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Wl«mfdjen SRffltmmfl, baft sie die Wiederherstellung frennd- sch»stkicher Beziehungen Mischen Griechenland und Bul­garien lebhaft wünsche, n.nverspricht, rust hier einen sehr schlechten Eindruck hervor. Infolge von Schritten, die die dulgai ische Regierung gemacht Hat, rechnet ment darauf, daß die griechische Regierung Auftrag zur Freilassung der noch in Griechenland zuruckgehaltencn bulgarischen Kriegsgefan­genen und von den Griechen in Haft gesetzten Zivilpersonen geben werde. Diejenigen Personen, die sich in den Gefäng­nissen Altgricchenlands befinden, sollen dem bulgarischen Gesandten und diejenigen, die sich in den Gefängnissen Neu- gciechenlands befinden, dem Generalkonsul in Saloniki aus­geliefert ivcrdcn. ,

Erregmig in China gegen den Dreiverband.

Wien, 18. Sepl. (WTB. Nichtamtlich.) Der Korre­spondent der .Fiundschau" meldet: In Peking herrscht die größte Erregung über die Forderung Japans, ihm freie 5) and inChinazugcwäbren^, die zu lebhaften Protesten Anlaß gab. Von chinesischer Seite werden alle Gerüchte über Unruhen und Revolten in China dementiert. Die Erregung gegen die Ententemächte, namentlich England und Rußland, wächst. Man beschuldigt Großbritannien, daß es Japan gegen China Hetze und auf Kosten der chinesischen Republik Japan Gefälligkeiten erweisen wolle. Die Mißstim­mung gegen Rußland ist darauf zurückzuführen, daß der Pe­tersburger Stadthauptmann für die Dauer des. Krieges die Ausweisung sämtlicher chinesischer Kausleutc aus seinem Amtsbezirk verfügte. Ueberdies behauptet man in Peking, daß zwischen Japan und Rußland letzt eine Vereinbarung dahin zustande gekommen sei, daß Japan provisorisch und allein die Mandschurei und Mongolei besetzen solle. In Pe­kinger Regierungskreisen mach! man kein Hehl aus der war­men Sympathie für Oesterreich-Ungarn und Deutschland, die in China immer stärker zutage tritt.

wie man Minen sucht.

Von einem militäriichcn Mitarbeiter.

Ems der ältesten Verfahren, um tvertvolle Schiffe vor der verheerenden Berührung mit Minen zu bewahren, beruht in der Verwendung von weniger wertvollen Schiffen alsSverrbrechern". Das sind Fahrzeug', die vor den zu schuacneen Schis en hiiahrc« oder aus eine Minensperre in Bewegung gesetzt werden, deren Page bekannt ist. Sie sollen mit den ausgelegcen Minen in Berührung lammen, sie dadurch unschädlich für andere Schiffe machen, und so eine Bresche in die Minensperre legen. Die Schwierigkeit besteht nur darin, solche wertlosen Schiffe auf einen solchen Tiefgang wie ihn die großen Schlachtschiffe besivcn, und dadurch zur Be­rührung mit den Minen zu bringen. Manche Handelsdampfer lassen sich durch Belastung znr Not auf dm gewünchlcn Tiefgang bringen. Man wird aber auch daraus achtm müssen, daß der Sperrbrecher möglichst nidit sofort durch den ersten Minentreffer vernichtet, durch Zerstörung der Maschinenanlage in seitrer Funk­tion labmgelegt oder in der Sperre gar zum Sinken gebracht werde. Daher 'wählt man zu derartigen Zwecken solche Schiffe, die ihre Kessel und die Maschinenanlage möglichst rückwärts haben. Bei einer Minenexplvsion wird dann voraussichtlich das Bar­oder Mittelscknff gerrossm wcrdm, sodaß die Maschinmanlage in Betrieb bleiben länn und gestattet, dm.Sperrbrecher auf weitere Minen zu führm oder die geschaffene Sperrlücke frei zu geben. Es versteht sich von selbst, daß von der Besatzung eines solchen, dem wahrscheinlichen Untergang geweihtm Fahrzeuges ein un­gewöhnlich hoher Grad von Tapferkeit und Selbstverleugnung verlangt wird.

