Ausgabe 
29.9.1914
 
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vercier, <stumpertntn>b, tot. Gardcsüs, Ernst Zeiß, Griedel, verm. Elesr. Heinrich ©cum, Ulla, Kr. Schotten, l. verw. Unleross Friedrich Jüngling, Slockkerm, l verw. Serg. Jo­hannes Reihschneider, Burgbracht, Kr. Büdingen, l. verw. (Angehörige des Jnsanterie-Regiments Rr. 118 aus Oberhessen.)

Musst Ludwig Hohmann, Giehen, tot. Musk. Heinrich Braun, Ober Breilenbach, Kr. Msseld, verw. iWusf. Heinrich Keller, Ober Bessingen, verm. Fahnen, Unleross. Hans Fritz Karg. Friedberg, verm. Rdusk. Heinrich Glich, Harheim, Kr. Friedberg, verm. Res. Karl Orth, Eckarisborn. Kr. Büdingen, veriu Mnsk. Wilh. Stegmann, Lindheini, Kr. Büdingen, verm.

Res. Georg Walther, Wiesenhol, Kr. Schotten, verm. Unterost. Fra nt Rack, Oppershofen, Kr. Friedberg, tot. Mnsk August Tietz, Gilnscnau, Kr. Lanterbach, verm. Musk. Karl Dainbmaiiil, Büdingheim, Kr. Schotten, verm. Untcrosi. Rickiard .'uifob. Inheiden, verm. Musk. Wilhelm Jakob Dochslcin, ''udeirveim. Str. Büdingen, verm. Mnsk. Engelbert Henkel, Reichlos. str Lauterbach, verm. Musk. Gottsried Reinhard, Ilbenstadt, Kr. Friedberg, verm. Mnsk. Heinrich Eckardt, Lauter, verm. Mnsk Heinrich Hccb, Allendorl, verw. Mnsk. 'favl Hoimann, Wetterield, Kr Schotten, verm. Mus!. Otto Gilbert, Birklar, l. verw Oieir. Heinrich Hartmann, Münster, Kr. Giehen, verm. Musk. Philipp Böhmer, Geilshausen, tot.

Musk. Felsing, Ober-Gleen, Kr. Alsfeld, tot. Muss. Land- mauu, Niederseemen. Kr. Schotten, schw. verw. Musk. Leder­in an u, Lick, schw. verw: Musk. H. Becker, Ruppertsburg, Kr. Selotten, tot.

** Briefsend ungeninfremderSprache. Mit Zustimmung der Militär- und Marinebehörden sind Brief- i e n d u n g e n in fremder 2 p r a ch e nach C esterreicki- llngarn und dem neutralen Auslande voft jetzt ab wieder,zur Posldeförderung zugelassen. Tie Sendungen, die offen sein müssen, lönneu auch durch die Briefkasten nusaeliesert werden.

Schwnrgericbt.

th. Gießen, 29. September.

Gestern vormittag erössnete als Vorsftendcr Landgerichtsrat Reuen Hagen das diesmalige Schwurgericht der Provinz Ober- hessen. Berhandelt wurde gegen den 34 Jahre alten ledigen Tienstknecht Willi Müller ans Rtippertsburg, zu letzt in Betten- hauscu wohnhaft, der angeklagt ist des Verbreckstns aus Kl 761, 173 des StrG. Tie Anklage vertrat Oberstaatsanwalt Hof­mann, die Berleidigung rührte Rechtsanwalt Justizrat Tr. I ii ii g. Es waren 4 Zeugen zu hören. Rach der Anklage soll Müller, der im Jahre 1910 bereits vom Schwurgericht wegen des Versuchs der Vergewaltigung zu 2 Jahren Gefängnis ver­urteilt wurde, am 13. Juli in der Gemarkung Hungen das gleiche Verbrechen gegen eine Tienstmagd auszusühren versucht haben Tie Verhandlung wurde unter Ausschluß der Oessentlich- leit geführt und batte das Ergebnis, daß die Geschworenen den Angeklagten iür schuldig erklärten und nach Lage der Sache das Vorliegen mildernder Umstände versagten. Ter Gerichtshof er- fanntc darauf auf zwei Jahre sechs Monate Zuchthaus, unter Abrechnung von 2 Monaten Zuchthaus für die verbüßte Unter­suchungshaft.

