Ausgabe 
25.8.1914
 
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Nr. M

Zweites Blatt

W. Jahrgang

Erscheint täglich mit Ausnahme deS Sonntags.

Die .Gießen« Lamilitadlätter" werden dem »Anzeiger- viermal wöchentlich beigelegt, das KceisUatl ffir den «reis Sietzen" zweimal wöchentlich. Tierandwirlschaftlichen Seft-

fragen" erscheinen monatlich zweimal.

Gießener Anzeiger

Seneral-Anzeiger für Oberhessen

Dienstag. 25. August

Rotationsdruck und Derlag der Brühl'schen UniverfitäiS - Bnch- und Slemdruckerei. R. Lange, Gießen.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- srraße 7. Expedition und Verlag: ey®61. Redaktion: ^8 8112. Tel.-AdruAnzcigcrGießen.

Mahnungen und Ratschläge in ernster Zeit.

Der earg er e V or fta n d des Bun des der LanL- mixte bittet uns um Ausnahme nachstehender Aussütz--

^Lcht nur von uitseren militärischen Emruhtungen. sondern auch von der emheiinischen Landwrnichati erwart« das Deutsche Volt un gegenwärtigen Kriege den restlos zu führenden Betähi gungsnacktzmns. Kriegsbereitschaft und landn trtt'lda'lliche Produk- nonskraN haben manche Berührungspunkte. Die nur von um'erem herrlichen Leer und unserer krätrig aufstrebenden Flotte die Ein­setzung aller Kräfte nicht nur in den Vorgefechten und ersten schlachten, sondern im ganzen Verlaut des uns ansgrdrunMnen Wajsenganges erwarten. !o verlangen wir von der deutschen Vieh- zackst, deren erfolgreiche Bemühungen zur stetigen Erhöhung un­serer Viehstapcl gerade in jüngster Zeit wiederholt die verdiente Auerkennung gesunden haben, eine nicht nur diesen <oowm« und »erbst, sondern auch das gesamte kommende Winterhalbjahr be deut«>de Ähistrcngung Keine W i r l s ch as t s m aßn a d m e n sür den Augenblick, sondern weitschanende Bc- rechn-nn-g!

In einzelneu ,Fällen mag die plötzliche Mobrlmochung mil der sür nur zu viele Betriebe emptindlüden Eiuztrhung der kriegs rüchttgeir 2hbeilt Iräftc in bestimmte, namentlich i» die unerwartet ihres Lesers deraubien Höie vorübergebend Niedergeschlagenheit getragen und in planlosem Verlaut schlachkunreisen Viehs des Rindviehs mie der Schweine Ausdruck gesunden baden Würde »ich scdoch dir vorzeitige Abstoßung des Viehs mehren oder gar -zur Regel werden, so könnte das mil der Gesamtheit der Verbraucher auch die Masse der Viehzüchter später mir als schweren Rachteil buchen Ein vorübergehendes Ueberangebot an Schlack» vieh toüthe die Viehpreiie vielleich! zeitweilig um ein geringes Herabdrücken, ohne indes die üurchschiiilllichen Fl ci sch preise der Grvßstück« irgendwie ermäßigend zu beeinflussen, In einigen Wonätlm aber, wen» nicht schon in einigen Wochen würde sich der durchaus gu vermeidende fetzige Verlaus zu leichter Deere iu Viebknappheil und Fleisckteueruiig rächen. Mehr denn ie ist in den gegen,oariiqen Wochen und im lammenden Winterhalbjahr aut die Sleligkeil unserer Fleischvrr sorgung der entscheidende Werl zu lcgni, und der Weg.zu diesem unerläßlichen .siel tüdrl nicht über eine vorzeitige Ver­äußern n g s ch l a ch I u n r e i i e n Viehs, sondern über eine zur völligen Schlachtreife durchgeiüdrte Mast. Wie sicki emr spätere künstliche Zurückhaltung zur Schlachtung bestimmten Vieh- zu Zwecken einer unnatürlichen Preissteigerung mit der landwirtschaftlichen Beruisehre und den rakerländischcn Interessen nicht vertragen.würde, so verbietet der Vorteil des Viehzüchters ebenso wie die schuldige Rücksicht au» die Verbraucher auch dos 1 «ocn iw und wahrlich unbesonnene Verkaufen schlachtunreiser Schweine oder des Rindviehs, besonders der zur Aufzucht geeignelen Kälber Ob in diesen kriegerischen Zecken m-nnensivertc Mengen vou Vieh und Fleisch vom neutralen Ausland eingeführl werden können, stelii noch dahin Am besten rechnen wir i eben falls mit der Wabrstdeinlichkcu, daß der inländische Fleiiäibcdart ausschließ­lich von der heimischen Viehzucht gedeckt werden muß Darum heißt es mil den vorhandenen Viehstapeln hauszuhallen und alles vi späterer Schlachtung bestimmte Vieh zum ivenigstrn aut das bisher übliche Schlachtgeivichl. numn irgend möglich aber noch darüber hinaus zu bringen Zuchtvieh wird bossenilich selbst in Reaniiitionsqebieten die gebotene Schonung eriahren. Die Gegen wart aud die nächste Ziikunst entscheide» über das ltzelingen des große» Nnris, wie im Winterkalbiadr 191115 die Fleischversor- gmrg des deutschen Volkes und damit zu einem großen Teile die Sftberdeft des Vaterlandes in der Hauptsache durch eigene Kraft », gewährleisten ist, und deshalb richten wir an alle Viehzüchter die zuständige Bitte, nicht planlos ungenügend gemä­stetes Vieh an den Markt zu bringen, sondern die Aus- znckck bis zur vollen Schlachtreife mit weitblickender Fürsorge durch infübretr 1 .

