Ausgabe 
1.10.1914
 
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lirwfjtot sind sich nicht im Maren darüber, welche Unruhe und

regung sie in die weitesten Kreise tragen. Sie sind sich Wahl , nicht bewußt, daß sie sich einer sckyveren Bestrafung ausseycn. > stellvertretende itzeneralkommando wird in Zukunsr gegen die breiter solcher Nachrichten m itallcr Strenge, nötigen- l s aus Grund der Kricgsgesetze Vorgehen, Das üikum aber wird nochmals dringend ersucht, solchen Gerüchten en Glauben zu schenken,

Aliegerhelden.

B-erlin, 30. Sept. Der Flieger Schlegel aus Kön­iz ist zum Leutnant befördert worden und hat das erne Kreuz erhalten, Er ist vorher n i e S o l d a t gewesen. Die Taten der Russen in Ostpreußen.

Königsberg, 30, Sept, Während das Dorf Groß, mi n t e n, 250 Gebäude, von den Russen verbrannt wor- . ist. sind das kaiserliche Jagdschloß und die Deidesörste- !N verschont geblieben.

Aur dem Reiche.

Berlin, 30, Sept, (SB, B, Nichtamtlich.) Auf das von der sammlung der deutschen Erwcrbsstände an den Kaiser gcrich- ,Huldigungsielegramm ist beim Deutschen Handelstage nach­ende telegraphische Antwort eingrgangen: Reichstagspräsident Kaempf, Berlin. Der einmütige Zu- i menschluü der Vertreter des gesamten deutschen Wirtschasts- ns und dei kraftvolle Bckund'.mg des festen Willens, den un- in Vaterlande ansgedrängten Existenz krieg auch auf imrtschast- em Gebiete siegreich durchzuführen, haben mich außerordentlich eut. Mein herzlicher Dank und meine wärmsten Wünsche ge- en diese ernste patriotische Arbeit, Gott der Herr kröne das rk mit seinem «egen und lasse alle schweren Opfer unserer Tage einer guten Saat werden für die glückliche Zukunst des deutschen lkes und Vaterlandes, Wilhelm I. R.

Berlin, 30. Sept, (WTB Amtlich.) In der heutigen cung des Bundesrats wurde über die Erstattung der fresberichtc der Gewerbcaussichtsbeamteff sür 1914 Beichluß itzt, Deni Entwurs einer Bekanntmachung betressend Zah- ngsverbot gegen England wurde die Zustimmung :ilt.

Berlin, 30. Sept, (WTB, Amtlich.) Vom Montag, den Oktober bis einschließlich Sonntag, den 11. Ostober, werden suchsweisc F e l d p o st s en du n g e n im Gewicht von 250 i 5 00 Gramm gegen eine Gäbühr von 20 Pf. angenommen,

Gebühr für Feldvostsendungen im Gcivicht von über 50 bis ) Gramm wird gleichzeitig dauernd aus 10 Ds. herabgesetzt, Stuttgart, 30. Sept, (W. B, Nichtamtlich,! Wie der taats Anzeiger" hön, hat auch die württembergische Unterrichts« Wallung angeordnel, daß Angehörige der mit Deutschland und 'terrcich-Ilngarn kriegführenden Staaten von dem Besuche der ntlichen Unierrichtsaustglten und ebenso von jeder Unterrichts- gkeit an diesen Schulen während des Krieges ausgeschlossen 'den.

2ttt» Stadt und Land.

Gießen. 1. Oktober 1914.

Auf dem Felde der Ehre gefallen.

