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IHh'V bie Güte und Leutseligkeit de? obersten Kriegsherrn. 9öach nahezu anderthalbstündigem Aufenthalt verlieh der Btonarch das Palais, naclidem er der Erzherzogin Maria Ioscpha fiir die Sorgfalt, die sic den Kriegern widmet, gedankt hatte.

Wie», 19. Seht. (WTB. Nichtamtlich.) Der Kaiser hat der I 2jäh r ige n Rosa Henoch, die während des Labedrenstes bei den Kämpfen um Rawaruska durch einen Schrapnellschuh schwer verwundet wurde, eine 'goldene Halskette geschenkt.

Aus Preßburg.

Preß bürg, 19. Seht. (WTB. Nichtmntlich.) Die 'Stadwerwaltung hat beschlossen, den MarktplatzKaiser- ^Wilhelms-Platz" und den HauptplatzKaiser- Franz-Josefs-Platz" zu nennen.

Die englische Thronrede.

London, 19. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Im Ober­hause wurde gestern bei der Vertagung des Parlaments eine Thronrede verlesen, in der es heißt:

Meine Regierung hat ,edc mögliche Anstrengung gemacht, um den Weltfrieden tu erhalte«. Sie ttnirde zum Kriege gezwungen durch den absichtlichen Bruch von Bertragsvervilichtnngcn, durch die Pflickt zur Beschirmung des Rechts in Europa und der Lebens- intcreffen des Reiches. (Tie Berüif.nilichungen der deutiäxm Re­gierung, namentlich des Depeschenwerlfels zutschen dem deutschen Kaiser und dein König von England, haben den Gegenbeweis ge« liefert. Die Red.! Mein .Heer und meine Morte unterstüben mit Wachsamkeil. Mut imd Fälntkeß in Gemeinschist mit den tapferen und treuen Bundesgenossen die gerechte und ehrliche Sache. In jedem Teile des Reiches>art nran sich spontan und begeistert unter der gemeinsamen Flagge Wir kämpfen für eiii würdiges Ziel und werden die Waisen nicht niederfegen, ehe das Ziel voll­kommen erreicht ist. Ich vertraue vollkommen aut die lonale einträchtige Unterstützung aller meiner Untertanen und bete, daß der allmächtige Gott seinen Legen gebe.

Mc Gesetzentwürfe über Homerute und die Entstaat- lickzung der Kirche in Wales erhielten vor der Vertagung die königliche Genehmigung.

Berlin, 20. Sept. (WTB. Amtlich) TieNordd. Allg Ztg." bemerkt zu der englischen Thronrede:

Wenn die englische Regierung jede mögliche Anstrengung zur Erhaltung des Weltsriedenl gemacht hätte, so würde er eben er­halten geblieben sein. Solch' Anstrengungen hat der deutsche Kaiser noch bis in die letzte Stunde bei den Souveränen von Rußland und England gemacht, und toenn diesen Bemühungen kein Erfolg beschieden war, so wissen wir heule aus unwiderleglichen Zeug­nissen, zuletzt aus dem am 30. Juli von dem belgischen Gesandten in Petersburg an seine Regierung erstatteten Bericht, daß Ruß­land nur losschlug, weil ihm die vositiveZusicherung der englischen Regierung, sie werde am Kriege gegen Deutschland teilnehmen, vorlag. Diesen Punkt berührt die Thronrede ebensmoenig, wie sie einen Grimd dafür angibt. diß Sir Edward Grey die deutsche Anregung. England möge sich für die Nentralilät Frankreichs verbürgen und damit mindestens dem Westen Europas den Krieg ersparen, einfach zu Boden fallen ließ. Hiermit erledigt sich auch die Versicherung des englischen Königs, er sei durch absichtlichen Bruch von Bertragsverpslichtungen zum Kriege gezwungen worden.

Wieder eine Eitthiillnng über die englische Kriegspolitik.

