Nr. *94 Zweites Matt M. Zahrgang
Erscheint täglich rnit AoSvohmc d«S-Sonntags.
Die „Gietzena ^aml8«>»stMa" werde« dem .Anzeiger' viermal wöcheisttich beigelegt, daS „llreisdiatt für de» Kren Kietze»" ziveimal roddjenifct Tür ^WUbwtrtschafÜtchr» Seii- frage»" ers chsn«, morrattrch zweimal.
Gietzener Anzeiger
Seneral-Avzeiger für Gberhchen
Donnerstag, 20. August PU
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schcn Universttäls - Buch- und Steindruclcrci.
R. Lange, Sieben.
Redaktion, Expedition und Druckerei: Sch-.ll- ftraßr 7. Expedition und Vertag: e^Aöl. Redaktion: esS 112. Te!.-?Idr.: AnzcizcrGießc»-
Der Krieg der Unterseeboote.
16 " vernritzt, vielleicht verhören, — cmst dreier <ttnt- Mhen Rwctzrirht erfuhr rocrn MgKeich, daß nr e hre rc deutscde >llsterseLbor>te eine kShrir Htchrck nach der eurflistchen Allste totentoTOBCT: haben Aksc» gerade die Waffe, der nrcni
wegen ihrer cDipebtebei: Schwäche geraten hatte, zrrtzarpc M vleiben. hat im Teekriege die Offensive er g r iffe n. Die •äfegorr Höchen rrns eben wieder einmal nnterschätzt und werde» Kch tat» titaabem, wie Deutschland im Frseiwn gearbeitet tzat »nd tmrs es nrrn iw Kriege kersben lcarn. Das Boot ^2 IS", inen» wrrkkch verloren, ist wie ein Dydreckopi ersetzt chwrch die drei neuen ll nte rfe e bvote, die in diesen Tagen fertig von der W erft kamen und M unserer Motte stießen Aeätere SchKaeftern dürften noch folgen Ldeb Brrrerlond rmacgt ruhig sein! Qg ist noch qpi nicht lange her, da fc*rr ä*SEo6e, nufere Unterseeboote Dl bekritteln: fie stünden, Zo hieß eS, weit hinter den englischen zurstck, hätten ein «dsrtend klei ne re s Dech4l»cenicnt und e in e n engeren W- ttcwSratnns: «fere älteren Boote seien weit wernger wort, ttä tüe ikertreter der englischen R-Kioffe, und auch keines der a rme n deutschen Boot» baffe sich nur entfernt mit den Sfc°- vrrsenmnten der englischen C- «nd D Klaffe vergleichen, MS dann pKtzkvch die brisanten Leistnirgen unserer U-Boote bet de» lehren SAcrwSvorrr der Hochseeflotte den Krinkchbecn ein Dicht anfsterkwu Da mar auch der letzte Zweifel r»ber- mtot Bon den tnnMgfnhen Ligenfchaften unserer Taucher, denen es yfaaft. ihre Torpedos mit leichter Mühe ans Gchknhtsthhfe Dl lancieren und sich <nuf) in schwerer See Hervotwqgend Di bewähren. Selbst bei klarem Wetter am Dgge gelangen säwihche Hebungen Dir Ullparteiifchen per- mochten mtr in hvei ,Hüllen «iffxnkühne Boote außer Gefecht igl erklirren. Die deutschen Boote mwrovrterken da einer Sicherheit mrter Messer, als seien sie geborene Asche »ot> gingen jedesnwü in so exakter Distanz aus ihre 88^enfeinde. d«e Schlachtschiffe los, daß jedes Boot sicher chnm Tresse: M verzeichnen hatte Könnt einmal wurde boö «ugreijende Unterseeboot tnrti seinem Gegner entdeckt Am Schkaß der Manöver herrschte sckstechtcs Wetter und hohe See, nieuNwd hielt es für möglich, baß ein Unter- feebvoESangrifl erfvigen könne, sogar die Torpedoboots- bfieöm iw schützenden Hafen Da plötzlich er- vei der blerkierenden Flotte, also