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bic iiemotmlicfult Farm von Dnm-DNm-v,eicyouen, eiwa \ jirnti Meter hocti, em>a IV. Zentimeter Durchmesser, vorn an der Spitze in Breite nnd Zorn, etnxr einen halben Zentimeter ancr abgestnmpit Und kratnähnlich bis znr Tiefe von ctnm einem Zentimeter aus pehüblt, Es ist mit Ausnahme der Spitze von einer Nickelkapsel umgeben und trägt unten an der Basis die Buchstaben T. E. Wahrscheinlich ist dies die Fabrikmarke, denn es ist sicher Fabrik imd keine Handarbeit, Den letzten Typus mit der »vabrschemlich mrt dem Taschenmesser geinachlen dtushöhlung habe ich auch gesehen.

Von V e r st ü m m e l u n g e n war ich nicht selbst in der Lage, welckn: zu beobachten, es wurde mir aber von einer Reihe non Verwundeten «zählt, sic wüssten Fälle von wahrscheinlich mit einem Messer oder mit deni Bajonett ausgestochenen Augen, in einem von mir genau ausgezeichneten Falle sogar von abgeschnittenen äußeren Genitalien, Diese Wehrnehmung wurde bei Neusichatcau in Belgien gemacht. Es must »och besonders heev or- gehobcn werden, da st alle diese braven Soldaten aus den ver­schiedensten Gegenden Deutschlands vmi einer geradezu bestricken­den Glaubwürdigkeit und biederen, unerschütterlichen Ehr­lichkeit waren, die auf mich einen vorzüglichen Eindruck zu machen nicht verfehlt haben, obgleich ich drrrch meinen über l6 Jahre Ivährcnden Aufenthalt in Berlin das geistig und moralisch hoch­stehende deutsche Volk kennen gelernt habe. Sämtliche Soldaten lwben sich auch von selbst dargeboten, falls nötig, ihre Angaben duvch den Erd zu erhärten, Dre Namen der von mir hier kurz, angegebenen Verwundeten, die Nummer ihres Regiments und ihrer Kompagnie habe ich mir genau notiert und werde mir später nach meiner baldigen Heimkehr nach Stockholm erlauben, die­selben nicht nur in der Fachpresse, sondern auch in der dortigen ZeitungAftonbladct" mit näheren Angaben zu veröffentlichen.

Die Dum-Dum-Geschossc der Franzosen.

Paris, 20, Sept, (Nichtamtlich,) Der Arzt Rochard er­klärt imNew Bork Herald", es sei unmöglich, durch die Untersuchung der Beschaffenheit von Wunden wissenschaftlich festzustellen, ob diese durch Dum-Dum-Geschosse verursacht seien. Das Geschah könne vor dem Eindringen in den Körper aus einen harten Gegenstand wie Gewehr, Säbel oder Uni­formknopf ausprallen und dadurch an der Spitze platt gedrückt werden, so daß die Wirkung eines Dum-Dum-Geschosses ein­trete, Die Verwendung von Dum-Dum-Geschossen könne aus­schließlich dadurch bewiesen werden, daß das Vorhandensein nicht abgefeuerter derartiger Geschosse festgestellt werde, >

Hierzu bemerkt das WTB,: Aus dieser Herabsetzung des Wertes der wissenschaftlichen Untersuchung spricht deutlich das schlechte Gewissen derer, die das Ergebnis einer solchen Feststellung fürchten müssen. Davon abgesehen ist die Erklärung Rochards insofern wertvoll, als sie die Unwider- leglichkeit des deutschen Bewcismaterials bekräftigt, das be­kanntlich in tausenden von französischen Dum-Dum-Geschos- sen besteht, die auf den Schlachtfeldern nnd im Besitze von Gefangenen gesunden wurden.

Mangelhafte Pflege deutscher Verwundeter.

Rom, 2t, Septbr. Dem ..Corricre d'Jtalia" wird aus Bor­deaux gemeldet: In zwei Hospitälern von Bordeaux liegen 2000 deutsche Verwundete, größtenteils Sachsen aus den Kämpen von der Marne, dann auch Oldenburger, Hamburger und Bremer. Ihre Pflege läßt viel zu wünschen übrig. Die meisten stecken noch in ihren grauen Uniformen. Der Prozentsatz der an Wundbrand schon darniederüegenden ist sehr groß, ein Beweis dafür, daß die französischen Aerzte die Grundsätze der Aseptik fahrlässig auster acht lassen.