Berlin, 19. Sept. (W. B. Nichtamtlich) DieB. 3." ent- nimmt der einflußreichen amerikarris<l>en WochenschriftThe Na­tion" vom 27. August einen Briet des Londoner Korrespon­denten To wes, der u. a. besagt: Seit dem 1. August, also drei Tage vor der Kriegserklärung, bemerkt man fieberhafte militärische : Vorbereitungen, unablässige Trnvventransvort« zur Küste, Ein­ziehung der Reservisten und Territorialsoldaten, Aushebung ixm Pferden, Lastwagen und Automobilen. Die Regierung handelte außergewöhnlich schnell und heimlich mit der Ordnung. Man er­fahre allmählich, daß die Kriegsverwaltungen bereits vordrer Monaten begonnen haben, die damals bereiten Reserve- ostiziere einzuziehen. und die Flvtten-Mobik- m a ch u n a unter dem Borwonde der Flottenparade vor dem König begonnen worden sei. Und zwar befahl Churchill, die Mobilmachung anzuordnen, ohne die übrigen Minister zu befragen. Tie Flotte war aktionsfäbig und nach strategischen Plänen der Admiralität disponiert noch vor Asauiths Ultimatum und der Kriegserklärung. K i t ch e n e r habe schon vor einigen Tagen heimlich in Bel­gien mit dem belgischen Admiralstab wegen Borkelnungen für ein englisches Erveditionskorps, das sich größlenteils bereits am 3. Ang. oder ain 4. August in Tower befand, verabredet. Nach zuverlässiaer Auskunft sollten bereits am 4 A»q. 100 000 Engländer in Belgien gestanden haben. TieB. Z." bemerkt dazu, daß schon im Jahre 1905 Lord Londsdowue im Kabinett Balsour sich verständigt habe, zusammen mit der französischen Armee Deutschland von belgischem Gebiet aus anzugreistn Der obige Briet bestätigte, daß es nur eines Druckes aut tzen Knovt bedurfte, um die längst vorbereitete Maschinerie in Gang zu setzen.

Ein englisches Unterseeboot verloren.

London, 20. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Die Admi­ralität kündete den Empfang eines Telegramms der Re­gierung von Australien an, in dem der Verlust des Unterseebootes AE I gemeldet wird. Weitere Einzel­heiten fehlen.

Tic dcutschcn Unterseeboote nnd Flugmaschincn.

Berlin, 19. Sept. DieWestminster Gazette" bringt einen Artikel eines hohen englischen Seeoffiziers. Es heißt darin:

Die deutsche Flotte arbeitet mit geheimnisvollen M i t t e l ii, die wir alle kennen, aber jetzt erst in ihrer vollen Wirkung spüren. Englische Schiffe fahren still über die See, vlötzlichberstensieuiidsindverschwnnden. Wir sprechen immer nur von Minen, alle Anzeichen aber deuten daraus hin, daß die deutsche Unterfeeflofte hart a n d e r A r b e i t i st. Der Kamps unter See und hoch in den Lüften zeigt Deutschland als Meister. JniDaily Chronicle" erklärt der englische Autor Wells, daß Deutschlands Flieger das Großartigste in diesem großen Kriege leisten. Die frän- .zösischen Flieger seien nur auf Schauflüge dressiert und wür­den vom Volk als Luftakrobaten behandelt. Die Flieger in England betrachte man dort als Narren. Tie Flieger aber seien die Aristokraten der Armee. Wells schlägt vor, jeden Flieger, der eine gute Meldung bringt oder ein Luftschiff oder Flugzeug herabschießt, in den erblichen Adels­stand zu erheben und ferner jeder Familie eines Fliegers eine Lebensversicherung von mindestens tausend Pfund Ster­ling zu geben und die Staatspensionen gegenüber den Land- und Seesoldaten zu verdoppeln. i

Tie Spionenfurcht in England.

Kopenhagen, 20. Sept. (Nichtamtlich.) Die Zeitung Politiken" meldet aus London: Die Spion enfurcht ist in letzter Zeit gewachsen. Zahlreiche Deutsche sind ver­haftet worden. Einzelne sollen unter Kriegsrecht hingerichbet worden sein. DieMorningpost" warnt die in England woh­nenden Deutschen, Anlaß zu Mißtrauen zu geben, weil dar­unter auch unschuldige Deutsche zu leiden hätten. Ein An­riss aus der Luft wird sehr gefürchtet, und es wird es halb eifrig gewacht, um nicht von deutschen Luftschissen

und Flugzeugen überrascht zu werden. ?luf den Themse- Kais, in der Nähe des Parlaments und am Obelisk der Kleopatra sind zahlreiche große Scheinwerfer ausgestellt, die nachts den Himmel absuchen. Auf den in der Whe gelegen«» Hotels Cecil, Savoy und Morset sind Maschinengewehre und Haubitzen ausgestellt, um Angriffe aus der Luft abzuwehren.