Ein anderes Bectcidigungs- und Suchmittel gegen Minm ist der sogenannte Mincnscrngcr, dm am Bug des zu schützendm Fahr­zmges befestigt wird. Dafür gibt es verschiedene Konstruktionen. .Am Bug des betreffenden Schiffes sind zu seinen beiden Seiten, Balken befestigt und vorn durch ein Stahltcui verbundm. Die Länge des Avparates ist so bemessen, daß die gefaßte Mine möglichst weit vom Schiffskörper ckplvdicren muß. Da es angestrebt wmden mußte, das Ankertau einer gefundmm Mine zu zerreißm, so mußte auch dazu eine Vorrichtung erfunden werden, welche JxiS Ankertau erfaßt und festhält und mit einer Schere odm einer Sprengladung versehen ist. Es gelang denn auch vmschicdmen Konstrukteuren, solche Llpparale herzustellen. Aber zuvmlässig funksionimm diese Vorrichtungen trotzdem nicht.

Die Beseitigung cinm schwimmenden Mine geschieht am ein­fachsten und auch gefahrlosesten durch Beschießen. Die Erfahrung, zumal im ruisichsiapanischen Kriege, hat ergcbm, daß oft erst eine beträchtliche Anzahl von Treffern zur Erreichung des Zieles not­wendig ist. Schneller geht die Vernichtung der Mine vor sich, wenn klcinkalibrigc Geschütze mit Granatm zur Verfügung stehm. All dies bezieht sich aus Minen, die unter Walser verankert sind. Andms jedoch gestattet sich die Sache bei Trcibminm. Zwar hat die zweite Haager Friedcnskonfmenz das Streum von Treibminen an ganz bestimmt umschriebme Bedingungen gebirnden,. man muß aber trotzdem mit dem Vorhandensein zahlreicher Trcibminm im Seekriege rechnen. Rußland z. B. hat das betreffende Ab­kommen gar nicht unterschrieben. Dabei muß man sich daraus beschränken, sorgfältige Ausschau zu halten, um der Gefahr recht­zeitig auszuwcichen. Auch heute noch gcht es keine allgemein brauch­baren Mittel und Wege, um der Minengcsahr ganz zu mtqcbm. Zwar l>at man vvrgcschlagen, die durch Treibminen gefährdeten Gebiete mit Netzen abzusuchen, aber es liegen über die praktisch: Erprobung solcher Vorschläge keine Angaben vor.

Einzig und allein besteht eine Verbesserung gegm früher in der Entwicklung des Wasscrslugwesms. Aus Lustwbrzeugen kann man bei klarem Wasser das Vorhandensein von Minm seststellen. Dies gilt auch für Treibminen, die ja ohne Zweitel besser sichtbar sind als die verankerten Minm, beim sic schwimmen an oder nahe der Oberfläche des Wassers. Unter aUcn Wctterverbältnisim aber läßt sich mit der Anwendung des Wasserslugwcsms freilich nicht rechnen, und so bleibt nach wie vor der Mangel eines zuverlässig wirkenden Schutzmittels gegm treibende Minm bestehen. Vielsackie Erfindungen, auch mitunter abmteucrlicher Art. wollten derMincn- geiahr steuern. Sie traben sich mehr oder weniger insgesamt als unbrauchbar erwiesen. Die cngliiclre Marine hat, soweit es sich aus Presscnachrichtm bmrteilm läßt, verschiedene Arten des Minen­suchens ausgeprobt. So z. B. weiß man, daß die engliickrc Marine Hebungen veranstaltet bat mit sogenannten Konterminen". Auch scheint in der englischen Marine ein schweres Minensuchgerät in Anwendung zu sein. Eine besonders organisierte 'Abteilung für den Minciisuchdicnst besitzt auch Frankreich nicht, aber die Manöver- bcrickte der Zeitungen lassen darauf schließen, daß dieser Angrlegen- chcit in Frankreich viel Beachtung geschenkt worden ist. Lg.

