tzener Porzellan war zerschlagen, bte Suppen terinc war als >,1 tgrschtrr benutzt worden. Die Toiletten meiner Frau waren n onnen gesteckt und mit Leim und Honig begossen. An den lond- l schriftlichen Maschinen und in der Brennerei waren wichtige Z e, wie Zahnräder usw., verschwunden. Bon den vier Säe binen war keine einzige mehr zu gebrauchen. Alle Zäune und Schcunentorc zerschlagen. In den Ställen sind die Boxen Ärzten zerschlagen. Die Bohlen liegen daneben. Die Hühner Schweine lagen kopflos aus dem Misthausen. Mit dem Vieh ,er Leute war ebenso verfahren worden. Zeugen sind (frzellen; berg, Führer der 35. Division, Major von Kameke vom gwercn Reiterregiment in Thorn, Oberleutnant Erdmannsdors, 'lcutuaut und Kommandeur des Grenzschutzes Zaäwrre, Ma und Kommandant des Ersatzbataillons 175. In der ganzen egend sieht es ebenso aus.
von Kameke, Königl. Domänenpächter Führer der 2. Komp, des Landsttcrmbatalllons Maricnburg. Berlin, 21. Sept. (WTB. Amtlich.) Aufgefangener ffpruch vom 25. August, 12 Uhr mittags:
General Postowski an Kioimnandeur l. Armee- 4: Ich bitte, unverzüglich weiterzugeben, an 2. Inf.«
und Stab 23. Armeekorps 7.13 morgens an best, der imandierende.
Befehl: Eine Kompanie mit encrgischein Kommandeur zuschicken, mit dem Auftrag, alle Förster ohne »atmen zu erschießen.
Für die gegen General Marios erhobene Beschul» ng hat sich bisher kein Beweis erbringen lassen. Marios eitet seine Schuld. Die Untersuchung wird fortgesetzt. Berlin, 21. Sept. (Amtlich.) Die „Nordd. Allg. Ztg." ibt: Der Ausschuß der Regierung in Gumbinnen, der er in Berlin zurückgeblieben war, um die von den cn in Ostpreußen begangenen Greueltaten festzustellen, m Samstag nach Königsberg abgereist. Es ist dringend inscht, daß auch weiterhin Anzeigen über russische icltaten erstattet und an die Kgl. Regierung in Gum» cn, zurzeit Königsberg, gesandt werden.
er vries der Bürgermeisters von Saarburg i. L.
rf noch eines weiteren Kommentars: der Verfasser des lels in Nr. 210 erwidert: Die angegriffene Zuschrift vom eptember gründete sich auf die im Gießener Anzeiger achten Veröffentlichungen. Es handelte sich dabei um Zuschrift in der „Köln. Ztg." und um einen Artikel des | rrburger Wochenblatts", von dem man annchmcn muß, es gut unterrichtet ist und vermeidet, für Saarburg tcndcs zu bringen. Lassen sich die Angaben der Blätter, > ach die Franzosen von lothringischen Bewohnern geführt X'n, widerlegen — um so besser! Bis jetzt sind aller- s nur die Ucbeltäter anscheinend noch nicht gefunden, in Bezug auf die vandalische Plünderung und Zerstörung Offizier- und Beamte „Wohnungen gestellte Frage: „Wo en die höheren französischen Offiziere" — die selbst ein- | iten mußten, bezw. zu Hilfe gerufen werden konnten —, die besseren Teile der Bürgerschaft? Wo blieb der Ge- derat?" wird nur in Bezug auf die arretierten Herren I Gemeinderats beantwortet. Der übrige Teil der Frage vom Herrn Bürgermeister nicht berührt. Das genügt! ! Kzug auf Oktroi soll in Ermangelung der Men und der zbücher nur festgelogt werden, daß der Bürgermeister >t, daß den Soldaten die Oktroirückvergütung von der t Saarburg entzogen worden ist. Dies hat in der Gar- i die größte Erbitterung hervorgerusen. Der Beweis lir wird angeboten.