auf hoher See ein Dutzend Unterseedovtr und gaben ans so nahe Ent- iscrmlng ihre Schüsse oh, daß kaum einer sein Ziel verfehlt habe» dürste Die Unparteiischen erklärten die vier bv- Pchosjencn Schiefe als außer Gefecht gesetzt. Und daS war Nicht einmal eru Ansmrhwesakl. Die «nrrdiqen versichern, daß den Mrtlff an den Manövern keiliubinenden Untersee- Hgoten mehr tochksje sirvu Opfer gefallen seien, als den ue»nzjg Torpedobooten beider Brrckeren Das »var noch HchedeaSsprel! ALan kann sich denken, wie unsere Unters« boote mrter den gegnerischeu Schissen Mrfränwen werden, wenn es ihnen gelingt, ihre Frchrten wie setzt bis an ine eagkksche Küste zu erstrecke». Man rechnet ;eyt für dos Tvrpet« »njcrer U-Swiote mit Schußdistaazen bis zu 8000 ! Metern «rd mit gnteu Dreffchancen ans 5—6000 Meter, TSSir Mindern hier keine Gehernrntffe aus, rändern « cinii e ri, nur au be stnrutj^ge denr Darm.) Nach Ansicht unserer Ma- rrneverwrcktung geuhgt ein Treffer des Torpedos, dessen Sprengladung ans 160 ÄSfogunmu angewachsen ist, um ein Schlachtschiss für lange Zeit kcrnrpfnnfähig W machen; zwei Tre s ser dürste» zxrr vollständigen Bernichtuug führen
Datürlich darf man nun nicht Uebernoiürliches von den L-Bootrn verlangen Es wäre ein unnützes Opfern von istrteqsrwnerinl und Menschenleben, wenn die Boote, iwchdem pch ihre Änwestnhelt verraten, den Kamps iu offener See- ßhlachk nrit seirrdlnhen Schtachtschiisen oder .Krr nZer u ans- nehmen wollten. Das Ilnterseebot ist heute und in absehbarer Zeit noch daraus angewiesen, sich, sobald cs beineckt wird, fernen ffcinden durch die Macht zu entziehen. Wird es enö
deckt, solange tä, noch ansgeLanchl fährt, so ist es während der Zeit des llntertauchens (5 bis 1ü Munnen, dem Ängriss selbst des schwächsten Gegners schutzlos preisgegeden Ein guter Trefser des feindlichen Schffscs. und M brave Blaiv- lacken nebst crner Million Mark Baukosten sind verloren. Eirws »st jedenfalls sicher: Unsere U-Boötr stehen den englischen und sranzösischen in diesem Kriege nicht nur nicht nach, sondern es dürste sich eine tost'ächlich, Ucberlegeuheir der deutschen Waffe ergeben. Bon der ausposaunlen Liejen- zaht der englischen Unterseeboote waren bei Begnn, des Krieges tatsächlich nur zwei Drnlet verwcndungsbereit, und die 5iälfte dieser hat nur eine beschränkte Seeansdauer, die sic also nur zur Verwendung in unmittelbarer Nähe der .Küste geeign« mackn. S-ie ersetzten nur die Mstrenhasrn sperren, aus die Dculschland aus guten Gründen nicht ver- zickper hat. Und was die sranzösischen Boote anbetrisst, so har der Berichterstatter der sranzösischen Budgetkonunission vor gar nicht langer Zeit in der Devurierteulanrnicr darüber geklagt, daß vvri den französischen U-Bvown nur die Hülste militärischen Wert besitze.
Was die Germanicuverst in Kiel und die stuserlictze Werst in Danzig au U^ooten aufs Wasser gesetzt hat, das w«rd feine Pflstht und iwch viel darüber hinaus tun. Es >vird sich zeigen: Man hat »ms unterschätzt!
Die russischen Mordbrenner.
