Ausgabe 
29.9.1914
 
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lr. 228

Det Sletzener Anzklgkk

rschcint täglich, außer Sonntags. Beilagen: nermal wöchentlich iiebener^amiliendlätter; wcimal wöchentl.iireir- latlfürdenirreirAiehen Dienstag und Freitag): weimal monatl. Land- -irtschastlichr Seitfragea lernsprech - Anschlüsse: är die Redaktion 112, ierlag ». Expedition öl l breite tür Depeschen: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeige» Ir die Taqesnninmer is vormittags 3 Uhr.

Erstes Blatt

M. Jahrgang Dienstag. 29.

erAmeiger

Dienstag. 29. September 19$

General-Anzeiger für Oberhessen

B-zugdprctS: monatlich75Ps.,v>erlet- jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.: Surch diePost Mk.2. Viertel­jahr!. ausschl. Beslellg. Zeilenpreis: lokallöPf, auswärts 20 Pisnniq. Chesredakteur: A. Goetz. Perantworllich sür den polit. Teil: Aug. Goetz: für .Feuilleton', »Ver­mischtes' und.Gcrichts- saal": Karl Rcurach; iürStadt »ud Land": Kurt Bendt; sür den

Rotcttiülrsdnrck und Verlag der Srühl'schen Univ.-Vuch- und Steindruckerei R. Lange. Redattion, Expedition und Druckerei: Schulstrahe 7 . Anzeigenteil: H. Beck.

Der letzte französische Rriegsberichi. Mmpse in Afrika.

Rems m® Balkan.

Paris, 28. Sept. (Ctr. Fickst.) In einem am 27. Sep­tember nachts 11 Uhr ausgegebenen Bulletin heißt es u. a.: Dre Deutschen haben in der Nacht vom 25. auf den 26. und bis zum 27. bei Tag und Nacht auf unserer ganzen Front unaufhörlich mit unerhörter Heftigkeit ihre Angriffe erneuert, mit dem offenbaren Zweck, unsere Linie zu durchbrechen. Die gesamte Anlage der Angriffe beweist, daß Instruktionen vom Oberkommando gekommen sein müssen, eine Lösung der Schlacht zu suchen. Tie franzö­sischen Konrmaudostellen teilen mit, daß die Stimmung der Truppen -trotz der riesigen Anstrengungen ausgezeich­net s e i."

Die deutsche Heeresleitung hat heute bis .zur Stunde inen Bericht über die Lage aus gegeben. Wir wissen jedoch, rch wenn wir die obige Pariser Meldung nicht zur Kenntnis uunnrnen hätten, daß die deutschen Angriffe, die bei Verdun - erfolgreich waren und tveitere günstige Wendungen ber­iechen, mit aller Kraft fortgesetzt werden. Es ist bezeich- :nd, daß die Franzosen und Engländer, die bei Beginn eses Krieges in Lügen und Herabsetzungen der deutschen enrühlungen sich nicht genug tun konnten, jetzt beinahe welt­fern, unsere Erfolge festznstelllen und uns Gerechtigkeit iderfahren zu lassen. Wenigstens insoweit die Kriegsersolge . Betracht kommen; die Berteumdungen über angebliches rrbarischcs Vorgehen der Deutschen bei der Beschießung >n Reims dauern dagegen fort. Eitrige Engländer und Jta- ener waren indessen so vernünftige anzuerkennen, daß die rutschen Truppen korrekt vorgegangen sind und daß die ranzosen die Benutzung der Turme jener Kathedrale zu eobachkungsstationen hätten unterlassen müssen.