Ein Scharmützel zwischen Deutschen und Belgiern.

Rotterdam, 21, Sept, Aus Maastricht wird ge-. Meldet, daß bei Lancken an der holländischen Grenze auf belgischem Gebiet ein Scha rmützel zwischen Deut-, schen und Belgiern stattgefunden habe,

Entlassung belgischer Offiziere.

Rotterdam, 21, Sept, DerNienwe Rotterdamsche Courant" meldet, daß die Regierung fortfährt, hochgestellte Offiziere, die sich ihrer Aufgaben nicht gewachsen zeigen, Zu entlassen. Das Staatsblatt vom 14, Sep­tember meldet die Entlassung eines Generalleutnants, zweier Generalmajore und 4 Oberstleutnants per retrait demploi, was mit unehrenvoll ein Abschied gleichbedeutend ist.

Eine Spende des deutschen Kaisers.

Luxemburg, 21, Sept, Der deutsche Kaiser hat der Stadt Luxemburg 12000 Mark gespendet fiir die durichl die.gewerbliche Stockung brotlos gewondeneir Arbeiter.

Ans Brussel.

B e r l i n, 21, Sept, (WTB. Amtlich,) Die im Auslände verbreitete Meldung, daß Brüssel von den deutschen Trup­pen geräumt sei, ist f a l s ch. Ebensowenig trifft die Behaup­tung zu, daß der deutsche Befehlshaber die Räumung der Stadt als nahe bevorstehend angekündigt hat.

Ein cntfiohcner englischer Offizier.

Berlin, 21, Sept, (WTB, Amtlich.) In der Nacht vom 10, zum 20, September ist Major Charles Alice Pate vom Dorkshire Light Infanterieregiment aus der Kriegsgefangenschaft in Torgau entwichen, Date ist der englische Stabsoffizier, von dem jüngst berichtet wurde, er habe auf Befragen nicht bestritten, daß den englischen Truppen Dum->Dum-Geschosse ausgehändigt worden seien und der im Verlauf jenes Verhörs erklärte) man müsse doch mit der Munition schießen, die die Regierung geliefert habe. Der Entflohene ist etwa 1,75 Meter groß, schlank, blond und spricht fertig deutsch.

Ein kleiner Eiscnbahnnnfall.

. Berlin, 21, Sept, (W. B, Amtlich.) Heute morgen gegen 5,10 Ilhr fuhr ein von Worringen kommend« Gnterzug infolge des aufHalb" stehenden Einsahrtstgnals auf einen Güter­zug von dem Bahnhof Long«ich aus. Ein Schassn« wurde schwer, ein« leicht v«letzt. Eine Anzahl Wagen ist entgleist: die Hauvt- gleise d« Strecke KölnNeust sind voraussichtlich bis um 12 Uhr gesperrt. Der Personenverkehr wird durch Pendelbetrreb ans- recht«halten.

Eine Erfindung des Reuter-Bureaus.

Berlin, 20, Sept, (WTB, Amtlich.) DieNordd, AUg, Ztg," schreibt: Nach einer vom Reuter-Bureau verbreiteten Meldung aus Washington sov der dortige deutscheBot- schaftcr erklärt lgiben, Deutschland sei zum Frieden bereit, falls das deutsche Territorium in Europa nicht ver­kleinert würde. Solche Meldungen sind darauf berechnet, den Eindruck zu erwecken, als ob Deutschland trotz des Siegeslaufes seiner Heere im Westen Und Osten kampfcs-- müde wäre, Deutschland denkt im gegenwärtigen Augenblick gar nicht daran, irgend welch,e Frie­densangebote zu machen. Wir wiederholen: Deutschland ver­folgt irur das eine Ziel: den ruchlos uns anfgezwungenen Krieg ehrenvoll zu Ende durchzufechten,

Aeußerungen KitchcnerS.

