versteh»'» lernen, was in den lueiftn Worten Schillers liegt: „Wer besitzt, der lerne verlieren, wer im Glück isb, lerne de» Schmerz."
•* Auszug aus der B e r l u st l i st e, Ins.-Regt. Nr. 99: 6. Komp.: Untoffz Heinrich Ehelins aus Tarmstadl, verm. Ins.-Regt. Nr. 119: 5. Komp.: Otto Eckert aus Frankfurt a. M Rödelheim, tot. — Ferdinand Reiß aus Retlig- heim, K'rei» Wiesbaden, leicht verwundet 3. Komp: Karl Astert ans Frankfurt a. M., verm Inf.-Regt. Nr. 113: 4. Komp.: Bizefeldw. d. R. Karl Pfanmnüller aus Mainz, verwundet. 9. Komp: Bizefeldw. Emil Älefelo aus Tarmstadl, verwundet. 10. Komp.: Bizefeldw. d R. Wilhelm Justus aus Tarmstadt, verwundet Fäger-Regt. zu Pferoe Nr 12: 3. Eskadron: Johannes Becker aus Mornshausen, KTers Wiesbaden, tot. Feldart.-Regt. Nr. 06: 2. Batterie: Bizefeldw. d. R. Heinrich Stilling aus Frankfurt a. M, schwer verwundet, Kopfschuß.
** Kriegsfürsorge. 500 Familien, deren Ernährer in den Kamps fürs Vaterland gezogen, haben sich in der Stadl Gießen als unter st ützungsbedürftig an die Bürgermeisterei gewandt. N>ur ganz wenige Gesuche, bei denen ein Bedürfnis nicht nachgewiesen war. konnten nicht berücksichtigt werden, zumal man bei der Willfahrung der Gesuche weitgehend entgegengekommen ist.
** Mäuner-Turnvereim. Bon den seitherigen Vorstandsmitgliedern ist mehr als die Hälfte zu den Fahnen einderufen worden. In einer am Montag abend statlgehab- ten Vorstandssitzung wurde deshalb beschlossen, den Vorstand durch mehrere« ältere Mitglieder zu ergänzen. Die Leitung des Vereins wurde dem Rechner C. Lang übertragen, der darin von den Turnern A. Bindewald und Gg. Kling unler- stüsti werden wird. Aus dem Bereinsvermögen wurden 100 Mark dem hiesigen Fonds für Liebesgaben überwiesen. Bemerkt sei noclz, daß etwa 70 Mitglieder des Vereins ins Feld gezogen sind.
"Ucberfahrcnnndgetötct wurde gestern nachmittag 1 Uhr der Hilfsweichenstellier I. Siegel aus Fronhausen a. d. Lahn im hiesigen Gütcrbahnhot Er war mit Schmieren einer Weiche beschäftigt und hat anscheinend einen vom Rangierberg ablausenden Wagen nicht bemerkt. Siegel hinterläßt Frau und Kinder.
*' Zusa m m e n st o ß. Gestern mittag stieß ein die Süd-Anlage herauffakrendeS Auto mit einem aus der Goethestraße kommenden Radfahrer zusammen. Der Radfahrer fiel zur Seite und kam mit dem Schrecken und einigen Hautabschürfungen davon, was alsbald von den Insassen des Autos durch persönlichen Besuch sesigestellt wurde. Das Fahrrad dagegen wurde vernichtet.
Kreis Schotten.
-st Lardenbach, 25. Aug. In unserer «Leinetude mit zirka 350 Seele» gingen für da» !K o t e Sir eit j bei der Kirchenksllekte 127 Mit. und bei der HauSkollekte 810 Alk.. jnt, 737 Alt., ein.
(g) Unter-Seibertenrod, 24. Aug. Die in hiesiger 324 Seelen zählenden Gemeinde veranstaltete Sammlung fürs Rot« KKeuz ergab den Betrag von 500 Mark, und die in dem gestrigen Abendgotlesdienst zum Besten verwundeter hiesiger Krieger erhobene Kollekte betrug 48 Mark.
Kreis Frievbcrg.