Exkönig Manuel.

Sigmaringen, 20. Sept. (WTB. Nichtauitlich.) Auf eine Anfrage bei Sr. Kgl. Hoheit dem Fürsten von Hohen« zollern ist folgendes Antwortschreiben eingegangen: Se. Kgl. Hoheit der Fürst haben mich zu beauftragen geruht, folgendes zu antworten:

z. Zt. S aa rb u r g, 17. Sept. 1914.

Tie Nachricht verschiedener deutscher Blätter, daß Se. Maiestät der König von Portugal seine Dienste und diejenigen seiner Getreuen dem Könige von England angeboren habe, läßt sich mangels jeder persönlichen Verbindung auf ihre Richtigkeit märt prüfen. Sollte es sich lediglich um Werke derB armherzigkcit, etwa im Dienste des Roten Kreuzes liaudeln, so wäre der Entschluß zweifellos aus ganz unpolitischen nnd hochherzigen, auch unseren verwundeten Gesangenen (in England befindlichen! zugute kom­menden Gründen entstanden, gegen deren Ausführung in keiner Weise etwas cinzuwenden toäre. Bei der bekannten Unaufrichtigkeit der offiziösen englischen Presse erscheint es nicht ausgeschlossen, daß man den Entschluß des Königs absichtlich entstellt hat. Solange daher keine einwandfreien Nachrichten vorhanden sind, haben Se. Kgl. Hoheit der Fürst alle Veranlassung, dem angezogenen, un­kontrollierbaren Gerücht größtes Mißtrauen entgegenzn- stellen.

Im höchsten Austrage

gez. Hauptmann v. D e t t e n. pers. Adjutant d. Fürsten v. Hohenzollern.

Eine überflüssige Gesellschaft.

L o n d o n, 19. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) In der gestri­gen Hauptversammlung der Britisch-Deutschen Friedensgesellschaft wurde beschlossen, die Gesell­schaft im Hinblick aus den Krieg aufzulösen und das Vereinsvermögen zu zroei gleichen Teilen dem amerikani­schen Botschafter in Berlin zwecks Unterstützung in Not be­findlicher britischer Untertanen in Deutschland und dem ameritanischen Botschafter in London zwecks Unterstützung in Not befindlicher deutscher Untertanen in England aus- zuhändigen.

Tic deutsche Kolonie in Täbris bedroht.

Wien, 20, Sept. (W. B. Nichtamtlich.) DerSüdslaw. Korr." wird von besonderer Seite aus Konstantinopel gemeldet: Die in Täbris stehenden russischen Truppen beschlossen vor einigen Tagen, die dortige aus etwa 50 Personen bestehende deutsche Kolonie aus Rache für die angeblich von deutschen Soldaten begangenen Greueltaten zu lynchen. Der russische Gene­ralkonsul in Täbris brachte dem deutschen Konsul diesen Beschluß zur Kenntnis und fügte hinzu, daß es sür nichts einstehe nnd daß er den Deutschen zur schleunigen Reise rate. Inzwischen wurde aus folgende Weise ein Anschlag gegen den deutschen Konsul verübt. Ein unbekannter Russe in Zivilkleidung erbat eine Unter­redung mit dem deutschen Konsul und wurde auch empfangen. Er grist bei dieser Gelegenheit den Konsul tätlich an. Der Angreifer wurde unschädlich gemacht. Zur Sicherung der in Täbris lebenden Deutschen und deren Gewährleistung wurde die Vermittelung der Bereinigten Staaten angerufen.

Ans Tcutsch-Ncu-Guinca.

Berlin, 19. Sept. (WTB. Amtlich.) Wie zu erwarten war, ist nach zuverlässigen Nachrichten nunmehr auch Ra­tz au l, der Sitz des Gouvernements in Deutsch-Neu-Guinea, von den Engländern besetzt worden.

