Ausgabe 
26.9.1914
 
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Nr. 226

Der Sietzener Anzeiger

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Erster viatt

164. Jahrgang

Giehener Anzeiger

Seneral-Anzeiger für Gberhessen

5am§tag, 26. September M

Bezilqsvrclö:

monatlich 7»Ps., viertel, jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen ntonallich 65 Pf.; surctz diePost Mk.2. viertel- jährl. ausschl. Bestell,. Zeilenpreis: lokal 15Psi auswärts 20 Pienniq. Lhesredakleur: A Goetz. Verantwortlich sür den polit. Teil: Aug. Goetz; für .Feuilleton", ,Ver- niischtes" und.Gerichts- saal": Karl Neurath; lür .Stadt und Land":

stir die Tagesnmniner . o i

b's vormittags 9 Uhr, »otationrdnxk und Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch- u- Steindnttkerei 8. Langt. Redaktion. Lxpedition und vruckerei: Schulstrahe r. An^ig-m-tl:' H? B-ch

Neue Nämpse des deutschen rechten Flügels. Ein Sperrfort südlich von Verdun gefallen.

(WTB > Grobes Sauptguartier. 25. Srptemb. 'AmUüü.) Der Fortgang Ser Operationen führte aus urr- crem äuhersten rechten Flügel zu neuen Kämp­en, in denen eine Entscheidung bisher nicht fiel. In >er Mitte der Schliulitfront heute, von einzelnen Zorstötzen beider Parteien abgesehen, ist nichts ge- chehen. Als erstes der .Sperrsorts südlich von Zerdun fiel heute Eamp des Romains bei 51. Mihiel. Das bäurische Rcgimeut von der Dann hat ms dem Fort die deutsche Fahne gehißt. Unsere Trupp«, »aber, hier die Maas überschritten.

Im üdrigen sind weder im Westen noch im Osten rgendwelche Prränderungen eingetreten.

^ * *

Tie Franzosen wiederholen imnrer und immer wieder en Versuch, den deutschen rechten Flügel zurückzuschlagen nd zu i Angehen, um dann unsere Schlachtfront anszn-> ollen. Sie wissen es. dass die deutschen Bemühungen uss heißeste darauf gerichtet sind, in der Gegend von 4er dun zu entscheidenden Schlägen zu kommen und dort ic französischen Verbindungen zu unterbrechen. Die Fran- osen haben, wie wir aus der obigen Meldung erfahren, e in Glück gehabt, die deutschen Angriffe dagegen haben in Sperrfort südlick) von Verdun in ihren Besitz gebracht, ie deutschen Truppen haben an jener SteUe die Maas berschritten. Ter französische Generalstab hat in den letzten agen einen Bericht herausgegeben, der die Lage in einem hnlichen Licht erscheinen läßt Es heißt darin nämlich:

Fm Zentrum haben die Deutschen östlich der Argonnen id auf den, Maasuser den Angriff mit besonderer tucbt fortgesetzt. Die Kämpfe dauern hier mit wechselndem Er- lge an. In der Gegend von Nancy versuchte der Feind wie- rum aus französisches Gebiet eiirzuprmgen und die leichten eäungSabteilnngrn ziurückzndrängen Fn den letzten Stunden at im Zentrum und auf dem französischen rechten Flügel Ruhe a, während auf dem linken Flügel die Kämpfe hes- ger wurden.

Die Franzosen, von Norden und von Osten her schwer drängt, befinden sich in der schwierigsten Lage. Erleiden ? an irgendeiner Stelle eine Schlappe, so macht sich dies ich auf dem übrigen Kampfplatz verderblich geltend.

Ein militärischer Mitarbeiter des Berl.Lok-Anz." urteilt den Stand der Kämpfe wie folgt:

Wir hören von Versuchen des französischen linken Flügels, n Truck aus unseren rechten Flügel wieder ausznnebmen, und r wissen, daß jeder Äsersuch scheitern muß. Wir hören von irstöben unsererseits im Zentrum, die oiieubar langsam, aber her Erfolg verbürgen. Die mittleren, der zivischcn Verdun und ml liegenden Sperrforts besindrn sich in der Arbeit unserer tveren Geschütze und haben wahrscheinlich, seitdem es dem igreiscr gelang, den Ostrand der Cötr Lorraine dem 8. sran- iischen Armeekorps zu entreißen, schwer zu leiden. Das Pom- y-Massiv hat nur noch sür Toul und Nancy Bedeutung, so rge es nicht von der Berbindimg mit dem Rest c französischen Schlachtironi durch die Durckwrecbung

c Spcrrsortlinic abgcirennt ist. Wenn die ftan

ischen Militärkrilikcr saacn, daß die Ehanccn des Kampfes der Voevre-Ebcne vorläufig unbestimmbar seien, so ist 'dies ein mcpcr Versucki, deni französischen Volk und anderen Sand in Augen zu streuen. Tie Kämpfe in der Ebene von Vorvrc inen nicht mehr unbestimmbar sein, nachdem wir im Westen den chenrand der Cöte Lorraine besetzt haben. Tie Franzosen sollten .t ihrvorläufig unbestimmbar" inaussichtslos" abändern. >4 würde stimmen. __ _ '_

Aus dem Rordwcstcn Frankreichs.

London, 25. Sept. (WT.B. Nichtamtliche)Times" lden ans dem Nordwesten Frankreichs: Am 22. September t eine Abteilung Ulanen nachanittags die Brücke bei Mi- m o n t zwischen Amiens und Arras gesprengt.

Tic Tätigkeit der Zcppclinluftschiffc.

(WTB.) London, 25. Sept. (Nichtamtlich.» Nach einer trigcn Reutcrmeldung aus Ostende hat ein Zeppelin- tschiff die Stadt um 11 Uhr abends überflogen und ei Bomben abgeworfen, die wenig schaden an- ftchtct und niemanden getötet haben. Tas Luftschiff kam rt Thielt über Thorhout und kehrte in der Richtung ielt zurück. Tie erste Bombe ftcl in den Bois de Boulogrre, zweite auf den Fischmarkt, die dritte in ein Bassin. Amsterdam, 25. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Reuter ldct aus Antwerpen: Ein Z e P P e li n l u f t s ch i f s hat der Nacht vom Dienstag zum Mittwoch längs der e r st e n rteidigungslinie der befestigten Stellungen vor twerpen in der Richtung MollLieve signalisiert, gen der starken Scheinwerfer ist das Luftschiff umge-, rt.

Ter belgische und der englische König.

B e r l i ii , 25. Sept. (Ctr. Bin.) Der33. B.-K." meldet > London: Der König der Belgier hat sich bewogen ühlt, dem Verfechter der Neutralität Belgiens folgendes (egramm zu senden:

An Se. Majestät den König! London. Ich erlaube mir, Ihnen stich zu r4cr glänzenden Betätigung der britischen Truvocn in Schlacht an der 'Marne zu gratulieren. Im Namen der gel­ten belgischen Nafton drücke ich Ihnen i n e^e tiefste Ben,un:er> irg den unbeugsamen Mul der Ofsiziere und Soldaten Ihrer Armee . Gott wird sicherlich unseren Heeren beistehen und die Ab- ulichkeiten rächen, die gegen ftiedliche Bürger begangen wurden, gegen ein Land, dessen einziges Verbrechen darin bestand, daß ich weigerte, seinen Verpflichtungen umreu zu werden. Albert. Der König von England erwiderte:

An Se. Majestät den König der Belgier! Ich danke Ihnen sichtig für Ihr freundliches Telegramm » für die Anerken­

nung der Dienste meiner Truppen. Ich vertraue fest darauf, daß den gemeinsamen Operationen der alliierten Truppen in »Gemein­schaft mit Ihrer Armee, deren heldenhafte Taten über alles Lob erhaben sind, fortdauernder Erfolg beschirdcn sein und Ihr vielgeprüftes Land von dem Eindringling befteien wird. Georg V. Britische Flieger über deutschen Rheinstädtcn. London, 25. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Ein Bericht­erstatter derMoruürg Post" an der deutschen Grenze meldet, die britischen Flieger seien zuerst zu den vorgeschobenen Posten an der Grenze geflogen, dann hätte sich) eine Abteilung von ihiten getrennt, um nach Köln zu fliegen. Die letztere kreuzte 80 Minuten über Köln, das von einem dichten Nebel cingehllllt war. Sie fürchteten, Bom­ben aufs Grateivohl abzuwerfcn aus Besorgnis, Kirchen oder privates Eigentum zu beschädigen. Da sie außerstande waren, die Ze pp el in ln ft sch isf hal l e festzustellen, kehrten sie zurück. Auch Düsseldorf sei von einem Dunst­schleier, jedoch nicht von Nebel eingehüllt gewesen. Ein Flieger warf Bomben ab. Er fürchtete, daß eine Bombe infolge der geringen Höhe nicht explodieren würde, sah jedoch Flammen auffchlagen.