Aur dem Reiche.

Die Verluste der deutschen Hochseefischereiflottr. Bei Ausbruch des Krieges <l. Augusti waren im Gebiete der 'Nordsee 202 Fischereifahrzeuge auf Holser See. Glücklicher- 'weise sind größere Berlustc durch den plötzlich crusgr- brochenen Krieg nicht vcrursaicht worden. Es ist fesbgestcllt ävvrden, das; 33 Heringslogger neutrale Häfen (18 in Ror- -wegcn, 13 in Dänemark, 2 in Holland, anlvnfen konnten und 147 Logger in deutsche Häsen zurückgekehrt sind. 22 Fahr­zeuge werden vermißt und dürsten von den Engländern ab­gefaßt sein. In der Ostsee werden Fischereifahrzeuge nicht wermißt.

Berlin, 18. Sept Minister v. Breitcnbach hat einen Erlaß an die Kgl. Eisenbahndireklionen gerichtet, worin sie angewiesen werden, den Bestrebungen von Verbänden der Industrie, des Handels und der Gewerbe zur Stützung der Kreditfähigkeit und zur A u f r c ch t e r h a l t u n g

bestehend«! Firmen und Betriebe nachdrückliche

Unterstützung entgegenzubringen. Sämtliche Direktionen und Aemter, ferner das Zentralamt, sind verpflichtet, den Gv- schäslsvcrkehr mit Dritten mit allen! Entgegenkommen zu führen und namentlich notleidenden Betrieben gegenüber jede zulässige Rücksicht walten zu lassen, um ihnen in der jetzi­gen ernsten Zeit über ihre mißliche Lage hinwcgzuhelsen. Die Rechnungen von Firmen über Lieferungen und Leistun­gen sollen so schnell wie möglich zur Auszahlung angewiesen werden. Abschlagungszahlungcn sollen, wenn irgend angän­gig, stets gewährt werden.

Berlin, 18. Sept. DerDeutsche Krieg«rbund" hat aus die Kriegsanleihe 250 000 Mk. gezeichnet, der Preußische Landeskriegcrverband" 100 000 Mk., derK y s s hau ser bünd" der Deutschen Landeskriegerverbäude 50 000 Mk.

Danzig, 18. Sept. (W. B. Priv.-Telcgr.) Der Direktor derW e st p r c il ß i s che n Feu e rso z ietät", zugleich Direk­tor der Lebensversicherungoanstalt Wcstpvmßen, hat für die Kriegsanleihe 1 Million Mark gezeichnck.

An» StnSt und fand»

Gießen, 19. September 1914.

Ernst Challicr f.

Wieder hat der Tod einen angeselzenen und beliebten Mitbürger von uns abgerufen: Ernst Challier, der muntere, beivegliche Greis, ist nach kurzer, schwerer Krankheit ge­storben. Er war nicht nur Musikalienhändler, sondern er bat mit der holden Binse noch innigere, herzlichere Beziehun­gen unterhalten. Um die Pflege des musikalischen Lebens in Gießen hatte er sich manches Verdienst erworben; wer sah ihn nicht gerne, den Rüstigen, wenn er sich an den künstlerischen Genüssen begeisterte, die er oftmals selbst mit schaffen half! Wie er die Kunst lieb te, bewies er dadurch, daß er ihr auch mühsame und wertvolle Hilfsdienste leistete: durch seine statistischen Arbeiten, auf die er Enfligkeit und unendliche Geduld verwendete.

