Ixr (SkittrcrigoHWrnnrr von Aserbeidschmi, der berüchtigt» Sam ad Khan, ein Parteigänger Rußlands, abgesetzt und durch den jüngeren Bruder des Schahs, den Thron fokger Mehmed Hassan Mirza, ersetzt. Dem neuen Generalgouverneur wird der ehemalige Walt von Kennen schätz, Prinz Ferman Fernra, zur Seite gestellt werden.
Die britische Admiralität in Verlegenheit.
Stockholm, 29. Sept. Dem „Aftenbladct" wird aus London gemeldet: Die britische Admiralität erklärt, <t>a% die Forderung, daß Helgoland angegriffen und rfo ein Weg gebahnt werden solle, unmöglich erfüllt werden könnte. Der Borwurf, daß die Flotte sich untätig verhalte, sei ungerecht. Um aber den Forderungen des Volkes in gewisser Hinsicht entgegenzukommen, sei eine gründliche und systematische Razzia mit kleinen Kreuzern, Torpedos und Unterseebooten eingeleitet worden.
Vom Kreuzer „Emden".
L-o-udv n, 29. Sept. (W. B. Nichtamtlich!.) Die „Mor- ttingpost" meldet aus Kalkutta: Der deutsche Kreuzer „Einbert" ankerte am Donnerstag friih in der Nähe von Pond ich e r y und Verschvand später.
Roch eine Auszeichnung für Kapitänleutuant Wcddigen
D r e s d e n, 29. Sept. (WTB. Nichamtlich.) Der König hat dem Kapitänleutnant W e d d i g e n des „II9" das Ritterkreuz des Militäv-St.-Heinrichsordens verliehen und zwei weiteren Angehörigen der Besatzung andere sächsische Auszeichnungen.
Die „Hölle von Soissons".
Luigi B a r z i n i setzt im „Corriere" seine Kriegsberichte fort und schildert die furchtbare deutsche Kanonade in der Gegend von Soissons. Er kam von Süden her aus die Aisne zu: Da hiuten fließt die Aisne. Unterhalb von Soissons bereitet sich ein Ueber- gang vor und die deutsch Artillerie such vom anderen Flußuser das Vorrücken zu hindern. Da ist die Schlacht noch im Zustande der Vorbereitung, der Erwartung. Bei Soissons ist die Hölle. Da hinten wbt die Kanonade ohne Pause. Der Donner der Kanonenschüsse ist unaufhörlich. Man erkennt das heftige, metallisch Krachn der Granaten und das tiefe ferne Brüllen der Kanonen. Die Banmreihen an der Straße umralMkm das Panorama der Stadt, deren Dächr hinter einer grünen Barre aut- tauchn, und zwischen ihnen reckt sich kühn und prächtig der Turm der Kathedrale empor. Unendlich Rauchschioaden wallen einher, werden vom Wind umhergetricben, ballen sich zu gewaltigen Wolken zusammen, schwinden dahin und erstehen von neuem. Von diesem Wolkenmeer hebt sich Soissons, die altsranzösische Stadt, mit ihren Giebeln und Dächern ab. Von Zeit zu Zeit verschwindet sie völlig im Rauch.
Wir rücken weiter vor. Nirgends sind mehr Truppen, nirgends Wagen: die Straße ist einsam. An einer lleinen Brücke stehen zwei Generale mit ihrem Stabe, wartend aut das Geländer gelehnt. Es sind Divisionsgeneral Drude und der Brigadegenerat Ditte. Sic sprechen ruhig miteinander. „Wie ist die Lage, Herr General," trage ich den General Ditte, durch seine wohlwollende Miene ermutigt. „Um den Ucbergang über die Aisne aus der Brücke in Soissons zu verhindern, bombardieren die Deutsch» die Stadt regelmäßig und svüematisch. Sie unterhalten sich damit, sie zu zerstören. Sie haben ihre schwere Artillerie etwa 7 Kilometer vom Flusse aufgestellt, und um sie zu vertreiben, müßte man oberhalb und unterhalb den Fluß überschreiten und sie umfassen. Das ist ihre — übrigens sehr gute — Art des Rückzuges. Das Gelände eignet sich vortrefflich für diese Taktik, also . . . warten wir. Wir sind schon seit gestern abend hier. Die Engländer haben bei Bille- ncuve schwere Artillerie ausgestellt, und ich denke, daß sie schon das Feuer begonnen haben." Schüsse in der Nähe verkünden in der Tat, daß die „Lang Toms" ihre Arbeit begonnen haben. Mer sogleich schckt sich eine deutsch Batterie au, sie mit ver- zweiseller Gewalt auszusuchn, und es entsteht ein furchtbarer Lärm von Explosionen, und dichte Wolken von Rauch steigen aus dem Tale auf . . Das ' Bombardement der Stadt geht unaufhörlich weiter: drei oder vier Batterien vereinigen ihre Wirkung auf die Häuser. Soissons ist schn beinahe von Truppen geleert. „Kann man weiter vor?" fragen wir den General Ditte. „Gewiß, man muß nur die Schüsse beobachten und ft* danach richten. Die Deutsch» wechseln nich nach jedem Schuß das Ziel. Wenn sic mit der Beschießung einer Stelle begonnen haben, bleiben sie ein paar Minuten dabei. Man kann daher die tödlich Zone vermeiden. . ."