(Aus Hessen und den Nachbargebieten,)

Ossrz.-Slellv, Otto Hoeth, Jns.-Rgt. 87 aus Mainz, tidwchrniann Ludwig Schmidt, Jnf.-Rgt. 116 aus Allendorl >, L, Eins,Unteroff. Ernst Strack aus Leihaestern,

s, Johs. Gernsheimer mos Worms. Gardtst Friedrich :itz aus Kleingladenbach, Matrvsenartillerist d, R, Fritz mtnticubt aus Biedenkopf, Stabsarzt d. Res, a, o, Pros,

. Ludwig K i r ch h e i m, JLgcrbat, 11 aus Marburg, Soldat rl Karle aus Wendeln. Landwehrmann Jakob Strack, ld Art Rgt 25 in Wetzlar, Feldwebel Walter Wiese, Ins.«

t. 168 in Wetzlar, Unteroff, d. L Julius Schloß, Jns.- >t, >18 aus Mainz, Gardist Franz Nalterer.Jns.-Rgt, 115 s Mainz Mvmbach. Pionier Joh Kruft, Pionier«Bat. 21 s Mainz-Kostherm, Unteross, Nik, Westenberger, Pion.- ,t, 11 aus Mainz-Kastel. Gesr, d, Landtv, Mar Spengler, s,-Rgt. 116 aus Lanrpertheim, Gardist Aug, Küntzel, Jnf.- ,t 115 aus Worms, Musk, Georg Arnold auS Worms, Gesr, d, Nci Fritz Nickel, Jns-Rgt, 166 aus Rodhrim v, d, H, Gesr, d Res, Robert Hot h, Jns -Rgt, 168 aus Offenbach a, M, hübe Main Wcndlin Massoth, Jns-Rgt, 168 aus Hainstadt M, Unteroff, d. Res, Karl Kistner, Jns-Rgt, 168 aus ienbach-Bürgcl, Wehrmann Frwdr, T e pel, Brig -Ersatz. 1, 49 aus Ossenbach a, M, Musk Phil. Anthes, Jns,- st 117 stus Sprendlingen b, Ossenbach Vizescldfvebel Karl v st. Ins,-Rgt, 168 aus Butzbach. Osf.-Stellv, Aböls Bausch, ,-Rgt, 87 aus Herborn, llulervsf. d. Res, Heinr, Brei- - r l. Jus.-Rgt, 87 aus Hanau. Lt, d Res, und Sekttonschef i der Bagdad bahn Fritz Thierolf, Jnst-Rgt 115 aus Darm- ibt. Dizefeldwebel und Grvßh, Reg,-Baumeister a, D, Willy aide, Jns-Rgt. 38 aus Darnchadt Lt, Elarenrr Werner , n K u n o w s k i, 4, G«rde-Rgt, ». Faß i» Darmstadt, Dcgen- hnrich Herbert Koch, Jägerbat. 4 aus Darmsiadt, ^ Oberst,