Aivchliche Nachrichten«

Evangelische Gemeinde.

Mittwoch, den 30. Sevleuider, abends 8 Uhr: Krieqsbetslunde in der Johanneskirche. Psarrer A u s s e l d.

vereine unds siegte überlegen 10: l. Bei Gieße» spielten sieben Mitglieder mit, die zurzeit ireiwillig im Jnlanlerie-Regimeiit Kotier Wilhelm dienen. Das Zusamuienspiel der Mannschaft war sehr gut. Die Einnahme, 38 Alk,, wurde dem Roten Kreuz überwiefen. Am kommenden Sonntag spielt die Wetzlarer Mannschaft in Gießen a»i dem Svortplaße a» der Hardt »»d wäre ei» reger tejudi der sportliebende» Piiblikmns sehr erwünscht, da die Ein- »ahme^z»^Gi»pwnd^jteld>iichenKriegsh>1e^erwendl^

Letzte Nachrichten.

Was die Franzosen verschweigen.

Berlin, 29. Sept. Was die Franzosen verschweigen, darüber schreibt derBerliner Lokalanzeigcr": Von französischer Seite ist bis zur Stunde der Fall des Forts Camp des Romains, der den Durchbruch unserer Armee zwischen Toul und Verdun nach sich gezogen hat, verschwiegen worden. Diese Verschwiegenheit der iranzösischen Regierung Hai natürlich ihre guten Gründe. Man ist sich in Frankreich wohl bewußt, daß die Riederzwingung dieser bet>cutenden Festung und die damit verbundene, schwere Gesährung des französischen Zentrums, in den neutralen Städten einen schlechten Eindruck machen wird und zieht es daher vor, diese wichtige Nachricht vorläufig zu unterschlagen. In dem französi­schen Hauptquartier geht man von der richtigen Annahme aus, daß der Fall des Camv des Romains gerade in gewissen Streifen roma­nischer Länder, besonders in Rumänien, den Glauben an die Wider­standskraft der iranzösischen Arniec jetzt schon zerstören und damit einen Umschwung in der Beurteilung der europäischen Kriegslage nach sich ziehen könnte. Den Franzosen ist es dagegen nach wie vor darum zu tun, in den neutralen Staaten den Eindruck zu er­wecken, als wäre es mit der strategischen Lage ihres Heeres am besten bestellt, und sie scheuen daher auch nicht vor dem Mittel der amt­lichen Fälschung zurück.

Panik auf dem französischen Geldmarkt.

Berlin, 29. Sept. In einem ArftkelBorboten des großen Krachs" glaubt dieTägliche Rundschau" Voraussagen zu können, daß die heute schon den französischen Geldmarkt ver - w ü st e n d c Panik irur noch wilder und die Flucht der Millionen ins Ausland noch allgemeiner werde, weiiii die 300 000 Depot-Ein­leger keine Dividende vom Crckit Lvonnais erhielten. Am Schlüsse des Artikels heißt es: Ter französische .Krach und das Versagen der Millerundschen Heeresverwaltung kann den raschen Abstieg der Poincarsi, Delcasss uim. nur noch beschleunigen. Briand, der dieser Firma geistig wett überlegene Exgenosse, steht um kühl zu ihr und wartet seine Diktatorstundc ab. Das L-chwanken der Regierungs- männer zwischen Bordeaux und Paris untergräbt den Rest von Ansehen, der ihnen noch verblieben ist. Daran, daß diese Republik im Sterben liegt, ist nicht mehr zu zweifeln.

Englands Handelskrieg gegen Deutschland.

