Ausgabe 
12.9.1914
 
Einzelbild herunterladen

h«' gegen das Jvimfttnmt inttemonttnct morden fit Ich Hab? dm setzen Mlauben, daß naci, diesem Mtieg ourtt eine Veränderung in den deuisä-dÄnschen Verhältnissen eintreten loird. Moltke alS Oberpräsident in Schleswig ist schon ein guter Anfang Frankreich? Tio Verzweiflung packt mich, ivenn ich daran denke. Ich, habe Verwandte dort Ich liebe seine Kultur und ich dar! nicht daran denken, daN cs jetzt im Grunde sür Rußland blutet.

Ich kann mich nicht damit abgeben, lediglich Kriegsielegramme zu senden. Ich urteile auch. Ich beleuchte die inneren Vcr- dälinisse und ich meine: die nmtralen Staaten werden es zu aller­erst verstehen, daN alles, was das amtliche Deutschland der Außen- welt in diesen Tagen mitteilt, ivahr ist. Ich bin aufgesordert, meine Depeschen an über 700 Zeitungen in Eurova und Amerika zu sende», Mißverstehen Sie mich nicht! Tie Aufsorderungen kamen von diesen Blättern, nicht von hier aus,

Bj örn B j ä r n, o n.

Ein Bericht des vizereltorr der Universität Löwen.

Ein objektives Urteil, das gegen die belgischen und eng­lischen Lügen über die Vernichtung Lölvens sehr vorterlhast erMsticht und das klar und offen die Schuld der Löwener Bevölkerung an dem nachfolgenden Strafgericht dartut, gab dieser Tage einem Berichterstatter Dr, C o e n r a d s, Bize- rektor der Löwener Universität, der sich gegenwärtig mit den geflüchteten Schwestern und Ordensgeistlichen in Holland aushält. Er erzählte unter anderem: Es ist für mich gar kein Zweifel vorhanden, daß auf die deutschen Soldaten furchtbar geschossen worden ist. Ich konnte deutsche und bel­gische Schüsse sehr gut unterscheiden, Was ich hörte,^wenig­stens fünf Minuten lang, waren keine deutschen Schüsse. Ich zählte zu den Geiseln der Stadt, Wir wechselten schicht­weise als Geiseln miteinander ab und mußten jedesmal 24 Stunden, von drei Uhr nachmittags an, im Rathanse unfern Platz cinnehmen. In den ersten Tagen war die Reihe am Bürgermeister der Stadt und am Rektor der Universität, Dienstag trat das Los mich: ging doch durch meine Hand die Wohnungsvcrmittlung. Als ich an dein erwähnten Tage, nachmittags 3 Uhr, mein Amt angetreten, da giiig das furchtbare Schießen los. Reguläre Truppen waren das nicht, da doch belgische Soldaten sich nicht mehr in der Stadt befanden. Im «aal waren zufällig noch drei Per­sonen anwesend, der Dominikaner Pater Tillon, ein Arzt und ein Apotheker, die uni die Erlaubnis eintmncn, nach 9 Uhr abends noch Verwundete auffuchen zu dürfen. Wäh­rend wir ratlos und erschreckt im Zimmer dasaßen, trat ein höherer deutscher Offizier ein und erklärte, hier liege offenbar eine Verschwörung vor. Er sei gezwungen, die schärfsten Gegenm erstiege ln zu ergreifen und der Stadt eine hohe Kontribution auszuerlegcn, Ws sich das Schießen gegen Abend geleigt, gingen wir die Rue de kt Station auf und ab, um der Bevölkerung Ruhe zu emp­fehlen. Pater Dillon sprach zu der Bevölkerung auf flä- misch, der Senator Orbau de * i v auf französisch. Dann kehrten wir zum Rathaus zurück und- legten uns zur Ruhe,

Am folgenden Morgen führte man uns zum Bahnhof, um uns in einem Eisenbahnwagen einzuquartieren, Jiu Wartesaal entwarfen die deutschen Offiziere eine Prokla­mation, die in der Stadt verlesen werden sollte, des Inhalts: !