Aus dem Reiche.
lerlin, 21. Sept. (Priv.-Tel.) Das „Berl. Tagcbl." t aus Sonncnburg (Neumark): Die durch die Insassen der denzcr Strafanstalt mit tausend Köpfe angewachsene Beleg- der Kgl. Strafanstalt Sonnenburg hat 7000 Mark bar für das Kreuz gestislet.
| 3 c r 1 1 n , 21. Sept. (Nichtamtlich.) Ter Kaiser hat dem «Herzog von Mecklenburg-Schwerin das Eiserne <i verliehen.
Düsseldorf, 21. Sept. (Priv.-Tel.) Der Verein für Ver- ung des Ueberschusses der Düsseldorfer Ausstellung von I hat, wie die „Düsseldorfer Zeitung" hört, durch Vermittelung Meipräüdenten der Rheinprovinz für die Nativnalstiftung für inlerblicbenen der im Kriege Gefallenen 100 000 Ml. genistet. 3 raunschweig, 21. Sept. lW. B. Nichtamtlich.) Von zu- |tgcr Stelle wird mitgeteilt, daß dem Herzog von Braun cig und Lüneburg das Eiserne Kreuz verliehen worden ist. Alt en bürg, 20. Sept. ^Nichtamtlich.) Herzog Ernst Sachsen-Altenburg, der als Regimentskommandeur bei n Infanterie-Regiment im Felde steht, hat, wie die „Ah | rrger Zeitung" meldet, das EiserneKreuz erhalten, wdem wurden bisher noch 33 Eiserne Kreuze an An- cige desselben Infanterieregiments verliehen.
An» Stadt und Land.
Gießen, 22. September 1911.
Die Kriegsanleihe
wie wir schon in voriger Nr. mitteilen konnten, ein erfreuliches Ergebnis gehabt. Sie stellt der Opfer» I gkeit des deutschen Volkes das beste Zeugnis aus. Beten wir unser engeres Vaterland Hessen, so kann sich 5 getrost an die Seite der anderen Bundesstaaten n. Was zunächst Gießen betrifft, so hat es im Berhält» ,u seinen Nachbarstädten Hervorragendes geleistet; es icte 6 800 000 Mk. Bon den größeren Städten des cs zeichnete: Tarmstadt 23 Mill., Mainz I!) Mill, ns 6 Mill., Offenbach 6 Mill. Die Zeichnungen der ngelischen Kirche des Großherzogtnms Hessen, j eskirche und Einzelgemeinden zniainmengenominen, r zwar in ihrer Höhe noch nicht völlig fest, doch kann jetzt gesagt werden, daß sie mehr als 1". Millionen gen.
!lus den größeren nichthessischcn Nachbarsrädten liegen ndc Ergebnisse vor: Frankfurt a. M. 138 Mill., Kassel HU., Wiesbaden 60 Mill., Hanau 6 Mill., Mannheini ill., Heidelberg 12 Mill., Karlsrubc 40 Mill., Marburg I Rill., Wetzlar 1,7 Mill. —> Von den größten Städten sieiches zeichneten München 108 Mill , .Köln 120 Mill., ien 65 Mill., Hannover 71 Mill., Stettin 61 Mill., ldorf 116 Mill.. Hamburg 216 Mill., Leipzig 100 Mill., 6 637 200, Koblenz 0 l 16 000, Erfurt 18,7 Mill., Groß-i gtuin Weimar 17 Mill., Aachen annähernd 4l Mill., und Umgebung etwa 58 Mill., Nürnberg rund 41 Mil!., fscnburg 2 400 000 Mk.
I ainer uns nachträglich zugegangenen Zuschrift über das l onis in Gießen entnehmen wir folgendes: Erfreulich e Teilnahme vieler kleiner Sparer, die Beträge von | l«it Hundert Mark gezeichnet haben. Bekanntlich hat tadt Gießen 250 000 Mk. gezeichnet, während die Spar- deren Einleger ca. 500 000 Mk. zurückgenommen ! i, 50 000 Mk. zeichnete Sogenannte Millioncnbrockcn, solche anderweit in Reichsanleihe angelegt ivurden. n in unserer Stadt nicht vor. Dagegen sind von tlei- i und mittleren Germrdetreibeuderr sehr zahlreiche Ka-
prralaniagen gezeichnet worden. Wer die Zeichner feruii, kann
sich über die Art und Höhe der Summen, die bei uns gezeichnet sind, wohl ein Urteil erlauben. Es steht außer Zweitel, daß die große Mehrheit der Zeichner die gezeichneten Beträge aus bereitliegcnden Mitteln decken wird, die als Reserven bei den Banken bisher angelegt waren. Die im ganzen gezeichnete Summe von 6.8 Millionen Reichsanleihe ist in Rücksicht auf die augenblickliche wirtschaftliche Lage in unserer Stadt als hoch zu bezeichnen.
