Warf W>nprrr. 3toi-9tc0t 1*6 <n« Arnbach. — 8t. d. R. ttrtb LanditslmnNmchhatter 'Wbnt W c t ß aus WieSlxidiU. — Feldiv- Lt. Phil. Ruppert. Jns.-Regt. 80 auS Dotzlzernk. — Off. Stellv. und Bürgrrmcistkreiftkr«är Karl Schipporeit, Land sturm-Hat. Wehlar ar«S Ulm, Kr Wetzlar. — Unteroff d. Res und Landmesser Fritz Moeller, Jns.-Regt. 41 aus Ebentadt bei Darmstadt. — Cinj.-Untervss und Lehramtsass. .Hermann Rudolph, Inf.-Rvgt. IIS «ms Darmstrdt. — Lt. Start Senner, Jns.-Regt 173 aus Kronstadt — Bizeseldw d. Res. Joses Sie idle aus Darnrstadt. — Lt. d R. Fritz Böckmann, Jns.- Regt. 143 aus Dornrftadt. — Laudwehrm. Gg. Scherer, Land- ioehr-Jns.-Reat. 116 aus Darmsladt. — Musk. Val. Wagner, Jns.-Regt. 1Ü8 aus Weiterstadt. — Frhrl. Kammersekretär ?ldols Knapp aus Lauterbach — Res. Konrad Heuser, Jns.Regi. 116 aus Alsfeld. — Gesr. d Landw.-Art. Heinrich Kaiser aus Engelrod. — Res. Heinrich Lust, Jns.-Regt. 116 aus Eichelhain.
— Res. Carl Kirschbauin, Jns.-Regt. 178 aus Gießen. — Lt. d. R. und Oberlehrer Wsred Lu crus, Jns.-Regt. 17 in Burgfternsurt. — Res. Ludwig Lüter, Jns.-Regt. 116 in Gie Heu. — Landwehrm. Wilch Grau, Res.-Jins.-Regt. 116 aus Treis ad. Lda. — Musk. Phil. Leinweber, Jns.-Regt. 116 aus Treis a. d. Lda. — Landwehrm. Ludw. Fink 11., Ins-Regt. 116 aus Stauscnbcrg. — Res Karl Chr. Hrll aus Gießen. — Landwehrm. Phil. Euler, Jns-Regt. 116 aus Ajbaäi. — Landwehrm. Karl Haas, Jns.-Regt. 116 aus Wieseck. — Fähnrich Heinz Seidel, Jns.-Regt. 160 aus Schotten. — Res. August Gei ß, stzts.-Regt. 116 «ins Unter-Seibertenrod. — Unteross Hernnrnn Dorr, Jns.-Regt. 116 «rus Erda. — Unteross. Jakob Schmidt, Jns.-Regt. 171 aus Bnrgsolns. — Gesr. Heinrich Schicke da uz, Jns.-Regt. 115 «rus Ossenbach a. W. — Off.' Steüv. cand. ing. Otto .Hugo Dorrimk, 4. bayer. Jns.-Regt. aus Darmstodt. — Landwehrm. Gustav Wilh. C l a c s, Jns.- Regt. 87 aus Oberroßbach — Landwehr«. Robert Schatz aus Dillenburg. — Lt. und Adiüt. Reinh. Dang ers, Feldart - Regt. 33 aus Dillenburg. — Oss.-Stellv. und Oberlehrer Dr. Adolf Gnnckell. i^rf.-Re^. 87 in Siegen. — Gesr. d. Res. Heinz Heinr. Haber, Jns.-Regt, 88 -ms Alsfeld. — Musk. Fritz Streu der. Jus-Regt. 116 aus Ortenberg. — Musk. Joh. Sallads, Jns.-Regt. 81 aus Weilburg. — Lt. u. Ad,. Wilh. Durst, Jns.-Regt. 80 aus Arnsheim. — Musk. Karl Hetz. Jns.-Regt. 117 aus Main». — Res. Leonhard Göbel aus Groß--Biei>erau. — Serg. Hans Saedtl e r, Jns.-Regt. 8, aus Wiesbaden. — Unteross. d. R. Roben von Pelcke, Jns.-Regt. 80 aus Dausenau, — Freiw Kraftwagens iihrer cand. >nr. Jos. Übrig aus Biebrich — Res. und ArMtekt Leo Hö tze l aus Wiesbaden. — Res. Friedrick, Hamprecht, Jns.-Regt. 80 aus Wiesbaden. — Lberlt. und Komp.-Führer Gerhard Worgeck aus FmnksuN a. M. — Untenoss. d. R. Anton Kauth, Jns.-Regt. 81 aus Fr-nckchrt a. M.
