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Nr. 221

Der «letznier Anzeiger

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Erster Blatt

<64- Jahrgang

Giehener Anzeiger

General-Anzeiger sür Oberhessen

Montag, 2 \. September lW

Fortschritte im

Westen: Reims in der Rampfstont.

(WTB) Grotzes Hauptguarticr, 20. Scplemb (Amtlich.) Im Angriff gegen das französisch-eng- lischeHcer sind an einzelnen Stellen Fortschritte ge macht inordcn. Reims liegt in der Kampffront, nnd d i e Franzosen sind gezwungen, das Feuer zu er­widern. Wir beklagen, daß die Stadt dadurch Schade» nimmt. Die Anweisung zur möglichsten Schonung der Kathedrale ist gegeben. In den mittleren Vogesen sind Angriffe französischer Truppen am D o n o n bei Scno- nes und bei SaaleS nbgewiescn worden.

Ans dem östlichen Kriegsschauplätze sind heute keine Er­eignisse zu melden.

Am Samstag abend war noch folgende amtliche Mel­dung ausgegcben worden:

(WTB.) GroszesHauptanarticr, 19. Teplemb. abends. (Amtlich.) Die Lage im Westen ist im allgemeinen unverändert. Auf der ganzen Schlachtfront ist das englisch- französische Heer in Verteidigung gedrängt. Ter Angriff gegen starke, zuin Teil in mehreren Linien hinter­einander befestigten Stellungen kann nur langsam vorwärts gehe» Die Durchführung des Angriffs gegen die Linie der Eperrforts südlich von Verdun ist vorbereitet. Im Elsaß stehen unsere Truppen längs der Grenze französi­schen Kräften dicht gegenüber.

Im O st e n ist die vierte s i n n l ä n d i s ch c S ch ü t - zcnbrigade bei Augustow geschlagen. Beim Vorgehen gegen Osso w ie z wurde Grajcwo und Szozurzin nach kurzem Kampf genommen.

Die Franzosen sümpfen mit dem Mut der Berzweif- ung, nnd wir erfahren nun aus den letzten Meldungen rucl), das: ihre Heeresleitung nicht ohne Vorbedacht ge- rrbeitet haben mag. Wohl steht es fest, daß: die revanche- üsternen Gallier trotz ihrer oft so herausfordernden großen Gebärden nickst vollständig vorbereitet waren; sowohl die Ausrüstung und Bekleidung der Soldaten wie auch die Instandsetzung der befestigten Platze an der Nordostgrenze cxrren vernachlässigt. Wer das unvermeidliche rastlose Ein­bringen der Deutsckzen über die Grenze hat die Franzosen >och noch zu einem Entschlüsse gebracht. Sie haben jene kerteidigungslinie vorbereitet, bei der sich jetzt die beiden äcere gegenüberstehen. Indessen, es w-ird sich ans feind- icher Seite bald nachteilig geltend machen, daß auch nur aalbtaugliche in die Front eingerciht ivorden sind, und 's wird dabei bleiben, daß die deutschen Truppen langsam, iber sicher vorrücken. Reims liegt in der Kampffront, was licht etwa bedeutet, daß die Deutschen, die diese Stadt be- 'anntlich ohne Kampf besetzt hatten, herausgedrängt worden varen. Wir Wunen die strategischen Absichten des deutschen Keneralstabs natürlich nicht im einzelnen erkennen, sind rns aber jnt Klaren darüber, daß die Herstellung einer stnheitlichen Kampffront Veranlassung gegeben haben mag, m einzelnen Stellen vorgeschobene Posten wieder zurück- uziehcn. Die Franzosen sind nunmehr gezwungen, das iseuer der deutschen Truppen zu erwidern und auf ihre igene Stadt zu schießen.

Auf dem Kriegsschauplätze im Osten ist eine russische öchützenbrigadc bei ülugustow geschlagen worden. Dies ist in russisches Städtchen südlich von Suwalki, etwa vierzig viloinetcr westlich von Lyck, 15 Kilometer von der Grenze ntfernt Crasewo und Szozuczin liegen noch weiter süo- ich» an der Südvstgrcnze der Provinz Ostpreußen, natür- ich ebenfalls auf russischem Boden.