Landw, Arnold Otto, Landlo,-Jns-Rgt, 116 aus Langen, nj,-Freilo-Unteross, Dikwr Faust, Jns-Rgt 81 aus Frankfurt M, Landwehrm, Heinr, Stritt aus Frankfurt a, M, atcwff, d Res, WIlh, Herz, Res,-Jns-Rgt. 87 aus Frankfurt M, Ei nj-Freiw-Unteross, Heinr, Mann, Jns-Rgt, 81, eanlfurt a M, Wehrmann Karl Schenk. Landw,-Jnf,-Rgt, in Frankfurt a, M, Musk Kvnrad Serba, Jns -Rgt, 17 ls Frankfurt a, M, Gardist Karl Heiß, Jus,-Rgt. 115 in rankfurt a, M, Res, Hermann Olbrich, Jns.-Rgt, 116 aus ornholzhauscn (Kr, Wetzlar), Lt, d, Res, und Fabrikant Justus k enges, Inf,-Rgt 116 aus Grvßen-Lindrn, Res- Ludnng eßle r, Jns.-Rgt, 116 aus Steinbach b, Gießen, Lt, d. Res, tadtsekretär Theodor T schul kr, Jns -Rgt, 63 in Frankfurt a, b Landwehrm, Emil Henkel. Jnf,-Rgt- 81 in Frankfurt M, Osfiz,-Stellv, Erwin Walther, Jns-Rgt, 5 ans Darm« ibt. Res Adolf Aßmuß aus Walleruhausen, Unteross, d, e! und Postassistent Aug, D ö l l in Alsseld, Landwehrm, imd osckote Job, Fischer ans Alsseld, Unteross, d. Res, Aug, hrig, Jns-Rgt, 80 aus Wvrms-Neichausen, Res, Heinrich keinhardt, Jns.-Rgt, 116 aus Lauterbach, Res, Konrad euser, Jns -Rgt, 116 aus Blitzenrvd, Res, Johannes Ber- au. Jns -Rgt, 81 aus Wecklenrvd, Landwehrm Heinr, Jüng- i n g, Res, Jns. -Rgt 81 aus Franksurl a, M,-Ginnhcim Gest, arl P i st o r. Landw,--Jnf,-Regt 81 in Ficankfurt a. M-<berrad, Gefr, d Res, Carl Oberocker, KSnigin-Augnsta-Rgt, 4 aus rankfurt a M, Major und Bol,-Kam, Adolf Klein, Inf,« lgr. 87 in Mainz. Gesr, Ludwig Haustein, Res,-Feld-Art - !gt. 61 aus Gundernhausen. Musk, Heinr, Z i m m e r m ann us Schneppenhausen, Res. Johann Schmitt, Jns.-Rgt, 117 it" Gonsenheim, Feld« Walter Sie sc, Jns.-Rgt, 168 in öetzlar, Vizeseldw Louis Körbe r, Jns -Rgt, 116 aus Rris- rcken Res Wilh, Blasius, Jns-Rgt 116 aus Niederau-ack, - Umeroff, d. Res, Wilh, Scheid, Brigadr-Erjatzbat, 42 ns Olsenbach a, M, Res. Johs Griesmcr, Jnf.-Rgt 115 us Sprendlingen, Peter von der Heydt, Masch-Gew,- lbt, 116 ans Ossenbach a. M. Unteroff, Heinr, Wächter, uis-Regt, 116 aus Himbach, Unteroff- Jak, Schäfer, Jns,- igt 116 aus Himbach Res, Peter LS b aus Worms-Hvchheim, Landwehrm, Peter Jung I., Jns.-Bgt. 118 aus Mölsheim ies Georg Musch, Res,-Jns -Rgt, 116 aus Osfen^iin, Gesr . Res. Wilh, Reuter, Jns -Rgt, 168 in Nieder-Weisel, Res, Lilhelm Weinheim, Jnf.-Rgt, 118 aus Volxheim Die Verluste der 116 er.

Im Armeeverordnungsblatt erscheinen nunmehr uch die Verlustlisten unserer hessischen Truppen, in der uns vorliegenden Nummer sind folgende Namen der Kompagnie des 116, Regiments enthalten:

Musk, Wilh, Hildebrand, Angenrod, Kr Alsfeld, tot.

Res, Johann Dörner, Wildenburg, Kr, Attenkirchen, rot. Klzesttdw Ludw, Korber, Rödgen, Sr. Gießen, oenomrdet.

Unteross. d. Res, Brendel Adolf Geck, Offcnburg, verwundet Musk, Phil, Heß, Worms-Neuhauscn, Kr, Worms, verwundet, Musk, Julius Vogel, Straßburg, verwundet,

Musk, Julius Karl, Nieder-Gemündcn, Kr. Alsseld, verwundet Musk, Ludwig Happel, Watzenborn, Kr, Gießen, verwundei, Musk, Heinrich Jedamzik, Hordel, Kr, Bocknim, verwundet Tambour Herni Herling, Altenbergen, Kr, Höxter, oern>

Res, Ernst Kulach, Kvy, Kr, Goldap, verwundet.

Res, Karl Müller V,, Köddingen, Kr, Schotten, verwundet. Res, Lud«, Lu h II,, MendoN a, d, Lahn, Kr, Gießen, verw. Res, Johs, Reibert, Langen-Bergbrim, Kr, Büdingen, verlo Res, voinr, S ch atz. Blasbach, Kr, Betzlar, verwundet.

Res, Georg Christ, Wetzlar, pekw-iindet.

Res, Gustav Gru brich, Lüdenscheid, verwundet.