Der Weg geht durch blühende Gärten, über erneu kreisförmigen Platz mit einem Denkmal, und von dieser Seite bietet Soissons keinen außergewöhnlichen Eindruck. Man braucht aber nur einige Schrille nach der Hauptstraße zu tun: da sieht alles aus, als ob ein Erdbeben gewütet hätte, ein Erdbeben, das Stück für Stück, Winkel für Winkel, Dach für Dach, alles verwüstet hat. Man geht über Schutthaufen, über Ziegelsteine, über Fensterratzmen, über Hausrat, der aus den Fenstern geworfen worden ist. Die Granaten tzabeu die Dächr weggefegt, als hätten Kartenhäuser dagestanden. Unten in der Stadt brennt eine lange Reihe von Häusern, und der Brand schreitet unter der Wirkung beä Windes fort. Ungeheure Wolken durchziehen die Straßen, Branh- rauch, der sich mit dem Rauch der Geschosse und dem Staub der zertrümmerten Häuser misch. Die Bevölkerung ist nicht vollständig geflohen: die Leute sitzen in den Kellern, und wenn wzi- fchen den Kanonenschüssen eine Pause cintritt, stecken sie den Kopt heraus oder kommen auch wohl aus die Sttaßc. Wenn mau aber das Eleheul der über die Stadt hinwegsausenden Granaten hört, drückt mau sich unwillkürlich an die Wand. Plötzlich klingt aus nächster Nähe Gcwehrscuer. Gewehrfeuer?, nein, es sind ein paar Turkos, die sich einen Spaß machen: sic sind beauftragt, die Verwundeten einzusammeln, schleichen Miln an den Mauern entlang und werfen von Zeit zu Zell zum Vergnügen große Knallerbsen aus den Boden, die sie aus einem geplünderten Geschäft mitgenommen haben. Bum, bum! sie lochen und llatschen, als sei es ein glänzender Witz! Die prachtvolle Kathedrale von Soissons wird von Zell zu Zeit von Rauchwolken eingehüllt, aber e s s che int, als ob die Schüsse vor ihr Achtung haben. Nur einmal trifft eine Granate ein 'Baugerüst für die ?lusbcsserungsarbeiten. Ter Tag neigt sich seinem Ende zu: das Feuer der deutschen Geschütze wird immer heftiger. Offenbar haben die Deutschen genug Munition: pausenlos donnern die Kanonen. „Sie lassen keinen Stein aus dem anderen," bemerkt der General Ditte mtt unerschütterlicher Ruhe.
Der erste Pom- le M^rite für einen Leutnant.
