‘Sie Hauung oer Baltanstaaien.
K o n st a n t i n o p e l, 26. äug. An einer Besprechung der Krise des Ministers oes Innern Tataar Ben und des Kammerpräsidenten Halit Ben nach Sofia und Bukarest weist der „Dänin" mit lebhafter Bef r red;> gUna nuf den Empfang hin, den beide in-Soiia gefunden haben, Tie Fragen, die in Bukarest zur Verhandlung gelangt wären, seien von größter Bedeutung, da es sich ja nach Blättermeldungen um die Inselfrage handele,
W i e n, SU. Äug, Tie Mendblätter berichten über die in K o n st a n t i n o p e l, Bukarest und Tofpa herrschende Entrüstung wegen der unerhörten Sprache, welche, die russischen diplomatische n Vertreter gegenüber den dortigen leitenden Staats- männern führen, um sie zu bewegen, daß diese Länder sich Rußland anschließ.en, Tabei sollen deutliche Anspielungen aus das Los gehalten sein, daS Ltambuloiv getrosfen habe. Tie Blätter fügen hinzu, daß das brutale Vorgehen der russischen Vertreter selbstverständlich völlig erfolglos gechtiebe» sei,
Butarest, 25. Aug, .Honig Karl von Rumänien, der einige Tage unpäßlich war, ist wieder h e r g e st e l l t und.hat heute die türkischen und griechischen delegierten empfangen.
Acußcruugcu des spanischen Botschafters in Wien.
Wien, Lö, Aug. Ter hiesige spanische Botschafter erklärte in einem Gcnpräch mit einem Vertreter des „Neuen Wiener Abendblattes":
Vom Ausbruch eines Aufstandes in Paris sei ihm nichts bekannt, doch sei die Lage für Frankreich, für ch t b a r e r n st. Nach den über seoen Zweifel erhabenen Angaben des deutschen Generalslabes sei die französische Armee im Zentrum durchbrochen, und in der nächsten Zeit dürfte die deutsche Armee direkt a u.f Paris l o s m a r s chi e t e n. Ter Botschafter führte weiter u. a aus:
Dos große siegreiche deutsche Volk war immer für den Frieden beseelt. Wie grob und vornehm Deutschland die auswärtige Politik führt, daiür will icfc Ihnen einen Beleg bieten: Ich erinnere an dir Ka r o I i n e n s r a g e, Deutschland Halle die Inseln als res mrkliiis beiein und Spanien ovvonierie dagegen. Während ionst ein siegreiche.: Volk in einem solchen Falte ans Schwert Novit, hat Deutsclstanü die Sache dem Sänedsrichteramt des Papstes unterbreitet, wohl wissend, wie das Urteil ausialleir würde, Deutschland hat mit edler Geste vor Spanien den Hut gezogen, Ter Geist, der damals diese Haltung Deutschlands diktierte, ist bis
zum heutigen Tage der traditionelle Geist der deutschen Politik und der Geist vornebmster Großzügigkeit und vor alkni ehrlichster Friedensliebe gewesen. Wenn nun Deutschland jetzt mit Frankreich endgültig Abrechnung hält, so wird es sich nicht einen Frieden, sondern den' Frieden sichern,
'Zum Schluß, beionte der Botschafter, daß die Meldung einer auswärtigen Zeitung, in Spanien seien 5000 deutsche Gefangene interniert worden, eine Unmöglichkeit darstelle. Es sei möglich, ja wahrscheinlich, daß 5000 Deutsche und Oesterreicher aus Südfrankreich nach Spanien geflüchtet seien, aber von Gefangenen fei keine Rede, Er bitte, dies zu veröffentlichen.
Ein Bciramgcbct für den Sieg dcr deutsche» Waffe».
Ko n stan t i n o p e l, 26. Aug, Das Blatt „Karajenz", das in den mitileren und unteren Volksschichten sehr verbreitet ist, veröffentlicht ein Beiramgebet für den Sieg der deutschen Waffen.
Deutsche Bemühungen i» New?)ork.
Amsterdam, 26. Aug. „Telegraas" meldet ans London : Ter deutsche Botschafter Graf B e r n st o r f f ist gestern abend in New Port eingetrofsen, begleitet von dem wlaatssekretär a, T, Dr, Ternburg, Ein neues deutsches Rachrichtenbureau in New Hork veröffentlicht ein Interview mit dem Grafen Bernstorff. in dem dieser gegen den schändlichen Uebersall Deutschlands, sowie dagegen protestiert, daß England bei der gelben Rasse Hilfe sucht.
