Ausgabe 
23.9.1914
 
Einzelbild herunterladen

Origcune "strnm-, wohl 200000 Jnum, ragett um DtC ©tobt. Um 8 Uhr werden alle Lichter gelöscht wegen der Zeppelin­gefahr. Der Feind ist nur etwa drei Meilen ent­fernt. Man hört seine Kanonen donnern. Viele Leute wohnen stdndig in den Kellern.

Die Zerstörung der Champagne.

L-o n dw n , 22. Sept.Daily News" melden, daß f r a n- 1 ö s i sich e B a rr« r n, die den franzöfischenTr up pe n folgen, uni die Toten zu begraben, erzählen, daß die Champagne schrecklich verheert sei. Die Rebstöcke sind zertreten, die Kcltcrgebändc zerstört und die Keller ge­plündert. (Berl. Lokalanz.)

Die Franzosen aus den Vogesenhöhen.

Im Elsässer Kurier liest man:

Mctzeral, IV. Sept. Die Fermen auf den Berghohen, wo seit Wochen die Franzosen Hausen, baden böse Tage, na- melUlich die Fermen mit sommerlichem Wittschaftsbetrieb. <oo wurde die Wirtschaft auf Schießrot völlig demo­liert. Kühne Streifzngler, die seither sich binaufgeimlickien hatten, fanden alles ausgeraubt, die Einrichtung kurz und ilem geschlagen. Der Vorrat von über 1000 Käsen war weggetraqen, ebenso alle - und Trinkwaren, Zigarren usw., letzteres allein im Wert von etwa 1000 Ml. Der Fcrmier war mit seinen 40 Stuck Bich recht­zeitig abgezogen. Fm Sch'ivvcn lag angebunden der verweiende Kadaver eines Dragonerpscrdes. das bei einem Uebersalt erschollen worden war, »nährend die Soldaten flüchtend entkommen »oaren.

Auch die Ferme Gaschney ist verwüstet worden. Dort aus der ebenen Fläche hatte die feindliche Artillerie Bosten geratzt und sich eiugeqrabcn. In und um die Ferme lagerte und kochte die Truppe/ Große Stücke Fleisch, die im Stich gelassen worden waren, liegend faulend umher. Ter Sommervilla der Famckce Jmmer-Llein aus Schäsertal-Rain ging es auch nicht besser. Tie Betten sind herouSgeholt morde»» und die Decken, Federbetten und Kissen liegen auf dem Boden umher. Daß auch die Schlucht­botels verwüste, sind und das Hotel Altenberg, kann man sich den- 1 Fnt Tie so stimmungsvoll gelegene Malerbütte des Münchener Malers Rudolf Gdden. des Sohnes des Leibarztes des Königs ' Ludwig II. von Bauern, ist eine Ruine. Zahlreiche darin befind­liche Bilder Guddens und eines seiner Kollegen sind vernichtet.

Nach dem Arlilteriekamvf vom 15. bis 16. August hatten die Franzosen ihre Schanzgräben auf der Kammhöhe zwischen 'Sattel und Gaschney verlassen. Tie Besucher, die fich hin­auf wagten, fanden droben eine Mafie von Kriegsha»sbalts-^n- ventar, das »m Stich gelassen worden war. Verdorbene Eßwaren, Munition, Mäntel. Couverten, Konservenbüchsen. Für die Maul­esel, welckre den Alpenjägern den Proviant und auch die Kanonen tragen müssen, waren mit Aesten und Tanncnzweigen große Hütten sehr solid und geschickt gebaut. Auch die Schützengräben waren sorgsam ausgesührt, mit Deckung gut versehen, teilweise angefüllt mit Heu aus den benachbarten Fermen, um ein weiches Lager zu bilden. .

Die friedlich stillen Vogesenhöhcn haben solche Kriegsunbilden noch nie erlebl. Tie Spuren davon werden noch jahrelang zu sehen sein.

Die Akademie der Schönen Künste.

