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teisctzifse sämtlich freigelassen werden. Die britische Regierung hat diesen Vorschlag nur für Schiffe dis zu 5000 Tonnen angenommen, während sie die übrigen Schiffe festhalten oder requirieren will. Außerdem hat sie die Ant > wort bis zum 7. August verlangt, während ihr Gegcnvor- schlag erst <tm 8. August beim Auswärtigen Amt in Berlin cingegangen ist. Die deutsche Regierung hat den Gegenvor­schlag gleichwohl angenommen unter der Voraussetzung, daß britischersertS in eine entsprechende Verlängerung der Frist eingewilligt wird. In diesem Falle imirdc die Freilassung der britischen Schiffe bis zu 5000 Tonnen erfolgen. Von der französischen, russischen und belgischen Regierung ist bis­her keine Antwort erfolgt.

Der Postvicust in den Grcnzbczirkcn.

Das Reichspvstamt macht folgendes bekannt: Für die Bezirke der Ober-Postdirektionen Trier, Königsberg (Pr.), Danzig, Bromberg, Posen, Breslau und Oppeln, in denen nach der Bekanntmachung vom 1. Aua. das Postanweisungs-, das Pvstkreditbries-, das Postnach- nahmc- und das Posdairftragsverfahren sowie der Einzah- lungs- rmd Auszahlüngsverkehr im Postscheckdicnst ein­gestellt worden ist, wird der Postanweisungs-, Z a hl- karten- und Zablun gsanweisungs v er ke h r mit der Maßgabe wieder zu gelassen, daß die benannten Ober-Postvirektionen berechtigt sind, in Grenzteilen ihrer Bezirke, wo es die Sicherheit erfordert, den Verkehr durch Verfügung an die Postanstalten auszuschließen. Da es nach Lage der Verhältnisse nicht angängig ist, von solchen Aus­schließungen die anderen Postanstalten zu benachrichtigen, müssen die Absender von Postairweisungen nach Orten im Grenzgebiete die Gefahr in Kauf nehmen, daß die Aus­zahlung nicht möglich ist. Die Poskrnwei jungen und Zah­lungsanweisungen werden in solchen Fällen mit Angabe des Grundes zürnckgeleitet. Das Postkreditbrief-, das Post­nachnahme- und das Postaustragsverfahre» in den genann­ten Ober-Postdirektionsbezirken kann noch nicht wieder zn- gelassen werden. Hinsichtlich der Ober-Postdirektions- bezirkc Straßburg (Elf.), Metz und Gumbinnen bleiben die in der Bekanntmachung vom l. August angeord- neten Berkehrsbeschrünckungen werter voll in Kraft.

Fürst von Bülow in Berlin.

Berlin, 12. Aug. FürstundFürstinv. Bülow sind hier eingetroffen und haben in einem Hotel Wohnung genommen.

Die amerikanische Kolonie in Berlin.

Berlin, 11. Ana. Heute fand im Rathanse eine ein­drucksvolle Kundgebung für die amerikanische Kolonie statt. Oberbürgermeister Dr. W e r m u t h be­grüßte, indem er im ersten Teil seiner Rede deutsch und im zweiten englisch sprach, die amerikanischen Gäste, die ein vertranter, unentbehrlicher Bestandteil des reichshaupt- svädtischen Bildes seien, an Zahl fast doppelt so stark wie die englische Kolonie. Die Stadt Berlin wünsche lebhaft, daß die Amerikaner auch während der jetzigen schweren Kricgszeiten ungestörte Herzlichkeit und freies Behagen hier finden möchten. Wenn amerikanische Bürger in Deutschland, besonders in Berlin, wegen der Hemmung der Rückreise sich in Bedrängnis befinden, so sei es die Pflicht Berlins, für sie nach allen Kräften brüderlich zu sorgen. Er bitte herz- lichst, unsere Sympathien zu erwidern, so daß das alte Sprichloort schöne Wahrheit werde: Friends in need friends indeed". Professor Harnack führte aus, daß mehr als alle Schöpfungen der Technik und Ädatnr auf den deutschen Besucher Amerikas den größten Eindruck mache: das große Werk der amerikanischen iliation selbst und die amerikanische Gastfreundschaft. Seit den Tpgen Steubens und Karl Schurz' seien die Deutschen dort als Brüder aus­genommen worden, sie hätten ihr bestes gebracht und nichts verloren. Tie amerikanische Gastfreundschaft sei sprichwört­lich. Unvergessen sei, daß in den schweren Tagen von 1870 der amerikanische Botsclxrfter die Sorge für die Deutschen in Paris übernommen habe. Was der Botschafter damals getan habe, tue er heute wieder. (Lebhafter Beifall.) Der tiefe Grund für die Freundschaft zu Amerika liege in dem gemeinsamen Geist, der die Völker und ihre tiefe sittliche und religiöse Natur umspänne, zu deren Schützer auch das englische Volk gezählt werde. Das Wort der Blutsverwandtschaft ziehe leider nicht mehr; es sei bewiesen, daß das Mut jetzt tatsächlich nicht mehr dicker als Wasser sei. Es sei an Deutschland und Amerika, die byzantinisch-moskowitisch-mvngolische Kultur zu be­kämpfen.