Perwmüxle des Jnf.-Regts. Nr. 168 aus Obersirssen.
Serg. Karl Diehlmann, Unterschmirtcn. Kr. Büdingen, schv.
— Musk. Friedrich Reuter, Romrod, Kr. Alsseld, schv. — Musk. Ernst Bender, Griedel, Kr. Friedberg, schv. — Gesr. Karl Lust, Bermutshain, Kr. Lauterbach. vm. — Musk. Heinrich Schmidt I., Rainrod, Kr. Msscld, schv. — Musk. Gustav Schäfer, Büdesheim, Kr. Friedberg, lv. — Res. Karl Kunz, Ober-Erlenbach, Kr. Friedberg, vm. — Minsk. Karl Stein, Rudingslxrin, Kr. Schotten, vw.
— Vizeseldw. Wilhelm Diegel, Groß-Felda, Kr. Msscld, lv. — Musk. Hermann Jklcr, Vilbel, Kr. Friedberg, tot. — Einj.-Frcrw. Unteross. Hans Thcis, Britzbach, Kr. Friedberg, schv. — Musk. Konrad Heinz, Nieder-Weisel, Kr. Friedberg, schv. — Musk. Otto Rüht, Grünüerg, Kr. Gießen, lv. — Unteross. Louis Deibel, Slauieuberg, Lr. Gießen, tot.
** Von ked^ndttvn utriy tvielt 116ertt. Was ter deutsche Soldat aus dem Schützengräben oder am flackernden Wachtfeuer tn diesen Dayen seinen Lieben in der fernen Heimat schreibt, das darf man gottlob später einmal heranziehen und der Welt bekanntgeb'en, wenn es gilt, zu bewei,en, wo in diesem Kriege menschliches Fühlen und innere Kultur Kr finden waren. Die würdelose Presse nnserer Widersacher,, ratlos, wie sie den kommenden Zusammenbruch verbergen soll, muß die Instinkte der Massen vvm der Schuld ihrer Führer gewaltsam ablenken und hält ihren Lesern das Phantom deutschen Barbarentums in immer neuer Aufmachung vor. Wüßten diese Leser, welche Gedanken aus deutschen .Feldpostbriefen sprechen, Rhmten T* c sehen, welch heiße Liebe zu Heimat und Familie, welch tiefes Mitleid mit dem furchtbaren Elend der irregeleiteten Bevölkerung in Feindesland, welch ein Berständrtis für die hohen Ziele des Riesenkampses, welch eine ans Herz fassende Unterordnung unter den Willen des Höchsten aus den Zeilen des einfachsten Musketiers wie des Gelehrten im feldgrauen Rock sprechen: Sie würden den Geschichtsfälschern weniger Glauben schenken.
Bor uns liegen Postkarten aus Frankreich, eng beschriebene Matter aus einem Notizbuch, zerknitterte Briefbogen, alle mit den sichtbaren Zeichen, daß der Schreiber über Form und Inhalt seiner Briese nicht lange am Schreibtisch nach denken konnte. Geschrieben, wo der Absender ging und stand, so traten die verschmutzten Blätter ihre Reise an. Wir wollen aus chnen ein paar Stellen wiedergeben, die einiges von dem erzählen, was unsere 116er taten, und beweisen, daß deutsches Wesen, an dem ja nach dem Dichterwort oie Welt genesen soll, verdient, wieder und wieder genannt zu werden, wenn ringsum Verleumdung und Lüge statt ehrlicher Waffen gebraucht werden. Bon M>ei Brüdern, 116ern, einem, den schon Frankreichs Erde deckt, und einem, der noch kämpfen darf, rühren die folgenden Zeilen, die zunächst die Feuertaufe der 116er
schildern.