Berlin, 29. Sept. Warum Englands Handelskrieg gegen Deutschland scheitern muß, wird von dem Generaldirektor des Norddeutschen Lloyd, Heinecken, imBerliner Tageblatt" aus­führlich besprochen. In England erkenne man bereits, wie sehr man sich mit dem Handelskrieg, den man gegen uns entfesselte, ins eigene Fleisch schneide. Die Qualität der deutschen Volks­wirtschaft und der deutschen Waren, die in immer steigendem Maße in den letzten Jahrzehnten die Alleinherrschast der nach­lässig und bequem gewordenen englischen Expornndustrie unter­graben^ hatte, würde sich, sobald die ft eie Konkurrenz 'wieder in ihr Recht trete, siegreich behaupten.

Märkte.

Gießen, 24. Sept Marktbericht Au! den, heutigen Wockienuiarkte kostete: Butter das Pfund 1,101,30 Mk,: Hühner­eier 1 Stück I0Pig., 2 Stück 00 Pfq.; Enteneier 1 St. 0 Psg 2 Sl, 00 PIq.: Gnnseeier 1 St. 0-0 Piq 2 St. 00 Psg,: Käse

las Stück 10 12 Big,, Kaseinaite 2 Stück 58 Psg.: Taube» das Paar 1,001,40 Mk., Hühner das Stück 1,503,00 Mk., Hahne» las Stück 1,50 - 3,00 Mk., Enten das Stück 3,00-4,00 Mk., Gänse das P!d. 00GO PI,.: Welsche 45Mk.: Ochienfleiich das Psd. 8696 Pia., Rindfleisch das Pinnd 9094 Psg., Kuhfleisch 80 Psg., Schwei,>e- sleisch das Pinnd 708696 Pig , Kalbfleisch das Ptd. 707 > Psq Hannnelfleisch 1 PId. 7096 Pig.; Kartoffeln im Zentner3,5 I Mk imPsnnd 4 Psg., Weißkraut das Sl.^löPig.: Zwiebeln der sttr. 6,00-8,00 Mk.: Milch das Liter 22 Psg.: Aepsel der Zentner

815 Mk.: Birnen da? Pinnd 815- Psg, Nüsse 100 Stück 60 Pig,, Zwetschen der Zentner 68 P!ark. Marktzeit von 8 bis 2 Uhr.

1c. Franksnrt a. M., 28. Sept. (Oria.-Teleqr. des©te'i. -'nz.'i Amtliche Notierungen der heutigen Fruchtmarktoreii!. Weizen shiesiqerl Mk. 26.0026.50, Kurheinjcher Mk. 26 0»-26.50, Wettcraner Mk. 00,00 - 00.00, Roggen shiesigers Mk. 23.00 -23.25, Gerste sWettecaner, Mk. 22.00-22.76, Gerste. Franken, Pfälzer, Rie» Mk. 2 .0022.75, Haler Mk. 23.0023.20, Mais Mk. 00.00 - 00.0», Weizenmehl 0 Mk. 00.0000.00, Weizenmehl I Mk. 00.0000.00, Weizenmehl III Mk. 00.00 - 00.00, Roggenmehl 0 Mk. 00.0000.00, Roggenmehl 0/1 Mk. 00.0000.00, Rogqenmehl I Mk. 00,00 OO.'X), Weizenklei« Mk, 0.000.00, Weizenschalen 'Ulf. 0.000.00, Roggen» Ileie Ml, 00.00 -00.00, Malzkeime Mk. 00.0000.00, Biertreber 00.00 - 00,00, Futtergerste Mk. 00.00 - 00.00. Alleser 100 kg ab hier.

fc. Frankfurt a. M», 28. Sept. (Orig.-Telegr. desGießener Anzeigers".) K a r t o s s c l in a r k t, Man notierte: Kartoffeln

m Wag ons Alk. 5,25-5,50, im Kleinhandel Mk. 6,007,00 für je 100 kg.

lc. Frankfurt a. M. V i e h h o i m a r k t b e r i ch I vom 28. Sept. Austrieb: Rinder 1648, Ochsen 366, Bullen 124, Kühe und Färsen 1158, Kälber 374, wchake 130, Schweine 2223.

Tendenz: Geschäft in Ochsen und Kälbern lebhait. später La», Schale ruhig, Schiveine rege; bei Rindern und Schweinen

lleberstand. Preis für 100 Pis.

