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** Tie Ausübung der Jagd. Man schreibt uns aus fnristischrn Kreisen: ES sind hier und da Zweifel laut geworden, ob die Ausübung der Jagd in gegenwärtigen Kriegszeiten stalltest sei. Nun ist selbstverständlich in den ^andeSteilen. die den Kriegs- schauilätzen nabe liegen, die Ausübung der Jagd nur im Rahmen besonderer behördlicher Erlaubnis statthait, auch ist allgemein daraus zu ballen, dast gröbere Gcstll'chaitsjagden mit Gastrreien und dergleichen schon im Hinblick aut den Ernst der Zeit vermieden werden, im übrigen aber ist die Ausübung der Jagd nicht nur stattbatt. sondern, wie jede nirlichaitlicke Tätigkeit, erwünscht und notwendig. Der reguläre Abschust des Wildes must eriolgen, sowohl mit Rücklicht auf den sonst der Landwiiwchast erwichstndru Wild­schaden wie namentlich auch im Hinblick ai» die Unentbehr­lichkeit des Wildbrets tür dre Ernäbrung von Kranken und Verwundeten. Ist somit die Ausübung der Jagd vom volkSwirtichaitlichen Standpunli aus mich in gegen- märliger Zeit anqemeffcn, so ist damit gleich die Frage beanniwrlet. ob eS valsend ist, dem Bergungen der JagdauSüdung obzulicgen, den» sie bildet eben nickt nur ein iolcke? sondern eine ixrecktigte. wie j-de andere Beichäitigung wirii'chaittiä» nickt zu entbebrcndc Tätigkeit. Dast »uiola- des vairiotiichen Sinnes un'erer Jäger das Erträgnis manches JaadtageS den KrieqSlazaretten als Liebes aabe Lberw e'en w rden wird, ist loobi zu erwarten Ter baldige Aufgang der Hühnerjagd tvird hierfür Gelegenteit bieten.

** lat m Habt und brr russische Feind Der Tarm- stäbter ..Täglich» An,einer" brachte umer der lleber'ckrinUn- ersreulubcS au« Hessen" eine» Angriss gegen dir dri ische Regie rung. die mich i» der jetzigen Zeit den Zaren, dem dock die Haupt» schuld an dein geaeinvärtigen Kriege bei,»messen sei, in Schutz nebme. ES beißt in dem Artikel: ..TaS amtsiche Crnan der kefsischen Regierung, dieTarmstädtcr Zeitung" bat eS ierligg-bracht. ihren Leiern wichtige Teile au? dem Weißbuch der Reil Sregierung einfach ,u iinter>ck><agen. io de» Teprschenwechsel zwi'ch'n den beiden Kaisern Dem amtlichen Organ wird man nicht den geringsten Bonvuri machen dürfen, denn seine Redakteure lg-Zel:i nur nack einer Anweiknng Bekannt ist ja. dast die . Darm­städter Zei'nng" seit Jahren keine Nachrichten über Rustland und Montenegro t»-r ftensticken dar', die etwa« Ungünstiges über diele r '!ira p enthalten. Bom Staatsministerium aus wird eine äusterst strenge Kontrolle geübt, so dast man die RubrikenRustland" und Monte"-»-»" ,uweist vergeblich in diesem Dsg'tc sucht." Tie ..Darmstädter Zeitung" erklärt die Behauptung deS ..Täglichen Anzeigers" in allen Teilen für » :i m c b t Die Redaktion habe im Gegenteil non der Regierung »i B-ainn des Krieges die Deiiunq erhallen, alle Wolftscheu Tele- nramme iinverhüllt zu bringen. und habe demgemäß den ihr über i as Weistbuck zugeganqenen Dcpeick>enbrie> des Wolincken Bureaus, de.' einen gekürzten AuSzua aus dem Weistbuck enthielt, sofort und v-enaetr-u veröffentlicht Ebenso >'ei es unwabr. das, dieDarm- städter Zeitung" seit Jahren die Weisung dabk. kein- Nackrickien über Rustlnnd und Montenegro zu veröffentlichen, die etwas Un günstiges über diese Staaten enthalten. Weaen der gegen dgS SiaatSministerium erhabenen Vorwittie sollen gericktlichc Schritte eeien denTäglichen Anzeiger" eingeleitet werden.