Der Mangel an Zugvierden, der sich durch die Aushebung für das Militär in vielen Orlen sehr störend tür die Ernte und die Bestellung gellend macht, muß in erster Linie und sür den ersten Augenblick ausgeglichen werden durch die von uns empfohlene Nächstenliebe mch das Zusammengehörigkeitsgefühl, die es dahin biiugeii, daß der eine Landwirt dem anderen, ob groß oder klein, hilft. Zm meckeren Verfolg »iiiß natürlich daran gedacht werden, sobald als möglich die verminderten Zuqviehbestände wieder aufzufüllen. Dazu gehört die Anichafsung von Ochsen, deren Verinittlung bekanntlich die Biebzentrale Berlin übernimmt, ferner die Einstellung von Ersatzpserden. sür welche etwa vom Feinde erbeutete Pserde sehr willkommen sein dürften. Es verlautet, daß schon eine Anzahl goiakenpserde nach Deutsch­land bineingebrgchl worden ist Wir nehmen an und bossen, daß die Zivilbehörden eine Organisation herbeiiübren werden, die die Ueberrübrnng tiefer Pserde von der Armeebebörde zu den ihrer bedürftigen Landwirten ermöglicht und erleichtert. Natürlich kön neu diese Beutepterde, soweit sie vordanden sind, auch nur dann zu diet'eni Zweck verwendet werden, wenn sie nicht dos öe« selbst zur Wiederaussüllung ihrer Bestände droncht. Auch die Städte de Herbergen noch manche vilasterinüde Pferde, die aut dem Lande sich erholen und ihre Arbeit leisten können Wünsche um Beichas- sunq von Pserden nehmen wir sehr gern entgegen, um sie an ge­eigneter Stelle zur Berücknckrtigiing loeiterzuqeben und uns so auch in dieser Beziehung in den Dienst der Sache zu stellen Hierfür würd>- erforderlich sein Angabe der Zahl und Art der Pferde. Da nun die russischen Pserde durchschnittlich kleineren Schlages sind, wird es unter Umständen notwendig sein, a» Stelle eines starken und großen Pferdes zwei ,.Russen" zu nehme».

Im Augenblick werden sich wobl kaum alle noch so berechtigten Dünsche erfüllen lassen. Sicher aber wird alles auigeboten werden, nm auck> aut diesem Gebiete die schwierige Lage der Landwirt­schaft möglichst zu erleichtern.