Ledend» Schlacht­gewicht

Ochsen. Mk. Pig.

7 rllfleiichige, ansgeniästet-, höchsten Schlacht­wertes, 47 Jahre alt....... 5258 95-100

die noch nicht gezogen haben lnnqejochtes . . 4851 90-94

Junge flciichiqe, nicht ausgemästete uns ältere ausgemästete............ 4447 8187

Bullen.

Bollkleilchsge, ausgewachsene. I-öchsten Schtach'v, 44 -47

Vollfleischige, jüngere..........4043

Mäßig genährtt junge u. aut genährte ältere 36-39 Färsen. Kühe,

Bolllleilchig» ausqem. Färsen höchst. Schlachtw, 4144 Pollfieischiga aukgeinästeteKüh«höchstenSchlach-

wertes bis ,» 7 Jahreir........38 -43

iventg gut entwickelte Färsen.......3640

ältere ausgemästete Kühe......... 3437

Mäßig genährte Kühe und Färsen.....2333

' ering genährte Kühe uns Färsen .... 2327

73- 78 70-74 65-70

74 80

70-75

7073

62-70

56-60

52-61

Kälber.

Leinste Maltkälber ... .... 5t-56 90 - 93

Mittlere Mast- und beste SangkAb«. . . . 50 - 54 85 - 92

Geringer« Mast- und gut: San,käldr: . . . 44 - 48 75 - 81

S ch a'

Stallinasticha!«

Mostlämmer »ns jüngere Masthrmmel . 4217 92 94

Schwei n!.

Bollfleischig- Schweine r>ou80-10»

Lebendgewicht ........50.0153.0) 61 . 0086 11

Voll fleischig; Schwein» »nt« 80 k»

Lebendgewicht ........ 50.0158.10 63.10 63»

Pollfleischtq» Schweine von 100120 r;

Lebendgewicht ........ 50,00 - 53.0 ) 64,00 66 )1

tzollfleischige Schweine oort 180l»»n

Lebendgewicht . . ...... 50.0158.00 64.0166.00

Svorr.

Der Verein sürR äsen spiele spielte am Sonntag in Wetzlar gegen eine Städtemaimjchait der Wetzlarer Fußball-

Tie deutschen Flieger Uber Paris.

Berlin, 29. Sept. Daß über Paris am 27. September nicht ein, sondern zwei deutsche Flieger aus einerTaube" erschienen sind, wird demBerliner Tageblatt" über Turin be- stäftgt. Ter zweite Flieger erschien nachmittags über Passy und war 'einem heftigen Gewehrseuer ausgesetzt. Er hatte mrr Zeft, eine einzige Bombe herabzuwersen, weil die inzwischen von Jssh les Maulrneauz herbeigeeilte französische Fliegerabteilung sssart Jagd auf ihn machte.

Aus Norwegen.

MDB.: London, 29. Sept (Nichtamtlich.) Die norwe­gische Regierung hat zur Bezahlung des Dienstes ihrer auswärtigen Schuld 600 000 Pfund Sterling Schatzwechsel an das Londoner Bankhans I. C. Hambro Son begeben. Ter Zinsfuß beträgt 7 Prozent.

Die beschlagnahmte Jacht des Herrn Krupp v. Bohlen und Halbach-

Berliu, 29. Sept. Unter den von den Engländern be­schlagnahmten Fahrzenaen befindet sich einer Rotter« damer Meldung derDeutschen Tagesztg." zufolge auch die Jacht des Herrn Krupp v. Bohlen und H a l l> a ch. Das Prisen- gcricht hat gestern die Einbehaltung des Schisses angeordnek. Die Kruppsche JachtGermania" war seinerzeit in Southampton ein- getrossen, um an der Regatta in Coives teilzunehmen.

Aus dem Orient.

(WDB.) .Konstantinopel, 29. Sept. (Nichtamtlich.) Die Leuchttürme von Kara Burun und Jninda an der europäi- schen und von Schile an der asiatischen Küste des Schwarzen Meeres nahe dem Bosporus sind >nieder angezündet worden.