" Zweckmäßiger Kleingartenban. Im Hinblick aus die Notwendigkeit einer »weckmästigen Bermestrung der Baden­er,eugnisse sei hingewiesen mis die von dem Hessischen Zcn- tralverein für Errichtung billiger Wohnungen herauigegebene TchrjstDer zweckmäßige Kleingarten", versastt non KreiSobstbau-Jnivektor Mazarin in WormS. In kurzer und keichtverständlicker Weise behandelt die Schrift alle einsch'äaigen Fragen. betr Dadenbcorbeitnng. Düngung, Bepflanzung. Obstbai- ck-temüteteu. Zücktung von Beerenobst. AuSiaat Besonders wertvoll erscheinen gerade in der jetzigen Zeit die DgrsteUiengan über ratio­nelle Ausnutzung eines Beetes mit genauen Angaben darüber, wie die Bepilanzung in der gegenwärtigen und in sväiercr JabreSzeit in »weckmästiqer Deist zu rrsolgen hat Die Sckirift kmin van genann­ten! Berein in Darmstadt, Dilhclininenstraste 3, unentgeltlich be­zogen werden.

" Zur Nachahmung empfohlen! In welch ovier seendiger Weise sich in der heutigen schweren Zeit der Einzelne seiner bedürstigen Mitmenichen aunimmt. ohne dabei mit seinem Namen in der Oefieirtlichkrit zu qkänzrn, benwist wiederum folgen­der Fall. Mehrere jedenfalls befsergeslellte Mitglieder des Konsumvereins Gießen und Umgegend verlangten in einigen BerteilungSstellen Brotmarken zu kaufen zur Estatis- abaabe an bedürftige Jamilien von eingezogenen und arbeitslos gewordenen Arbeitern. Obwohl der Konsumverein bisher Brot­marke» nicht geführt hat. hat her Bnrstand des Vereins doch ioiort Vor orge getroffen, dast solchem Verlangen entviochen wer­de» kann, und können von jetzt ab alle diejenigen bessergestellten KoniumvercinSmitalieder, die bereit sind, dem oben erwähnten Beispiel z» iolgen, jederzeit Brotmarken zu diesem Zwecke im Buren» deS KoniumvcreinS, Schanzcnstrastc 16. erballen

Fstrlorqe I st r die A » a e ll e l l t e i>. T ii fflrma tz. Schall lta edt, «st. m. b k>. hier, bat, wie »nS bericklel wird, »ach dem Vor^il» anderer indultriellcr U»>erii»h,n»»geii belchloslen. den Jginilien ihrer z» de» Fahnen einberuienen ve>heiratete» Be- amten, auck wenn letztere lckon »nmillelbar »gch der Mobil- iiialiiing einqerückt sind, das Gehalt lür den Monnt A»qu0 voll giisziibezahle», während von, l September ab bis al weiteres die Hallte de« bisherigen Gehaltes zur AuSzahlunq aelangt. Die Fra» jedes ins Feld gezogenen verheiratete!' Arbeiters erhält bis an- weiteres wöchentlich Mk. 4,60 und jedes Kind unter 15 Jahren wöchentlich Mk. 1,50.