§ Bad-Nauheim, 25. Aug. Heute irüb besuchte die Großherzogin unsere Stadt, um das Konitzkvslisr zu bestch- tigen. das als Bereinslazarett des Roten .Kreuzes eingerichtet ist und 120 Verwundete ausnehmen tami. Auch ein Reservelazarett, das niedrere hundert Verwundete faßt, ist am hiesigen Platze. Die Räumlichkeiten dafür bieten das Militärkurhaus und benachbarte Villen. — Die noch anwesenden amerikanischen Kurgäste, die in finanzieller und uwralischer Hinsicht der deuischen Sache auch hier die größten Sympathien eritgegengedracht haben, verlassen zumeist morgen mit einem nach Holland gehenden Sonderzug unsere Badestadt. Dü' noch hier verbleibenden ausländischen Kurgäste sind überwiegend Rnssen und Polen, von denen viele in der ersten Mobilmachungswoche aus Wiesbaden, Neuenahr und anderen Badeorten des Rheirrlanbes erst nach hier gekommen sind. Zahlreiche ^polnische und galizische Kurgäste bekennen ihre deutsch-sreundlichc Stellung.
Starkcnburg unD Rveiiihcssra. rat. Darmstadt, 25. Slug. Der Bor stand des Verbandes der öffentlichen Sparkassen im Großherzogtum Hessen hielt gestern hier eine Sistung ab, an der auch Vcö- treter der Ministeriell des Innern nnd der Finanzen teil- nahmen Außer anderen Fragen über die Aufgabe» der öfsentlichen Sparkassen gerade in der festigen Zeit wurde auch die fitwntfVieUc enöowfcfimg der Sparkassen in bei, Mobrlmachungstaocn behandelt. Eme Umfrage bei den öffentlichen ^rarkasscn, die dem Verband« angehören (von 34 sind es 33), hat ergeben, daß in der Zeit vom l. bis 19. August bei sechs Kasse» die Rückzahlungen von neuen Einzahlungen über troffen wurden und baß bei 18 .Klassen der Einlagebestaud unverändert oder doch unwesentlich geändert ist und daß bei sieben Kassen die 'Abhebungen die Einzahlungen überholten. Eine besondere Bedeutung ist dieser letzteren Erscheinung nicht beizuniessen. Es handelte sich nämlich bei diesen sieben Kassen in der Hauptsache um Whebwsgen, die von kleineren Sparern gemacht werden mußten, um damit unmittelbare Lebensmittelbedürsnisse zu bestreiten. Diese sieben Kassen stellen Ende 1912 einen Ernlaaebesband von rund 134 Miltziouen Mark dar, ein Betrag, dem gegenüber die 1,4 Millionen Mark, die jetzt abgc- hoben sind, nicht in Betracht kommen. Das Vertrauen, das die Bevölkerung in die öffentlichen Sparkassen hat, ist also glänzend gerechtfertigt.
Aus Rheiuhessen, 24. Aug. Das Geschäft auf den Obstmärkten Rheinhesse ns ist in den lestten Tagen lebhafter geworden. Die Nachfrage ist nunmehr, nachdem der Güterverkehr auf der Eisenbahn, wenigstens zum Teil, ausgenommen worden ist, gestiegen. Mit der verstärkten Nachfrage sind auch die Preise etwas in die Höhe gegangen. Im allgemeinen ist das Obst bei der sehr reichen Ernte immer >wch billiger als in den Vorjahren. Dieser Umstand wird von den Konservenfabriken in großer Masse ausgenustt, die größere Mengen als sonst einkauseu.
Kreis Wetzlar.
-d Wißmar, 25. A»g. Der Gesangverein .Germania' beschloß, dem Solen Stenj die Summe von 100 Mt. j» über- weisen. Ferner werde» jedem von den Dlitgl eben,, welche am Kriege teilnehmen, 5 Mk. -»geschickt.