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Tic Organisation der Hilfstätigkeit für Bedürftige.
Die „Nordd, Allgem. Ztg." schreibt:
Wie vor hundert Jahren, da Preußen das Joch der Fremdherrschaft brach, io heul, da Deutschland gegen eine Welt in Waffen um sein Leben kämpft, regt sich mächtig in allen Kreisen 'des Volkes herzerhebender Okiersinn. Die nicht' mit in das Feld ziehen dürfen und auch die Angehörigen von Kriegern, die in der Lage sind zu geben, geben nach besten Kräften, Privatpersonen, Vereine und Kommunen wetteifern miteinander. Es ist zu erwarten, daß weiterhin die Freigebigkeit ivächsr in deni Maße, in dem die'Bedüritigkeit zunimmt. Die Hilisaklionen sind allgemein örtlich organisiert. Das müssen sie auch bleiben, da iid> nur örtlich mit Sicherheit beurteilen läßt, wo und in welchem Umfange es gilt, der Nollage der Angehörigen imO Hinterbliebenen unserer Krieger zu steuern. Immerhin aber wird «S Vorkommen, daß in einzelnen Orten mehr Mittel zur Verfügung 'stehen, als umnittetbar notwendig sind, mährend in anderen Orten ausreichende Mittel fehlen, Ta gilt es einen Ausgleich zu schaffen: entbehrliche Mittel müssen einer Zentralstelle zugeiührk und das Fehlen ausreichender Beträge muß dort angemeldet werden. Auf solche Weise kann ein Ueberschuß der besonders leistmigssähigeii Organisationen ,md kommmralen B"r- bände den bedüritigeii zugesührt werden. Eine solche Zentralstelle bildet das Ministerurm des Innern in Berlin, — Eine hochherzig: Sv«nde des Kaisers von 100000 Mark bildet den Grund noch für die in der Zentralstelle anzutammelnden Mittel, Für das Ministerium des Innern ist bei der Reichsbank ein Konto zur Unterstützung bedürftiger Frauen und Kinder der deutschen Wehrmänner eingerichtet worden. Diesem Konto werden gege benenfalls die überschießenden Beträge überwiesen, und es ist zu erwarten, daß ihm auch sonst von opferbereiten Vereinen und Privatpersonen reichlich Mittel zugehen werden, Tie großen wohltätigen Organisationen des Roten Kreuzes, des Vaterländischen FvauenverrinS. des Nationalen Frauendienstes und der unter dem Vorsitz, des Ministers des Innern gegründeten Nationalstistung .für die Hinterbliebenen der int Kriege Gefallenen sind der Zen tralstelle angesck-loiien, Ani diese Weite ist ein Zusammenarbeiten der gesamten freien Liebestätigkeit mit staatlicher Fürsorge gewährleistet und man darf baffen, daß nach den vorbanaenen und verfügbaren Mitteln in der Not überall und gleichmäßig gesteuert werden kann,
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Tic „Turkoö" Bet Altkirch.