Amsterdam, 18, Sept, Im Haufe der Lords gab Kriegsminist« Kitchencr Erklärungen über die Lage auf den, Kriegssckiauplatze ab. Er «volle nichts mehr sagen über die Leistungen des Expeditionskorps, Diese Leistungen seien >ien,igend in dem Bericht Frenchs hervorgehoben. Er wolle aber die Aufmerksamkeit richten auf die große Fähigkeit und auf dm ruhigm Mut von

Frcuch selbst, der auf so gmialc Weise den strategischen Rückzug einem übermächtigen Feinde gegenüber vollbracht labe. Dann pries d« Minist« die englischen Truppen und fuhr sort:Die Lage hat sich jetzt geändert, nnd schon währmd einiger Tage haben wir erfreulich«: Berichte über dm «zwungmm Rückzug (!) der deutschen Truppen empfangen, ^Lebhafte Kundgebmlgm.) Die Berichte von Frcnch unterscheiden sich nur wmig von dm amt­lichen Berichten der französischen Regierung, Sein« Trupvm brennen vor Ungeduld, wieder vorwärts rückm zu dürfen, Die tapferen französischen Armeen, mit dmm wir voll Stolz zu- scnnmcnarbcite», w«den jede Unterstützung von uns empfangen, damit ihr Wunsch erfüllt werde: die Säuberung Frankreichs

von dem eingcfallmen Feinde, Die Operationen der belgischm Armee tragen dazu bei, diesen Wunsch bald l?) zu «füllen. Ich benütze die Gelegenheit, Rußland meine Glückwünsche anzn- bietcn wegm des übergrostm (!) Erfolges, der seine Waffen mit nmem Ruhm geschmückt hat. Obwohl wir also gutm Grund hal>en, der Zukunft mit Vertrauen mtgegenzusehm, werden wir doch gut daran tun, uns zu erinnem. daß der Kaurps sehr lange dauern, und daß er alle uns«e Kräfte in Anspruch nehmm wird. Wir müssen darum derartig umfassende kräftige Mastnahmm trefsen, daß der Riesenkampf für uns zu einem gutm Ende geiührt werden kann. Es stehm jetzt mehr als sechs Divisionen und zwei Divisionen Kavallerie im Felde, Diese Trup­penmacht wird so stark bleiben, wie sie jetzt ist, weil wir imm« wieder Ersatz schassen w«den," Schließlich erklärte Kitchm« noch, daß die Freiwilligen bcgeist«t Dienst nähnrm. Es könutm vi« nmc Armem aus diesm Freiwilligen gebildet werden.

Zwei sozialistische Baseler Friedensfreunde.

Malmö, 20, Sept, (Drahtb.) Aus Paris wird ge­meldet: Der deutsche Reichstagsabgeordnete LudwigHase hat au den französischen Minister Marcel S e m b a t, den Sozialisten, einen offenen Brief,gerichtet. Darin heißt es:

In Bern und Basel waren Sic und ich zusammen, Wir hegten die gemeinsame Hoffnung, daß eine Verständigung zwischen Frankreich und Deutschland möglich wäre. Wir warm damals überzmgt, daß diese Arbeit für den Frieden eine Kultur-Ange­legenheit und dah« auch eine Kultur-Pflicht sei. An dies« jetzigen fürchterlichen Entwickelung der Verhältnisse haben Sic keine Schuld, Zwar bin ich überzeugt, daß Sie dm Krieg g«n vermiedm hätten, aber dennoch sind Sie dem französischen Mini st erium beigetreten. Hier beginnt Ihre Ver­antwortung vor der Weltgeschichte, Sie habm die Erklärung des französischen Ministeriums unterschrieben, damit das fianzösische Volk durch Lüge »berichte beruhigt w«den soll, n, a,, daß Berlin schon vor den Russen gezittert hätte. Sic sind wahrscheinlich selbst durch unwahre Berichte g«äuscht wor­den, Auch Minister können irregesührt werden. Ab« kluge Mi­nister müssen das merken könnm. Vergessen Sie nicht, daß Frank­reich mit dem d«ltschm Volke in Streit liegt, mit einem Volke, das noch nie so einig war wie jetzt. Was im deutschen Volke seit dem Kriegsausbruch ungeschwächt sort- lebt, ist die gewaltig st e demokratische Bewegung, die die Welt je gesehm hat. Der unbedmtmdste Mann im dmtschm Volke weist, daß eure armm französisch«, Proletarier »«bluten Müssen, damit mre Kapitalistm die Milliarden, die sie dm Russen gclichm habm, zurückerhaltm, weih, daß das dmischc Volk für Deutschlands Zukunft und für Deutsch­lands Kultur kämpft, und ein Volk von solcher Einigkeit und mit solchen Gedanken ist unüberwindlich, Verbreiten Sic die Wahr­heit, die reine und ungeschminkte Wahrheit über die Kricgs- ereignisse in Frankreich, Das souveräne französische Volk soll die Wahrheit erfahren und einen selbständigen Beschluß fassen. Die Wahrheit schadet nie, jede Lüge ab« ist eine Sünde gegm die Demokratie.

