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Die Kaiserin

bestimmte 5000 Mark als vorläufige Gabe für Zwecke der vaterländischen Frauenvereirre.

Die Kaiserin hat folgenden Aufruf an die deut­schen Franen erlassen:

Dem Rme des Kaisers folgend, rüstet sich das Volk »u einem Kamme ohnegleichen, den nur nicki herausbeichooren baden, den wir nur zur Verteidigung führen Wer Woüen ;u tragen :er- mag. wird freudig ;u den Fahnen eilen, um >eiuem Vinte ernzusichcn für das Vaterland, Der Kann» aber nnrs ein ungr- heurrr, die Wunden werden unzähirge fern, die tu ichlled-n sind. Darum ruse ich Euch, deutsche trauen und Jung­frauen, alle, denen es nicht vergönnt in, iür die geliebte Heimat ;u kämmen, »ur Hilfe am. Trage itbt nach Keäiten dazu bei. unseren Platten, Söhnen und Brüdern den Kaauv leicht pl machen. Ich werk, dass in alten Krciien unseres Volkes auS- rmdinslos der Bille besteht, diele bode Pflicht ;u eriAlen Gott der Herr aber stärke uns zu dem heiligen Lickü^werk. da? auch unS Frauen beruft, unsere ganze Krasl dem Vaterland« rn dem Enticheidungskamme zu werten. Wegen der Sammlung freiwilli­ger Hilfskräfte und Baben aller Art sind weiwre BekannNnachun- gen von den wenigen Organisationen bereits ergangen. denen diese A-iiigabc in erster Linie obliegt, und deren Unterstützung vor allem nötig ist, 6, August, Auguste Viktoria

Tie Teutsche Gesellschast für Kaufmanns- Erholungsheime (Ferienheime für Handel und In­dustrie hat ihre Heime mit mehr als .'>00 Betten dem iaifrt als Lazarctte zur Verfügung gestell:.

Ansprache des Herzog» von Braunschweig. Braunschweig, 6, August, Rach dem feierlichen FeldgotteSdienft mr die Braunschweiger cöarnison trat der Herzog ernsten AugeS vor die Front und sprach mit erho­bener Rechten, als gelte eS einen feierlichen Lctnvur: Meine lieben KameradenBald schlägt die Ttunöe, wo wir hrnauSziehen müssen in den Krieg, Mit Gott im Herren riehen wir in den Konrpf um die Ebre alt srerc deutsche Soldaten unierrt ge'iebten Kaiser« des allerhöchsten Kriegsherrn Mit ihm geben wir, mit ihm stehen wir, Tie gtbalttr Faust noch höher streckend: Deine Maicstit der Kaiser Hurra. Hurra, Hurra! Abreise »es englischen Botschafter« und de» belgischen Gesandten.

Berlin, 6, Aug Ter englische Botschafter und der belgische Besä n die haben lvmte morgen Berlin verlasse» Von den deutschen Behörden wurden den beiden Tiplomaten zwei Salonwagen mit Speise­wagen zur Bersugung gestellt. Ein höherer Beamter des Auswärtigen Amtes tvar bei der Abreise aus dem Bahnhof anwesend.

Gefahr von Luftfahrzeugen?

Das Woiffsche Bureau schreibt:

ES ist fast ausgeschlossen. das» fremde Luftschiffe oder Flieger Berlin erreichen. Die Beunruhigung der Bevöl­kerung von Berlin, wenn Luftfahrzeuge gesichtet werden, ist daher ganz unbegründet. Zahlreiche deutsche Flie­ger, auch dcut fcke L u s tschifse, werde» dageg:- auch in der nächsten Zeit die Provinz Brandenburg und selbst die Bororte Berlins überfliegen. Es find tlebungSflüge, die jetzt naturgemäß besonders häufig gemacht werden. Durch unvorsichtiges Benehmen, namentlich durch wildes Trauf- losschicßen kann das allergrößte Unglück geschehen. Unsere braven Flieger find, wenn nicht allerseits Ruhe und Be- fonnenhett bewalwt wird, schwersten (fahren ausgeir-yt. Es ist daher unter allen Umständen jedes Schießen mif Luftfahrzeuge zu unterlassen,

ist bekannt, dost feindliche Flieger in Lust- _zengen innerhalb der deutschen Grenzen gc-scl-c» worden

r Die Bevölkerung kann darüber beruhigt sein, daß re eigenen Luftfahrzeuge in derselbe» energischen Art Pflicht tun werden, ES ist aber dringend gebot.m. ,n gleicher Weise nne über all' Truppcnbeweguitzzen auch über unsere Luftflotte strengstes Stillschweigen zu «beobachten Aus diesem Grund« verlautet auch in der Oesscntlichkeit nichts über die Tätigkeit unserer Zeppeline und Flugzeuge. Dir Jagd aus angebliche seind- lichr Gcldauto mobile ist etnzustelle»; sic ge­fährdet die Durchsühning de« noliveudigen Krasiwogenver- kchrS für unsere Hecrrsl.ining.