Rom, 22. Sept. Aus Paris wird gemeldet, daß in einer Sitzung am 15. September die Vereinigung der schönen Kün st e d ie Streichungder korrespon­dierenden Mitglieder derjenigen Staaten beschloß, die mit Frankreich ini Kriege liegen. Damit ist der natio­nalistische Größenwahn der Franzosen besiegelt. Mer nicht ein guter Franzose ist, der kann nach ihrer Ansicht kein großer Künstler sein!

Eine amtliche Erklärung über die Krankheit des Generalobersten von Hausen.

Dresden, 22. Sept. Das stellvertretende General­kommando des 12. Armeekorps gibt bekannt» Seit einigen Tagen durchschwirrcn viele Gerüchte die Stadt, nach denen Generaloberst Freiherr v. Hausen nicht wegen Krankheit sondern wegen Fehler in der Kriegführung seines Kommaii- dos enthoben worden sei und ähnliches mehr. Obgleich alles völlig klar liegt und obgleich die stärksten Beweise kaiserlicher und königlicher Zufriedenheit veröffentlicht worden sind, ist es die Pflicht jedes Kameraden, solchen unsinnigen und krän­kenden Gerüchten entgegenzutreten. (Berliner Tageblatt.,

Husarenstückchen deutscher Reiterei.

R oosend aal, 22. Sept. Mit Entrüstung verzeichnen die Pariser Blätter Meldungen aus Fontaineblau und Compiegne über ganz unerhörte Husarenstückchen dcn- schcr Reiter. Eine Abteilung Dragoner durchzog die genann­ten Ortschaften, nachdem schon die Vortrnpen zurückgezogen worden »oaren. Sie kamen bis in die Pariser Bannmeile und nutzten die Nachtstunden aus, um wichtige Erkundungsritte zu absolvieren. In den Ortschaften hielt man die Deutschen für Engländer und erteilte ihnen bereitwilligst jede ge­wünschte Auskunft. In dem Städtchen M c l u l an begrüßte sogar der Dürgerincistjer die Dragoner, die Deutschen ver­zogen jedoch ob dieser eigenartigen Lage keine Mene. Einer der Dcnctschen dankte in englischer Sprache für den Willkommen in einer etwa 60 "Kilometer von Paris gelege­nen Kreisstadt.

Daß die Husaren auch ein bißchen Humor entwickelten, dürften ihnen selbst die Franzosen nicht übelnehmen!

Der Heldentod des Fürsten von Schönbnrg-Waldenburg.

Berlin, 22, Sept. (Priv.-Tcl.) DieBoss. Ztg." melbct ans Waldenburg: Zu dem Heldcntode des Fürsten Victor v. Schön- burg-Waldcnburg n>irb nach berichtet: Als ain 14. Sept. der Fürst mit seiner illbteilnng Husaren ans einem Waide hrrauskain, nrurde die Abteilung von französistlxm Infanteristen, die hinter dem Bahn­damm lagen, sehr heftig beschosssen. Der Fürst stürzte gleich zu An­fang, von mehreren Kirgeln getroffen, vom Pscrde. Er ries seinen Leuten zu, sich nicht um ihn zu kümmern, sondern schleunigst Mel- dimg über die Stellung der feindlichen Truppen zu erstatten. Als nian später in der Gesechtsvause nach den Verwundeten sehen konnte, war der Fürst bereits gestorben. Er wurde uMer einem Rosen- strauchc beerdigt. Die Leiche soll später in die Heimat überführt werden.

Tie Tapferen vomSchütte Lanz II".

B e r l i n, 22. Sept, (WTB. Nichtamtlich.) DieB. Z." meldet: Die ganze Besatzunades LuftschiffesSchütte Lanz II" ist durch das EiserneKreuz ausgezeichnet wor­den. Die Verleihung des Ehrenzeichens ist nach derBres­lauer Zeitung" aus Grund einer glänzenden Erkundungs- sahrt des Lustschiffes ersolgt.

Die deutschen Turner im Kriege.

