Nr. M
Zweites Blatt
164. Jahrgang
Erschein! täglich mit Ausnahme des Sonntags.
Tie „Sietzencr Zamtliendlötter" werden dem .Anzeiger' viermal ivölticnllich bciqelcgt, LaS „itrcisdiaN ffir den Kreis Kietzen" zweimal
wöchcntlrch. Die „LandwirUchattlichen Seit-
sragen" erscheinen monailich zwennal.
Sicherer Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
Mittwoch. 26. August j9t4
Rotationsdruck »iid Verlag der Drühl'ichen Universums - Buch- und Sieindrucicrel.
R. Lange, Gießen.
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul, slraße 7. Expedition und Verlag: Redaktion:112. Tcl.-Adr.:AnzeigerGießen.
Der Rechtsbruch von Tanger.
Einen „Bölkerrechtsbruch, wie er in der Geschichte ärger kaum oorgekommen sein dürste", nannte schon die erste ami liche Mitteilung die Perireibung des deutschen Geschäftsträgers aus Marokko, Haben uniere Marokko Deulichen auch im Frieden bisher etwas anderes an der Nordküste Attikas erfahren als Rechtsbrüche? Erinnert man sich noch der "Affäre des geöffneten Postiacks iür den Kreuzer „Berlin"? Unsere Landsleute tn Marokko brachten damals den gewun denen Äuiklärungen Frartkreichs über die Wahrung des Briefgeheimnisses durch französische Behörden nur Miss trauen und Skepsis entgegen, ivie sich zeigte, mit vollem Recht. Tic Postsackqeschichle spielte noch unter der Herrschaft des Älgecirasvcrtrages. Aber unter der Geltung unseres Ma rokkovertrages vom 4. November 1911 wurde es nicht besser. Teurschland erkannte das Protektorat Frankreichs über Marokko an. sollte dafür vandrlssreiheil und die diplomatischen glaranrien bezüglich Tangers erhallen Zwistigkeiten sollte dadurch vorqebeugt sein, dag alle aus der Auslegung oder Ausführung des Vertrages KrrvorqeKenden Meinung» Verschiedenheiten dem schiedsgerichtshos im Haag vor '.»lege» feie». Welche Ironie! Man dachte sich nach dem Marokko Opfer Teutichland aus dem Bereich nordafrikani scher Streitigkeiten ausgeschaltet. Wie stolz ivar unsere Tivlo malie daraus, daß sie trotz der französischen Okkupation des Landes so herrlich für die Neutralität in Tanger und für die Sicherheit der dortigen Deutschen gesorgt habe. Alle jene angeblichen Früchte schwerer politischer Arbeit er weisen sich jetzt als taube Nüsse. Ter Vertrag, der uns Garantien. natürlich auch bei kriegerischen Kvnflikten unter dem Schutze des Büllerrechts geben sollte, ist heute ein zerrissenes und zersetztes Stück Papier, für die „ritterlichen" Fran- .zosen ein Gegenstand höhnischen Lächelns. Unter dem Schutze der Geschupmundunge» von Gibraltar drüben her glauben sie, un» auch dieses Papier in Tanger vor die Füße werfen zu können. Ungerochen wird auch diese Freveltat nicht blei- de», und ineiin die Strlnde kommt, unsere Rechnung dafür zu präsentieren, wird auch noch über manches andere zu rede» sein, «vas seit drei Jahren in Marokko vor sich ging.. Mit den skrupellosesten Mitteln haben die Franzosen entgegen dem Volkerbrauch und dem verbrieiien Recht den deutschen Einsluß i» Maroklo zurückgedräugt und unser Ansehen in de» Auge» der Eingeborene» herabgesetzt. Sic suchten und saude» überall Wege, den Marokkanern klarzuniachen, das; Frankreich nun alleiniger Herr im Lande sei und daß ein Entgegenkommen den Deutschen gegenüber Nachteil? zur Folge habe, die der Araber mit Recht scheute. Tie willkommen dük Gelegenheit, das deutsche Anieheu in Marokko bei de» Eingeborene» zu untergrabe», bol das Schutzgenoijen- verhäll:>>s Teutiche Semiaras und "AWcxtieUitcn wurden aus alle mögliche Weise schikaniert und vergewaltigt: man gab ihnen aui unziveideutigc Weise zu verstcheii, daß sie durch de» deutschen Sctmtz nur Sckierereien und Unannehmlich- keile» hätte», das; sic eine bessere Behandlung nur nach Aufgabe dieses SchutzverhältnisseS enoarte» könnten. Tie osizziellen Gründe für die Maßregelungen wurden natürlich aus ein anderes Gebiet gelegt, der Hinweis aus das Schädliche des deutschen Schutzverhältnisses wurde unter der Hand gemacht Bcscluverden der Deutschen hallen daher wenig festen Boden, und den Eingeborenen imirde ans diese Weise immer wieder ad oculos demonstriert, wie wenig die Deut- icke» in der Lage seien, die Interesse« ihrer Sckmtzdesob lenen zn schützen. Tie Folge davon war natürlich ein allmähliches Ahuelmien des deutschen Einflusses, nnd die Krone ist jener „friedlichen" Tätigkeit der Franzosen nun ansgesetzt durch die brutale und rechtsbrecherische Kriegsmaß
nal.me der Ausweisung der deutschen Gesandtschaft aus Maroklo.