Die Rümpfe in Belgien.

Der Berichterstatter des Wcu rar Rotterdamsche Courant schreibt aus Brüssel vom Ist August:

morgen haben das belgische Hauvtauarticr und die detaischen Soldatem Loewcn verlassen, nachdem die Deutschen den Play gestürmt hatten Wie der Sturm ad- gelaufen ist. weiß ich noch nicht, denn ich habe nicht gewartet, bis die paar buickerr belgischen Soldaten aus chren Stellungen venrie- ben wurden Fch bin unmittelbar mit meinem Auto zurückgekehrt, als ich die vorletzten Barrikaden nehmen sah. um noch von Brüssel ein Telegramm auszugeben

In der letzten Woche ist immer aut der Linie Dien gciochtrn worden Den Weckt dieser Gefechte zu beurreilen, ist nicht möglich, da rittsckadende itzeicchtr nicht darunter wäre» Große Karren, mit Pserden und Ochsen bespannt, ziehen an mir vorbei Am Gare du Rock, kommen die Leute an. um mit dem Zuge die Hauptstadt erreichen zu können. Inzwischen in ja auch Brüitel erobert.i Ueber­au in den Dönern, die im Geiechtsielde liegen, sind die »auf« «schlossen und die Bewohner daoongetauien. Eine niederdrückende «ille herrfclst aut deir friedlichen Doristraßen und aut den Land­wegen, Viel Vieh ist schon weggetrieben. Das belgische öaapt«

Quant,er iSt _bnitr morgen nach Mcchelcu verlegt. Ich begegnete unterwegs Trupps von Flüchrigen mit Ochlenwageu, und als ein englisch« Kuiemaltograph, der sich zu mir gesellte, seinen Apparat au» sie richtete, begannen die armen Menschen laur zu jammern, weil sie dachten, der Apparat wäre ein Maschinengewehr In Löwen waren 800 Mann Militär Sie batten sich ausgestellt aus dem Leg Löwen-Tiencn, außerhalb der Stadt, und bei der Eisen dahnbrücke lagen 300, während die hölzerne Brücke schon gesprengt war. Aber alles war doch nur berechnet aus den Rückzug, nicht um die ganz ungeschützte Stadl zu verteidigen. Um 1 /,12 Uhr mor­gens reitet eine Patrouille Lanzenrefter aus, um den Feind sest- zustellen. Sofort begann das Knallen. Eine starke Abteilung war 500 Meter von den Unirigen Sofort kehrten die Lauzenieiter zurück, mit 6 Pferden ohne Reiter Dann begannen unsere Ma- ichtnengewehre mit ihren, Klack klack Einen Augenblick schwieg das deutsche Feuer, begann aber sofort nieder Dann kamen die Deut scheu auch von links und sühnen Feldgeschütze heran, worauf sich die belgische Artillerie sofort znrückzog.

In einem Bericht aus Brüssel vom 20. August säht! der selbe Berichterstatter fort: Hiachdem ich dies geschrteben hatte, ist der Zustand schon wieder verändert. Die Hauptmacht der Bel girr ist aus Mechelen zurückgezogen. Hai ader aut deni Kege Mechelen - Löwen und Mechelen-Brüsstl größere Truppenmasscn zurückgc lchsen, um de» Feznd auszndalten, io daß man ruhigen Abzug nach Mechelen und eventuell nach Antwerpen hat Wir brachten zuerst die Nachricht der Besetzung von Löwen selbst nach Brüssel hinein, aber gleich daran» begann eine große llnrnhc sich zu entwickeln. Das belgische Leer war tatsächlich ohne Gefecht im Rückzuge Die Bürgcrwackt vcrsämmeiic sich sofort und wurde mit Zug herüber- gebracht nach Merlelen und Gent Eine Abteilung Karabiniers kommt über den Platz und iingl: Anx armes Euoyens Das ist also die französische Marseillaise!!, aber der Gesang wird wenig ausgenommen Selbst ein Auw, ivortn die Insassen au» ihren Lanzen deutsche Leime tragen, wird nicht beachtet: 14 Tage vorder würde das ein donnernder Jubel gegeben haben Nun ist alles still Wir sitzen jetzt, 15 Iwlländrsche und englische Kriegsbericht­erstatter beieinander Was tun? Wenn die Deutschen hcreinrücken, werden sosort die Drähte ^geschnitten. Wo er- beißt: Jetzt alles aut die Post bringe» Es ist ein gehr bedenkliches Zeichen, daß Donvhoe nud Dillon, die beiden erfahrenen KrlegSkorresp>>ndentei, des Dailh Ehroniele und des Daily Telegraph den letzten Zug nach Ostende genommen haben.