D c r a m e ri ka n is ch e Bo t scha f te r Ge r crr d b e« grüßte die Versammlung, die aus guten Freun­den Deutschlands und Amerikas besteh«. Ministerial­direktor Le Wald wandte sich in englischer Sprache an die Versammlung, um zur Bildung von Komitees an allen Orten, in denen zahlreiche Amerikaner weilen, aufznrufen. Der Präsident der Berliner Handelskammer v. Men- delssohn-Bartholdy machte bekannt, daß die Han­delskammer beschlossen habe, ihre Räumlichkeiten den amerikanischen Geschäftsleuten zur Ver­fügung zu stellen und ihnen in allen Fragen mate­rieller oder anderer Natur zur Seite zu stellen. Berliner Familien, die bereit seien, ainerikcmische Familien snr die Zeit des Krieges anfzunehmen, möchten sich bei der Han­delskammer melden.

Der Präsident der amerikanischen Han­delskammer in Berlin Kubler brachte die Sympathie der amerikanischen Geschäfts,velt für die Berliner Bevölke- ning zum Ausdruck. - Nach einem herzlick^en Schlußwort des Oberbürgermeisters Mermuth schloß die Perfamm- lung unter Hochrufen aus Deutschland und die Bereinigten Staaten. Unter dem Absingen des von den Amerikanern angestimmten Liedes:Es braust ein Ruf rvie Donner- Hall" trennte sich die überaus zahlreiche Versammlung.

Dem VerivaltungSkomitee des deutsch-amerikanischen Komitees, das aus den, großen Komitee gebildet worden ist, gehören an: Oberbürgermeister Wermnth als Vor­sitzender; Professor Harnack, Oberhofprcdiger Dr. Dryandcr, Handekskammerpräsident Mendelssohn, Ministerialdirektor .Dr. Lewald und Dr. Drexler, Direktor dcS Amerika- Instituts.

Die Amerikanische Gemeinde hat beschlossen, der Kriegsverwaltung ihre in der Motzstraße gelegene Kirche als Lazarett anzubieten. Der GottesÜenst sindet inzwischen in der benachbarten amerikanischen Schule statt. Das HotelBristol" hat für amerikanische Reifende 150 Zimmer nebst Verpflegung zur Verfügung gestellt.

Schwedische Sympathien.

B e r l i n, 12. Aug. Eines der führenden Blätter Schwe­dens nennt die Eroberung von Lüttich eine in der Kriegsgeschichte beispiellose Wassentat und vergleicht den

ruhigen und sachgemäßen offiziellen Bericht der deutschen Heeresleitung mit den geschwollenen Darstellungen der srauzösischcii, der belgischen und besonders auch der eng­lischen Presse. Die 'Deutschen handeln nicht mir wie Helden, sie reden auch wie Helden, sagen die schwedischen Blätter.

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Ocstcrrcichischcr Botschaftcrwechscl in Rom.

