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Aanzöfifche Schandmäuler.

Jeder Einsieipeihte weiß, so schreibt dieKöln. Ztg", daß man bei Blättern wie dein Pariser Matin keinen Fun­ken wahres Ehrgefühl oorcuissetzen kann: ein Geschäft zu machen, indem sie den Instinkten der Gasse schmeicheln, ist ihr einziges Ziel. Wie sie mit der Wahrheit umsprin­gen, dafür sei ein Beispiel angeführt an sich lange nicht das schlimmste, das jeder unserer Leser sofort selbst nachprtften kann, Mais Köln meldet das Blatt in seiner Nummer vom 13. August:Am letzten Freitag bericlsteten Anschläge, die an die Straßenecken geklebt wurden, folgende simple Neuigkeiten: Das Louvre brenne, in Paris sei die tlommune verkündet, Antwerpen stehe in Flammen, Brüssel liege in Asche, der König Albert fliehe nach Ostende. Die Kölnische Zeitung gab ohne Zagen diese Meldungen wie­der. " Man sollte beinahe meinen, ein deutscher Spaßvogel habe den Gewährsmann des Mätin aufs Eis geführt. Haben englische Blätter doch schon gemeldet, Köln sei von den Franzosen zuiammengeschosien, nur der Dom stehe noch, und die Bevölkerung sei nach Düsseldorf geflohen, solche aberwitzigen Nachrichten sind aber harmlos gegen die erz­gemeine Lüge, die der Matin sich als Havas-Meldung aus Petersburg berichten läßt. Tie Meldung lautet:Peters­burg, 12. August. Eine Mitteilung an die Zeitungen sagt, daß nach Berichten aus Deutschland russische Damen von Soldaten in Gegenwart ihrer Offiziere splitternackt aus- gezogen worden seien. Der Pater einer dieser Damen, der sich einmischen wollte, wurde gelötet. Andere Russen, die Einspruch erhoben, wurden mit demselben Lose bedroht." Die Meldung verschweigt wohlweislich den Ort, wo diese deutsche Schändlichkeit sich zugetragen haben soll. Daß die Russen daran glauben, kann inan ihnen bei ihrem Bildungs­stand nicht übel nehmen, sie sind eben Barbaren. Daß sich aber der Matin dazu hergidt, solche offenbaren Lügen zu verbreiten, enthüllt die schmutzige Phantasie des Erfinders und Verbreiters solcher Dinge.

Aus StaSt und La«-»

Gießen, 20. August 1914.

** Schafft dem Handwerk Arbeit. Der Krieg hat dem Handwerk schwere Opfer auferlegt. Tausende wehr­fähige Meister haben die mit großer Mühe begründete Epistenz auss Spiel sehen müssen für das Baterland. unter dessen Schutz sich das Handwerk in lange» Friedenssahren itricber zu neuer Blüte entsalten konnte; taiffende kcimpf- niutigc Gesellen sind mit ihren Meistern gegen den Feind gezogen. Die Zurückgebliebenen sehen sich, soweit nicht die Nahrungsmittel- und andere kricgsnotwendige Gewerbe in Frage komme», zu Betriebseinschränkungen gezwungen, weil laufende Aufträge zurückgezogen werden und neue ganz ausbleiben. Das gilt namentlich für das Baugewerbe, das erst eine schwere Krisis hinter sich hat. Soweit öffentliche Bauten in Frage koininen, sei an die betr. Verwaltungen die dringende Bitte gerichtet, die in Ausführung begriffenen Arbeiten fertigstellen zu lassen imd möglichst kurze Ab­rechnungen cinzurichten. Auch aii die privaten Auftrag­geber ergeht der ;)ius. im Vertrauen auf den Sieg unserer Waffen und die Zukunft unseres Vaterlandes an begon-- neneri Arbeiten iveiter zu sci>asfen und dem .Handwerk neue Aufträge zukommen zu lassen. Dann wird es möglich sein, dem .Handiverk Wer die schwere Mise hiiüvegAuhelfeu und damit dem Vaterland einen wichtigen Dienst zu leisten.

