Einzelbild herunterladen

eilten und eidlich verneinten Fragen verstanden hat und auch icht im Zweifel gewesen ist, warum ihm der Verteidiger die er- ; ahnten Fragen vorgelegt hat. Der Zeuge bemerkt, daß er lang! ' ahre dienstlich mit dem Angeklagten in seiner Eigenschaft al r uffichtsbclxörde über das Ortsgericht in Berührung gekommen ist I r habe dabei nie wahrgenommen, daß Münch an Schwerhörigkeit I rde. Den Feldschützen schätze er als einen pflichttreuen. vorsichtigen I:d wahrheitsliebenden Mann. Auch dem Angeklagten steh: ein « ,tcr Leumund zur Seite, doch habe er sich leider zum Sprachrob. I ner dem Feldschützen feindlichen Partei in Larbach gemacht. - 'er Gerichtsschreibcr Fo r m h a l z - Grünberg hat bei der in ede stehendeti Schössengcrichtsverhandlung protokolliert. Der An klagte lxtt damals als Zeuge entschieden in Abrede gestellt, das, mit dem Feldschützen verfeindet sei, auch ebenw bestritten gegen esen eine Anzeige erstattet zu haben. Ter Zeuge erklärt, ihm sei bei dieser Bekundung kalt über den Rücken gelaufen, denn er atzte aus seiner amtlichen Tätigkeit, daß mindestens eine bei den ften liegende Anzeige gegen den Feldhüter die Unterschrift de. maligen Zeugen trug. Zeuge Formhals erklärt, er hätte damal- n Eindruck gehabt, als ob der Zeuge Münch wissentlich die Un rhrheit unter seinem Eid gesagt hätte. Rechtsanwalt B e,l i n bekundet, datz er in der fraglichen Sache die Fragen an den ag-klagten, den damaligen Zeugen, gestellt hat. Derselbe gab er>t ausweichende Antworten. Soweit sich Rechtsanwalt Beil in erinnert, bemerkte dann Münch, er habe nichts gegen den ldschütz, seines Erinnerns wollte der heutige Angeklagte damals ' Feindschatt nicht zugeben. Die Frage nach den Anzeigen stellte glatt >n Abrede. (tzerichtsdicner K r ö m m el b e i n aus Grün- rg bekundete, datz Münch die Fragen des Rechtsami«lts Beil- in als Zeuge unter seinem Eide glatt verneint hat. K. hatte den »druck, das der heutige Angeklagte genau verstanden hat. worum sich bandelte Die übrigen Zeugen konnten zugunsten des igeklagten nichts bekunden, trugen vielmehr teilweise noch zur 'lastung bei Sekretär P ä hl e r«Ofsenbach und Dr.Si e v e r- avkfvrt bekundeten beide als Schreibiachverständige, datz die -terschrist unter der bei den Akten liegenden Anzeige gegen den kldschüben Münch von der Land des Angeklagten herrührt.

^vezialarzt Dr. W c i l-Gießen, als medizinischer Sachver- ndiger gehört, erklärte, datz sehr schwer sestzustellen ist, ob iiand schwerhörig sei. Jedenfalls sei es für ihn unmöglich, eine ststellung zu treffen, datz der Angeklagte zu der Zeit, als er den ter Anklage stehenden Eid geleistet hat, schwerhörig gewesen ist.

Den Geschworene» wird die Schuldsrage loeqen Meineids d aut Antrag des Verteidigers Rechtsanwalts Dr. Spvhr für den ill der Verneinung dieser Frage auch die Schuldfrage wegen hrlissigen Falscheides vvrgelegt.

Der Vertreter der Anklage, Gerichtsassessor Knauß, plädierte Beiahung der Frage, datz der Angeklagte wissentlich falsch ge- tvvreu hat Der Angeklagte war in der Beleidigungsklage gegen i ihm verfeindeten Feldschützen Belastungszeuge und wutzte iau, das, die bestellende Feindschaft zwischen ihm lind dem Gegner ne belastende Aussage in den Augen des Gerichts unwirksam ichen würde, und deshalb hat er unter seinem Eide die bestehende indschait verneint, deshalb and» abgeleugnet, datz er Anzeigen ,en den Feind schon erstattet hatte.