Aus Belgien.

An twerpen , 24. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Bel­gische Gendarmen sind in das deutsche Nonnenkloster in Boosbeck eingedrungen und haben vicrzigNonncn verhaftet, die über die Grenze gebracht werden sollen. 3lls Grund der Maßgabe wird angegeben, daß eine Nonne einen Arbeiter aufgefordert habe, für den deutschen Kaiser anstatt für den König der Belgier zu beten.

Die Kathedrale von Reims.

(WTB.) London, 25. Sept. (Nichtamtlich.) DieTi­mes" schlecht aus Reinrs, es scheine gar kein Grün dl für die Befürchtung vorhanden zu sein, daß die Kathe­drale nicht wieder hergestellt werden könne.

Eine Feststellung des schweizerische» Gencralstabschefs.

(WTB.) Wien, 25. Sept. (Nichtamtlich.) Die Deichs- Post" meldet aus St. Gallen: Den schweren Verlemnbungen des deutschen Heeres tritt der schweizerische Generalstabs-- chef Oberst Sprecher entgegen. In der franzosenfrenich- lichenGazette de Lausanne" erschien kürzlich ein 33ericht, in welchem es hieß: Aerzte der französischen Roten-i Kreuz-Abteilung, welche von den Deutschen gefangen ge­nommen worden waren, aber wieder freigelassen umrden, um an die schweizerische Grenze gebracht zu werden, er­klärten, die Deutschen hätten ihnen alles abgenommen, sie ihrer Instrumente, Uhren, Ringe und Barschaft be­raubt. Gegenüber dieser schweren Verleumdung veröffent­licht der schweizerische Generalstabschef einen Bericht des Platzkonrmandos in Basel über den Durchmarsch dieser fran­zösischen Ambulanzgruppe. Ter Bericht lautet:

Dre Offiziere tragen ihre Dekorationen und das Kreuz der Ehrenlegion. Ihre Portefeuilles waren reichlich mit Geld ver­sehen. Ich sah solche, die ganze Bündel von Tausend-Francs- Noten bei sich trugen. Ich selber wechselte mehreren aus Gefällig­keit Fünfzig-Francs-Noten. ?luch wurden die Dienste des Wech­selbureaus am Babnboj in 'Anspruch genommen. Ter beste Be­weis, daß die französischen Offiziere nicht von den Deutschen aus­geplündert worden sind, liegt darin, daß verschiedene von ihnen Champagner von hervorragenden Marken zum Imbiß im Bahn­hofsrestamant bestellten, wie ich persönlich sestgeslellt habe.

* * *

Falsche Angaben im letzten englischen Weißbuche.

(WTB.) Wien, 25. Sept. (Nichtamtlich.) DasFrem­denblatt" schreibt:

In dem von der britischen Regierung veröffentlichten Bericht des früheren großbritanuischcn Boilchasters in Wien vom I. Sep­tember 1914, betreffend die Vorgeschichte des gegenwärtigen Krieges, beftndet sich die von seinem russischen Kollegen stammende Behaup­tung, der österreichisch-ungarische Botschafter in Petersburg, Sza- 'pary, habe Sasonow mitgeteilt, daß Oesterreich-Ungarn zu­stimme, diejenigen Punkte der Note an Serbien, die init der Er­haltung der serbischen Unabhängigkeit unvereinbar schienen, einer Vermittlung zu unterbreiten. Wie uns von unterrich­teter Seite mitgeteilt wird, entspricht diese Angabe keineswegs den Tatsachen. Nach der Natur des von der Monarchie Belgrad unter­nommenen Schrittes wäre dies auch ganz undenkbar gewesen. Die angeführte Stelle des Botickiafterterichts sowie einige andere Wendungen in ihm sind ofsenkmr von dem Bestreben cingegeben, durch die Behauvtung der angeblichen Nachgiebigkeit Oesterreich-Ungarns das Vorgehen der d e u l s ch e n T i v l o m a t i e als eigentliche Ur­sache des Kriegsausbruchs hinzustellen. Solche Versuche können die Wahrheit nicht verdunkeln, daß Oesterreich-Ungarn und Deutschland sichin demWunsche nach Erhaltung des europäischen Friedens begegneten.