'* Vereins-Spende. Der KellnervereinGießen, c. B., überwie? 200 Mk. dem Noten Kreuz. Ferner erhält jedes ins Feld gezogene Bercinsmitglieü, resp. dessen Angehörigen. sowie die arbeitslos gewordene» Mitglieder au? der Verein-kaffe eine Unterstützung. Da? sür ko? Stiftungsfest im August ersparte Geld loll zu wohltätige» Zwecken verwendet werden. Die Sektion Ob er Hessen de? deutschen und ölt erreich. 51t p c n* verein? hot In einer gnt besuchten Versammlung einstimmig beichlosse». de» größten Teil ihres Vermögen? z» vaterländischen Zwecken zur Versügung zu stellen. Eine erste Rate wird dem Herrn Oberbürgermeister zur Verwendung für di« städtische Wohl­fahrtspflege wie deni Ziveigverein vo n Roten Kreuz zur Vcr- wendung in Gießen alsbald über,vielen werde», während über die Verwendung der weiteren Raten ein Ausschuß später be­schließen soll.

** Kriegsgabe der Oberhessischen Gesellschaft sür Natur- und Heilkunde. Für die Zwecke der Gicßencr Ortsgruppe des Roten Kreuzes hat bie Oberhefsischc Gesellschast für Natur- und Heilkunde den Betrag von 400 Mk. zur Verfügung gestelli.

* Brie fadressen a n die Soldaten. Aus Briefen, Postkarten, Drucksachen »sw. an Soldaten ist nur der Truppenteil, dem der Empfänger angehörie. anzugebcn, aber nicht der Standort Garnison!, einerlei, ob der Empfänger schon im Felde ststht oben noch in der Friedensgarnison. Beispiel: Musketier Adam Müller, Infanterie Regiment 116, 4. Kompagnie, 18. Armeekorps, 25».Di­vision. 49. Ins.-Brigade. Am besten verwende man Ädressciuvor- drucke. die fowobl in Postkartensorm wie als Briefumschläge zu haben sind.

+ * Das S olda t c n t c st a in e nt. Nicht allgemein dürfte bekannt fein, daß es de», Soldaten im Kriege ermöglicht ist, ein leftmiuiit zu errichten, das entsprechend der Lage nur ein ganz geringes Maß von Förmlichkeiten orfardcrt, das sog. Militär- oder Soldalcntestameiit. In dieser einiachen Form können nach 8 44 d>s Rcichstoiilftärgesepes alle dem aktiven Heere angcbörenden Per­sonen, ebenso auch die Beamten der Militärverwaltung ihren letzten Willen erklären. Dieselbe Vergünstigung genießen alle Personen, die sich in cüiem Dienst- oder Verlragsverhilmis bei dem krieg­führenden Heere befinden oder sonst sich bei demselben auihalten oder ihm solgrn. Dazu gehören Krankenpfleger, Marketender usw. aber auch Kriegsmaler und Kriegsberichterstatter. Schließlich sind bierzu zu rechnen die Kricgsgcsangciicn und zwar sowohl die deutschen

zuerst vom Schlafe erwache, solle in Zukunft am Tage scheinen, dem Faulen gehöre die Nacht. Lachend, als könne er gar nicht verlieren, schlici der Mond ein. Davon hat er das lachende Ge­sicht behalten, Tie Sonne aber konnte vor Aerger über den langweiligen Gemahl nicht lange rubn. Frühzeitig wach, zündete sie der Welt das Licht au. weckte deir phlegmatischen Galten und verkündete ihm ihren sestcu Entschluß, nie mehr eine Nacht mit chm zu verbringen Seitdem leuchtet der Mond bei Nacht, die Sonne am Tage. Bald bereute die Sonne aber ihren voreiligen Sckwur, denn eigentlich liebte sic doch ihren Mann, und auch dieser fühlte sich recht unglücklich. So möchten sie sich gern wieder vereinen. Manchmal führt ihre gegenseitige Sehnsucht sie zusammen, das ist die Zeit der Sonnenfinsternis.