Res, Heinrich Sp-ran kel, Lehrchcim, Kr, AlsNd, verwundet. Res, Karl Qucckbörner, Kirschgartcn, Kr, Alsfeld, verw. Res, Wilhelm Sam, Marburg, vermißt,

Unteroff, Arthur Müller, Barmen, verwundet.

Auszug aus der Verlustliste,

Angehörige des Feld-Artillerie Regiments Nr, 61,

Stab: Trvmp Serg Ewald Storch. Grvsfwilsdors, Kr, Qucr- furt-Merscburg, tot, 4. Batterie: Kan Philipp Wild, Groß- Gerau, tot Kon, Georg Wallbvtt, Steinberg, Kr, ließen, lv,

Unteroit, Christian Behlen. Freinsheim. Kr, Neustadt a H,, lv,

Kan, Wilhelm Bellinger, Niederroden, Kr, Hanau, lv, Kan, Adam Fischer, Bisäwssheim, Kr, Groß Gerau, scharw, Gefr, Ludwig Haustein, Gundernlfaiisen, Kr, Dieburg, tot, Kan. Phil, Noeppel, Ensheim. Erftrin, schwv, Kan, Adam Müller, Erbach

1. O,. lv, Kan Adam Müller, Habitzheim, skr, Dieburg, verw,

Kan, Wilhelm Reeg, Hembach. Kr Erbach i, O,, tot. Gefr, Peter Schilling, Bischofsheim, Kr. Groß-Gerau, schwv, San. Georg Seng, Wisselsheim, Kr, Friedberg, tot, Kan, Adolf Zeiser, Schubbach, Oberlahnkreis, lv, Kan, Ludwig Zulauf, Ober-Nauses, Kr, Dieburg, schwv, Kan Josef Büttner, Huckrl- heim, Kr, Alzenau, verm, 5 Batterie: Kan Karl Wolf, Mainz, tot, Kan, Adam Wolf, Wersau, Kr, Dieburg, tot, Kan, Heinrich Mühlseld, Groß Umstadt, Kr, Dieburg, lv, Kan, Wilhelm Simon, Bergen, Kr, Hanau, lv, 6 Batterie: Kan, Georg BiUzhäuscr, Gimbsheim, Kr, Worms, lv, Eins Freiw, Unteroff, Paul Rompel, Frankfurt a, M,, veno, Gesr, Heinr, Hildmann, Gersfeld, verw, Kan, Otto Gölz, Fulda, verw,

2. Leichte Munitions-Kolonne: Kan, Ludwig Hcyum, Dromers­heim, Kr, Bingen lv,

**TasEisernc Kreuz erhielt, unseres Wissens als erster Student der Gießener Universität, der Vizeseldwebcl der Reserve S i e v e r s von der Maschinengewehr-Abteilung des Reserve- Regiments 116,

** Zeltlager au f dem Trieb, Das auf dem Trieb geplante Gefangenenlager sür die Franzosen ist jetzt provisorisch zur Äusnahnie der ersten 1000 Mann als Zeltlager eingerichtet, Di« in Aussicht genommenen heizbaren Baracken sür die Gefangenen sind an verschiedene Unternehmer zur schleuni­gen .Herstellung übertragen. Es handelt sich um 50 Baracken für je 200 Mann, um Küchen- und Wittschaftsbauten. Sobald sür die Beköstigung der Gefangenen die nöttgcn Vorkehrungen getroffen sind, was rn einigen Tagen der Fall sein wird, treffen Franzosen hier ein.

Das Lichtspielhaus bringt bis zum 2, Oktober das farbige Filmschauspiel:Der Freund der Königin", dessen bewegte Handlung Gehnienheit zu Glanzleistungen der Regie bietet. So mutet das farbenoräckülge persische Fest wie ei» Märchen ans 1001 Nacht an. Selbst die Darstellung eines so realistischen Vorganges wie eines SchloßbrandeS ist vorzüglich gelungen, Wir verweisen auf'dic Anzeige, _

** Der Gabelsberger Stenographenverein er­öffnet morgen am 2. Oktober einen Anfängerkursus. Näheres siehe im Anzeigenteil,

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IM FELDE

erwarten unsere Angehörigen aus der Heimat Nachrichten über die Vorgänge daseihst und über die Ereignisse und Fortschritte auf den Kriegsschauplätzen.

