müssen Alles hnrb zurücktantten müssen vor der großen
' ges zu heilen. ^
und Geduld nötig. Darum wollen wir aushalten und
Ausgabe, die Wunden deS
Dazu ist Treue
fleißig sein, bis uns wieder bessere Zeiten geschenkt sind, und unsere tägliche Bitte in diesen unruhigen, leid vollen Wochen soll es sein, daß uns Gott diesen Krieg elf-reiivUlls und erfolgreich zu Ende fiihren lasse, damit wir und unsere Nachkommen in zukünftigen Zeiten das Erntedankfest wieder in Frieden und Freuoe feiern können. H. B.
Klärt Freunde und Verwandte im Auslände über dir Kriegslage und über die englifch-französ. Schwindelberichte auf!
Noch immer besteht die Notlage fort, daß die neutralen Staaten, besonders Amerika, Italien, Spanien, Rumänien mit geradezu unglaublichen Entstellungen der für Deutschland und seinen Verbündeten so glücklichen Kriegslage, über deutschen Vandalismus und die angebliche wirtschaftliche Notlage unseres Vaterlandes überschwemmt werden. Immer wie- der gilt es, zur Abwehr alle Freunde und Verwandte im Auslande durch Briefe, Postkarten, Zeitungen über den wahren Tatbestand zu unterrichten und gegen jenes Lügensystem zu protestieren. Von den vom Deutschen .handelstag hergestellten Kriegsberichten liegt wieder eine neue Nummer vor, die für jene Zwecke gute Dienste tun wird und in verschiedenen Sprachen ausgegeben ist. Die Berichte werden in den hiesigen Vuchhandlungen und im L e s e - saal der Universitätsbibliothek unentgeltlich abgegeben.
** Das Landsturnr-Fnfanterre-Bataillon Gießen I wird, wie verlautet, unsere Stadt in nächster Zeit verlaßen. Es ist kein Zweifel, daß Offiziere wie Mannschaften auch außerhalb der heimischen Provinz dem deutschen wie dem hessischen Namen Ehre einlegen werden, welches immer auch die Verwendung des Bataillons sein inöge. Dafür bürgt der tatensrvhc Geist, der alle beseelt und sie antreibt, ftlr heimische Sitte und Art bis MM äußersten einzusteben, denn — wie es in einem auf allen Straßen gesungenen Soldatenliede heißt — „es sind die i allen Schwerter noch, es ist das deutsche Herz, man zwingt sie nimmermehr ins Joch, sie dauern aus wie Erz". Ausnahmslos ' liebe Erinnerungen an die hier verlebten Wochen sind es, die unsere wackeren Landsturmmänner bei ihrer Ausfalnt begleiten
werden, darf man doch offen Mgestehen, daß die herzliche Aufnahme, die sie in Gießen bei hoch und niedrig gefunden haben, bewiesen
hat, daß die Bürgerschaft die Einauartierungen nicht als drückende Last, solchem als ehrende Auszeichnuam empstndct. Soldat uich Bürger wissen sich eben eins in dem Bewußisam treuer Pfllchl- erfüllung hier wie draußen, und dieses Band kann nimmermehr zerrissen werden. Mit dem Dank an Stadwerwaltung und Ein
, wohnerschaft verbindet sich auch der an die Vorgesetzten, die ihre besten Kräfte dafür eingesetzt haben, aus den in lar
dasür eingesetzt haben, aus den in langen gesegireten Friedensjahren in Nähr- und Lehrstand festgelegten Kräften einen einheitlichen und leistungsfähigm Wehrstand zu schafsm, dem das Volk die Sichemng seiner heiligsten Güter getrost anvertrauen kann. An erster Stelle ist hier Oberstleutnant v. Knobelsdorfs als Führer des Bataillons zu nennen, dessen wahrhaft väterliche Fürsorge sich im Großen wie im Kleinen bewährte. Hohe Anerkennung verdient auch die hingebende Arbeit der eiirzellien Kompagniehührer wie der schier unermüdlichm Ofsizierstellver- treter.
