Vermischte».
' Mv-sber-Lazarcttzug. Sic uns ans Ham. tri! gelchrieben wird, ist dieser Tage von dort ein vom Ham rgcr Roten Kreuz ausgerüsteter Lazarettzug nach der westlichen cnzc abgegangen, dessen Einricht,rag und -tusstattung wohl als istergüllig bezeichnet werden kann. Ueberaus reich ist die Aus- stung mit modernen medizinischen Instrumenten und Präparaten „be Leinenvorrätc, Tausende von Hemden, wollene Dechen ischcnttichcr, Pantoffeln, Lebensmittel aller Art, darunter *000 wtionen Konserven, sind mitgenommen worden Die R,ftnahnie n etwa 30 000 Zigarren und Zigaretten wird den Verwundeten andere Freude bereiten. Dazu kommen allerlei .Kleinigkeit-ii • ldpostkarteu, Briefpapier, Bleistifte, Kölnisches Wasser Bücher d — sechs sranzösrsch-deutschc Wörterbücher. Ein Musterbeispiel Atischer Einrichtung ist der graste Küchen wagen der die erbestc Berpstegung der verwundeten .Krieger au, der langen hrt in die Heimat gewährleistet. Bon, Emaüleherd bis zum egensangvapier ist an Geschirr, Kübeln, Psanuen, Austvasch itcnal, irleischhackmaschstnen, Anrichlcbrettern usw alles vor adcn. was eine anspruchsvolle Hausfrau von einer sorgfältig ^gestatteten Küche verlangt.
* Die kalte Dusche in der Marne-Dchlacht Eine enartigc Episode aus der Marne-Schlacht, die die Engländer einen grope» von ihnen errungeiten Sieg ausposaunen erzählt englischer Korrespondent. Während des Kamvies ging ein tiges Gewitter nieder, und als nun die Engländer und Kranen im leisten Kampfe bis ins Marnelal vorqedrungen waren en sie ihre Uniformen und Hemden aus und nahmen in dem imenden Regen ein erfrischendes Bad. „Viele von den Leuten iden fast nackt da und kiesten das Wasser an sich lwrunter- icn. So boten sie ein höchst merkwürdiges Schauspiel: schwarz die Neger vom Rande ihres Hutes bis zum Rand? ihres igcns, und das andere damit verglichen ganz weist Das war erste richtige Ersriichnng, die sic seit dem Beginn des Krieges ten." Ter Korrespondent erzählt dann weiter von sechs Ge- gencn, darunter zwei Ulanenofftzicren, die sie gemacht hatten,
> die im Bahnhof von Rloish-lc-seo binter einer Art Gitter mcht wurden. „Sie fürchteten augenscheinlich, misthandelt zu den, und ibr Erstaunen war grenzenlos, als sie sehr böslich den Zug geführt und nach Paris gebracht wurden Es waren ersten Geangenen, die. wie ich glaube, die französische Haupt- st erreichten."
»Kraftlci stung eines deutschen Soldaten. Das Bataillon des 103. Infanterie-Regiments stand iin Ansang Ja- ii 1871 auf Vorposten zu Billemomble, Front nach Kort Rosnv e unter Pizcscldwebel D. ausgeschickte Rekognosziernngs- rouille war gegen Mitternacht mit der Meldung zurückgekehrt, heftiges französisches G.gvchrscncr sie zum beschleimigtm Rück- veranlastt lxibe und dast Soloak Lau der 12. Kompagnie, schiver siert, am Plaste habe liegen bleiben müssen. Alle beklagten den tust des lieben, jungen Kameraden. Wie grost war aber nun die udc, als andern Tages gegen 9 Uhr, nach erfolglem Anrut Postens vor Gewehr, die Tür des Wachtlokals geöffnet wurde
> kriechend auf Händen und Füßen. blutüberströmt der durch ,e Oberschenkel geschossene brave Soldat von Patrouille sich ictroffen meldete. Lau hatte mit sparlanischem Gleichmut, um Gefangenschaft zu entgehen, auf Händen und Füßen rutschend, halbstündige Eutseruung in ungefähr neun Stunden zurückgelegt
dabei die nachdrängenden Gegner, mit angeschlagenem Gewehr Zeit zu Zeit Front machend, in respettmästigcr Entfernung Kren. Im Spital zu Pausours ehrte der Korpskommandeur,
| iächsEche Prinz Georg, das heldenhgstc Verhalten durch persön- Vcrlcihung des Eisernen Kreuzes.