Durch die regelmäßige Uebersendung des

Gießener Anzeigers

kann mancher lebhafte Wunsch erfüllt werden. Die Nachsendung des Gießener Anzeigers ins Feld erfolgt am zweck­mäßigsten durch die Post. Man bestelle ihn deshalb bei den zuständigen Post­ämtern vom I. Oktober an unter genauer Angabe des Namens, des Armeekorps, der Division, desRegiments undder Kom­pagnie. Außer dem üblichen Bezugspreis erhebt die Post nur eine monatliche Umschlaggebühr von 40 Pfennig. Be­stellungen nimmt außerdem entgegen die

Geschäftsstelle des Gießener Anzeigers.

V__ )

Kreis Alsfeld.

f l Ruppertenrod, 30. Sept, Die Samralmtg von «sga ben in unserer Gemeinde ergab: 700 Eter, zwei Schinken, 40 Psd, Speck, 30 Psd, Dansmacherwurft, 6 Gläser Bienenhonig, Seife und Schokolade, 45 Paar wollene Strümpfe dazu stricken olle unsere Frauen und Mädchen noch Strümpfe, Stauchen, Ohrenschützer 13 Pulswärmer, 1 Paar Handschuhe, 1 Palladni und 1 Brnsüoärmrr, 13 Paar Unterhosen!, 2 Bett- kolter, 10 Dtzd, Handtücher, 12 Unterjacken, 9 Taschentücher. 30 wollene Bettücher, 57 leinene Bettücher, 90 Hemden und 3 Bett- gedeckc,

A 2K ü d e, 30. Sept, Der Bienenzweigverein Mücke nnd Um* gegenü beschloß in feiner jüngsten Versammlung, für das Rote Kreuz und die geschädigten Ostpreußen je 20 Mk, zu spenden. Außerdeill übernimmt der Verein für jedes im Felde stehende Mitglied die Kriegsversicherung Der Abschluß von der Wan- derversammlnng und Ausstellung des Oberhess, Bienenzachter- vereins, die hier stattgenmden, hat ein günstiges Ergebnis ge­liefert: es ist dies umsomehr zu begrüßen, als die Witterung nichts weniger als günstig dabei war,

Kreis Friedbcrg. r, Bad-Nauheim, 29, Sept, In der heute abgehaltenen Stadtverordnetenversammlung wurde solgendes be- schloffen: Die Wirtschaftsrechnung über die im vorigen Herbst und Winter ausgesührten Kanalarbeiten in Höhe von 326 407,06 Mk. wird genehmigt. Gegenüber dem Voranschlag wurden rund 25 000 Mark grsvart, Die für diesen Herbst in Aussicht genommenen weiteren Arbeiten zur Ausdehnung unseres Kanalnetzes werden vor- läuffg um ein Jahr verschoben: nur ein kleiner Teil, sür den 25000 Wk. vorgesehen sind, soll gewissermaßen als Nottzands-

arbeit in Angriff genommen werden. Zur Bedingung wurde löten*

der Versammlung gemacht, daß, von geringen Ausnahmen abge­sehen, nur einheimische Arbeiter beschäftigt werden. Ferner soll Arbeit geschaffen werden durch Herstellung des Eleonorenringes, Ausbau des Höhenweges usw, Die Stadt übernimmt die Ver­sicherung der hier gebildeten Jugendwehr gegen Unfall, Haft­pflicht usw. Auch ist die Versammlung geneigt, der Jugcndwehr Mittel zur Beschaffung von Blusen, Kopfbedeckungen und Arm­binden zu bewilligen. Eine entsprechende Vorlage soll in der näch­sten Versammlung beraten werden, Aus dringlichen Antrag des Stadtverordneten Warner bewilligt die Versammlung einstim- mig 1000 Mk, zur llntersttitzung der notleidenden Bewohner Ost­preußens,

Letzte Nachrichten.