*• Eisenbahn-Verkehr. Ab heute veckehren wieder
die früheren Schnellzüge D 76 und D 75, also nach Frankfurt und zurück.
** Ber der Bezirkssparkasse Gießen wurden einschließlich der eigenen Zeichnung der Kasse 700 000 Mart 'zu Zwecken der Kriegsanleihe ansgewandt, beziehungsweise von den Einlegern gezeichnet.
** Unsere letzte Einquartierung hat uns gestern wieder verlassen. Während der wenigen Tage, an denen die ffem- den Gäste in unserer Stadt waren, hatte sich das Erwerbsleben merklich gehoben, da die Leute mancherlei Bedarf ergänzten Auch die Quarticrgeber Hallen an den humorvollen Soldaten ihre Freude und^haben ihnen reichlich Gastfreundschaft geboten. Als gestern die Soldaten ausmarschiertcn, wurden von Ossizieren zwei Reden gehalten, die^ Zeugnis davon ablegten, daß es der Einquartierung in unserer Stadt gesallen hat. Die Reden klangen aus in einem Lob ans Gießen und seine gastfreie Bürgerschaft, und wurden von den Mannsckwsten mit freudigen dreimaligen Hochs begleitet.
** Gegen den englisch-französischen Lügen- seldzug. Bor kurzem wurde an dieser Stelle aus die kurz zu- sammensassenden Kriegsberichte aufmerksam gemacht, die der Deutsche Handclstag herausgibt und die dazu dienen sollen, im neutralen Auslände den englisch-französischen Schwindelnachrichten wirksam entgegenzntretcn. In der Frc es'schen, Fcrbe r'scheu und Ricker'scheu Buchhandlung, sowie im Lesesaale der Universitätsbibliothek werden diese Kriegsberichte unentgeltlich abgegeben. Die erste Nummer war in der vergangenen Woche sehr rasch vergriffen. Nun liegt eine zweite Nummer in deutscher, englischer, französischer und italienischer Sprache zur Abgabe bercü. Die Aufklärung des neutralen Auslandes durch eigenhändige Postkarten und Briese, Versendung von Zeittingen und dieser Kriegsberichte an alle außerhalb Deutschlands wohnenden Verwandten und Freunde ist eine vaterländische Pflicht, deren wir Tag für Tag immer wieder von neuem gedenken müssen. Helfen wir so dazu, daß die von so vielen Verleumdungen verdunkelte Wahrheit über die von unseren tapferen Kriegern im Felde erstrittenen Erfolge und über ihre mustergültige Haltung auch im Auslande überall siegreich durchdringt!
**GefangeneFranzosen. 30 Franzosen, die im hiesigen Lazarett als Verwundete untergebracht waren, sind heute als geheilt entlassen und nach dem Griesheimer Lager gebracht worden.