Wir hoben Geiseln von Euch! Wenn noch ein Schuß! fällt, erschießen wir dieselben. Die Stadt wird gestraft und eine Kontribution von 20 Millionen Iranken eingefordert,"

Mit dieser Proklamation siüd wir durch die Stadt ge­zogen, An 40 bis 50 Stellen hat sie Pater DiVlon verlesen; neben uns standen zwei Offiziere, die Revolver schußbereit auf uns haltend, 20 deutsche Infanteristen folgten, und dem Zuge schlossen sich barmherzige Schwestern an, Irauen, Kinder, Männer stand'en uni uns her, weinend und mit er­hobenen Armen riesen sie jedesmal wieder, sic würden alles tun, um von uns den Töd abzuwewdan. Ms wir an der Ecke der Rue Fröderic Lints die Proklamation verlasen, da wurde dock wiederuin auf die Deutschen geschossen, «o sind wir fünf Stunden durch die Straßen gezogen und haben fünf Stunden lang die Proklamation verlesen. Um 3 Uhr nachmittags kehrten wir übermüdet zum Bahnhof zurück, wo inan uns zu essen gab. Dann bat ich, in meine Wohnung gehen zu dürfen, da meine Amtszeit abgelaufen w-ar, In hochherziger Weise bot sich ei» deutscher Stabsarzt, Dr, Berghausen aus Köln, an, mich begleiten zu wollen. Ihm verdanke ich inein Leben, Wir waren schon auf der Rue Leopold angelangt, da kracht ein Schuh von Marchö au Grain herüber. Sofort legen auf der anderen Seite deutsche Soldaten schußbereit auf mich an. Da wirft sich mein Begleiter vor mich, deckt mich mit seinem Leibe, unb ich bin gerettet.

Im Dominilaneriloster verbringe ich die Nacht, Am nächsten Morgen teilte mir die deutsche Behörde mit, daß die Stadt beschossen werdenZvird, und läßt mich zum Bahn­hof bringen, Ordensleute, Schwestern, Verwundete, Gefan­gene besteigen einen Militärzug, der uns in 20 Stunden nach Aachen bringt. Dem deutschen Arzt, dem ich mein Leben verdaute, habe ich keinen anderen Dank sagen können, als daß ich ihm die Hand küßte, Worte reichen in solchen Lebenslagen nicht aus."

Airche und Schule.

Vom Papste,

Rom, 1l, Sept, (WTB, Nichtamtlich,)Osscrvatore Romano" veröffentlicht eine vom 8, September, dem Tage Mariä Geburt, datierte Enzpclica Benedikt XV., tn der er auf die schwere von ihn, übernommene Aufgabs hinweist und erklärt, daß die Gnade Gottes, die ihm die Last einer solchen Würde auserlegt hat, ihm die Wachsamkeit und die nötigen .Kräfte schenken tverde. Hierauf spricht der Papst seinen Schmerz über den gegenloärtigen furcht­baren Krieg und den Wunsch nach seiner baldigen Beendigung aus,

Märkte.

Gießen, 12. Sept, Marktbericht, Aut dem heutigen Wocheimiarkte kostete: Butter bar Plimd 1,101,20 Mt.: Hühner­eier 1 Stiirf 10 Psg., 2 Stück 00 Psq.: Enteneier 1 St. 10 Ptq.,

2 St. 00 Piq,: Gänseeier 1 St. 0-0 Psq 2 St. 00 Psq,; Käse

das Stück 1012 Psq, Kasematte 2 Stück 56 Psg.: Tauben da« Paar t,00-1,40 Mk., Hühner das Stück 1,503.00 Mk, Hahnen das Stück 1,50 - 3,00 Mk,, Enten da« Stück 3,004,0,, Mk Gänse das Ptd. 0000 Psg,; Welsche 45Mkg Ochsenfleisch das Psd. 3696 Psg,, Rindfleisch das Piund 90 94 Psq., Kuhfleisch 80 Pfg Schweine­fleisch das Vtnnd 70-8686 Psg,, Kalbfleisch das Ptd. 70-75 Psq., Hammelfleisch 1 Ptd. 7086 Psg,; Kartoffeln im Zentner 44,60 Mk., i,n Psund 0 Psg., Weißkraut das Stück 815 Psg.; Zwiebeln der Ztr.