Hessen-Nassau, si Marburg. 25. Aug. Im nahen Dono Bürgeln geriet ein 'Mann bei der Arbeit an der Dreschmaschine zwischen die Strohpresse und wurde totgedrückl. Er hinterläßt eine Frau mit drei Kindern.
ss Marburg, 25. Aug. Oberbürgermeister Troje hat die ihm neben seinem Gehalte zustehenden 1000 Mk. Repräsenlations- gelder der Kriegsfür sorge überwiesen.
h. Frankfurt a. M., 25. Aug. Im Bürgerhospital stürzre sich die 23,ährige Schneiderin Johanna Tauchnitz aus einem Fenster des dritten Stockwerkes in den Garren. Sic war sosori tot.
sc. Wiesbaden, 24. Aug. Bor einiger Zeit etablierte sich in Wiesbaden eine Bank unter der schwungvollen Bezeichnung „Rheinische Bank". Ihr stand als „Bankdirektor" ein
Herr Suwald vor, der als Hauptgeschäft die Vermittlung von Darlehen in der üblichen Form übernahm. Ta die Tum- men nie alle werden, blühte sein Geschäft recht gut. Darlehen vermittelte er zwar keine, strich aber bedeutende Summen für Bearbeitung von Tarlehensanträgen ein. Wegen Betrugs in mehreren Fällen nahm das Gericht heute den „Bankdirek- lvr" in 10 Monate Gefängnis. Ter Handlungsgehilfe Laak, der in dem Bankgeschäft tätig war und den Schwindel kannte, kam mit drei Monaten Gefängnis davon.
Gicßcner Strafkammer.
Gießen, den 25. August 1914.
Bier Monate Gefängnis erhielt der Auslauser Heinrich P. zu Gießen wegen Blutschande.
Zwei Monale Gefängnis erhielt der Schäler E. in Bös-Gesäß lPr./ wegen intell. Urfuttben* iälsckiung. Er hatte ein Frauenzimmer, mit dem er einige Zeit in Gießen zusammen hauste, als seine Ehefrau ausgegeben und veranlaßt, daß ein von dieser geborenes Kind als eheliches Kind in das Slandesamtsregister eingetragen wurde. Tie Frauensperson, eine Russin, die weder lesen noch schreiben kann, mußte freigesprochen werden, weil das Gericht annahm, daß ihr die Rechtswidrigkeit ihres Verhaltens nicht bewußt war.
Zwei Monate und zwei Wochen Gefängnis erhielt der noch jugendliche Wilhelm Ludwig D. aus Vilbel wegen Verbrechens gegen ß 176 Zisf. 3 des St. G. B. _
®crict)iijaaL
Die Sekte der heiligen ,'hn Jungfrauen.
~ Lüneburg, 23. August.
Seit längerer Zeit treibt in der näheren und weiteren Umgegend eine rockte ihr Unwesen, die sich die „Tickte der heiligen zehn Jungfrauen" nennt. Sie wurde von einem veligiösen Fanatiker gegründet, der seine „Lehre" aus mißverstandne Bibelstellenj stützte. Ten Begründer, einen Mann namens Timm, hat übrigens sein Schicksal schon erreicht. Er ist wegen gemeingefährlicher Geisteskrankheit auf Lebenszeit in einer Heilanstalt interniert. Seine 'Anhänger sind aber eifrig an der Arbeit, die Sekte weiter zu verbreiten. In ihrem Propagandaeiser ichrecken sie sogar vor gesetzwidrigen Handlungen nicdt zurück. Sie erscheinen während des Gottesdienstes in den Kirchen, predigen taut ihre Lehre und stören auf diese Weise empsindlich die gottesdienstlichen Handlnn- gen, wenn sich nicht sofort einige handfeste Leute finden, die di« sonderbaren Schwärmer aus der Kirche an die frische Lust befördern. Anläßlich dieses Verhaltens sind schon mehrfach Strasprozesse gegen Anhänger der Sekte eingeleitei worden, die aber meist mit einem blauen 'Auge, das heißt mit einer Geldstrafe davonkamen, weil das Gericht die Leute für nichk ganz zurechnungsfähig hielt. Neuerdings haben die Anhänger der Sekte ihr seltsames