Nach Meldungen der schweizerischen Blätter fand Miti-, woch, den 19, ds, Mts,, ein größeres Gefecht in der Gegend von Altkirch -Oberelsaß' statt. Bei Tagsdorf, und Umgebung stießen deutsche Truppen auf überlegene fran- zMche Streikkräfte mit starker Artillerie, Tie Deutschen hielten trotz starker Uebermacht lange aus und erfüllten so ihre Aufgabe, starke französische Kräfte feslziitegen, vortrefflich. Gegen Abend trafen lange Verwundetenzüge in jden Dörfern am Rhein ein, und kurz darauf folgten die ersten Gefangenentransporte, Die sundgauischen Dörfer sind pnit Verwundeten aus beiden Kriegslagern überfüllt, Schule, Wathaus, Kirche, Scheunen, alle irgendwie geeigneten Ge-
baulrchketten sind zu LaHaretlen umgewandett, Dl« deutschen Sanitätstruppen und das Rote Kreuz haben eine gewaltige Aufgabe zu erfüllen, lieber 100 Wagen an Verwundeten und Gefangenen, die von den deutschen Truppen gemacht wurden, wurden gegen den deutschen Rheru zu geführt, teils nach Leopoldshohe, teils nach Müllhemt und Lörrach, teils nach Mülhausen,
Heber die Kämpfe selbst wird der „Köln, Zeitung" noch berichtet:
„Ungemein heftig war der Hampi in der Umgegend der „T re i Häuser" und im H u n s b a dl c r t a [. Auf Len Höhen gegenüber von „Drei Häuser" batte die deutiche Artillerie vor dem Tors K a P p e t u'Aufstellung genommen, während die Franzosen von Altkirch über TagSdorf pordrangen in der Richtung gegen I e l t l n - gen. Hier wurde durch deutiche Artillerie die franzöitsche Infanterie, die zum großen Teil aus Zuaven bestand, zum Stehen gebracht. Das mörderische Artilterieseuer brachle den Franzosen starke Verluste bei und wart sie in regellose Flucht: namentlich die Zuaven sotten fürchterliche V e r t u st e erlitten haben. In der Gegend von Altkirch und Psirt entspann sich zwischen französischer und deutscher Reiterei ein heftiges Gefecht, das mit der Eesangennahme eines ganzen französischen Kavallerie-Regiments lei WaUighosen endete. Die Hauptmacht der französischen Truppen zog sich in her Richtung gegen Pfettersheim zurück, Tie Verwundeten lestätigten übereinstimmend, daß die deutschen Truppen sehr riet Gesangene machten. Aus Werenzhausen, südwestlich hinter Votkesberg, wird berichtet, daß dort drei Schwadronen a f r i f a * nischeIäger eine Attacke gegen eine deutsche Kompagnie ritten, l ie damit endete, daß die drei Schwadronen fast vollständig vernichtet wurden,"
Gut deutsch!
RcichStagsabg, Tr, Werner schreibt uns:
Die fremden Geschästsbezeichnungen, mit denen gedankenlose Ausländerei unsere herrliche spräche verunziert bat, werden setzt wohl allmählich abgeschossen wie feindliche Flieger, Wann fällt aber nunmehr auch in den Mtttel- und Kleinstädten das „Cafe" dem „Kaffee" oder „Kaffeehaus", zum Opfer? Berlin — man denke! — Berlin sogar hat sich darauf besonnen, daß es des deutschen Reiches Hauptstadt ist!
Wohlan! Tie Provinz hat ihm so manchen Schmarren vom „Puppchen" bis zum „Müden Theodor" nachgepfiffen, west alb ihm nicht auch mal in „Gut Teutsch!" nachtun?
Ein guter Anfang ist überall gemacht. Fort ist das „Grand Cafs de Russie", verschwunden das „Cass Franeais" usw. Nun heißt es, die Welle der deutschen Begeisterung über alles Undeutfche letten!
Tue ein jeder sein Teil dazu! Wir wollen keinen englischen Schnurrbart, keine „englischen" Stoffe, keine russischen Gummischuhe, keine französische Mode mehr! Wir Deutsche haben so Unendliches vollbracht, mit Hand und Köpf, mit Pflug und Schwert, daß die andern alle in unjerm Lichtkreis wandeln.
Sollte es uns sogar unmöglich sein, die fremden Fetzen am Königsmantel der Deutschheit endlich zu beseitigen?
Wann hören wir auf „Adieu!" oder besser „Adchec" zu sagen? Wann tpird es uns beifallen, daß wir neben „Guten Abend", „Guten Morgen" und „Gute Nacht" auch „Guten Tag" beim Auseinandergehen sagen können? Was will uns „Adchee"? Aber was sagt uns „Leb wohl" und „Grüß, Gott"? Ich glaube, jetzt wird und muß die Zeit kommen, wo wir uns anschicken, ganz deutsch zu werden, in Gedanken und Taten, und dem versinkenden Romanentum die letzten geliehenen Fetzen beschämt und doch innerlich befreit in den Abgrund nachzuschleudcrn. Heil dieser Stunde!