** Die Feldpo st sen düngen. (Trotz des wiederholten Hinweises auf die Notwendigkeit einer deutlichen und genauen Adressierung der Feldpostsen- dungeu kommen ungenügend adressierte Sendungen in solchen Massen vor, daß sich die Postverwaltung gezwungen sieht, von dem Versuch, solche Sendungen unterzubringen, abzuschcu und sie den W seuderu zurückzu geben. Anders ist ein geordneter Betrieb bei den Postsammclsdellen nicht aufrecht zu erhalten. Die Adressen der Feld Postsendungen au die Angehörigen des Feldheeres müssen außer dem N a men und der Dienststellung des Empfängers die möglichst vollständige Angabe des Truppenteils, dem er angehört, enthalten, und zwar tunlichst in der Reihen- folge des Vordrucks auf den amtlichen Feldpostkarten und Briefumschlägen, wobei genau zwischen Linien-, Reserve-, Ersatz-, Landwehr- und Landsturm-Truppenteilen zu unterscheiden ist. Reicht der Vordruck zur Bezeichnung des Truppenteils nicht aus, wie das bei vielen, häufig sehr langnamigen besonderen Formationen der Fall sein kann, so sind die Bezeichnungen an sonst geeigneten Stellen der Aufschriftseite über sicht- l i ch nicderzuschreibeu. In kürzer Zeit wird die Postverwaltung neue Feldpostbriefumschlage und Feldpostkarten erscheinen lassen, auf denen zur Bezeichnung der besonderen Formationen ein besonderer Platz gelassen ist. Ein B e st i m - m u n g s o r t ist in den Aufschriften der Briese für Angehörige mobiler Truppenteile nicht anzugeben. Auch die VerpackungderschwererenFeldpostbriefe mit Schokolade, Zigarren, Tabak, Strümpfen Und ähnlichem Inhalt ist vielfach sehr mangelhaft. Wenn solche Sendungen bei den besonders ungünstigen Beförde- rungsverhältnissen im Feld« unverletzt dem Empfänger zu- gehcn sollen, müssen sie in dauerhafte Umschläge aus Pappe oder starkem Papier verpackt und fest um s ch nür t werden.
** Fcldvo st-Pakete für das Heer. Pakete an Angehörige des Feldheeres werden durch Vermittelung der Ersatz- Truooenteile ins Feld nachgesandt. Das Ersatz-Bataillon für das aktive Regiment Nr. 116 nimmt täglich von 8—11 Uhr vormittag- und von 3—6 Uhr nachmittags solche Pakete, mit genauer Adresse versehen, aus der Wache der neuen Kaserne an. Tie von außerhalb ins Feld bestimmten Pakete an Angehörige desaktivenRegiments können durch Vermittelung der Post hierher gesandt werden. Die Adresse sür eine der 6. Knnvagnie Infanterie-Regiments Nr. 116 angchörende Person würde also wie folgt zu lauten haben:
An das Ersatzbataillon Infanterie-Regiments Nr. 116
* in Gießen
zur Weiierbesördernng an:
XVIII. Armcewrps,
25. Infanterie-Division, 49. Infanterie-Brigade, Infanterie-Regiment Nr. 116,
II. Bataillon, 6. Kompagnie,
Gefreiter der Res. X.
Es wird daraus hingewiesen, daß das Ersatz-Bataillon des R e se r v c-I n sa n t c ri e-Regiments Nr. 116 sich in Jugenheim (Rheinhessen) befindet und das Ersatz-Bataillon des Landwehr-Jnfanterie-RegimentS Nr. 116 in D a r m st a d t.
Starkcnburg und Rhcinhesscn.
Da rin sta dt, 21. Sept. Se. Königl. Hob. der Großherzog hat, wie die „Darmst. Ztg.' hört, das Eiserne Kreuz 1. Klasse erholten, was gewiß im ganzen Hessenlande freudig begrüßt werden wird.
rm Tarmstadt, 21. Sept Tie Mehqer-Iniiuna gibt bekannt, daß stc sich durch den Kriegszustand und die dnrcb ilni bedmgic» GeschäliS- »nd BetriebSverhottnisie. ivelche a»l das bewerbe ämjerft crictiwerend «»gewirkt baden, stch veranlaßt stehl, die Läden in der N a ch m i i t a g S z e i I von 1 bis 3 Uhr zu schließen.
vermischte».