Eine große Sieges Nachricht aber, die wir heute zu ver- eichnen haben, darf nicht vergessen werden: die deutsche kriegsanleihe hat bis jetzt über 4 Milliarden er- .cben! Das ist eine Summe, die wohl kauin jemand erwartet at. In wenigen Tagen haben die deutschen Besitzende», roße und kleine, eine Mobilmachung vollzogen, die uns uch kein fremdes Volk so leicht nachmachen wird.

Der Erfolg der deutschen Kriegsanleihe.

Berlin, 20. Sept. Der^ Erfolg der Kriegsanleihen ist in über alle Erwartungen glänzender Es sind, ab- efehen von einigen noch ansstchcnden Teilergebnissen, ge- eichnet worden: 1.26 Milliarden Schatzanweisungen und 94 Milliarden Reichsanleihc, zusammen 4.20 Milliarden *1(1x1. Das endgültige Ergebnis ist vor morgen abend nicht u erwarten.

Dazu schreibt derL o k a I a n z.":

Dieser sinanziellc Erfolg, der sich in seiner Art den mit den 'lassen errungenen würdig anrciht, ivird weithin und nicht zir­pt in den Reihen unserer Widersacher Bewunderung und so- >eit diese in Betracht kommen, auch eine ries gedrückte Stellung wvorrusen.

In derBosfischen Zeitung" heißt es:

Das ist nach den Siegen des wehrhaften, der gewaltige Sieg 's wirtschaftlichen Deutschlands, es ist der Sieg jenes Deutsckr- mds, das- in der längsten Friedensepock>e, die irgendeines großen -olles Gescküchte bisher kemit, durck» unermüdlick-e zähste und mutigste Arbeit eine wirtschaftliche Weltmacht geworden ist. Das olk hat auf den ersten Ruf Geldmittel zur Verfügung gestellt, wen Höhe den unerschütterlicheir Enticbluß bedeutet, diesen Schick- ckskrieg solange zu führen, bis seine Zwecke vollständig er­acht sind.

Die deutsche Raisseisen-Organisation hat durch ihre >eldausglcichstelle, die Landwirtschaftliche Zcntral-Tar- chnskasse sür Deutschland, insgesamt einen Betrag von drei "ilsionen Mark zur Kriegsanleihe gezeichnet-

T a r m st a d t, 20. Sept. (MTB.) Rach dem Endergebnis beträgt die Summe der Zeichnungen auf die Kriegsanleihe bei den hiesigen Banken und Sparkassen 23 Millionen Mark.

Hanau, 20. Sept. (WTB. > Das Ergebnis der Zeich­nung aus die Kriegsanleihe betrügt in hiesiger Stadt nach einer Zusammenstellung der Reichsbanknebenstelle 6 Mill. Mark.

Berlin, 20. Sept. (Amtlich.) Zufolge des alle Er­wartungen übersteigenden Zeichnungsergebnisses hat sich die Reichsfinanzverwaltnng mit einer Aender ung der Einzahlungstermine für die Kriegsanleihen dahin einverstanden erklärt, das: spätestens am 5. Oktober 40 Proz. (wie nach der Ausschreibung), spätestens am 26. Oktober 20 Proz. (statt 30 Proz.), spätestens ain 25. November 20 Proz. (statt 30 Proz.) und spätestens am 22. Dezember die restliche» 20 Proz. der zugeterltcir Beträge bezahlt werden müssen. Die Berechtigung der Zeichner, vom Zu­teilungstage ab jederzeit voll zu bezahlen, tvird dadurch nicht berührt. Ebenso verbleibt es bei der Bestimmung, daß Betrüge bis zu 1000 Mk. einschließlich ungeteilt zu berichtigen sind.

Ein Kriegsbricf des Herzogs von Altenburg.