Ein Gießener Leser sendet uns noch folgende „Plauderei":
Man fragte mich, wie man die jetzt io viel genannte Festung Betson aussprechen müsse, man höre bäiser und bälior. Beide Aussprachen sind in Frankreich üblich. Aber wir wollen letzt lieber Bcljort sagen, Geben wir doch der Masse unserer Soldaten Reäst, die kein Französisch können. Wir wollen jetzt nicht prahlen mit unserem Französisch, das wir gelernt haben, Reden wrr letzt nach unserem Schnabel, Hofsentlich können wir sie übrigens bald als deutsche Festung mit der Uebersetzung „Schönburg" benennen,
Auä: die Aussprachen Numür und Namur liegen jetzt im Kampt miteinander. Wir wollen auch hier Namur tagen, wie es wohl die meisten tun, die setzt geholien haben, die Stadt in deutsch« Hände zu listigen, Also auch dieldeutsche Aussprach: bitte! Diese vertritt auch unser Landsmann Harmes, dessen Unterhaltung mit seinem Freund Schosch wir betausäzen konnten,
Hannes: Hast dus geheert, Schosch, der König von Betgie iS noch Amwerve gesticht,
Schosch: Tos mechi nix, mer packe'n am Uhr, (Wir packen ihn am Ohr,-
Hannes: Tos is sehon vorgestern gefalle, lEr meint Namur,)
Aus dem Reiche.
Meiningen, 25. August, DaS Hotmarschallamt tritt mit: Prinz Friedrich', der Bruder des Herzogs von soachsen- Memiugen und der Vater der Großherzogin von Sachsen, in am 23, August vor N a m u r durch einen Granatschuß getötet worden.
Halle a. d. S„ 26. Aug. Ter Verband reichstreuer mans- setdischer Berg- und Hüttenleute beschloß, 80000 Mark an die Fa- mitien der im Felde stehenden Kameraden zu zahlen.
Liccr und Flotte.
Stettin, 26, Aug, Tie „Ostseezeitung" meldet: Generaloberst von H e e r r n g e n hat das Eiserne Kreuz I. Klasse erhalten.
Aus Stadt und SanS»
Gießen, 27, August ln 14.
" V o i» Hofe. Im Aufträge der Groß h erzogt » ivohnte an, 25. d. M. der Oberstallineistec Freiherr Riedesel zu Eisen Vach dem int Tome zu Mainz abgehaltene» Pontifikcil-Reguiein bei.
** Auszug aus der B e r l u st l i st e. Inf.-Regt. Nr. 112: Musk Otto Eckert aus Rödelherm bei Frankfurt n, M. tot. — Musi. Ferd, Reiß aus Rettigheim l, verw.
Musk, Kart Atzert aus Frankfurt a, M„ vermißt. - Vizefetdw, d. R, Ernst Schuchhardt aus Hasset verw. — Ll. d, R. Friedr. Henl aus Gunderuhausen bei Tieburg verw.
- Lt, d, R. Otto Weit II. aus Hleeberg, Kr. Usingen, verw, Vizefetdw, d, R, Wilh. Justus aus Tarrnstadt verw,
- Unteroff, Otto Keßler aus Lffenb-ach Tillkreis) tot,
** T i e Zahl der leichtverwundeten 1 16er. Nach uns gewordener Mitteilung schätzt man die Zahl der leicht verwundete» Soldaten des Kaiser-Wilhetm-Regiments. die in Gießen und Marburg untergebracht find, aus 360—380. Unser Regiment hat zweifellos starke Verluste erlilcu, doch muß man erst die oiiizietle Veriusttiste abwarten. Iedensalls sind alle Gerüchte, l ie in der Stadt umlaufen, übertrieben. Es ist unverantwortlich, Namen von Offizieren, die geiallen sein sollen, zu nennen, ohne daß man dies von amtlicher Stelle erfahren. In mehreren Fällen haben die Erkundigungen bei den Familien ergeben, daß die Tot- gesagten gesund und munter sind.
" Patriotischer O V t e r f i n n. Gritern nanö am Jttoif»» Hof-Dorp.'atz ein Mütterchen aus Kurhesien, als gerade einige leicht' Verwundere ankamen und ins Lazarett geschafft ^wurden Mit trauendem Auge erzählte die Frau, sie habe fünf Söhne, die ins Feld gezogen seien, sie bitte täglich den lieben Gott, er tolle es gnädig machen und ihr doch wenigstens eines von ihren Kindern gekund zurückkehren lassen Tie anderen vier, wenn es sein müsse, wolle sie ja Airs Vaterland Igei » '. ergeben.