Es kommt schon, Ausrui des Bürgermeisters, sich ruhig zu verhalten, wenn'die Deutschen nach Brüffel kommen: nicht zu schießen, aber auch keinen überflüssigen Dienst zu erweisen, dir schädlich sür das eigene Leer sind. Das zeigt also, daß die D e u t'- s ch e n kommen, sonst würde.man der Bevölkerung nicht die Todesangst einiagen. Karren mit Flüchtlingen, daraus der ganze Hausrat, und Lctn'emvagen kommen noch immer in Brüssel lnnein, von Löwen her. Aber schon beginnen einzelne Karren Brüssel Mt der anderen Sette zu verlassen Wir halte» .Kriegsrat, vier Eng­länder und drei Niederländer. Wir beschlließen, mit dem Auw nach Gent zu fahren, um von da aus die Neuigkeiten nach England und den Niederlanden zn geben Ani Gare du Nord kommt älles, was Soldat ist, zusammen und strömt n, chic Züge. Die belgischen Flaggen werden ichon bereingehoü durch überängstuchc Menschen, während die Wassenhändler ihre Schild« heruiueruehme» oder sie mit Farbe überdecken. Aus dem Boulevard Anspach ist es ein Traben und Lausen, als wenn die Brüsseler wahn­sinnig geworden seien

Bei den Barrikaden macht die Bürgergarde iwch Wacht In den letzten Tagen batte sie große Arbeit, um ihre Stadt mft Stachel draht und Lauigräben zu umgeben: die Straßenbahnwagen stehen gurr au» den Straßen Nun heißt die Losung: Brüssel n, ch t verteidigen. Schon brüllt der Kanonendonner von Löwen herüber

Ein Mitarbeiter des holländischen MattesDe Dele- graaf" schildert, wie er mit Tatrseitden veräu-gsbeter Brüsseler aus der belgischen LMtptstadt beim Anrücken der Deut­schen gewichen ist. und sagt da u, a :

Ter Auscntbalt in Gent verdroß mich nicht, denn da gab cs viel zn hören. Daß die Deutschen in Brüssel einzogen, wollte man nicht glauben. Ader jeder Fküchtling ans Brüssel brachte eine neue Bestätigung der Tatsache. Alsbald verkehrte sich der Un­glaube tu Bestürzung und Entrüstung: Bestürzung über die nicht vernnitetr Macht derPreußen". Entrüstung über die Regie­rung, die mit ihren optimistischen Berichten das Publikum irregeleitet hatte. .Warum, so ftagw man, hat man die Brüsseler nicht früher aut die Möglichkeit eines Einfalls in ihre Stadt vorberettctDie Regiecung selbst tvar doch zeittg genug nach Antwerpen enttvichen! Warum die Komödie mft den Lauf­gräben und Barrrkaden? Und wo waren denn die Bun­desgenossen? Blieben dem» die Franzosen in der Nahe der eigenen Grenze? Und wo saßen die Engläiwer? Waren sie denn überhaiwl da? Wen» ?a, warum ließen sie das belgische Beer, dem sie doch zu Lilie kommen sollten, im Norden hllsbos liegen gegen die Uebermach, der Deutsckzen? Sollten die Deutschen nun Antwerpen haben wollen? Nein, Brügge meftttr ein anderer. Um dort die Kriegsgetangenen zu erlösen.

Aur tem Reiche.