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£or6 Kuweiter englischer ttriegsminisler.

London (über Sopenlnrgeni, 6, Ang, Fekdmarsch»,N Lord ikitchencr ist zum KriegSminister ernannt worden. Asquith trat von diesem Posten zurück, behält jedoch daS Amt des Prenncrminifters,

Die englische Heuchelei.

DieKölnisckw Volkszeitung" erfährt von besonderer Seite: Die Ausbeutung der deutschen Neutralitätsverletzung in Belgien durch England soll verdecken, daß England selbst von vornlwre,» zum Bruch der Neutralität gegenüber Deutschland entscküossen >oar, namentlich für den Fall eines großen Mißerfolges der sranzösischen Armer, Die ökrieg- fühning in der Nordsee gegen Frankrrichs Küsten wurde d-urck, die Erklärung erscknoeN, England könne in diesem Falle nicht neutral bleiben. Die Wahl des Landweges durch belgisches Webirt wurde mit der Kriegserklärung be­antwortet, Nur der Bormarsch unter schwieri- aerNm^ehungoderverlustreicherEroberung französischer Sperrsorts sollte offen ge­lassen werden, vorbehaltlich der Entschließung Eng­lands, auch für diesen Fall bei einem größeren Erfolge unserer Truppen Deutschland in den Arm zu fallen Der leitende (üedankr Englands war. daß nur den Krieg dort führen müßten, Ivo die Umstände für Deutschland am rni- günstigsten und sür Frankreich am günstigsten liegen. Dieses englische Verhalten entspricht von Anfang an nicht den, Begriffe der Neutralität und war schon bei Beginn deS Aufmarsches eine Einmischung zur Erschwerung unserer KriegSsührung England wurde durch unser Vorgehen »er- milaßt, die MaSke rechtzeitig abzunedmen, die es keinen Augenblick länger als ilnn selbst beliebte, getragenaben würde,

100 Millionen Pfund Kricg»krcdit in England.

London (über Kopenhagen -, 6, Aug, «sguiib kündigte in, Untcrhause den Kriegszustand zwischen GroßbrUrrnnren und Deutschland an und sagte unter lhutem Beifall, daß er morgen da« Hm,S um die Annahme der Kredite twn 100 Millionen Pfund bitten tourte

ES wurde eine Proklamation betreffend die Bestim­mungen über Kontrrbande erlassen, n-odnrch feindlutxm Schiffen als Termin zum Verlassen der britischen Häfen der l-t August. Mitternacht, l»csrrmmt wurde

Da« englische Auswärtige Amt veröffentlicht die Dokumente über den Kriegsausbruch

Aegyptens Neutralität.

London (über Kopenhagen', 6, Aug, Nach einer Lloydmeldung aus ZLerandria in der Erport von Nah­rungsmitteln aus Aegvplenverboten worden. Aegypten erklärte seine Neutralität.

Diestrikteste Neutralität" der Niederlande.

Haag, 6, Aug, Ein Extrablatt desScaalsanzeigerS" veröffentlicht die Erklärung der striktesten Neu­tralität im Krieg zwischen England und Deutsch­land und Belgien und Deutschland,

Dänemark» Neutralität.

Kopenhagen, b. Lug Ti, dänische Negierung be­schloß im heutigen DtaatSrat. anlaßkch des Krieges zwischen Deutschland und England eine Neutralitätserklä­rung abzugeben. Nachdem bereit« im dänischen Teil des Sundes Die Minensperre erfolgte, wurde beschlossen, im »roßen Belt und ,m dänischen Teil de« Kleinen Belt Minen auszulegen, um zu vermelden, daß sich ixe Kriegs- operationen aus die dänischen Gewässer ausdehnen, und um die Verbindung zwischen den dänischen Landesteile» aufrechtzuerhalten. Außerdem wurde beschlossen, den zwei icn Teil der Sicherungsstärkc aus Fünen und Jütland, sowie den ^veilen b,S einschließlich ack-ren Jahrgang der Mannschaft von Seeland. Laaland und Falster cinzuberufrn, Tie Einberufung der Sicherungsstärke ist nicht gleichbedeu- tend mit Mobilisierung.