Hatte» wir bisher nur über indirekte Verletzungen unseres Novemberverrrages von lstll und über die Abmachungen der Algeciraslonierenz zu tlagen, so liegt jetzt ei» offener und direkter Bruch teS inicriialioualen Äbtom mcns vor. Vielleicht erinnert sieb die französische Regierung dock, noch des Artikel» -t unseres Marokiooertrages, worin sie versprach, unverbrüchlich an dem Grundsatz her Handelsfreiheit und diplomatische» Neutralität in Marokko festzuhalten und fiir die Verhinderung jeder uuterschied- lict e» Behandlung von Angehörigen der verschieden«; Mächte cinzutrele». Und enthalte» denn die Artikel.'»,6, 7 und ei etivas anderes als die Garantien des Grundslutzes der offenen Tür im Friede» sowohl als auch im .Kriege Frankreichs mit einer der in Tanger neutralisierten Nationen? Gewiß har das marokkauisch-scherifischc Reich insolge des Prokcktoratsvertragcs mit Frankreich als unabhängiges Staatswcscn aufgehön, io daß loir es nicht mehr mit einem Sultan von Marokko zu tu» haben, wenn mir die Garantie des Völkerrechts fordern, aber das Frankreich von Tanger ist etwas anderes als das Frankreich von Paris. In Tanger lral Frankreich internationale Verpslicki-- iilngcn. Es Hai diese gröblich verletzt, und mir werden Genugtuung dafür nehmen im Interesse der Völkergerech« tigkeil und zur Sühne unseres eigenen mit Füßen getretenen Rechtsempfindens.
Nancy.
Wer mit de», Lricnterpreß von Paris nach Straß- burg reist, erreicht als letzte französische Station vor dem Ziel: Nauen. Wer aber, wie wir, von Straßburg nach Pari» will, für de» ist Nauen die erste Station, bei der er Halt inacht. Und es lohnt sich, dort Hall zu machen Bei der Zentralisation Frankreichs haben es die Provinzstüdte sehr jchiver, gegen Paris aufzükommeu und sich eine» gewissen :Rut als Sehenswürdigkeit zu verschaffen. Naue» ist eine der wenigen französischen Städte, tie mehr als eine Lokalberühmtbeir sind.
O'est la ville aux fiers capitaines,
Nancy, qui vovait autrefois Flotter les bannieres hautaines Des ses ducs, plus grands que des rois.