Stuttgart. 24, Aua. Aus Anregung des Staats- nrinisters für Kirchen- und Schulwesen hat sich bei Aus­bruch des Krieges der erste Vorsitzende der Württem- bergischcn Organisation von Iunqdeutsch- lan d an den sozialdemokratischen Leiter der früheren ireren Jugendorganisation Stuttgarts mit dem Vorschlag geivendet, di« seither in dieser Organi­sation zusammengeschlossene Jugend möge sich gemein­sam mit den Mitgliedern der übrigen Iugendvere,ntz- gungen, wenn auch in durchaus freier Form, an den Hilfs- ardeilen beteilrgen, dre der deutschen Jugend in der jetzigen großen und schweren Zeit zngesallen seien. Dieser Vorschlag, mit dem ein an die Arbeiteriugend gerichteter Ausruf der Schwäbischen Tagwacht" zur Mitarbeit zeitlich Miammen- ftel, Iwt, wie der WürttembergischcStaarsanzeiger" schreibt, erfreulicherweise eine freundliche Ausnahme ge­sunden und zu der Zusage von sozialdemokratischer seit« geführt, der im Brenzhous eingerichteten Vermittlungs­stelle für Hilfsdienste nacki Mogluhkeit Kräfte aus der freien Jugendbewegung zuzuweijen.

Au» StaSt und (an(

Gießen, 25. August 1914, Die rcichsgesetzliche Arbeil«rv<psicher«»«g während des Kriege«.

Jnsolgc des KrtegSanÄruchs sind ans denrGediete der Arbeiter- Versicherung, besonders bei der Kranken vorst ch-evnn g eine Reihe ernschneiüenoet Aendernngen rximmwn , die nicht nur tür die üer^ittgen Mitglieder der K rem i enmj se», sonder» auch für die Angehörigen von beioadever Bodentttng sind Durch das Notgesetz vom 4. Wgvst betressend Sicherung der Leptmrgssähigkeft der Krankenkassen ist vor allem beslftiimt, daß die Krankenkaiien mir die Rcgcllcistmlgcn gewähren solle» und che Beiträge, sowett sie

nicht bereits 4 l /s Proz. des Grundlohns betragen, auf diesen Pro- zcntt'atz erdöch werden Allerdings kann das Versichernngsamt ans besonderen Antrag einer Krankenkasse verfügen, daß niedrigere Bei­träge erdoben oder höhere Leistungen geiväbrt werden, ivenu chc Leistungssäbigkeft cheser Kasse genügend gesichert. Immerhin werden che Kraukenkal»eii gezwungen sein, die Mehrleistungen we- snttlich cinzuschränken Das bedeutet, daß die Mtgliechr der Kran­kenkassen in erster Linie mir Anspruch haben aui Kranken- dilfe. Wochenhilse und Sterbegeld. Ae tirankenhllsr umfaßt Krankenpstege tärzttiche Behandlung, Arznei. Brillen, Bruch­bänder »nd sonstige klecne Leiliniriel und Krankengeld vom 4. Tage an für 26 Wochen. An Stelle von »ran keimst ege »nd .Krankengeld kann auch für che Folge Kranken dausdehandlung treten. Die Wochen bilsr Wöchncrinnemutterstützung - ,mrd weftrr iür acht Wochen itewährt: ev. kann auch Kur und L^ervstegung in eftvan ISälhae- rmuenkeftn erfolgen. Au Sterbegeld derm Loch des Versicherten wird nur das Abache des zörundlobnes der BeitragSstust, min­destens ledoch 50 Mark bezahlt. Alle andern fettherrgen Lefstnu- lien der Kranlenkasse», msb, sondere Gewährung der zlrankenhilse tür mehr als 26 Koche». Erch'hnng des Lrankengeldc«. Auszahlung chs Kvanlenqeldes auch für Sonn- und Feiertage und vom ersten oder zweiten Tage an, Erhöhung des Lan»>teldeS ßür che Äiigehörtgen wähnend der Krankenhauspstegib LanSgeld »Lr ledige wachend der ztrankenchneSbehaichlimg. ärmliche ?Ky>iiMinng für Fvan und Kinder, Sterbegeld tür fwu, und Kinder ujm. C uunna, während bei Kriegszeit in Wegsall, sofern nicht aus Antrag deS DoniondeS der Kmnkcnkaste min Verjichcruugsaiin verßügc wird, daß einzelne oder alle Mehrleistungen »veftcr geioährt iveröen.