12.00 15,00 Mk.: Milch da» Liter 22 Psq.: Aevtel der Zentner 815 Mk.: Birnen das Psund 815 Psg., Rüffe 100 Stück 60 Piq., Zwetschen der Zentner 710 Mk., Gurken 109 Stück

2.00 3,00 Mk., Bohnen 1 Psund 12 bis 15 Psg. Marktzeit von 8 bis 2 Uhr.

11 Äirchhain, 11 . Sept. Ter gestrige Sch weine markt war mit Ferkeln und Lausern gut besahren. Die Kauflust war je­

doch gering und die Preise waren niedrig. Saugserkel wurde» sür 1624 Mk. das Paar abgegeben,

FC. Frankfurt a. M., 10. Sept. Wegen der israelitischen Feiertage finden folgende B i e h >n a r kt s-B c r l e g n n g e » stau: Von Montag, den 2!» 9. aus Mittwoch, den 23. 9.; von Montag, de» 5. 10, ans Mittwoch, den 7, 10.; von Montag, de» 12. 10, ans Mittwoch, den 14.10. Ter Kälberhanptmarkl »nd zweite Rindermarkt findet tn diesen Wochen imverändci! Donnerstags statt.

tc. Wiesbaden, 10. Sept. Heu- »nd Stroh mar kt. Angesahren ivaren 19 Wagen Hen und Stroh. Man notierte. He»,enrs, höchster Preis 3,70 Mk,, niedrigster Preis 3,10 Mk., Durchschnittspreis 3,28Mk,: Stroh tRichtstroh) höchster Preis 2,00 Mk,, niedrigster 1,90 Mk,: Turchschnittsprsis 1,98 Alk, Krnmmstroh

höchster Preis 0,09 Mk niedrigster 0,00 Alk,; Tnrchsckmittsvreis 0,00 Mk. F r » ch tmarkt, Haler, neuer, höchster Preis 10,50 Mk,, niedrigster 10,25 Alk : Durchschnittspreis 10,46 Alk, Mir allen Haier wurde ein Durchschnittspreis von 11,80 Alk, erzielt, ANes für 50 Kilo,

FC. Wiesbaden. Vsehhof-Marktbericht vom II. Scvr, Austrieb: Rinder 96 lOchsen 13, Bullen 16, Kühe und Färsen 67,,

Kälber 99, Schate 22, Schweins 205.

Geschält: mtttel.

Ochs s t.

Voflfleischlqe, ausqemästete, höchsten Schlacht- wertes im Alter von 47 Jahren .... Tie noch nicht gezoaen haben lunaejochte) . . Junge, fleischige, nicht ausgemästetr »nd älter»

ausgemästet«............

Bulle ».

Bollfletschige, ansqen», höchsten Schlacht»». . . "oUfleischtg«, jünger« . . _........

Färsen. Kühe.

Voklfleischsqe ausgemästetr Färsen

Echlachtwertes.......

Dollfleischige anSgsmästet: Kühe

Schlachtwertes bi« zu 7 Jahren >

Wenig gut entwickelte Färsen. . .

Preis« für 100 Psd Lebend» Schlacht

gewicht

höchsten

höchsten

Kälber.

Mittlere Mast- und bcfte Saugkälber . . Geringere Mast- und gute Saugkälbrr . . .

«ringe Saugkälber..........

Schal».

Weidemastschas«

Mastlämmer und Masthamme! .... 44,50 Schweins, kollfleischtge Schweins von 80100 k? Lebend­gewicht ..............

Dollfleilchige Schweine unter 80 !cg Lebendgewicht Lollflcijchige Schweine von 100120 lr-Lebend­gewicht ..............

Dollfleischige Schweine von 120150 tz» Lebend­gewicht ..............

Fettschweme über 150 k? Lebendgewicht . .

Mst

5055 4852

Btt.

92-102

89-98

43-47

80-34

4348

37-42

7281

63-71

46-52

85-95

3744

4045 33-35

70-80

7785

63-68

6253 46-49 40 -45

87-94

77-82

67-76

-00,00

92-00

48« 49 47K-48

62 63 61 62

62-63

48 00 43-15

60-00

54-56

kirchliche Nachrichten«

Evangelische Gemeinde.