Amtlicher Wetterbericht.
Wctteraussichtcil in Hessen am Sonntag, den 20. Sept, 1914: Fortdauer der bestehciiden Witterung: Trüb und wolkig, Ncgeu- sälle, kühl
Letzte Nachrichten.
Französische Schlachtenderichte.
Rotterdam. 18. Sept. Eine französische a m t - lichcMittcilung von gestern nachmittag 3 Uhr besagt: lieber die ganze Front von der Oise bis zur Marne bauert die Schlacht an. Tie Deutschen halten Stellungen beseht, welche auf Verteidigung I ergerichlet und mit schweren Geschützen versehen sind. Am französischen flinken Flügel sind die Deutschen, welche aus sener Seite die Höhen nörd
lich der Aisne besetzt ballen, an einigen Punkten ein wenig zurückgrwichen, Di? Deutschen verschanzen fick». Die französischen Armeen hib » überall Fühlung mit dem Feinde
Gen, 18. Septrnib.'r Nack P.rvatmeldungcu aus Paris bewährten sich die deutschen H ö h e n st c l l u n g c n nöidlicki der Aisne gestern vorzüglich. Tic Verluste des englischen Korps, dem der jetzige Hauptaugrift gilt, ivarcil bedeutend. Der frische deutsche Truppen zuzug wird bestätigt. Besonders kräftig soll er bei den Nachtangriffen mitgeivirkl haben.
Schwere französisch-englische Verluste.
Rotterdam, 18. Sept- Englische Berichterstatter schildern die bestigcil Kämpfe, die um Soissons staitmndrn. Der Kamps, der am Flust, in Wäldern und aus Hügeln wütete, dauerte vier Tage. Die Aisne führte infolge Platzregens Hochwasser, und es tvar den Verbündeten unmöglich, in die Stadt, aus die ein heftiges Artillerie und Gewehtfeucr konzentriert war, eiuzurücken. Das hei - tigste Feuer war au, den Punkt gerichtet, wo britische und französisch' Genietruppen Brücken zu bauen versuchten. Dort wurde ein schrecklickies Gemetzel angcrillstel. Mehrere lRcgimciitcr, die das nördliche Ufer der Aisne erreichten, erlitten entsetzliche Verluste. Es tvar ein furchtbares Duell zwisdum britischen Batterien, welch den Uebergang der Truppen beschützten, und deutt'chcr Artillerie. — Der.Berichterstatter des „Tailv Ehro- nicle" sagt, dast die Deutschen eine sehr vorteilhafte Stellung die Eisenbahn entlang einnabmcn. Der Berichterstatter der „Times" meldet, dast schrecklich Meldungen Paris erreichten. Reihen von Toten und Verwundeten bedecken die Schlachfelber an der Marne. Die Eisenbahnzüge nach Paris sind überfüllt mit Verwundeten. 7000 Leichen bczcichnclcn später den Schauplatz dieses Kampfes.
Die Kampfcsweise der Franzosen.
(i) Köln, 19. Sept, Die „Köln. Ztg." meldet aus Zürich: Ein Schweizer, der den Kämpfen im S u n d g a u folgte, schreibt: Die Franzosen beschicsten regelmäßig, bevor sic während eines Kampfes eine Ortschaft betreten, diese oft stundenlang mit fürchterlichem Feuer. Dadurch machen sich die Franzosen bei den Elsässern außerordentlich unbeliebt. Es ist überhaupt bemerkenswert, festzustellcn, wie sehr die Elsässer sich nun als Deutsche fühlen.