Mit solch hochtrabenden Versen ist die. einzige Hauptstadt des Herzogs von Lothringen gefeiert ivorde» Dieser lothringische Herzog, der eigentlich ei» polnischer König war, Stanislas Leszinski, der Schwiegervater des Sonnenkönigs, hat der Stadl den Stempel auigedriicki. Als König von Pole»,, wen» mich als vertriebener, hat er Ranen das übrigens im Volksniund de» gutbeutjcheu Ranien Na n zig führt, und daher für spätere siwiegtztieoerdickuer als wun derschöner Reim auf Danzig zu empfehle» ist), mit ganz ähnlichen Bauwerken geschmückt, wie der andere König von Polen. August der Ztarlö, seine Residenz Dresden. Wenn Nian die „Place Stanislas", in deren Mitte ein reich vergoldete» Standbild des Polenkönigs steht, umgebe» von schönen Gebäuden im Barockstil, geschmuckl mil vergoldete» Gittern und beschützt von Neptun und Aniphitrile, die ihr feuchtes Element in kunstvolle Fontänen sprudeln lassen, betritt, dann denkt man unw-illkürlich an Dresden und die Umgebung des Zwinger», ".Acht nur die Aehnlichkeit der Gebäude, sondern auch die grüne Patina erinnert daran. Aber sonst ist Nancy im Vergleich zu Dresden eine kleine Provinzialstadl. Ter Präfekt und der Divisionstomman- deur vermögen die Hofhaltung eines Königs oder Herzogs nicht zu ersetzen. — Für den Fremden, der Ranch besucht, ist am schönsten der öffentlickte Park, der, ähnlich wie der von
Sanssouci, mit vielen crllegoräsckten Plastiken geschnrurkt ist, und der auch ein großes Standbild des größten lothrrirqt« scheu Malers. Claude Lorrain, enthält. Es hebt sich weiß und geheimnisvoll ab von den uralten Bäumen, die aus- sehen, als hatte er selbst sie gemalt.
Für uns ak'er kommt es jetzt auf die Scizönheit Nauens iveniger an Wir denken daran, was es uns 1S70 gewesen ist, nick» nur zn Anfang des Kriege», sondern bis zulepi: ein Stützpunkt unserer /tanzen Feldintendantur. imd die Zentralgarniso» inr unsere Okkupationsarmee, nach dem Wanenstillstaiid bis zum Friedensschluß Hier ivurde damals der erste Geburtstag des neue» Kaisers ani 22 . März mit einer großen Parade gefeiert, anj dem Platze Stanislaus. so daß der König von Polen von seinem Postament an» zniehen tonnte. Herabblicktc ans diese Parade auch das Rathau» mit der stolzen Devise:
„Non inultus premoe ' die man in Ranch frei übersetzt:
„Qu, s’v frotte, s’,\ pique".
Wir haben uns schon einmal ungestraft an dieser Stadt gerieben, nur werde» auch ein zweites Mal mit ihr fertig zu werden wissen. oß.
Au» Stadt und tan».
Gießen, 2(5. August 1914. Trinker-Fürsorge st elle lür Stabt unb Landkreis Äleßen, Gießen "Asterweg 9. Sprechstunde jede» Donnersiag abend 6 bis
7'/, Uhr. .
"Ihre König!. Hoheit die Frau Groß herz ogi.n mit Gefolge besuchten gestern eine Reihe der zur Anfnahni» von Verwundeten getroffenen Einrichtungen. Im Garitison- Lazarctt unterhielt sich die Großherzogin in herzlicher Weise mit den Veriviindeten.
** SiegeSfreude und Znrückhaltu » g. Herr »irchenrat O. Schlosser schreibt uns mit der Bitte um Abdruck:
Sic haben in Ihrem gestrigen Leitartikel beanstandet, daß die herrlichen Siege in Lothringen nick» mit Läuten der Glocken gefeiert ivorde» sind. Auch von aiideren ist im» mündlich und icktriftlicb daran» ein Bvnours gemacht worben, Heute ivürdc dieser Vvnvuri wohl kaum wiederholt werde». Heule ivird ma» es wohl bester versteh,'», daß diese Zurückhaltung nickst aus Mangel an begeistertem Mitempfinden, sonder» aus einer bcrcckstiglcii Bin digiiiig des tiefen Ernstes der Lage beruhte. Selbst, wenn nickst den Siegesnachrichlen ans dem Weste» hie ernite» Milkeilimgni des Generalquarhermeiftcrs au» dem Osten gefolgt wären, die uns einen Eindruck davon geben, daß selbst ein so großer Sieg, wie der in Lothringen, noch keine sichere Entscheidung briugl. genügte iür das Ciiivsinden vieler die Tatsache, daß unser Regiment beteiligt war. »iid daß zahlreiche Familien in gualvvller Svaiinung an das Schicksal ihrer "Angehörigen dacksten, zn dem Wunsch, da« Große, das wir erlebt Italien, mit stillem Taiil z» ieicrn. Wer. wie ich, die Schrecken der Schlack» ans dem Jahre 1870 ans eigener Anschauung kennt, der hat gerade dafür ein starkes Mitempsindeu. Es haben mir heute verschiedene Betrofsene gesagt, sie dättei, das Siegessäulen nicht ertragen können. Ilebrigens hnt, da solche» Läuten nickt eine ausschließliche kirchliche Angelegenheit ist, sondern eine des Volkes ohne Unterschied, »ach meinem Dafürhalten der Herr Oberbürgermeister dabei ein Wort mitzureden. Und er war gleichfalls der Meinung, daß es geraten sei, inst dem Ausdruck unserer Siegessreude iwck, beickzeiden zurück zultzüten. In vorzüglicher Hochachtung lh Schlosser.