Die Franzose» als ..Kulturvolk

(WTB.) Wien, 30, Sept, (Nichtwntlich,) Der imga- rische Reichstagsabsteordnete Gwaf Michael Karolyi, der auf der Heimreise von Amerika bei seiner Ankunft in Frank­reich aefcmgen genoinmen nnd vor einigen Tagen plötzlich sreigelassen ivurde, ist heute in Wien ritiaetroffen nnd hat einem .Mitarbeiter der ,/Neuen Freien Presse" seine Er­lebnisse geschildert. Er war in Havre verhaftet, jedoch bald wieder auf freien Fuß gesetzt worden, damit Oesterreich- Ungarn noch kein Kriegszustand herrschte. Auf dem Wege nach Spanien ivurde er jedoch von neuem verhaftet und nach Bordeaux gebracht, Bordeaux war überschwemmt von falschen Siegesnachrichten: man fühlte jedoch, daß diese Meldungen nicht wahr sein konnten, Karolyi hätte sofort freigelassen werden können, w>enn er sein Ehren­wort gegeben hätte, nichts gegen das Interesse Frankreichs zu unternehmen. Dies konnte er jedoch, obivohl er nicht Soldat ist, nicht tun, insbesondere als Führer einer Partei, die auch in der äußeren Poliftk entschieden Stellung ge­nommen hatte. Durch die Ablehnung des Ehrenwortes wollte Graf Karolyi auch dartun, daß das, was ihn und seine Partei in der Vergangenheit von der Regierung ge­trennt hatte, im Kriege bei Seite gestellt werden müsse, weil es nur ein Ziel gäbe, nämlich die Niederringung des Gegners und den Sieg,

(WTB.) O f e n p e st, 30. Scpi, (Nichtamtlich) Einer der Reise­gefährten des aus der Kriegsgefangenschaft zurückgekeh-rten Grasen Michael Karolyi, Ingenieur Friedrich, berichtet, daß die Gc- sangenen in einem engen Raiwi zusammengepfercht worden seien. Eines Tages wurden auch verwundete Turkos dorthin ge­steckt, Jeder Turko hatte an einer Schnur abgeschnittene Ohren und Nasen und beringte menschliche Fin­ge r, die sic mit bestialischem Triumphgeheul jedermann vorwicsen. Eine Gruppe Gefangener, daninter auch der Kapitän eines deut­schen skaussabrteischisseS, wurde einem summarischen Berbör unter­zogen. 2lus 'die Frage des Dauptmanns, welcher das Verhör vor- nahm, ob der Kapitän nach seiner Freilassung nichts gegen Franl- reich unternehmen werde, erwiderte dieser: Ich kann nicht ver­schweigen, daß ich meine Pfticht erfüllen und gegen Frankreich kämpfen würde. Hieraus wurde der Kapitän in Hast behaltin Nach der llebersirdelung der französischen Regiening nach Bordeaux wurde die Beaufsichttgung dieser Gruppe von Giffangenen der Zivil- bchörde übertragen, die die Widerrcchtlichkeit der Festhaltung ein­sah und den Gefangenen die Heimreise gestattete,

Zusammcnstüßc zwischen Albanern und Serben.

(i) Sofia, I.Oft, Vom Dibragebiet werden seil einigen Tcwen blutige Zusammenstöße zwischen albanischen Aufständischen und serbischen Truppen gemeldet.