Eine weitere Destimnrnng des oben erwächuen ^intgesttzrÄ be­sagt außerdem, daß die Voisthriften der RrichSversnher»,i>rsordwmg über die hansgewerblichc Ktankeiwerstäiermtg außer Kruft grsttzl werden.

Wetter bestnnml 8 3 des Gejetzes bettejfend Erhal tiriog von Änwa rt f cha ftenaus der K t an ken »erfi cherrrug vom 4 August 1914 u. a., daß freiwillig Versicherte, die zu den Kasten einberufen sind, innerhalb 6 Wochen naä» ich«- Rückkech wieder i che Kranlenbastc «mtreten könne», wenn inzwischen ihre Mitgliedschast eibotcheu ist.

Bezüglich der II n salla»e r s i che ru »g sind anS Anlaß deS Krieges besondere gesetzliche Bestimmungen nicch erlassen ivorden, docl, bat eine gtützere Anzahl BerusSgeiiosseuschaften aus stkund- ickreichn des Reichsversicherungsamts chu beschlossen, der der Lerub- setzung und Emziehnng von Renten usw, möglichst Milde walten zu lassen

Tie Auszahlung der Umäll-, Iirvaliden imd.vuitterblirdeuen- rentcn erfährt durch den Kriegsausbruch keine llnterbrrrchmg: ebenso stebi auch chr Durchsüchnug ivn Leilversachen naä» "Beendigung der Mobllmciävoig nichts nrech im Wege.

lieber che Invaliden - und Lintcrblrebe-nenVer­sickerung chr zu den Waisen Einchrusciren, soweil sie sefther in verftchernngSpslichtiger Beschäftzguivt waren, brauchen sich che An­gehörigen keine Sorgen zu mache», da die Antvartschaßt Verszcherungspslichtiger während der Kriegs» zeitochncweileres-e-rb alten bleibt. Si-SC.

»

" ch er für Berwu irhete spendete» weiter: Sja(bat5y bäickier Frees. Professor Watziuger, Geh Losiat Lausen, Geb. Kirchenral Baldensvergrr, Prof. Kalbfleisch, Ged Losrat Laupt. «toä. W. Meyer, F^>rikant Kkingspor, Herr K GeilsuS. Herr Th. iGestfns, Herr Fr. Decker, Herr und Frl, Lölzel, Prof, Bellt, Herr Göttich, Frau Kwe Fricbel. Frl, Loldcrg. Pros. Lrrth, Kans- mann K. Lamm. Lehrer V. Müller, Geh. Lofrat Netto. Herr Ad, Klein, Herr Faß, Herr Wrrch, Pros, Garten, Herr Baumann. Herr Lohr, Herr Lehrer Levi, Frl I Tipvel. Frl, Günther, Qher- aftuar Mann, Frl, Fetchner, Geh. Hoirat Pasch, Domänenrata. D. Nick, Iran H, Spanier. Frl, Gutt'leisch. Frl. E. Manger, Luus- mann E. Krumm. Herr H. Kirchner, Maller Scheel. Metzger- meister Fr. Schreiner, Lehr« Gerlach, Ingeuirur R. Wagenschein, Pros. Bogt, Geh, Lofrat Behrens, Verlagsbuchhöndk« Roth. Herr Fr. Gans, Frau W«r Peumeier, Maternieistrr Groß. Frl. L. Friedrich. Friseur "ÜSfeier, Psarr« Bechtolsdeim«, G. Bechvold- beimer, PosSärellor Schäs«, Herr König, FricddosSaujsechr Sier, Bildhan« Kalbsteisch, Kanfmaim Fr. Deck«, Zahnarzt Schioalm, Prot, Popvcrl, Geh. Medizinatrat Gcppert. Geh. Banrai SchU- ling, Tr Pfttzn«, Frau M Struck, H«r San«, Frl, Zimm«- maim, Stadtbaumeist« Gerbel, Frau Haf«korn, »niversttätSsckre- tär Erle, H«r Fr, Nowak, H«r W. Hahn, Generalagent M, Wolf, Musikolienhändl« Ehalli«, Direktion d« Höh«en Mädchenschule, die Stachmission, E. Reiuewald, Frl. stteinewald. Fra» Arckütekt Stein, H«r Kräm«, Frau Fleischnlan», Kaufmann S, Falk, Pros. Scbian, Pros. Koeppe, Prof. Opitz, Avothrk« Prüm«, FrouBerg«, Geh Kirchenral Eck, Prokurist W Zand«, Frl. P aletta , Post­sekretär Sehrt, Frau Direktor Reuß, Frl. San«, Herr R. Lange, Frau Dr. Moch, Frl. M. W«theim, H«r A. Bender. Fra» Pros. Wöll, Frau H Oncken, Prof Mittermai«, He« R. Poschmonn, Prokurist K. Köhhr. daS Sänglinqsheim, Frön Dr. Mues, He« D Lftrck«, Fron llhrmach« Svies, H«r Gutiahr, Ob«lehr« Dr. Ruht«, ^tachhaittechirik« Altvat«, ,h«r W Rudolph, ÄUnsmann 8. Draebinq Um toeäae sehr baldige Spenden wird gebeten. Abzngeben tu d« Universität zwischen ll und 1 Uhr.