Englische und französische Kriegsschisse vor Albanien.

Mailand, 19. Sept. (WTB. Nichtamtlich) DerCor- riere della Sera" meldet aus Paris: Mehrere englische und französische Kriegsschiffe liegen vor Dnr azzp, andere vor Cattaro in Blockadestellüng.

Hindenburg zum Tr.-Ing. ernannt.

Danzig, 20. Sept. (Nichtamtlich.) Auf einstimmigen Antrag sämtlicher Abteilungen der technischenT)ochschule in Danzig wurde Generaloberst v. H i n d e n b \Tt g, der Be­freier Ostpreußens, zum Dr.-Jng. ehrenhalber ernannt.

Tie silberne Bowle.

Berlin, 19. Sept. Das stellvertretende Generalkom­mando des 6. Armeekorps veröffentlicht folgende Mittei­lung:Die Nachricht, daß in dem Automobil eines russi­schen Generals die dem Landrat von Neidenburg ge­hörige silberne Bowle gestruden wurde, ist richtig. Der kriegsgefangene General Marios bittet um Bekannt­machung, daß dieses Automobil nicht das seinige gewesen ist. Das hat auch tatsächlich nicht festgestellt werde» können."

Opferfrcudigkeit der Deutschen im Ausland.

Berlin, 19. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) MeNord­deutsche Allgemeine Zeitung" schreibt:

Aus dem Auslande gehen zahlreiche Geldspenden und andere Gaben ein, die von der Opfersreudigkeit unserer Brüder im Ausland und der treundwilligen Gesinnung ausländischer Kreise Zeugnis ablegcn. so übersandte die deutsche Kolonie in La Paz in Bolivien 2300 Mark für Kriegszwecke, sür das deutsche Rote Kreuz die Deutschen in Honduras 15500 Mark, der Deutsche Klub in Crajova in Rumänien als erste Spende 2500 Lei, die deutsche Gemeinde in Stockholm 1355 Kronen, die deutsche Kolonie in Stavanger 560,50 Kronen, ein Freund in Neapel 10000 Lire usw. Deutsche Frauen in t>er Schweiz boten ihre Trauringe an, Saxlehner-Buda- v e st stiftete für deutsche Kriegssvitäler zwei Wagenladungen von 13 600 Flaschen Bitterwasser, Freiherr Waldbott v. Bassen- heim in Tolozva sendet tür die Verwundeten 1000 Flaschen Eigenbau-Tokayer. Die Veröffentlichung der vielen Gaben im ein­zelnen bleibt einer ruhigeren Zeit Vorbehalten. Doch schon jetzt sei allen warmherzigern Spendern der Dank des deutschen Volkes aus­gesprochen.

Französische Mache in Stockholm.

Berlin, 19. Sept. (WTB Nichtamtlich.) MeNordd. Allgem. Ztg" schreibt: Tie seit einiger Zeit auffällig in deutschfeindliches Fahrwasser gelenkte Stockholmer Zeitung Dagens Nyheter" bringt ein Telegramm aus Gens mit der Nachricht, daß man nun mit voller Gewißheit feststellen könne, daß Deiltschland die Absicht gehübt habe, nicht nur Belgiens und Luxemburgs llbentralität zu verletzen, sondern auch sich des schweizerischen Gebiets zu bedie­nen. Es sei der Plan gewesen, in Frankreich durch die Schweiz cinzüdringen uich eine U m g e h n n g s b e w e g u n g gegen Bel fort zu unterneltznen. Dieser Plan sei durch die rasche Mobilisierung des schweizerischen Heenes ver­eitelt worden, die in weniger als zwei Stunden ausgeführt worden sei. Daß die Schweiz ihre zum Schutz ihrer Neu­tralität angeoridnete Mobilmachung aus der Besorgnis vor einem deutschen Einmarsch begomien oder beschleunigt habe, ist eine der französischen Lügenmären, denen die Schweizer selbst mrt gerechtem Mißtrauen gegenüberstehen. Gerade heute gelangt ein neuer Beweis hierfür in unsere Hände: Die hier eingetroffene ZeitungVaterland" in Lu­zern schreibt unter dem 12. September:Die fortgesetzte

Lügenhaftigkeit der Havas-Mekdungen ist einfach schändlich und muß jeden Freund der Wahrheit em-

pören." Das ist gewiß deutlich.