Londoi« fehlen Kohlenstifte.

Wien, 21, Sept. DieNmc Freie Presse" führt die Ein­schränkung des Bogenlichtes aus cinm Mangel von Kohlenstisten Mrück, da in England nur eine kleine Fabrik solche Stifte erzeuge, die kurz vor dem Kriegsausbruch in aller Stille für den Bedarf d« Scheinwerfer d« Kriegsmarine verstaatlicht worden sei.

Ein Schiff mit dentschen Reservisten,

London, 21,Sept. (WTB, Nichtamtlich.) Das Schiff Gelria", das von Buenos Aires nach Amsterdam unterwegs war, wurde bei F a l m o u t h von britischen Kreu­zern aufgebracht. Hundert an Bord befindliche deutsche Reservisten wurden als Kriegsgefangene festgenommen.

Aus den Kämpfen um Kiautschau,

Rotterdam, 21, Sept, Ans Peking wird gemeldet, Der zweite deutsche Sekretär in Peking, Freiherr v, Riedesel zn Eisenboch, wurde b« eiucin Boroostengefecht in Tsrngtan, wo er als Kriegs sr ciwilli ger Dienste tat, getötet. Die Japaner näheim sich langsam dm Befestigungen von Tsingtau. Aus Tokio wird anrtlick, gemeldtt: Japanische Truppen wurdm am Freitag mit Unterstützung d« Flotte in d« Bucht Looschan, nördlich von Kiautschau, gelandet.

Aus Japan.

(WTB.) Tokio, 20, Sept. (Nichtamtlich.) Die Regie­rung hat die dentschen Zeitungen ,L ap an s-H e ro l d" undD eutscheJapan-Post" aufgehoben, Ihr Heraus­geber Oswald muß Japan binnen einer Woche verlassen.

Norwegen und Schweden.

Kristiania, 21, Sept. (WTB.) Fridtjof Nansm hat hier einen Vortrag gehaltm, in welchem « eine einjährige Militär- dicnstzeit für Norwegm und einm militärischen Z u sam- menschluß Norwegens mit Schweden fordert, als Vor­bedingung dafür, daß die skandinavische Halbinsel ihre Unab­hängigkeit und die Selbstbestimmung ihres Schichats in d« Gegen­wart nnd in d« Zukunft bewahren könne. Diese Forderung werde von der gesamten Presse unterstützt, In dem Vor­trag wird weiter misgeführt, die Stimmung d« in dm letzten Tagen cingetroffmm Meldungen, hauptsächlich Auslassungen der mglischm und der fianzösischm Presse, die die Haltung Norwegens unberechtigt kritisieren, sei d« schlagendste Beweis für die angen- blickliche kritische Lage. Norwegen und Schweden müßten zu- sammenstehen: das Schicksal beider Land« sei miteinander ver­knüpft. Eine von außen kommende Gefahr für das eine sei in gleicher Weise eine Gefahr auch für das and«e. Beide Königreiche seien fest mtschlossen, ihre Neutralftät bis zum Acußerstcn, wmn es sein müßte, mit dm Waffen, zu wahren und zu verteidig«,, Europa müsse üb«zmgt sein, daß Norwegen, falls « von ein« Macht, zwecks Aufgabe sein« Nmtralität und d« dem Lande aus der Nmtralität erwachsenden Rechte, angegriffen würde, bis zum letzten Blutstropfen seine Neutralität verteidigen würde. Das Gleiche könnte ohne Zweifel auch von Schwedm gesagt werdm,

Kristiania, 21, Sept, (WTB, Nichtamtlich.) Das d« Regierung sehr nahestehende BlattIntelligenten" «klärt, der königl. Erlast, durck, ivclchen über Telegramme und Telephon- gesprächc innerhalb Norwegens, sowie solche nach und von auß«- halb zum 'Schutze d« strcngstm Nmtralität, eine Kontrolle cingeführt wird, bedeute tatsächlich nichts and«cs als die Einrichtung d« Zensur,

Ein Bortrag an Norwegens Jugend.