Eure»n briestichen Berichte an die „Post" aus der Umgegend von Bialla, wo bekanntlich em Teil der Kosaken kurze Zest die Greirzc üderschrstren holte, entnehmen wir folgendes;
Der pmchwolle Läontagmorgen Äugustl ließ sich leis, friedlich an. Plötzlich steigen über dem Dorse Säninddern starke Ranch- sänken aus, die sich bald zu einer großen Masse ballen. Lange bleibt ma.ii nicht im Ungaoissen. Im eigenen Dorfe zucken Heuer- flammen in den Arvhdächern hier und da auf. Die Main men breiten sich Mer die Dachfläche auS, und bald steht das Elehöft in Klamnrru. Jammernde zsausdeivodner stürzen aus den Häusern hem»s nnd poijchcndiwch reiten dnnlelbrrrmie Teufel in Kosaken- gcstalt umher; und nach welchem Dach sie ihre verruchte Hand strecken, das ist den Hlammen verfallen. Die Greuelfzcnen, die sich entspannen, spotte» ceder Beschrerbung Äm schlimmsten gingS im G r e n z ort Schtznddern zu, wo die BarriLrden gebaw waren. Schoa der bloße Gedanke, daß den Strppeinvölfcn Widerstand geleistet werden sollte, stachelte sie zur Rache au Einzelne steckten von der Mlckseitc die ksteböstc an und einzelne die Hüpfer von der Straße au». Zur Erhöhung der Panik wurde kommandier!: Lewo, prawo! Lewo, praivo! Links, rechts! Links, rechts! und Salven senilen zwischen die skiehenden und iarnmernden Bewohner Dos Retten der Sache» wurde gehindert Die angesehene Besitzersiran Wiktor kies mit germrgenen Händen über die Straße und ivurdr »vedergeßhossrn Do ihre Leiche fast zwei Tage ans der >Ttrnße liegen blieb, wurde sic von Tckiweinen angefressen. Die Leiche eines- Mädchens wurde am dritten Tage erst in einer Sandgrube, von Krüheu und Schweine» angcgrüfrn. gefunden. Der tzliddrige Mt sitzer Sokoknoisi wurde a»»f der Hcülsschwelle erschossen und dir Lerche ins brennende Haus geworfen, wo sie verkokt aufgesmrden wurde. Im ganzen wurden in Schwiddern sechs Tote und mehrere Brrwnndele gezählt. In Kvsuchen wurde ein Mannangeschossen mrd ein Schulmädchen erschossen. .Hier und in anderen Orten »rnude wenigstens den Leuten die Rettung ihrer Sachen gestattet. In Biolia wurde die Postschafsnerssrau Hnvni, Mutter von sieben Kindern, am Henster erschossen. Der Kaufmannsgedilfe Günther wurde vor bic Türe gelockt und niedergehauen. In Bialla waren sieben Tote und ungefähr zehn Verwundete. Hast alle Schaufenster wurden zertrümmert und einzelne Läden geplündert. Viele Häuser weisen Kugelspureu ans. Die Dörfer Sulimmen, Bclzonzen und Skodden sind fast völlig cingeäschert. Hier wurden auch die massive» Häuser Niedergebra nnt. In vielen Häusern wurden die Möbel zertrüinniert. Einem Linker wurde der Honig — über 2 Zentner —» aus de» Hoi gegrmen, zertreten und verunreinigt. Die ver- ärwstigten Bcwvbner slnchtrten mit den Reste« ihrer beweglichen Habe in die Brüche und Wälder, wo sie tagelang umhrrirrten. Manche flohen ins Arps, Lützen und Rastenburg. Das find bis 8 Meilen weit. Einzelne such noch nicht am Samstag heimgckehrt. Bielen war auch das Bieh verbrannt. Dem Wüst Kordasz in Schwiddern verbrannteu 7 Werde, 17 Stück Vieh und 10 Schweine. DK besten Pferde »richten die ibv-saken. Die Beivohner nuu-cher
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Dörfer mußten ihnen daS Esten liefern. Sie betrachteten sich als die Herren des Landes. Am Monragnachmittag zeigte sich in der Lust eine Rumvlertaude. All»- atinete aus »nd die Hoffnung griff Platz: Unser Heer verläßt uns nicht. Das Flugzeug überslog die ganze verwüstete Gegend. In den nächste» Tagen wiederholten sich da Ereuetszene» in lleuierevi Maße. Einem jungen Manne in Lodigowen wurde der balde 7lrm abgehackt, damit er nicht zum Militä» gehen könne. In Czulwrren lourde am Donnerstag der Kätner Michalzik vor leinem Lxmse, obwohl er um sein Lebe» bat, mcdergrschosscii. Weinend »ring die Wittvc mit ihren sieden Kindern, von denen die zwei jüngsten getragen lourde», von ihrem verbrannten Enhött nach Bialla Endlich rückte auch tzKililär in untere liegend ein, und hosscnllich sind ivir die Hunnen los.
