ftr. 229 Zwetter Blatt W4. Jahrgang
Mittwoch, 30. September IW
Erscheint töqüch mit Ausnahme deS Sonntag?.
Die „«lehrner §a«iIt«»dtStter" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelcgt, da? „Xretrdlat! für den llreir Kietzen" zweimal wöchentlich. Die „LandwirtichaslNchen Zeit- fragen" erscheinen monaUich zweimal.
General-Anzeiger für Gberheffen
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'ichen Universität? - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.
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Rnegrdnefe aur dem westen.
Von mrserm Kriegsberichterstatter.
tRub eirchtiqler Nachdruck. mich anSMgSwerje. verboten-)
Givrt-Dinant.
Großes Hauptquartier, 24. Sept.
' Tief in belgisches Gebiet ernspringend, liegt aus einem erst senkrecht in die Maas absallenden und deren Tal weithin leherrschenden Felskegel die von Vauban, dem berühmten Festungserbauer Ludwigs UV., errichtete, später ent- prechend den Erfordernissen der modernen Bclagerungstaktik ister verstärkte Festung G i v e t, die am 31. August nach drei- ägiger Beschießung in unsere Hände fiel Man überschreitet )ie Maas, da die Franzosen die alte Brücke gesprengt haben, ruf der sogenannten „Sachsenbrücke", die eines der zahl« eeichen Zeugnisse dafür ist, mit wie vielseitigen Mitteln sich »er Soldat im Felde zu Helsen weiß. Es sind eine Anzahl der )urch den Krieg ohnehin zu unfreiwilliger Ruhe verurteilen Lastkähne zusammengefahren worden, holländische, welche ;emietet, und belgische, welche requiriert worden sind. Dav- Iber hat man einen festen Brettersteg gelegt. Das Ganze war )as Werk weniger Stunden, und die Brücke hält dennoch die chwerfte Belastnng, sogar den Uebergang unserer größt- 'alibrigen Belagerungsartillerie aus.
Den Ortseingang hat eine Baubansche Redoute ge- chütz», die nuix, wie es scheint, durch efln einziges Geschoß! für chren Zweck auf immer verdorben ist. Unmittelbar voü rem Stadttore liegt ein deutscher Infanterist beerdigt, vor ressen Holzkreuz sein Helm ausgestellt ist. Die Kameraden haben dies Grab in ein Blumenbeet verwandelt. Der Ort selbst ' ist ivenig beschädigt, aber in den Straßen herrscht Grabesstille. Alle Türen und Läden sind geschlossen, nur hin und wieder begegnet man einem deutschen Posten, einer Patrouille oder einem Müßiggänger, der so aussieht, als ob er nichts zu verlieren hätte und der gleichmütig den deutschen Soldaten nachblickt.
Die aus einem schwierigen, steil ansteigenden Wege zu erreichende Zitadelle bietet ein ebenso vollkommenes Bild der Zerstörung, wie Longwq. Die Zugbrücke ist von einer Granate zertrümmert und in den Festungsgraben geworfen worden, so daß von dieser Leite die Deutschen nicht hätten eindringen können, wenn sie hätten stürmen müssen. Aber dafür haben die Granaten an vielen Stellen des Walles und der Umfassungsmauer solche Breschen geschlagen, daß ein Möbelwagen hindurchfahren könnte. Die Kasernen, aUe Gebäude aus der Erbauungszeit, sowie die Häuser und die Kirche des in der Zitadelle gelegenen Dorfes sind so vollkommen zerschossen, daß vielfach nicht einmal die Außcnmauern mehr stehen. Bon einem Wachthaus hat eine Granate den ganzen Obe.stör samt dem Dach abgerissen und eine Strecke fortgetragcn, um dann alles als wüsten Trümmerhaufen zu Boden zu schmettern. Wäre die Festung nur noch wenige Stunden länger beschossen worden, so wäre wahrscheinlich kein Stein auf dem andern geblieben, und die sächsische Besatzung hätte jetzt Schwierigkeiten, ein Unterkommen zu finden. Am dritten Tage sah aber der französische Kommandant ein, daß jeder weitere Widerstand nutzlos sein würde und hißte die weiße Flagge. Schon vorher war er mU der gesamten Besatzung in eine Kasematte geflüchtet, die vor einigen Jahrzehnten so tief wie ein Bergwerk unter den Felsen gegraben worden war. Säe bot zwar vorläufig einen unmittelbaren Schutz, doch bestand schließlich Gefahr, daß die nächste Granate der Belagerer den Eingangsschacht verschüttete. Damit war das Schicksal von Givet besiegelt.