Wie berichtet, ist der Leutnant OttovonderLinde .vom 5. GardesRegiment zu Fuß. ein Sohn des Potsdamer ilAmtsgerichtsrats von der Linde, der erste preußische Leutnant, der seit 1866 den „Pour le Märite" verdient hat. Leutnant von der Linde hat die Auszeichnung dadurch erworben, daß er mit einem Handstreich am 24. August das Fort Malonne, das zum Fortgürtel von Namur gehört und völlig unbeschossen war, mit vier Mann in deutschen Besitz brachte. Der 22jährige Offizier schildert |in einem Briefe an seine Eltern diesen Handstreich in folgenden Worten:
„Ich mußte mtt 500 Mann auf ungedecktem Gelände auf das Fort losgehen. Ueberall starrten mtt Schießscharten entgegen, aus denen jede Sekunde es losknallen könnte, und wenn das nicht, so kmmte ich aus eine der vielen Minen, die ringsherum (agrtt] treten. Von allen Offizieren, die sich sreiwttlig dazu gemeldet hatten, wurde ich ausgesucht. Ich nahm von meinem Zug nur vier Mann mtt, und im G..nsemarsch näherten wir uns dem Fort. Heran konnte ich selbst nicht, weil die Brücke über den großen Wassergraben zurückgezogen war. Als der Kommandant nns bemerkte, ttef sch ihn an und redete ihm vor, daß ein ganzes Regiment und Artillerie draußen im Walde stünde und das
Feuer sofort erössnet würde, wenn noch eine Attnute mtt der Ucber- gabc gcwattet würde. Der Kommandant ließ die Brücke herunter, and imv betraten das stark befestigte Fort. Ich ließ jeden einzeln, vortretcn. Wir untersuchten sie. Die Waffen mußten sie im Fort lassen. Meine vier Leute hatten das Gewehr im Anschlag. Der KommandaM vom Fvtt Malonne übergab mtt seinen Säbel. Dann ließ ich die Belgier in eine Ecke treten, damtt sie nicht sehen konnten, wer heran käme. Neben dem Kommandanten nahm ich 5 Ossizierc und 20 Mann gefangen: die übrigen 400 waren schon geflohen. Ich ließ nun meinen Zug Nachkommen. Die Gesichter der belgischen Offiziere hättet Ihr sehen sollen, als sie nachher unsere geringe Anzahl sahen. Ich holte die belgische Flagge her- uitter, und meine Leute verserttgtcn aus einer belgischen Hose, einein Hemd und einer französischen Bauchbinde eine deutsche Fahne und hißten sie. Vorher hatten wir den Weinkeller ausgemacht und ließen beim Ausziehen der Fahne ein paar Sektstaschen knallen. Bis zur Ablösung mußte ich das Fort, das gänzlich unbeschosien war, besetzt halten. Ich erbeutete vier schwere 21-Zenttmeter-Ka- nonen und eine Anzahl lleinerer Kaliber, über 100 Gewehre uttb Pistolen, 500 Granaten und mehrere tausend Gewehrvattonen. ^cch wurde erst an, nächsten Morgen abgelöst. Wir schtvelgteu inzwischen in den groben Mengen aufgestapelter Vorräte."
Leutnant von der Linde hat seinen Eltern den Degen des Kommandanten und die Fahne des Forts Malonne als Siegcstrophäe geschickt. Die Verleihung des Ordens Pour le Mo rite wurde den Eltern am Freitag durch das folgende Telegramm mttgeteilt: „Pour le Msrite bekommen. 5. Garde-Regiinent."
* * *
Tie Kämpfe mit den Serben.
Wien, 29. Sept. (W. B. Nichtamtlich.) Meldung des Wiener K. K. Korr.-Bur. Von serbischer Seite ist in den letzten Tagen im Auslande die Behauptung in Umlauf gesetzt worden, daß die Serben bei Krupanj einen Sieg errungen hätten. Zur Widerlegung dieser Behauptniig genügt es, die Tatsachen der damaligen Lage kurz zu schildern:
Die österrcichisch-amgarischen Truppen überschritten trotz heftiger Gegenwehr bei Beginn der Offensive die Drina. Sie stehen auch heute durchweg auf serbischem Gebiet. Besonders südöstlich Krupanj und Losniza mußten die stark verschanzten serbischen Stellungen als erstes Operationsziel nach mehrtägigen harten Kämpfen von den österreichischen Truppen genommen werden. Hierbei eroberte n w i r 14 Ge s ch ü tz e, die bereits nach der Landeshauptstadt unterwegs sind: die Gefangenen befinden sich auf dem Wege nach verschiedenen Provinzstädten. Unsere Truppen halten auch henke die eroberten Höhen. Sechs serbische Divisionen, und zwar die beiden Drina-Tivi- sionen, das zweite Aufgebot der Morawa-Divisron, eine ans überzähligen Regimentern zusammen gestellte Division, die von der Save zugeschobene Donau-Division des ersten Aufgebots und Teile der Donau-Division ' zweiten Aufgebots sowie zahlreiche Ersatztrnppen und Truppen dritten Aufgebots versuchen, wtt aus den Aussagen zahlreicher Gefangener und Ueberlänfer festgestellt wurde, durch unausgesetzte Angriffe bei Tag und Nacht vergeblich, die Höhen wieder in Besitz zu nehmen. Die Ber- luste der von den Offizieren mit dem Revolver vorgetriebenen serbischen Aufgebote sind ungeheuer. Fn den letzten Tagen haben die Serben zu einem neuen Mittel gegriffen, um die Widerstandskraft unserer zum Teil aus Suüslaweu bestehenden Regimenter zu sc^vachen, indem sic vor dem Angriff die kroatische Hymne anstimmten; wohlgezieltes Salvenfeuer war die Antwort unserer Truppen.