Heute endlich sollen wir hie Feuertaufe erhalten, und wie schrecklich ist sie ausgefallen. Wir marschieren morgens ab in der Richtung auf tüL und kommen an einem großen; Hospital vorbei, das doch so bald überfüllt sein wird. Die Division marschiert aus und das Regiment wird in vorderer Linie eingesetzt. Unser Bataillon am reckten Flügel, 8. und 7. Kompagnie in vorderster Linie. Erst wird noch schnell gegessen, und lo§ geht cs. Wir M-rrschieren im Bogen nach links, überschreiten einen kleinen Bach und klimnieu den steilen 4lh- hang hinauf Tie Spitze unter Leutnant H. geht vor und erhält ganz plötzlich Feuer, fei. (bet Bruder des Schreibers, schiebt im Marsch-Marsch den Rest des 1. Halbzuges ein, und ich bringe noch zwei Gruppen des 2. Halbzuges mit nach vorne. Hei, wie pfeifen die Geschosse und dann ein scharfer Knall: der Anfsrhkag, vor mir liegt der erste Verwundele Wik sind noch nicht iu der vordersten Linie drin, da bläst es Seitengewehr pflanzt auf. Nun aber los und drauf, mü Hurra geht es gegen den Franzmann und ein paar Schritts vor uns springt er auf und läuft weg, wir immer hinterdrein bis zum Waldrand. Was von Franzosen in erster Stellung lag, ist tot oder schwer verwundet. Vor dem Walde ist ein Graben, in diesem nahmen wir Stellung irnd zn imserem Glück Denn was hinter uns ist, feuert nun alles auf den Wald, vor dem wir liegen, und gleichzeitig erhalten wir französisch«« Flankenseuer. Die .Kugeln Weiten nur so durch die Luft. Es ist ganz furchtbar, im Kugelregen zu liegen und sich nicht verteidigen können. Dann wird der Wald gesäubert und ich gerate unter die 115 er, und wir nehmen am Waldrand links Stellung. Vom Feinde sehen nur überhaup! nichts, nur erhalten wir von vorne, links und von hinten Feuer. Daraus wird am linken Flügel ein Haken gelegt und wir verteidigen uns nach zwei Fronten. Nach ungefähr zwei Stunden wird alles nackt rechts gefummelt und es geht vor aus einen ungefähr l00 Meter vor uns liegenden Berg. In Schützenlinie geht es vor.
dabei wird eine Fahne erbeutet Oben an gekommen, können!
wir nidtt mehr weiter, da lbeks von Uns 115. M.-G.-K. in Stellung liegen und reckchs von uns srauzösisck>es Masckstnenge- welirseuer ist. Wir bleiben so lange liegen, bis das Signal: 2. Bataillon sammeln ertönt. Von überall kommen die Versprengten an, Bertoundete werden von .Kameraden Izcrbeigeschleppt, es ist ein trauriger 'Anblick. Am Sammelplatz ist mein Erstes, nach H. zu tuchen, und finde ihn, wie er mit ein paar Mann von nnserer Mmpagnie ankonimt und soeben mit .Hauptmann P. von den 115ent eine französische Batterie genommen hat. Wir umarmen uns und begrüßen uns auss herzlichste. Dann liegen die Kompagnien geschlossen am Boden. Aber nur noch die Hälfte ist da. — Ein ergreifender Augenblick ist es, als ein Mann das Lick „Nun danket alle Gott" anstinrmte und alles leise mit einstimmte. — Daun geht es in langsamem Marsche zurück in das nächste Dorf. Es ist Nacht. Bon rechrs und von links jammern die Verwundeten und schreien um Hilfe. Was noch zu tragen ist, nehmen wir mit. Aber nur langsam kommen wir vorwärts. Der ganze Zug ist ein trauriges Bild. Wir kommen glücklich an. Iu dem Ort ist eine Sanitatskompagnie in fieberhafter Tätigkeit. Die ganze Nacht werden Verwundete herbeigebracku und verbunden. Wir rücken in ein verschanztes Lager «in, das die früher Angekom- mcnen errichtet haben, und schlafen auf blanker Erde. Aber die Erregntig läßt einen Nicht einschlasen. Die ganze Nacht hört man das Meisen Und Platzen der Geschosse, aber auch das Stöhnen und Aechzen der Verwundeten.