Der Verteidiger Rechtsanwalt Tr. S v o b r trat dafür ein, tz man die Frage, ob der Angeklagte den falschen Eid wissentlich gegeben hat. verneinen müsse, weil ein ausreichender Nachweis fit daiür erbracht ist. Tr. Svohr hob alle Momente der Beweis- inabne fieroor, die dafür sprechen, datz die Geschworenen mir Vorliegen eines fahrlässig geleisteten salschcn Eides bejahen inen.

Ter Spruch der Geschworenen lautete in Uebereinstimmung t der Ansicht des Vertreters der Anklage auf Schuldig des e i n e i d s, woraus der Gerichtshof auf die geringste zulässige raie von l Jahr Zuchthaus erkannte. Dem Angeklagten wiirden bürgerlichen Ehrenrechte aui die Dauer von 8 Jahren aberkannt | d dauernde Eidesunsähigkeit über ihn ausgesprochen.

th. G i e 6 e n, 2. Oktober. Gestern verhandelte das Schwurgericht gegen den 29 Jahre I en landwirtschaftlichen Arbeiter Ludwig Fur m a ns ky, ge- . :ig a»-> Rarziee in der Provinz Posen. Derselbe war beschuldigt, ien Mitarbeiter Scheid in der Nacht vom 16. zum 17. August, dieser schlafend im Bett lag, mit einer Flasche tot geschlagcm haben. Tie Anklage vertrat Gerichtsassessor Dr. Eckert, die Irteidigung führte Rechtsanwalt Leun. Als medizinische Sach- I ständige waren Geh. Medizinalrat Dr. Laberkorn und ivcltdozent Dr. Berliner geladen. Außerdem traten 6 Zeu- i aus

Der Angeklagte, der wegen Betteins vorbestraft ist, macht den rdruck eines stupiden Menschen und erklärt, datz er in Fauerbach Dienste» stand, wo auch bei demselben Lerrn der getötete Scheid | chästigt war. Beide schliefen in Klammern, die durch eine Holz- nd getrennt waren. In der Wand befand sich eine TLr. Am chmittag des 16. August, also an einem Sonntag,

l Furmanskh im Polenhaus aut dem Gute des ! i rn von Lelmold längere Zeit verweilt haben. Er habe dort mit :en Landsleuten Schnaps getrunken und ist dann am Abend n Essen zu seinem Dienstberrn ins Haus zurückgekommen. ch dem Essen will er mit seinem Kollegen Scheid auf seinetm »mer gewesen sein. Man holte, weil man noch trinken wollte, s dem Keller einen Krug Stachelbeerwein, der etwa noch halb üllt war und tat sich gemeinsam daran gütlich. Dann gab der 1 geklagte seinem Kollegen 30 Pfennig, wofür dieser Schnaps en sollte. Als dieser damit wieder auf der Bild fläche erschien,

! übte Furmanskv nach dem Quantum des Getränkes schließen müssen, der Kollege babe nur für 15 Pf. jgeboacht und für andern 15 Ps. schon seinen Teil Sckmavs getrunken Es kam | einet Auseinandersetzung. Nach der Schilderung des Angeklag- i bat Scheid die auf dem Tisch stehende brennende Stallaterne rissen und ibm damit eins über die Schulter versetzt, so datz Lamve erlosch und in Scherben ging. Hieraus erst will T. einer Bierflasche nach dem Gegner geschlagen haben Scheid darauf durch die Tür nach seiner Kanrnrer zu gestolpert. Dckc I geklagte gibt an. datz ihn in diesem Augenblick infolge des ken Alkoholgenusses die Sinne verlassen haben und datz er am >ern Morgen vor seinem Bette liegend von dem Dienstberrn >eckt worden sei Er bestreitet entschieden, wissentlich die Kam- |: des Arbeitskollegen Scheid in jener Nacht betreten zu haben. Die Zengenvernebmung ergab, datz die Tat nicht im Zimmer Angeklagten erfolgt sein kann, sondern der Ortsbesund lützt es erwiesen erscheinen, daß Scheld in seiner Kammer erschlagen Irden ist. llebrigeiis lutt der Angeklagte am Tage seiner Ver- tung versucht, die Schuld auf einen Arbeitskollegen abzuwälzeu, ie Aussage dann aber widerrufen.