Russischer Gesinde! in Czenstochall
hat bekanntlich einen nächtlichen Ucb^rsall auf die deutsche Beiatzmig vi-rübi. In einem an die „Echtes. Ztg." gelangten Fcldpostchties heißt es:
Czeustochan «xponierter Posten. Vom Feinde siuchtarttg ver- lassen: der öffaoe aber vor Abzug die Gesänginise und ließ die Bestien auf die Mensä,hctt los, diesmal aus oie deutsche. Auch rufsiicche Kosaken, die ihre Pferde lieber verkauften und Wrück- blicbcn, versteckt in der Stade, ohne Unisinrn, Das ist das Ee>, findet, das, bewaffn,x von edeuwlignr russisch,-!! O ffizi ere n und Untervfmiercn, inner dem Schutze der Ämkclhcit liier Klein fwn 'tt>nbl. Ltußerdalb der Stadt sinden sch Verschick in den großen Wäldern des Gvoßfürften Mick«el Alcxanorowitsch. in der Stadt in den berindttgten Vorstädten der Wallf«chrd-i!a 0 i. Raä» dem Abzüge der Russen tzalvn du' Polen iich lrinr behörtikich selbst organisiert, betrachten sich al von RuÄand unabhängig und unterstütze» offen und kräftig das deutsche Heer. Pomviers in gläryenden Hettnen und Sttuz-Mämrer versetzen den S läierdeusdrenn und bemühen sich, verdächtige s»tt>- lelte aufzuhebcii, russische Waitendevou- u> sindni und auszu- liesern, si-uhrparks zu tzilden ,ür Verpfleg»ng-zuncke usw. Polnische Arbeiterkolo»ncn arbeiten an der WiedertzcrsuUuug zerstörter Brüctrn »ind an der Wiederinbetnetzietzung der Eisen- balm. Man hilft den Deutschen, ivv nuiu kaun. Schon am 7. August waren wir in den Vorvofbenstellungen von dzcn- stochru. xiwar Iwttrn die Druptwi, vor uns schon mphnerr Freischärler und Bandcten stmwrechtlich erschossen, dockt ivaren die '^chießercien immer wenig wirkend gewesen. Der 7. August sah den Platz vor dem alten Paiilaiiei .Kloster der sckvvarzcn Madonna von Ezcnstochan als ein Kriegslaqer: Gewchrpuramiden, Feldküchen, WngtUparkS und bum es «Rnosinmel der ^oldatr-n. Ter heiße Tag halte müde geniactü und um 8.30 lltzr abrndS lag hier alles schon in Ruhe, als lwn dem elektrisch l>et,mchtetrn minarrttähniichcn Turm des Paulanerkloflers die >siockc„ tzilb zehn schlugen, da dervnnicke plötzlich ain Ostende der llöstrr- lichen Parkaiübqen eine Bomlie und wie mif Komunand,- sicl>» von den Dächern >md m:s Fenstern der gt-genüberllcgeitd,-» väu- serrrihe nun Schutz um crchntz gegen das biwakiccende Bataillon, ivelches sofort alarmrert, das F-ener erwiderte nnd dir teige Meuctzelmördergesellsclioft zun: Scküoeige» tzrachti-. 'Jtun ging es ans Gesaugcnemirache!,. lieber 600 Subjekte sine- Hvil.e.ch-H-,- auf dem Wege noch Reiße. Zur Stattiicning soiorttgei, Eiempcls wurden Nvei Smbjekte au der Klostecuamcr in confpectu der übrige» Gesangenen, meist LlasterarMliischen Gi-stattcn, standreckstlich er- schosse»,. Der feige llebersall der Irreg,üären von Czcnswchau kostete dcnr Regiment 9 Tote, 27 Bettvirndete. «tzleichtzecttg waren auch die Vorposten aus naheyeli-genen Häusern beschoste» worden. Die vom ReginrentÄmnn»md>-ur noch loätzrenb des Gefechts befohlene Wegnahme iniü Einästtieruiig durch eine Kompagnie war die Folge. Leider raubte der 