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Ausschreitungen gegen Lesterreicher in Pari».

Wien, 5. Aug, Nach einer an amtlicher Stelle aus Paris eingetroffenen Nachricht mußten die Beamten des ö st er r.-Ungar Generalkonsulats in die österrei­chisch-ungarische Botschaft flüchten, da die Polizei den Ausick-renungen der fanatifierten Menge natu enlgegentral Die Blätter betonen, die Monarchie werde die Interessen ihrer Bürger im Ausland« auch gegen Frankreich zu wahren wissen, Die derPeüer Llohb" meldet, demonstrierte in T r o u v i 11 c die Bevölkerung gegen eine vornehme unga­rische Familie, die dort eine Billa besitzt Man verfolgte sie bei der Abreise und während der Fahrt zum Bahnhof mit Schinipsworten.

Der Artillerickamps bei Belgrad.

Wien, 6 Aug, Zu dem gestrigen Artillerie­kampf bei Belgrad wird noch berichtet: Am 4, August. 9 Uhr vormittag», lief der MonitorKo e ro e S" zu einer RrkognoszierungSfahrt aus. Plötzlich erSfinrten serbi­sche »c schütze, irie sich alsbald l>erauSstellte, eine mo­derne Schnellseuerbotterie aus dem Belgrader Festungs­werke, eine heftige Kanonade, 2«1>on schlugen einige Bolllrefser in den Monitor ein. ohne alücklichcnveise Scha­den anzurichtcn. als unsere Landartillerie in den Kampf eingriff und die feindlick>e Arlillcrie bald zum Schweigen brauchte. Der Monitor kehrte hierauf ohne weitere Be­lästigung zu seinem Ausstellungsptatz zurück Um 1 llhr nachmillags liefen mehrere österreichische KriegS- ichifse, darunter auck, der Koeroes aus, um die Versuche der Verteidiger, die Schäden an den Befestigungen und Deckungen auszubessern, zu perciteln, Tas Feuer der Schisfsgeschütze fand nur schivache Gegenwehr imd rickitete an den Festungswerken, namentlich der oberen Festung, a»fs neue großen Schaden an; es wandte sich auch gegen die Infanterie, die in festen Stellun­gen zunächst dem User gute Tecknngen jand. Um 6 Uhr nack>- niiltags traten die Mchnilore» die Heimfahrt cm, olmc Ver­luste oder Hararic erlitten zu baden. Nachts wurden wie­derholt Detonationen hörbar, die im Verein mit zeitn«7ili- em Fe»ersck>ein den Schluß zuließen, daß in der Fesmng edeutcnde MunitionSvvrräte durch die Beschießung in Brand geraten sind In de» Weingärten ScmlinS nmrden acht feindliche Spione dabei betroffen, nne sie durch Lichtsignale die Stellung der österreichisck>en Geschütze zu verraten suchten, Sic ivurden iiisgesainl festgenomuien und der verdienten, standrechtlichen Behandlung zugcsührt A» der übrigen Front an Tvnau, Save und Drina hat sich nicht» neues zugetragen.

Eine serbische Botschaft in der Lknpschtina.

Risch. 3, Aug. (Meldung des serbischen PreßbureauS ) Kronprinz Alexander hat die Lknpschtina durch eine Botschasi eröffnet, welche sagt, daß Serbien zur ^lermei- dnng de-s Krieges alles getan habe, was die Würde undt Ehre des Landes gestatte. Die Regierung sei nicht verant­wortlich: Beweis dafür fei, daß sie die Skupschtimr zur Be- raning berufen und die Wahlen vertagt habe, Tie Botsckrast betont »oeiler. daß das große Rußland und sein edler Herr­scher. Zar Niiolaus, mit besonders großem Interesse uito Syinpail ie den Konslikl verfolgt hätten. Der Zar und seine edelherzige Sorge für Serbiens Zukunft habe Serbien dir besondere Zusicherung dafür gegeben, daß er sich mit dem Schicksal Serbiens verknüpfen werde. Der Kronprinz er­klärte weiter: Es ist mir auch angenehm, versichc-rn zu können, daß unsere gerechte Sache in Frankreich nnd Eng- land nicht geringe syinpaihie findet, Ilm Serbien z« iso­lieren, ist man vom Atrenta» von Serajewo ausgegongeu. aber ohne Erfolg Mit Serbien gehen heute große, ober auch treue Verbündete, Hand in Hand

Franc» al» Ltraßcnbahnschaffnee.