Kristiania, 21, Sept, Fridtjof Nansen hielt gestern einen Bortrag an Norwegens Jugend, dem der Mi­nisterpräsident, der Minister des Aeußern und des Krieges beiwohnten, Nansen betonte, daß Norwegen streng neu­tral bleiben müsse. Würde diese Neutralität aber durch irgend eine Macht verletzt, so würde Norwegen bis zum letzten Soldaten seine Unabhängigkeit verteidigest. Es sei zweifellos, daß in diesem Falle Schweden an die Seite Norwegens treten werde.

Tas österreichisch-italienische Verhältnis.

O f e n p e st, 20, Sept, (Nichtanitlich.) DerBester Lloyd" schreibt über das Verhältnis Oesterreich-Ungarns und Italiens: Es kann festgestellt werden, daß das Verhäld- nis beider Staaten jetzt nicht minder freundschaftlich und ver­trauensvoll ist als vor Ausbruch des Krieges, Es ist zu hoffen, wie dies auch der gegenwärtige Vertreter der Mons- archie in Rom erklärte, daß durch den Krieg die wechselseiti­gen Beziehungen nur noch verbessert werden. Zwei Argu­mente tragen dazu wesentlich bei: Oesterreich-Ungarn ist unter allen Umständen fiir Italien ein bequemerer Nachbar als jeder Staat auf nationaler Grundlage, Zweitens hat der Krieg die Solidarität der einzelnen Nationalitäten der Mon­archie befestigt. Künftighin werden nationale Streitigkeiten einen weit milderen Charakter tragen. Es ist also bestimmte Hoffnung, daß die österreichische Regierung für das ita­lienische Element ihr Wohlwollen wirksam wird betätigen können, ohne durch die Parteien im Reichsrate daran verhin­dert zu werden.

Ein Gedenktag in Italien.

Rom, 21, Sept, (WTB, Nichtamtlich.) Der gestrige Jahrestag des Einzuges deritalienischenTruppenin Rom wurde in ganz Italien festlich begangen. In Rom be­wegte sich am Nachmittag ein gewaltiger Zug von Vereinen von dem Platze Santi dlpostoli nach der historischen Bresche an der Porta Pia, wo der Vizepräsident des Provinzialaus- schnsses Ludovisi und der Bürgermeister von Rom Fürst Co- lonna mit lebhaftem Beifall anfgenommene Gedächtnisreden hielten. Der Bürgermeister verlas ein Telegramm, das an­läßlich des Festtages an den König gerichtet worden ist, und dessen Antwort, die folgendermaßen lautet: Ich erwidere den Gruß des Volkes von Rom und seiner Vertretung, An diesem festlichen Tage bekräftige ich den Glauben an die Wohlfahrt und die Größe des Vaterlandes, dem ich, wie meine Vor­fahren cs taten, alle meine Gedanken und meine ganze Arbeit widme, gez. Viktor Emanuel,

Tie Verhandlung Deutschlands mit Rumänien.

Bukarest, 21, Sept, Die Verhandlungen Deutschlands in Bukarest haben einen vollen Erfolg erzielt, Freiherr von dem Bußche wurde vorgestern von dem Ministerpräsidenten und gestern vom König Kcrrol emp­fangen, Das Ministerium hat unter dem Vorsitz des Königs Karol gestern getagt, Rumänien lvird <n, seiner bisher be­obachteten Haltung unter allen Umständen sesthalten. (Voss. Zeitung.)

Trostlose Zustände im serbischen Heer.

Sofia, 21, Sept, (W, B, Nichtamtlich.) Hiesige Blätter melden ans Nisch, die Moral der serbischen Armee sei vollständig «schütt«t, Bish« seien 12 000 Cholerafälle in der s«bischen Arinee iestgestcllt worden. Täglich stürben 200 bis 200 Mann, Die staatlich«, Banken seien von Baljevo, Gornji, Milanowac und Krajugewac nach Nisch üb«gesiedclt. In einigen Arti!l«ie-Regiment«n hätten die Mannschaften gemeutert und die eigenen Kanonen z«stört.

Vergebliche franzöfische Anleiheversuche in Amerika.

Stockholm, 21, Sept, (WTB, Amtlich.) Ein Lonz doner Telegramm an dasStockholms Dagblad" teilt mit, daß die französischen An leihe versuche in Amcs rika endgültig gescheitert sind, da die amerikanische Regier rung ihre Zustimmung verweigerte, Frankreich soll Ersatz in London suchen.

