen, Kr. Mcdenkopf, vm. Res Nikolaus Dillges, Heide, Kr. Hagen, vm. Res. Karl Pampns, Hengsen, Kr. Hörde, vm. Ros. Wilh. Karl Robert G rot stuck, Sisniewv, Kr. Eorthos, vm. Res. Wilh. Liebr, Ober-Ohmen. Er. Alsfeld, vm Res. Kaspar Harnischseger, Ober-Seerreen, Kr. Schotten, vm. Res. Adolf Gaul, Wingershausen, Kr. Schotten, vm. Res. Karl Weber, Bieber, Kr. Wedenkopf, vm Res. Philipp Rausbach, Biebrich, Kr. Wiesbaden, vm. Res. Heinrich Saumann, Niederbüll, Kr. Wetzlar, vm. Res. Heinrich Lapp, Niederbüll, Kr, Wetzlar, vm, Res. Wilhelm Demant, Wördorf, Kr. Wetzlar, vm. Res. Friedrich Wilhelm Weber, Hirzenhain, Dillkrris, vm.

Maschinengewehr-Kompagnie: Oberleutnant Kurt Kienitz, Weilkmrg a. Lahn, schvw. Lt. Dietrich-Eylert de Harde, Blankenburg, schvw. Einj.-Freiw. Untervfs. Karl Mörschel, Büdesheim, Kr. Friedberg, tot. Mnsk. Heinrich Jung, Klein- Linden, Kr. Gießen, schvw. Untervfs. Hermann Kersting, Dort­mund, schvw. Mnsk. Anton Stapf, Gr.-Henbach, Unterfranken, schvw. Bizefeldw. Friedrich Bauer, Bellmuth, Kr, Büdingen, lvw, Gefr, Heinrich Ohsendoht, Eppendorf, Kr, Gelsenkirchen, lvw, Musk Johann Rutsch, Selzen, Kr, Mainz, lvw. Res. Karl Erb, Bleidenrod, Kr, Alsfeld, tot. Gefr. d. Res. Ludwig Becker, Gießen, schvw. Res. Karl Krall, Muschenheim, Kreis Gießen, schvw. Musk. Christian Schäfer, Grüninqen, Kreis Gießen, schvw. Res. Christoph Scheid, Gr.-Buseck, Kr. Gietzen, lvw. Eins.-Freiw. Gefr. Karl Scherz, Gießen, lmv. Feldwebel Heinrich Boefs. Köln, schvw. Gefr. Heinrich Badonin, Schwa- bendorf. Kr. Kirebhain, schvw. Mnsk. Heinrich Baumscheidt, Köln, schvw. Musk. Anton Hubertus, Weisenau, Kr. Mainz, schvw. Mnsk. Peter Wolf, Rauschheim, Kr. Groß-Gerau, schvw.

Untervfs. Heinrich Sänger, Garbenteich, Kr. Gietzen, lvw. Untervfs. Wilbelm Hankel, Grosren-Linden, Kr. Gießen, lvw. Untervfs. Gustav Gensheiirrer, 'Darmstadt, lvw. Einj.-Freiw. Otto Kohl, Neuwied, lvw. Musk. Karl Hohmeyer, Pfordt, Kr. Lanterbach, schvw.

Lu» Stadt und LanS.

Gießen, 7. Oktober 1814.

** Eine Rechtfertigung der Feldpost hat eine von der Reichsvostverwaltnng soeben herausgegebenc Denk­schrift zum Gegenstand. Bei dem großen Umsang 12 Seiten Quartformat müssen wir uns die Veröffentlichung des ganzen Schriftstückes versagen. Aus dem beachtenswetten Inhalt sei an­geführt, daß das Rcichsvostamt sich bemüht, nachzuweisen, daß die Organisation der Feldpost derart sei, daß sie kein Vorwurf treffen könne. An Personal werde nicht gcspatt, vielmehr befolge man den Leitsatz, daßBedenken wegen des Kräfteauswandes nicht obwalten dürfen, da die Wichttgkeit der Sache alle Mittel recht­fertigt". Gleichwohl müsse zugegeben werden, daß die Arbeiten der Feldpost nicht immer den Erfolg hätten, wie sie selbst es wünsche. Ties liege aber nicht an Personal- und Organisations­mangel, sondern an den Verhältnissen aus Etappenstraßen oder in der Linie selbst, von denen sich das Publikum vielfach durchaus kein Bild machen könne. Tie Munitions-, Verpflegung s- und Verwundetentransporte hättmr den unbeding­ten Vorrang vor der Feldpost, und allein daraus er- klätten sich wochenlange Verzögerungen. Ueber die Ablieferung der Post an die Truppen sagt tue Denkschrift:

Eine Bestellung der Briese durch die Post im Felde gibt cs nicht, weil das undurchführbar wäre; die Sendungen werden mit Einschluß der Postanweisungen durch die Ordonnanzen bei den Feldpostanstalten im allgemeinen bataillonsweise ab­geholt: eine Ordonnanz empfängt also die für das ganze Ba­taillon bestimmten Brief« als eine Ladung, die oft eine Zahl von Säcken umfaßt. Lediglich Sache des Truppenteils ist es dann, diese im ührigen berefts in der Hleinvat bei der Feldpost- iammelstelle nach Bataillonen usw. abgebundenen Briefsenduuqen den Empfängern zukommen zu lassen und auch die Post­anweisungen an sie anszuzahlen. Nun denke man dabei einmal an solche Truppen, die auf Vorposten stehen oder die als Kavalleristen Erkundnngsrittc ansführe, Oder man vergegenwärtige sich das Schicksal so mancher von de. Truppenteilen noch nicht ausg gebener Feldvostbriese, wenn plötzlich Alarm geblasen wird uio alles zu ben Gewehren eillft Nach der Vorschrift sollen die Truppenteile

die Post stets püicktlich abholen. Aber wie läßt sich eine solche Vorschrift dann durchführen, wenn einzelne Truppenteile, wie isuhrpark- und Bäckereikolonnen sowie namentlich die Lazarette, 50 Klm. und mehr von der Feldpostanstalt, die bestimmungsgemäß beim Tivisionsstab mitmarschiert, entfernt liegen, oder wenn diese Druppc,iteile bei dem unaufhaltsamen Vorwärtsgehen der Stäbe und Generalkommandos, wie es in diesem Krieg bis vor kurzen,' die Regel gebildet hat, den Stand des Tivisivnsstabes zeitweilig überhaupt nicht ermitteln können? Dann müssen eben die Feld- vosten bei der Feldpostanstalt so lange lagern, bis bie Truppenteile Zeit und Möglichkeit haben, sie ab- z u h o l e n."

Unter diesen Umständen sei es nicht verwunderlich, wenn die Transporte von Postsendungen in die Heimat nicht so lange dauern wie die Hintransporte. Uebrigens müßten tagtäglich etwa 50 000 Sendungen den Absendern wegen falsckter Adressieruirg und ähn­licher Mängel zurückgegeben werden. Die Denkschrift versichert, daß seitens der Post alles Erdenkliche geschehe, um Soldaten und Taheiingebliebcnc zufrieden zu steilen.

Zu dem Gesagten im schroffsten Gegensätze stehen wieder einige Zuschriften, die wir gerade in de» letzten Tagen erhielten. Bei objektiver Beurteilung der Ausführungen der Denkschrift wird man sich aber sagen können, daß tatsächlich der Feldpost von der Militärverwaltung selbst allerdings unbedingt not­wendige Grenzen gezogen sind, über die sie mit dem besten Willen nicht hinaus kann. Unter diesen Um­ständen, deren Klarlegung durch das Rcichspostamt allerdings reich­lich spät kommt, wird auch das Publikum schließlich bereit sein, mehr Nachsicht als bisher walten zu lassen.