_ ' " Von der Handelskammer wird uns folgendes geschrieben: Im gegenwärtigen Zeitpunkte iverden an die Zahlungs- krast des Kaufmanns und Gewerbetreibenden außerordentliche Aniorderungen gestellt, Tie zur Versorgung der Bevölkerung notwendigen Warenbezüge mütsen jetzt von den Geichäitstreiben- den bar oder sogar im voraus bezahlt werden: dies ist ihnen aber nur dann möglich,, wenn ihnen ihre Ausstände beglichen werden, ES ergeht deshalb t» Sonderbeit an die demstkelteii Kreise dev Bevüllerung die dringende Bitte, die Waren nach Möglichkeit gegen bar emzukausen und alle Rechnungen obre Zögern zu bezahlen, damit der Hausmann und der Gewerbetreibende in dieser schweren Zeit in den Stand gesetzt werden, ihren eigenen Verpflichtungen vollständig und vünitjich nachzukommen,
** T er Feldpostdien st. Das Wolff-Bureau oeröfseutticht iolgende^ Mitteilung des Generalauartiermeisters v. Stein: Tem Generalslab gehen zahtreickre Zuschrfflen zu, deren Verfasser sich über verspätete Zustellung von F e t 0 p o st s e n d u n g e n an ihre im Felde stehenden Angehiriqeii oder von diesen nach der Heimat beklagen, Ter Grund kür die e verspätete Zusendung bestand in den einschränkenden Maßnahmen der Obersten Heeres- leilung, die im Interesse der Verschleierung unserer Absichten unbedingt ^geboten waren, Tas siegreiche Vorgehen aui unserer ganze» Front bat zetzt die Möglichkeit geschaffen, alle Beschränkungen fallen zu lassen, Tie Fel ,post wird von nun an mit der gleichen Regelmäßigkeit und Schnelliglei: arbeiten, die in den früheren Feldzügen allgemeine Anerkennung gesunden haben,
"Tie Bücherei k i Verwundete nimmt dankbar auch Spiele e,»liegen <To»>uio, Tauieubret!, Halma u. dgl,, keine Karten), Äbzugebe» in der ltniverkitäl zwischen N und I llhr,
" E i» e S i e g e S t r o v h ä e in ffiennü eines Settengeivehres, schvie ein Jninmerie-dtelrtiosi, d e ei» beinscher ÜIrtillerist bei dem ÖJcfei - £:t_ am 2 J . d. iBi. einem Belgier tm Getechl abnahi», wurde heute au! uiiserer Redaktion vornezeigt. Das Seitengewehr ist im Besitz eines Inefiqen Geschä»Si»a»„es.
** Tie schwarzen Kameraden der Franzosen. Ein Leser schreib! uns: Unter den 960 hier dürchgekommenen französischen Gefangenen sollen sich aiicki T u r k o s befunden haben. Ein Zug mit vielen solcher schwarzen Gesellen in osscncn Frachtwagen hielt auch 1870 hier an. Wer sie gesehen hat mit ihren affenartigen Bewegungen, grinsenden Gesichtern und gefletschten Zähnen, muß ries bedauern, daß auch jetzt wieder unser Heer mit diesem Gesindel sich befassen muß. Doch liegt auch ein Trost darin: Völker, die nur gestützt aus derartige Genossen sich retten zu köimeu glauben, sind schon innerlich erschüttert durch das schwächende Bewußtsein ihrer eigenen Unzulänglichkett, Sie sind schon halb verloren durch den lähmenden Zweifel an ihrer eigenen Bolkskraft, Seitens Frankreichs schimmerte solches Bangen auch durch die sofort nach der Besitznahme von Marokko össenkiich dargeleglc Berechnung, daß in einem künftigen Kriege noch einige Hunderttausend Marokkaner den Deutschen enlgegengesührt werden könnten, — Mit England steht es in dieser Hinsicht kaum besser. Es kann uns nur Söldner cnkgegcnstcllen. Zudem bat cs die Untkrstüpung der gelben Japaner gesucht und gesunden. Beiden, England und Frankreich, fehlen die sittlichen Werte, die in unerschütterlicher Zuversicht auch bei mißliche» Zwi- schenfällen den schließlichcu Erfolg mitvcrbürgen. Frankreich hatte 1870 große Erivartungcn genährt von der natürlichen Wildheit dcr Turkos, Zuaven u. a. und ihrem Furcht und Schrecken bringenden Hansen im Feindesland. Nun, hiervor wird uns auch diesmal unser braves Heer bewähren, zo widerwärtig ihnr auch der Kampf mit den schwärzen Kameraden dcr Franzosen sein mag. Möchte es das letzte Mal sein, daß in einem europäischen Kriege wilde farbige Horden gegen gebildete Weiße geführt werden. Wenn man übrigens unserer Feinde scheinheilige Heuchelei und hinterlistiges Gebaren, sowie die vor den verwerflichsten Miv- tcln und niederträchtigsten Machenschaften nicht zurückschreckende schrankenlose Selbstsucht sich vorhält und hinblickt auf ihre schwarzen und gelben Kampfgenossen, so wird man an das Sprichwort erinnert: „Gleich und gleich gesellt sich gern."