7lngrifj auf die Vorposten der l l. .ieompagulc den Feldwebel. Die Tölen und Verwundeten, ein Feldwebel, ein SanilätSnntervsfizier und 31 Mann, wurden nach Lubliiritz gebracht. Der Laudrat von Liiblinih orientierte Czcn- stochaus Besaitung, daß so die Art des rivslschccki tNeinkrreges sei, und man ans weiteres gefaßt sein müßte. Die Gefangen» nahiiic von über 600 Subjekten, die rigoros diirchgefüchrteu Zwangsmaßregeln gegen die Stadt, strengste Bewack»u»g, vor allen Dingen aber das nächtliche Standrecht, scheinen dockt etwa-: geholfen zii Hatzen, Auch die polnische Bürgcrschatt, empört über dies« Art rusii scher Kricgsübruiiq, hat mit gewirkt. Verdächtige zu internieren, Waffendepvlc- au-r-imdig zu zu mackten und durch Maueranschläge vor Wiederholmig zu schrecken. So blieb cs denn, abgesehen von einigen Porpvstcu- schießerrrcn, auch nachher ruhig.
Msternir-5agen.
Zur Srmnrnsürsternis am 21. Angusi Loa Franz Pflüger.
Bon jeher haben die F-inslermsse, Sonne» wie Mondfiuster- wsfr ans die Mruschcv einen gevralnge» Eurdruck gemacht und rhre Phantafre anss Lebdaßeste beslbäiligt Be, alle» Völker» sinden wir deshalb Mtzthen, Märchen oder -Sagen, di« die Er n st c chuug der Finsterniiic zn erklären suchen. Und wenn auch die RBen- Lausr der Jahrtausende die ErscheiuMge» in ein- I Weise zu deuten wußte, so erhielten sich die Gcbüde der doch von Gesctstecht zu Geschlecht.
Bin der Beeidest dieser Sagen imd ihrem verschiedenen Ur- kprnng 8t es kein Wunder, daß sic sich im eiirzrknen wesentlicki eBUcmmtbn- unter, chertze», die Grundzüqr der .'Rhchcn aber sirch »on überraschender tSlerchmätzstrkcst In vielen dieser Dchthrn wich » B. Krankheit oder Tod des Himmetskörvers als Ursache der «erfenürruiig angenommen Dieser Aunassung begrguen wir bei nvrd<n»rrAain>chen Indianern, den Gariben, Inka-Peruaneni, Hottentotten, Aino, Minrrngkabanern aus Sumatta u. a, m. Da inan n»lu nwist schLannc Folgen befürchtet, so legt man die Hände nicht sorglos in de» Schoß, sondern tut alles nebgliche. drohender- llnhest abimoenden So waren die allen Inka-Peruaner der Meurmlg. der Mrnch »«rde. »alls die Finsternis bewirkende K rn nkdei: sich nrchr hebe, unfehlbar sterben und vom Hinrmci sollen: olles wstche zugrunde gehen und das Ende der Welt da »ei». Deshalb mnchten sie mit Trompeten. .Hörnern, cstünbetn nnd Tronrrxetn einen schrcckLcden Lärm, vrügettcn ibrr Hunde fürchterlich durch r» der Uederzeagnnq. daß der Mond, dem sie eine gwHc Liebe zu diesen TDcen zuschricden, aus Mrücü> inst ihnen ans der durch die Krmckdert ver u rsachten Beiänlarng erwachen würde. Groß war dann die Freude, wenn die Mittel angeschlagen hatten und der Mond lorcder in vollem «Ranze erstrahlte. Die Aiuo auf Jeffo Asicnl schleppen Wasser herbei, spritzen es gegen ine Sonne, um die ohumächtige wieder zu belebe», und rufen ihr ermu tigend z»: „ ftamm atnnia. Ittrrnin atemlos" 3D (5oc, wir uunhen dich ivi eder lrbeadigck , während cmdere Lökker die HrntwclS- körpiu dnrch Beten und Javanern ans ihrem Todesfchlaie zu erwecke» suchen.