Wien, 12. Aug. Ter österreichische Botschafter am

italienischen Hofe von M a r e y, der seit längerer Zeit leidend ist, ist in den letzten Tagen so s ch w e r e r k r a n k t, daß seine Heimreise nötig geworden ist. Für die Dauer der Erkran­kung wird der erste Scktionschef des Ministeriums des Aeuße- rcu Dr. Frhr. M a c ch i o als Botschafter in außerordentlicher Mission der Botschaft in Rom vorstehen. Er ist gestern vom Kaiser in Audienz empfangen worden und wird sich heute nach Rom begeben.

Lcstcrrcicher und Russen.

Wien, 11. Aug. Im Süden ist nichts besonderes vorge- sallen, nur unbedeutende Grenzscharmützel. Im Norden versuchten russische Kavalleriepatrouillen östlich der Weichsel gegen San vorzugehen, wurden aber überall zu­rückgewiesen. Gegen Brody versuchten die Russen mit drei Eskadrons Maschinengewehren vorzugehcn, wurden aber über die Grenze zurückgeworsen.

Auf in den wirtschaftlichen Kampf!

Ein zur Fahne cinberufener Reserveoffizier, der sich mit wirtschaftlichen Mobilmachungsfragen seit längerem ein­gehend beschäftigt hat, schreibt uns:

Unsere Mobilmachung verläuft, dank der großzügigen, bis ins einzelne gehenden Vorbereitungen, tadellos. Die ersten großen Er­folge haben wir erzielt und vor allem ist unser Heimatland nicht Kriegsschauplatz geworden. Aber noch ungeheure Ausgaben und Opfer stehen uns bevor. Jetzt ist es vor allem notwendig, mehr wie dies in der ersten Woche geschehen konnte, an wirtschaftlich« Maßnahmen zu gehen. Denn nur damr werden wir die Erfolge imstrcr Truppen ansnutzcn können, und werden unsere Truppen weiter genügend mit allem, was zum Krieg führen notwendig ist, versorgen können, wenn im ganzen Deutschen Reiche alle wirt­schaftlichen Kräfte angespannt werden.

In erster Linie müssen wir an die durchgreifende Regelung unserer Gcldverhältnisse denken. Die 5 Milliarden Mark, die der Reichslag bewilligt hat, genügen nicht. Das Geld muß ar­beiten, has Geld muß rasch arbeiten, das Geld muß wollen. Zurück mir dem den Banken und Sparkassen aus Angst oder aus Notwendigkeit entnommenen Geldern. Kein Geld darf im Schreibtisch, in den Geldbörsen oder gar im Strunipfe aufbewahrt werden. Dort ist es tot. Hier aber in der Bank oder Sparkasse arbeitet das Geld, schasst neue Werte und stärkt unsere finanzielle Stellung. Ungeheure Erschütterungen erleidet unser Wirtschaftsleben; diese aber niederzuhalten, muß jeder, auch der kleinste Mann, beitragen. Darum jede Mart, jeden Pfennig zusammengerasst und die Verpflichtungen erledigt, ist unbedingte Pflicht. Man bezahle sofort Arzt. Apotheker, Kaufmann, Händler, Gewerbetreibenden, Angestellte und Dien st boten usw. Sie alle gebrauchen ihr Geld dringend not­wendig. Also nochmals: Das Geld muß rollen, das Geld muß rasch arbeiten, es muß von Hand zu Hand gehen. Bar Geld ist tot. Rollendes Geld arbeitet.

Der Reichstag bat seinerzeit beschlossen, einen Wehrbei­trag zu erheben. Das Reich braucht Geld, diel Geld. Dringend notwendig ist, daß jedermann sofort seinen ganzen Wehrbeitrag bezahlt. Mir sind Fälle bekannt, daß ausrückende Offiziere usw. in letzter Stunde ihre Bank anwiesen, sofort Wehrbeitrag und Steuern zu zahlen, ausgehend von dem Gedanken, daß, wer sein Leben fürs Vaterland opsert, auch noch seinen Verpflichtungen gegenüber dem Staat Nachkommen kann. Dieser Opfersinn muß unbedingt auf alle diejenigen anspornend wirken, denen es nicht vergönnt ist, mit der Waffe in der Hand zu helfen. Von diesen kann und muß unbedingt erwartet werden, daß sie sofort in voller Höhe ohne jeden Abzug den ganzen Wchrbeitkag und die fälligen Steuern möglichst im voraus zahlen.