Berlin, 22. Sept. Einschließlich der Freiwilligen hat die deutsche Turnerschaft bisher 600 060 M'ann unter den Fahnen stehen.

* . *

Die Liebesgaben des roten Kreuze«.

Berlin, 22. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) 2>a5 Zentral­komitee vom Roten Kreuz hat, wie bereits bekannt ge­geben, sehr reichliche Sendungen warmer Sachen sowie Labe- und Gennßmittel schon vor 15 Tagen nach dem östlichen Kriegsschauplatz gebracht. Die nun vorliegenden Berichte gchcn dahin, daß es den suhlenden Herren gelungen ist, mit sreben Automobrlen bis zu den sichtendem Truppen zu gelangen und dort

wiederholt Gabe»» abzugeben. Am 22. September wird ecn wei­terer großer Transport von warmen Kleidungsstücken, Zigarren, Zigaretten, Fnßschntz- und Heilmitteln sowie anderer »vcrtvoller Materialien nach dem Westen cibgehn». Er wird mfitels 19 Autonwbilen Spenden an die bisher mit Liebesgaben am wenigsten versorgten Korps zn bringen suchen. Ein dritter, ähnlich zusammen­gesetzter Transport verläßt wenige Tage später Berlin, um sich zu einer anderen Armee i»n Westen zu begeben Endlich ist für Ende dieser Woche die Abreise eines großen Auwnwbilkorvs zsi den östlichen Armeekorps vorgesehen. Sie alle werden jeweils bei der Rückfahrt von der Truppe zu den Materialiendetwts sich durch Mitnahme Verwundeter zn den rückwärfigen Hilfsstationen nütz­lich zu machen suchen, vorausgesetzt, daß die Militärbehörde ihre Unterstützung in Anspruch nehmen »vill.

Großes Hauptgnartier, 22. Sept. (WTB. Amt­lich.? Nachdem es bisher nur möglich war, den Truppen im Felde in bescheidenem Mäße Zigarren, Rauchtabak, Tabaks- vfeisen und Schokolade zuzuführcn, sollen demnächst größere Liebesgabentransporte bis auf Widerruf frei- gegeben werden, und zwar von den Sammelstationen für jede Armee täglich ein Zug von höchstens 80 Achsen. De« Vorrang in der Beförderung müssen jedoch Truppen­transporte sowie Munitions-, Verpflegungs- und Lazarett­züge jederzeit erhalten.

Zcitwcises Verbot desvorwärts".

B c r l i n , 22. Sept. DerVorwärts" versendet an seine Abonmmten folgende Mitteilung: Das Erscheinen desVor­wärts" ist durch Verfügung des Oberkommandos in den Marken vom 21. Sept. 1314 auf drei Tage verboten worden.

Aus Ungarn.

Maros Vasarhely (Uncprrn), 22. Sept. (WTB. Nichtamtlich ) Der Bürgermeister Hofbauer beantragte in der Generalversammlung der Stadt Maros-Basarhelh, der größten und verkehrsreichsten Straße, die bisher St. Geö-rgs- gasse hieß, den Namen Kaiser-Wilhelm-Straße zu geben.

Zerstörung des Kaiscr-Wilhelmdenkmals in Canadisch-verlin.

Stockholm, 22. Sept. In der deutsch-kanadischen Stadt Berlin ist das vor 15 Jahren errichtete Denkmal Kaiser Wilhelms des Großen von englischer Hand vollständig zerstört worden. Diese englische Schandtat hat selbst in den englisch-kanadischen Zeitungen einen Sturm der Entrüstung hervorgerufen.

18 « vv« Russe» umgekoinmen.