" D i e Lage deS A rb e i ts m a r kt es in Hessen im Juli 1914. In der Metallindustrie nahm nach dem Bericht deS Städt. Arbeitsamtes in Frankiurt a. M. die Zahl der besetzten Stellen gegen den Bormonat etwas ab und die Zahl der Arl-eitslostn etwas zu. Gegen den gleichen Monat im Vorjahre war eine Besserung zu verzeichnen. In Mainz war die Nachstage nach Fabrikipenglern und Elekstoinstallateuren lebtest Im Satt­ler- und Tapeziergewcrbc war in Frankfurt a. M. die Nackirage zufriedenstellend: alle oistnen Stellen wurden besetzt, und alle Bewerter konnten Arbeit rinden. Bei den Sattlern war die Arbeit: qeleaeiibeit nicht so reichlich, verlangt wurden besonders Leute für Estichirr- und Kaqcnarbeit. An Frankiurt a. M. dielt die schleckte Arbeitsgelegenheit lür Tapezierer iast den ganzen Mo­nat an: erst gegen Ende deS MonatS setzte eine kleine B'lserung ein In Mainz war bei den Tapezierern soniolil das Angebot wie die Nackirage geringer In der Industrie der Holz - und Schnitz st osse war in Franknirt a. M. bei den Sckreinern gegen den Vormonat ein Fortgang in der BcriiiiltliingStätiqkeil zu ver­zeichnen. Auch die Zahl der Arbeitsuchenden batte sich weiter ver­ringert ES tourten Banichreiner und Anschläger soivie Leute für Kundschait-S- und kleine Reparaturarbeiten und teilweise für Neu­bauten verlangt. Für Möbelschreiner und Schreiner für besseren Innenausbau uwr gar keine Nachirage vorhanden. Auch der Deutsche volxirteitervertend in Frankfurt a M. teilt ms», dast der Ge- schäitS-gang im BericktSmonat als gut bezeichnet werden könne, die Zod! der o'senrn Stellen erreichte die deS gleichen MonalS im Boriabre. während die Zahl der Arbeitslosen beträchtlich siel. Eine giöscre Anzahl Zngerciuer konnte untcrgebrackt werden. In Mainz war große Nachträge nach Bau» und Möbelichreinern für land Itdx Betriebe In der Wrinküstrei war die Ge'chästslaqc schlecht. In der Tabakinduftrie setzte nach dein Bericht deS Deut­schen Tabakarbeiiervcrbande», Sitz Frankfurt a. M., gegen Ende des Monats eine grösterc Arbeitslosigkeit ein. Im BcklcidungS-

? >ewerbe war in Frankfurt a. M. die Beichästigungsgelegenbeit owobl bei de» Schneidern wie bei den Schuhmachern durchweg beiier als im Bormoizal: das Eieickäst ilaute zivar durch die Schul­ferien etwas al'. doch konnten eine beträchtliche Anzahl Stellen mehr besetzt werden als im gleichen Monat deS Vorjabres. In Main, war starke Nachfrage nach Schuhmachern. Tie Nachstaqe nach Schneidern war gleich die des Vormonat», sie betrug clwa ein Drittel de» Angebots, konnte aber dennoch nur schwer gedeckt wer­den. weil die arbeitslosen Eroststückarbeiter die lür die z«einstück- arbeiter osicnen Stellen nicht annebmen wollten und auf Um­sonnen nur wenize geübt waren. Im Baugewerbe war nach dem Bericht de» Ltädt. Arbeitsamtes in Frankfurt a. M die all­gemeine Lage gegen den Vormonat etwas günstiger. Besonder» lebhait war die Nachirage für Maler, Weistbindcr und Tachdcckcr: bei den übrigen Berufen wie Maurer, Zimmerer, Ajphalreure uiw.

war da» Angebot an osjenen Stellen und Rachstage normal. In Kassel war im Baugewerbe der Geschäitsgang schleppend. In Mainz mutzten die für Zimmerer gemeldeten Stellen säst sämtlich mit Zugereisten besetzt weroen. Für die gegen den Vormonat in er­holter Zahl vorgeinerkten Maler und Tüncher fehlte es an ge­nügender ArbeitSgeiegenbeit. Im Graphischen Gewerbe wird nach dein Bericht deS Deutschen Buchdrucker-Verbandes in Frankfurt a. M. die Lage des ArdeitSmarktes als sehr schlecht bezeichnet: eS weiden nur ganz vereinzelt Gchilstn eingestellt, da­gegen nimmt die Zod! der Arbeitslosen songcsetzt zu. ES verblieben am Monatsschtust ICIö Arbeitslose gegen 13ö i. V Durck die Mobilmachung wurden einzelne Geschäite sofort geschlossen. Der Deurichl' Buckdrucker-Brrband in Kasiel bezeicknetc die Lage des ArbeiteinarkteS als trviUos. Einige Firmen haben ben Betrieb bereits stillgclegt und andere werden noch folgen, Jim G a st - wirtgcwerbc war in Frankfurt a. M. die Vermittlung iür AuSbilsen infolge der imgünstigen Wiitrrung schlecht. In Kassel waren die VermittlungSergebniss« bcstiedigend Im TranS- vortgewerbe sowie für Erdarbeiter war nach dem ^st­richt des Stadt. Arbeitsamtes in Frankfurt a, M. die Arbeit« Marktlage im BericktSmonat beiier als im Vormonat und besser als im gleichen Monat des Voriabres. Hingegen war die Verniittlung für Fabrikarbeiter kaum nennensiostt. Die Nachstage nach älteren Ausläufern und Packer» so­wie Lagerarbeitern war sehr gering. Die Nachirage nach ju­gendlichen Arbeitskräften war zuiriedenstellrird. Es herrschte Mangel an geeigneten Hausburschen. In Mainz war lür ungelernte Arbeiter insbesondere in den Zementsabrrken ArbertS- qelcgenbcit In der landwirtschaftlichen Abteilung de» Städt Arbeitsamtes in Frankfurt a. M. war im BerichtS- nwnar die Vermittlung gröstrr als im gleichen Monat des Vor­jahres, insbesondere war starke Nachstage nach Knechten und ständigen Arbeitern. In Kassel war zur AuSführiiiig von Erntearbeitern große Nachfrage nach landwirtichasllichen Kstiechlen, während Taglöbner weniger verlangt wnrd,m. In Mainz verlangte wird erhielt die Landwimckast eine gegen den Vormonat erheblich gesteigerte Zahl von ArdcitSstisten.