Dir haben im vorstehenden nur eine beschränkte Zahl der Finsternis-Sagen geboten, aber schon aus ihnen geht hervor, daß die märchenhaitc Naturaufiassunq der Völker bei aller Ver­schiedenheit ,m einzelnen doch eit ganz ähnliche Grundzügc auf- weist. Häusig wird sich ia solche Aebnlichkeit durch die Wande­rung der Sagen erklären, denn was ist flüchtiger als Sage und Märchen, die zeitliche und räumliche Grenzen mit Leichtigkeit über­schreiten. Aber gerade bei vielen Finsternismythen kann von einer Entlehnung keine Rede sein, und wem, wir da trotzdem Ge­bankengängen von so ausfallender Gleichmäßigkeit begegnen, so dürfen wir die Vorstellungen über bie Entstehn mg der Finsternisse zu jenen elementaren Eigentümlichkeiten auf mythologischem Ge­biete rechnen, welche allen. Völkern gemeinsam sind, also eine Art Kulmrgut der gesamten Menschheit bilden.

in Feindesland, wie auch dieienigen Personen, die das^ deutsche Heer zu Kriegsgefangenen gemacht hat. Als Form des Soldaten- testaincnts ist nur vorgesehen, daß der Testator das Testament eigen­händig geschrieben und unterschriebe» hat. Ort und Datum, deren Angabe ja bei den Kriegsnürrrn oft auch cwr nicht möglich wäre, ist nicht erforderlich. Kanu der Testator nicht selbst mehr schreiben, wohl aver noch unterschreiben, so müssen entweder zwei Zeugen mit unterschreiben oder ein Kriegsgerichts rat oder ein Offizier, an deren Stelle bei Kranken und Verwundeten ein Sanitätsoffizier. Feldgeistlicher oder höherer Lazarettbeamter treten kann. Schließlich kann auch, was namentlich bei Schwervcrwundeten in Betracht kommen wird, eine Verhandlung ausgenommen werden, die von zwei Zeugen und einer der vorerwähnten Personen unterzeichnet snn muß. Nach Artikel 44 des Einsührungsgesetzes zum Bürger­lichen Gesetzbuch fiird diese für das Heer geltenden Vorschriften ent­sprechend aus die Kriegsmarine ausgedehnt worden. Tie Gültig- leir des Soldotentestamenls erpicht mit Ablauf eines Jahres nach der Demobilmachung, da ja dem Testator die Möglichkeit geboten ist, im Verlause dieser Frist ein Testament zu errichten, das den Anforderungen des bürgerlichen Rechts entspricht.

** Heber bie Verpflegung von Kriegsge­fangenen erlaßt der Hessische Landesverein vom Roten Kreuz an die sieben eingerichteten Verband- und Er­frischung s st e ll c n folgende Grundsätze:1. Deuffche Soldaten gehen unter allen Umständen denen des Feindes vor. 2. Die Verpflegung von unvcrwundeten Kriegsge­fangenen ist Sache der Militärverwaltung, nur in Aus­nahmefällen tritt das Rote Kreuz sür sie ein. 3. Unver- wundete Kriegsgefangene sind zu verpflegen mit cftisacheu Nahrungsmitteln in einer Menge, die zum Lebensunterhalt eben ansreicht. Keine Leckerbissen, kein Tabak. 4. Bcrirun- dete Kriegsgefangene sind zu behandeln wie verwundete Deutsche. 5. Eisenbahnwagen mit unverwundeten Kriegs­gefangenen dürfen nur von männlichen Hilfskräften be­treten werden. 6. Damen sind zum Dienst des Roten Kreuzes nur in schlichter Kleidung ohne Hut znznlaffen. Sollte eine Dame im Verkehr mit Soldaten des Feindes sich würdelos benehmen, so ist sie ohne Ansehen der Person vom Bahnhof anszuweisen, nachdem ihr vorher Answeis­karte und Armbinde abgefordert worden sind." Bedauer­lich ist es, daß dieser Art. 6 zugefüg^werden mußte. Landkreis Gießen.