* Eine Erinnerung an die Kaiserin Friedrich. Charlotte Ladn Blennerhassett, die ausgezeichnete Biogravhin der Mine. Stael, setzt im neuesten Hefte der Teuffchen Rundschau ihre Erinnerungen fort und erzählt dabei Interessantes von ihren Beziehungen zur Kaiserin Friedrich, bei der sic wiederholt zu Besuch war. Als hie hohe Frau sich im Witwenschleier aui Schloß Friedrichs!,oi zurückgezogen haue, schul sic sich hier mit seinem Kunst- grfnhl die ihrem Wesen gemäße Umgebung. „Es war dem Schön
heitssinn der Kaiserin gelungen, den Musterbau eines Schlöffe-, in dem Kunstiverke aus allen Zeiten und Ländern geborgen wurden, und dazu einen Rosenhain, Gartenanlagen und den Park zu schaffen, die sortan zu Deutschlands Sehenswürdigkeüen gehören. Nichts konnte gastlicher und von einfacherer Vornehmheit sein als das Leben, das sie dort führte, bis ins Kleinste um alle Bequemlichkeit ihrer Gäste besorgt. „Margarethe, jetzt haben die Mädchen schon wieder nasse Gläser auf die neuen Servierbretter gestellt," bemerkte sio in einer der lleinen, jeder Wohnung zugewiesenen Küchen zu ihrer liebenswürdigen Hofdame, Fräulein von Faber, und wollte nicht begreifen, warum ich darüber lachte. Der Verkehr mit ihr, in den Gärten, während sie aquarellierte, auf Spaziergängen und Ausflügen, bei den Mahlzeiten, war völlig ungezwungen. Wir konnten nicht umhin, zu bemerken, daß es ihrer Umgebung zur Gewohnheit geworden schien, ihr beständig zu widersprechen, was sie mit erstaunlicher Langmut hinnahm. Der lleine Zug verdient Erwähnung, denn auch bei ernsten Diskussionen, und obwohl sic nach bekannt lebhafter Art mü ihrer persönlichen Meinung nie zurückhielt, siel tä ihr nicht bei, ZustriMniina zu erwarten oder gar zu begehren Schon deswegen nicht, weil sie die Frauen so selten verliehene Gabe des Humors besaß und eine damit ver-c bundene stichhaltige Kritik vergnügten Sinnes hinnahm. Nur wo sie llcbelwollen imd die Absicht durchsühlte, ihr das Recht aus selbständiges Urteil abznsprechen, kam, oft zu ihrem Schaden,' das stolze Sclbstbcwnßtieiii ihrer Natur zur Geltung. Die unleugbar sehr bedeutende intellektticlle Begabung der Kaiserin Fricd- rickl hat in Bezug aut Objektivität des Urteils und Menschrn- kennwis gewisse Einschränkungen erfahren. Wohl mit Recht, denn posthume Lerössenllirhungeu erweisen, wie bitter sie sich zuweilen imd ans den edelsten Motiven in der Wahl von Vertranten getäuscht hat, deren Niedrigkeit sie, zü ihrer Ehre sei es gesagt, nicht durchschaute. Ihre Herzensgute ist dagegen nicht genug gepriesen worden."
* Die Selbstbiographie im Film. Der amerikanische Seifenkönig Galsworth, der jetzt 42 Jahre alt ist, ist bisher an jcdcni Tage seines Lebens photographiert worden, und verfügt über 42 Bände von Photographien von je 365 (oder 366) Blättern, die seinen Lebensweg von der Wiege bis zum Manncsalttr darstellen. Eine noch merkwürdigere Selbstbiographie wird der Sohn, dieses Seifenkönigs dereinst haben. Bon seinem ersten Lebcnstagc an ist nämlich der Sprößling des amerikanischen Millionärs täglich kinc- matographisch ausgenommen worden, so daß bisher schon eine stattliche Menge von Kinematographien von ihm vorhanden ist. Diese Selbstbiograpl ’e wird fortgesetzt werden, so daß sich mit der Zeit eine stattliche Filmsammlung ergeben wird. Die Mitglieder der Familie Galsworth sind außerordentlich langlebig: der Großvater des jungen Galsworth mit der Film-Selbstbiographic ist jüngst im Alter von 80 Jahren gestorben, und wenn er selbst ebenso alt wird, hat er schließlich eine kinematographischc Selbstbiographie von 30000 Bänden! Amerikanische Blätter meinen, diese Art, sein Leben aufzuzeichnen, werde bei den amerikanischen Millionären Schule machen.
vüchertisch.