Landkeri^ Kirsten.

-I Wtfinltrq, 19. Ang Ein schwerer llnsall trug stch beim Frucklniälie» z». Ter Lob» de» Landwirts Oueckbörner kain vor da» Meüer der Mäbniaschine: da? Bein wurde ibin Über dem Knöchel bis t» den Knocken durchschnitten. Ter Pater brachte dar Kind in die Klinik »ach ckjesten.

<kl L »inda, 16. Ana- Für das Rote Rmi, ainaen in unserer Gemeinde 3-4,SO Mark als HanSkollekte und n9,10 Mark al» KirckenkoNekle am allgeineine» Biiü- und Bettaa ei», i»S- aelnnit also ei» Betrag von 743.30 Mk-, aewist ein ersrenlicher Zeichen für den Epstrsinn der biesia-n Einwohnerschast.

KrriS Büdinqe».

X Büdingen, IS. Ana. Nach Milteilung des Lanbes- verer vom Roten Kreuz. Zenlralabtcil»»a. ist iür den Kreis Büdingen nnr ein Lazarett, und zwar in Büdingen, in Ausüchl genoninien. Tic Derhandlinigen findock ii» '"gge.

Kreis Lantrrbnch.

iidi Sickendorf, 19 Aug. Herr Bnro» Aibrecht Ricdesel da! die bei seinem diesigen Schloß gcleg<mr Reitbahn zu einem Laza­rett von etwa 50 Betten mit allem Zubehör umgewandelt. Die stille Lage unseres N einen Dorfes unld der mi da» Schloß sich an- schlievendc sreiderrlicke Park wird unser Lazarett zu einem idealen Landausentbalt für solche Verwundete, di: bereits in der Genesung bcgris'en sind, macken.

ib> Lauterbach, 19. Aug. Ruck hier soll ein Lazarett errickt-t werden, und zwar in der während de» Krieges stille stehen­den D a m e n hn l io b r i k von Feik. die große Helle Räume enthält nnd eine ruhige Lage hinter der Realschule Hai.

idl A u S dem K c e i s e L a u t e r ba ch Dir Erntearbeiten nehmen eimn slotien Fortgang. Die Bauersleute brlsen sich gegen »eilig io bereitwilli , und iind so unermüdlich sleistig, dast sremdc Hilke nicht nötig ist. znmal da» gute Detter, das Gott beschert hat, die Arbeiten sehr fördert.

KreiS Tchoktc«.

tz HartmannSbain, 19. Aug. Ein reckt bewegte» Leben hat fick seit weniqen Taqen aus bieii'trm Bahnhöfe durch Heu- verladen entwickelt. Die B-nvvbner hiesiger Gegend und der nahe- gelegenen Orte au» preußischem Gebiete kommen täglich mit großen Fuhren Heu angeiabren. um dasselbe hier zu verladen. ES werden im D-,vchschnitt am Tage b fi Waggon» verlaben Händler, ioelckv das Heu für dos Proviantamt Hanau auskaufen, zahlen für den Zentner Mk. 2,402.99 bestes Wstfenheu.