kl. L o l l a r, 18. Aug. Die BuderusschenEisenwcrke Lollar haben beschlossen, den Faniilien der ins Feld gezogenen Arbeiter bis aus weiteres folgende Unterstützung zu gewähren: Die Frau eines jeden einberufcnen Arbeiters erhält pro Woche 5 Mark und überdies jedes Kind bis und mit 15 Jahren 2 Mark die Woche. Von dieser Lumme kann besser situierien Hmtcr- bliebenen bis >/, abgezogen werden, der dann mindecbeuiüteltcn Familien zugute komm!. Die Firma Scheidhauer und Gießin g, Schamollcsabrik, Main-lar, gewährt den Angehörigen der ins Feld gezogenen Arbeiter ebenfalls Unterstützung.

Alleudorf a. d. Lda., 19. Aug. Ter Turnverein hat an seine ins Feld gezogenen Mitglieder 150 Mk. und für das Note Kreuz 25 Mk. bewilligt.

Kreis Alsfeld.

Ober-Seibertenrod, 19. Aug. Wie in allen Orlen, so ivurde auch hier für das Rote Kreuz eine Samnilung ver­anstaltet. Obgleich da? Törtchen sehr klein ist, ergab die Haus- kollekte den ansehnlichen Betrag von 172,10 Mark.

91 u? dem oberen Ohintal. 19. Aug. Begünstigt durch das gute Wetter, sangen die Leute an, die Wiesen zum zweiten Male zu mähen, während noch die Getreideernte in vollem Gange ist. Korn, Gerste und Weizen sind bis aus wenige Aecker geschnitten.

8 Aus dem Ohmtal, 19. Aüg, Das Ausheben der Pferde hat die Feldarbeiten nicht im geringsten behindert. Wohl hat es in manchen Betrieb eingegriffen, aber nirgends Stillstand der Arbeit gebracht. Trägt man schon das Opfer der Mannschaften sür das Vaterland, so trägt man auch dieses Opfer gern.

Briefe aus dem Feldzug gesaunnelt werden. Ferner soll ein mures Verzeichnis der Kriegsteilnehmer von den < meindcn geführt werden. _

Landwirtschaft. .

** Erhaltung der Viehbestän d c. Die Erhaltung der Viehbestände ist zurzeit sowvhl im Interesse der Ausnutzung der reichlichen Futtcrernte, als auch zur Sistierung der Bolksernährung mit allen zu Gebote stehenden Mitteln anzustrebeii. Ts wird des­halb nicht nur in den Viehzucht trcidendcu Landwirtschaftsbetrieben, sondern auch in den Abmelkivirtschaste» alles nur irgendwie brauch­bare Jungvieh aufzuziehe» sein. Besonderes Gewicht muß daraus gelegt werden, daß Schlachtvieh erst dann »erämVrt wird, wenn cs eine vollkommene Entwickelung Schlachtreifes erlangt hat. Dos Schlachten nicht schlachtreifer Tiere ist dem Gcmeimpohl schäd­lich und deshalb zu vermeiden.

m Hvmberaa d O 19 Ana Die Oblternte an den ivv M r-eoenogewimi ov.vv--w.vv Schlachtgewicht

v o mv erg a. o. LA. lv. ANg. E -Dfrernr e «'^ .jvg.vo-ps.ooMk.. vollslelschige Schweine unter 80 kg Lebendgewicht

54.5059.00 Mk Schlachtgewicht 70.0075.00 Mk.: vollsieischige

Schweine von 100120 ksj Lebendgewicht 56.0058.00 Mt,

Schlachtgewicht 70.00 7 5 Mk.: vollsieischige Schweine von 120

Schlachtgewicht

Kreisstraßen bringt in diesem Fahre nur ausnahmsw-effck Erträge. Zn diesen 9lnsnahmen gehört unsere .Kreisstraße nach Nieder-Gemünden. Hier stehen manche Bäume in so vollem Behang, daß die Aeste gebunden werden mußten, Kreis Schotten.