Ein Kriegsbrief des Herzogs von Wenburg vom 5. Sep­tember wird in derAltenb. Ztg." veröffentlicht. Es heißt darin:

Wir haben viel erlebt und sehr viel geleistet, marschiert und immer marschiert ohne Rast und Ruhe. Am 10. August kamen wir in Willdort bei Jülich mit der Bahn an, unb vom 12. August ab marschieren wir mit einem einzigen Ruhetag am 16. August in einem belgischen Dorfe unweit Lüttich, bis heute, wo wir dicht bei . . . sind. Das sind M ä r s ch e der . . Armee, wie sie bisher in der Kriegsgeschichte noch nicht dage- wessen sind. Das Wetter war schön, nur brannte siedende Hitze auf uns weder. Das Regiment hat mehrmals 50 Kiwmeter als Tagesleistung zu verzeichnen. . . . Ueberall erregte unsere Ankunft höchstes Erstaunen, so in Lüioen und in Brüssel, wo ans eininal das ganze . . °. einrückte. Air wurden zuerst und auch jetzt noch fast in jedem Dorfe sür Engländer gehalten, weil die Leute nicht begreifen können, daß wir schon da sind. Die Belgier steckten übrigens in der letzten Zeit ihre Dörfer säst immer selbst in Brand. Am 24. August traten wir zuerst ins Gefecht: ich führte eine kombinierte Brigade, bestehend ans . . . Das Regiment hat sich glänzend geschlagen nnd ist trotz der kolossalen Anstrengungen in bester Stimmung und kampfesfxcudig. Ich war an diesem Tage dauernd im schärfsten Gewehr- und Geschützfeuer. Seitdem gibt es säst täglich kleinere Gefechte und stets riesige Märsche; der Feind läuft mit Siebenmeilcnstteseln vor uns her. Am 26. August hatten wir einen Marsch von genau 23 Stunden, von früh lp/z bis zum nächM-, Morgen b'U. Dabei sollte ich mit dem Regiment über eine Brücke, um eine Stellung zum Schutze eines Brücken­baues cinzunehmen; die Brücke war aber, wie wir rechtzeitig fest­stellten, mit Minen belegt 20 Minuten darauf flog sie in die Luft. Nach dreistündiger Ruhe auf einem Stoppelfeld, nachdem wir alle ans der Feldküche gemeinsam mit den Mannschaften wie überhaupt fast immer gegessen hatten, ging es weiter bis zur Dunkelheit. Stimmung ist vorzüglich. Ich habe für heute nacht ein richtiges Bett, ich glaube das vierte Mal im Kriege; seit 8 Tagen habe ich mich heute das erste Mal ausgezogen.

DieGeiseln" der Franzosen.

Straßburg, 20. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Die Straßburger Post" meldet aus Münster im Oberelsaß vom 17. ds. Mts.: Die Franzosen setzen trotz der Proteste der Bevölkerung die Verhaftung unschuldiger Geiseln fort. So nahmen sic den Bürgermeister von Metzeral und den Landtagsabgeordneten Immer gefangen, nachdem sie vor­her seine beiden Söhne sestgcnomincn hatten. Weitere Ber-> Haftungen wurden in Wasserburg vorgcnommen.

Die deutschen Flieger.

Basel, 19. Sept. (WTB Nichtamtlich.) DieGazette de Lausanne" enthält ein Telegramm ans Toulouse icher den Bericht eines französischen Offiziers, in dem es heißt:

Auch unsere Feinde haben aus dem letzten Kriege ihre Lehren gezogen. Sie unterhalten den best organisierten Nach- r i ch t e n d i e n st, der sich über die ganze Welt erstreckt und sie mit ziemlich, genauen Beobachtungen versorgt. Wir haben nicht geglaubt, daß die deutschen Flieger so zahlreich seien. Ganze Schwärnie kundschafteten unsere Stellungen aus. Wen» einer hcr- nnlergeschossen wurde, erschienen fünf andere, die höher flogen. Tas können Tauiende von Zeugen versichern. Die Flieger ließen rote Kugeln herabsallen. Unsere Soldaten warfen sich zu Bo­den, denn sic erwarteten eine Exvlosion: aber nichts erfolgte, nur eine weiße Rauchfahne stieg empor. Ein paar Minuten später aber sauste ein Hagel von Granaten und Schrapnells über uns her. Die deutsche Artillerie zielt und trifft genau, wenn sie uns auch an Material und Munition nicht gleichkommt. Ter Plan, das Ziel durch Flieger markieren zu lassen, ist eine geniale Idee. Der Kniff ist nun entdeckt, aber er hat genug genutzt."