KreiS Frikdbera.

lßl Dad-Nn u li eim. 19. Aug Mit Rücklicht auf die an­wesenden Russen in Bot^Nauheim wurde gestern ein Erttablatt der ..Bad N a u b e i e r Zcitun g", da» au» der ..Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" die Notiz brachte, die deutsche Regierung habe erneut Derliandliinqen mit Belgien angeknüpst, um dessen Neutralität herbeilusübren, durch die Polizeibehörde beschlagnadutt.

Starkrilünrg u»L stihrinliessrn.

rm. Darmstadt, 20 Aug. Der erste Berwundeten- t r a n S p o r t ist heute nachtt hier eingetroffcn. ES sind etwa 90 teil» sckitoer, teil» leicht Verwnndetc verschiedener Regimenter, die um» Teil von der belgischen, teils von der stanzösischen Estckiz« kamen und meist in dem in der Trchuiichen Hochschule eingerichteten Lazarett untergebracku wurden. Um den Preistreibereien der Großhändler aus dem Wockwnmarkt entgegen,uarbeiten. hat da» Polizeiam! angeordnet. dast von jetzt ab das Aufkäufen von Gegenständen de» Lockenmarktverkehrs zwecks Wiederverkaufs erst von 9 Mir ab zugelaisen wird Tie Markt,eit bleibt im übrigen aus vormittag» 6 bi» abends 5 Uhr bestehen Dir ausgestellten Gegenstände dürfen nicht zum Schern dostehrn, son­der» jedeni ikäuser must aus Verlangen der Preis angegeben und die Ware gegen Zahlung deS Kaufpreises überlassen n>erden

Htsseii-Rassau

Frankfurt a. M., 19. Aug. Eirostc Bageisterimg herrschte in den Reihen der Nordamerikaner, die ieitber im Ge­biete de» deutsckxn Reiche» als Gäste geweilt und heute gegen 1.15 Uhr nachm, aus dem Lauptbahnhok in Frankfurta.M. auS dem Norden und bilden sowie au» den umliegenden Badeorten cintraien, um gegen 2 Uhr mit Sondeezug stiber ttöln nach Rotter- dain weuer zu fahren und von da die Reise über den Ozean m die Heimat anzutreten. Der rünlzehn Wagen starke Zug ivar völlig besetzt und zwar nur von i'olcknm nordamerikanischen Gästen, deren Her; hockuiehoben war von Stolz und Freude über das deutsche Heer und seine Feldlwrrn. die die Franzosen und Mosko­witer bereits in namhaften G'strhlen überwunden durch deutsche .Erait und deulichc Hiebe. AS der Souderzug auf Statton Höchst a. M. hielt, wurde unseren amerikanischen Freunden eine Ueberraschung zuteil. Damen vomRoten Stirn," überreichten ihnen rote und weiße Nelken. Hocherfreut nahm man die duftenden AbschicdSgrüst« in Empfang und legten reich- litte Spenden für da»Rote Stirn," in die zarten Da men- bände, die mit der Zeit sich als viel zu klein erwiesen, um die Ningendrn Münzen z» fassen. Bevor der Zug sich in Bewegung setzte, richtete ein alter Herr auS New Bork folgende schlichte Worte in gebrochenem Deutsch an die Anwesenden:Adio Ihr gute Teut- itten! Nur En chder Sieg! Nieder mit allen Euren Feinden, auck nieder mit Japan!" Tie Sette lösten tiefe Ergriffenheit au» Ein Pfin. Der Sonderzug setzte sich in Bewegung und verliest unter lüchenckwenkeii, Hockruien und den Rusen aus Wiedersehen die alte Halle de« Badirdos» Höchst a M. und dampfte mit den Freunden des deutschen Volke» dem Rhein zu.

Eingesandt.

Gießen, 18. Aug. Btkämvinnst der krimintiltn Pagabunöagr.