Sonntag, den 13. September, 14. nach Trinitatis.

Gottesdienst.

Zn der StadMrche.

Bormittags 8 Uhr: Psarrer 0. Schlosser.

Zugleich Ehrislenlehr« für die Neukonfirmierten an? der Matthäusgemeinde.

Vormittags 9/, Uhr: Professor D. Gtf.

Beichte und heiliges Abendmahl für Matthäus- und Markus gemeinde, Anmeldung vorher bei dem Psarrer jeder Gemeinde erbeten.

Normittags II M Uhr: Militärgottesdienst.

Psarrer Schwabe.

Nachmittags 2 Uhr: Kinderkirchc sür di« Markusgcmemde.

Psarrer Schwabe.

Zn der Zohannerkirche.

Dorniittags 8 Uhr: Psarrer B e ch t o l s h e i m e r.

Zugleich Christenlehre flir die Renkanfirmierte» aus der Lnkas- gememde.

Vormittags 9/, Uhr: Psarrer Anss«ld.

Vormittags 11 Uhr: Kinderkirchc flir di- Johannesgemeinde.

Pfarrer VI n § f c C b.

Abends 8 Uhr: Versammlung und Bibelbesprechima im Jvhannessaal.

Mittwoch, den 16. September, abends 8 Uhr: KriegSbctstunde.

Warrer Bechtolsheim er.

Nachnkunktigen Sonntag, den 20. September, findet im Hanpt- gottesdienst Beichte und heiliges Slbcndmahl sür die Lukas- »nd JohanneSgenieinde genicinsani statt. Anmeldungen dazu werden vorher bei dem Psarrer jeder Gemeinde erdeten.

Jeden Samstag zwischen 7nd 8 Uhr werden beide Kirchen geöffnet und darin bei Orgelspiel Gelegenheit zur stillen Andacht gegeben sein.

vibelkränzchen für Schüler höherer lehranstalten.

Für die jüngere Abteilung jede» Mittwoch von 67 ilhr. für die ältere Abteilung jeden SamStag von 67 Uhr im Iohannessaal vkbelkränzchen für Mädchen aus der Johannesgemeinde.

Jeden Dienstag von 8-7 Uhr im Johannessaal.

wartburg verein sviezftraff« fS).

Dienstag: Bibelstnnde. Donnerstag: Leseabend. Sonntag! Vortragsabend.

Katholische Gemeinde.

Gottesdienst.

Samstag, den 12, September:

Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte.

Sonntag, den 13.Sept,,.Sonntag n a ch P s in q st e n' Fest Mariae Geburt.

Bormittags von 67, Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beichte.

, um 7 Uhr: Tie erste Hb Meffe.

, um 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion.

, um 9 Uhr: Hochamt mit Predigt.

, um I I Uhr: Hl. Messe mit Predigt.

Nachmittags um 2 Uhr: Andacht mit Segen.

Sonntag, Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag und Samstag abend um 7 K Ubr ist Kriegs-Bittandacht.

viaspora-Gotterdienst.

In Grünberg um 924 Uhr.

In Hungen um 10 Uhr.

Zup Hauskup bei

Blasen-

Nieren

Gicht

Teiden

«»u«»wt dcii «giieft l FlascheWernarser Wasser" 3t» 4tm Kgl. Mineralbrunnen Brückenau.

Erhältlich in Mineralrvars&rhandlg a. Jtpothmkmn.

Amtlicher Teil.

Bekanntmachung.