Berlin, 22. Sept. In einem Telegramm des Reichs­kanzlers an den Deutschen Generalkonsul in Zürich, das die dortigen Blätter veröffentlichen, heißt es über die Kämpfe in Ostpreußen: Bon der Armee Sa- sonows, sind die geringen Teile, die sich aus den schweren Niederlagen bei Tannenberg retten konnten, in Auflösung über die Narew geflüchtet. Die Armee Rennenkampf (Njemen-Armee) erlitt eine ähnliche Mederlage südlich von Insterburg und konnte das, was ihr noch übrig blieb, nur durch schleunige Flucht über den Oyemen hinter die Festun­gen Olita und Kvwno retten. Nach vorläufigen Schätzungen sind allein bei Tannenberg und in den Masurischen Sümpfen 150000 Russen umgekonttwen Bis jetzt sind in deutschen Lagern untergebvacht 200000 Gefangene, davon 5000 Offi­ziere. Die Gesamtzahl aller Gefangenen übersteigt 300 000 Mann, von denen also über die Hülste Russen sind. Ueber 2000 Geschütze aller!Art wurden erbeutet.

Bulgarische Verhandlungen.

W i e n , 22. Sept. Der bulgarischeMinisterdes Aeuße-rn, der Vertrauensmann König Ferdinands, ist in Konstantinopel eingeiroffeu. Genadieff konferierte mit Talaat-Bey in Gegenwart des Mrrrneministers Dje- mal-Bey. lAnschließend an diese Besprechung fand ein türkischer Ministerrvt unter dem Vorsitz des Mroß- wesirs statt. (Voss. Ztg.)

Die italienische« Sozialisten für Aufrechterhaltung der Neutralität.

Rvnk, 22. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Die Leitung der geeinigten svKiakistischen Partei, die gemeinsam mit den Abgeordneten eine Parteifitzmrg abhielt, hat sich zugunsten der Aufrechterhaltung der Neutralität Italiens bis zum Ende des Konstiktes ausgesprochen. Sie hat beschlossen, einen Aufruf an die Arbeiter in diesem Nun« zu richten. Der bange Ausruf chbt eine Darstellung der all­gemeinen Abneigirwa der SostnAisten gegen den Krieg und der besonderen GriuÄe, welche die Netttrcüität Italiens nötig machten, zumal Jtäkien die einige nentvake Großmacht sei. Hierdurch werde es auf seine Mission bingewiesen, die Ver­mittlerrolle Kmjchen den KrirMhoendeu zu spielen.

: . : 1 * * * ,tUtzlchMtF ' >

Russische GreueD fo Galizien.

Pr dg, 22. Sept. (WTB. Nichtamtlich,) Das ,,Prager Tagcbl." meldet: VerbäAliche Nachrichten aus Galizien stimmen darin überein, d!ah die Rufsen überall in Ga­lizien, wo sie Ortschaften besetzen, mit systematischer Bru­talität gegen die jüldischen Einwohner Vorgehen, die ruthenischc Bauernbevölkerung gegen die Juden auf- hetzcn und jüdisches Eigentum sowie das Eigentum der zu­meist geflüchteten polinschen Gutsbesitzer den rnthenischen Bauern überantworten. Die von Raffen an jüdischen Ein­wohnern verübten Gewalttaten nähmen «inen immer größe­ren Umfang an, wodurch der Aufruf des ZarenAn meine lieben Juden" eine sehr merkwürdige Beleuchtung erhalte.

Merkwürdige russische Beschwerden.

(WTB.) Wien, 22. Sept. (Mchtamtlich.) DieSüdslav. Corr. erfährt aus Sofia: Das BlattKambana" meldet: Wie wir erfahren, läßt die russische Regierung durch ihren früheren Gesandten in Darmstadt, Botkin, ein Schwarz- buch zusammcnstellen, welches an die Kabinette gerichtet werden soll. In diesem Schwarzbuch stellt Bvtkin Fälle dar, die angebliche Grausamkeiten der Deutschen gegen dieBevökkerungPvlens schildern. Wir sind, sagtKambana", überzeugt, daß diese angeblichen Grau­samkeiten der Deutschen zur Kriegszeck nickst im entfernte­sten so furchtbar sein können wie die Grausamkeiten, die von den Russen in Friedenszeiten gegen die Polen, Klein- russcn, Firmen und andere Nationalitäten begangen werden, die das Unglück haben, sich desSegens" der rufst schm, .Herrschaft zu erfreuen.