Während unsere Truppen im Felde stehen, beginnt soeziell an den großen Vcrkcbrsstrastcn, wie wir sie z. B in Gießen in dem Ttratzcnzug von Frankiurt nach Kassel baden, da» Vaga­bundentum sich bemerkbar zu machen. Auch sollen in den letzten Tagen mebrere Diebstäble erfolgt sein. Gerade in KrregSzeuen muß im Jntcrrssc der arbeitenden BevöUerrmg, die vom besten Sillen

veiccti in, \huucu ....... ytmicn Werk oer LandeS-Verieidigunq

mitzudctieii, gegen kriminelle Arbeitsscheue, die sich die allgemeine Loge zu Nutze machen, energisch vorgegangen iocrden. Datei ist zwischen unverschuldeter Arbeitslosigkeit und krimineller Vaga­bundage ein scharfer Unterschied zu machen.

Der Eim'ender lwtte in den Tagen seit der Mol'ilmachung mehriack Gelegenbeii. solche vagierende Faulenzer zu beobachten und hält speziell sür Gießen folgende Maßnabmen für nötig:

1. Rasche Verlegung de» P o l i z e i a in t e s Gießen oder eine, Abteilung davon in die frühere Ohren klinik an dem Eisenbahn- Übergang in der Frankfurter Straße, um die Franksurtei Straße al» Hauptpaisagc dieser Personen leichter unter Wache teilen zu können

2. Fall» die» rechtlich möglich ist. ein Zwang für alle Wandern, sich in dem Arbeitsvermittlungsamt der Stadt zu melden mit eventueller Bescheinigung hierüber. Festnahme der Landstreicher, die sich dieser Llufsicht zu entziehen (ncten, und Heranziehung zu gomciiiiiützigen Arbeiten nuterpolizeiLckzerAussicht.

3. Vermehrung der polizeilichen Aussichtsbeaiiiten, durch T r c i willige Hilter, die beionderS zu kennzeichnen und ,n i i AuSweiS zu versehen nstiren, so daß sie im Noffall polizeilich« Funktionen auSüten können.

Sieter werden sich nnter den auS irgend loelten Gründen nicht zum Militär AuSgebobenen eine ganze Reite finden, die zu einer >nieten frcinnlligen Polizei-Hilfe bereit wären Wir lxiten in den Tagen te-r Mobilmachung gesehen, wie sehr sich die sofortige Einslellimg von älteren Leuten alS Wachtposten an Brücken und Eiirntehnüdergän-vm bewädri bat. Das gleiche Verfahren könnte auch der besonders in striegSzetten listigen Plage deS kriminellen LondstreickiernimS geg>müter von Ltutzeii sein. ^

Dabei denke ich nicht nnr an eine Aussickst bei Tage, ionder» auch bei Nackt, besonder» in den periptewisckien Teilen der Stadt. Frrner matten eine Reite' von Erfabrnngeil die Ausdehnung des Vorschlages Nr. 3 aus die Organisation der Gendar­merie in der Umgebung von Gießen iröiig. lim Aeusterung zu diesem Vorschläge wird gebeten.

WetteranSsichlen in Hessen am Jreitag, den Ll. Aug. 1914: Meist heiler nnd trocken, dock Geivilterneiguna.

Letzte Nachrichten.

Deutsche Siege.

Berlin. '20. Aug. Unsert Tnirwrn eroberten Tir- ltmont. eine Feldbaitrrie. eine schlurre Batlerir nnd eint Fahne und machten '>00 tsirfangenr

Unsere Kavallerie nalim dem Feinde bei Perwez zwei Geschüße und zwei Maschinengewelirc ab.

Ein crsolgicichcs Seegefecht ;wcicr deutscher Kreuzer.

B e r l i n . 20. Aug. Die beiden kleinen KreuzerTkrast bürg" undStralsund" haben in den lebten Tagen einen Vorstoß nach der südlichen dlordsee auSgrsnhrt. Hier bei sichtete dieSkraßburg" nnnieit der englischrn »üfte zwei feindliche Unterseeboote, von denen sie eins auf große Entfernung mit wrnigen Schüssen zum Sinken brachte.Stralsund" kam in rin Feuergefecht mit »irhrerrn TorpedoboolSztrjtörtrn auf größere Enlfcrnnngen. Zwei Zer st ö rer erlitten Brichädigungen. Br» dieser Gelegenheit konnte ebenso, wie bei der Erkundigungsfahrt eines Luftschiffes bis zuin Skageragg erneut feftgestettt wer­den. daß die deutsche Küste und ihre iKewässcr frei von Fein­den sind und die neutrale Schiffahrt unbehindert passicrrv kann.