Aus Grund des § 2 der Kaiserlichen Verordnung vom 31. Juli 1914, betreffend das Verbot der Ausfuhr und Dnrch-

juhr von Waffen, Munition, Pulver und Spreng, stoffen, sowie non anderen Artikeln des Kriegsbedarfs

und von Gegenständen, die zur Herstellung von Kricgsbedarfs- artikeln dienen, bringe ich hierdurch zur öffentlichen Kenntnis:

1, Unter das Verbot der Ausfuhr und Durch­fuhr fallen auch Jutegarne und Jutcgewebc,

2, Das Verbot der Aus- und Durchfuhr von Leder (Bekanntmacbungen des Reichskanzlers vom 1, und 7. Aug, 1014 Rcichsanzeiger Sonderausgabe _ vom 1. August »nt Nr, 184 vom 7. August 1914) wird beschränkt auf:

lohgares Oberleder I

lohgares Brandsohllcder ] für Militärschuhzeng,

lohgares Sohlleder I

lohgares Leder sür Geschirre und Ausrüstungsstücke, Transparentleder,

3, Das Verbot der Aus- und Durchfuhr von Gespinsten ans Wolle, von M i l i t ä r t u ch e n und von 2 ch w e f c l n a t r i u m Bekanntmachungen des Reichskanzlers vom l,, 20. und 31, August 1914 Reichsanzeiger Sonderaus­gabe vom 1, und Rcichsanzeiger vsm 21, und 31, August 1911 ) wird aufgcstvben.

Berlin, den 3, Septrinbrr 1911,

Der Slellvertreter des Reichskanzlers,

Delbrück,

Bekanntmachung.

Aul Grund des 8 2 der Kaiserlichen Verordnung vom 31, Juli 1914, betreffend das Verbot der Ausfuhr von Vcrptlc - gungs-, Streu - und Futtermitteln, bringe ich unter Aushebung der Bekanntmachungen vom 31, Juli und 1,, 3,, 7., 8. und 19. August 1914 <Reichsanzciger Nr, 178, 179, 180, 181, 185 und 194) hirrdurch zur öffentlichen Kenntnis, daß die fol­genden Gegen st ände unter das Verbot fallen: Roggen, Weizen und Spelz, Gerste, Hafer, Buchweizen, Mais, Malz, Reis, Hülsensrüchte: Mülicrcierzcngnisse aus Getreide, Reis und Hülsensrüchte, Haferflocken: Kindermehl: Raps, Rübsen, Erd­nüsse, Sesam, Leinsaat, Lcinniehl, Hanfsaat, Baumwollsamen, Sojabohnen, Palmkcrne und Kopra: Kartoffeln, Karioffelflockcn, Kartofselmehl: Zuckerrüben: Aüchengewachse lGemüse »nd eßbare Kräuter, Pilze. Wurzeln und dergl.) außer Kuoblmich, in irischem, getrocknetem, gedarrtem, gekochtem oder sonst konserviertem Zu­stand: Obst und Beeren, in frischem, getrocknetem, gedarrtem, ge­kochtem oder sonst konserviertem Zustand: Pslanzcniettc: Backwerk aller Art, einschließlich Keks und Zwieback: Teigwar-en; Katfec, Kakao, Schokolade, Tee: Kakaobutter: Kafseeersatzstoffe; Pfeffer: Zucker, Zuckerwerk, Starke: Hefe: Heu und sonstige Futtermittel aller ?lrt: Streu und Stroh: Branntwein und Spirikus, außer Likör, ?irrak, Rum, Kognak, Kirsch- und Zwctschgenwasscr: Mi­neralwasser: Säfte von Früchten und Pflanzen, auch mit Zucker und Sirup, auch weingeisthaltig,

Berlin, den 5. September 1914.

Der Stellvertreter des Reichskanzlers.

Delbrück,

Bekanntmachung.

Aut Grund des 8 2 der Kaiserlichen Verordnung vom 31, Juli d, I,, betreffend das Verbot der Ausfuhr von Tieren und tierischen Erzeugnissen, bringe ich hierdurch zur öffentlichen Kenntnis, daß außer den in der Bekanntmachung vom 31. Juli d, I, iReichsanzeiger Nr, 178) anfgeführlcn Gegen­ständen noch Eigelb unter das Verbot fällt,

Berlin, den 5, September 1914,

Der Stellvertreter des Reichskanzlers,

Delbrück,___

Aufruf!

Zur Formierung des Landsturm Ersatzbataillons Gießen iverden folgende Iahresklassen der Insonteric (nur gediente Leute) heranqezoqen:

1, Jahresklassen 1895. 1894, 1893, 1892, 1891:

2, Bon den Jahresklassen 1897 und 1896 diesenigen Leute, welche das 39, Lebensjahr vollendet haben.