Ernst Challicr, der ein Alter von 71 Jahren erreichte, gehört seit 1887 zu unseren Mitbürgern. Er war ein Berliner Kind und stammt einer noch beme in Berlin ansässigen Hugenvttensamttie, die ihren Stammbaum bis 1706 zurückstihrt. Sein Kater war Begründer der Firma C. A. Challier ut Co. in Berlin. Im väterlichen Geschäft erlernte er auch den Musikalicnhandcl. 1881 begründete er seinen lexikalischen Sclbswerlag. In Berlin sowohl wie nach Uebernahme des allen Musik-Sortiments Wilhelm Ru­dolph in Gießen entsattcle er eine rege lexikalische Tätigkeit, mtt der er durch Kataloge und Tabellen mit zahlreichen Nachträgen an die Oefsentlichkeit trat. Diese Tätigkeit setzte er auch nach lieber* gäbe seines Geschältes an seinen Sohn im Jahre 1911 fort. Es war sein Lcbcnswcrk, das ihn noch lange über­dauern wird. Seine unermüdliche Schaffenskraft ließ es zu, daß er noch als Mitarbeiter zahlreicher Fachschristen wirken konnte. Seine in diesen veröfientlichtcn Arbeiten verraten ebenso eine um­fassende Sach- und Fachkenntnis, wie seine Schlagsertigkeit und seinen Humor. In Fachkreisen wurde sein Verlagsverzeichnis, in dem er mit großer Findigkeit, Mühe und Geduld die Bcr- lagsänderungen musikalischer Werke nachweist, hoch geschätzt.

*

Auf dem Felde der Ehre gefallen.

(Aus Hessen und den Nachbargcbieten.l

Akusketicr Karl Heilhccker aus Wiesbaden. Komp- Offizier und wissenschaftlicher Hilfslehrer Fritz Brandau aus Wiesbaden. Maß u. Bat.-Kom. Carl Seelmann in Mainz.

Oberst und Regimentskommandeur Ludwig Wilhelms, Feld- Art.-Rgt. 63 in Frankfurt a. M. Landwehrmann Heinrich Stock, Jnf.-Rgt. 116 aus Slngcrsbach. Landwchrnrann Lud- wig S ch w a h n aus Alsseld. Wilh. Wißncr au« Deckenbach.

Vizeseldwebel d. Res. u. Offiz.-Stellv. Hans Schäfer aus Diez a. d. Lahn. Lt. u. Mstut. Rudi Tent, Jus.-Rgt. 164 aus Franksuck a M. Laudwehrrmrnn Joh. Heinrich Blüm- l e r in Darmstadt. Unteroffizier Jakob Spengler, Jnf.- Rgt. 116, Kramchstern. Jak. Kumpf aus Darmstadt. Vizefeldwebel d. R. Eugen Fischbach, Jnf.-Rgt. 116 Mts Gießen. Feldwcbel-Lt. Heinr. Bernhardt, Jnf.-Rgt. 116 in Gießen. Musketier Rud. Erk, Jnf.-Rgt. 88 aus Glas­hütten bei Gedern.i Reservist Adam W e s p aus Brauushardt Lt. Helmuth Holtz, Jnf.-Rgt. 115 aus Berlin. Res. I. B Karl Wols aus Mainz. P. Johann Jochem aus Weinols­heim. Unteroff. d. Res. Heinr. Schäfer aus Rambach. Gcfr. d. Res. Emil Guck es, Jnf.-Rgt. 80 aus Rambach. Ofsiz.-Stellv. Heinz Ott, Jnf.-Rgt. 118 aus Rieder-Ingelheim.

Vizeseldwebel Heinr. Schmidt, Jnf.-Rgt. 115 in Darmstadt

Kanonier Wilh. Reeg, Feld-Art.-Rgt. 61 aus .Hembach. Vizeseldwebel d. R. Oberlehrer Wilh. Wild in Ossenbach a M

Lt. Eduard von Donop, Jnf.-Rgt. 32 aus Ossenbach a. M

Lehrer Ludwig Frey aus Msherm. Res. Arthur Land­graf, Jnf.-Rgt. 116 in Wetzlar. Reservist Friedr. Hardt, Jnf.-Rgt. 116 aus Burgsolms, r Feldwebel-Lt. Heinr. Haust. Jägerbat. 14 aus Langendiebach. < Res. Theodor C eutner aus Hanau. Res. Moritz Rvsenthal aus Wenings. Unteroff. d. Res. Jean Meininger, Jns.-Rgt. 81 aus Mittel- gründau.