Berlin, ä Ang Aus die Ncnbricht der Direktion der Großen Berliner Straßenbahn, daß sie in den nächsten Tagen beginnen :uerde. den Schassnerdienst auf de» Anhängenoge» durch Frauei: versehe» zu lch'jcii. hat ffch bereit» eine große Anz,,b! von Frauen und Töchtcrn der in da» Feld gezogenen Stras<nbadner gemeldet, Geg,-n- wärng werben Listen ausgeftritt, nach denen die Verteilung der weiblichen srräftr auf die einzelnen Bahnhöfe oorgrnoni- men wird Anfangs der nächsten Loch« sollen die ersten weiblichen Schaffner in den Dienst treten.

Tie Lrgauisation zur Regelung de« Arbeitsmarlte».

Berlin, b. Aug In einer heute nachmittag im Reichsainl des Innern unter dem Vorsitz des Staatssekre­tär« Tr, Delbrück adgekattenen Sitzung, bei der die zuständigen M,n,stenen und Rmchsämter vertreten waren, wurde tue Elnrichtung einer Zentralftelle im RnckiSaml de» Innern sür alle Angeleg-mdriten der Ver­teilung der ausländischen Arbeitskraste über das Land, zur Bejldasffrng von Arbeitern und zum Ausgleich zimschen Angebot und Nachfrage aus dem ArbcilSnrarkt in der Land,vtrtschafr und sür daS Gewerbe beschloffen. Die Leitung der ZentralstoS« übernimmt Mini­sterialdirektor Tr, Lewild, Sie soll alle vorhandenen Or- ganisarionkt- in sich zus-rmmenfassew Am 6, August findet eine Besprechung mit den wichtigeren Lrgwnsalioncn statt.

Vorsicht in der Rahe von Eiscubahnanlageu

und Brücken.

Berlin. 5, Aug, Tie Truppen sowie die weiteren zuständigen Stellen wurden erneut darauf hingcwiesen. daß bei Anschlägen aus E i s e n b a h n a n l a g c n und Kunst b a u t e n auf frischer Tal betroffene Personen a u f der Stelle zu erschießen sind. Jede Person, die sich verdächrigcrweiie derartigen Anlagen nähert, setzt sich alio der Gefahr aus, erschollen zu nx-rden.

Baukcnbcihilse sür Srankeupffege und Familie der in» Feld Gerückten.

Berlin, 6, Aug, Die der Berliner Bereinigung an- gehörigen großen Banken und Banknrmen haben beschlossen, einen größeren Geldbetrag sowohl sür die Pslegc der Kran ken und Verwundeten als auch zur Fürsorge ftir die zurück­gebliebenen Familien der zum Heeresdienst Eirrberusenen -ur Verfügung zu stellen und haben diese Beiträge dem Zentralkomuee der deukichmi Vereine vom Roten Kreuz zur Verwendung sür das gesamte deutsche Reich überwiesen.

Keine Erhöhung der Koblcnprcise.

Frankfurt, 5. August 8ce uns die Zentralstelle sür Kriegsfürsorgc milleilt. haben die hiesigen Kohlen­händler beschlossen, während der Käcieg-szeit ihre Kohlen- preise nicht zu erhöhen, es ist aber dringend notwen­dig. daß auch sie Einivvhner-sckxisl an der Vermeü»ung lwn Störungen im Licferung-sgeschäst dadurch mirwirki, daß die einzelnen Haushalte sich l-rim fffohlenbezug auf den not­wendigsten Bedarf beschranken. Die Kt'hlcnhändler werden nach getroffener Vereinbarung ihrerseits bereits auf eine Einschränkung der Lieterunge» achten und ersuchen das Prchltkum, auch bezüglich der zu liefernde» Qualitäten Noch- sicht zu üben und nicht auf bcstimiiiten Qualitäten zu be­stehe», vielmehr sich >e nach dem Vorrat auch mit geringerer oder gemischter Ware zu begnügen.

Krieg»zeit «uv Alkohol.

Kriegszeit müßte Abstinenzzeil sem sür unser Harr, Wäre da» zu erreichen: es bedeutete soviel, als ob noch ein paar Armeekorps uns zu kämen. Natürlich müßten

Cf fixiere und Unteroffiziere mit dem guten Beispiel voran- gehen! Man rede nur nicht von mäßigem Geimß! Wer kann in dieser Zeit uiigeheuerer Erregung gerade hier Maß halten, wo es im Frieden so wenigen gelingt. Am lwsten wäre ein allgemeines Alkolwlvcrbot im Heere Welch eine Steigerung der LeiftungSsälngkeit imirde das bedeuten! Wie­viel Unordnung Disziplinwidrigkeit und Schlimmeres wäre dadurch mit einem Schlage verbatet'

Und an die ganze Zivilbevölkerung sollte die dringende Mahnung ergehen: kein Bier, keinen Wern und vor allem keinen Schnaps an die Einquartierten und die Durchmar­schierenden! Das sind keine ,^!iebes"gaben; da« uützt unseren braven Soldaten nichts, das schädigt sie.