Der in der Erzählung mehrfach erwähnte Bruder H. schreibt vom gleichen Gefecht:
Gestern haben wir die Feuertaufe erhalten. Wir halben von mittags 11 Uhr bis abends 8 Uhr dauernd im feindlichen Feuer gekegen und haben ganz furchtbare Verluste da- vongetragcn Ich habe, mit einem .Hauptmann von den 115ern eine feindliche Batterie genommen. Dieses sind die ersten sechs erbeuteten Geschütze für uns Hessen.
Die folgenden Briefe und Nachrichten der beiden Brüder lassen namentlich ihr herzliches Einvernehmen erkennen und erzählen in bunter Folge von den Erlebnissen der schweren Tage und Kümpfen der 116er. Dann hören di« Nachrichten des Einen aus: das Svldatengeschick hat sich an ihm erfüllst und der Bruder muß nach Hanse berichten:
Heute ersahre ich erst, datz die Bemmndteng tätlich verlausen rst Dn muht Dich mit den anderen trösten. Es ist nun einmal vorbestimmt, wer fällt. Hoffentlich ist er nicht umsonst gefallen, denn wsenn Du dos Elend hier herum siehst, so hast Du gar keinen Sinn mehr für etwas anderes. Ganz« Dörfer werden angesteckt, die Leute verlassen ihr Dorf, alles ist öde. Die Sachen» die H. noch im Besitz hatte, habe ich erhalten und werde sie sobald als möglich schicken. Und weiter:
Wie hast Du die schreckliche Nachricht ertragen? Lieb« Mutter, nimm es Nur nicht so schwer und denke an die Bielen, die jetzt fern vom Schlachtengetümmel ihre letzte Ruhe haben und nicht mehr die täglichen Sorgen ertragen müssen. Denke immer, ihm ist wohl, er hat als tapfer» Krieger gekämpft und hat unserem Namen nur Ehre gemacht. Denke Dir, er hat es noch erleben dürfen, daß er das Eiserne Kreuz erhalten sollte: welch hoher Lohn für feine Taten. Nun liebes Mütterchen, nimm allen Mut zusammen, denn wenn ich nach Hause kommen sollte, was Gott uns geben möchte, wird hof- femlich noch alles gut Du hast doch bis jetzt noch einen Sohn und wieviele Mütter beweineir den Tod aller ihrer Lieben. Wieder in einem andern Brief schreibt der eine Bruder: Denn denke, jeder tote Franzose hat vielleicht auch eine Mutter zu Hause, oder eine ilm liebende Braut oder Frau und Kinder, die später in Tränen und Kummer auf ihn lauern werden. Wahr ist es ja, wir kämpfen um Unsere heilige Sache, und wer fällt, hat hoffentlich sein Mut nicht umsonst vergossen. Ruhig könnte man jederzeit sterben, wenn man nur wüßte, ob auch zu Hause damit erspart bliebe, was hier den Zurückgebliebenen znstößi.
Soldatenbriese! Auch aus ihnen wird später die Geschichte die Wahrheit erkennen. Liegt nichü in den schlichten Worten ein ganz anderes Denken und Fühlen für das, was 'ich auf den Schlachtfeldern Europas jetzt doklzieht, cils in den hohlen Phrasen, ruit denen unsere Feinde ihr unrühmliches Dun begleiten? Hier die ohnmächtige großsprecherische Berständnislosigkell für die furchtbaren Zeitlänie, dort jenes Heldentum, das nur aus Recht und sittlicher Kraft entspringt. Und deshalb sind Feldpostbriefe gar so oft mehr als Briefe chlechthin: Sind Antworten auf Fragen, die Dod und Ehre ttllen, und die wahr sein müssensk