-u Schotten, 18. 9l»g. Das KreiSamt gibt bekannt, daß in dieser Woche Einwohner, vorwiegend Frauen und Kinder, ans der F e ll u n g BI c h, die ans inllitärstchen Gründen ihre Heimat verlasten müssen, ans Kosten der Stadt Metz in unserem Kreise untergebracht werden.

Kreis Friedberg.

tz Bad-Nauheim, 19. Aug. Heute kamen 6 5 Ein­wohner der Stadt Metz nach etwa 24stündigcr Fahrt hier an. zirmeist Frauen und Kinder. Tic Leute wurden durch dies Stadtverwaltung in Bürgerhäusern und Pensionen ernquartiert., Für die nächsten Tage steht noch die Ankunft weiterer Transporte in Aussicht. Der GesangvereinFro hsinn" hat beschlossen, den Ertrag seines diesjährigen Konzertes aus de« Terrasse den Kriegsteilnehmern unter seinen Mitgliedern zu übermitteln. Das Polizciamt erläßt eine Bekanntmachung, wonach cs den Ein­wohnern unsere^ Badestadi strengstens untersagt ist, noch Aus­länder solcher Nationen anfzunchmen, die sich zu uns im Kriegs- Verhältnis befinden.

H o el, - W c i s e l, 10. 9lng. Scheugcwordene Pferde gingen mit einer Mähmaschine durch und rannten in ein« Grupp« in der Nabe beim Frühstück sitzender Leute. Mehrere derselben trugen Verletzungen davon. Einer Bauersfrau wurde der Arm zersplittert. Man brachte sie in da? Nieder-Welseler Krankenhaus.

Starkcnburg uitD Nheinhesse»

* Aus Starkcnburg, 19. Aug. Im Kreis Gerns­heim ist angeordnet worden, daß diejenigen Pserde» besitzer, denen im Interesse ihrer Wirtsrhaft oder ans andern Gründen ein Pferd belassen worden ist, ihren Mitbewohnern beini Einfahren der Ernte und sonstigen unbedingt nötigen Arbeiten gegen ortsübliche Vergütung Hilfe zu leisten baden. .Fm WeigerungsfaK lzaben die betreffenden Pserdebesitzer zu gewärtigen. daß die nachträgliche Aus­hebung der Pferde erfolgt.

Kreis Wetzlar.

Io. Wetzlar, 19. Aug. Gestern wurde ani hiesigen Lehrer- icnriitev die Notabgangspruiung abgehalten, der sich 28 Zöglinge der ersten Klasse und ein Erierner unterzogen. Davon sind bereits l8 -junge Leute als Freiwillige cingctrclen, die in Uniform cr- schienen ivarcn. Alle Prüflinge wurden für bestairden erklärt.

X Waldgirmes, 18. Aug. An? hiesiger Gemeinde Ivurden an Liebesgaben bereit? abqelieiert. 103 raib Brot, 1000 Eier, 260 Plnnd Speck und Wurst, 1 Flasche Himbcersalt, 2 Glas Bienen­honig. I Kiste Schokolade, 40 Pfund Butter, 1000 Zigarren, Tabak und Zigaretten. Tic Arbeiter der Hiebgen Zigarrcniabrik stifteten 1500 Zigarren.

Hessen-Nassau.

h. Frankfurt a. M., 19. Aug. DaS bevorstehende Ein­greifen Ja vans in den Weltkrieg scheint den Japanern, die hier zahlreich in Frankftrrt weilten, schon vor Woche» bekannt ge­wesen zu sein Denn bereits am 28. Juli erhielten die in hiesigen Geschälten und- Fabriken angestellten Javaner die telegraphi­sche Aufforderung zur sofortigen Heimkehr nach Ostasten, eine Tatsache, die damals als sür Deutschland günstig aufgcsaßt wurde. 'Aus den hiesigen wissenschaftlichen Instituten, wo die gelben Herren bald HauSrecht besaßen, lind sic seit fünf Tagen still und heimlich verschwunden, ohne Dank und Abschiedsgruß. Heute weiß man, warum es geschah.