Ein Telegramm des lOouvcrncurS von Kiautschau.

Berlin, 20. Aaiggtst. An amtlicher Stelle ist fol­gendes Telegramm ans Kiautschau eingelanfen: Ich bestätige die Mitteilung von dem japanischen Ultimatum. Emstehe fiir Pslichtcrjüllungbis aufs äußerste Gmrvernenr.

Die japanische Unotrschümtheit.

Berlin, 20. Aug. Zu dem japanischen Ulti- matum an Deutschland ä.ißcrn die Blätter übereinstim­mend, daß englischer Geist au» dem einfach mwer-- schämten Ulttmalum spreche. DerVorwärts" bezeick^ net die jopanisc!»en Forderungen als erpresserisch. Dir ..Neuesten Nachrichten" sagen: England führe die sarbige» iXassen gegen Europa teran. Ii» derV o s s i s ch e n Zeitung" schreibt Beinl>ordt:Nicht ausgeschlossen ist es, daß durch das japanische Vorgehen der Krieg, der berrits Europa in Flammen gesetzt hat, imnmehr auch die ganze übrige Welt hell auslodern läßt. In dem Ultimattim ist kla» und deutlich ausgesprochen, daß im Umkreise des Stillen Ozeans allein Jaz«n und England herrschen wollen. Es scheint uns sehr wichtig sür Amerika. Die Bereinigten Staate» von Nordamerika liaben jetzt die Wahl." Tie Kreuzzeitung" sagt:Wir täusck»en unS nicht bar- über hinweg, da,; uns Japans Vorgehen schwere Opfer kosten wird. Aber sie erschüttern uns nicht. Wir sind bereit, sie zu den anderen auf unsere Schultern zu nehmen."

Deutsche Frachtdrimpftr brschlagnnhmt.

i. Köln. 20. Aug. DieKöln. Ztg." meldet aus Berlin: Die in Ehristiania erjcheincnde Handels-,md Secfahrtzeitung berichtet, daß der FrackstdampserEidsoold" auS Berge» voi, Ärchangel in Tromsoe eingctroffe» sei. Das Sckfiss berichtet die Russen hätten in Ärchangel 1 4 deutsche Fracht- schisse beschlagnahmt und ihre Besatzung an Land gebrackst. 4 deutsck)e Frachtschifte tourden im Eingang deS Hafens von Ärchangel in den Grund gebohrt. Ter deutsche DampferHelene" >>at vor dem Kriegsausbruch Arcluingel mit einer für Schottland bestinimlen »»etreideladnng vcr- lassen. Der Kapitän hat anscheinend unterwegs die .siriegs- erklärung Englands erfalpen, denn er lief nicht in dem Bestimmungshasen, sondern in dem nonvegisckien Hafen Stavanaer ein, wo er die Ladung 24 00t) Tonnen Welzen und 8000 Tonnen Hafer nach Ehristiania verkauft.

Aus Holland.

Haag. 20. August. Ter französischeGesandte ist nach Paris abgereist. Allize, welcher bis jetzt fron- zösijchcr Gesandter in München war. ist mit der Geschäfts- führung der Gesandtschaft beaustragt worden.

Amtlicher Teil.

Betr.: Naturwissenschaftlicher Fvrtbildunqskursus und Turn lurws im Herbst 1914.

An die Schulvorstände des Kreises.

Die obrnbezeichneien Kurse finden des Krieges wegen nicht statt Giesten, den 18. August 1914.

Grostherzoglüte Kreisichulkommrssion Giesten.

I. V.: W e t tf er.

Bekanntmachung.

Bete: Pserdeausbebung im Bezirk b»mgen.

Wir bnngen zur Krirnmis der Jntrressentrn. daß dir Gelder sür im AuShebungSbezirk Hungen auSgetebeuc Pferde sämtlich bei Grosth Bezirkskasse II dahier. Micestraste ll, zur Auszahlung ge< langen und daselbst im Lause dieser Woche an jedem Tage erteten werden können.

Giesten, den 19. August 1914.

Großherzogliches KreiSmnt Gieß«.

OK: Hemm erde.