** Von der Tätigkeit des Landwehrregiments Nr. 116 erzählt folgender Feldpostbrief vom 24. September: Ihr Lieben alle. Da ich gerade Zeit Hab«, so will ich Euch diesen Brief schreiben, denn ich weiß, mit welcher Sehnsucht daheim aus ein Lebenszeichen gewattct wird. Wir hatten gestern Ruhetag nach 6-tägigem ununterbrochenen Aufenthalt in den Schützengräben. Wir dachten, wir sollten gestern wieder hinein, haben aber heut an­scheineich noch einen Ruhetag, und da weiß ich mir keinen besseren Zeitvertreib als Euch zu schreibeir. Es ist hier augenblicklich gutes Wetter. Wer die letzten 14 Tage hat es fast dauernd geregnet. Das Feld war alles ein Sumpf. Besonders einer Nacht gedenke ick im Schützengraben, da hat es die ganze Nacht stark geregnet, so daß wir durch und durch naß waren. Trotzdein ftihle ich mich doch immer stark und gesund, wofür ich alle Tage Gott danke. Wir dachten erst, wir kämen gar nicht ins Gefecht, aber wir sind eines anderen be­lehrt. Am 8. September kamen wir bei V. hinein. Wir marschietten in Grnppenkolonnen als Reserve ruhig vorwärts. Plötzlich bekamen wir hefttg Attillerieseuer, und gleich bekam ein Feldwebelleutnant einen Schuß ins Bein. Da sind wir dann auseinandergeftitzt. 300 Meter vorwätts gabs Infanterie -und Schrapnellfeuer, wobei wir gleich ziemlich Verwundete hatten und auch 3 Tote. Daraufhin lagen wir lange im feindlichen Feuer ohne jede Verpflegung und haben 2 nächtliche Sturmangriffe gemacht mit Hurra. Nach dem Gefecht von V. zählte unsere Kompagnie von 260 Mann Stärke nur noch 90 Mann. Alles übrige war versprengt, verwundet oder krank. Nach und nach stellten sich wieder kleinere Abteilungen ein, so daß wir jetzt wieder 130 Mann sind. Wir ans B. sind noch alle da und wir halten treue Kameradschaft. Mich hat Gott der Herr bis dahin gnädig behütet im Kugelregen: es hat mich noch keine Kugel gestreift. Augenblicklich haben wir hier eine Vettcidigiingsstellung. Die Franzosen sind von beiden Seiten eingekellt, und wir wollen hier verhüten, daß sie hier durchbrechen. Hier liegen viele Verwun­dete und die Artillerie, schwere und leichte dröhnt den ganzen Tag. Wir sind den französischen Schützengräben auf 600 Meter gegcn- Iffiber, so daß wir den Feind ganz Mt sehen können mit seinen langen blauen Fräcken. Etz soll nicht viel geschossen werden, nur wenn sie zu keck weiden, dann gäbt es ein paar blaue Bohnen. Dann ftitzen sie in ihre Löcher. Das soll, soviel man hört, hier die Ent- scheümngsschlacht geben. Hoffentlich dauett es nicht mehr so lange.

** Von einem Beiveis echter deutscher Ka­meradschaft erzählt uns ein Leser. Am Sonntag kam dieser in ein h-isshges Restaurant. Nach kurzer Zeit erschienen auch einige junge Krirgsfrei-vällrge unseres Regiments 116 und bestellten einige Glas Bier. Alsbald regte sich derAppetit- man kam zu dem Beschluß, Gansbraten zu speisen. Nach längerem Hin und Her einigte man sich, eine ganze Gans zu bestellen. FnAwaschen kamen etwa 810 durchreisende sächsische Daterlandsverleidiger, meist fibete Brüder, die die Erstgenannten zu Bier entluden Fröhlich unterhielten sich die Kameraden. Inzwischen rückte die Abfahrtszell näher und die jungen Sachsen mußten sich Wieder zum Bahnhof begeben. Schon waren sie im Weggehen begriffen, da er­scheint die schön gebratene Gans. Lmf das Konunandowort An die Gewehre" kehrt die junge Gesellschaft zurück Und einer unserer 116er tranchiert die Gans; jeder bekommt einen kräftigen Happen davon, und unter fröhlichemHurra und auf Wiedersehen in Paris" zieht die kampfesmutigv Schar hinaus.

** Gießener Fußballspiever im Felde. Ein kriegssreiwllliger Gießener schreibt uns:Daß unser Militär sportlich auch noch gegenwärtig etwas zu leisten verniag, zeigte ein Fußball-Wettspiel im Elsaß. Soldaten vom 1. Bataillon des Reserve-Jnf.-Regts. 222, in dem sich fast lauter freiwillige Gießener befinden, siegten über den bekannten Bischweiler Fußball-Verein, der schon mehrere Erfolge gegen Pariser Mannschaften erzielte, mit 8 :1 Toren. Unsere Mannschaft trug nicht einmal Sport­kleidung, sondern spielt« in der Uniform und den schweren Stiefeln. Hoffentlich haben wir auch lxllld ähnliche Erfolge im Felde!