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Ucber die russische Grenclwirtschaft in OrtclSburg

macht ein Mitarbeiter derKönigsb, Hartung'schen Zeitung" längere Mitteilungen, denen wir folgendes entnehmen: Wenn die Geschichte der Schlacht von Tannenberg einmal vorlicgt, wird jeder einsehen, daß das Opfer von Ortelsburg ein not­wendiges war, und diese Einsicht wird den Schmerz über das Unglück mildern. Anfänglich ließen sich die Russen zu keinen Gewalttätigkeiten hinreißcn. Sie amüsierten sich aus ihre Weise mit den zu diesem Zweck mitgebrachtenDa­men" und dem dazugehörigen Sekt, Die ersten Uebergrissc geschahen, als die Geschäfte denDamen" die nötigen Toi­letten besorgen mußten, damit bei den zusammcngeschlevpten Klavieren und Harmoniums ein Tänzchen veranstaltet wer­den könne. Dann erschien eines Tages bei einem Geschäfts­mann der Divisionär, verlangte einen Pelzmantel und ließ so nebenher, als der Kaufmann erklärte, er künstr einen solchen Mantel nicht austreiben, die Bemerkung fallen, er werde wahrscheinlich genötigt sein, oie männliche B«4 völkerung zu erschießen. Die eigentlichen Ausschreitungen gegen die Zivilbevölkerung begannen, als sich die Russen- herrschaft ihrem Ende zuncigtc. Jetzt begannen regel­rechte Brandkonrmandos, die .Häuser, aus denen sie vorher weggeschleppt hatten, was sic konnten, einfach in Brand zu stecken. Zugleich begannen die erlogenen Anklagen gegen mehrere Bewohner, auf Militär geschossen zu haben. Unter diesem Vorwände haben die Russen nicht nur Häuser in Brand gesteckt, sie haben sogar mehrere Personen bei lebendigem Leibe in oen Häusern verbrannt. Eine johlende und tobende Soldateska hat dem scheußlichen Schauspiel zugeschant, während Infanterie mit ausgcpflanz« tem Bajonett die Türen nnd Fenster des Hauses belvacht«, um die verzweifelten Bewohner bei einem Fluchtversuch wieder in die Flammen znrückzutreibcn, Eine ähnliche Roh­heit haben russische Offiziere an einem Vater und seinen beiden militärpflichtigen Söhnen begangen. Nachdem die drei eben von einem russischen Offizier unter der ehren­wörtlichen Zusicherung ficigegeben waren, es soUte ihnen nichts passieren, wurden sie von einer Offizierpatrouille festgenommcn, die dem Vater erklärte, die Söhne müßten erschossen werden. Als der Vater sagte: Dann begehen Sie ja einen Mord, erwiderte der Offizier: Jetzt erst recht! Und so wurden beide Sölpne vor den Angen de- Vaters mit dem' Bajonett niedergemachi. Als der Vater bat, ihn auch zu töten, machten sie ihn ebenfalls nieder. An dem Körper des einen Sohnes, der trotz seiner schweren Verwundung noch flinf Stunden lebte und den Vorgang noch, selbst berichten konnte, hat man nicht weniger als dreißig Bajonettstiche gezählt,

Berlin, 19, Sept, (Drahtb.) Dem Ministerium des Innern ist folgender Bericht zugegangcn:

Banj an ken b, Bittmannsdorf i, Ostpr,,8, 0,14,

Aus kurze Tage aus dem Felde hierher znrückgekehrt, «m den Zustand der Domäne, nacktdem die Russen vom 24. b,- 29. August dort gewesen waren, scstzustellen, lese ich den Ausrick um Mitteilungen über begangene Grausamkeiten. ang«ichtete Schäden nsw. Der Umstand, daß ich mit dem mitgebrachten Blei schrrwc, läßt schon auf d«, Zustand mein« Wohnung schließen. Se- Exzellenz, Generalleutnant von Hertzberg, «itrüstcl über die Handlungsweise d« Russen, ließ den mit ihm hier >m Quarti« liegend«. Kutsch« Strutz hier zurück als Schutz für «e offene Wohnung, Mle Schränke nnd Tür«, waren erbrochen, mn Acxten eingeschlagen, Oelporträts, andere Bilder wurden aus «« fehl Sr, Exzellenz von deutschen Soldaten vom Mtsthansen 9« sammelt. Die Wäsche war. soweit sie nicht gestohlen wurde, m Drangtonnen gesteckt, mit Leim begoss«! und zu Hansen grstlnw^ und dazwischen hatten die Russen Notdurft befiiedxgt. Mrtvoll«

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