Heu und wieder b e g r g-ir e u wir bin den allen Iich>-Deraa»er auch der Ansicht, daß dir Sonne Ser erncn von den Menschen hgzängcvru Fehkrr erzürnt sei, weshalb ihr Antlitz gtestb dem crurs zoruigeu Menschen entstellt sthcme, die Tlinkitrn Mord- muercko ! aber veiiuiilcn bei einer Mouperuüernis. daß der Hstn- «klskörper, zvrnec, über einen ertittenen Verlust, sein Antlitz ver- fr nsterr . Dethalb tragen die Reichen ihren gesamten Besitz ans dem JJxntfr und kü rte» ihn dem Monde an Ist dre Finster»
so briwgen sie schlauirigst chr.- Habe wieder in
S icher h e i t, dem Monde nur eine k^rnr Gabe rnrücklassend. Bei einer totalen Finsternis gtcrube» sie, der Mond habe sich verirrt. Darum gehe» sie alle hinanS und stimmen bestmderc Geiäiige an, mu den Mond wieder auf den rechte» Weg zu bringen. Die Esll» mos erzählen, der Mond schleiche zur Zeit der Finsternis in den Häusern bcrnm, um eltvas von den Fckl- und Eßwaren zu stehlen und wohl gar die Leute »nrzubringen. Daher verstecken sie alleS; die Männer aber tragen die stiste» nod itejfei aujs Haus und schlagen nnt einem solche» Gcprasicl darauf, daß sich der Mond endlich davor furchtet und wieSer au seinen Ort geht. Ein ganz ätuckichcr Glaube herrscht bei den Alente» Der Maud kommt zur Erde herab, nascht in den Häusern und tütet die Menschen, die »tickst alle Enthaltfamkeitsregeln befotgen.
Ans dem bisher Gesagten gebt hervor, daß man sich dir Hnn- melskörver als Wesen mensch!nbec. beziehmsgSweise göttlicher Natur vorstelltc, die alle möglichen Eigeuschasbrn besaßen und auch Krankbett nnd Tod uttterworscn waren. So kam man zu der Ansicht, daß Sonne und Mond bei Vcrnnsterungen krank seien oder ,m Sterben läge», daß sich ihr Anttitz im Zorn verdüstere oder daß sie vom Himmel herabstiegrn, um sich untrr die Menschen zu mische». Diese Mythen haben wir jedeusalls als die ursprünglichsten auzuseheil. Nach und nach erhob sich aber die Vorstellung vom Wesen der Götter bei den verschiedene« Völkern auf eine höhere Stufe. Wenn diese auch Menschengestalt besaßen, uxiren sic doch nicht mehr allen menschlichen liebeln^ ausgeseyt, sonder» vollkoimnener gebstdet und eines besseren Schicksals teilhaftig. Jnjvlgedessen dachte man sich Sonnen- und Mondgott nickit mehr Krankheit und Tod unterworic» und schui nene Btpthen. Drc w der Mehrzahl der vrimittven Religionen zutage tretende Rri- gnng zur dualistischen Anschaunugsweisc schuf überall gute und böse Prurziveen, Freunde der ^Menschen und schädtichc Dinnonrn. Die Sonne als Lichtt'pcnderrn des Tages und der Mond als Er- heller der Nacht galten natürlich zu allen Zeiten und überall als Freunde der Menschheit, ihnen aber stellte die mytbcichildendc Pbantasic der Menschen übernalüiliche Feinde in der Bestatt von Wesen gegenüber, welche durch Vernichtung der Himmelskörper den Erdenbewohnrrn zu schaden suchten. So «zählen die Cariden lNordameriku Hm Dänro» Mabosa. dem Hasser altes Lsthts, der Sonne und Mond zu verschlingen wchtr, nnd eine von Bastian »ritgeterlte badhrstische Form der Fiirfternismpthe schildert den H imm e l sgott Indra, wir er de» Dämon Rah» inst seinem Dourrer- kest verfolgt und ihm den Bauch aufschliyt, so daß er die Himmelskörper. wenn er sie auch verschluckt hat, doch immer wieder hcraus- schlüpfcn lasse» muß. Auch Griechcu und Römer erzählte» oo« einem Dämon, den sie durch böllvchen Lärm zu venckeuchen f»chten, w ä b r eiid die Kclren das llnhcil eincm Riesen z»s ch r ie ben