Wir haben volles Verständnis für diese Auffassung nnd haben in de: envähnlen Artikel amt; nicht beanstanden wollen, daß die Glocken nicht geläutet ivvrden sind. Wir wollte» nur der nn» übermittelten Einiendung Rccharuiig tragen und die errungene» Siege in ihrer vollen Beden« tnng würdigen. Die Hauptsache ist, daß die ganze Bevölkerung mit dem Herzen bei all den großen imd ernsten Geschehnissen ist, und wir sind überzeugt, daß beute alle
3m Jlrtenncripalöc.
Unwiderstehlich dringe» unsere siegreichen Truvveii von Luxem bürg und Belgien in Rordostsrankreick» ein: zwischen Longw» und Mnudeiige rücken sie durch den Ardeniierivatd vor. Wo immer man. von Rordonen kommend, das iranzösil'che Ardeimengebict betritt, überall gelangi man auf ein Geißel emsigster Arbeit: gewaltige Fabrikschtote recken sicki hier i» den Fliißtäler» emvor: ungezählte Hochöfen hetenckne» »achis mit ihrem roien Scheine die Bcrgioäl der, in zahllosen E,se» und Staklwerkei, glühen die Feuer und packten die Hämmer, Schieiiensträiiqc bedecken i» Form enger Rehe die Täler, und dickste Rauchioolken verschleiern die Landschaft. Longw». von wo aus die ? riippendesdeut scheu « ton Prinzen ke» Feind vor sich beria,,en. ist einer der Knolenvunkie dieses ivicknigsten Sladlgcdietes ganz Frankreichs. Edemals waren hier Felder: irrt mehr als vier Jahrzehnten habe» sie den Gru den, Gießereien-und Fabriken Play niacbe» müssen: ans allen um gebniden Länder» find Arbeiter zugeströmt, so daß das Land seit dem einen ga», ««deren Charakter bekommen bat: ganz neue Ar- beiterdorscr sind un, Longwy herum und südwärts bis nach Brie» — es bandelt i'ich hier um ein einheitliches Minengeliet — ent staube» Bei Longw» mündet ein Bergbach in die Cliiers: die Orlichait selbst liegt auf einem Hügel, der das Flußial deberricht. Etwas weiter ilutiab liegt Lang » non, ei» Handelsplatz, an der Mündung eines Bergstromes, in dessen Tat die Eisenbad» nach Luxemburg iüre Schienensträuge hat. und »och weiter flnftab, aui einer Halbinsel, die von dem engen Bandc der CdierS umstost'cn wird, die Festung M ontmed», die alle Haiivtstati der Graten von Ehinv und der He> zöge vom Luxemburg. Hoch oben aui dem Berge liegt Oder Med», die Festungsanlage: llntcr-
M ö b y, die Wohiistadi von der aus man aui einem Zickzackwege die hohe Festung erreich!, ist ein winziger Ort. der eigentlich nur au» einer Toppeire,de von Häuser» besteht. Als Punkl an der Eiienbadiistrecke Paris Luxemburg spielt Monimödu aber eine ge wr'se Rolle 1 >70 und vorder ISlo ist der Ort übrigens belagert worden, Tie Einers entfernt sich dann von der Grenz«: sie er- gießi bald ihre Wasser in die Maas, und die vereinigten Flüise durchströmen dann das Schlachtfeld von Sedan glorreichen An gedenkens.