*

** Dem im Felde gefallenen Rechtsanwalt

KurlKaufmann widmet die nationalliberale Partei Les­sens folgenden Nachruf:

Eine .für die natwnalliberale Partei überaus schmerzliche Nachricht kommt aus Gießen: Der Führer der Partei in Gießen hat am 8. September auf Frankreichs Boden den Heldentod gefunden. Im 40. Lebensjahre stehend hatte er sich durch außer­ordentliche Begabung und durch intensives Ettwckngen in die politischen Fragen, dann aber insbesondere durch eine ausge­zeichnete Rednergabe in den vordersten Reihen der heffischen nationaU, beritten Partei eine hervorragende Stellung errnugen: seinen Worten lauschten nicht allein die Parteisreundc. sondern sein agitatorisches Talent iesieltr jeden, der ihn in den Dis- kussioncn hörte. Mtt lebhaftem Temperament verfocht er seine Ansichten, mit klarem Verstand und treffsicheren Ausführungen trat er seinen Gegnern gegenüber, sie nicht verletzend, aber seinen Standpunkt scharf verfechtend Wie manchmal hat er in den Londespersamml ungen der nationaNiberaten Partei in.Hessen das Wort geführt und seine aut Einigkett mahnenden Bestre­bungen glänzend und warm zum Ausdruck gebracht. Auch im geschäftsführendei, Ausschüsse der Partei war er ein hervor­ragendes Mitglied, dessen stete Bereitschaft zur Arbeit besonders anerkannt wurde. Ganz besondere Beckustc erleidet aber der Gicßcner Wahlkreis, für dessen Eroberung er alle Kräfte ein- setztc. Aber nicht allein den Politiker Kaufmann zu vermissen ist ein schwerer Schlag für die Packer, auch den Menschen Kausmrrnn vetloren zu haben ist überaus schmerzlich Seine vaterläudffche Gesrnnnug gebot ihm, sich freiwillig zu dem 116. Regiment, an dem er'mit größter Liebe hing, zu melden, hatte er doch ber dem Regimentsnrbttänm im vergangenen Jahre eine hervorragende Stelle erngeiumrmen Er wollte bc- metfen, daß das, was er als OtKerwrlligkett für das Vaterland sagte, auch seine Bekräftigung in Taten M finden habe. So ist er nun dem heiligen Krieg zum Opfer geworden Sein Helden­tod beschließt viel zu früh ein zu reichen Hoffnungen berech­tigendes Leben. Seine Freunde in der Packer werden diesem heldenhaften Mann edelste Gesinnung, wärmstes Aardenken be­wahren. Darmstadt, den 18. September 1914. Für die hessische natwnalliberale Partei: 'Dr. Osann.

** Glü ckwun sch an die Großherzo gin. Ober­bürgermeister Keller hatte an die Großherzogin aus An­laß ihres Geburtstages folgendes Telegramm geschickt: Eurer Königlichen Hoheit, in großer Zett die Geschicke un- setts Landes leitend, bckngt treuergebcn die Bürgerschaft der

Stadt Gießen zum heutigen Tage ehrsirvchtsvvlle Glückwünsche

dar.

Darauf ging folgendes Telegramm ein.:

lieber die treuen Wünsche der Stadt Gießen habe ich müh onßerordntlich gefreut und bitte ich, meinen herzlichsten Dank für dieselben übermitteln zu wollen. Eleonore.

** Ordensverleihung. Der Großherzog hat den Ober-Briefträgern Ludwig Kaus in Homberg und Karl Pfeiffer in Ortenberg, sowie dem Ober-Postschaffner Philipp Pa bst in Mckenbml: das Allgemeine Ehrenzeichen, mit der InschriftFür langjährige treue Dünste" verliehen.

' Kriegsanleihe. An der Kriegsanleihe des Reiches hat sich auch die Stadt Gießen mit 250000 Marl beteiligt.