Bulgarien und Rußland.

(WTB.» Sofia, 22. Sept. (Nichtamtlich.) Eine neu er­schienene W ro schüre., betiteltBulgarien und die In trrgncn Rußland s", enkhAt eine Anzahl Aussätze über die Politik Rußlands, die als eine ununterbrochene Kette von Treubrüchen, Gttvalttaten, politischen Morden und Untcrdrüchrngrn ganzer Völker dargrstellt wich, wobei Ströme von Witt geslossin seien. Bemerkenswert unter diesen Aussätzen ist ein Artikel des Hisw- rifcps Stefan ow, der die gwze Mt Mit ge&cxbax: Ent»

Wickelungsgeschichte des russischen Reiches vcpandclt und besontlers

darlegt, wir das slawische RußlanD. an den slawischen Pole» reine Henkerdicnstc verrichtete. Ter Verfasser schildert die tdille des Grafen Muraiview. den er als Bestie in Menschengestalt bezeichnet. Mit nfilden Kosakciihordei» venvüstete Mnrawicw weile Gefilde Polens und ließ die ganze männliche Bevölkerung Polens air Bäumen anknüpfen, so daß die Straßen viele Kilometer »rest mit Leichen behängt waren. Tie weibliche Bevöllerung der Städte und Dörfer svnrde tziisammengetrieben und den entmenschten 5dordeg zur Bergervaltigung ausgcliesert.

Ein anderer Artikel, der Milew zum Verfasser hat, zeig« an der Hand historischer Belveisc, daß Rußland den volifisch^ Moch im eigenen Reiche wie im Auslände zwn System erhoben hat. Sibirien lmurde '»rach der Ermordung Von Koanzig cinbeimifchkn Slammessnrsten erobert. In gleicher Weise haben sich die Russen gegen die Dynastien der Mandschurei und Koreas politischer Achchläge bedient. In Buchara wncken zwei Emire nachernorcher ermordet, »veil sie das Protektorat Rußlands nicht mrcrkennen >rwIlten In Turkestan lrrd der rufirsche Genemlgonverneur die turkmenischen Fürsten, di« ihm nicht gefügig sein wollten, Tische und ließ sie hinterrücks ermorden. Ber der Untcrrwerfiwg des Kaukasus versprach der russisch« Staat durch efir Hand­schreiben an die armenischen Katholiken Airmenien politische Frei­heit, falls die Armenier die Ripsen im Kampfe gegen die Türken und Perser uMcrstützten. Nachdenr der Kaukasus be-avangen wch Rußlaird die UMerstntzung der Armmier nicht mehr brauchte, vergiftete der russische General Paskfio»vitsch den armenischen Katholikos Nerses in Tistis und nahm ihm das .Handschreiben des Zaren fort. Nach den großen Armeniermassakres in Mcrn- aiien im Jahre 18771 äußert« der russisch»« Minister des Äschern Lobanow Rastowski, indem er sich die Hände rick: Wir brauchen Armenien, aber ohne Armenier. Die von Rußland inszenieren zahllosen politischen Morde in Persien seien noch in frischer Erinnerung; ebenso habe Rußland dim serbischen Köirig Mrxmchrr und die Königin Draga durch Agenten der Offiziersliga in bcstü- lisck»er Weise ermorden lasseu Die Leichen wurden deshalb aus den Fenstern geworfen danfit man sich von der russischen Gesandt­schaft ans von vollbrachten Tat Überzeugen könne. Auch das Attentat in Serajewo sei zweifellos mit Wissen der russischen Diplomafie v^rberestet worden. Die Entthronung -es Fürsten Alexander von Battenberg mit Hilfe des Verräters Radkow Dom- triew sotrfie die Ermordung Stambulows durch Werkzeuge der Russophilen seien allgenrein bekannt. Das letzte Opfer der von Rußland iitszenierten polifischen Morde »var der frairzösißhe So­zialist Janres, der entschieden gegen den Krieg aufgctveten wirr und die skrupellose Politik Rußlands verdammte. In allerletzlkr Zeit planten die leckenden russischen Kreise die Ermordung des Königs der Bulgaren, »veil sie ihn als ein Hiuderirtz gegen das Bestreben ansehen, Bulgarien ui einem blinden Werk­zeug Rußlands zu machen. Dies beweise auch der Umstand, daß der russische Gesandte Ssawinsky ckl letzter Zeck wrnnterbrochen mit vcrdächfigc»» ElemeMm konspiriert habe, die es nach den rustchchm Rubeln gelüstete.