All das erzählten mir zwei französische Aer?>te, die mit einigen französischen Santtatsmannschaften zur Pflege ihrer Verwundeten zurückgeblieben waren. Von ihnen erfuhr ich auch, daß die Franzosen den Angriff der Deutschen stets von der Ostseite her erwartet hatten, nach welcher die Festung besonders stark armiert war. Statt dessen schossen die österreichischen Motorbatterien, welche hier die erste Probe ihrer formidablen, später an Maubeuge erprobten Leistungen ab-
,egten, vom jenjeitrgen Maasuser aus westlicher Richtung uirü ztvar aus solcher Entsernung daß die aui den Nahlainps vorzüglich eingerichtete Festung kaum die Hossnung haben konnte, mit ihren viel schivächeren Geschützen diesem furchtbaren Gegner etwas anzuhaben. Unö die deutsch-österreichischen Verbündeten schossen mit vernichtender Sicherheit! Ein französischer Sanitätssoldat, der den Untergang von Givet, eingeschlossen in den Bauch der Felsenhöhlen, miterlebt hat, behauptete, daß die Deutschen und Oesterreicher im ganzen 105 Granaten ab gefeuert hätten, von denen 96 Treffer gewesen seien, während die übrigen genügten, um das Glacis zu verwüsten. Von der Wirkung der Treffer kann man sich einen Begriff machen, wenn man sieht, daß an einer SteUe die Belagerten vier Gefallene sowie ein totes Pserd zusammen in der Grube begraben konnten, welche eine klaslerttes in die Erde geschlagene Granate ausgerissen hatte.
Die Mannschaftsräume der Kasernen, soweit diese noch in einigen Resten erhalten und von unserer sächsischen Besatzung noch irüht aufgeräumt sind, biete» dasselbe Bild unglaublicher Unsauberkeit, das wir bisher in allen von uns eroberten französischen Wassenplatzen gefunden haben. Besser sieht es in den von dem Kommandanten bewohnten Räumen aus, wo wir aus einem ausgefundenen Aktenstück der „Commission de döfense" die Feststellung machten, daß infolge einer ministeriellen Depesche die Festung Givet be- rerts am 12. März 1814 nachts um 1 Uhr in Mobilisattons- zustand versetzt wurde. Das gibt eine interessante Jlluftra- tion zu der Tatsache, daß gerade um dieselbe Zeit in einev andern französischen Ostgarnison der viel bemerkte falsche Alarm entstand, der dann als ein unschuldiges Mißverständnis beschönigt und vertuscht wurde. Die Akten von Givet beweisen ebenso wie diejenigen, welche wir in andern Festungen und Garnisonen, besonders aber in Brüssel, gesunden haben, daß unsere Feinde sich über ihre Verschwörung gegen Deutschland längst geeinigt und schon monatelang vorher alles zum Uebersalle vorbereitet hatten. Es wird gut sein, dies gegenüber den im Auslande von unseren Feinden verbreiteten Verdrehungen immer wieder zu betonen, und namentlich nach dem Kriege werden diese Akten den geschichtlichen Wert gewinnen, welcher ihnen gebührt.
In friedlichen Zeiten mag man sich nicht leicht etwas Schöneres denken können, als eine Wanderung durch das liebliche Tal der Maas. Ruinen aus allen Zetten, von der in die Vorgeschichte hineinrageuden Herrschaft der Kelten an über die Römer- und Völkerwanderungs-Periode, dem Mittelatter und bis zu den Raubkriegen des Sonnenkönigs spiegeln sich in romcmttschem Wechsel in den Wellen des ewigen Stromes, der unablässig weiter rinnt, als ob er keine Zeit habe, sich mtt den Kleinigkeiten der wandelbaren Menschengeschichte aufznhatten.