**RitterdesEisernen Kreuzes. Leutn. d. Res. Moreit (Walter), Leutn. d. Res. Morell (Ernst), beide im Fnf.-Megt. 115; Leutn. d. Res. Hermann Böning im Lcmdwehr-Jnf.-Regt. 116; Mexander und Georg Becker aus kDarmstädt; Dr. Becker, Haupttn. d. Res. im Ins. Regt. >115; Stabsarzt Dr. W«e, Jus.-«Regt. 117 aus Wetzlar: Drag. Hans Hardt, Drag.-Regt. 5 in Wetzlar; Feldw. Wilh. Wiederfpan, Jns.-Regt. 80 aus Burgsolms: Otto Dyckerhoff, Mltmeister b. Res. im 23. Garde-Drag!.- Regt., (Eduard Dtzckerhoff, Oberleutu. d. Res. im Ol- denburgischen Drag.-Regt. ist, aus Mainz-Amöneburg; Regi- meutsadjuiant des Füsilier-Regts. v. Gersdorff (Kurhess.) Nr. 80; Oberleutu. v. He er in g e n und Oberleutu. Mu h l vom Jns.-Regt. 118 in Worms; Oberleutn. Kurt Her sing, Kompagniefiihrer im Res-Inf -Rgt. 118; Leuttr. d. Res. beim 115. Jns.-Regt. Adolf Riechmann; Bizeseldw d. Res. Dp. Paul Mbert aus Wiesbaden; Offizierstellvertr. im Res.- Jsts.-Regt. 118, Umbach, Steueranfseher in Groß- Gerau; Generaloberarzt Dr. Ehertz, lange Jahre Stabsarzt im Jns.-Regt. 118; Leutn. d. Res. Grohrock vom Jns.-Regt. 118; Unterofsz. d. Res. Georg Trümmer vom Jns.-Regt. 118; Wachtmeister Aug. Trabert von der 5. Batt. des 63. Feldart.-Regts. in Mainz-Kastel; Erich Bett er, Gesr. im Jns.-Regt. 117; General der Jnsirnierie v. sMudra, früher in Mainz, Wrzeil General des 16. Armeekorps (1. u. 2. ffif.); Haupttnann und Kompagniesichrer d. Res.-Jnf.-Regts. 80, Kaumänns; Bizeseldw. Jo!^. Götz, Jns.-Regt. 116; Landwehrm. Heinr. Holler, Jns.- Regt. 116 aus Ober-Hörgern; Leutn. d. Res.'Franz Schäfer , Jns.-Megt. 116 aus Büdingen; Leutn. Kurt Windecker, Mrt.-Regt. 9 aus Friedberg; Res. Joh. Baß- huiseu «rus Bad-Nauheim; Mzefeldw. Ger big, Jns.- Regt. 115 und Bizenmchtm. Ger big, Feld.-Art.-Regt. 63 ans Maar.
" Aus dem Preußischen Staatsdienst. Der bisherige, in weiteren Kreisen bekannte Direktor deS König!. Preußischen Atzronautischen Observatoriums in Lindenberg, Kr. Beeskow, Geheimer RegiernngSrat Prof. Or. rosck. et phil. Richard Aßmann, der seit Ende April nach Gießen beurlaubt war, ist am 1. Oktober auS dem Staatsdienst geschieden und hat den erbetenen Abschied unter Verleihung des Charakters als Geheimer Regierungsrat mit dem Range eines Rate? 2. Klasse erhalten. Als RuhestandS- mohnsitz hat er Gießen gewählt.
** Frei-Kursus. Der hiesige Gabelsberger- cheStenographen-Verein von 1861 und der Da- men-Verein „Gabelsberger" haben die Einrichtung gelrossen, Söhne und Töchter, deren Väter im Felde stehen, kostenlos in Stenographie auszubilden. Da voraussichtlich nach dem Krieg Handel und Industrie einen großen Aufschwung erfahren werden, wird eine lebhafte Nachfrage nach
tstrhsigen Geschäst^steno««ftche» zu erwarte« fei». Wj Vielter auf die günstige Gelegenheit, sich die Kcwnttns der schrift anzueignen, lnngewlejen. Der Kursus lEgiuutjüI Mittwoch, abends 87« Uhr. in bet Stadlkiiabeuschule, 5 ^
Anlage.
" Berichtigung der Bertwstllst«. Gefreiter d. Jt*
Ernst Fra», aus Gießen nicht tot, soodern. verwundet; er b«»,^ sich in der Gießen» Frauentlinik.
Landkreis Gießen.
X Großen-Linden, 5. Oft. Ans der Jungdentschlg»^, arupp« unseres Turnvereins hat sich ein« I» n q w e hrv^7 über 40 'Mitgliedern gebildet. Sonntag nachmittag fanb imjz Leitung von Haupilehrer Bach eine Uebung im Gelände siatt.^ O Beuern, E>. Oft. Heinrich Anton Kehr, 80(111 i«, Totengräbers Kehr, hat dar Eiserne Kreuz erhalten. ^ O Burkhardsfelden, 4. Oft Die Fürsorge li-, unsere Verwundeten ist allenthalben lobend. S, sg^. melten z«vei Landwirte von hi» bei Mitbürgern 50 Zwetlch»,! »nd andere Kuchen und einen schweren Wagen voll KarlossÄn tn>ü Gemüse und bracht« diese Spende nach Gießen für die BvnamUtt* Krieger.