Sachverständiger Geh. Medizinalrat Dr. Laberkorn er- rt, datz er den Angeklagten vor der Verhandlung nicht unter- it hat, auch über dessen Jugend aus den Akten mit wenig zu er» fein sei. Aus dem Gange der Verhandlung allein könne er ein tachten, wie man cs von ihm verlange, nicht abgeben. Dieselbe sicht habe auch sein Kollege Dr. Berliner. Es sei notwendig, tn man sich gutachtlich darüber äußern soll, ob der Stras- ^'schlietzungsgrnnd des § 51 d. Str.G. vorliege oder nicht, den geklagten aus 6 Wochen einer Anstalt zuzusühren. um ihn dort beobachten. Dr. Berliner schließt sich dieser Ansicht an. Der | richtshof beschließt aus Antrag des Verteidigers Rechtsanwalt un, die Verhandlung zu vertagen, um den Angeklagten 6 Wochen einer Irrenanstalt oder Nervenheilanstalt zur Beob- ! timg zuzusühren.

ke. Fronkliirt a. M. Diehhol Marktbericht vom I. Okt. trieb: Rinder 125, Ochsen 2g, Bulle» 7, Kühe und Färsen 88,

| der 6 9, Schale 28g, Schweine 1420.

Tendenz: Geschä't bei Schweinen und Kälbern lebhast, bei nie» ruhig. Es wurde geräumt. Preis sür 100 Pta.

Lebend- Schlachi»

Kälber.

> ntze Mastkälber ...... 58-62

tlere Mast- tntb beste Saugkälber. . . .

| anger» Mast- und gute Saugkälber . . .

» ch ai Stall mastschal«:

>s!Iämmer «ns längere Mastäarnmek . . tere Mafthammel. gut genährte junge Schaf« nd geringere Mastlämmer......34-35

gewicht

Mk.

Mk.

58 -62

98-103

52 56

86-95

46-52

81-88

4143

90 - 93

34-35

80-83

Schwsin^

| Vollsteilchige Schweine »on30 IV) :»

Lebendgewicht........ 51.01540) 80 . 10 - 83 i

^vllsteischig; Schwein« unter 8) cg Lebendgewicht ..... . - 51 5153.00 65.10- 67 »

Vollfleffchtge Schweine von 100120 ä»

Lebendgewicht...... . 52,00-51.0) 65.01-68 >

Lollfletschige 2.H sein; von 120 151c:

Lebendgewicht . . ...... 55 01 58 11 65.0068 0 )

fc. Wiesbaden, 1. Okt. Heu» und Stroh markt, slngelahren waren lg Wagen mit Le» »nd Stroh. Man notierte: Leu 3,70-0,00 Mt., Strotz <Rjchtstroh> 1,900,00 Mk., Kruinin- äroh 0,00-0,00 Pik. Fruchtmarkt. Haler 13,00-0 >.00 Mk. Olles je 50 Kilo.

Herborn, 1. Okt. Aus dem heute abgehaltenen 10. dies­jährigen Markte waren aukgetricben 245 Stück Rindvieh »nd 288 Schweine. Es wurde» bezahlt für Fcltvietz und zwar Ochsen 1 . Qualität 0000 Mk., 2. Qualttät 00i o Mark , Kühe und K'nder I. Onalität 8083 Mk., 2. Qualität 7580 Mark sür >0 Kilo Schlachtgewicht. Aus dem Schwcineniarkt kosteten Ferkel t830 Pik., Lanier 3560 'Mk. und Einlegschweine 6080 Mk, Las Paar. Ter nächste Markt findet am 2. Oktober 1914 statt.