** Amtliche Sammlung von Kriegsbildern. Um die von der Pres'eabteilnng des stellvertretenden Generalstabs IIIL. angelegte Sammlung von Kriegsbildern möglichst vollständig zu gestalten, wird vom Generalstab gebeten, ans den Krieg be­zügliche bildlicheDarstellungen (Photographien, Zeich­nungen, Illustrationen Ms ausländischen Zeitungen, Karika­turen usw.j, die in Deutschland nicht veröffemlicht sind, in ein oder zwei Abdrücken an dm stellvertretenden Generalstab IIIB. Presseabteilung einznsenden. Auf der Rückseite eines jeden Bildes oder Ms einen Mgeklebten Zettel wäre anzugeben: 1. GegenstMd der Ausnahme mit Angabe von Ott und Zeit, 2. Name und Adresse des Photographen, der die Aufnahme gemacht h<ll, oder de? Besitzers des Negattvs.

** Postnachricht. Das Umrechnnngsverhältnis für PvstMweiftmgen nach den Niederlanden und den nieder­ländischen .Kolonien ist ans 100 Gulden = 184 Mark neu fest­gesetzt worden.

Landkreis Gießen.

td Klein-Linden, ö.Okt. Die eingeleitete Enteignung ron Gelände zur Erbauung der Umaeh» ngsbahn wurde kiirzli'b durch einen Vergleich erledigt Die Eisenbabnbebörde be- zabll stir den Holckaqervlatz an Wilbelm Jung I. Erben lzirka 3000 Quadratmeter Tilächel vro Quadratmeter 8 Mk. n»d einen Zuschlag von 6000 Mk. kür Banvlätze, zusammen allo 30 000 Mk Für d>e beiden Nachbargrundstücke sind vro Quadrntmeter 7.&0 Mk. bereinigt. Die Allgemeinheit düttte davon übrigens keinen Vorteil baben. Es wird sich dies u. a. zeigen, wen» die Gemeinde später Straßengelände erwerben muß. Seither wurden für Bauvkähe an der FranNntter Straße und in deren Nachbarschait mit 34 Mk. kür den Quadratmeter bezahlt. Es war dadurch auch dem gerinnen Manne möqlich, ein Eigentum zu erwerben. Nachdem die Boden- preise durch die Bahn doppelt so hoch geschraubt sind, wird die weitere Entwicklung des Torfes wohl vorerst langsam vor sich gehen.

Hausen, 6. Oft. Fleißige Frauen und JungftMen der hiesigen Ortsgruppe des Roten Kreuzes haben die durch die Hausstttnmlung gespendeten Gaben umgearbeitet und vieles dazu neu angefettigt und es in diesen Tagen zum GebrMch für die Lazarttte und als Liebesgaben für unsere 116er für die kalte Jahrcs-eft nach Gieße'- -bgehen lassen: 76 Hemden, 45 Bettücher und ' me Kolter, Kopskissenbezüge, 7 Btttdeckenüberzüg«,

8t Handtücher, 9 Unterhosen, 106 Taschentücher, 46 Paar Strümps

l Sendung), 22 Paar StMchen, 4 tvarme Westen, 40 Svreu- kissen, 60 Paar Fußlappen, 22 Paar Armbinden, gestttckte Wasch. lMpen, außerdem eine Wagenladung Erntedmiksestk»ck>en, Brot

Butter, Honig, Acpscl, Dörrobst, Wurst, Speck, und Rauchflftich' 550 Eier, Bohnen und 300 Mark in Geld loorrn vorher sch^' abgcliefert worden.

Langsdorf, 7 Oft. Bon deutscher Opferwij, l i g k e i t im Ausland erzählt uns ein hiesiger Einwohner, dessen in Alton im Staate Illinois (Nordamerika) lebende Verwandt ihm mitteilte, daß die deutschen Vereine des genannten Ortes üb 5000 Dollars sür Zwecke des deutschen Vaterlandes gesam, m e l t haben.

Kreis Wetzlar.