Aus Brüssel.

(WTB.) Brüssel, 19. Sept. (Nichtamtlich.) Der Mili- tärgouverneur von Brüssel fordert durch einen Mauer- anschlag die Bevölkerung auf, die belgischen Fah­nen e i n z u z i e h e n, da diese von den Truppen als Pro­vokation aufgesaßt und bedauerlich« Zwischenfälle hervor- gcrnsen werden könnten.

Brüssel, 20. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Gestern ist der Rest der ausgehängten belgischen Fahnen aus Brüssel verschwunden. Der Beseht des Gouvernements hierzu ist durch Maueranschlag von dem Bürgermeister Mar er­läutert worden. Im übrigen hat bisher die st ä d t i f ch e PolizcimiiunserenTruppen gemeinsam gut ge­ll r b e i t e t. Infolgedessen ist bisher nur ein einziger An­griff von Zivilisten aus einen Posten vorgekommen. Der Täter wurde feldgerichtlich zum Tode verurteilt. Der Bür­

gerschaft wurde dies durch Maueranschlag bekannt gegeben. Die Meldungen, daß Bürgermeister Max öffentlich provokatorisch ausgetreten sei und bewußt falsche Kriegs­nachrichten verbreitet habe, sind bisher nicht bestätigt wor­den. Sollte» dein Bürgerrncister Intrigen gegen die deutsche Militärgeivalt »achgcwiesen werden, so würde er sofort ent­fernt werden.

Ein neuer Bericht des österreichischen Generalstabs.

Wien, 20. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird unterm 19. September mittags verlautbart: Die Neu- gruppierung unseres Heeres auf dem nördlichen Kriegs­schauplatz ist im Zuge, Ein Borstoß einer russischen Infanteriedivision am 17, September wurde blu­tig abgewiesen. Der osffeitige, kleine, feldmäßige for­mierte Brückenkopf Sicjawa, unsererseits nur von sehr schwachen Abteilungen heldenmütig verteidigt, zwang die Russen zur Entfaltung zweier Korps und schwerer Ar­tillerie. Als die Befestigungen ihre Ausgabe erfüllt hatten, wurden sie freiwillig geräumt.

Der Stellvertreter des Chefs des Gcneralstabes v. H ö f e r, Generalmajor.

Tic Kämpfe des österreichisch-ungarischen Heere».

Wien, 19. Sept. (WTB. Nichtamllich.) Amtlich wird vcrlantbar:

Einzelne ausländische Preßorgane behaupten, in unserem Heere hätten Truppen der einen oder anderen Nationalität den Anfor­derungen im Kriege nicht voll entsprochen. Eine englische Quelle, die sich auch sonst durch Verbreitung der unsinnig­sten Tartarcmrachrichtcn auszeichnet, wußte sogar von einer Meu­terei böhmischer Regimenter zu berichten. Diesen ten­denziösen Entstellungen gegenüber, die aut die mancherorts bestehen.' den Unkenntnisse der Verhältnisse der.Monarchie berechnet sind, muß mit aller Entschiedenheit erklärt werden, daß, wie in ffühcrcn Zeiten, so auch in dem gegcnwärttgen allsgezwungenen Kampfe, alle Völker unserer ehrwürdigen Monarchie, wie unser Soldateneid sagt,gegen jebcn Feind", wer es immer sei, in Tapferkeit wetteifernd einmütig zusammen­stehen. Ob aus den russisch-galizischen Schlachtfeldern, ob auf dem Balkonkriegsschauplatz, es kämpften Deutsche, Magyaren, Nord- und Südslamen, Italiener und Rumänen in treuer Anhänglichkeit an den allerhöchsten Kriegsherrn und in dem Bewußtsein, welch hohe Güter wir verteidigen, mit dem gleich bewunderungswürdigen Heldenmut, der unseren Truppen selbst die Anerkennung unseres gcsährlichstcn, numerisch weit überlegenen Gegners errungen hat.