Klein« Lageschionik.

Auf dem KalischachtPreußen" der deutschen Kaliwerke in Bernterode (Eichsseld) wurden durch ein herabstürzendes Salzlager drei Bergleute getötet und einer verletzt.

Welteraussichten in Dessen am Samstag, diu 3. Okt. 1314 Wolkig» doch meist trocken, nordwestliche Winde.

Letzte Nachrichten.

Tie Amerikaner in Berlin.

Berlin, 2. Okt. Unter Beteiligung ihres Botschafters waren gestern die Amerikaner Berlins im Hotel Adlon zu­sammen. Auch Oberbürgermeister Wermuth gehörte zu den Geladenen und er nahm während des Zusammenseins im Kaisersaal des Hotels Gelegenheit, den Sympathien Deutschlands für die Amerikaner Ausdruck zu verleihen. In vollem Vertrauen ans seine Zukunft," sagte Exzellenz Wermuth,wird Deutschland den Kamps bis zu Ende führen. Bon allen Ländern der Erde haben die Vereinigten Staaten und Deutschland in den Jahrzehnten des Friedens die wundervollsten Fortschritte auf den Gebieten des Handels, des Verkehrs und aus manchen anderen Gebieten ver­zeichnen können. Möchten die beiden Länder ihre Missionen zum Wöhle der ganzen Welt weiter führen können. Es geschieht aus vollem und aufrichtigem Herzen, wenn ich auf diese Fortschritte und auf die deutscktz-amerikauische Freundschaft mein Glas erhebe" Der Botschafter Gerard sagte:Es ist kein Bruch der von den Ver­einigten Staaten befolgten Neutralität, wenn wir den Ber­linern, ihrem Oberbürgermeister, und vor allem 'auch den deutschen Banken für die Art und Weise unseren Dank sagen, in der sie sich der hier weilenden Amerikaner ange­nommen haben." Es konnte dann noch mitgeteilt werden, datz die Damen der amerikanischen Kolonie beschlossen haben, während des harten Kriegswinters täglich 200 Bedürftige zu speisen.

Hindenburg Ehrenbürger von Magdeburg.

(WTB.) Magdeburg, 1.Okt. (Nichtamtlich.) In der heuti­gen Stadtverordnetensitzung wurde dem Antrag des Magistrats aul Ernennung des Generalobersten v. Hindenburg zum Ehren­bürger der Stadt einstimmig zugestimmt. Generaloberst v. Hin­denburg war früher Kommandeur des 4. Korps.

Stiftung von einer halben Million.

(WTB.) Köln, I.Okt. (Nichtamtlich) Der Geheime Kom­merzienrat Theodor Guilleaume hat der Stadt Köln 500 000 Mark für die Zwecke des Bereinigten Vereins des Roten Kreuzes überwiesen.

Der Erfolg auf dem deutschen rechten Flügel.

Berlin, 2. Okt. Es geht weiter vorwärts, heißt es im BerlinerLokal anzeig er". Dann schreibt das Blatt:

Die Nachrichten vom westlichen Kriegsschauplatz sind auher- ordentlich erfrischend. Wir ahnten zwar aus dem Zurückweichen zahlenmäßig überlegener französischer Kräfte, datz die französische Offensive im Zusammenbrechen begriffen ser, aber daß unsere Trup­pen nach 17tägigen, ununterbrochenen Kämpfen imstande sein würden, ihrerseits die Offensive zu übernehmen, das ist ein ganz außerordentlicher Beweis für die Brauchbarkeit unserer Soldaten und für den prächtigen Kampfesmul, der sie erfüllt. Der Feind ist beträchtlich zurückgedrängt worden imd was das bei einem ermatteten Feinde bedeutet, liegt auf der Hand.

Uniformierung der nicht gedienten Aerzte.