Der Kurs über Kriegs-Ea»itätswesen beginn« beute Dienstag abend 8'/, Uhr in der Kstnck, Frankfurter Straße 94. Als Vortragende End hinzugetrelen: I. Leuwant der Reserve

V o I s i n s : Befchafsenheit und Wirkungsbereich der moderne« Ge­schosse lDienStaq): 2. Landgerichts rat R. Wiener: Aufgaben »ad Organstalion des Roten Kreuzes (Freitags.

* Ei n Brerundsechzigjährtger als Frei­williger. D« pensionierte Sekretär im Reichsversicherunqsamt Berlin -Adalbert Piotrowski, 63 X Jahre all, der 1069 Soldat geworden, nach dem Feldzuge oou 1870/71 dem hiesigen Regimen! angehörte, hat sich treiwilliq dem Regiment zur Beriügung gestellt und tut als Feldwebel-Leutnant Dienst in deinselben.

" Krieg-sHilfe der Beamtin» err d-«r Resrhs- Post- und Deleqraphenvcr wa l tun «. Unter dem Vorsitz der Fron Mlkcm, der Gattin des Ober -PiMärek- torS. hccken sich auch die Post- und Te!e<tt^clphe»t>eamtiniren des Bezirks Darmstadt zu einerKriegshllse" ocreiniUt und sich zur Anjgcche gestellt, die im Felde stehenden Strei­ter und die in Lazaretten anscpmammenen tlranken und Verwundeten mrt sestbstgetertiqten Wäschestücken zn ver­sehen und den durch den Krieg des Ernährers berankten Familien, insbesondere den zur Fahne einberusenen oder bei der Feldpost tätigen Beamten und Unterbeamren siiwie den Telegraphenarbertern, werktätige Fürsorge zirznwcndor. Die Fertigung der Wäschesnicke erfolgt im Pottgrdände der Obcr-Postdrrektion ru her Rheinstras-.e. wo auch ibb er a lle Fragen in der Famikensftrsorge Auskunft erteilt werden wird. In Bad-Nracherm, Brnsbeim, Bingen Gkhein), Friei>- berg Wessen!, Gießen, Main;, Ossrnbach 'Main i und Worms werden Zweigstellen zn csteichcm Zweck eingerichtet werden, die die HllPttätigreit snr die Beamtinnen in allen Teilen de? Großhetytzogrums vermi.'teln werden Ter .Hauptausschutz der SeisttrogTöchterhort" hat derKriegsHilfe-' bereits ll>000 Mk. zur Berniggrng gestellt und wird eine weitere Sammlung unter sämtsichen Post- und Tcl-egraphenbeani- ten sür die Krt«KhMe «rarchchlten.