Die Leute baben sich am Dienstag, den 15, September, nach­mittags 2 Uhr, auf dem Hose der Zeughirnskaserne zu stellen. Wollene Unterkleider und etwa im Besitz befindliche kriegs­brauchbare Fußbefleiduna ist mitzulTiingen,

Nickt rechtzeitige Gestellung gilt als Fahnenfkncht und wird nach den Kriegsgesetzen auf das Strengste bestraft,

Gießen, den 11. September 1914,

Großh, Bezirkskonrmaudo,

Naumann, Oberstleutnant und Bezirkskommandeur,

Letzte Nachrichten.

Aus Südafrika,

(WTB.) Kapstadt, 12, Sept, General Botha be» antragte im Parlament, den König zu ersuchen, dem König der Belgier die Bewunderung und das Mitgefühl sür das belgische Volk zum Ausdruck zu bringen, Botha erklärte so­dann, da das Reich sich im .Eriegszustande befinde, stehe auch Südafrika im Kriegszustände mit dem gemeinsamen Gegner.

Der belgische Kardinal Mercicr.

(WTB.) Köln a, Rh,. 11, Sept. (Nichtamtlich,) Di« Köln, Ztg," brachte in ihrer Nr, 1011 am Donnerstag eine Ausführung desCorriere della Sera", wonach der belgische Kardinal Mercicr sich in abfälliger Weise über die Deut­schen geäußert und sie als Barbaren bezeichnet habe. Hierzu schreibt Kardinal v, H a r t m a n n , Erzbischof von Köln, an dieKölnische Zeitung":

Ew, Hochwohlgeboren drängt eS mich betreffend den Artikel^ über den Kardinal Mercicr in Nr. 1011 derKölnischen Zeitung" eine Mitteilung zu madkn. Während seines kürzlich«« Aufent­haltes in Rom ist der Kardinal von einem Korrespondenten des Corriere della Sera" interviewt worden. Als das Interview ins der Zeitung erschien, hat der Herr Kardinal sofort auf das Ent­schiedenste b e st r i t t e n , sich so ausgesprochen zu haben, wie der Korrespondent deS Corriere es ihm in den Mund lege. In diesen, Sinne hat er auch sofort den preußischen Gesandten beim: Vatikan, als auch mich durch den Primas v, Stoltzingen aufllären lassen. Es sollte auch imCorriere della Sera" eine Berichtigung erscheinen, die dann imOsservatorc Romano" Ausnahme finden sollte, Ew, Hochwohlgeboren würde ich dankbar sein, wenn^ die vorstehende Mitteilung zur Steuer der Wahrheit in derKölnischen Zeitung" Verwendung linden würde. In ausgezeichneter Hoch­achtung Kardinal F, v, Hartmann, Erzbischof von Köln,

Mmpfi an der Grenze von Deutsch-Oftafrika.

Berlin, 11. Sept, (Nichtamtlich,) Nach englischen Nachrichten hat in der Nähe des Songweflusses an der Grenze von Deutsch-Oftafrika und Britisch-Njassaland zwischen deutschen und englischen Truppen ein Kanipf staltgefunden, wobei auf beiden Seiten mehrere Europäer ge­fallen seien, AuS der gleichen Quelle wird auch von Toten und Verwundeten in Kamerun berichtet. Eine amtliche Be­stätigung liegt bisher nicht vor,

Einschmelzung einer Zaren-Medaillc.

Berlin, 12, September, Prinz Heinrich von Preußen sandte, wie man demBerliner Lokal-Anzeiger" mitteilt, dem Reichsbankdirektorium eine wertvolle künst­lerische Zaren-Mcdaille zur Einschmelzung zu. Der Erlös soll dem Roten Kreuz zuslicßen. Vom Reichsban^ direktorium aufmerksam gemacht, daß die Medaille durch den Verkauf an einen Liebhaber doch bedeutend mehr er» geben würde, telegravhterte Prinz Heinrich kurzerhand zurück, daß er die E i n s ch m c l z u n g wünsche.