Daß deutsche Luftschiffe und Flieger vielfach über den cruptstädten in Feindesland schweben, während in urw ren deutschen Landen von feindlichen Fliegern nichts zu hcn ist, beweist doch auch, daß tvir den Franzosen, Eng-- urdern und Russenüber" sind. Am Sonntag hat die fran-t isische Hauptstadt wieder einen deutschen Flicgerosfizier ich in den Lüften zu Gast gehabt; er hat jtoct Bomben rrabgeworfen, die nicht viel Schaden cmrichteten, hat ier im übrigen die Höflichkeit besessen, sich mit seinem amen vorzustellen: die zweite Bombe soll nämlich! nach ner nicht ganz zweifelsfreien Pariser Meldung eine lagge getragen haben mit dem Namen des liegersvon der Decken". Am selben Nachmittag soll ein eiterer dentscher Flieger über Paris gewesen sein, und Ber- ilaungen haben, wie von dort gemeldet wird, wiedernm ichts ausgerichtet. Das Reuter-Bureau aber hat das Bc- ürfnis, den deutschen Zeppelinen eins auzuhängen. Ein uftschiff soll über Warschau gewesen und zwei Bomben erabgeworfen haben, dann jedoch bei Modlin herunterge- hossen worden sein Die Besatzung werde gefangen gehalten­er halten diese Meldung für müßigen Schwindel.

Dieneue englische Armee".

Amsterdam, 28. Sept. sWTB. Nichtamtlich) In inem Artikel der gestrigen LondonerTinies" heißt es: 2an zweifelt in E n g l a n d sehr an der Tüchtigkeit er neuen Armee, und jedenfalls ist auch ein großer Man- el an Offizieren wahrscheinlich, besonders da infolge er Ricsenverluste die meisten Offiziere schon jetzt nach Frank­eich gehen. Für die neue Armsee werden also nur wenige >ssiziere übrig bleiben.

Ein Zeppelinlustschiff über Flandern.

Ostende, 27. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Ein Zeppe- inlustschifs unternahm in der letzten Nacht eine neue ötreiffahrt, ohne jedoch über Ostende zu kommen. Es über­log Almoet, Gent und Depnze, wo es um 1.30 Uhr fünf Bomben rars. Darauf wandte sich das Lufsschifs nach Thourout in der kichtung auf Cortrai-Tournai und schlug schließlich die iichtung nach Osten ein.

EineTaube" über Paris.

Paris, 27. Sept. lWDB. Nichtamtlich.) EineTaube" log heute vormittag ess Uhr uMer dem Schutze des Nebels über l a t i 3 und warf in der Umgebung des Einelturmes mehrere öomben. Eine fiel in die Avenue de Trocadero, tötete einen öreis und verwnndetc seine Tockter. Man glaubt, daß die Bom- en für die Funkenstation des Eiffelturmes bestimmt waren.

Englischer Millisterbesuch in Antwerpen.

lWTB.) Berlin, 28. Sept. Ter britische Minister Mc. Kenna ist von London kommend in Antwerpen ingetroffen.

Ter Schaden an der Reimser Kathedrale.

(WTB.i Rotterdam, 28. Sept. TerNieuwe Rot- erdamsche Courant" gibt Berichte englischer B lat­er wieder, aus denen hcroorgeht, daß, obwohl die Kathcß >rale von Reims unersetzliche Verluste erlitten hat, nian es licht sagen könne, daß die Kirchezerstört" sei. Ein engli- cher Korrespondent sagt: Die französische Regierung mußte iröbltch schlecht unterrichtet sein, als sie der Hielt bekannt iah, daß von der Kathedrale in Reims nur noch ein T r ü m - nerhaufen übrig sei. Das Gebäude ist nach Meldun- icn eines anderen Korrespondenten ziemlich unversehrt, doch ind die Fenster beschädigt und alles Holzwcrk im Innern »ernichtet. An dem westlichen Giebel wurden Bilder be- chädigt, aber das steinerne Gewölbe, der Turm und andere Teile des Baues sind gänzlich unversehrt geblieben. Die ostbaren Gobelins und die Gemälde sind bereits während

der Besetzung der Stadt von den^Teutschen sortgeschasft wor- I den. Die Strebepfeiler an der Südseite sind beschädigt und an der Nordostecke zerstört. Viele gemalte Fenster, ausgenom­men im Ostgicbcl, sind erhalten. Ter Hanplschaden ist dadurch entstanden, daß die zu Reparaturzwccken errichteten Gerüste in Brand gerieten und brennende ^Balken Dachstnhl und Seitenschiff in Flammen setzten. Der Schaden ist groß genug, doch lange nicht so groß, als man anfangs angenom­men hatte.