** Die Brotliefernng für die französischen Gefangenen ist der Bäckerei des Konsumvereins Gießen und Umgegend übertragen worden, die mit ihrem Angebot billiger war als die vereinigtm Gießen er Bäckermeister. Es sind vorerst täglich 2 —3000 Brode zu liefern.
** Nationaler Frawendieüst. Wir werden gebeten, noch einmal darauf aufmerksam M machm, dan> der „Na t r o n a l e
F r a U e n d i e n st" in Gießen eine Dienststelle «tngrrichtet hat,
die bereitwilligst und unentgeltlich eurem Jeden zur Verfügung steht, der beim Schreiben, Verpacken und Adressieren von Feld- postsendungen des Rates oder der Hilfe bedarf. Man wende sich Montag, Mittwoch und Freitag 9—11 Uhr vormittags an Frau Professor Kalbftcisch, Südanlage 4II.
** Sitzung des Provinzialausschusses, Am Samstag, den 10 . Oktober JL914. vormittags i 0 Uhr, sindet eilte Sitzung des Provinzialansschusfes mit folender Tagesordnung statt: 1. Klage des Jakob Görnert II. zu Ettingsbausen gegen, Großh. Kreisamt Gießen tvegen Aushebung eines Polizeibcfehls. 2. Klage des Heinrich Rupventhal zu Rockenberg gegen Großh. Kreisamt Friedberg wegen Versagung des Wandergewerbescheins für 1914. 3. Klage des Johannes Roth VI. zu Berstadt gegen die Gemeinde Berstadt wegen Verweigerung des Allmendnutzens. 4. Antrag auf Entziehung des dem Geometer 2. Klasse A. K. Th. Drehl zu Friedbecg erteilten Patentes. 5. Klage der W. Schäfer Witwe zu Rodenbach gegen die Fürsorgekasse für Gemeindebeamtc loegen Nichtgewährung von Witwen- und Waisengeld.
** Verbandstagung der gemeinnützigen Bauvereine im Großherzogtum Hessen. In der Ueber- zeugung, daß eine Aussprache über die Handhabung der Berwal- tung der Bauvereine in Dessen währcird der Kriegszciten ersprießlich sein werde, hat der Verband der Bauvereine auf Sonntag, den 11 . Oktober, vormittags 10 Uhr, eine Verbandstagung in Gustavsburg, Kaisersaal, Darmstädter Landstraße 133 anberaumt. Auf
der Tagesordnung steht u. a. ein Vortrag des Landeswohnungs- inspektors Gretzschel -Darmstadt über das Thema: Die ge
meinnützigen Bauvereine und der Krieg.
** Vom Obstmarkte. Obwohl die Jahreszeit recht vorgeschritten ist, sind die Preise auf den rheinhessischen Obst- mäckten immer noch recht niedrige. Der sehr reichliche Er
trag der diesjährigen Obsternte macht sich eben auch jetzt noch,
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nachdem der Versand, besser von statten geht, bemerkbar. Der Ver kehr auf den rhernhessischcn Obstmärkten ist, wie es sich ani deutlichsten durch die Abfuhr ausprägt, außerordentlich belebt. Größere Einkäufe sind von den Konservensabriken zu verzeichnen.
•• Die Silberne Hochzeit feiern am Montag, den 5. Oktober, Herr Louis A l t h o i i und Frau.
Kreis Lautcrbach.
iä. Sickendorf, 2. Okt. In dem von Herrn Baron R i e d e s e l bergerichteten Lazarett in der Reitbahn seines hiesigen Schlosses und nunmehr die erste» Verwundete» «ingetroffen. DaS Lazarett dient als Erholungsstätte für Leichtverwundete. Die ärztliche Versorgung liegt in den Händen des Dr. Stotz von Laulerbach.
Hessen-Nassau.