Jeder aber, der sür die schwere Zeit sich ciiwn Spa» psennig zurücklegen oder etwas srciwillig dem Vaterland: opfern ivill, der spare es sich am Drinlen und Rauchen ad.

Ausruf de» Kaiser» an Heer und Flotte.

Das Marine Bcrvrdnuiig-sblatt" veröffentlicht folgen­den kaiserlichen Erlaß an daS deutsche Heer und die deutsche Marin«:

Nach drciundvierzigjährigcr FriedenSjzeit rufe ich bi« deutsche wehrfähige Mannschaft zu den Waisen, Unsere heiligsten Güter, das Vaterland, den eigenen Hert gilt eS gegen ruchlosen Uebersali zu schüHen. Feinde ring»- um! DaS ist das Kennzeichen der Lage. Ein schwerer Karnpf, große Opfer stehen unS bevor. Ich vertraue, daß der alte kriegerische Geist noch in dem deutschen Volke leb«, jener gewaltige kriegerische Geist, der den Feind, wo er ihn findet, an greift, koste eS, n>as es wolle, der von jeher die Furcht und der Schrecken unserer Feinde ge­wesen ist. Ich vertraue aus Euch. Ihr deutschen Soldaten! In jedem von Euch lebt der heis^, durch nichts zu bezwin­gende Wille zum Siege. Jeder von Euch toeiß, wenn e» sein muß, wie ein Held zu sterben SiedenN unserer großen ruhmreichen Vergangenheit! Gedenkt, daß Ihr Deutsche seid, Gott helfe uns.

Au§ dem Reiche.

Berlin. 6, Aug, Ter zum 10, und II. Oktober d. I. nach Köln cinberujene Allaeinetne Bertretertag der Nationalliberakrn Partei tvird ans Anlaß de« Krieges aus Anweisung des Abg. Bassermann, des Vor­sitze »den des Zentralvvrslandes der Partei, vertagt. Von der natioim ltiberale» Fraktion de? Reichstags rüctt eine Reihe von Mitgliedern in» Feld, Der '.Idg Bassor- mann. der als :stittmeister der Lanlnvehr l, Aufgebots noch akttv ist. geht zur Führung einer Wagenkolonne nach Rastatt, Weiter solgen dem Üius zu den Waffen die 'Abg, van E aller, vcr als Major noch in der Reserv» steht. Dr, Lchroeder, Dr. Hoppe, Dr, Ortmann u. a.

Berlin. 6. Aug, Da« .Berliner Tchzebk" meldet aus KönigSwufterdausen: Ein 78jäbriger früherer Bank­beamter. der den Krieg von \H10fll als Feldwebel mitgr- niacht hat. meldete sich freiwillig zur Fahne 'Seinrni Wunsche, mit »n den Krieg zu ziehen, konnte nuht ent. sprachen werde».

Wilmersdorf, <> Aug Zwei in der Holsteinschen Straße wohnende junge Schwestern Demplin versuchten sich in '^m^inschait mit dem achtzehn,ährigen Bräutigam des älteren Mädchen» durch Leuchtgas zu vergiflem Sie wurden nachts bewußtles aufgefunven, Wiederbel«, bungsoerfuche waren von Erfolg. Toch wurden alle in be­denklichem Zustand« ins Krankenhaus cingetiefcrt.

Bad Berka lThüringen. 6, Lug, Der Bvrftand der Ortstvankenkafse für das Buchdruckgewerbe in Berlin be­schloß. daS Genesungsheim in Bad Berka in Thü­ringen für dce Mitglieder zu schließen und dem Roten »reu» zur Pflege Berwundcter zur «ersügunq zu stellen. TaS Heim liegt im Ilmtal« an der Bahn Berka-Kranichseld. In Frage kommen etwa 100 Betten,

Karlsruhe, 6, Aug Die Nähmaschinenfabrik vormals Haid u. Neu. Karlsruhe, teilt mit, daß sie den Frauen der eingerücktcn Beamte» und Meister den vollen Monatsgehalt und ferner bis auf weiteres ein halbe« Monatsgehalt Mhll, außerdem den Frauen der eingerückte« zablreuhen Arbeiter eine Unterstützung von 10 Mk. pr« Droch«. - -