X Hanau, 19. Aug. Nach einer Verfügung des .Kgl. Kon­sistoriums zu Kassel soll zum dauernden Gedächtnis dieser ernsten und großen Zeit eine Kriegschronik abgefaßt, auch faßen die

vsrn,tfcdtcr.

* Eine T od eS - A n zci g e. Aus Berlin wirb gemeldet:

Wie weit der Meuchelmord auf belgischem Gebiet gegangen ist, das erfährt uran erschütternd aus einer TodeS-9ln^jge in der Kreuzzeitung", welckre lautet:Ter Allmächtige hat un­

seren lieben Bruder Armin v. Klützow, Hauvimann und Kom- pagniechef, wrd seine treueste Gattin Helen v. Klützow, geb. Hoher von Rotenheim, heimgenifen. Er starb den Heldentod, sie wurde aiis dem Wege zum gefallenen Gatten in Feindesland das Opfer teiger MeuäielMörder. Im Name» der Familie von Ktützoi»- Dedelow."

* E i ii hübsches Beispiel von o v f e r nri 11 1 g er Vaterlandsliebe wird aus Ludwigslust in Mecklen­burg berichtet: Dort erschien ein junger Mann aus der Umgegend aus dem Reginwntszimmer und ließ sich auch durch die Bekannt­machung an der SttibciitLr, daß Freiwillige nicht mehr eingestellt lverden, nicht zurückhalten, sondern bat imi seine Einstellung als Kriegsfreiwilliger in das Regiment. Als ihm nun der Beschefa wurde, daß das Regiment vollzählig sei, auch kein Pferd mehr zur Verfügung stel-e, wiederlwlte der brave Vaterlandsverteidiger seine» Wunsch, KrieAssreiwilliger zu werden, und bekräftigte ihn mit den Worten:Ein Pferd habe ich gleich mitgebracht." Nunmehr wurde er sofort angenommen, und mit sttablenden Angen eilte der iunge Mann zur Regnneiitskammer, um sich enrfTeEben zu lassen

* i3 n Warmbrun u fSchlesien) erschien dieser Tage in der Geschäftsstube der Sparkasse ein etwa lOiäbriger Knabe, dessen Vater zur Fahne einberusen worden ist. Unterm Arm hielt er sein in eine Zeitung eiiigescblagcnes Sparkassenbiilh tramvfdaft fest. Das darin verbuchte Gutl-aben betrug nicht viel über 15 Mk. Als die Reche an den kleinen Sparer kam, wurde er vom Kastierrr gefragt: Nun, was willst du. Kleiner?" Mit etwas zagen Worten kam es über die Lippen des braven Jungen:Ich möchte gern 12 Mark rmis haben, mein Vater muß m'n Krieg, und da möchte ich chm auch gerne was mllgeben, daß er was übrig hat, und nicht in Not jbndntt.".Hat dir dein Vater erlaubt, daß du das Gelb abhebst?" fragte der Kassennmnn.Ja," gab der Kleine zurück, der Vater Izatfa erlaubt. Ich had meinen Vater gebeten, daß ichfa holen kann, und da freu ich micch daß ich's Vater geben kann!" Mll strahlenden 'Augen und freudig klopseudem Herzen nahm das Kind das Geld in Empfang, um es mit stolzer Freude seinem Vater in die Hand legen zu können.

Märkte. *>

fc. Wiesbaden, 19. Aug. Vieh !I> ark t. Aus dem heutigen Viehmarkt ivaren anigeirieben 78 Sünder (Ochsen 9, Bullen 15,, Kühe 51), Kälber 1 44, Schate 2, Schweine 258.

Limburg a. d. Lahn, 19. Aug. Fruchtmark!. Durch» Ichnittsprei? vro Matter. Roker Weizen (Nassauischer) 00,00 Ach, weißer Weizen (angebante Fremdsorteu» 00,00 Mk, Korn 15,00 Ach, Gerste (Futter) 0,00 Alk.. Braugerste 00,90 Mk paser 12,260,00 Alk., Erbsen 0,00 Mk, Kartoffeln 50 Kilo 5,000,00 'JMt., Butter da? Pfand 1,001,10 Mk., Eier das Stück 89 Psg.