Ern langer, spitzer Zipfel des französische» Ardeiinengedreles rcuzt dem wiiidmtgsreichen Lauie der Maa 'vtgeiid in? belgische Land dinein. Bei MeziöreS betritt der Fluß das Gebiet der Ardemien, um erü bei G, r e l Frankreichs Boden i» verlassen. Tie Berge der Ardennen drucken den drciien Ftulätau' zusammen: wo das Waster durch d. ' Berge ström!, und wieder überall Hoch öicn und andere Inpuftrieanlrgeu Tie'er Zipfel wird auch von der Eiienrnüustrie beherrichi. allein hier werden nnd: ürienschienen, Stablbarren nnd ähnliche grobe Tmgc bergesteUl. sondern cs ist das Reich der ..Ouintaillerles", wo de." Hunden,' und Aberhundene von eisernen Gebraucksgegetrständen des täglichen Lebens erzeugl werden. MeziöreS, der Kern .eurer ausgedehnten Lstadr. dte crus
verschtcdcnen einzelnen Ortschaften zusammengetvachsen ist, liegt mit ihren Festungswerken am rechten User des Flußiales. Tie alten Walle iiitd freilich zerstört, aber aui de» Hügeln find BaNerieiz üufgevilanzt. Tie Vcnzc und dio Sormonnc vermischen hier ihre Wasser mit denen der Maas. Hier liegen Mohon und Eharleville,' hier liegen weitere Vorstädte von Meziöres, und alle stehen ttti Ttenste der Eisenindustrie. Meziöres hak in der Vergangenheit eine bedeutende Rolle geipiell: löül Iropte hier Banard dem Angtifke Karls V.: auch 181.'» und 1870 ist die Stadl belagert worden. Ein weiterer Hauvlorl dieses Eisengebictes ist 9,'ou-zon an der Mün- dung der (Rinteltc in dir Maas. Ter Rebensluß schneidet tie> in die Berge ein, und unterhalb seiner Mündung wird die Maas icknltbar. Üeberall begleiten rauchige Ortschaften dir Ftuftuser; viele kleine Dörfer liegen an e-.'n Uiern, in den Krümmun gen und Sckilingcn, kleine Bergilüsie münden zahlreich in den Fluß, rei-a'ndc Oucrtäler gliedern sich deni Längstale an, imd an einer Stelle treten die Felsen so dich! zu'ämmen, als sei der Weg über- lauvt venverrl: hier ist die „Klivve der vier Hainnonskinder", von den.-n die sagentaue iöeick lchke aus der Feit Karls des Großen er. -äblt. Fast überall ist die Industrie auch in die Querräler ciiigr- drungen. Dem Lauf des 2 e in o v , der, von der luxeiiibutgiichen Grenze kommend, fick von der rechlen Seile in die Maas ergießl, dal sie bereits drei KUomctcr des llnterlauies abgewonne». Weiter oberhalb abr, ist das romantische Flustal noch» von der Fndiistric unberührt geblieben Bei Fuman erreick i die Maas das Nandrtsch wallonische Gebiet: hier beginnt das Patois von Lüttich und Namur ;u I errfchen. aber nacki bis töi v et bleibt die Maas iranzösisch. In der Spihe des Zipiels ist ein? Festung an der Ltelle errichtet, wo kbentats Karl 1. seine Veneidigungsiverckc autgeführl hatte. Diese Werke von Cborlemeni sollen rin Eindringen in das Maas- tal verhindern.