Eine gute Maßregel der Militärverwaltung in Halle.

Dalle (Saale), 29. Sept. Die Militärverwaltung in Halle an der Saale hat demBerliner Tageblatt" zufolge zur Linde- rungderNotder Arbeitslosen den Weißenfelser Schuh­fabriken einen Auftrag in Militärsfiefeln für 2 Millionen Mark gemacht.

Der Eintritt des Prinzen zu Wied ins deutsche Heer.

Berlin, 29. Sept. Der Wiedereintritt des Prinzen zu Wied in die deutsche Armee ist nach einer Wiener Meldung der Bvsjischen Zeitung" dem Prinzen in Wien empfohlen worden, nachdem er sich erkundigt hatte, ob mau seine Beteiligung am Kampfe in den Reilzen des deutscheii Heeres billigen werde.

Neue Briefmarken i» Oesterreich-Ungatn

(WTB.) Wien, 29. Sept. (Nichtamtlich.) Vom -4. Oktober ab werden während der Dauer der kriegerische» Ereignisse neue Briesuiarken zu 5 und 10 Hellern mit einem Aufschlag von je 2 Hellern ausgegeben. Die aus dem Aufichlag sich ergebende Summe wird zur llnterstütziiug der Witwen und Waisen gefallener Krieger verwendet.

Ein Aufruf der Deutsch-Amerikaner.

Berlin, 29. Sept. Alle Zeitungen der Vereirngten Staaten haben einen Aufruf an die Deutsch-Amerikaner ver­öffentlicht, der in slammenden Worte» gegen die Aufbietung der Javaner durch die Engländer zum Kancpse gegen Deutschland protesfiert.

Unwetter in Berlin.

Berlin, 29. Sept. In den gestrigen Nachmittags- und Abendstunden wütete i» Berlin ein von außerordentlich starken Regensällen begleiteter, orkanartiger Sturm, der zahlreiche Schä­den und Verkehrsstörungen mit sich brachte. Mehrere Personen sind erheblich verletzt worden.

Ein Grubenbraud.

Saarbrücken, 28. Sept. lPriv.-Tel.) Das Fettkohlenflbz unter dem Delbrück-Schach! mit Grube Luiscuthal steht seit heute früh in Flammen. 2 7 Grube npf erde sind erstickt aus­gesunden worden Das Feuer ist durch ein bei Schmiedearbeiten van oben den Schacht huruntcrfallendes rotglühendes Stück Eisen, das gerade ans die Einmündung der Wetterführung in Kohlen fiel, verursacht worden. Die Kohlen entzündeten sich und der Luftstrom trieb den Brand dmch das Flöz, in dein Schlagwetter entzündet wurde. Das Feuer wurde abgedämmt.

Verantwortlich für den gesamten redaktionellen Teil: Llug. Go etz,

Einen ganz neuen Weg um den Segen eines Fabrikats den weitesten Kreisen zugängig zu machen, beschnom Sommer dieses Jahres die Providol-Gesellschast m. b. ft A forderte nämlich das gesamte Pichlikum auf, selbst praktische sg?* schlage zu machen, und derartige von den Verbrauchern gegAs' Anregungen sollten durch Preese im Betrage von 12 000 MQ prämiiert werden. Ganz überraschend groß war der Erfolg m,i! er zeigte, welcher Beliebtheit sich die Providol-Seife ersreul. % Preisverteilung ist bereits erfolgt und wird ein namentliches zeickniis der Preisträger kostenlos jedem Jnteressenteii von der oidol-Gesellschast m. b. £>., Berlin N. W. 21, gern überf an £

Amtlicher Teil.

Belr.: Das vorzeitig« Schlachten von Vieh.

Zu Nr. M. d. I. II 5960

Ail die Großh Krrisämler.