Wie de» meisten bösartigen Dämonen lieh die Phautasir vieler Böller <r«ch de« Erzengcru der Fsistcrms -die Gestatt scjstrr^crcr
Raubtierc. So denkt man sich in China, Siam und andercu buddhistischen Ländern Sonne und Mond von einem Drachen verfolgt, in einem großen Test des malaisckwn 'Archipels vor Schlangen, bei den Chignitvs und Potimvitonn von riesig!» Hunden, die sie über den Himmel sagen, sic packen und zerren, bi-.- chr Licht von dem den Wunden enlströmenden Blute ausgelöschl wird. Die Tnpis ^SüdawerSa iagcr,: „Der Jaguar will die Sonne fressen", erheben lautes Gcichrei und iuchen durch bren nevdr Pfeile, die sie i» die Lust schießen, das Raubtier zu vcr traben. Bei den alten Germane!, aber verfolgten zwei riesige Wölfe dir Gestirne. Zn Hrabanu-s' Zest ffi42 n Ehr. wurde in Fulda mst Iustruineittcn gelärmt und dnrch Zerschlagen von Geschirr dem ZRond bei der Bersinsterung gegen die ihn mit Verschlingen drohenden Ungeheuer geholfen, und noch im 17. Jahrhundert wird in England dieser Brauch geübt. „Die Iren und Walliser laufen während eiuer Finsternis umher und hauen auf .'keffcl und Pianncn, indem sie meinen, daß ihr Lärm und Spektakel den höheren Sphären zur Hilfe gereiche", berichtet ein englischer Schrissitell« So war aus da Ärankhest der Hinimelslürper eine Verfolgung, aus dem Todcskampse da sißviirne ein Vaschlungenwerdcn durch lln- geheuer gaoorden, und hatte man früha durch Jomman und Lchrcien da Angst und Traua um das kranke oder stabende Ge stirn Ausdruck,gegeben, um es dadurch zur Wckkchr zum Leben zu bewegai, so hatte setzt Lärm, Geschrei und Schießen den Zweck, die himmlische» llünerc an ihra für das Weltall so ge fährlichen Absicht zu hindern.
Zum Schlüsse haben wir twch der Mhthen zu gedenken, nach welchen Finstantsse die Folg«! eines heitige» Strestes zwischen Sonne und Mond sind, die man sich als Eheleute dachte. Nach dem Glauben der Cakihiguel-Indianer von Guatemala artet dieser Sttest sogar in einen abittaleu Kamps aus, und d« Morgen stern hat die größte Mühe, das feindliche 'Laar zu trennen. Gelänge ihm das einmal nicht, so würde die Weit zugrunde gehen, und die Menschen müßten alle sterbe». Verschiedene am konische Negcrstämme lärmen mit Trovrmcl», kreischen und rufen: .Tlatzk ihn gehen! Geh fort! Geh hinweg!" um die Sonne zu aschrecken und zu bewegen, den Mond in :stuhe zu lassen. Diese Miuhcn sind natürlich nur eine Variante der vorha cnvähntrn, nach deiren da Himmelskörper von einem T-rmo» tzevroht wird Infolge da mst dem Kamps verbundene/, körpalichu, Anstrengung und geistigen Aufregung vda auch infolge der Fesselung des einen durch de» andern vertiert da llnierliegenoc die Fähigkeit, Licht zu spenden.
Hia wäre aucb noch eine anmutige deutsche Sage zu erwähnen. die in da Obapialz erzählt wird. Als Lonne und Mond Hochzest hielten, zeigte sich der Mond kalt und langwellig wie stumer und hätte am liebsten die ganze Nacht vaschlajen. Das oadroß dre Braut, und sie schlug ihm eine Wette vor: Wer