Der wirtschaftliche Kampf ist aber auf einem anderen Gebiete noch durchzuführen, insbesondere da England zu unseren Gegnern zählt. Der Verbrauch von Brenn- und Beleuchtnugsstossen ist mög­lichst einzuschränkcn, als dr sind: K o h l« n , Koks, Briketts, Petroleum, Benzin, Benzol, Spiritus, Gas nnd Elektrizität. Diese Stoffe müssen unbedingt geschont wer­den. Von ihrer sparsamen Verwendung hängt unendlich viel ab. Me Erlnrchtung der Schaufenster und Straßen ist auf das äußerste zu beschränken. Die Lichtreklame hat ganz zu unterbleiben; dies ist in Berlin bereits polizeilich festgesetzt worden. Man stehe zwei Stunden früher auf und gehe 2 Stunden früher zu Bett, dann braucht man kein Deleuchtungsmateriat.

Gar mancher wird denken, ob ich etwas weniger oder mehr verbrauche, das macht bei der großen Menge nichts aus. Das ist ganz verkehrt. Jeder einzelne Mann ist im Felde was wert. Die wirtschastliche Tätigkeit und Sparsamkeit jedes einzelnen summiert sich mit der der andern zu größerer Machtentsaltung und Einfluß. Darum bitten wir, diese Zeilen in allen Blät- ternDcutschlandsnachdruckenz n lassen und bei Ver­sammlungen und Besprechungen jeder Art dringend zur Befolgung zu empfehlen.

Unterstützen wir den Kampf der deutschen Heeresmacht im Feindeslande durch wirtschaftliche Kräftigung und Tätigkeit in allen deutschen Landen. Dr. W.

Die Feldstecherspenden inr die Etappen.

Der Aufruf, der von der Armee- und Marinebedarfs- Lieferungsgescllschaft wegen Spenden von Feldstechern nnd Ferngläsern erlassen worden ist, hat schon jetzt einen er­freulichen Erfolg. Etwa 500 Gläser sind auf Grund des Ausrufs in den Zeitungen bei der Gesellschaft bereits einge­gangen und von dieser an die im Felde liegenden Truppen­teile verschickt worden, denen die Gläser natürlich sehr wert­volle Dienste leisten können. Die Truppen haben die Glä­ser mit Dank angenommen. Unter den Spenden befinden sich auch Ferngläser, die schon einen Krieg hinter sich ha­ben. Sv ist z. B. ein Glas, das schon beim Sturm auf die pp eler Schanzen 1864 vaterländischen Zwecken gedient hat, der 8. Kompagnie des 3. Garderegiments über­sandt worden. Aus dem Nachlaß des im Jnvalidenhause ver­storbenen Majors a. D. Robert Schütz ist der Sammlung auch ein Fernglas überwiesen worden, das 1870/71 bei der Belagerung von Paris benutzt tourde. Unter den Stiftern befinden sich viele Offiziere a. D., Beamte, Aerzte und Lehrer, aber auch viele Frauen. Manche alte Dame hat ihr einziges Opernglas gebracht. Auch neue Gläser sind mehrfach gestiftet worden. Schadhafte Gläser werden von der Gesellschaft ausgebessert. Tie Spenden werden auch von der genannten Gesellschaft durch Boten abgeholt. Die Adresse für die Fernglassammlung ist: Armee- nnd Ma° rinebedarss-Lieferungs-G. m. b. H., Berlin SW. 11., Des­sauer Straße 39/40.

Ein preußisches Reiterstückchen.