Hohensolms, 6. Oft. Unteroffizier Fttedttch B ie s Res. Jnf.-Rgr. Nr. 81, wurde mit dem Eisernen Kreuz avsi

gezeichnet.

'? B r e i d e n b a ch , 6. Oft Schwer verwundet wiiidi unser Lehrer Wieder in das Wetzlarcr Lazarett eingeliesert: ihm ist bereits aus den, Schlachtfeld das linke Bein kurz unter dem Knie amputiert worden. j

Schwurgeviclit.

th. G i e ß e n , 5. Oktober

Wegen 10 Pfennig das Zuchthaus gestreift.

Am Samstag verhandelte das Schwurgcttcht gegen dev IF Jahre alten Heinrich Hamel und den 17 Jahre alten Karl Kipper wegen Straßenraubes bezw. wegen Beihilfe zu diesem Verbrechen. Die Anklage vertrat Oberstaatsanwalt Hoffmani,

H. wurde vom Rechtsanwalt Tr. Svohr, K. vom Rechtsanwilt Aaron verteidigt. Es waren nur wenige Zeugen zu hören. Der Tatbestand der Anftagc war folgender: Am 8. Mai d. I. trvsen bie_ beiden Angeklagten mit noch zwei anderen jungen Leuter auf der Straße nach Schisscnbcrg-Hausen drei Knaben im Mpr von zehn bis zwölf Jahren aus Hausen, die in Gießen Mai­blumen verkauft hatten. H. soll nun emem der Knaben am Arm gepackt und unter Drohung, ihn erstechen zu wollen, zehn Pfennig von ihm verlangt haben. Der Mdere Angv> klagte soll auf Ausfordgrung des H. nach dem Messer gesaßt haben. In seiner Angst hat der bedrohte Junge denn Mch mi Hamel 10 Pfennig gegeben.

Ter Angellagte H. war der Tat geständig. K. bestreiket, daß tv nach dem Messer gelangt halbe, er habe überhaupt kein Messer bei sich gehabt. Tie drei als Zeugen vernommenen Knaben bestätigten im wesentlichen die Punkte der Anllage. Ten Ge, schworenen wurde mit Bezug auf H. die Schuldfrage auf räube­rische Erpressung vorgelegt und Mßerdem die Frage nach mildernden Umständen, wegen des Angcftagten K. die Frage, ob derselbe der Beihilfe der räuberischen Erpreffung schuldig sei, im Fall der Bejahung dieser Fragjc, ob er die SrfordcrÜche Einsicht besessen habe, daß er eine strafbare Handlung begehe, und im Fall der Bejahung dieser Frage, ob mildernde Umstände ge- geben seien.

Oberstaatsanwalt H o f s m a n n plädiette für eine Bcjahmiz aller an die Geschworenen gerichteten Fragen für beide Angeklagten. Ter Betteidiger des H Rechtanwalt Dr. Spohr, ttat'mr besonders warm dafür ein, seinem noch jungen Klienten im mildernden Umstände zuzubilligen. Rechtsanwalt Aaron war der Ansicht, daß die Beweise für die Schuld des Angeklagten K. doch nicht genügen. Man könne nicht ans das ZeuMis eines zwölf­jährigen Bnben allein, da wefter keine Belastung gegen K. vor- liege, ein Schuldig nussprechen.

Tie Geschworenen verurteilten H. wegen räuberischer Er­pressung unter Zuerkenimng mildernder Umstände, sprachen K. der Beihilfe bei dieser Tat schuldig, verneinten aber die s

daß dieser die erforderliche Einsicht der Strafbärkett seiner___

lnng besessen habe Ter Gettchtshof verurteilte den Angeklagt« p. zur niedrigtst zulässigen Strafe von 6 Mouateu Gefängnis ilüd sprach den Angcftagten K. frei.

th. Gießen, 6 Oft.