Unter Bezugnahme aus die Bekannttnachaing des Reichsi^^ lers vom 11 l Mts. und unsere Bekanntmachung vom 16. l. %

betr. das Verbot des vorzeitigen Sckilachtens von Vieh iabgedriilft in Nr. 218 der Dormslädter Zeitung und Regierungsblatt Nr. Zz, teilen wir Ihnen im Nachstehenden die von dem Königlich ßiichen Minister für Landwirfichast, Domänen und Forsten o- lasseneu Aussührungsvorschristeu unter dem Hinweis mit, p,» aus Preußen cingesuhrte weibliche Rinder unter 7 Jahren guck innerhalb des Groslttrzvgtums geschlachtet werden dürfen, wg,n die fiir Preußen gültigen Ausweise vorgelegt werden.

Ta fiir Preußen ein Verbot hinsichtlich der Scklweine bjz jetzt nicht erlassen ist, steht der Schlachtung von aus Preußkn cingesühtten Schweine» unter 80 Kilogramm Lebmdgeivicht nichts entgegen. "

4, armsladt, den 21. Septenrber 1914.

Großherzogliches Ministertum des Innern.

I. B.: H öl z in »er.

Ausführungsbestimmungen

zu der Bekanntmachung des Stellvertreters bei Reichskanzlers vom 11. September 1914, betr .Verbot des vorzeitigen Schlachtens von Vieh

(Reichs-Gcsetzbl. S. 4051

1. Gemäß Kl ivird von dem Verbot ausgenommen Werbe­mastvieh aus solgenden Gebieten: im Regierungsbezirk Schlei- w i g aus den Kreisen ^Eiderstedt, Husum, Norderdithmarschen, Schleswig, Sleiuburg, Süderdithmarschen, Tandem: im Regj^ rungsbezirk Stade aus den Marschgebieten der Kreise Hadeln, ^h. dingen, Neuhaus, sowie der Kreise Achim, Blumenthal, Gaeßs münde, Lehe, Verden: im Regierungsbezirk Osnabrück ans den Kreisen Aschendors und /Bersenbrück: im Regi.nmngsbeNft Düsses dort aus den Kreisen Eleve, GAdem, Kempen, Mxri. Rees: im Regierungsbezirk Köln nies den Kreisen «tzmnmsi. bach, Mülheim (Rhein», Sieg, Waldbroel, Wipversürth.

2. Für das voni Verbot ausgenommene Weidemastvieh tz» 1 > sind, falls cs außerhalb des Kreises seines Ursprungsortes ge­schlachtet wird, Ursprungszeugnisse belzubringm.

Tie Ursprungszeugnisse sind von den Gemeindevorstehe» (Gutsvorstehem auszustellen. Aus ihnen müssen zu eriehen sein/ Geschlecht, Farbe, Abzeichen, das ungcsä!>re Alter, sowie etwaige besondere Kennzeichen iOhrmark", Hautbrand, Hombrand, Fach- zeiche», Haarschnitt usw.) der einzelnen Tiere: semer der Ur. sprungsort und der Name des Viehhalters, aus dessen Veftcate das Vieh stammt. Auch müssen sie die Angaben enthalten, dag die Tiere die Eig«nsck>ast von Weidemaswieh haben Die< tigkeitsdaucr der Urspmngszeugnisse beträgt zwei Wochen, von der Ausstellung an gerechnet.

'Die Ursprungszengnisie sind bei der Schlachtung den amtLch« Fleischbeschanem vorzulegen und von diesen zu vernichten.

Eines Urspmngszeugnisses bedan es nickst, sosem der Ur- svmngsort des Biehö durch andere behördliche Zeugnisse zuver­lässig nachgewiesen wird

3. Ws Behördm, die gemäß ß 2 in Eiuzeliällen bet Borliegen : eines dringmden wirtsckwftlichen Bedürfnisses Ausnahmen von dem Verbote zulassen können und denen die gemäß S 3 vorgenom­menen Schlachtungen anzuz ige» sind, werden die für de» Schlach- tungsort zuständigen Ortspolizeibehördm besfimmt,

üliisnahmen gemäß. 8 2 können jedoch auch von der für den Wohnsitz des Eigentüniers des Viehs zirständigm OrtAvtzei- behörde -ugelassen werden In diesen Fällen find für das Bied stets iftsprungsznignis e bfizubringen, die den Bestimmungen zu 2 Abs. 2 entsprechen imd mit einer Besck>einigiing der Ortspolizei- behörde über die Zulassung der Ausnahme versehen sein müssen. Tie Ursprungszeugnisse sind bei der Schlachtung den amtlichen Fleischbeschauern vorzulegen und von diesen zu vernichten.