Der Versuch deutscher Reiter, den Kvmmccndanten von Lüttich mitten aus der Stadt zu holen, ist selbst von bel­

gischen Blättern, die anfangs von Verrat und Tcrirschunigl

durch englische tlnisvrmen spract-en, schließlich alseiner Tat unerhörter Kühnheit" anerkannt worden. Bon einem Gegenstück in Tschenstochau wird einem oberschlesischrn Blatte von einem Augenzeugen berichtet:

Lluf dem ncrien Markt in Tschenstochau hielten zirka 200 Kosaken soeben war etwa die Hälfte davon in die angrenzende Warschauer Straße abgeritten um) um die Ecke verschwunden, als plötzlich von der anderen Seite auf dem neuen Markt ein deutsckrer Kavallerieofsizicr und zwei Mann im Gawpp erschienen und, anscheinend ohne die noch dort halteno«n Kosaken zu be­achten, an diesen vorbeipreschtei: mrd gleichfalls um die Ecke in die Warsclxcucr Straße verschwanden. Die überraschten Kosaken ritten hinterher, so daß die Deutschen zwischen die beiden Kosakenabteilrmgen gerieten imd dir zahlreich an­wesende Menge glaubte, daß mmmeh-r die drei Reiter verkoren seien. Nach wenigen Augenbticken erschienen jcdock» die zwar Mann in voller Karriere wieder an der Ecke; demnach schien rrur dev Ossizier gesotten *u sein. Me zwei Mann parierten aus dem Markt ihre Picrde nnd wandten sich um da kommt im VÄlen Jagen auch der Offizier um die Ecke, aber nicht allein, denn neben sich hat er einen Kosaken mit seinem Pserde. Mtt der Zügelfaust hält er das Gelenk der rechten Hand des Kosaken Um­spannt, in der dieser den Säbel hält, und machtlos muß dev Steppensohn seinen: überlegenen Gegner folgen, der mit ihm weiteriagt, um die Meldung zu bringen, daß Tschenstochau itun- mrhr gänzlich vom Feind« geräumt sei. Erst etwa eine Vrertcl- stunde nach diesem Vorfall erschien die Spitze der ejimrarschieren- den Truppen.

Soldatenlied.

Von einem Freiwilligen wird »ns mitgeteilt, daß das nach­stehend« Soldatenlied allgemein Anklang gesunden hat und fleißig gesungen wird:

O Nikolaus, o Nikolaus,

Du bist ein schöner Bruder,

Tu redest uns von Frieden vor Und rüstest heimlich Korps um Korps»

O Nikolaus, o Nikolaus,

Tn btst ein falsches Luder.

O Engelaud, o Engeland,

Wie hast du dich benommen,

Als wie ein rechter Krämersmann,

Der nimmt, so olt und viel er kann,

O Engeland, o Engeland,

Das soll dir schlecht bekommen.

Ter Franzmann auch, der Franzmann auch Weist wieder seine Kralle»,

Er möchte zu gern an den Rhein,

Wir aber nach Paris hinein,

Das will ihm nicht, das will ihm nicht,

Das will ihm nicht gefallen.

Und wenn die Welt voll Feinden war'

Und keinem wär' zu trauen.

So forchlen wir uns dennoch nicht,

Wir Haltens wie der Kaiser spricht.

Wir werden sie, wir werden sie,

Wir werden sie all' verhauen.

Togo und die Engländer.

-John Bulls Fischzug im Trüben hat begonnen: dort, wo die Gefahr am kleinsten und deutsche Kugeln am wenig­sten zu fürchten sind. Unsere kleine Togo-Kolonie, die den Briten von Anfang an ein Dorn im Auge war, ist besetzt, und Kamerun wird wohl vielleicht bald folgen. Wir dürfen! diesen strategisch vollkommen zweck- und bedeutungslosen Heldentaten der Engländer gelassen zusehen, sie bringen uns keine Ucbcrraschungen und sind nur die logische Fortsetzung jenes wühlerischst Neides nnd jener habgierigen Mißgunst, mit denen wir sckwn hart zu kämpfen hatten, als bereits in den 70 er Jahren die kühne Unternehmungslust .Hamburger Kcmfleute Wcstasrikas Handel für das deutsche Reich zu er­obern begann. Woermann und dann Jcmtzen und Thor- mählen gründeten in dem mit dem Schicksal Togos so eng verknüpften Kamerun die ersten deutschen Faktoreien, und ihr Aufschwung wurde bald so bedeutend, daß schon 1882 neiderfüllte englische Händler die Ncgerhäuptlinge aufstachel­ten, England zu bitten, das Protektorat über jene Länder^