Ein Artikel Dr. Waskows,Die Frechheit SsawinskyT' betitelt, sagt: Es fet unglaublich, wie der russische «Hesaichte es wagen könne, die bickgarische Opposition und die Presse gegen die Regierung mrd die Krone aufzuroiegeln und zum HochoerrN zu verleiten. Ssawinsky sei bemüht, durch^dnnlle Elemente die Revolution hervorzunifen und durch einen Staatsstreich die repi- blikanische Staatssonn herbeizufiihren. Er möge schock» nicht ver­gessen, daß Bulgarim nicht Persien sei, »md daß die Frechheit der degencnerteir russisihen Diplomafie nicht ungestraft bleiben werde, Ein weiterer Artikel befaßt fich mit dem von nrssischer Seite erhobenen Bonvurf, daß Bulgarien Rußland gegenüber m» dankbar sei. Worin besteht, so sagt der Verfasser, die lindaickbarstit Bnlganens? Efiva darin, daß Bulgarien Serbien für dessen feig-»: Verrat an dem Bündnis nicht Hilfe geleistet hat, oder dre San» düng russischer Truppen nicht erlaubte, »vohl tvissend, daß das Betreten bulgarischen Bodens durch die Russen das Ende der Unabhängigkeit Bulgariens bedeuten »ickirde? Die russischen schwar­zen Hundert und derer» Werkzeuge in Bulgarien, wie Dane«, Ne­schow und Radko Diinitriew müssen zngeben, daß Rußland such sein sollte, wenn es von Bickgaricn iricht fich gehaßt nmrde. Z«i Dankbarkeit gegenüber dem tückischen und feigen Gegner RuW»d hätten die Bulgaren keinen Grund.

Stadt und Land.

Gießen, 23. September 1914. Auf dem Felde der Ehre gefallen.

(Aus Hessen und den Nachbargebieten.)

Einj.-Gefr, Lehrer Wllh. Hermann Limberger, Inf Rgt. 168, ans Ofsenbach a. M., UMerosf. d. Res. Lehrer Sfttrl Schmidt, Jnf.-Rgt. 168, aus Büdesheim. Musk. Heimiil! Bambey, Jitf.-Rgt. 116, aus Strebeudoch. Res. Heinrick Fett, Jns.-Rgt. 116, aus Großen-Linden. Paul Zeidler bei der Firma Carl A. Hartmann in Gießen. Einj.-Gesr. caitb theol. Wilh. Cellarius, Gießen. 2t. d. Res. Daniel Wal lus, Feld-Art.-Rgt. 63, aus Frankfurt a. M. Füs. Emi Rothermel, 4. Gardc-Rgt. z. F., aus Frankfurt a. W, - Lt. Berthold Seitz, Feld-Art.-Rgt. 69, aus Frankfurt a. M. - Soldat Aug. Kops aus Frankfurt a. M. Vizeseldw. Hecklfick 0ruber, Jnf.-Rgt. 80, aus Rodhetm v. d. H. tlandwchr man» Jean Ruvvel aus Frankfurt-Meder-Uchel. Lt. d. L' und Diploming. Adolf Müller, Jns.-Rgt. Nr. 16, in Darm stadt. Unteroff. und Bankbeamter Christ. B a u m a n n, Jirs. Rgt. 115, aus Pfungstadt. Hauptm. u. Komp.-Chef Gotpfifi \ von Lichtenberg aus Schleslvig, in Darmstadt. General lentnant Ludwig Steinmetz in Darmstadt. Ober!, d. Rcj »md Kais. Bezirksleiter in Togo Walther Stockhausen, Ins Rgt. 30, aus Seeheim (Hessen). Gesr. d. Res. Earl S pethl Jnf.-Rgt. 80, in Wiesbaden. Waller Poths in WicÄadeii