Heute sieht man diese malerischen Ruinen mit ander,: Augen an. Denn mttten zwischen ihnen stehen in unablässiger Reihe frische Brandruinen aus unfern Tagen, Dome, Schlösser, prunkhafte Villen und kleine Bauernhütten, über die alle der Kriegsbrand hinwvggegcrngen ist, um sie wahllos in Trümmer und Schutt zu verwandeln. Jede einzelne dieser Ortschaften ist ein Buch der Schrecken des Krieges für sich. Das grausigste Bild aber bietet, wie es früher dank seiner malerischen Lage und alten Geschichte das lieblichste bot, die ehedem weltberühmte Stadt der Kupserschläger, Di- n a n t. Auf einer senkrecht hinter der hier gairz schmalenl Talbreite aufsteigenden Felswand liegt die Festung, die in früheren Zeiten die Stadt beschirinen sollte und die heute zu unbedeutend ist, als daß ihre Nähe den Häusern der Bürger hätte verhängnisvoll werden können. Die Anwohner selbst sind am Untergänge ihrer Wohnsitze schuld. Es hätte hier bei den schon recht beträchtlichen Verwüstungen bleiben können, welche die schlecht schießende Artillerie der fliehenden Franzosen während deren Rückzug in Dinant angerichtet hatte, wobei leider auch die Kathedrale gettofsen wurde, so daß ihr Dach und ihr hölzerner Glockenspieliurm in Flammen aufgingen. Nach dem Einzuge der Deutschen wurde aber aus den Häusern auf unsere Leute geschossen, und in dam nun entbrennend«, Sttaßenkampfe sollen etwa 500 Einwoh-
Die „vocche di Lattaro".
Air der Bucht von Cattaro hat die französische Mittelmeerflotte einen empfindlichen Verlust erlitten. Schon vor 100 Jahren ist ein sranzösifcher Versuch, den Oesterrrichern diesen ihren südlichen Kriegshafen mit Unterstützung der Montenegriner zu entreißen, mißlungen. Im Jahre 1797 war Cattaro an Oesterreich gefallen. Als Napoleon wenige Jahre später das Königreich Jlltzrien schuf, ließ er den Hasen durch seine Schiffe und die verbündeten Russen und Montenegriner belagern: doch erst der Friedensschluß von 1807 machte die Franzosen zu dessen Herren, nachdem die monatelange Belagerung erfolglos geblieben war. Schon das Jahr 1814 gab aber Cattaro den Oesterreichern zurück, die es seither ununterbrochen in Besitz haben. Gleich den Fingern einer Riesenhand strecken sich die Fjords der „Bocche di Eattaro" tief hinein in das Land bis an die „schivarzen Berge", aß deren Hängen noch vor wenigen Jahrzehnten Gemsen weideten. Hat man die von der Brandung wild zerrissene Punta d'Ostro an ihrer Einfahrt glücklich umschisst, so gelangt man unter den Kaiwnen des auf einem Felsenriff erbauten Forts Mamula in den Borhof der bei Punta Kobika in das erste Becken, in die Bucht von Topla, führt. An ihrem Nordufer dehnt sich die Riviera von Castelnuovo mit einem der ilah lienischen Riviera vergleichbaren Klima. Castelnuovo selbst ist ein urattes, halb verfallenes Städtchen von nicht viel mehr als 1000 Einwohnern. Ein bosnischer König hat es im Jahre 1380 gegründet und zur Hauptstadt des Herzog- tumes Saba gemacht. Doch vermochte es der türkischen Macht nicht lange zu widerstehe». Erft im 16. Jahrhmz- dett vertrieb Venedig die Türken: die alten bosnischen Mau- ern wurden durch neue Befestigungen ersetzt und am Hang des Berges, 50 Meter oberhalb des Häsens, errichteten die Venezianer ein neues Seekastell, dessen noch sichtbare Mauern einem späteren Erdbeben zum Opfer fielen. Heute liegt das die Bucht beherrschende Fort Spanguolo etwa eine hawe Stunde von der Stadt entfernt. Durch den Kanal von Eonchur fährt das Schiff weiter in die dreieckige Bucht von Tevdo, deren Nordküste von zahlreichen Ortschaften und kleinen Kirchen besetzt ist, wahrem» das unwirtliche südliche Ge