Benehmen auch im Gerichtssaal an den Tag gelegt. Vor der hiesigen Ferienstrafkammer batten sich zwei Slrbeiier und ein Dienstmädchen wegen Störung des Gottesdienstes, begangen in Kirchen der Umgegend, zu verantworten. Als der Vorsitzende mit der Vernehmung der 'Angeklagten beginnen wollte, warfen sich diese zum großen Erstaunen des Gerichtshofes aui den Fußboden und singen an zu beten. Stuf die Frage des Vorsitzenden, was das bedeuten solle, erklärten die Angeklagten, bei ihnen wib.'de jede Handlung mit Gebet begonnen. Aber damit nicht genug. 'Auch im Zuhörer- raum ging das Beten los. Dort saßen sechs Anhänger der Angeklagten, die zu deren geistlicher Unterstützung mitgekommen warm. Cs war dem Vorsitzenden zunächst unmögtütt sich Gehör zn verschärfen, und so blieb ihm nichts werter übrig, als dm Zuhörerraum von den „Gläubigen" räumm zu lassen, was dem Gerichts- biencr nur nach längerem Widerstand der vier Frauen und zwei Männer gelang. Tie versuchten immer wieder in den Saal zu dringen, wo inzwischen die Vernehmung der Angeklagten vor sich ging. Sie gaben offen die ihnen zur Last gelegten Straftaten zu, erklärten aber, nicht anders handeln zu können, sie hättm die Mission, die „Irrgläubigen" zum rechten Glaudm zurückzusüh- ren. — Der Staatsanwalt sah dre ^ache nicht harmlos an und beantragte gegen die Angeklagten Geiängnisslrasen von neun bzw. sechs Monaten. Dem Gerichtshof kämm aber angesichts des sonderbaren Verhallens der Angeklagten und auch ihrer Slnhängerschast im Zuhörerranm doch Zweifel, ob er es mit zurechnungsfähigen Menschen zu tun habe, die sich der Tragweite ihrer Handlungen bewußt seien. Es wurde dader beschlossen, die Verhandlung zunächst auszusetzen und die Angeklagten einer öffentlichen Anstalt zu überweisen, wo sie durch Lachoerständige auf ihren Geisteszustand hip untersucht werden sollm.
Tie Marktpreise sür Vieh und Frucht und Lic Gießeuer Fleisch- und Brotpreise
am 24. Slugiist 1914.
Echlachtviehpreise in Frank! n rt a. Al.
Fteischpreis« in «Liegen
Ochseil
Kälber
Eebiveine
50 Kg. Schlachtgewicht 70—110 Mk.
Kg. Schlachtgw. 50 78 Li. . . .. 59—64j
Kg. 38-08 tzip
'/. . 84—88 . ’/, . 70-06 .
Cetreidepreis« in Nlannheiin
Brotpreise in «Ließ! ,
'Wetzen 1U0 Kg. 00.00- 00.';0 -Mk. Roggen 100 Sin. 00.00-00.00 3311.
Weißbrot 2 .Kg. 6s üi|, Schwarzbrot 2 Stg. 54 Mg.
Meteorologische Beobachtungen der Station Eichen.
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Höchste Temperatur am 24.-25. August 191t = -s- 24,5" s. Niedrigste . . 24.-25. . 1914 = ^ 0,5'.
Niederschlag 0,0 m.
Verantwortlich für den gesamten redaktionellen Teil: Aug. Go etz.
Amtlicher Teil.
Achtung!
Aufruf der Gardemainischaftcn
Alle Unterosfizicre und Mannschasim des Be urlau bienst and es der Garde-Jnianterie, Garde-Jäger und -Säpltzen, Gardc-Maschinmgewehrtruvve», Garde-Kavallerie, Garde-Feld- artillerie, Garde-Fußartillerie, Gardc-Train und Garde-Pioniere, die eine Kriegsbeorderung nicht mehr i» Hände» haben, erhallen hierdurch dm Befehl, sich sofort, spätestens aber bis zum 29. August 1914 beim zuständigen Bezirksscldwebel persönlich zu melden.
Umerlassung dieser Meldung wird nach dm Kriegsgesetzeu be straft.
Es in sofortige Einstellung angeordne! worden. Teu Triipp.n- »il «fahren die Leute beim Bezirksseldwebel.
Gießen, dm 25. Augun 1914.