(In einem Teil der Auslage wiederholt.)

!e. Frankfurt a. M. S ebwei neninrkt be ei vom 19. Aug. Aillgetrleben waren Schweine. Vollsieischige Schweine von 80 bi? 100 kg Lebendgewicht 56.00-59.00 Mk.. "

bi? 160 tu» Lebendgewicht 55.0058.00 Mk,

7075.00 Mk. Geschäft rege, bleibt llcberstand.

k. Frauksurt a. M., 19. Aug. (Orig.-Tclegr. de?Gleg. A»z."i ?lintliche Notierungen der heutige» Frnchtmarktpreise. Weizen thiesiger) Mk. 21.00-25 10, .'knrlies'iicher Mk. 21.00-26-00, Wclteraner Mk. 00.00 - 00.00. Roggen (hiesiger) Mk. 21.5082.00, Gerste (Wetteraner) Mk. 20.00 21.00, Gerste. Franken, Pfälzer, Ried Mk. 00.00-00.00, Hafer Mi. 20.00-22.00, Blas« Mk. 00.00-00.00. Wetzenniehl 0 Mk. 00.wl-00.00. Weizenmehl I Mk. 00.00-<KX00, Weizenmehl III Mk. 00.00-00 00, Rogqenmehl 0 Mk. 00.0000.00, Roggenmehl 0/X Mk. 00.0000.00, Roggenmehl I Mk. 00.0000.00, Weizenklcie Mk. 0.000.00, Weizenschalcn Alk. 0.000.00, Roggen­klei- Mk. 00.09 - 00.00, Malzkeime Alk. 03.0,-00.00, Biertreber 00,00 - 00.00, Futtergerste Mk. 00 00-00.00. 'Alle? per 100 kg ab hier.

fc. Frankfurt a. M., 19 Ang. lOrig.-Telegr. desGießener Anzeigers"-) Kartoffel niarkt. Alan notierte: Kartoffeln in Waggons Mk. 8,00-9,09, i,n .Kleinhandel Mk. 10,0011,99 für je 100 kg.

kirchliche Nachrichten«

Israelitische Resigiolirgemeinde. Sottesdiensi in dcr Stznaoege (Süd-Anlage),

Samsiag. den 22. August 1914: Vorab etti- 7.16 lltjr.

Di org ens 8.30 Uhr. Predigt.

Nachmittags: 4.00 llör.

SabbatauSg an g: 8.20 Ilhr.

Israelitische Reliqionsgefeklschaft.

Sotterdienst. >

Sabbat leier a nt 22. August 1214: Freitaa abend 7.05 llhr.

Samstag vormittag 8.00 Uhr. Predigt.

Samstag nachmittag 4.00 Uhr.

Sabbat-LIuSgang 8.20 Uhr,

WochengotteSdienft: Dlorqen? 6.00. r.hc.ivj 7.00 Uhr.

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Höchste Temperatur am 18.19. 2lugnst 1914 Niedrigste , , 18,-19. , 1911

Niederschlag 0,0 mir.

Sonnenschein I Leicht bew. Himmel Sonnenschein

I

+ 21.8 - i

+ 9,8° .

Verantwortlich für den gesamten redaktionellen Teil: Aug. Goetz

Milch dar! den Lauglingen »ich:egebcu werden, wenn sie

an Brechdurchlall oder anderen Darmstürungen erkrank: sind. Man reiche statt bestenKufeke" in Wasser gekocht: es in metiiens die einzige Nahrung, die die Kinder vertragen können und die gleich» zenig verdauungsregclnd wirkt. Nach ,ibe> iiaudener Krankbeil be­ginne man. der ,.Kuseke"-Wastersupve allinäblich wieder Mllch »n- zuletzen, wie es in der Gebrauchsanweisung angegeben ist. l8898bei