Starkenlmrg und Rheinhesien.
nt. Ossenbach, 4. Okt. Me städtische Sitre'«?,. fürsorge, die bisher weit über 100 000 Mk. erfordert 5 »», deren Kosten aber bisher in der Hauptsache von den sre w tilgen Spenden gedeckt werden konnten, wird jetzt eine weiter« starke Belastung erfahren, die in der Hauptsache durch dü Uebernahme eines Dekles der Mietsbeträge hervorgerusrn wird. In dringenden Fällen der Not sind den BeMrsti»» bereits Geldbettägx für Miet^ahlungen durch die Kn«K. fürsorge ausgehändigt worden. Die Stadt will hier dem großen Mietselend dadurch steuern, daß sie einen Dil der Mieten übernehmen will, und zwar sollen die MietsdettL» bis zn einem Drittel unter sKzraussetznng der ZahIunK, Unmöglichkeit des betreffenden Mieters durch die Kriegs^, sorge nur dann gelcüstet werden, wenn der Vermieter auf den dritten Teil der bisherigen Miete Verzicht leistet. Ebeusq soll nunmehr den in große Not geratenen FamMen Schuh, werk verabreicht werden. Durch all diese Fürsorgemaßnah. men sind erhebliche Mittel notwendig; die Stadt Ossenbach hatte bekanntlich für die Kriegsnrttersüchungen vorerst eine halbe Million bewilligt, die bereits in Angriff gen^ . men werden mußte.
Kreis Wetzlar.
(-) Lützellinden, 4. Okt. Ti« Sammlung für di« Notleidenden tn O st preußen ergab in uns«» Gem^ude. 192,85 Mk,, im nahen Hörnsheim 85 Mark.
X Launsbach, 4. Oft. Den Heldentod für da« Satedm* starben die Brüder B e ch t h 0 l d.
Hessen-Nassau.
F. C. Niederzwehren, 4. Oft. Die größte« Krieg», gcfangenenlager in der Provinz Hesien-Nassau sind bezw. werden in Niederzwehren in Niederheffen und bei Limburg a. L nach Dietkirchen hin errichtet. Das erstere wird 20000, das letztere 10000 Kttegsgefangene, und zwar Franzosen, Engländer, Russen und Belgier aufnehmen. Gestern und vorgestern sind bereits 6000 unverwnndete Kriegsgefangene in 10 Sonderzügen via Osteßcn auf Statwn Oberzwehren eingettvffen und in das Ktiegsgrs<n> genenlager nach Niederzwehren übersühtt worden. Es waren vornehmlich französische Kriegsgesangene, darunter Turkos und Zu, aven, 100 englische sowie 300 belgische Zivllistsr und belgische Rekruten. UMer den englischen Gefangenen besindet sich ein Schloss», gkbürtig aus Niederzwehren, der im Alt« von 14 Jahren nach England ausgewandett, vor kurzem sich für die englische Armee hat amverben lassen und nun aus so ttagische Art in seine Heimat wred» gelangt ist Im Gefangenen-Lag» bei Limburg w»den Ende dieses Monats die Gesangenentransporte einttcffen. Für die beiden Lag» weiden zur Berstöndigung mit den Kriegsgefangenen zahlreiche Dolmetsch» ans d« Bwöllmmg gesucht.
vanvel.
Don der deutschen Znckerindnftrie.