Großherzogliehes Bezirkskommando.
'Naumann.
Lberftlmtnam und Bezirkskommandeur.
Bekanntmachung.
SNaschinm- und Hüllmingenicure. welche bereit smd, in den Dienst der technischen Institute der Artillerie zu trelm, werden ersucht, sich umgebend beim Großh. Bezirkskommando Gießen unter Vorlage ihr« Militär und sonssigcn Papiere schriftlich oder mündlich zu melden.
Gießen, dm 24. August 1914
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
Or. U s i n ger. _
Bekanntmachung.
Betr.: Hessische Kriegsversichcrung.
Bon vielen Setten wurde bei Eintritt der Mobilmachung angeregt, dm ins Feld ziehenden Soldaten zu enrofelblen, die Mitgliedschaft bei ihrer seitherigen Krantenkasse zu erhalten, und gleich-- zeittg wurden die Arbeitgeber aufgefordert. die Beiträge sür die Erhaltung der Mitgliedschaft bei den Krankenkassen sür die Dauer des Kriegs für ihre Kriegsdienst leistenden Arbeiter zu zahlm. Eine solche Maßnahme hak icdoch nur Wert bei den verschwindend wenigen Kassen, die seither Familienunterstützung gewährlm und diese auch während des Krieges beibehalten. '
Aus dieser Erwägung heraus haben die beiden Krankenkassenverbände im Großherzogiunk Hessen im Einvemehmm mit dem Großherzoglichen Oberversichernngsamt Darmstadt beschlossen, eineHes fische Kriegsversichcrung auf Gegenseitigkeit für den Krieg 1914 ins Leben treten z u l a s s e n. i
Diese Kriegsversicherung wird dm Hinterbliebenen gefallmer oder verstorbmer Soldaten (§ 1 des Gesetzes vom 28. Februar 18881 für die gelösten 'Anteilscheine eine größere Fürsorge bieten, und ersuchen wir alles Nähere aus dem Merkblatt zu ersehen. Dieses Mertblat! ist ln grünen Plakaten bei den örtlichen Melde- und Zahlstellen der .Krankenkassen des Kreises vorrätig. Die Einzahlung der 'Anteilscheine erfolgt auch bei diesm Melde- und Zahlstcllm, sowie bei den Krankenkassen selbst.
Der Oberbürgermeister zu Gießm und die Großh. Bürger- meistereim der Landgemeindm des Streifes werdm angewiesen, die Bekanntmachung mehrmals ortsüblich zu verösientlichen, ebenso auch die bei dm Krankenkassen und dm örtlichen Perwattungs- stellm dieser Kassen vorhandenen grünen Plakate an öffentlichen Ptätzm auszuhängcn.
Gießen, dm 25. August 1914.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
I. P : Welcker.
Bekanntmachung.
Das Königlich« Proviantamt in Hanau kaust iwch altm Hafer. Interessenten werden hieraus mit dem Bemerken aufmerksam ge- macht, daß Angebote dem genannten Amt sofort zuzusenden sind.
Die Großh. Bürgermeistereien haben dies ortsüblich bekannt zu geben.
Gießen, den 23. Slugust 1914.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
I. B.: H e m m e r d c.
Bekanntmachung.
B c t r.: 'Maßregeln gegen die Maul- und Klauenseuche.
Wir bringen tzur allgemeinen Kenntnis, daß aus Gnurd der im „Reichsonzeiger" verössmtlichtm Nachweisung über dm Stand der Maul- und Klauenseuche!vom 15. d. 'Mts. als verseucht zu geltm haben:
1. Im Großherzogmm die Bezirke Starkmburg, Oberhesten und Rheinhessen.
2. Im Reichsgebiet die Bezirke Königsberg, Gumbinnen, Allenstein, 'Danzig, Mariemverder, Stadtkr. Berlm, Potsdam, Frauksnrt. Stetttn, Köslin, Posen, 'Bromberg, Breslau. Liegnitz, Oppeln, Ntagdebnrg, Mesieburg, Schleswig, Hannover, Hildesbüm, Lüneburg, Stade, 'Münster, Slrnsberg, Kassel, Wiesbaden, Düsseldorf, Köln, Slachen, Oberbaoem, Niederbayem, Pfalz, Mittel- fraiikm, Unterfranken, lAchmabm, Dresdm. Leipzig. Chemnitz. Jagsckreis, Donaukreis, Mecklmburg-Schwerin, Sachsen-Weimar, Mecklenburg-Streiltz. Lübeck i. Oldenburg, Branusämeig, Anhalt, Sckwarzburg-Sondershausm, Lübeck,-Hamburg, Lothringen.