Die Neutralität Italiens.
Rom, 29. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Laut „Agenzia Stefani" veröffentlicht das Amtsblatt eine Bekanntmachung, welche die Bürger, die militärische Dienste in den kriegführenden Armeen angenommen haben, anzunehmen beabsichfigen oder auf irgend eine Weise Verletzungen der Neutralität fördern, davon in 'Kenntnis setzt, dah derartige Handlungen, die im Widerspruch stehen zu den Pflichten, die den Bürgern durch die Neutralität des Staates auferlcgt sind, von derRegierungnichtge- billigt werden. Tic Regierung erinnert in bester Absicht daran, daß diese .Handlungen die Bürger nicht nur des Rechts berauben, sich auf ihre Eigenschaft als Untertanen eines neutralen Staates zu berufen, sondern daß sie sich auch den im Strafgesetzbuch und in dem Gesetz über die staatsbürgerlichen Rechte vorgesehenen Strafen aussetzen.
In den letzten Tagen macht sich eine gerechtereundi besonnenere Sprache Deutschland gegenüber in der hiesigen Presse bemerkbar, obgleich natürlich gewisse italienische Organe auch jetzt noch den Text ihrer Auslaffun- gen besttmmten verpflichtenden Rücksichten anpassen müssen. Im „Giornale dkJtalia" findet inan jetzt täglich offene Briefe von verschiedenen Seiten, die gegen Ueberttnsibuivgen und besonders gegen die Reims-Hetze Stellung nehmen und die deutsche Kultur gegen den Vorwurf der Barbarei verwahren.
So schreibt heute der frühere Unterstaatssekretär der schönen Künste, Alfonso Lucifero, zunächst müsse man verbieten, daß Städte mit besonderen Baudenkmälern be- fessigt werden, dann kämen sie auch nicht in die Gefahr, beschossen zu werden. Man könne nicht verlangen, daß, wenn man Geschütze im Schutze der Baudenkmäler aufstelle, der Feind die feindlichen mörderischen Batterien aus Verehrung für die Schönheit des Baudenkmals schont. Ferner findet sich im „Giornale" ein deutsch-freundlicher Brief von Cesare de Tollt und dem Advokaten Ernesto Ascenzi. — Die „Tri- buna" bringt einen Brief des Kommunalassessors, Ingenieurs Sprega, der zunächst hervorhebt, daß der größte Teil der Baudenkmäler nicht zerstört und daß ferner die Jnternasionale Associazione mtt ihrem internationalen Charakter am wenigsten der Ort für Proteste sei, durch welche doch eigene Mitglieder mit betroffen würden. Schließlich erinnert Sprega an die Haltung Frankreichs während der Ma- nuba-Affäre und an die heftigen und hochmüsigen Worte in einer französischen Kammersitzung, dae der damalige Minister des Aeußern und jetzige Präsident gegen Italien gebraucht hat. _
Au§ dem Reiche.
Berlin, 29. Sept. Unter den Frauen und Mädchen, die beim Ausbruch des Krieges sich in den Dienst des Vaterlandes steltten, befindet sich auch Fräulein von Bcthmann Holl- wcg. Während ihr Vater im Hauptguartter des Kaisers wellt, befindet sich das junge Mädchen tu dem Krankenhaus „Bethanien" bei Sttndal und hilft hier bei der Pflege der Verwundeten, nachdem »ic die vorgeschriebenc Prüfung abgelegt hat. Unter den anderen Krankenschwestern dieses Krankenhauses ist auch eine Herzogin von Schleswig-Holstein.
Hannover, 28. Sept. Ten» „Hannover'schen Courier" zufolge hat gestern in Wtttmund die mttionalliberale Bertrauens- männerversammlung im Wahlkreis Aurich—Wittmund für den verstorbenen Wgeordneten Semler den früheren Reichstagsabgeordneten Dr. Stresemaun als natttnalliberalen Kandidaten aufgestellt.