Berlin, 4. Okt. (WTB.) Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt über die Maßnahmen im Interesse der deutschen
Zuckerindustrie:
Zwei»lei kommt in Bettacht. Ihr sind durch das Ausfuhrverb 0 t die Wege nach dem Auslände abgeschnitten, mindestens be- hindett, sodann tritt ihre Aufgabe, d» Versorgung des heimischen Nahrungs- und Futtermittclmarktes zu dienen, während des Krieges und für die nächste Zeit nach dem .«Riege besonders in dm Bord»grund. Das alsbald nach dem Kriegsausbruch erlassene Ausfiihrv»bot für Zuck» war.,umsv notwendig», als rcgcl- wäßig nahezu acht Zehntel der deutschen Zuckerausfuhr nach England gehen, irnd v»hiudett w»den mußte, daß wir die Feinde mit einem wichtigen Nahrungsmittel vmorgen. Das Ausfuhrv»bot b^weckte, die Engländer wirtschaftüch zu schädigen und »reichte dieses durchaus; in England stieg der Znckerpreis bis aus das Doppelte. Andererseits erwuchsen den inländischen Zuckerinttressenten naturgemüß; Schwierigkeiten. Ans der alten Kampagne sind noch ziemlich er»! liebliche Vorräte lagernd, und eine recht gute Zuckerrüdenernle I steht bevor, so daß ein lidermäßiges, unwittschasilichcs Au- ■ wachsen der Bestände zu befürchten war. Zur Lösung d» Schwierigkeiten war geplant, das durch gesetzlickie Maßnahmen in absehbar» Zeit nicht Absetzbare Zuckwgucmttrm dem Konsum zu- iückznhalttn, die Lomdardrerung zn »leichtern und lediglich ein beschränftcs Quantum zur Ausfuhr sieizugeben. Dies rief besonders in Handels- und Kousiimentenkreisen übhaste Bedenken hervor. D» zweite Plan rechnet mit ein« leichteren .Handhabung d» Ausfiihrdeschränkungeu. Schließlich erschien es als die zweckdienlichste Lösung, das Ausfuhrv»bot für Zuck» als solches zwar auftechtzu»halicn, ttotzdem aber durch eine für jede Einzelsendung nackzusuchende Erlaubnis ein Quantum zur Ausfu hr freizugeben, welches den Bedarf d» neutralen Land» in der bisherigen Höhe befriedigt imd unserer Jridusttie den erwünschten Absatz laßt, soweü dies ohne Schädigung der Interessen des Inlandsbedarfs intögtich ersckieint. Im vorigen Bettrebsjahre hatte Deutschland ein« Zii.ckngen>inmwg von rund 27 Millionen Doppelzentnern, davon werden als beute noch vorhandene Vorräte angenommen 4 Atillionen Doppelzentner. Schätzt man das Erträgnis des bevorstehenden Bettrcbs- jahres wie das vorjährige ein, so würden wir mtt einem Zucksbestand von rund 30 Millionen Doppelzentnern zu recknen baben Jm Vorjahr sind etwas üb» 11 Millionen Doppelzenln» Zucks aller Art zur Ausfuhr gebracht worden. Bleibt d» Industrie eine gleich große Menge zur Ausftrhr fm, so würde die Industrie in iln» brshttigen Bewegungsfreiheit nicht beeinttächtigt, wenn natürlich auch damit gerechnet werden muß, daß wegm des Fortfalls d» feindlichen Märkte die Ausfuhr nicht voll zur Wirkung kommt. Auß» d» in d» Spezialerlaubnis begründetm Kontrolle d» Ausftrhr kommen Beschränkrmgen nicht in Betracht, so daß Industrie und Handel in den bisherigen Bahnen durch Masxnahmen der Behörden nicht eingeengt w»d«n: namentlich kann bei einer solchen Regelung die Aufhebung oder Rückreguliernng von Verttägen nülii in Frage kommen, Ws- dings muß sich die Regiernn-g Vorbehalten, d-iie Ausfuhr zurück- zuhalten, sobald d» Jnlandstzuck» zu den bisherigen Preisen nicht zur Verfügung gestellt od» etwa d» Zuck» in nnwirt- schasllicher Weise dem Jnlandskonsnm, d» menschlichen Ernährung und der Berfütterung entzogen wird. Sollte dies» Fall ein- lrelen, so wird man nicht zurücksrhrecken, die Ausfuhr zu sperren und Höchstpreise einzuftrhren.
Märkte.
Gießen, 6. Okt Marktbericht. Au! dem bentigen Wochenmarkte kostete: Butter das Plund 1,10—1,20 Mk.; Hühnereier 1 Stück 10—10 1 /, Psg., 2 Stück 00 Psg.; Enteneier 1 St. 0 Plg-,


