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orster, Militür- und Zivildevölkerung, werden sich ihrer ^>aut zu wehren wissen. Wie es aber auch kommen mag, über ias Schicksal unseres Kolonialbesitzes wird auf den Schlacht- cldern Europas entschieden werden. Diese Entscheidung önnen und ivollen wir ruhig abwarten.

Au» Stadt und Land»

Gießen, 12. August 1914. Ich bin ein Deutscher.

Zu singen nach der Melodie: Ich bin ein Preuße.

Ich bin ein Deutscher, kennt Ihr meine Farben,

Die Fahne weht uns schwarz-weiß-rot voran

Das deutsche Reich, dein unsere Väter starben,

ES lebt, das deuten Euch die Farben an.

Wir wollen's nim behüten Vor unserer Feinde Wüten.

Sei's trüber Tag, sei'3 Izcit'rrr Sonnenschein,

Ich bin ein Deutscher, will ein Dcutsct>er sein.

Bon Ost und Westen zucken jetzt die Blitze,

Es rast der Sturm im deutsctxn Eichenwald,

Im Donner löst sich nun di» schwüle Litze,

Des Schicksals Stimme dröhnend widerhallt. Vergeblich sei das Wettern,

Die Deutschen zu zerschmettern.

Die Russen hier, Franzosen dort uns droh'n.

Im Bund mit Dir, Du schnödes Albion.

Ms Slavenherrschcr steht aus breiter Erde Mit srechenr Blick der russische Koloß,

Er haßt den ttzeist und züchtet nur die Herde,

Gewalt irnd Roheit ist sein wüster Sproß Wir stehen wie die Mauern ;

Und > vollen nicht erschauern.

Koinmt auch von Ost die große Rciterslut,

Die deutschen ivdärmer haben guten Mut.

Uud Frarrkreich, das dereinst im Reich, dem alten,

Mit Deutschland hat der große Karl gepaart,

Ws Erbsciud haben wir Dich lang gehalten.

Weil deutsches Land Dir einst zur Beute ward.

Wir kämpfen jetzt als Hüter Für unstre hWigen Güter.

War nicht genug des Sedan-Krieges Qual?

Aus deutschem Eisen hämmert Ihr jetzt Stahl.

Engländer Ihr, der Angelsachsen Erben,

Dmchseucht mit Düirkel und mit Eigensucht,

Mach Mich schallt einst das bitt're Wörtchen: Sterbe»! l Seid von Gen Minen ewig mm verflucht!

Ihr helft setzt den Barbaren,

Wir woften uns bewahren:

Vernichtung sinnt Ihr unserer Macht und Wehr!

Di« Flotte scluttzt uns wie zu Land das Heer.

Der Kaiser sprach:Der Hader ist verschwunden,

Das ganze Volk steht zu mir scst und treu,

Nichts von Parteien gibt's in diesen Stunden,

Ter alte Geist von sichtig tvurde neu!"

Laßt's unsere Feinde hören!

Wir alle wollen schwören:

Heil Kaiser 'Dir, Heil deutsches Reich imd Land,

Es eint uns feft des deutschen Volkes Band,

Nun kommt ein Kampf, wie ilm die Welt nicht schaute, Europas Völkern bringt er höchste Not,

Was lange schon still inr geheimen graute.

Nun wird es Wahrheit: Siegen oder Tod.

2lus! Laßt die Fahnen fliegen Durch schweren Kamps zum Siegen!

Schwarz, weiß und rot, die deuten im Verein:

Wir wollen Deutsche, wollen Deutsche sein!

Gießen, am 8. Aug. 1914. Or. R. Sommer.

*' Ordensverleihung. Der Groß Herzog hat dem Vorstand des städtischen Hochbnuamts in Mainz Baurat Adolf G c l i u s das Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen, dem Direktor des städtischen Krankenhauses in Mainz Geheimen Medizinalrat Dr. Mi- chacl Reisingcr das Ritterkreuz 1. Klasse des Sterns von Brabant mit der Krone, der Anna Schneider, Schwester- Oberin Hildegard des Ordens der Barmherzigen Schwestern des hl. Bincenz von Paul, im städtischen Krankenhaus zu Mainz, das Ernst-Ludwig-Elconoren-Kreuz verliehen.