4. Beim Schlachten von Vieh, das nach 8 1 Satz 2 von dem Verbot ausgenommim oder für das nach § 2 eine Ausnahme von dem Verbot zugelassen ist, muß, falls der Urlprungsort des Viehs in außerpreußisck'eii Bundesgebieten liegt, das Vorhrndensem der Voransselmngen für die Zlilässigkeit der Abschlachtung zuverlälstg nachgewiesen werden.

5. Ausnahmen gemäß § 2 dürfen nur in Einzelfällcn zu ge­lassen werden. Sie kommen in der Regel nur in Frage bei einer besonderen wirtschaitlichen Notlage des Eigentümers des Viehs oder in Fällen, in denen ein dringendes Fleischbedürsnis (z. B. ba der Versorqirng von Krankenhäusern, Lazaretten: aus andere Wesir nicht genügend bn'riedigt werden kann.

Berlin, den 15. September 1914.

Ter Minister für Landwirtschoit, Domänen und Forsten.

Freiherr von Schorlemer.

Bekanntinachung.

Betr.: Feldbereiiiiguug Holzheini: hi ei: Trainagen.

In der Zeit vom l. bis einschließlich 14. Oktober l. I. liegt auf Großh. Bürgermeisterei Holzheim

das Pro,eit über Drain,ernng von iönrndstücken in den Fluren V und VH der iöemarkung Eberstadt und in den Fluren V und XV der Gemarkung Holzheim zur Einsickst der Beteiligten.

Einwendungen hiergegen sind bei Meidung des Ansschtusses innerhalb der obenangegebenm Ofienlegungssrist bei Großh. Bür- gernleisderei Holzhcim )chriftlicii einzureichen und zu degrünben.

Friedberg, den 24. August 1914.

Der Grösst,erzogliche Feldbereinigungskomissär: Schntttfpahn, .Kreisamtmann.

Bckanntmachun«,.

Betr.: Feldbereinigung Leihgestern: hier die Gceuzregulterung«» mit Großen-Linden, Ober-Stkinberg, Watzenborn-Stem- berg irnd Schiftenberg.

Mir Entschließung vom U. Juni 1914 hat Groß,herzogliches Ministerium des Innern, Abteilung für Landwirtschaft, .Handel und Gewerbe den ZuteilungSplan über die den Nachh.rrgenmr- kimgen Großen-Linden, Ober-Steinberg, Watzenborn-Steinbergund Schiffeiiberg zugezogcnen Grundstücke auf Grund von Wstikel 36 des Feldbereinigungsgesetzes in der Fassung der Bekanntmachimg vom 7. Juli 1906 für vvllziehbar erklärt.

Ich bestimme nunmehr als Zeitouukt der Ausführung lEigen- tumsüberganw den 1. Oklober 1914 und übcriveise mit Wirvmg von diesem Tage den Beteiligten die neuen Grundstücke.

Die Ueberweisung erfolgt unter solgenden Bedingu7«gen:

1. Meliorationen können aus''den neuen Grundstücken ailcb fernerhin vorgenommen werden.

2. Die beteiligten iörundeigeniümer müssen sich eine Veräuöe- rnng der Zuteilung gefallen lassen, die infolge der 'S«* sührung von Meliorationen, der Anlage von Wegen, Grä­ben oder aus sonstigen Gründen innerhalb der Zeit der illussüdrmrg dieser Arbeiten notwendig wird.

Ein hierdurch bedingter Ab- und Zugang von Gelände wird dem neuen Eigentümer nach dem BonitäkSwerk vergütet bezw. zugeschriebe»

Friedberg, den A4. September 1914.

Der Grobherzogliche Feldbereinigungskomissär;

Schnittspahn, Kreisamtmann,