So hat im Norden, um nur ein Beispiel anzuführen, das aus Slovencn, Kroaten und Italienern zusammengesetzte Infan­terieregiment Nr, 97 bei Lemberg mit hervorragender Bravour und Zähigkeit gejochten und schwere Verluste standhast ertragen. Wenn noch des Infanterieregiments Nr. 79, das Zich ebenso wacker im Süden in den schweren Kämpfen an der Drina hielt, gedacht wird, so geschieht dieses nur, um den von serbischer Seite verbreiteten! sehr übertriebenen Eingaben über Verluste dieses Trnppenkörperz entgegenzutreten. Während die Serben von 3000 Toten dieses Regiments berichten, beträgt der bisherige Gesamtverlust der braven Trupven nach amtlicher Feststellung 1424 an Toten, Verwundeten und Vermißten. Nachrichten, wie die aus russffcher Quelle stam­mende von 70000 österreichisch-ungarischen Gefangene» in den Schlachten von Lemberg, bedürfen nach den bisherigen amtlichen Richtigstellungen wohl keines Dementis mehr.

Der Stellvertreter des Chefs des Gcneralstabes. v. H ö f e r, Generalmajor.

Wien, 19. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Der Armee- kominandant Dank! hat am 14. september einen Armee­befehl erlassen, in dem es heiß>t:

Die brave erste Armee hat eine außerordentlich schwierige Operation glänzend erwedigt. Bei Krasnik und vor Lublin habt Ihr die Russen entscheidend geschlagen. Dann habt Ihr zwei Wochen hindurch bei Tag nnd Nacht mit einem in sestuugsähnlichen Stellungen stehenden Feind gekämpft und seine ungezählten An­griffe stets erfolgreich abgewiesen. Nachdem die Russen sich täglich verstärkten und schließlich mindestens doopelt so stark waren als wir, stellten wir unsere Angriffe ffciwillig ein, um Schulter an Schulter mit unseren übrigen Arnieen, die sich uns anschließen, iveiter zu kämpscn. Auch der Marsch durch Sümpfe und Wälder stellte ungeheure Anforderungen an Euch alle; aber auch diesr Sache gelang dank Eurer Ausdauer und Zähigkeit. Die Russen haben kaum gewagt, Eure Märsche zu stören, und so steht denn die Erste Armee heute in dem ihr anbefohlenen Raume.

Ich, danke allen Angehörigen meiner heldenmüttgen Ersten Armee für das, tvas sie bisher in jeder Richtung Hervorragendes geleistet haben. Der Krieg hat bisher große Anforderungen gestellt, sie werden auch in Zukunft nicht kleiner sein. Aber Ihr Soldate» der Ersten Armee, Ihr werdet sie alle standhaft und erfolgreich überwinden zum Wohle des Vaterlandes und zum Ruhme unseres erhabenen Kaisers und Königs,

jlaiser Franz Josef bei den Verwundeten.

Wien, 19. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Zu dem ersten Besuche des Kaisers bei den verwundeten Sol­daten wird weiter gemeldet:

Der Kaiser besuchte zuerst den Pavillon, in dem d-ic verwundeten Offfziere untergebracht sind, und sprach alle leutselig an. Die liebevolle BegrüsTUng ermutigte einen Hauptmann, dessen rechter Arm aniputiert worden war, dem Kaiser die Bitte zu unterbreiten, auch ohne rech­ten Arm weit.-r dienen zu dürfen Der Monarch war sicht­lich bewegt und sicherte dem Offizier die Erftilläng seines Ersuchens zu. Daun besichtigte der Kaiser das Mannsck>asts- lazarett, in dem 102 Soldaten untergebracht sind. Der Kaiser sprach mit sänitlickw», den verschiedensten Volksstämmen an- gehörigen Soldaten in ihrer Muttersprache. Sämtliche Sol­daten äußerten sich nach dem Besuche in begeisterten Worten