Gießen, dm 25, Slugust 1914,
Großherzogliches Kreisamt Gießen,
I, 'S.: Hemmcrde,
Jrrrrgdelltschlarrd-Burrd.
Au die deutsche Jugend.
Mit inniger Freude habe ich aus alten Teilen dcZ Reichs die Nachricht erhalten, daß die Iungmannschaften unseres Bundes sich durch ihr ivackeres Verhalten, ihr braves tüchtiges Zugreifen bei Erntearbeiten und Hilfslcisrungen jeder Art, durch ihre Manneszucht und Ordnung die höchste Slnerkennung erworben haben.
Ich spreche Ihnen allen meincii herzlichen Dank und meine 'Anerkennnng dafür ans, Ihr Verhalten beweist mir, daß die durch die Lehren des Bundes gestreute Saat kräftig aiifgegaugeu ist und in der Zukunft reiche Früchte tragen wird, iit der, wie ich hosse, sich die gesamte deutsche Jugend ohne Ausnahme im großen Jnrigdeutschland-Bunde zusam- menfinden wird.
Ich glaube nicht nötig z>l haben, unsere Iungmannschaft an das Ausharreil in den begonnenen Hilfsleistungen zu mahneil. Sie wissen ja, daß es unser Grundsatz bei allen Hebungen war, nientals ein angefanaencS Werk unvollendet zu lassen. Das wird sich jetzt bewähren.
Vorwärts also deutsche Jungmannschast! Ein jeder von euch Me seine Pflicht fürs Vaterland, für unsereil geliebten Kaiser nnd sein Relch, gleichgültig, an welchen Plast der einzelne gestellt wird.
Während der Tauer des Krieges tritt unser Buird vor- iibergehend in die allgemeine Neuordinnng der Jugendkräfte über, die in nächster Zeit von höherer Stelle ans getroffen werden wird.
In ih-r sollen die älteren Klassen vom 16, Lebensjahre aufwärts eine 'Ausbildung erhalten, durch welche sie nn- mittelbarer als bisher für den Kriegsdienst vorbereitet
werden.
Jungdentschland hat sich früh an den Gedanken gewöhnt, ur Berteidigirng des Vaterlandes beriifen zu fein Jetzt ieht es dies schneller, als .wir alle dachten, erfüllt. Es freue sich dessen und setze alle Kräfte ein. sich dieser Bestimmung wert zn zeigen!
Es sei, wenn cs zu den Jahnen berufen wird, wie unser Gesetz es befiehlt: „unerschrocken und tapfer, weil sein Herz es nicht anders kann. Es bekänlpfe jede Slnwvnülung von Furcht und Grauen oder 2ck)wäche als seiner nicht würdig. Es trage Ungemach und Beschwerde mit Gleichmut; es bewahre Ruhe in der Gefahr, es achte die Ehre höher als das Leben!"
Unser Vaterland ist schwer bedroht. Seine Feinde wollen es nicht nur schwächen, sondern zerstückeln und vernichten. Slber seine tapfere Kriegsmacht wird cs retten, zum Liege führen und seinen Ruhm erhöhe». Iungdeutschland l ilst dabei mit. Es glaubt fest an Deutschlands Zukunft und ist entschlossen, ihr unter seines .Kaisers glorreicher Führung Gut und Leben zu opfern.
Glück auf, deutsche Juilgmannsckxist — ans Werk! Erfülle deine Pflicht.
Eha r l o t t e nb u r g, den 1l. August 1914
Freiherr v. der Goltz. Generalfelbmarschall,
1, Vorsitzender des Bundes „Iungdeutschland".