-b- Cronberg, 2. Okt. Sämtliche sich in Cronberg zur Genesung aulhaltenden Soldaten waren am Donnerstag von dem Prinzenpaar Friedrich Karl von Hessen nach Schloß Friedrichsho! zu G a st geladen. Tie Krieger wurden mit Kaffee
und Kuchen bewirtet. Während der Kaffeeiassl, die die Prinzessin selbst bediente, unterhielt sich Prinz Friedrich Karl mit den wackeren Soldaten über den Krieg in kameradschaltlichster Weise.
Schwurgericht.
th. Gießen, 3. Oll.
Das Schwurgericht verhandelte gestern gegen den Müller Karl Heinrich Schneider aus Obermörlen wegen Meineids. Die Anklage vertrat Gcrichtsassrssor Knauß, die Verteidigung führte Justizrat Katz. Nach dem verlesenen Anllagebeschluß wurde der Angeklagte am 28. Mai vor dem L-chösfengericht Bad-Nauheim als Zeuge in einer Privatllage zwischen den Cheffrauen M. und V. vernommen, die sich darum drehte, daß die Frau M. mit einen: fremden Manne — es handelte sich um den jetzigen Angeklagten — sich des Nachts in den Kuranlagen hcrumgetrieben haben solle. Der damalige Zeuge Schneider stellte damals unter icinem Eide
in Abrede, mit der Frau M. zu der fraglichen Zeit in den
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anlagcn gewesen zu sein, er sei zu der Zeit nicht einmal in sf^ heim gewesen. In der Verhandlung vor dem Schwurgerichts
durch Zeugen, u. a. die Frau SS., festgestellt, daß diese Aursa,„ des Angeklagten der Wahrheit nicht entsprechen, daß er vielmch tatsächlich wiedcrlwlt mit der Frau M.^ daruntz.
auch zu der von ihm abgcstriltencn Zeit zusammengetrofien sei 3 . Angeklagte mußte diesen Feststellungen gegenüber einräumen, dm seine damaligen Aussagen sich nicht streng an die Wahrheit J halten haben, führt aber zu seiner Entschuldigung an, er habe di, Frau M, schonen wollen. Den Geschworenen wurde die 3 ^. vorgelegt, ob sich der Angeklagte des Meineids schuldig geniich habe, und aus Veranlassung des Verteidigers die Zusatzsrage » stellt, ob sich der Angcllagte bei Angabe der Wahrhell einer sstas baren Tat bezichtigt haben würde. Der Vertreter der Anklage behördc trat für bie Bejahung der beiden Fragen ein. Die (j^ schworenen schlossen sich der Auffassung der Änllagrbehörd« an worauf aus ein Jahr Gesängnis gegen den Angeklagten erkann werden mußte, da die Zusatzfrage der Verteidigung einen Straf milderungsgrund in sich schloß.
-h- Frankfurt a. M., 2. Okt. Tie Strafkammer verur teilte heute den 30jährigen Lederarbeiter Konrad C l a u e r Wege, Tötung seiner Ehefrau zu der gesetzlichen Mindeststras von 3 Jahren. Clauer hatte, als er am 4. August in das ft«, eintreten sollte, seine kranke Frau aus deren Verlangen durch eins Schuß in das Herz getötet und sich dann selbst zu entleiben ver sucht. Der Mann genas aber wieder. Das Gericht bedauette, bo- es nicht unter das gesetzliche Mindestmaß gehen konnte und ga dem Verurteilten, der durch eigene Krankheit und das Leidende Frau zu der Tat getrieben wurde, anheim, ein Gnadengesuch ein zureichen,
Straßburg i. Elf., 2. Ott (W.T.B. Nichtamtlich.) Bq. Kriegsgericht Neu-Breisach erläßt rate Beschlagnahme Verfügung über das Vermögen des FalnBkirten Johann Haef f e l e, bisher in Gebweiler wohnhaft, zurzeit ohne bekannte Wohn- und Aufenthaltsort. Es ist gegen ihn eine tlnversrichnn, wegen Landesverrats im Gange. Haeffele ist, nach de „Straßburger Post", hinreichend verdächtig, sich dieses Verbrechen dadurch sckfuldig geniacht zu haben, baß er französischer Truppe» in Gebweiler als Führer gedient und ihie aus deni Postamt die Telegrapheiiapvaratc und Leitungen zur Zwecke der Zerstörung gezeigt hat. — Wie dasselbe Blatt an Basel berichtet, ist der 53 Jahre alte Agent Adolf Reis sec au Scnuheim im Oberelsaß in der Berufungsinstanz vom fchinnze rischcm Gericht wiederum zu drei Jahren Zuchthaus vn urteilt worden, weil man in seinem «Besitz eine Bombe gesuiHe hatte. Er wollte damit im Interesse Frankreichs dre Walds Hüter Eisenbahnbrücke in die Luft sprengen. I, der Verhandlung wurde auch bekarurt, daß ein noch nicht ermittelte Täter anfangs September einen Anschlag auf die Schwarzivald bahn her der Station Ortenberg veriibt hat.