Oldenburg, 29. Sept. (W. B. Nichtamtlich.> Der Groß Herzog hat eine Kriegsauszeichnung jttt Offiziere und
Mannschaften tm Felde gelttftet, sowie für diejenigen, die zur Lm.
derung der Kriegsleiden in der Heimat beigettagen haben, (jj nennt die Auszeichnung „Frirdrich-August-Kreuz". Es wird j» zwei Klassen verliehen und am Bande getragen.
Mülhausen i. E., 29. Sept. (W. B. Nichtamtlich.) Staatz. iettetär v. Rödern ist in Begleitung des Bczirkspräsiücnteu »*» Puttkammer zum Besuch« der in den Lazaretten des Oberelsir liegenden Verwundeten und zur Besichtigung der durch die Kämpst im Oberelsaß verursachttn Schäden hier eingetroffen. Eine Hjw, aktton in großem Maßstabe ist eingelettet worden.
M ünster i. W., 29. Sept. Die stir die diesjährige Kat ho. l i k c n v e r s a ni m l ii n g ans den» Neuplatz in Münster errichtet, Riesenhalle wird, da die Tagung wegen des Krieges aus fällt derzeit abgebrochen.
Deutsche Kolcnicm
Duala besetzt.
Paris, 29. Sevt. (W. B. Nichtamtlich.) Aus Bor. d c a u x wird gemeldet: Eine französisch-englische Er.
V e d i t i o n , die von französischen und englischen Kriegsschiffs, begleitet war, besonders von dem englischen Kreuzer „Cumberland" und dem sianzösischen Kreuzer „Drnix", ist in Kamerun gx. landet. Duala ist ohne Kampf besetzt worden.
Daß die offenen Hafcnvlätzc unserer Kolonien gegen über, legene feindliche Kräfte nicht zu halten sein würden, war von vorne herein anzunehmen.
Au» Stadt und Land»
Gießen, 30. September 1914,
Aus dem Felde der Ehre gefallen.
(Aus Hessen und den Nachbargebieten.)
Muskctter Johann Lambert h, Inf.-Rgt. 117 und Land- wchrmann Daniel Lamberth, Inf.-Rgt. 118 aus Ludwigshöh, bei Mainz. — Unteroff. d. Res. Julius Schloß, Inf.-Rgt. U8 aus Mainz. — Res. Heinr. Tannhäuser, Inf.-Rgt. 118 aus Worms. — Res. Ernst Behrend aus Wiesbaden. — Hmiptniann Franz Haß, Inf.-Rgt. 91 in Wiesbaden. — Offiz.-Stcllv. Aus. Heckel, Inf.-Rgt. 80 aus Biebrich. — Oberlt. d. Res. und Land wirtschaftslehrer Dr. Karl B o g e l e y, Inf.-Rgt. 36 aus Worms. — Res. Fritz Hoch aus Worms.
Auszug aus der Verlustliste.
(Angehöttge des Infanterie-Regiments Nr. 118 (Worms) aus Oberhessen.)
Musk. Sali Bracher, Wenings, Kr. Büdingen, vrrm. — Res. Valentin Quanz, Bernshansen, Kr. Lauterbach, verm. — Musk Wilhelm Rupp, Msfeld, verm. — Musk. Heinr. Vier heller, Hergen» Hain, Kr. Schotten, verm. — Musk. Heinrich Nies, Rinderbügrn,
verw. — Musk. Ferdinand Adam König, Obermörlcn, verw.
*
Trinker-Fürsorgestelle lür Stadt und Landkreis Gießen, Gießen Asterweg 9. Sprechstunde jeden Donnerstag abend 8 bi; 7h, Uhr.
*• Ihre Königlich e Hoheit die Großherzogh, hat telegraphisch ihren Dank für die vom Roten Kreuz ab- geschickte reichhaltige Liebcsgabensendung ausgesprochen und gebeten, den patriotischen Spendern ihren Dank übermitteln zu wollen.
** Neue Schnellzüge. Abi. Oktober verkehren aus der Strecke Frankfurt — Hannover folgende D-Züge: Nr. 77, Gießen an 5,56, ab nach Hannover 6,00 nachmittags: Nr. 78 Gießen an 12,23, ab nach Frankfurt 12,28 mittags.