** Ernennungen. Der Großherzog hat den Lehramlsasscssor Wilhelm Philipps aus Fricdbcrg zum Ober­lehrer an dem Lehrerseniinar zu Friedüerg, den Finanzaspi­ranten Wilhelm Filsinger zu Darmstadt zum Revisor bei der Eichungsinspektion ernannt.

** S ch u 1 d i e n st. Uebcrtragen wurde dem Lehrer Wil­helm Kratz in Rodheim v. d. H. eine Lehrerstelle an der Volks­schule zu Wieseck.

** Hinein in die Feuerwehren! Infolge der Ein- berusung vieler Feuerwehrleute sind die freiwilligen Feuerwehren, namentlich aus dem Laiche, vielsach schwach besetzt, so daß im

Falle eines Brandes ein rasches erfolgreiches Löschen kaum mög­lich wäre. Das würde gerade in Kriegszeften doppelt verhäng», voll werden, da große Frucht- und Futtervorräte der Bernichtnag anheimftelen, die uns jetzt doppelt wertvoll sind. So wichtig die Einbringung der Ernte ist, so wichtig ist ihre Erhaltung, ,arnm rnöge sich scher freie Bürger der Wehr seines Wohnortes zur Verfügung stellen!

** In der Volksküche im Lase Ebel wurde am Dienstag bereits an 200 Personen Essen v>erabreicht. Für heute wird sich diese Zahl wohl verdoppeln. Wi« uns mitgeteilt toirb, funktioniert die Volksküche vorzüglich. Langkreis Gießen.

e. Langsdorf, 11. Aug. Tie HauSsammlung tür das Rote Kreuz ergab die schöne Summe von 423 Mk., die Kirchenkollekte am Sonntag 200 Mark. An den beiden letzte» Eonnlagen wurden stark besuchte Abendmahlgottesdienste für die Einrückenden und ihre Angehörigen abgehalten. Die Ernte schreitet rasch vorwärts dank der gegenseitigen Hilft. Alles ist von dem Bewußtsein erfüllt: Hier gilt nicht mehr das Wort ,mein", sonder» nur noch das 'Wort .unser'. _

Ei» Versuch überzeugt. Wenn Säuglinge und .Kinder im erben Lebensalter trotz iorgsältigitcr und liebevollster Pflege nicht recht ln der Ernährung vorwärts kommen, so empfiehlt sich unter allen Umitände» ein Versuch mit Nestle'S Sindcrmchl. Bel Magew und DarmiMrungen, die infolge Verabreichung schwer verdaulicher Kuhmilch, oder nicht geeigneter Nährmittel entstanden sind, wirkt Nestle hänsig in kürzester Zeit geradezu Wunder. Für einen Versuch sendet eine Probcdose gratis und franko Restle s Kinder mehl G. m. b. H., Berlin W. 57. 850ss

Bekanntmachung.

Betreffend: Erhaltung des Viehstandes.

Im Interesse möglichster Erhaltung des BiehstcrndeS und um eine spätere unnötige Steigerung der Preise für Schlachtvieh und damit für Fleisch selbst zu vermeiden, wird dringend empfohlen, bis auf weiteres Vieh nur an solche Händler zu verlausen, die sich als von der Militärbehörde zum Bi ehankauf beauftragt ausweisen können. Was andere Verkäufe anlangt, so werden solche möglichst direkt cm die Metzger und unter Ausschluß des Zwischenhandels angeraten.

Die Großherzoglichen Bürgermeistereien wollen entsprechend dem Vorstehenden auf die Bevölkerimp e i n w i r k e n.

Gießen, den 12. August 1914.

G-roßherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Ufinger.

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