^Postsendungen an Ang e hörige der tn Bel­gien eingesetzten deutschen Militär- und Zivil­verwalt u n g s l> c h ö r d e n müssen zur Vermeidung von Fehlleitnngen in der Aufschrift nckt dem deutlichen Zusatz über Aachen I" versehen sein. Außerdem muß aus der Aufschrift unzweifelhaft zu ersehen sein, datz.der Empfänger einer der genannten Behörden anqehöck.

**Gießcner Freilichtbühne. Wie wir schon be­reits meldeten, veranstaltet unsere Frcilickstbühne morgen Sonntag, den 20. September, nachmittags 3Uhr, den d rit- tenUnterhaltungsnachmittagfürunsereBcr- wundeten. Außer den Hans-Sachs-Spielen, die zur Aus­führung gelangen, wird Hdrr Direktor Herrmann Stein- gvcUer aus die Zeitvcrhältnisse Bezug nehmende, von ihm selbst verfaßte Dichtungen zum Vortrag bringen. Ein Ein­trittsgeld wird nicht erhoben, aber es wird eine Sammlung zugunsten unserer verwunderen 'Soldaten veranstaltet. Bei schlechtem Wetter wird diese Veranstaltung verschoben.

** Vereins -Spe nde. Der Obcrbessische Bie­nenzuchterve r«ii n (nicht der von NDba) gab 200 Mk. fürs Rote Kreuz.

** Liebesgaben für die 11'5er.Die Abgabe der durch Vermittlung des Ersatz-Bataillons an Angehörige des steib- garde-Jnfantecke-Regiments Nr. 115 abzusendenden Pakcke kann täglich in der Zeit von l Uhr bis 3 Uhr nachmittags im Ge­schäftszimmer der Ersatz-Bataillons-Kaserne, Alexanderstraße in Darmstadt erfolgen. Bezüglich der Sendungen von wiswärts wickl mif die bereits erfolgten Bekanntmachungen Bezug genomm«. Für die gespendeten Liebesgaben an Strümpfen, Wäsche, Zigarren, Tabak, Dauerwurst, Konserven für die im Felde stehendcm Leib­gardisten sagt das Ersatz-Bataillon des Leibgcrrde-Jnfantecke-Regi, ments Nr. 118 auf diesem Wege allen Spendern herzlickxm Dank Mit der dlbsendung der Gaben an die Truppen ist beretts begonnen worden. Wettere Liebesgaben /Lebensmittel, nur Dauerware^ wer­den im Geschäftszimmer des Ersatz-Batailwns Leibglrrde-Jnscrntv- ric-Regiments Nr. 115 in der Kasern« Mexanderstraße in Darni- stadl mit Dank entgegengenommen,"

** DasU n t o n - S b e a t c r' f Seltersweg 81, bringt ab beute als besondere Einlagen die neuesten Auwahmen vom Kriegs» i ch a » p l a y. U. a. sieht man: Häuser, aus denen aus unicr« Truppe» geschossen wurde; Feldküchen am Eingänge eines belgischen Theaters; unsere Landwehr in Feindesland; Lüttich; eine von den Belgiern gelvrengle Brücke über die Maas; Frankttereurs beim Aushebe» von Schützengräben; Fort Loncin; die Wirkung der 42-Ztm.-Mörser; Pioniere bei der Arbeit. (Näheres siehe Inserat.'

Kreis Büdingen.

Nidda, 18. Sept. Am Doimerstag abend stürzte ehu 70 Meter lauge und zirka 30 Meter breite Halle bei dem .Himmel» bachschcn Sägewerk zusammen. Glücklichckweise befanden sich die Zimmckleutc außerhalb des Baues, so daß niemand verletzt wurde

Kreis Fricdberg.

n. Fricdbewg, 17. Sept. Der hiesige evangelische .Kirchenoor st and beschloß, aus dem äiirlbenpermögen l 2 000 Mark in Kriegsanleihen auzulegen. Die Emzeichmmg gescksteht bei der Bezirkssparkasse Mathildcustist dahier.

Starkenburg und Rhcinhessen.