Leipzig, 2. Okt. (W. B. Nichtamtlich.) In dem Heu« vo dem Reichsgericht verhandelten Spivnageprozeß gqe den Schreiber bei der Ersenbahiwircktion Dppeln, Paul Czeä wurde der Angeklagte wegen versuchten Verrats militärischer ®< bermnisse in Tateinheit mit Diebstahl unter Eirrrechrrung einer vv, Schwurgericht Oppeln gegen ihn erkannten iienirmonatigrn G< fängnisstrafe zu einer Gesamtstrafe von 5>/« Jahren Zuchthau! Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte für die Tauer von zch Jahren und Zulässigkeit der Polizeiaufsicht verurteilt. 3troi verschärfend kam in Betracht, daß der Angeklagte Deutscher, und daß er, wie er wußte, die geheiinzuhalteuden Pläne über Bahn Höfe und Eisenbahnstrecken, die im Krllgsfalle zur Berwendmi kommen sollten, zu einer Zeit verraten wollte, als allgemein scho nur dem Kriege gerechnet wurde. Wie aus der llrteilsbegrüirdim weiter hervorgeht, hat Czech sich mit seinem Angebot an de russischen Militärattachee in Berlin gewandt.
Liebigshöhe
Sonntag, den 4. Oktober 1914
Großes Konzert
(Streich-Musik)
10224D
zum Besten der Hinterbliebenen derimKriegegefallenenGießener
Ausführende: 34 Herren ehemalig Militärmusiker und sonstige Kräfte. Direktion: Der Grossh. Musikdirektor a. D. Herr C. Kransse.
Anfang V»5 Uhr. Eintritt 50 Pfg.
--Verwundete sind Gäste. -
Der
Gesangunterricht
hat wieder begonnen
Ida Stammler
Wilhelmstrasse 1
Wir machen unsere Mitglieder, insbesondere die Jugend Abteilung daraus ausmerksam, daß ab
Montag, den 5. Oktober ds. Js.
wieder regelmäßig unsere UebungSstunden im Volksbad staltsinden, und zwar
jeden Montag u. Donnerstag nachmittags ab k'j. Uhr.
l03271), _Der Vorstand.
I Sp Ö hrer££^ Höhere H andelsschule flalwjj
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300 Stück Sellerie,
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Die Lieferungsbedingungen liegen an de Werktagen von 3 bis 5 Uhr nachmittags auf der Verwaltungsbureau offen.
Angebote, verschlossen und mit entsprechend« Aufschrift versehen sind mit den Mustern bis zur
Mittivlich, den 14. Müder l. Zs., vormittags 11 Hl!
abzugeben. Die Zuschlagsfrist beträgt 8 Tage. Gießen, den 30. September 1914.
Großh. Direktion der chirurg. Univ.-Klinik.
P o p p e r t. 10220
Vergebung.
Für die Großherzogliche Klinik für Psychisch und nervöse Krankheiten in Gießen soll die ßt ( ferung von
400 Ztr. ausgelesencn Speisckartoffeln,
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Gießen, den 29. September 1914.
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