(WTB.) Berlin, 1. Okt. (Amtlich.) Es hat sich das Be­dürfnis herausgestellt, die zur Dienstleistung bei mobilen und immobilen Formationen vertraglich verpflichteten irichtgedienteu Zivilärzte als zum Heere gehörig besonders kenntlich zu machen. Für diese Aerzte wird daher folgende Uniform vorgeschrieben: Graue Joppe nach Art der Litewka, an Stelle der bei den Sani­tätsossizieren blauen Spiegel beiderseits den Aeskulapslab ohne Dienstgradabzeichen, am Arm die weiße Binde mit dem Roten Kreuz. Kopsbedeckung : Mütze der Sanitätsoffiziere. Lauge oder Stieselbeinkleider (Wahl freigestellt). Als Waffe wird die Mauser- Selbstladepistole 7,63 mm gestattet. Diese Bestimmungen gelten auch für die landsturmpslichtigen Aerzte ohne Rücksicht aus ihren Dienstgrad, soweit sie nicht zum Tragen der Sanftätsoffiziers- uuisorm bcrechsigt sind.

Der Angriff auf Aittwerpen.

Berlin, 2. Okt. DasBerliner Dageblvtt" meldet aus Amsterdam: Es wird hierher gemeldet, daß gestern die Beschießung der Forts Waethem, Wawre und St. Ca - thelyne fortgesetzt worden ist. Auch sollen deutsche Truppen schon einen Jnsanterieangriff zwi­schen Schelde und Tenne gegen die erste Ber- teidigu n gslinievon Antwerpengemacht haben. Es zeigt sich, daß die Deutschen energisch gegen Antwerpen Vorgehen. Sie haben Geschütze auf den Höhen bei Heyst op den Berg ausgestellt und beschießen von dort aus Li er. Auch wird erneute Ossensive aus der Gegend von Dendermonde gemeldet.

Derde Wet des Meeres".

<WTB,/L o n d o n, I.Okt. (Nichtamtlich.) ImDaily Telegraph" schreibt Archibald Kurd über den Kreuzer Emden":

Das Schiff hat ein ideales Feld sür seine Opera­tionen gesunden, weil dort eine große Anzahl von Schiffen pas­siert uiü> weil dieEmden" viele Buchten benutzen und sich vor den englischen Kreuzern verbergen kann. Außerdem hat dieEm­den" den großen Vorteil der Schnelligkeit ; sie kann stets, wenn sie in Gefahr ist, flüchten. Ihre Leistungen erfüllen uns mit Bewnnderung. Mr dürfen den Kapitän v. Müller zu seinem Unternehmungsgeist beglückwünschen, weil er nicht nur mit Menschlichkeit, sonder» auch mit Rücksicht gegen die brisische Mannschaft verfährt. Dieser Seeoisizier muß als der de Wet des Meeres bezeichnet werden. Seine Politik ist ganz einzigartig. In keinem Seekriege der alten und neuen Zeit hat ein feindliches Schiff die Taktik des berühmten Gucrillasührers zu Lande ver- iolgt, nämlich die, Bott der Beute zu leben und die Gefangenen ftctznlassen. Gerade der Erfolg derEmden" macht cs schwer, sic zur Strecke zu bringen. In diesem Falle wird es inchtS nutzen, vcrdächsige Kvhlenschiffe zu ver­folgen. DieEmden" kann Kohlen umsonst bekom­men, und sie nimmt natürlich, so viel sie wbreu kann.

Wir beherrschen die Meere, aber nicht iet* Quadratmekle ber

Meere. Wir benutzen die Herrschaft zur See, um uns die Zufuhr au Lebensmitteln und Rohswffcn zu sicheni sowie zirr sort- schreitenden militärischen Mobilisierimg. Die Leistungen der Emden" können den Verlauf des Krieges nicht ändern. Sie bleiben eine Episode.

DerManchester Suordian" schätzt den Schaden, den der KreuzerEmden" der englischen Schiffahrt im Indischen Ozean zugcsügt hat, aus eine Atillion Pfund Sterling Ter Tonnen­gehalt der zerstörten Schiffe betnig 50 000. Das Blatt rühmt den Kapitän derEmden", der die Bemamiuug der Kauffahrer schont«, und bemerkt, die englische Marine habe in den asiatischen Ge- wässeni kaum sechs Kreuzer, die au Schnelligkeit derEmden" gleich kommen.