stade nur wenige menschliche Wohnungen ausweist. An der dritten, der östlichen Seite, liegt Deodo, die süddalmatinische Flottenstatton der österreichischen Kriegsmacht. Ein zweites Pola ist hier in kurzer Zeit entstanden; der Hafen wurde durch den Bau einer 130 Meter langen Mole erweitert, große Kohlenmagazine wurden erbaut und unweit des Arsenals dehnt sich der palmengeschmücktc Marinegarten, die tägliche Promenade der Offiziere und Bewohner der Stadt, während auf den Höhen ringsum der an der Adria weit gerühmte Marzeminowein wächst. Im nordöstlichen Winkel des Dreiecks von Terüw öffnet sich die schmale Durchfahrt in den Golf von Cattaro, das innerste Becken der Bocche. Wie noch ihr Name le Catens anzeigt, wurde sic einst allnächtlich durch schwere Ketten gesperrt. .Heute wachen Kanonen und Minen, doch das südliche der beiden, eng an den Felsen ge- schnnegten Kettenhäuser hat den Stürmen der Jahrhunderte widerstanden und erinnern noch an die früheren Zetten. Ein großartiges Panorama erschließt sich dem Auge nach der Durchfahrt. Anr Fuße eines 1000 Meter hohen Felsenberges liegt das verödete Perasto, reich an ruhmvollen Erinnerungen, denn seine Söhne waren die tapfersten Kapitäne in allen Seekriegen Venedigs. Auf zwei Felsenriffen erheben sich alte Kirchen, darunter die der Madonna del Scarpello, im August das Ziel katholischer Wallfahrer. Im Hintergrund liegt Risano, die von dunklen Waldüevgen umschlossene ern- sttge ttlyrische Königsresidenz Rhizinium. Zur Rechten stteckt sich Mischen blühenden Gärten Dobrota, deren Mauern noch heute mtt Schutzlöchern zur Verteidigung gegen die montenegrinischen Räuber versehen sind. Ihm gegenüber an der Westküste das langgestreckte Per- zag^ mtt verlassenen Palästen und dem unvollendeten Renaissancetempel der Madonna di Gospo. Und endlich im äußersten Winkel, inmitten eines Kranzes kahler Berge, die von Lowken hochmütig überragt werden^ und deren Zacken Adler umkreisen, die Stadt Cattaro. Schon längst leuchtet der Tag vom tiefblauen Himmel der Sldria, ehe die Sonnenstrahleu in den Felsenwiiikel von Eattaro dringen, ünd schon wenige Sturcden nach Mittag ist das Tagxs- I gesttrn »weder hinter den Bergen verschwunden. Während
uer getötet worden sein. Und säst die ganze Stadt ist dabei in Flanimen ausgegangen!
Der alte Staotpsarrer, dem ich in der Kathedrale Notre-Dame begegnete, wo er Brevier lesend auf und ab ging und sein Gotteshaus bewachte, gibt freiwillig alle schuld den Franzosen. Er erklärt es als besonders schändlich, daß eine winzige Schar der Rothosen, die als Nachhut zurückgeblieben waren, im letzten Augenblicke vor ihrer Flucht die Maasbrücke in die Lust gesprengt hat, wobei die benachbarten Stadtviertel schwer gelitten haben. Tann sei aus die einziehcnden Deutschen aus den Hau sehn geschossen worden, aber der Geistliche behauptet, beweisen zu können, daß keines seiner Pfarrkinder unter den Verbrechern gewesen sei, sondern die aus den Bürgerhäusern schießenden Zivilisten seien in Wirklichkett dort eingedrungene fran- zösische Soldaten gewesen, welche ihren Waffeurock mit den im Tornister mitgefühtten oder unterwegs gefundenen Zivilkleidern vertauscht hätten. Dafür hätten dann die Ein- wohner von Dinant büßen müssen. Wie sich das in Wirk lichkeit verhält, wird hier wie in anderen Fällen die von deutscher Seite cingeleitete amtliche Untersuchung ergeben. Die Kathedrale ist glücklicherweise so wett erhalten geblieben, daß ihre Ausbesserung keine Schwierigkeiten machen wird. Sie hat schlimmere Zerstörungen überstanden, durch die Burguicher Karls des Kühnen und durch die Jakobiner der großen Revolution, von deren Untaten man heute noch die Spuren an dem herrlichen Portale des Domes erblickt.