Ein Aufstand i» Marokko?

Amsterdam, 19. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Wie nach demRotterdanrsckie Courant" aus Gibraltar ver­lautet, beginnen die M a r o f f an e r sich entlang der ganzen Küste zu rühren. Rach demselben Bericht verließen Tau­sende Tanger und dessen Umgebung und setzten nach Alge- ciras über aus Furcht vor einem marokkanischen

Tie Neutralität der Schweiz.

Bern, 20. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) lieber die Ant­wort der verschiedenen Mächte auf die Schweizer Neu­tralitätserklärung wird mitgcteill: Deutschland

nnd Frankreich gaben neuerdings ihren Entschluß kund, die Schweizer Neutralität auf das peinlichste zu beobachten Oesterreich-Ungarn hat die gleiche Erklärung abgegeben. Italien, obgleich es nicht zu den Signatarmächten der von acht Mächten Unterzeichneten Anerkennungsurkunden von 1315 gehört, erklärte, daß es sich trotzdem stets vop den .zp dieser Urkunde niedergclegten Grundsätzen habe leiten lassen und diese Haltung'auch künftighin einnchmen werde.

Rumänien.

Berlin, 20. Sept. (WTB.) DerLokäl-Auz" meldet aus Bukarest: IN einem unter dem Borsitz des Königs äbgehaltenen Kronrat wurde neuerdings der Beschluß be­kräftigt, daß Rumänien sämtlichen Mächten gegenüber auch weiterhin strengste Neutralität bewähren iverde. -

Aus dem Reiche.

Berlin, 19. Sept. (WTB. Priv.-Tel.) Der National» ftiftung für die Hinterbliebenen der im Kriege Gefallenen von der Familie du Bois Reymond die dem Physiologen Emil du Bois Reymond verliehene goldene Medailk der Helmholtz-Stiftung im Werte von 1733 Mark zugcwendet worden mit der Bitte, folgende Erklärung dazu zu veröffent­lichen: Mehrfach wurden Orden und Ehrenpreise feindlicher Nationen zurückgesandt oder veräußert. Wenn wir dagegen die unserem Vater als höchste Anerkennung seines wisse», schaftlichen Verdienstes verliehene goldene Helmholtz-Medaill« zuin Besten der nationalen Zwecke zu widmen uns entschlie­ßen, so geschieht es, weil wir einen solchen Schatz aus kein, Weise höher zu ehren wissen. Das Bureau der National, ftiftung befindet sich in Berlin NWi, Alsenstraßc.

Berlin, 19. Sept. Der Rci ch s t ag s ab ge ord- il e t e E r n st B a s s e r in a n n , der im Felde steht, ist infolge seines tapferen Verhaltens zum Major befördert uut mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet worden.

(WTB.- Straßburg i. E., 19. Sept. (Nichtamtlich.) Wie das Kriegsgericht Straßburg bekannt gibt, ist gegen den Rechtsanwalt Justizrat Blumenthal die Unter- suchung wegen Hoch - und Landesverrats eingeleitet! und sein Vermögen mit Beschlag belegt.

(WTB.) 'Breslau, 19. Sept. (Nichtamtlich) Der engere Ausschuß der schlesischen Adelschast genehmigte, daß die Schlesische Generallandschaftsdirekiion namens der Land­schaft sich aus deren Vermögen mit zwei Millionen, und die Schlesische Landschaftliche Bank nrit einer Mil­lion an der Kriegsanleihe beteiligen.

Landsberg a. L., 19. Sept. Der frühereReichs- tagsabgeordnete und Vertreter des Zentrums Ober- lanbes-gerichtsrat Dr. Schmidt ist im Mter von 86 Jahren hier g e st o r b e n. Der Verstorbene vertrat von 1881 bis 1890 den Wahlkreis Eichstädt im Reichstage.

An» Stadt nnd Land.

Gieße», 21. September 1914»

Auf dem Felde der Ehre gefallen.