Französisches Ausfuhrverbot.

(WTB.) Bordeaux, 1. Okt. (Nichtamtlich,) Ein To kret untersagt die Ausfuhr von Zuckerrüben.

Ein Perbot des Pariser Militärgouverneurs.

(WTB.) Paris, 1. Okt. (Nichtamtlich.) Der Pariser Msti- tärgouverncur gibt bekannt, daß es den A u t o in o b i l f a h r c r u streng uwersagt ist, selbst mit Passierschein, in den Bereich der kämpfenden Truppen vorzudringen. Jeder Versuch dazu würde die härteste Bestrafung zur Folge haben.

Prrmindermtg der englischen Staatscinllinfte.

(WTB.) London, 1. Okt. (Nichtamtl.) Die Staats­einkünfte der letzten drei Monate betrugen 35681 283 Pfund Sterling, das bedeutet eine Berminde rung um 6 570 516 Pfund Sterling gegen den gleielw» Zeitraum im Jalxre 1913. Die Einckunste der letzten neun Monate weisen nur eine Dermindcrniig um 2 730 781 Pfund Sterling auf.

(WTB.) Sidney, 1. Okt. (Nichtamtl. Neutcr.) Ter Premierminister kündigte in der Zweiten Kammer von Neu- Südwalcs einen Gesetzentwurf zur Verringerung bei BcamlengcHalter um 10 Prozent an infolge der Verminderung der Slaatseinkünfte durch den Krieg.

Euglische Pcrlustr in Südafrika.

(WTB.) Pretoria, 1. Okt. (Nichtamtlich.) Nach einer amtlichen Bekanntmachung betrugen die englischen Verluste im Gefecht an der Grenze am 26. September 15 Tote, 41 Verwundete und sieben Vermißte.

Englische Handelspolitik.

(WTB.) London, l. Okt. (Nichtamtlich.) Eine in der Lon­donerGazette^' veröffentlülzte Proklamation verbiet^ dm Be­wohnern der brisisckim Kolonien die Einfuhr und den .Handel mit rohem und raffiniertem Zucker, der ui Feindes­land hergcsteltt, sowie mit raffinierten Produkten aus Rohzucker gleichm Ursprungs.

Die Sperrung der Dardanellen.

(WTB.) Ko n fta n t i n o pe l, I.Okt. (Nichtamtlich.) Der Tanin" schreibt: Tie Tatsache, dast englische Flotten vor den Dardancllm in türkischen K ü sl e n g e w ä i j e r n kreu­zen, stellt einm Verswß gegm das Völkerrecht dar, da die Türkei ihre Neutralität erklärt hat. Aus Grund von Nachrichten, die bet der Psortc eingelaufcn sind, verlautet, daß die mglsiche und fran­zösische Flotte infolge der Maßnahmen der Piorle die Dardanellen verlassm l>abm. Sie sollen sich in den Gcwässem von Tenedos beiftidm. '

Rußlands Ileberseeverbindung.

lWTB.) Kristiania, 1. Oft. (Nichtamtlich.)Tidcns Tegn" schreibt über die augenblickliche BedmMng von Archangelsk als Exporthasen Rußlands »ach England imd Amerika sür .Holz. Nachdem durch die dmtschc Flotte die russischen Ostseehäsm völlig abgesperrt sind, ist Archangelsk nunmehr die einzige U c b e r s ce v e r b i n d u u g Rußlands. Die russische Amerika lrme hat die Fahrt nach New Bork mjst drei Dampsern eröffnet, England Iwt für die Fahrt im Weißen Meer die sonst so strengen Bestimmungen über die Deckladungm aufgehoben. Ob es aber mög sich ist, die Ueberseefahtten für die Dauer aufrecht zu erhalten, erscheint sehr unwahrscheinlich.

Unverständliche Verhaftungen in Odessa.