Rom, 28. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) DasGior- nale d'Jtalia" brachte gestern abend eine Zuschrift von Domenieo Gwoli, der schon in einer Protestversamni' lnng gegen die Beschädigungen der Kathedrale von Reims in gerechter Weise gegen die Ucbertreibungen Stellung ge­nommen hatte. Gwoli bittet das Blatt, zwei Dokumente zu veröffentlichen, deren Vorgeschichte er kurz skizziert. Er schreibt:

Gestern sagte ich-, daß die Schäden in Reims bewiesen seien, und daß der Krieg an sich barbarisch sei. Wer könMe zweifeln, daß Frankreich die zivilisierteste Natron ist? Und doch beschossen sie im Jahre 1849 unserRom". .Um dieser Worte willen gab es vielen Lärm in der Versammlung. Einige junge Leute scheinen mir nicht glauben zu wollen. Deshalb bäte ich, folgende zwei Tolumcntc zu veröfienUichen. Ter Senator von Rom Advo­kat Strubmcttl und fünf Konservatvren wandten sich am 24. Junr 1849 au die Konsuln der verschiedenen in Rom vertretenen Staa­ten mit der Bitte, bei dem General -Oudinet wegen der Ein­stellung des Bombardements vorstellig zu werden. Sie schrieben folgenden Brief: Seit 22 Tagen werten französische Truppen Geschosse auf das Wohnviertel dieser Stadt, sie beschädigen auch den Tempel uno dre bedeutungsvollsten Monumente. Ter Brrcs weist darauf hm, daß zahllose Unschuldige bereits getötet worden seien, und daß auch die Vertreter der großen zivilisierten Nationen nicht untätige Zeugen einer derartigen', barbarischen Handlungsweise gegen die Stadt und die Baudenk­mäler par excellence bleiben köm.-e'.' Ter -nglrsche Konsul als Doyen richtete daraufhin an Oudinet einen Brief, in dem er u. a. namens seiner Kollegen energischen Einspruch gegen die siauzösische Handlungsweise erhob, die nicht nur Gut und Leben friedlicher Neutraler und von Kindern und Frauen aufs Spiel setze. Außer zahlreichen Menschenopfern habe das Bombarde­ment auch die Zerstörung von Hauptwerken der schönen Künste, die nie ersetzt werden könnten, auf dem Gewissen. Man erwarte, daß das Bombardement eingestellt werben ^würde, um eine voll­kommene Zerstörung der monumentalen Stadt, die unter dem moralischen Schutz aller Nationen stehe, zn verhindern.

Giornale d'Jtalia" druckt ferner einen Brief von Ugo Ojetti ab, der darauf hinweist, daß in Krakau; wichtige altitalienische Bauwerke sind, nämlich der Palast Sigismund des Großen, erbaut 1502 bis 1520, von einenr toskanischen Architekten, ferner die Kathedrale, in dem die Russen ermahnt werde», bei einem eventuellen Bom-j bardcment Krakaus diese Gebäude zu schonen.

B e r l i n, 28. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) DieNord­deutsche Allgemeine Zeitung" schreibt:

In derAssociazione artistica internationale" fand am Sams­tag eine Protest Versammlung gegen die Beschießung der Kathedrale von Reims statt. Nach dem uns vorliegen­den Bericht soll der Vorsitzende, Architekt Bazzani, einleitend erklärt haben, es sei unmöglich, nicht gegen die Zerstörung von Löwen, Mecheln und Reims zu protestieren. Zahlreiche Zustim­mungserklärungen wilrden verlesen. Ebenso wurde ein würdiger Gegenvrotest der in Rom lebenden deutschen Gelehr­ten und Künstler zur Kenntnis gebracht. T-as Ergebnis der Aussprache, in welcher auch zum Abwarten mahnende Stimmen sich vernehmen ließen, war die Annahme einer Tagesordnung, in welcher gesagt wird, der Schutz, welcher dem Roten Kreuz gewährt wird, werde von den internationalen Abmachungen auch den Kunstdenkmälern zugebilligt. Man protestiere gegen die Be­schießung gothischer Bankunstwerke und appelliere nicht nur an neutrale Mächte, sondern auch an Deutschland, damit es diese Monumente respektiert, die nicht einem Volke, sondern der ganzen Menschheit angchören. Tie Angehörigen derAssociazione arfistica internationale", welche diesem Protest zugestimmt haben, verkennen durchaus die Situation. Möglichste Scho­nung der Baudenkmäler ist von jeder Kulturnation anerkanntes Gebot und wird außerdem durch internationale Vereinbarungen den Belagernden und Beschießenden allerdings zur Pflicht gemacht. Die deutschen Truvven sind mit der größten Schonung dcmgemätz verfahren, wie insbesondere das imniilen von Häusertrümmern wohl erhaltene Rathaus von Löwen beweist. Voraussetzung ist aber, daß solche Bauwerke n i cht g l ci ch z ei ti g , u m i l,it ä ri s chen Zwecken Verwendung finden. Es ist amtlich seitgestellt, und die Franzosen haben dem nicht zu wlversprechen gewagt, daß die Kathedrale von Reims unter dem Schutze der weinen Fläggeals militärischer Beobachtungsposten benutzt oder richtiger mißbraucht worden ist. Nicht die Deutschen, sondern die Franzosen haben also gegen das Recht der Kultur gehandelt. Die Herren von derAssociazione arti.llca internationale" hätten ihre Entrüstung an die sranzösische Adresse richten sollen, und was Löwen und Mecheln betrifft, an die belgische. W i r D e u t s ch c lehnen ihren Protest ab.

Keine scindliche» Schiffe in der Ostsee.

(WTB.) Berlin, 28.Sept. In den letzten Tagen waren in Schweden Gerüchte verbreitet, daß es englischen Unterseebooten gelungen sei, in die Ostsee einzudringen. Mit diesem Gerücht wurde die vorübergehende Einstellung der Fahrten des auf der SaßnitzTrelleborger Route ver­kehrenden deutschen DampfersPreußen" und das Aus­bleiben der regelmäßigen Fahrten der auf der Route Lübeck Kopenhagen Malmö verkehrenden deutschen Dampfer in Verbindung gebracht. Diese Gerüchte sind nach einer Kopen- hagener Meldung desBerliner Lokalanzeigers" vollkom­men unbegründet.

Die Hilsstätigkeit in Ostpreußen.

Berlin, 28. Sept. Zur Beseitigung der Kriegs- v e r w ü st u n g e n in Ostpreußen werden in den nächsten Tagen abermals 2000 Arbeiter von Dresden nach Ostpreu­ßen abgehen.

Sicgcstrophäen für Tilsit.

Zur Erinnerung an die schwere Zeit der Besetzung dev Stadt Tilsit durch die Russen hat der Gouverneur von Kö­nigsberg der Stadt Tilsit eine Reihe von Sieges­trophäen überwiesen. Die Uebergabe erfolgte nach der Tilsiter Ztg." am Samstag durch einen General bei strö­mendem Regen. Auf dem lociten Platze vor dem Rathanse hatten in einem offenen Viereck der Kriegervcrein, die übri­gen militärischen Vereine und die Tilsiter Schützengilde mit ihren Fahnen Aufstellung genommen, um sie herum wohnten auf dem Fahrdamm und aus den Bürgersteigen viele Hnn!- derte von Bürgern der Stadt und zahlreiche in der Stadt einquartierte Landwehrleute der Feier bei. Auf dem Bürger­steig unmittelbar vor dem Rathause hatten die Mitglieder des Magistrats und der Stadtverordnetenversammlung Auf­stellung genommen. Punkt 5 Uhr marschierte unter Füh­rung eines Majors eine Landwehrkompagnie vor das Rat­haus. Dann fuhren zwei erbeutete russische Geschütze vor, denen eine weitere Landwehrkompagnie mit erbeuteten russi-, scheu Gewehren folgte. Der General hielt darauf eine An­sprache, in der er sagte:

Herr Oberbürgermeister! Die Stadt hat Schweres erlitten, aber Ihre weise Führung hat sie das Schwerste nicht erleiden lassen. Sie haben sie durchgebracht durch all die Unbilden, so daß man ihr heutigentags kaum etwas ansieht, ihr kaum ansieht, daß die Russen hier gewesen sind, seitdem die Gesichtsfelder ringsum in Ordnung gebracht sind. Sie werden diese Waisen voraussichtlich so aufstel­len, daß die Einwohnerschaft von Tilsit sie sehen kann; die Gewehre, so vermute ich, im Vestibül des Rathauses, die Kanonen vor dem Rathause. Bei dieser Gelegenheit möchte ich darauf himveisen, daß diese Waffen des Feindes für uns die Erhärtung dessen sind, daß das Deutsche Reich stark sein muß, wenn es Ruhe und Frieden und Platz für seine Entwicklung haben will. Und iveiter möchte ich daran erinnern, daß sie ein Zeichen sein sollen dafür, daß Einig­keit stark macht. Noch niemals, wo Deutschland fest und treu zu­sammengestanden hat, ist das Deussche Reich geschlagen worden, noch niemals!

Oberbürgermeister Pohl, der wegen Einsetzung seines Lebens in der Russenzeit zum Ehrenbürger der Stadt ernannt worden ist, erwiderte:Die außerordentliche

Ehrung, die der Stadt Tilsit zuteil geworden ist, wissen wir zn würdigen, und wir werden bemüht sein, uns diesep Ehrung auch würdig zu zeigen. Die Geschütze und Gewehre' werden auch weiterhin uns und die nachwachsenden Enkeh- geschlechter erinnern an das Dichterwort unseres Freiheits­dichters Max v. Schenckendorff, dessen Denkmal wir vor uns sehen, und an die Wvrttz, die dort eingegraüen stehen:

Ich will mein Wort nicht brechen.

Will reden und will sprechen Von Kaiser und von Reich."

Deutsche Fürsten auf dem Kriegsschauplatz.

Stuttgart, 28. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Del Kaiser hat dem Fürsten von Hohenzollern für seine Teilnahme an den Operationen des 14. Armeekorps das EiserneKreuz erster und zweiter Klasse verliehen.

Oldenburg, 28.Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Der G r o ß h e r z o g hat sich heute morgen wieder auf den w e st- lichen Kriegsschauplatz begeben. Außer ihm verließ eine Anzahl Automobile mit Liebesgaben für die oldenbuv- gischen Truppenteile die Stadt.

Die in Frankreich zurückgebliebenen Deutschen.

Berlin, 28. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) DieNord­deutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: Nach Zeitungsmel­dungen aus der Schweiz soll wegen Erlaubnis zur Heimreise deutscher Frauen und Kinder und nicht wehr­pflichtige Männer, die in Frankreich festgehalten sind, zwischen der deutschen uno französischen Regierung eine Ver­ständigung getroffen sein. Die Nachricht ist in dieser Form jedoch unzutreffend. Verhandlungen schweben allerdings, sind aber noch nicht zum Abschluß gelangt.

Die Behandlung der Kriegsgefangenen.

Berlin, 28. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Nach Zeitungs­nachrichten sotten die Kriegsgefangenen zuviel Für­sorge genießen. Auch ist abfällig bemerkt worden, daß für sie Einkäufe an Tee, Kakao und anderen besseren Materialwaren gemacht wurden. Selbst die Abgabe frischer Butter an die in den hiesigen Reservelazaretten untergebrachten französisch« Verwun­deten ist gerügt worden. Wir «sichren dazu von unterrichteterSette, daß sich die Kosten für die V«oilegung eines einzelnen Dncgs- gefangenen vro Tag auf sechzig Pfennig belaufen, ein roatz, der genügend beweisen dürste, daß die Vervllegung nur den Um­ständen entivrechcnd sein kann. Um die Kosten des Unterhalts nach Möglichkeit zu decken, werden die Geiangenen ausnahmslos zur nützlichen Anlage von Tennis- oder Golfplätzen »«wendet. Wenn Tee, Kakao,'Butt« uiw. für die Kriegsgetangenen zum Ankauf kommen, handelt es sich hierbei um d-e Vervllegung k r a n- kcr Verwundeter, die aut Grund ärztlicher Vorschrift beson­dere Berücksichtigung finden müssen.

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