Berlin, 25. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) DieNord- deuts che Allgemeine Zeitung" schreibt über den Bericht des bisherige,^ englischen Botschafters in Wien, de B u n f e n , vom 1. September:

Es sei unschwer die Absicht dftser Veröffentlichung zu er­kennen, nämlich England von aller Schuld cm dem gegenwärtigen Krieg zu entlasten und diese Deutschlands und Oesterreich-Ungarn znzuschieben, und ferner zwischen Deutschland und Oesterreich- Ungarn Zwietracht zu säen, indem sie Deutschland in höherem Grade als Oesterreich für den Krieg vcrantworilich mache. Das Blatt bezeichnet es als naiv, wenn der englische -Botschafter sich darüber beklage, daß der deutsche Botschafter in Wien bei seinen Friedensbemühungen nuht seine Unterstützung noch die des russischen und des französischen Botschafters nachgcsucht habe. Dies sei unmöglich gewesen, nachdem bereits Greys Versuch, den serbisch-österreichischen Konflikt zur Masorisierung Oeslerreich-Un garns vor das Forum der Großmächte zu ziehen, als Fntrigue gegen das deulsch-österreichisä>e Bündnis abgelehut ivordcn war. Du Anstrengung der deutschen Regierung, die unablässig in Wien

aus ftiedliche Entschließungen zu dieser Weise hingewirkt bat, wie cs England in St, Petersburg zu tun versäumt hat, würde in ein sonderbares Licht gerückt worden sein, wenn an die Stelle vertrau­licher Ratschläge der Anschein eines europäischen Schiedsspruchs getreten wäre, Deutschland lullte seine Bündnisbezichungen zu Oesterreich-Ungarn gejührdc» sollen, während England sich hütete, den Freund an der Newa zu verstimmen.

DieNorddeutsche Allgemeine Zeitung" widerlegt sodann die Behauptung, daß Deutschland durch sein Ultimatum die erfolg­versprechenden Verhandlungen zwischen Wien und Petersburg gestört habe, während einige Tage Aufschub eine furchtbare Heim­suchung Europas erspart lullten. Sie betont, daß ohne die durch Deutschlands 'Arbeit auch in Wien geschaffene Frist, die England in Petersburg ungenutzt verstreichen ließ, der Krieg mehrere Tage früher ausgebrvchcn wäre, da Rußland schon am 24. Juli aintlich erklärte, es könne in einem österreichisch-serbischen Konslikt unmög­lich untätig bleiben, und dieser Erklärung militärische Maßnahmen folgten, die den Beginn der von langer Hand vorbereiteten Mobil­machung der russischen Armee darstellten. Dies gehe aus dem Tele­gramm des Zaren an den Kaiser vom 30. Juli hervor, worin mil­geteilt werde, daß jene militärischen Maßregeln schon am 25, Juli beschlossen worden seien. DieNorddeutsche 'Allgemeine Zeitung" zählt dann in lückenlosester Folge die russischen Mobtli- sierungsmaßnahmen in verschiedenen Gouvernenients auf, die trotz der ehrenwörtlichen Versicherung des Kriegsministers gegenüber dem deutschen Militärattache, daß rwch keine Mobil- machnngsorder ergangen sei, daß kein Pferd ausgehvben, kein Reservist eingczogen werde, ersolgte.

TieNordd. Allg. Ztg," bemerkt sodann, daß auch Eng­land den Krieg gewollt habe, da eine einfache Erklärung, daß vanstawistische Bestrebungen Rußlands gegen Oesterrcich-Un- arn durch den Dreiverband nicht gedeckt seftn, genügt hätte, um te russische Kriegslnst zu dämpfen, und Frankreich die Möglichkeit gegeben Hütte, sich dem Bündnisfalle zu cnizieheu. Zum Schluß ziticrk das Aatl als Zeucznis für Englands Mitschuld am Siege der russischen Kriegsvartci den Bericht des belgischen Geschäsks- trägers in Petersburg an den belgisckzen Minister des Auswärtigen vom 30, Juli, worin es heißt: Unbestreitbar bleibt, daß Deutsch­land sich hier laus St. Petersburg) ebenso sehr wie in Wien bemüht habe, irgend ein Miltel zu finden, um einen allgenreinen KHuflikt zu vermeiden, daß es dabei aber eincrserts auf die feste Entschlossenheit des Wiener Kabinetts gestoßen ist, keinen Schritt zurückzuweichen, und andererseits auf das Mißtrauen des Petersburger Kabinetts) und weiterhin: England gab anfänglich zu verstehen, daß es sich nicht in einen Konflikt hineinziehcn lassen wolle, Sir George W, Buchanan, beauftragter britischer Botschafter in St, Petersburg, sprach dies offen aus. Heute aber ist man in Petersburg fest davon überzeugt ja, man habe sogar die Zusichcning, daß England Frankreich beistehen werde. Dieser Beistand fällt ganz außerordent­lich ins Gewicht und hat nicht wenig dazu beigetragen, der Kriegs­partei Oberwaster zu verschaffen,