Die Dumdum-Geschosse und die Beschwerden der Feinde,

i, Köln, l, Okt, DieKöln, Ztg," meldet aus Zürich: Aus der Kanzlei der Deutschen <Gesandtschaft in Bern sind gegenwärttg öuige Dumdumgeschosse ausgestellt, wie sie an französisch« und englische Soldaten ausgegeben worden sind. Einige davon wurden dem schweizerischen Bunüesrat zur Einsicht übermitteft. Im Berner ,,Bnnd" stellt ein militärischer Sachverständiger, der die ausgestellten Proben besichtigt hat, fest: ,Es handelt sich bei den vorgelegten Geschossen zweifellos um typische Dumdumgeschosse, Der weiche Kern an der Spitze ist bloßgelegt. Beim Aultrefsllii aus .einen harten (Gegenstand wird das weiche Blei de formiert, was die bekannten Rißwunden zur Folge hat, TerMatin" vom 26, Sept. enthält zwei Klichees von der Kathedrale von Reims, die zeigen, daß das Bauwerk wenig gelitten hat, was das Blatt, das sich sonst in maßlosen Beschimp­fungen der Deutschen nicht genug tun konnte, auch zugibt. Die Neue Züricher Zeitung" bemerkt dazu, hieraus gehe klar hervor, wie Nbertriebeu die Meldungen 5er Havasagenrur uns vre «eroftenllichungen s-r iranzchischen Regierung waren, wenn >Te oavou sprachen, die T?a t Ijebro I e von Re l'm s sei nur mehr eine Ruine, Ihren Dienst, Stimmung zu machen gegen Deutsch­land in den Kreisen des .Auslandes haben die Veröffentlichungen freilich getan.

Diebrüderlichen" Beziehungen zwischen der Türkei und Persien.

(WTB.) Konstantinopel, 30, Okt, (Nichtamtlich ) Der ofsiziöseJkdam" beschästtgt sich in seinem Loitarttkel mit den brüderlichen Beziehungen zwischen der Türkei und Persien mrd gibt seiner Teilnahme an Persiens Leid in der Vergmrgeitheii und seiner Befriedigung Ausdruck über die besonders seit dem Regie- rungsanttitte des liberalen Kabinettes Mostowsr-el--Memalik be­merkbaren Fortschritte und Wandlungen, DasselbeErwachcn könne man in der ganzen islamitischen Welt, be­sonders in Afghanistan, konstatieren.

Der Korrespondent desTasvir-i-Efkiar" in Sofia meldet: Nach (den in hiesigen persischen Kreisen vorliegenden Nachrichten haben die schiittschen Geistlichen und die Oberhäupter von Ker- belab und Ncdschef (Türkei), die als oberste religiöse Instanz für die Perser gelten, eine Kundgebung an die Natton und die per­sischen Stämme gerichtet, in welcher es heißt, daß der Aug^i- blick für die Befreiung Persiens vom russischen Joche gekoninkir sei. Der Führer des Stammes Kardar, Jalik Khan, soll mit den Schcchsevennen die russische Grenze überschrftten haben und in Transkaukasien bis Kisil Agatsch bei Lenkoran vorgcdrungen sein.

Der amtliche englische Bericht über die Lage.

i. Köln, 1, Okt, Bon der holländischen Grenze meldet dieKöln, Ztg": Der amtliche englische Bericht über die Lage in der vergangenen Nacht lautet: Die Lage ist tatsächlich unverändert. Auf dem linken Flügel fanden schärfere Kämpfe stall, allein die Verbündeten haben sich in ihren Stellungen behauptet."

Rein sachlich deckt sich diese Mitteilung mit der gestri­gen Bekanntmachung des deutschen Hauptguariiers, wonach auf dem rechten Flügel bisher unentschiedene Kämpfe statt- sanden. Man beachte aber, daß die englische Meldung^den vielsagenden Zusatz enthält, daß die Berbündeteu ihre Stel­lungen behauptet haben. Zwischen den Zeilen erkennt man, daß die Verbündeten also mft dem Rückzüge rechnen, wäh­rend die Deutschen ans dem Dormarscl)e srnd.

Vierzehnjährige als Gefangene.

München, 30. Sept. Eine Anzahl französischer Ge- ngeneutransporte erregte in Nürnberg auf dem .vauptz- hnhos großes Aufsehen. Es waren einige hundert Marrn^ sangener französischer Soldaten im Jltex ocm 14 bis , Jahren die auf Aufforderung ihrer Schulbehörden sich m aktiven Heer hatten anwerben lassen. Auch in Würzburg liierten mehrere Züge von 14 bis 15 jährigen gejangeueu anzöftichen Soldaten dw .Statur». . .