Landkreis Gießen.
kl, Lollar. 27. Aug, Tie in der hiesigen Gemeinde vorgenommene Sammlung für das „Rote Kreuz" erreichte den ansehnlichen Betrag von 3068 Mk. Gewiß ein Utes Zeichen von dem Opfersinn dcr Bürger, — Bei einer urch die kiesige Gendarmerie wird der Orispolizeibehörde vorgenommenen Revision in den Bäckereien wurden eine große Anzahl Laib Brote cingezogen, die ein Mindergewicht bis zu 10 Proz, hatten. Das Brot wurde der Bürgermeisterei zur Verteilung an die Armen zur Verfügung gestellt.
** Trais-Horloff, 27, Aug, Die Gewerkschaft Friedrich in Huirgen teilt mit Bezug aui die in Nr, 196 des „G. A." vom 25. d. Mts. enthalleiide Notiz mit, daß es nicht wahr sei, daß der Gruben und Fabrikb'etrieb durch die Mobilmachung eingestellt war. Der Abraumbetrieb mußte durch die Mobilmachung eingestellt werden, konnte auch bisher wegen Mangel an Personal noch nicht wieder auigenommen werken,
-7 B e l l e r S t> e i in. 25. A»g. Wie ü erat!, jo t,erriet» aurh hier e ne rege Tätigkeit kür das Rote Kreuz. Atäscbe» und Frauen kommen zusgiilmen, um »Mir der stell»»» »nserer Tekanatt- schwesier Binden »ud andere 6>ebra» i sgegenüände fiii bie Krieger im Felde »ud Ii>r Verwundete herznnelle». Riucer lammeln-Kehren ani een adgeerntele» Äeckern, deren Ertrag kür das Rote Kreuz bestimmt tu. Tie » ekdsai»»it»»g lieferte die Stimme von 553 Mk. v't Big, ivoz» noch die Tellerlanim.tniige» in der Kirche komme» mit bis jetzt 115 Mk. 15 Pig. Auch eine größere Anzahl Llriänvke wurde gej.iientt.
d. H ungen, 26. Aug. Die Gewerkschaft Friedrich hat ihre sänitlichen zum Heeresdienst einberuienen Leute, 70 Mann bei der Hessischen HriegSverffcherung durch Einzahlung eines Anteilscheines von je 10 Mark versichert.
KrciS Lmiterbäch. h. H erb st c i n , 23. Aug, Ein Unfall, der immer wieder mahnt, mit Schußwaffen nicht leichtfertig unizargehen, ereignete sich in einer hiesigen Wirtschaft. Ein aus Crainfeld stamniendcr junger Mann zeigte einem Mctzgerburschen seinen scharf geladenen Revolver, den er beim Bahn- lawachungsdienst mit sich fübrtc. .Hierbei entlud sich die Lasse und die Kugel drang dem Metzgerburschen in das Beist.
Kreis Fricvbcrg.
L, Friedberg, 25. Aug, Tie Stadtverwaltung beabsichtigt, die Angehörigen unserer Fetdiruppen zu unter- stützen, — Den Eigentümern von verkauften Pferden sollen morgen mittag die Gelder ausgezahlt iverden.
r. Butzbach, 26. Aug, Gestern abend gegen 6 Uhr l rach in der Hofreite des Wagners Sauer Feuer aus. Eine Scheune nebst Stall und Werkstatt wurde eingeäschert, Starkcuburg ititD Nhci»kirsst<t rm, Darmstadt, 26, Aug. Tot ausgeffmden wurde heute nackn gegen l Uhr kurzZiaraus, als er sich iiiedergeleak hatte, der prakiiiche Arzt Tr, H, Schmitt in Arheiigen. Wie rotr erfahren, [am die Frau, mit der er seit zwei Jahren verheiratet ist,