** Das eiserne Kreuz. Von Gicßener Offizieren wurden ferner mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet: Dir .Hauptlruir Claus und v. Pentz. — Wetter erhielten das Eiserne Krem: Oberleut. d. Res. u. Regimentsadjutant Domänenpächter Fritz R u o s s und Leutn. Ferd. Weber, Sohn des Forstmeisters Dr. Weber in Konradsdorf bei Ottenberg und Fürst zu Leiningen, Standesherr im Großherzogtum Hesien.
** Das erste Konzert ehemaliger hiesiger Re« gimentsmusiker und anderer Herren findet am kommenden Sonntag auf der Liebigshöhe statt. Der gesamte Erlös des Konzertes soll bedürftigen Hinterbliebenen im Kriege gefallener Gießener zufallen und wird zu zweckentsprechender Verteilung der Bürgermeisterei überwiesen. Der lleine Einttittspreis, der wohltätige Zweck und das reichhalttge Programm rechtfertigen einen zahlreichen Besuch, der im Interesse des guten Zweckes, dem das Konzert dient, auch sehr wünschenswett erscheint. (Siehe die Anzeige im heuttgen Blatte.)
** Deutsche Missionen weisen englische Anerbietungen zur Hilfe zurück. Kurz nach Ausbruch des Krieges beschlossen englische Christen und Ms- sionsfreuude, offenbar unter deni Eindruck der öffentlich verbreiteten Lügen über eine Revolution und den völligen Zusammenbruch in Deutschland und in der Erwartung, daß der Krieg für Deutschland mit einer schweren Niederlage enden werde, Sammlungen zu veranstalten, um die konttncntalen Missionsgesellschaften zu unterstützen. Die Berliner Missions gesellscl>aft, die hiervon auf dem Umweg über das neutrale Ausland benachrichtigt umrdc, erwiderte jm Einverständnis mit der Goßncrschen Mission,, daß sie durchaus nicht in der Lage sei, irgendwelche Unterstützungen von englischer Seite auzunehmen. Das siegreiche Deutschland ersieue sich so wohlgeordneter und befestigter Verhältnisse, daß. es seinen Aufgaben, auch seinen Missionsaufgaben, ohne siemde Mithilfe gewachsen sei, aber auch wenn in Deutschlanddie bitterste Notlagebest ände, würden die deutschen Christen zurzeit englische Unterstützungen unter allen Umständen ablehnen müssen: dagegen sei die wegen ihrer vortrefflichen Arbeit auch in Deutschland geschätzte Pariser protestantische Missionsgescllschaft durch die furchtbare Niederlage Frankreichs in ihren Lebeusbedingungen so schwer bedroht, daß die deutschen Christen nur anheim geben könnten, den Ertrag jener Sammlimg restlos ihr zuzuführcn. Es ist auzunehmen, daß die übrigen deutschen Missionsgesellschaften sich dieser Anttvort der Berliner und Goßuerschcu Mission einmütig crnscbließen werden.
Die öffentliche Meinung wird dieser Haltung nur bei stimmen. Es ist unvermeidlich^ daß mit unserem gesamten Volksleben, und insbesondere mit allen aus Mitteln der freien Liebestätigkcil sich erhaltenden Unternehmungen, auch die christlichen Missionen, jetzt empfindliche Einschränkungen erleiden. Aber unser Volk wird sie um so lieber durch die Kriegszeit hindurchbriugen und ihnen nach hergestcllteni: Frieden wieder aufhelfen, je mehr es erkennt,' baß auch die deuffchen Missionen zu seinem eigensten Besitz gehören.
** Be t r. Liebesgaben. Das stellvertretende Generalkommando ersucht um Aufnahme folgender Mitteilung: „Es sind mehrfach Anträge beim stellvertretenden Gencral-- tttmmando eingegangen, in welchen.gebeten wurde, Liebesgaben für besttmmte Truppenteile in Personenautos mi- mtttelbar in das Operattonsgebiet zu befördern. Eine solche Beförderung darf bcsttmmungsgemäß nur durch Vermittelung der Annahmestelle des Roten Kreuzes für Liebesgaben für die Truppen in Frankfurt a. M., Theaterplatz 14, erfolgen. Derarttge Anträge sind mttknn an die genanntt Stelle unmittelbar zu richten. Letztere sord.-rt vom Generalkommando die für die Transporte erforderlichen Bcnzob mengen an. Das Begleitpersonal der Automobile und diese selbst muffen durch die Antragsteller zur Verfügung gestellt werden. Die Entscheidung über Geeignetheit dieses Begleitpersonals untersteht der Annahmestelle des Roten Kreuzt
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