Oberl. d. Res. und Dr. jur. Max Zimmer, in Wicslxchen

Georg Kaufmann, Jns.-Rgt. 80, aus Rodheim d. b. 6

Res. Job. Bapt. Hartmann, Feld-Art.-Rgt. 2t, aus Mann

Soldat Franz Käsmann, Inf.-Rgt. 87, aus Mainz. Re» Wilhelm Amcnd aus Wieslbaden. Res. Friedrich Schrei ber aus Bierstadt. Vizeseldw. d. Res. Heinrich Mende ü Wiesbaden. Hauptm. u. Konrp-Ches Gocksried v. Lichten berg aus Darmstadt. Gesr. d. Res. Laurentius Falger Jnf.-Rgt. 88 in Gimbsheim. Res. Hermann Berkes, Inf Rgt. 118, aus Weinolsheim. Landwehrm. Lehrer Friechic Berg aus Urberach. Einj.-Gefr. Lehrer vouderSchmitt Jnf.-Rgt. 117, aus Langen. ©erg. Lehrer Willi Roth, Jns- Rgt. 88, in Hanau. Unteroff. u. Bat.-Tambrmr Koma Müller, Jnf.-Rgt. 137, aus Eichen. Hauptm. u. Komv. Chef Hans Hohmann, Jnf.-Rgt. 118, in Worms.

Verlustliste des Feld Art.-Regts. Nr. 25, Darmstadt.

1. .Abteilung, 1. Batterie: Ltn. d. Res. Wvruewd

Darmstadt, schv.; Ltn. b. Res. Stumps, Darmstadt, wt; Sers Rudoll »Kobe, Wintersfelde, Kreis Stettin, tot: Kan. WWs Niederslörsheim, tot: Kan. Eller, Dotgesheim, Kreis Qpveuhch! tot: Kan. Lender, Darmstadt, lv.; Kau Frifich, Hering, Lich Dieburg, schv.; Res. Barsch, Königstädten, schv.; Res. Berfa Jugenheim, Kreis Bcnsheim, schv.; Res. Wcmrgärtner, Pfwü» stadt, Kreis Darmstadr, wt: Kirn. Rnpp, Setters, Kreis Büdcn gen, lv. - , ,

2. Batterie: Hauptm. v. Scholien, kv: Kcm Skürtz, toi

Res. Hein, wt; U.-Offiz. d. Res. Schneüzer, lv.: Gesr. Schmal bach, Gclsenfirchen, lv.; K»an. Buchhalter, Gondelsheim, kV.: Da Seid, Worms, schv.; Res Heß. lv.; Res. Jox, Oberbckßmer Kreis Gießen, schv .; Kan. Seitz, lv.; Gesr. Schott, lv,: Res, SkatO' schläger, lv.; Gesr. Löwel, lv.; Trompeter Kracht, lv. -

3. Batterie: Hauptm. v. Consbruch, tot; Fähnrich « i Habicht, Darm stadt, lv.: U.-Offiz. Maaßberg, o .; U.-Osstz. l St nt nur, Darmstadt, lv.: Gesr. Beicdcr, Effolderbach, Kreis Büdinge» lv.: Kan. Grat, lv.: Kan Hckrtrrlang, schv.; Kan. Bissel, Ofsem«» lv.: Kan. Dreher, Hanau, wt; Krm. Becker, Darmstadt, tos: Selzom, Vöhl, Kreis Kassel, tot; Kan. Twarwwski, ctzricshbio tot; Kan. Hammer, Darmstadt, wt; Kan. Fischer, wt.

Leichte Munittipuskolonnet HazMm.

zcn, KcHlenz, ^ ^ u. v. v" -