Italiens Neutralität.
i. .Köln, 19. Sept. Die „Köln. Ztg." meldet ans Mailand: Der „Mailänder Avanti" wendet sich entschieden gegen die Triebkräfte für die H c r r s ch a f t a u d e r Adria, weil sie für Italien nicht notwendig sei. Tie Neutralität Italiens habe dem Dreiverband bereits geniltzt, indem sie Frankreich gestattet habe, die italienische
Grenze offen zu halten und die Freiheit der freien Bewegung der englisch-frmtzösifft^n Flotte im Mittelmeere gestattet.
Die Neutralität Bulgariens.
Sofia, 18. Sept. Die der Regierung nahestehenden Blätter stellen übereinstimmend fest, dast inan in Regic- rungskreisen dem Verlaufe der Ereignisse in Mazedonien mit ernster Sorge zusehe. Man könne die Befürchtung nicht mehr unterdrücken, daß eine Fortdauer dieser Zustände Bulgarien aus der bisher streng beob- ackfteten Neutralität herausreisten müsse. Ter Präsident des Londoner Baltankonntees, Kuxton, Hütte keinen schlim meren Moment für seine Werbung für Serbien wühlen können, sagt „Wolja", als den, da man in Mazedonien das bulgarische Element durck, serbische Bajonettstiche bluten ließe. Die Besorgnis, dast die Erregung über die serbischen Massakres zu einem gefährlichen Ausbruch führen könne, sei gröstcr und gefährlicher als jcinalS.
Ein ungarisches Husarcnstücklcin.
Wien, 18. Sept. Ein kühnes Husaren stückle in hat ein ungarischer Gen dar nt pollführt. Er machte auf einem Patrouillengang die Entdeckung, daß in einem Bauernhaus drei serbische Offiziere zcckftcn. Er' stellte sie!, als oberster Anführer einer starken Patrouille vor und verhaftete die drei Offiziere, indem er sic anfsvrderle, die Waffen aus dem Fenster zu werfen und einzeln iv den Hof zu kommen. Dort fesselte er sie, einen nach dem andern und führte sie im Triumph nach Bilec.
Britische Kriegsschiffe im Aegäischcn Meer.
(DDP.I Saloniki, 18. Sept. Tic „Politische Korrcspon» dcnz" meldet: Fast gleichzeitig mit einem französischen Damp,eilte, heute nachmittag das englische Torpedoboot „H i, s s a r" in den Haien ein. Der Engländer wurde seitens der Hasenbehörde aus- gesorderl, den Hasen binnen 24 Stunden zu verlassen. Tiefer Zeit raum genügte ihm aber, um .Kohlen einzunehnien. Er suhr im Lause des Nachmittags wieder ab, wie es beißt in der Nichtung auf die Dardanellen, uw gestern vier englische Kriegsschiffe gesichtet wurden.
Wirtschaftliche Krisis in Aegypten.
Wien, 18. Sept. Aus Kairo wird vollständige W e - schäftsstocku n g gemeldet. Die Handelshäuser entlassen ihre Angestellten,' da die ägyptische Produktion von Zucker und Baumwolle auf die europäisckh: Einfuhr angewiesen ist, so ist eine sehr bedenkliche wirtschaftliche Krisis zu erwarten.
Mohammrdanischc Flüchtlinge aus Serbien.
2 e r a j c w o , 18. Sept. Die Flucht der mohammedanischen Bevölkerung aus dem Sandschak hält immer noch au. Kürzlich sind wiederum 2l>0 Flüchtlinge, meist Frauen und Kinder, aus Novibazar in Bosna Grabiska cingctrosse». Sic wurden von der Bevölkerung freundlich ausgenommen. Ihr Zustand erweckt ttcfstes Mitleid.
Mißhandlungen von Muselmanen in Rußland.
K o n st a n I, n o p c l, 18. Scvr. Die Muselmanen sind nach Blättermeldungcn aus Odessa und anderen russischen Orten dort den schwersten Mißhandlungen ausgesetzt. Man hindert sic an der Rückreise nach der Türkei und behandelt sie als Feinde. * v
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