(Aus Hessen und den Nachbargebieten.l Hauptmann und Kompagnieführer Rechtsanwalt Dr. Jiiknii Jung, Jns.-Regt. 81 ans Frankfurt <t. 3)1. üt. d Lcmdwehi Dr. Phil Richard Deeken, Nass. Feld-Art-Regt. Nr. 27 ans Miltenberg a. M. Et. nnd Regts.-Adjnt. Hans Schräder, Jns.-Regt. 67 in Wiesbaden. Et. d. R«1. nnd Adint. Ott» E. Di etsche, Res-Jns.-Regt. 81 ans Offenbach a. M. Hohn, nnd Adjnt Gnst. Holzapfel, 21. Feldart.-Brig., Frankturt a. M.-Sachsenhausen. Oberl. Walter Sieger, Jns.-Regt 117 aus Neuwied. Hanptm. b. Res. Wilhelm Gocbel, Feld- Art-Regt. 21 ans Siegen. Einj.-Freiw. Unteroff Lehrer Emil Weber, Ins.-Rcgt. 88 ans K 'preen i. T. Res. Jakob Ha­gener, Jns.-Regt. 116 ans Oberbiel. Unteroff. d. Res. Lehrer Ph. Röder, Jns.-Regt. 118 aus Groß-Aieberaii. G-cir d Res. Adam Fleck, Drag-Regt. 24 aus Rai--Breitenbach. Altreö Hehner aus Wiesbaden. Einj.-Gesr Georg Bnckbesch, Jns.-Regt. 81 aus Frankfurt a. M. Eins.-Unteroff. u. Bank­beamter Karl Hahn, Jns.-Regt. 116 aus G-ies?en. Res. Karl Walther, Jns.-Regt. 116 aus Haryen b. Mcßen. Mus­ketier Fritz Schomber, Inf.-Regt. 116 ans Gi^eßen. örtnt. d. Res. und Polizeikommiffar Fritz Kentner, Feld-Art. Regt. 59 aus Frankfurt a. M. Unteroff. d. Res. Theo van den Bergh in Frankturt a. M. Res. Heinrich Schneider in Frankfurt a. M-Seckbach. Res. Heirrr Fa der, Jns.-Regt 8t in Frankfurt a. M.-W«st.

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" Kriegsanleihe. In der Stadt Gießen wurden ans die Kriegsanleihe rund 6 800 000 Mark gezeichnet, davon be'' der Mitteldeutschen Kreditbank, Filmst Gießen, 3 375 200 Mk. in 1159 einzelnen Posten.

** Brotpreis-Aufschlag. Die Bäckerin n u n g Gießen teilt uns mit, daß die süddeutschen Haudelsnrühlcn mit den Mehlpreisen in die Höh« gegangen sind. Me Mühstji haben ihre Liefernngsverträge nach der Mobilmachung aus­gehoben nnd es den Bäckern überlassen, ivic sie zurecht kommen. Me Bäcker müßten förmlich um Mehl bitten, und wenn sie solches bekommen, sofort bezahlen und .zwar Bet einem Aufschlag von 10 Mk. für den Sack. Das Publikum möge deshaw die Zwangslage, in der sich die Bäcker be­finden, erkennen und ihnen nicht die Schuld zuschieben, wenn die Brotprcise steigen. Das Bäckergewerbe habe feit» her mit Verlust gearbeitet und sei nun zu einem weiteren Aufschlag gezwungen. Mit dem Wegfall von russisäM Korn sowie russischem und englischein Weizen Hab« bas Brot eine Aenderung im Geschmack erfahren, ohne deshalb an Güte zu verlieren. Das Bäckergewerbe sei sich der großen Verantwortlichkeit für die Volksernährung in diesen ernsten Zeiten benmßt und bitte die Mitbürger, ihm mit Bcrtrauen entgegen zu kommen. J

* KrciSkomitee für RoteS Kreuz und Kriegs­hilfe. Die große Zahl der a»S den Landgemeinden des Kreises Gießen eingegangenen Liebesgabe» ermöglichl es, eine erste Sendung solcher Liebesgaben heute an die, Regimenter 116 ins Feld abgehen zu lassen. Die Sendung' belieht aus 66 Kisten, und zwar 58 Kisten mit Kleidung^' stücken und 8 Kisten mit Lebensmitteln. An KleidungSst"^" gehen hinaus rund 950 wollene Hcnidcn, 750 leinene Hemden.