(WTB.) Wien, I. Okt. (Nichtamtlich.) TieSüdslaw Korrespondenz" meldet aus Kon staut in opcl: Nach

einer Meldung aus Odessa hat die Polizei aus Befehl des Stadtkommandanten Mitglieder des Oesterreichisch-unga rischen und Teutsä>eii Flottenvereins verhaftet. Tie Gründc der Verhaftung sind nnbekamit.

Der gute Wille der Russen.

(WTB.) London, l. Okt. (Nichtanttlich.) Nach einer hier peröfimtsichtm Petersburger Reuter Meldung wird in Rußland eine große Armeevonfü ns MillioiienManii gebildet, die unter dem Oberbeieht des Zaren steht, und welche in Riga. Wilna, Warschau, Lublin und Romw zusammeugczogm wird. Mau meint, das; durch diese Armee der feindliche Widerstand weggesegt wird. Die Armee soll gleickizeitig ans Wien und Berlir marschieren.

Der gute Wille genügt aber nicht.

Militärische Maßnahmen in Bulgarien.

Sofia, l. Okt. Agenec Bulgare. (Nichtamtlich » Die Re- giemng beabsichtigt, gewisse Kontingente, die gegenwärsig unter den Fahnen stehen, aut gewisse Zeit zu beurlaubm und gleichzetiic einige Jahresgänge der Reserve zu Wasstnllbuiigeu cinzuberusen, um die sür den Garnisviidienst sowie für die Ausrechterholtung der Ruhe und der Ordnung im Lande notwendigen Tmppmbeständ« zu ergänzen.

Die Sozialdemokraten Rumäniens.

lWTB.) Wien, 1. Okt. (Nichtamtlich.) Nack; Blätter,itel- dungen aus Bukarest haben die dortigen Sozialisten in einer großen Protestversammlung einen Beschluß angenommen, in wel­chem sie jede Möglichkeit eines Krieges verdammen, da ein solcher die Interessen der arbeitenden Klasse schädigen müsse. Der Beschluß fordert loyale und dcsinttive Neutralität.

Eine Aeußerung aus Norwegen.

(WTB.) K r i st i a n i a , 1. Okt. (Nichtamtlich.) Der mi­litärische Mitarbeiter derAstenposten", ein h v h e r e r G e - neralstabsoffizier, schreibt über die Kriegslage, die er als günstig für Deutschland, besonders auch sür Oester­reich-Ungarn, bezeichnet. Er schließt die Betrachtung mit fol­genden Worten:

Wenn gerade jetzt der deutsche Generalstab mitteilt, daß die Beschießung AnNverpens begonnen hat, ein Loch durch die Sverr- sortlrnie VerdunToul geschlagen wurde und die Narewlinie er­schüttert sei, so müssen wir bekennen: Die Verhältnisse wirken über­wältigend groß.

Wahlen in Schweden.

(WTB.) Stockholm, I. Okt. (Nichtamtlich.) Die Wallten zur Zweiten Kammer sind heute beendet worden. Es sind gewählt 97 Sozialisten, 86 Milgtieder zur Bertcidigungspartei mid 57 Liberale. Die Sozialisten werden also zum ersten,Malc die stärkste Partei der neuen Kammer sein, in der bislier^ 7.! Sozia­listen, 86 Mitglieder der VertcidigungSpcrtte, und 71 Liberal» saßen.

Die Haltung Griechenlands.

(WTB.) Athen, I.Okt. -Nichtamtlich. In der Kam mer warf Denizclos einen Rückblick aut, die Ereignis,e. ttr erinnert« an die Erklärung der Regterimg, »f otrtechenlani nentr.it bleibe. Er verheimlichte aber nicht, das, Griechenland 3 » n d n is Ver­pflichtungen mit Serbien emgegaugen ie, Griechenland wünsche in der Tat, daß oer Europa verkeacude Brand nicht auch aus die Balkmihalbinscl übergrerie. deren Volkerach den jüngsten Kriegen Ruhebedürs nts häncm __

Verantwortlich fürFeuilleton",Gerichtssaal" u.Vermischtes":

I. K.: August Goctz,