— Peter Rosegger» Gesammelte Werke. Vom Verfasser nenbearbeitele und neueingetellte Ausgabe. 40 Bände in 4 Abteilungen z» je 10 Bände». Jeden Bionat gelangt ein Band zur Ausgabe. Jeder Band geschmackvoll gebunden Mk. 2,50, in Halbperganient Mk. 4,—. Einzelne Bände iverden nicht ge- lieiert. Verlag von L. Slaackmami in Leipzig. Soeben erschien von der zweiten Abteilung Band 15: Alarim der Mann. Ein» Erzählung. Tiefe Erzählung Peter Rosegger?, die nach des Dichters eigenem Bekenntnis nicht wieder ein« Bauerngeschichte aus dem Lebe» unserer Tage ist. sondern zu jener Art von Dichtung gehört, in welcher Welt und Menschenschickial ein Gleichnis wird, entkeimt dem Reiche der Poeteniecle, wo die Tämone» Hansen. Das Ganze ist durchzogen von dem schönen Gedanken: Das Ratnrleben triumphiert über di« Hohlheit »nd Verderbtheit des komplizierten und rosft- »ierlen Großstadilebens. Tie LInlnqe »nd die 2i»slühn»ig des dichterischen Planes stnd bewunderungswürdig, der Stil großartig: einheitlich geglättet, jedes Wort wie in Marmor gemeißelt. ^Schöne und große Gedanken schmücken das Werk gleich Edelstein SÄiaii«»- gründe voll Schauer und Grane» wechseln ab au! lieblicken Wald» wiesen voll Sonnenschei» und Blumcnvracht. In dieser Erzählung offenbart sich die Wahrheit des Goeihe'jchen Satzes, daß der Dichter nichts ist als ein Organ Gottes, durch welches er der Welt sich, jeiveilig offenbart.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentlicher Wetterdien st, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Mittwoch, den 23. Sept. 1914 1 Ziemlich heiter und trocken, nördliche Wznde, nachts kalt.
Letzte Nachrichten.
Eine Auszeichnung des Frhrn. v. d. Goltz.
Brüssel, 22. Sept. (WTB. Amtlich.) Der Kaisor hat dem General-Gouverneur Freiherrn von der Goltz im§ Eiserne Kreuz 1. Klasse verliehen.
Aus Italien.
i. Köln, 22. Septbr. Die „Köln. Ztg." meldet aus Zürich: Aus Mailand wird geincldet: Die „Jtalia" gibt eine Unterredung mit einem ausländischen Diplomaten wieder, »worin bemerkt wird, die adriatische Frage bilde für Italien keine Lebensfrage. Ein Eingriff Italiens in der ?ldria ivcrde auch kctires- w-z? als ein g:gen Ocler:erck> gerichtetes Borgehen ausgefaßt. Das Blatt selbst tadelt die Straßenkundgebungen und führt aus: Das italienische Volk solle sich nicht durch unbegründete Deutschenfurcht beelnstusseir lassen. Das Blatt gibt einen, Artikel des Abgeordneten Erzbcrger wieder, worin 'dieser den Standpunkt Deutschlands auseinandeffetzt.
Aus Paris.
(WTB.) Paris, 22. Sept. (Nichtamtlich.) Nach dem endgültigen Ergebnis der Pariser Volkszählung! sind 1 807 044 Einwohner, also nur zwei Drittel der Zahl in normalen Zeiten, und zwar fast die doppelte Zahl der Frauen wie Männer anwesend.
Auch Griechenland.
i. Köln, 22. Sept. Tie Kölnische Zeitung meldet aus W j e n: Der Rücktritt des griechischen M i n i st e r s des
Aeußern, Streit, ist von der hiesigen und namentlich von der Presse des Dreiverbandes so ausgelegt worden, als ob dieser eriolgt sei, weil Streit mit der Hinneigung der griechischen Regierung zum Dreiverbände nicht einverstanden gewesen sei, oder weil eine Schivenkung Griechenlands in das Lager des Dreiverbandes berwrstche. Demgegenüber wird dem Korrespondenten der „Köln. Zeitung" von hiesigen griechischen Pressevettreiern versichert, daß Streits Zurücktritt sich ausreichend aus dessen leidendem Gesund heitezustant« erklärt, daß aber auch die llebcrnahme des Auswärtigen Amtes durch Veniselos jener Vermutung den Boden entziehe. denn Veniselos, dessen verständige Polittk allgemeine Anerkennung gesunden habe, dürste nicht die Polittk strengster Neutralität auigcben.
Rumäniens Neutralität.
Turin, 22. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Die„Stampa" meldet aus Osenpest: Tie Regierung wird Über mehrere Städte Rumäniens den Velageruirgszustand verhängen, um Kundgebungen gegen die Neutralität und zugunsten der Triple-Entente zu vcrhindcrii.
Drucksachen aller Art SZSSJS5SZ
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