(w) Mainz, 18. Sept. Zur Kriegsanleihe haben ge­zeichnet: Papiermachs-Berussgenossenschast 500000 Mark, Lederindnstrie-Berufsgenossenschast und Süddeutsche Eisen- und Stahlindustrie-Berufsgenossenschast je 1 Million Mark.

Kreis Wetzlar.

h. Hohensolms, 18. Sept. Lehrer Ph Kraus, welcher hiersekbst cfn Jahrzehnt das Amt bei der Schule versah (Halbtag?schitle mit 1)0 Kindern), ist auf seinen Wunsch nach Erdhansen bci Gladenbach versetzt.

* A y b a ch, 18. Sept. Aus unserem Orte wurden über 200Aepscl-undZwetschenkuchenin das Wetzlarei Lazarett geliefert.

Hessen-Nassau.

X. Hanau, 17. Sept. Für die Finanzierung der lieber- landzentralc an der Edert a l s pe r r e zur Versorgung der Kreise mit elektckschem Sckom hat die Landesversickwrimgs- anstalt Hessen-Nassau laut ihrem Verwaltungsbckichte den be­teiligten Kreisen große Tarlchm bewilligt, und zwar dem Kreise Kassel-Land 600 000 Mk, dem Kreise dck Eder 300000 Mk, dem Kreise Fritzlar 370 000 Mk., dem Kreise Hofgeismar l 000000 Mark, dem Kreise Homberg 600 000 Mk., dem Kreffe Melsungen 650 000 Mk. Ferner ist dem Obcrlahnkreise ein Darlehen von 600 000 Mk. snr Versorgung des Kreises mit elektrischem Strom zugesagt worden.

w Wiesbaden. 18. Sept. Die Stadt Wiesbaden wird sich nach einem heute aelaßten Belchlnß mit einer Million an der Kriegsanleihe beteiligen. Für die Notleidenden in Ost­ören ne n stellt die Stadt 20 000 Mk. bereit. Ter Landes- a n s s ch » ß beschloß, für dje Notleidenden in Ostpreußen 30 000 Mk. bereitznstellen.

ce Kassel, 18. Sept. Der Bezirksverband des Regierungs­bezirks Kassel bat beschlossen. für alle Anstalten des Bezirks­verbandes zusammen £>'/, Millionen MarkKriegSanleihe

zu z eichnen. __

Gießener Strafkammer.

Gießen, den 18. Sept. 1914.

Ein Sohn braver Eltern ist der nun heute wieder vor Gcckcht stehende ftühere Schveih- gchilse, spätere Ausläufer Heinckch Julius M. aus Fckedberg. da sich in Butzbach mii den Namen seines damaligen Dienstherrn an Paar Schuhe ausschwindclte. Heute erhält er mit den bereits un Juni durch das Schwurgeckcht imd im Juli durch die Großh. Sckaskammer in Gießen gegen ihii eckannten Strafen eine Ge- samtgefängnissckafe von einem Jahr und acht Monaten.

Ein ungetreuer Kassierer ist der Fuhrmann Joseph G. zu Gießen, der bei einem Inesigen Wäschegeschäft bcdicnstck war. Bei Ablieferung geleisteter Ar­beiten ivurden ihm Rechnungen mit anhängenden QuttWNSW mttgcgeben, gegen deren Auslieferung er zur Empfangnahme des Geldes berechtigt sein sollte. G. ckß die Quittungen ab, nahm sie wieder mit nach Hause und händigte nur die Rechnungen aus, nahm aber die Geldbcckäge imnrer in Empfang. Bei ieman Dienstlrcrrn erweckte er so den Anschein, die Posten seien rtzwt bezahlt. Ms sich seine Schwindeleien lterausstellten, verduftete er zunächst nach Frankfurt a. M., kam aber bald wieder zurück und behauptete min zunächst, das Geld sei ihm in Frankstick gesto^or worden. Heute gibt er an, er habe Schulden damit bezahlt. Die Anklage lautete auf Untreue. Das (Bericht erkennt aber mis §2« StG B, wegen Unterschlagung auf eine Gcsänguisstraje von iews Wochen.