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Auszeichnung der Besatzung desU 9.

Berlin, 25. Sept, (WTB, Nichtamtlich,) Ter Kaisek hat dem Kommandanten des UnterseebootesU, 9", Kapitän- leutnant Otto Wed digen, das Eiserne Kreuz er st er und zweiter Klasse und den übrigen Offizieren und Mannschaften das Eiserne Kreuz zweiter Klasse verliehen.

Der Tank der Stadt Kiel anU 9.

Kiel, 25, Sept, Zu Ehren der Heldentat vonI:!)" hat die Stadt reich geflaggt. In allen Schuten wurden Feiern abgehalten. Der Unterricht siel aus, Tic städtischen Behörden haben an den Kommandanten desII9" folgendes Schreiben gesandt:

Tic Reichskriegshafenstadt Kiel, die sich mit der Kaiserlichen Marine in Freud und Leid innig verbunden weiß, beglückwünscht auss herzlichste den heldenmütigen Kommandanten vonU 9", den ruhmvollen Ritter des Eisernen Kreuzes l. Klane und seine ihnr ebenbürtige Mannschaft zu dem einzig dastehenden Erfolg über die englische Streitmacht zur See, Ter Heldengeist desU 9" ist es, der die ganze Flotte beseelt und der der Stolz und die Zuversicht unseres Vaterlandes ist.

Ein norwegischer Admiral überII b'.

Kristiania, 25. Sept. (WTB. Nichtamtsich.) Uebek die Heldentat des deutschen UnterseebootesU 9" schreibt ein bekannter norwegischer 'Admiral im'Morgen- blade t":

Die englische Blockade der Nord- und Ostsee ist zum Tode verurteilt, da durch die gesamte englische Bcwachungs- kette und über 200 Seemeilen von der eigenen Basis ennernt. bis zum Kanal, jenem von Älgland seit Jahrhunderten b, herrschten Seeterritorium, sich cm deutsches Unterseeboot mit 20 Mann Be­satzung schleichen konnte. Daß die vernichtenden Panzerkreuzer älter sind, ist gleichgültig. Wie es gestern diesem in den Grund gebohrten Kreuzcrgeschwader erging, kann es morgen der ganzen englischen Hochseeslotte ergehen. Die Nord- und Ostsee sind nicht länger Besitz englischer blockierender Ungclümc. Eine neue Zeit, eine neue Methode beginnt, bedeutungsvoll für die lleinen Sec- staaien, da sie i;nstande^sind, eine beträchtliche Zahl dieser nicht teuren und furchtbaren Sccwasfrn anzuschasfen.

DieTimes" zu dem Untergang der drei Kreuzer.

TieTimes", deren kurzen Vorschlag !vir gestern schon mitgeteilt haben, besprach das englische Unglück zur See wie

Mine oder Torpedo, es liegt auf der Hand, daß deutsche Unterseeboote in der Nähe waren, denn als Crelsy und Hogue zu dem getroffenen Sctiwestenchnf fließen und wahrmieinlim itopp- len, um ihre Boote abzulasscn, fielen sie lotort g.orveüos zum Opfer, und ihr Schicksal ivar noch tchneller bcnegelt als das der Moukir . . Es ergeben sich aus diesem Unglück Lehren für die Marine und die Nation Es ist keinen Slugenblick anzunehmen, daß unsere Seeleute die Gefahr der Unlcrseeboote unterschätzt hätten. Es kann nicht zum ersten 3Aale geivesenffein, daß die Deutschen in der 'Nähe unserer Küsten in der Nordsee vorgingcn. Der Fall des Pathsinder ist noch in Erinnerung, der, wie sich später ergab.