Als die Grenze zwischen Frankreich und de» Riederlanden neu gezogen ivurde. teilte man östlich der Sainbre die Ouellen und die Oberläufe der Bergwäiser den Riederlanden zu, uird io »ich dwir heute noch betgücki: in der Gegend westlich von dem Zipfel von Givet äst die belgrich-iranzösiichc Grenze nur an irenigcn schmalen Stellen letckn zu uberickreilca. De Oise bar ihre Quelle aus belgischem Boden, ebenso die große Heloe, die kleine Helvc und dte Lvlrc emsvrtngen gerade aui der Grenze, und die kleinen Festungen, die die Holländer angelegt haben, . fl. in Marienburg, Philtovvüle, Cbtmav, One, dte vor 1789 sian« zöstsch waren, geböten heule zu Belgien Tic iranzönschc Militär- lüeranir bcchauvtel, die Grarnr sei über kaum nur durch sechs „Locker' Trouös zugänglich Dies sind von Osten nach Westen nnd Norden« der Paß von Rocroi, der Amor Paß, der Paß von Eppe-Sauvagc, der Solre le-Cboteau-Paß. eer Trelon-Paß und der Paß von Leauinrmt. Aus belgischem tztebieie i'tnd die Berg- wäner. dac durch diese .Löcher" tlreßen, meisrcirs eng und an den Ufern unwegiam. und erst da. tvo sic den Boden der Picardte erreichen, verbreu,-rn sie sich. Meistens siegen sie muten im Wald, und nur bet Reeroi und Dmrr sind Wielen und bei Beau-
mont uatd Eoiisolre sind Aecker. Der Laats der Tambre dageqett ist ein beguemeres Einiallswr von Belgien nach Frankreich. Allein gleich hinter der belgischen Grenze sperr« Mau beuge, eine seit 1870 modern ausgebaule Festung, den Zugang. Maubeuge, ein Mitlelvunkl des Industriegebietes im Sambretal. IiWl innnUen von Hügeln und Wäldern. Anstelle der Festungswerke von Vmiba» siich auf allen Hügeln in der Runde ForlS errichtet, die das Land rings im Umfreue von 30 Kilometern beherrschen sollen.
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— WagneralsThrtaeus Wenn mich die Musen während des Krieges ineist schweigen, so ist doch schon seit des Thr- taeus Zeilen maiiches Kunstwerk geeignet, am Eriolg des stneges mihzuarbeitcn. Daß gerade Wagner, «etzl unser internationallter Komponist, in einem seiner irühen Werke in Musik und Text der -kimmung unserer Tage Ausdruck gegeben hak. dessen denk« «nan in Tcntschlaiiv gewiß nicht: aber im Ausland Irat man dergleichen schon lange einv'unde». Der sianzösische Komponist Camille Saint Taöns soll bei Anbören des „Lohengrin" wahrend des 3. Aktes ausgeruien haben: „Wenn ick» diesen Auszug des Hcerbomies los cor» saxons höre, diese hämmernden Triolen, so ist es nt», als vernehme ich das Stampjcii der vreußischen Bataillone" Und Hingen nicht auch im Teil gleich zu Anfang die Worte des Königs wie für unsere Zeit gejorochen:
Mit ivildem Drohen rüstet sich der Feind,
Run ist es Zeit, des Reiches Ehr" zu ivahren: ob Ost, ob West, das gelte allen gleich"
Was deulicbcs Land heißt, stelle Kammesicharen, dann schmäht wohl niemand mehr das Deutsche Reick!
Finden nichi in leden, Herzen heute die schönen Worte Widerhall, die der König zum Schluß nift:
Wie iuhl' ich stolz mein Herz entbrannt, lind' ich in ledeni deutichen Land io kräsiig reichen Hecrverband!
Run soll de« Reicktes Feind sich nah», wir wollen iap>er ihn empiahn: aus seinem öden Ost daher, soll er sich nimmer wagen mehr!^
Für deutsches Land das deutsche Schwert?
So sei des llteiches Kratt bewächk!
Wenn eine im Overnbaus der „Lodengrm" gesptell würde, so würde zweneljos das Publikum die Aklualrtu oer^ Stelle schnell und mit Begeisterung auinehmen Ente andere Stelle, die o», und leider auch bet uns im Opernsim«.-. gestrickten «mrd, wurde cdentalls wie ein Schwur des ganzen Volkes ,-n»ßtinden werden: „Rach Deutschland soll noch in fernsten Tagen des Ostens Horden siegreich niutmer zieh»!"
Wenn Wagner heute noch . Re. er hr-te «oahrltch das Zeug zuak Tyrtaeus unserer Tage, er. der in der „Walküre" aus gerufen hat: „Wo kühne Kräfte fuh regen, da rat ich offen zum Krreg."