striche zu übernehmen. Aber____einmal war doch draußen

Michel schneller als John Bull, und im Mai 1884 ging unsere kleineMövc" mit Gustav Rachtigal, dem bisherigen deutschen Generalkonsul in Tunis, von Gibraltar aus in See und hißte in Klein-Popo an der Togoküste die schwarz- wciß-rote Flagge. Schon 1880 hatten hier deutsche Kauslcnte Niederlassungen angelegt; und das unausbleibliche Echo alles deutschen Unternehmungsgeistes war auch nicht aus­geblieben: sofort begannen die gehässigen Wühlereien der Engländer und führten bald zu einem Zustande, der die Deut­schen zwang, ihr Vaterland um Schutz zu ersuchen. Damals war die FregatteSophie" vor Togo erschienen und hatte schnell Ruhe geschafft; aber kaum mar das Kriegsschiff ver­schwunden, so begann wieder die Minicrarbcit der Engländer. Bis dann am 5. Juli, also vor 30 Jahren, endgültig die deutsche Flagge an der Togoküste hoch ging. Nun meldeten sich auch die Franzosen, es gab Proteste und Differenzen, sic woll­ten Klein-Popo und Porto Seguro für die Republik. Aber in Berlin blieb man fest, und 1885 leistete Frankreich schließlich Verzicht. DieMövc" aber fuhr damals von der Togoküste nach unserem Kamerun. Alle Hebel hatten unsere britischen Nachbarn in Bewegung gesetzt, um uns zuvor zu kommen, hatten am 10. Juli ein Kanonenboot den Kamerunfluß hin- aufgeschickt, um die Neger cinzuschüchtern. Aber noch war der englische Konsul nicht an Bord, er sollte erst geholt wer­den. Das waren bange Tage, die Briten hatten den Ncgev- häuptlingen gedroht, ihre Dörfer in Brand zu schießen, wenn sie vor Rückkehr der Engländer mit den Deutschen Vertrage schlössen. Aber endlich, am 12. Juli erschien ein Schiff im Kamerunsluß und schwarz-weiß-rot wehte es am Heck: es war dieMove". Unter ihrem Salut ging am 14. Juli aus der Joßvlatte die deutsche Flagge hoch, und als am 19. Juli das englische KanonenbootFlirt" eintraf, gab es nichts mehr zu flirren, nur geharnischte britische Proteste folgten. In Togo aber ivar cs dem Neide unserer Nachbarn doch ge­lungen, unseren .Mstcnsaum eng einzuschnüren, England drängte uns vom Voltafluß ab, Frankreich auf der anderen Seite. Aber am kleinlichsten benahmen sich damals doch die Briten; kaum war dieMöve" verschwunden, so begannen englische Intrigen bei den Negern, Herabsetzungen Deutsch­lands, Hetzereien, die schließlich zu Negcrausständen führten und nicht eher endeten, bis ein deutsches Geschwader von vier Schissen in Westafrika erschien und den Eingeborenen klar zeigte, daß derKing os Hamburg" mehr als ein Schifslein hatte John Bull hat das uns nie verziehen; und nun sucht er auf seine Weise kriegerische Lorbeeren, indem er als erste Wassentat die kleine deutsche Kolonie überfällt, die ihm, bei einem Flächengehalt von über 85 000 chm, als würdigen Gegner eine im ganzen Land verstreute schwarze Polizei-: truvpe von kaum 400 Mann entgegenstellcn kann. In dem kleinen hübschen Lome weht nun also der Union Jack. Es ist eine hübsche kleine Stadt init festen Straßen und einer ganzen Weihe schöner neuer Bauten; säst europäisch sieht

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