Gestern nmrde gegen den 22jährigen, ans Klein-Linden gebstv« ttgen Hausbtnrschen Wilhelm Weller, zrüetzt in Gießen wohnhait, wegen Sittlichkeitsverbrechens verhandelt. Die Anklage vertrat Gettchtschsessor Knauß: die Verteidigung führt« Kechtt-^ ariwalt Kochs. Er waren zur Sache 4 Zengeu und als Sach­verständiger Geh. Medrzinalvat Dr. Haberkorn zu hören. I Die Verhandlung femb unter Aussckstiiß der Oefsentllchkeft statt. | Der Angeklagte soll einem Mädchen gegenüber den Versuch der Vergcwalttgung gewacht haben. Die Geschworenen bejahten d« Schnldfragc wegen eines versuchten StttlichkcttsperbrechenS, be­jahten aber auch die Frage nach mildernden Umständen. Das Ilrtrü lMtete ans 6 Monate GcfänMis. 6 Wochen Untersuchungshaft | kommen auf die Strafe in Wrrchnnng.

Letzte Nachrichten.

Die nlsscnfeindliche Bewegung in Persien.

(WTB.) Wien, 6. Oft. (Nichtamtlich.) Tie Korrespondenz Runschau" meldtt über KonstMttnopel: Tic russcnferndliche Be­wegung in Persien gewinnt immer mehr au Um­fang. Auf der russischen Gesandtschaft in Teheran sind Droh- briese gesunden worden. Rußland will deshalb zum Schutze seinei Untertanen und des diplomatischen Personals Truppen abscnden und verschärfte Maßnahmen auf den russischen Bahnlinien er­greifen. Bedrohlich hat sich die Lage sür die Russen in Ardebil gestaltet, das ziemlich befestigt und geeiMet ist, den Russen Un- gelegcnheiten zu bereiten. In Täbris, Kaswin und Serab wurden Befreiungskomitees gebildet, die großen Zuzug erhalten. Beim Unar-Gebirge kam es zu hestigeu Gefechten mit den russischen Greirztruppeu, in denen die Schachsewcnnen die Oberhand er- lMgten. Tie Lage in Südpersien ist für die Engländer bedenklich

Die Wiederbelebung des belgischen Gewrrbeflritzes.

(WTB.) Brüssel, 6. Oft. (Nichtamtlich.) Unter den ver­schiedenen Bemühungen, welche Generalgonverneur Freiherr v. d. Goltz zur Wiederbelebungdes belgischen Gewerbe­fleißes unternommen hat, muß diejenige hcrvorgehoben werden, durch die der hochentwickelten Zuckettndustrie Belgiens die Eröff­nung ihrer Erzeugungskampagne in ersprießlicher Weise ermöglicht und die Verwertung der reichen Zuckerrübenernte gesichett werden soll. Es handelt sich dabei vor allem um die Sicherung der Zufuhr von Brennmatettalien und Kallsteincn für die Fabriken, wofür die Benutzung gewisser Bahnen erforderlich ist, die teilweise noch für militärische Zwecke in Anspruch genommen sind. Aus Anregung der Zivilverwaltung sind die Interessenten zunächst verMlaßt morde», den militärischen Eisenbahnbehörden ihre Wünsche gesammelt vor- zulegen.

Die Russen als Kunstfreunde.

(WTB.) Berlin, 7. Oft Nach Meldungen polnischer Dlätttt haben die Russen Ms dem Ossolinsftschen Nationalmusemn M Lemberg 1034 Gemälde, darunter Meisterwerke von Raffael und Tintorctto, ferner 28 000 Kupferstiche, tausende vvu Münzen, Medalllen, Büchern, Handschttften und verschiedene »n- tional-pvlnische Reliquien nach Petersburg geschafft.

Der moderne Festungskrieg.

(WTB.) K r i st i a n i a, 7. Okt. (Nichtamtlich.) Anker der UeberschriftVor dem Fall von Antwerpen" schreibt der militärische Mitarbeiter der ZeitungAftenposten":, Aus dem Gebiete des Festungskrieges ist dieser Krieg eine einzigr Reihe von Ueberraschungen gewesen. Die deutschen Belage­rungsheere haben sich über die früheren dafür geltenden Grundsätze hinweggesetzt. Die modernen Begriffe über die Schutzmittel gegen das Artilleriefeuer sind von den Kanonen­schüssen der phänomenalen 42-Zentimeter-Mörser weggefeg' morden. Diese neueste Methode, durch welche die neueste« und stärksten Festungen sozusagen von den deutschen Belags rungsheeren weggepflückt werden, kann man mit Ehre als made in Germany bezeichnen.

Verantwortlich fürFeuilleton",Genchtssaal" n.BerniischdTI I, V.: August Goetz.