Daß in diesem Falle von belgischer Seite die Franzosen für das Unglück verantwort sich gemackst werden, ist >ehr kennzeichnend und steht keineswegs vereinzelt dp. An- derersetts behaupteten in Belgien ansässige Franzosen, daß die belgischen Soldaten selbst auf der Flucht die belgischen Ortschaften angezündet hätten, daß sie sogar gerauht und geplündert hätten, um die nachfolgenden Deutschen der Srchsistenzmittel zu berauben. Wie das französische Heer im eigenen Lande in Ortschaften, welche von ihren Bewohnern verlassen waren, gehaust hat, davon haben wir zahlreiche Beispiele namentlich in der Gegend von Reims und Verdun erlebt, wo die ersten Mannschaften der einziehcnden deutschen Vorhut in den von Deutschen vorher nie bettetenen Dörfern alles ausgeraubt, verwüstet, zertrümmert und besudelt fanden. Wenn die Greuel des Krieges einen Umfang angenommen haben, der durch die militä- rischen Operationen nicht nötig war, sö beklagt das niemand mehr als wir Deutschen. Kein Deutscher wird anders als blutenden Herzens durch das sinn- und nutzlos verwüstete Röaastal wandern. Deutsche Art ist es nie gewesen, den Krieg in Bürgerhütten zu tragen. Me Franzosen aber führen den Krieg wie sie ihn geffihrt haben, als Melac und die Schandgesellen seiner Art die Schlösser und Dörfer im ckriMichen Luxemburg, an der Maas und am Rhein« aussengten. Und die Belgier scheinen ihren Bundesgenossen die schlimmsten Unmenschlichkeiten inzwischen abgesehen zu haben.
Wie anders darin deuffche Art ist, dos habe ich in diesen Tagen bei Nenfchateau beobachtet, wo ztoei Landsturm- männer einem belgischen Bauer dabei behilflich waren, sein während der Schlacht in Flammen aufgegangenes Haus wieder aufzubauen. Deutsche Offiziere haben während der furchtbaren Revolte in Löwen die Kunstschätze der Kathedrale gerettet, sowett das möglich war, während hie Belgier keinen Versuch gemacht lßiben. auch nur einen Band der hochberühmten Universitätsbibliothek zn retten, obwohl dazu Zeit genug gewesen wäre, denn die Bibliothek lag nicht im Schußfelde und wurde erst später von den Flamchen völlig ergriffen. Wenn das Wertvollste von Löweus Knnsffchätzen gerettet worden ist, so dankt die Welt das den deutschen Offizieren, die mitten im Kugelregen mehr an ihre Gewissensverpflichtnng gegenüber der Kulturmenschheit als an ihr eigenes Leben gedacht haben. Wie hätten im gleichen Falle Franzosen und Belgier gehandelt? W. Scheuermann, Kriegsberichterstatter.
eines Teiles des Jahres hat die Stadt nur vier Stunden Sonnenschein. Bon ungangbaren Jelsenwärrden umgeben, liegen die Häuser eng zusammengedrängt hinter hohen Steinwällen, die die Venezianer im 17. Jahrhundert erbauten. Darüber thront auf einem mehrere hundert Meter hohen Felsenabsatz das Fort San Giovanni, während zu beiden Seiten der Stadt Gebirgsflüsse gleichsam natürlich« Wallgräben bilden. Me Umgegend ist bis aus einen schmalen Küstensanm unfruchtbar und liefert narr wenig Oel und Wein. Tie wenigen Tausend Bewohner der Stadt nähren sich fast ausschließlich vom Handel nach dem angrenzenden Montenegro und das Leben der Stadt hat ein ausgesprochen Militärisches Gepräge. Es ist ein ewiges Kommen kmd Gehen von abgelösten oder ablösenden Besatzungen, von Abtettungen, die aus ihren adlerhorstartigen Bergfvrts herabgeklettert sind, um neue Nahrungsmittel zu holen, von Ofiizieren, die sich zum Menst mellien, oder die nach längerem Einsiedlerdasein einen nrehrmonatlichen Urlaub nach „Europa" antreten. Wie heute war schon in früheren Jahrhunderten Eattaro als eine der meist bedrohten Pfotten der Scheidewand zwischen vem zivilffierten Westen und dem anstürmenden Osten ein strategisch »nichtiger Punkt, und die österreichischen Artilleristen, die jetzt in den Befestigungen der Bocck>e di Cattaro nach dem Feinde Auslug halten, können sich rühmen, die Schüler jenes deutschen Meisters Hieronymus zu sein, der im Aufträge des venezianischen Senates im Jahre 1545 zu Cattaro eine Geschützmeisterschule eingerichtet hatte.
ttsrrihe, 28. Seat. (Prrv.-Tckegrll Du Kammer- Ada v. Westhoven, die vom Winter 1903 bt* 1912 lsruher Hoftbeater «mqchvrtr. cst -U>»rn m Badm-Baden von 36 Jahren gestorben. Breslau ge-
nd »rach ihrem eckten Engagement 189 c m Olnrutz nach :n beruscn worden.
nchen, 28. Sept. lW B. Nichtamtliche Geh Rat >bert v Pöhlmann, Vertreter der alten Gelchichte <m
»ersität München und einer der bedeutendsten Gelehrten
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